Test / Testbericht: Gigabyte GA-X58A-OC

Gigabyte X58A-OC (13)

Auf der Überholspur nach dem Taktrekord benötigt man die richtige Grundlage. Betrachtet man die großen Overclocker weltweit, erzielten diese ihre grandiosen Werte nicht auf 0815 Mainboards – Nein! Ein High-End Board für maximale Erfolge ist der ideale Begleiter im täglichen Kampf um die Krone. Auch wenn der Preis dieser Boards weit über dem von normalen Platinen liegt, werden sie gerne gekauft. Doch nicht nur das OC-Potenzial eines solchen Mainboards ist wichtig, auch die allgemeine Performance muss einem die Mütze vom Kopf ziehen. So können normale Benchmarks schon einen genauen Unterschied zwischen einem Billigboard und einem richtigen Mutterschiff zeigen. Bisher konnten sich nur wenige Hersteller in diesem Bereich etablieren. Asus und Gigabyte sind bisher die beliebtesten und bekanntesten unter den Overclockern. Doch zweitgenannter trägt mit seinem GA-X58A-OC die Krone und führt Spitzentabellen an. Im heutigen Test untersuchen wir das Board auf seine Eigenschaften und die Taktmöglichkeiten. Dabei wollen wir keine Taktrekorde brechen, sondern zeigen, dass dieses High-End Board auch für Anfänger ein Taktspielzeug sein kann.

Testsystem/Testmethodik:

CPU: Intel Core i7 990X
Mainboard Gigabyte GA-X58A-OC und Intel DX58SO2
RAM: Kingston HyperX 4GB DDR3 1600MHz und Mushkin 4GB DDR3 1600MHz
Grafikkarte: XFX HD6950
Festplatte: Seagate 500GB SATA3

Die Testmethodik wurde für diesen Test etwas „aufgepeppt“. Im letzten Mainboardtest wurden noch keinerlei Performancewerte aufgenommen. In diesem Fall mussten wir die Unterschiede mit verschiedenen Benchmarks von SiSoft Sandra festhalten. Als Vergleichsboard kam ein Intel DX58SO2 zum Einsatz. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein High-End Modell und ließ sich hervorragend mit dem Gigabyte-Gegner vergleichen. Um die RAM-Tauglichkeit zu prüfen, kamen ein Kit von Kingston und ein Kit von Mushkin zum Einsatz.

technische Details/Lieferumfang/Ausstattung:

Sockel:1366
Unterstützte Prozessoren:Intel Core i7 Prozessoren
Chipsatz Northbridge:Intel X58 Express
Chipsatz Southbridge:Intel ICH10R
RAM Unterstützung:DDR3 800, 1066, 1333, 2200
Channelmode:Triple/Dual Channel
RAM Slots:6
Maximaler Ram-Ausbau:24GB
Steckplätze:2x Pci-e 16fach (jeweils 16 Lanes); 2x Pci-e 16fach (jeweils 8 Lanes); 1x PCI
Multigrafikkarten:Unterstützt die 3-Wege-/2-Wege-NVIDIA-SLI-Technologie und 4-Wege-/3-Wege-/2-Wege-ATI-CrossFireX Technologie
Audio:Realtek ALC889, 2/4/5.1/7.1-Kanal, S/PDIF Out
LAN:Realtek RTL8111E Chip (10/100/1000 Mbit)
Ports:6x SATAII; 2x SATAIII 2x USB 3.0, bis 4x USB 2.0
Interne Anschlüsse:1 x 24-pin ATX Main Power; 2 x 8-pin ATX 12V Power; 2 x PCIe-Power; 2 x SATA 6Gb/s; 6 x SATA 3Gb/s; 1 x CPU Fan Header; 6 x system fan headers; 1 x North Bridge Fan Header; 1 x Front Panel Header; 1 x Front Panel Audio Header; 1 x S/PDIF Out; 1 x USB 2.0/1.1; 2 x Heatsink LED-Power-Anschluss; 1 x Clear CMOS Button; 1 x power Button; 1 x Reset button; 1 x PWM Frequenzwechsler; 1 x Onboard Spannungsmessung; 1 x 4G Ready Button; 1 x OC Gear Button; 1 x CPU BCLK Down Button; 1 x CPU BCLK Up Button; 1 x CPU Ratio Down Button; 1 x CPU Ratio Up Button; 1 x BIOS Switch

Jede Prozessorgeneration verfügt über einen High-End Chipsatz. Zu Zeiten der Nehalem-Architektur war es der X58 Chipsatz, der seine Konkurrenz ins Schwitzen brachte. Er bietet eine enorme Leistung und Sicherheit im Bereich der Hardcore-Gaming-PCs und ist die perfekte Grundlage für einen Framejäger. Vor allem die Unterstützung der Pci-e Lanes machte den Chipsatz zu einem beliebten Begleiter für Zocker. Da er bis zu 2x 16 Lanes unterstützt und zusätzlich noch Platz für weitere 2x 8 Lanes hat, bietet er sich für alle Multi-GPU Systeme an. Gigabyte vertraut auch auf seinem High-End Modell auf diesen rabiaten Chipsatz und kitzelt somit auch den kleinsten Funken Leistung heraus. Da der X58 Chip jedoch keine offizielle USB 3.0 und SATAIII Unterstützung aufweisen kann, verbaut Gigabyte zwei separate Chips auf dem Mainboard ein. Dadurch wird die Platine zu einem Luxusschlitten. Die Southbridge ist auch auf dem Gigabyte GA-X58A-OC die allseits beliebte ICH10. Der einzige kleine Unterschied ist jedoch die Endung „R“. Somit verbaut Gigabyte auf seinem High-End Modell die ICH10R Southbridge und kann so die Intel Turbo-Memory Funktion nutzen. Dadurch kann der Start des Betriebssystemes und der Startvorgang von Anwendungen erheblich beschleunigt werden.


Die eingesetzten Teile auf dem Mainboard wählte Gigabyte mit Bedacht. So kommen nicht nur Standard-Bauteile zum Einsatz. Um die maximalen Ergebnisse im Bereich OC zu erreichen, verbaut der Hersteller spezielle OC-VRMs. Diese Spannungsregler sind im Normalfall dafür vorgesehen, die CPU mit ausreichend Spannung zu versehen. Auf normalen Mainboards wird damit eine erhöhte Spannung vermieden und die maximale Übertaktbarkeit sinkt. Durch die speziellen OC-Bauteile auf dem Gigabyte GA-X58A-OC kann der Prozessor jedoch mit einer höheren Spannung betrieben werden. Dies ermöglicht eine höhere Gigahertzzahl als auf herkömmlichen Mainboards. Durch den weiteren Einsatz von hochqualitativen Ferritkernen kann ebenso die elektrische Energie länger gespeichert werden. Damit die Energie jedoch nicht ruckartig und überladen auf den Prozessor trifft, werden zusätzlich Hochleistungs-MOSFETs eingesetzt. Diese ermöglichen die zusätzliche Speicherung der elektrischen Energie und können diese zusätzlich ausschließen. Somit erhält der Prozessor im richtigen Moment die richtige Energiezufuhr. Sollte die Energie jedoch nicht gebraucht werden, kann sie zurückgehalten werden. Das wiederum ermöglicht eine geringere Leistungsaufnahme und Temperaturentwicklung. Zusätzlich ebnen diese Bauteile den Weg für eine maximale Übertaktung. Da die nötige Energie schon bereit steht, kann diese in Echtzeit abgerufen werden. Die gut skalierende Leistungsaufnahme sieht man im Idle- und Benchmarkstest. Mit 2,66GHz verbrauchte unser 990X 134 Watt. Mit 3,78GHz waren es 138 Watt und mit 4,34GHz läppische 142 Watt. Auch der Benchmarktest zeigte nur feine Unterschiede zwischen den Taktstufen. Mit 2,66GHz genehmigte sich der Prozessor 203 Watt, mit 3,78GHz waren es 213 Watt und mit 4,34GHz nur 222 Watt.


Durch diese Grundlage, kann das speziell von Gigabyte eingesetzte OC-Touch funktionieren. Auf dem Mainboard befinden sich sieben Knöpfe mit unterschiedlichen Funktionen. In Echtzeit kann der Prozessor ohne weiteres übertaktet werden. Das Schöne daran: Nie wieder BIOS-Versuche, nie wieder nervige Freezes. Mit dem OC-Touch schaffen es auch Anfänger, die CPU an ihre Grenzen zu takten. Mit dem 4G Knopf kann der Prozessortakt mit einem Ruck auf 4GHz gehoben werden (Neustart erforderlich). Mit den anderen Tastern kann entweder der Multiplikator erhöht werden oder der BCLK-Takt in sanften Schritten Richtung Spitze getrieben werden. Mit einem Spannungsmesser kann man direkt daneben die Spannungspunkte berühren und prüfen, ob man auf dem richtigen Weg ist. Mit dem „Gear“ Button können letztendlich alle Einstellungen auf den Normalwert zurückgesetzt werden.

Damit man auch alles richtig macht, befindet sich über dem 24pol Netzteilsteckplatz eine Debug-LED. Sollte das Mainboard auf Fehler stoßen, wird hier ein Fehlercode angezeigt. Für die Analyse kann auf den letzten Seiten des Handbuches schließlich der Fehler geprüft und behoben werden. Im Test funktionierte die Fehler-LED sehr gut. Mit unserem Test-RAM erkannte sie die falsche RAM-Platzbestückung sofort und blendete uns einen roten Farbcode entgegen – so macht Fehleranalyse endlich Spaß. Sollte doch einmal etwas schief gelaufen sein, hilft ein Dual-BIOS weiter. Sollte das Haupt-BIOS beim Übertaktungsversuch beschädigt worden sein, kann auf ein zweites System gewechselt werden. Dies gewährleistet einen sicheren Betrieb.

Auch die Stromversorgung des Gigabyte GA-X58A-OC ist High-End. Anfangs standen wir vor dem Problem, das Board mit unserem Standard OCZ ModXStream pro 600 Watt Netzteil zu betreiben. Da das Mainboard unbedingt 2x 8pol Stecker benötigt sollte darauf beim Kauf geachtet werden. Dies gewährleistet im OC-Betrieb einen reibungslosen Ablauf. Aber auch die Grafikkarten können sich auf dem OC-Board zurücklehnen. Separate SATA-Stromanschlüsse sorgen für extreme Grafiktaktversuche. Vor allem im SLI und Crossfire-Modus sollte man dieses Goodie nutzen, um die Grafikkarten nicht verdursten zu lassen. Achtet man darauf, sind Framerekorde bereits vorprogrammiert.

Doch Leistung muss auch gekühlt werden. Dafür entwickelten die Ingenieure von Gigabyte ein ausgefallenes und ausgesprochen mächtiges passives Kühldesign. Betrachtet man die großen Kühlblöcke, wird man feststellen, dass nicht einmal aktuelle passiv gekühlte Grafikkarten solche großen Kühler aufweisen. Da die Spannungspunkte auf Mainboards jedoch eine enorme Hitzeentwicklung haben, ist dies keine schlechte Investition.

Der Lieferumfang des Gigabyte GA-X58A-OC ist für ein OC-Mainboard normal und kann als gut eingestuft werden. Betrachtet man den Preis, kann man jedoch erkennen, dass man hier nicht für eine Menge Schnick-Schnack bezahlt, sondern für Qualität. Auch die externe Ausstattung könnte Grund zum Klagen geben. Mit 4x USB, Audio, LAN und PS2 ist das Gigabyte Modell kein Ausstattungswunder. Jedoch sollte man hierbei auch den Einsatz betrachten. Ein OC-Jäger braucht keine 10 USB- oder 2 LAN Ports. Hier zählen die Leistung und die verbauten Einzelteile!

Leistung:

Dass mit dem richtigen Mainboard eine Menge aus dem eigentlichen System herauszukitzeln ist, zeigen unsere Testwerte. In allen Testbereichen konnte die reine Rechenleistung des Prozessors ausgenutzt werden. Mit den Werten überholte das Gigabyte GA-X58A-OC seinen Kontrahenten auf ganzer Strecke. Vor allem die Verschlüsselungsfunktionen kann das Gigabyteboard um einiges besser nutzen als der Intelkandidat.

persönliches Fazit

Einmal der Schnellste sein, einmal der Beste sein und einmal den Rekord knacken. Das wünscht sich jeder Hardcore-Overclocker und jeder Gamer. Es gibt kein größeres Glücksgefühl, als sein persönliches Ziel zu erreichen und einmal der Beste auf seinem Gebiet zu sein. Wer sich diesen Wunsch erfüllen möchte, kommt am Gigabyte GA-X58A-OC definitiv nicht vorbei. Die Bauteile sind hochwertig und präzise verbaut. Die Funktionen lassen keinerlei Wünsche offen und die Stabilität des Systems grenzt an Perfektion. Auch Anfänger werden mit dem Gigabyte Board ihre Freude haben, denn die 4 GHz Hürde kann mit einem einzigen Druck überwunden und auf Wunsch sogar noch überboten werden. Mit dem Gigabyte GA-X58A-OC ist man immer auf der sicheren Seite. Ausgestattet mit einem starken Prozessor, dem Mainboard und einer schnellen Grafikkarte ist man für zukünftige Anwendungen und Spiele gewappnet und kann sich sicher sein, dass keiner schneller ist. Für einen aktuellen Preis von 299,90€ hat das Gigabyte GA-X58A-OC keinesfalls einen Preis-Award verdient. Auch bei Amazon ist das Brett ab diesem Preis verfügbar. Hier bestimmt die Leistung den Preis. Aus diesem Grund verdient das OC-Mainboard unseren Leistungsaward und kann diesen mit Stolz tragen!

harbloxx-award-leistungstipp

Euer Hardbloxx Team

Test erstellt von Hardbloxx.Bujaka


Stephan

Veröffentlicht von

Ich liebe Zocken! Ich liebe Technik und ich liebe es darüber zu berichten. Wenn ihr hier nichts von mir lest, dann stehe ich für Hardbloxx vor der Kamera und mache Unboxings oder andere Videos rund um das Thema Hardware und Gaming. Ansonsten esse ich gerne und schaue mir die Welt an, gerne auch beides gleichzeitig :D

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

    • Stephan

      Grüße dich Ralf,

      Wir hatten nen 990X mit freiem Multi und dort auch den Multi getestet.
      Für BCLK OC war leider nicht genug Zeitpuffer vorhanden :( Für die nächsten „HyperderbenOC-Boards“ räumen wir mehr Zeit ein und werden nen kompletten Rund-um-Test machen =D Versprochen!^^

      Beste Grüße
      Stephan/Bujaka

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