Test / Testbericht: 3x Sennheiser Headset

Sennheiser-PC-360-G4ME-5

Die Lautsprecher sind bis zum Anschlag aufgedreht. Der Bass brummt bei einer Explosion wie ein Erdbeben. Doch spätestens, wenn von unten der symbolische Besenstiel des Nachbarn klopft, weiß man, dass es Zeit wird, sich ein Headset aufzusetzen.
Aus diesem Grund testen wir 3 Modelle der Firma Sennheiser, die zu einer der bekanntesten auf diesem Gebiet zählt. Zur Verfügung stellte man uns das PC330, PC333 und PC360, welche alle das Kürzel G4ME (GAME) am Ende tragen.

Eines kann man am Anfang des Tests schon erwähnen: der sogenannte Fehlkauf bleibt aus.
Alle 3 konkurrieren auf einem sehr hohen Niveau. Die Verarbeitung ist tadellos, das Design zeitgemäß und der Preis, der je nach Modell von 75,-€ für das PC330, 130,-€ für das PC333 bis hin zu 140,-€ für das PC360 reicht, wirkt angesichts der genannten Fakten gerechtfertigt. Ebenfalls weisen alle eine äußerst komfortable Kabellänge auf. Mit jeweils 3 Metern beim PC330 und PC360 und sagenhaften 3,5 Metern beim PC333 (ergibt sich aus 2m + 0,30m USB Soundkarte + 1,2m USB Verlängerung) sollte für jeden genügend Reserve vorhanden sein.

PC-360

Im Einzelnen verfügt jedes Testmuster über eine Lautstärkereglung an der rechten Hörmuschel. Diese erweist sich allerdings nur bei dem „größten“ Testkandidaten (PC360) als gelungen. Bei den beiden „kleineren“ Modellen wirkte der Regler nicht besonders griffig. An sich ist die Idee zwar sehr stimmig und sieht obendrein stylisch aus, ein schnelles Reagieren war allerdings nicht möglich bzw. gewöhnungsbedürftig.
Wenn wir schon bei Ideen sind: Uns hat die Idee mit der Stummschaltung des Mikros durch einfaches Hochklappen bei allen Probanden durchweg überzeugt. Schnell, einfach und in jeder Situation komfortabel.
Nun wollen wir Euch nicht im Trüben fischen lassen und kommen zum Einzeltest, filtern das Ganze und finden heraus welche Variante die beste für die vielen Köpfe der Welt ist.

PC 330
Silber verchromte Elemente an den Seiten lassen das PC330 auf den ersten Blick äußerst hochwertig wirken. Der verstellbare Kopfbügel ist da natürlich eine Selbstverständlichkeit. Die Ohrmuscheln sind gut gepolstert und mit Kunstleder bezogen. Dies sorgt für einen guten Tragekomfort. Das Mikro lässt sich millimetergenau ausrichten und bietet eine exzellente Sprachqualität. Keinerlei Störgeräusche trübten die Kommunikation bei einer hitzigen Partie Battlefield Bad Company 2, über Skype oder Teamspeak.

PC-330

Man weiß zu schätzen, dass Sennheiser nur hochwertige Materialien bei der Technik verwendet, sobald man das Headset einem klanglichen Test unterzieht. Der Klang sucht seinesgleichen. Höhen sind klar differenziert, die Tiefen kraftvoll. An manchen Stellen wünscht man sich eine höhere Ausgangslautstärke, was allerdings Kritik auf hohem Niveau wäre. Dank einer geschlossenen Bauweise gelangen Außengeräusche kaum ans Ohr. Auf der heimischen LAN fällt dadurch die Kommunikation von Spieler zu Spieler zwar schwer, das Problem wird aber durch den genialen Einfall einer drehbaren Ohrmuschel (DJ-Ohrmuschel) wieder aus dem Weg geräumt. Diese lässt sich beliebig nach vorn oder nach hinten wegdrehen.
Dank der robusten Bauweise steckt das PC 330 auch mal einen Sturz aus Tischhöhe weg.

Zeit für das PC 333
Man könnte an dieser Stelle die Copy-Funktion nutzen, weil man nur anhand der Bezeichnung auf der Seite einen Unterschied feststellen kann. In Verarbeitung, Robustheit und Funktionalität gleichen sich die beide ersten Modelle wie ein Ei dem anderen. Im Lieferumfang befindet sich allerdings noch ein kleines, aber sehr entscheidendes Zubehör.

PC-333/330

Eine USB 7.1 Soundkarte im Kleinformat. Die beiden Stecker des PC333 werden in die dafür farblich gekennzeichnete Buchsen gesteckt und verschmelzen förmlich mit der Soundkarte. Versehentliches entkoppeln der Soundkarte ist technisch fast unmöglich. Vorbildlich. Die Soundkarte wird von Windows 7 als Stereovariante erkannt, sodass eine Treiberinstallation in diesem Fall nicht nötig ist. Aber wer will das schon, wenn 7.1 an der Tür klopft. Also lassen wir den Sound rein.
Wir installieren den Soundtreiber von der CD, die im Lieferumfang enthalten ist. Die Installation dauert ca. 1 Minute und ein Neustart steht an.

PC-333

Sobald Windows das Tageslicht erblickt, ziert ein kleines Sennheiser-Logo unsere Taskleiste. Per Rechtsklick öffnet sich ein Kontextmenü, welches 4 Einstellungsmöglichkeiten beinhaltet.
2- und 4-Kanal, sowie 5.1 und 7.1 Sourround Sound. Wichtig für die Einstellung, da nicht jeder Spieletitel 5.1 oder 7.1 unterstützt. Durch einen Mechanismus an der Soundkarte aktiviert man den Dolby Sourround Sound am Headset. Ein blau leuchtender „ENGAGED“- Schriftzug ziert nun die Soundkarte.
Das Mikro überzeugt wieder auf ganzer Linie. Der Sound toppt die hohe Erwartung.

Jetzt ist man bei einem Spiel oder einem Film erst wirklich mittendrin. Das genaue Orten der Geräusche war jederzeit möglich. Die Lautstärke ist diesmal perfekt anpassbar und der Bass für ein Headset mehr als ausreichend.
Wow! Was soll jetzt noch kommen? Wir sagen es Euch: Das PC 360 und somit der letzte Testkandidat vor unserem Fazit.

PC 360
Seltsamerweise sieht das teuerste Modell in unserer Testreihe am einfachsten aus.
Keine Chromelemente wie beim PC330/333, dafür deutlich größere Ohrmuscheln, die mit weichem, samtartigem Stoff bezogen sind. Die Polsterung sorgt für angenehmen Tragekomfort und schon nach ein paar Minuten vergisst man, dass man ein Headset auf dem Kopf trägt. Mit 300 Gramm ist es in dieser Größenordnung extrem leicht. Nur mal als Vergleich: das Roccat Kave ist nahezu doppelt so schwer. Desweiteren kommt die offene Bauweise der Belüftung der Ohren zugute.

PC-360

Durch das geringe Gewicht wirkt es nicht ganz so unempfindlich wie die anderen zwei Testmuster, ist dennoch äußerst solide verarbeitet.
Auch hier leistet sich das Mikro keine Schwächen. Es klingt einen Tick besser als bei Kandidat eins und zwei.
Extrem gute Höhen, etwas sanfter Bass und ein insgesamt kompromissloser Klang machen das PC 360 zum perfekten Begleiter. Mit diesen paar Worten könnte man den Test hier abschließen.

Für fast 140€ wollen wir noch mehr wissen. Wie sind hier die Sourround Eigenschaften und wie viel Komfort kommt bei einer längeren Gamingsession auf?
Wir nutzen die 7.1 Soundkarte des PC333. Es ist faszinierend, wie ein Stereo-Headset zu einem 5.1 Headset werden kann: durch simple Softwaretreiber einer USB Soundkarte. Sehr gut gemacht Sennheiser!

Zum Test steht wieder BFBC2 an. Gefühlte 1000 Kills und 100 Tode später, das Fazit.

Persönliches Fazit
Das PC 360 ist ein solides, empfehlenswertes Headset. Es entfaltet sein ganzes Können jedoch nur mit einem vernünftigen Soundchip. Es passte auf jeden Kopf in der Test-Crew (ein kleiner Frauenkopf war auch dabei ;-)), und Brillenträger müssen um ihre Sehhilfe keine Angst haben. Einmal kam es sogar vor, dass unserem Tester erst auffiel, dass er ein Headset auf dem Kopf trug, als ihn das Kabel am weiterlaufen hinderte. Die beiden kleineren Modelle bieten etwas weniger Komfort, da man schon beim Aufsetzen einen leichten Druck verspürt. Damit ist das PC 360 für den Gamer die perfekte Wahl. Das PC333 ist aufgrund seiner 7.1 Soundkarte die beste Alternative für alle multimedialen Anwendungen und last but not least ist das PC330 das preiswertestes Modell für hohe Klangansprüche

Euer Hardbloxx Team

Test erstellt von Hardbloxx.Insanity


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