Test / Testbericht: Asus Eee PC 1215T

Die warmen, sonnigen Tage werden nun häufiger und die Sonnenstrahlen ziehen uns nach draußen. Es gibt doch nichts schlimmeres, als bei diesem Wetter im Büro oder Vorlesungssaal sitzen zu müssen. Da kommt einem ein kleines Netbook doch wie gerufen. Leicht, dünn und im typischen Miniformat sind Netbooks perfekt für den Transport zum Strand oder in den Park. Um den Tagesausflug nicht zu stören, sollte dem Netbook aber nicht schon nach wenigen Stunden die Puste ausgehen. Akkuleistung ist das A und O der kleinen Begleiter. Um aus einem Standardlaptop ein Outdoorgerät zu machen, muss auch das Display dafür geeignet sein. Ein spiegelndes Display sorgt sonst nur für Frust.

Nach unserem erfolgreichem Test zum Acer Aspire one 721 (Test) haben wir nun ein ähnliches Pendant von Asus im Testpool. Der kleine Alleskönner musste sich vor allem im Akku und Leistungstest beweisen.

Technische Details/Lieferumfang

Prozessor: AMD Athlon ll Neo K125 / 1,7 Ghz
Chipsatz: AMD M880M
Arbeitsspeicher: 2 GB DDR3 RAM / Max. 4GB
Festplatte: WD 250 GB 5400 rpm
Grafikprozessor: AMD Mobility Radeon HD 4250, 384 VRAM
Netzwerk: 10/100 LAN, 802.11b/g/n WLAN
Display: 12,1″ TFT, Max 1366 x 768, spiegelnd
LED Technik
Besonderheiten: 5in1 Kartenlesegerät (MMC, SD, xD, Memory Stick/pro)
0,3Mpixel Webcam, MultiTouch Trackpad, Bluetooth 3.0 + HS

Das Asus kommt in einem kleinen, handlichen, sterilem Pappkoffer zu uns. Das vorinstallierte Windows 7 Home Premium in der 32 Bit Version überzeugt durch ansprechende Ausstattung und Geschwindigkeit. In diesem Bereich freuen wir uns über jedes Gerät, das nicht über eine Starterversion verfügt. Ganz klar ein Pluspunkt für das Asusgerät. Asus liefert zum bereits installiertem Windows noch einige interne Programme mit, die die Arbeit im Alltag erleichtern sollen. Eine Pop-Up Bar am oberen Bildschirmrand ermöglicht die Nutzung kleinerer Gimmicks, wie Internetspiele oder Updates.
Die Optik ist schlicht gehalten und besteht aus kratzfestem Kunststoff. Wir hatten das Modell in Silber im Labor. Die matte, gräulich-silberne Oberfläche gefiel uns von Anfang an sehr. Zudem ist sie ein wahrer Gegner von Fingerabdrücken. Somit sieht das 1215T immer sauber und hochwertig aus. Zum Lieferumfang gehören, neben dem Laptop selbst, noch der Akku, Netzkabel und die Handbücher dazu.

Tastatur/Display

Das Tastenfeld mit den sehr kleinen Tasten konnte uns im Dauereinsatz überzeugen. Auch, wenn die Tasten wirklich sehr klein sind, lässt es sich hervorragend mit dem Eee PC arbeiten. Der Anschlag ist nicht schwammig oder zu schwer. Leichtgängig tippten wir auch lange Texte, ohne einen Fingerkrampf zu bekommen. Für Anwender mit sehr großen Händen oder Fingern könnten die kleinen Tasten jedoch etwas zu winzig ausfallen. Hier emfpehlen wir vor dem Kauf einen kurzen Schreibtest. Für kleine Hände ist die Tastatur wie geschaffen. Besonders gefallen hat uns auch die Lautstärke der Taster, wenn man es überhaupt Lautstärke nennen kann, denn Geräusche gibt diese nur ganz dezent von sich. Viele Laptoptastaturen wirken wackelig und krachen förmlich beim Anschlag. Nicht aber das feine Keyboard des 1215T. Schiefe Blicke seiner Mitmenschen kann man am Strand dadurch leicht umgehen.

Das Touchpad des 1215T ist ebenso hoch verarbeitet wie die Tastatur und integriert sich perfekt in das Gehäuse. Auch große Finger können weite Wege über das Pad zurücklegen und stoßen nicht sofort an die, dezent gehaltene, Abgrenzung. Was uns besonders auffält, ist die unterschiedliche Beschaffenheit der Touchpads der Netbooks und Laptops. An einigen Pads klebt der Finger regelrecht fest und muss am besten vorher in Mehl gewälzt werden, um das Gleiten zu erleichtern. Einige Pads, so wie das vom Asus, sind jedoch sehr glatt und der Finger rutscht wie über Eis. Hier macht das Arbeiten auch ohne Kraftaufwand viel Spaß.

Mobilität

Die Mobilität betrachten wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wie bereits erwähnt, sollte ein Netbook vor allem für den Außeneinsatz und den Transport dienen. Im Park sollte es kaum spürbar auf dem Schoß liegen und das Display, wenn möglich, nicht spiegeln. Wunderschön wird es dazu noch, wenn die Leistung stimmt. Das Asus 1215T ist allerdings ein Schwergewicht im Bereich Netbook/Subnotebook. Mit 1,46 Kg konkuriert es mit 13″ Geräten und ist noch im Bereich des Machbarem. Die allgemeinen Abmessungen liegen, bis auf die Höhe, im „netbook´schem“ Normalbereich. Die Höhe ist mit 3,8 cm jedoch zu viel für einen kleinen Begleiter. Hier können die Geräte von Acer besser überzeugen.

Die Stromversorgung des Kleinen ist für die Leistung noch etwas zaghaft gewählt. Der 5200 mAh Akku versorgt den kleinen Begleiter mit ausreichend Energie für 255 Minuten im Idle Modus. Möchte man auf einer längeren Fahrt gerne einen Film schauen, muss man mit 154 Minuten vorlieb nehmen. Klar, Geräte mit dieser Leistungsausstattung haben einfach nicht die Puste für längere Aufenthalte ohne Steckdose, jedoch ist es die beliebte Power, die dem Kleinen auch unterwegs zum Alleskönner werden lässt. Da wird die Leistung im mobilen Segment aber schnell zum Spielverderber.

Warum Asus beim 1215T auf ein spiegelndes Display setzt, ist uns ebenfalls etwas schleierhaft. Die Bildqualität ist immer etwas besser als von matten Oberflächen, jedoch zeigt es nicht gerade seine Stärke im Außeneinsatz. Mit der maximalen Helligkeit kann man dem Spiegeln jedoch einfach entgegenwirken und drosseln. Ist man unterwegs, sollte man sich jedoch immer einen schattigen Platz suchen. Das brilliante LED Display strahlte uns aber schon beim ersten Start freudig entgegen. Die Helligkeit sucht ihresgleichen, ist angenehm und überanstrengt die Augen nicht. Der positive Effekt der LEDs ist vor allem der geringe Stromverbrauch. Im Test stieg die Leistungsaufnahme lediglich um 2 Watt zwischen minimaler und maximaler Stärke.

Die Lautstärke des Asus ist noch in Ordnung, wird unter Last aber deutlich wahrgenommen. Vor allem die ständigen Lesezugriffe der Festplatte können nach kurzer Zeit stark auffallen. Dies liegt aber an der verbauten Festplatte von Western Digital. Auch in anderen Netbooks, wie in unserem Acer Aspire one 721 kam diese Festplatte zum Einsatz und wir hatten die gleichen hörbaren Zugriffslaute. Zudem ist die Platte ein wahrer Sportsgeist, denn ohne Bewegung fühlt sie sich scheinbar unwohl. Durchweg gab der 1215T leichte Vibrationen von sich, was wir ebenfalls der Festplatte verdanken können. Angenehmer Nebeneffekt: Eine leichte Massage der Oberschenkel. Der Lüfter dreht unter Last auf einer noch angenehmen Stufe, stört anfangs, wird nach kurzer Zeit aber eher unauffällig.

Leistung

Wie auch schon bei unserem Test vom Acer Aspire one 721, konnte uns die AMD Kombination vollstens überzeugen. Außerdem wirkt die Kombi erfrischend auf dem vom Intel Atom dominiertem Markt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der NeoII sich auch im Einkernbereich perfekt vom Atom absetzen kann. Dazu kommt der sehr gute Grafikchip im Form der HD4250, der das Spielen ermöglicht. Wir freuen uns jedes Mal wenn wir World of Warcraft starten und nahezu ruckelfrei spielen können. Auf einem Einkern Atom, mutiert das Spiel zu einer ungewollten Diashow. Auch wenn die Gebiete von WoW malerisch und wunderschön anzusehen sind, bevorzugen wir doch fließende Bewegungen und dies schafft bisher nur der AMD NeoII. In unserem Spieleparcour kam nun auch das sehr erfolgreiche Hack&Slay „Torchlight“ zum Einsatz. Mit der maximalen Auflösung und mittleren Details blieb uns der Atem bei 30 ruckelfreien Bildern weg. Somit wird sogar eine kleine Spieleparty am Strand möglich- für manch einen auf jeden Fall besser als ein ödes Buch.

Für Liebhaber strikter Zahlen: Im 3D Mark 06 konnte der 1215T gute Ergebnisse von 1219 Punkten erreichen und setzt sich somit weit vor die Einkern-Intel-Konkurenz. Natürlich ist es auch möglich, eine BluRay ruckelfrei und ohne Verzögerungen abzuspielen. Auch im Benchmark von SiSoft Sandra erhielten wir einen beachtlichen Datendurchsatz des Grafikchips.

Im Heimeinsatz ist es sogar möglich, einen zweiten Monitor via VGA oder HDMI an das Netbook anzuschließen und als Zusatzmonitor zu nutzen. Auf dem Netbook konnten wir zocken und auf unserem 19″ Monitor noch einen DVD-Film schauen. Hier ist der Kleine wirklich ein Gegenspieler der ganz Großen.

Jedoch muss man mit der Leistung auch einen höheren Strompreis zahlen. Auch wenn die Leistung vollstens überzeugt, genehmigte sich der 1215T im Test satte 15 Watt im Idle, 24 Watt während der BluRay Wiedergabe und rund 30 Watt während einer Spielepartie Word of Warcraft. Die Gegenspieler von Intel können hier mehr überzeugen, verfügen aber auch über erheblich weniger Leistung.

Persönliches Fazit

Der Asus 1215T ist und bleibt genauso wie alle NeoII Netbooks/Subnotebooks ein super Nischengerät. Auch wenn die Akkuleistung bei diesen Geräten meist nicht mit der eines Atom mithalten kann, so ist doch die Leistung ein kleiner Desktopersatz und bringt auch unterwegs sehr viel Spaß mit sich. Ob arbeiten, surfen, Filme schauen oder spielen – alles ist möglich mit dem kleinen Begleiter. Einziges Manko ist das Gewicht und die Größe. Dies trübt den Spaß unterwegs. Vor allem, wenn man oft die Orte wechselt, spürt man doch mit der Zeit eine kleine Veränderung der oberen Armmuskulatur. Sonst ist das Asus-Gerät ein starker Begleiter im Sommer und aufgrund des sehr soliden Gehäuses braucht man einen Sturz auch nicht zu füchten. Die Tastatur und Geschwindigkeit ist nicht zu beanstanden und wir können für einen aktuellen Preis von rund 340€ unsere Kaufempfehlung, vor einem Atom Gerät, aussprechen.

Euer Hardbloxx Team

Test erstellt von Hardbloxx.Bujaka


Kommentar verfassen