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Test / Testbericht: MS-Tech CA-0270GR Xerxes



Das aktuelle Testgehäuse macht seinem Namen alle Ehre und thront auf unserem Test-Tisch. Keck reckt es den Kopf wie der persische König in die Höhe und signalisiert uns: “Teste mich – ich bin Gott!” Ähm ja – ist klar. Doch viele Gemeinsamkeiten kann man nicht entdecken. So setzt man in Persien und Ägypten auf Prunk und Gold. Doch diese Eigenschaften versteckt das MS-Tech Xerxes gekonnt. Die ersten Eindrücke lassen ein schlichtes schwarzes Gehäuse erkennen. Doch eines wissen wir bereits vor dem Test – MS-Tech ist immer für eine Überaschung bereit!

Testmethodik/Testsystem

Für den Test benutzten wir unser aktuelles Testsystem mit einem i5-2500K und unserer 33cm langen XFX HD 6950. Dadurch konnten wir die Board- und Grafikkartenkompatibilität genau prüfen. Um die Leistung der Lüfter unter die Lupe nehmen zu können, reizten wir den Prozessor mit Prime95 aus. Für die Grafikkarte kam Furmark zum Einsatz und für die Festplatte ein Kopiervorgang einer 9GB großen Datei. Als Prozessorkühler wählten wir den Noctua NH-C14

Technische Details/Lieferumfang/Ausstattung:

Format: ATX
Art: Computercase
Farbe: Schwarz
Abmessungen: 490mm (L)x 200mm (B) x 470mm (H)
Netzteilstandard: ATX
Einbauschächte: 3 x 5.25″ Laufwerkseinschübe extern;
3 x 3.5″ Laufwerkseinschub intern; 1x 3.5″ Laufwerkseinschub extern; 3x 2.5″ Laufwerkseinschub intern
Möglichkeiten für Lüfter: 120mm hinten (optional);
1x 120mm Lüfter hinter der Front(1x verbaut, rote LED); 1x 190mm Lüfter im Seitenteil(installiert); 1x 120mm im Boden (optional)
Besonderheiten: Front HD Audio; Front USB; Front e-SATA;
davon 4x 2.0 USB; 2x 3,5mm Klinkenbuchse; Power- und Resetschalter


Das Xerxes kommt normal verpackt in einem schwarzen Karton bei uns an. Auf der Vorderseite strahlt uns bereits das kleine Schwarze mit den giftgrünen Augen an. Schnell ist das Paket geöffnet und das Gehäuse entnommen. Etwas Positives merkt man bereits beim Auspacken des Xerxes. Es lässt sich ohne großen Kraftaufwand entnehmen. Endlich braucht man kein Corny oder Snickers mehr als Kraftspender, um ein Gehäuse aus dem Karton zu entfernen. Mit nur 6,5 KG zählt es somit zur Fliegengewichtsklasse. Doch wer nun denkt: “Naja , kann ja dann nicht so hochwertig sein!”,  hat zum Teil Recht. Doch für diese Preisklasse fühlt es sich dennoch sehr gut an. Zum Lieferumfang gehört ein Tütchen Schrauben und schwarze Festplattenschlitten und ein weiterer Montagerahmen für einen 120mm Lüfter. Adapterkabel, Kabelbinder oder andere Kleinigkeiten fehlen leider, sind in der Preisklasse jedoch noch zu verschmerzen.

Das Xerxes ist von außen schnell überblickt. Es hat nur wenige markante Auffälligkeiten. Die Front besteht vollständig aus 5,25″ Blenden im Mesh-Design. Auf den ersten Blick kommt uns das Gehäuse auch merkwürdig bekannt vor. Irgendwie erkennt man Gemeinsamkeiten zum Sharkoon T9 – doch weiter im Programm. Die Meshgitter bestehen aus Metall und sehr feinen Löchern. Häufig wird dieses Design für eine optimierte Kühlung verwendet. An den Seiten der Front stehen die Kunststoffränder leicht ab und verbessern zunehmend den Gesamteindruck. Das Xerxes macht trotz des schlichten Designs somit einen recht edlen Eindruck. Dieser Eindruck wird zusätzlich durch die Oberseite verstärkt, da sich hier ebenfalls ein großflächiges Meshgitter befindet, das die gesamte Oberfläche bedeckt. Nur ein kleiner Bereich wurde für das I/O-Panel freigehalten. Dort befinden sich der knackige Power- und Resetschalter, Soundanschlüsse, 2 USB 2.0 und ein USB 3.0 Anschluss. Für den kleinen blauen High-Speed Port bekommt das Xerxes definitiv einen Pluspunkt, denn dies ist immer noch nicht selbstverständlich. Rings um die Anschlüsse befestigte MS-Tech eine sehr gut aussehende Schale. Diese wurde schwarz-matt eingefärbt und erhielt an den Rändern Chromumrandungen – Achtung! Blickfang!

Der hintere Bereich gleicht jedem anderen Gehäuse und erhielt vom Hersteller ebenso zwei Eingänge für Wasserkühlungsschläuche. Im unteren Bereich Bereich steht das Xerxes auf großen Füßen. Die lassen sich drehen und können für einen Transport eingeklappt werden. Aufgrund ihrer Größe verhelfen sie dem Perser jedoch zu einem festen Stand. Die Seitenteile des schlichten Schwarzen sind vollständig geschlossen und verfügen über keine Möglichkeit der Lüftermontage. Öffnet man die Seitenteile, wird man im Inneren von den rot leuchtenden Klippverschlüssen angestrahlt. Diese befinden sich auf beiden Seiten und verhelfen dem PC-Bastler zu einer einwandfreien Laufwerksmontage. Das Innere des Xerxes wurde vom Hersteller komplett schwarz lackiert und passt somit sehr gut zum Restdesign. Das Netzteil kann im unteren Teil eingebettet werden und ruht auf Schaumstoffentkopplern. Hinter der Front erkennt man einen 120mm transparenten Lüfter im unteren Bereich und im oberen Bereich zwei 120mm Lüfter. Alle drei geben ein giftgrünes Leuchten von sich. Das Xerxes wirkt von außen sehr stylish. Durch das schlichte Design und die grünen Lüfter kann ein sehr guter Gesamteindruck vermittelt werden. Es wirkt sehr schlicht und durch das Mesh-Design dennoch hochwertig.

Die Verarbeitung des Xerxes ist für diesen Bereich 1A. Egal, an welchen Bereichen wir unseren Finger bewegt haben, es konnten keine scharfen Kanten oder Ecken erkannt werden. Das Meshdesign der Front ist gut verarbeitet und schmiegt sich geschmeidig in den Kunststoffrahmen ein. Auch der Blick dahinter verrät viel Feingefühl bei der Fertigung. Nur das Mesh-Gitter im oberen Außenbereich weißt kleine Unebenheiten auf, die jedoch nur mit Gefühl erkennbar sind. Außerdem hätten die Kunststoffrahmen an der Front etwas hochwertiger ausfallen können, da es sich hierbei um sehr dünnen Kunststoff handelt. Auch die Verarbeitung im Inneren konnte voll überzeugen und vereinfachte die Installation der Komponenten ungemein. Doch ein kleiner Kritikpunkt gehört noch den Gehäusefüßen. Auch hier merkt man bereits bei der ersten Berührung sehr leichtes dünnes Plastik.
Doch auch wenn die Verarbeitung der einzelnen Bereiche gut gelungen ist, hätten die Materialien etwas kräftiger ausfallen können. Die Seitenwände wirken leicht instabil, da auch ihre Stärke nicht sehr groß ist. Voller Demut schaut uns zusätzlich noch die Abdeckung des I/O Panels an. Diese wurde auf das Gehäuse geklebt – naja, oder auch nicht. Denn die Abdeckung hält nicht. Bereits als das Gehäuse bei uns ankam, löste sich die Schale leicht vom Gehäuse. Nach etwa zwei Wochen hob sich bereits eine Seite an und hatte keinerlei Kontakt mehr zum Gehäuse. Dieser Bereich sollte unbedingt ausgebessert werden oder man kauft mit dem Gehäuse zusätzlich eine Tube UHU-Alleskleber.

Die Installation der Komponenten war, wie bereits erwähnt, aufgrund der guten Verarbeitung im Inneren sehr leicht. Das Mainboard konnte direkt mit unserem Noctua NH-C14 eingesetzt werden. Kein Nachjustieren oder Herumbasteln war nötig. Der Kühler passte einwandfrei. Auch hohe Turmkühler sollten keine größeren Probleme machen, denn mit ca 16,4cm passt so manches Kühlermonster in das Xerxes. Auch im Bereich Grafikkarten können die fehlenden Festplattenschächte punkten. Da das Gehäuse durch die Reihe weg über 5,25″ Schächter verfügt, passen auch überlange Karten in das Gehäuse. Unsere 33cm lange HD 6950 fühlte sich mit solch einem Platzangebot pudelwohl. Doch der Platzbedarf für CPU-Kühler und Grafikkarte kostet viel. Denn dadurch verfügt das Xerxes über keinerlei Kabelmanagement. Im hinteren Seitenbereich hat man lediglich 0,8cm Platz für Kabel. Das reicht für 1-2 dünne Lüfterkabel oder ein SATA-Kabel. Sollte man nicht grade , wie Harry Potter über einen Evanesco-Verschwindezauber verfügen, besteht hier keinerlei Möglichkeit, die Kabel zu platzieren. Doch wohin dann mit den Kabeln? In der Front wird der untere Bereich, dort wo das Netzteil sitzt, von einem Lüfter bedient. Kabel würden den Luftstrom somit aufhalten und könnten sich im Lüfter verfangen. Hier ist äußerstes Geschick von Nöten. Zudem zweifelten wir bei der Festplattenmontage an uns selbst. Von Vorteil ist es, eine Festplatte direkt vor dem Frontlüfter zu befestigen, um die Wärme abzutransportieren. Da der Platz jedoch aufgrund des zu weit innen sitzenden Lüfters zu gering ist, mussten wir die HDD über dem Propeller installieren. Doch halt! Dort saß bereits unsere überlange Grafikkarte. Verlixt! Also musste die Festplatte auf Höhe der RAM-Riegel installiert werden. Ob das wirklich so gewollt ist? Nicht direkt ist die Antwort, denn der Frontlüfter lässt sich innerhalb der Front verschieben. So kann die Vorrichtung für den 120mm Lüfter abgeschraubt und nach Oben versetzt werden.

Im Bereich der Ausstattung muss das Xerxes sich nicht verstecken. Die drei grünen Lüfter passen perfekt in diesen Mittelklassebereich und sehen zudem gut aus. Auch die Bestückung des Front-Panels kann mit zwei USB 2.0, einem USB 3.0, einem eSATA und Audio Anschlüssen voll überzeugen. Durch den mitgelieferten Rahmen kann zudem im vorderen Bereich ein weiterer Lüfter verbaut werden, wenn er denn passen sollte. Auch im hinteren Bereich findet ein weiterer optionaler 120mm Lüfter seinen Platz.

Leistung:

Ja, die Leistung. Das Xerxes verfügt über drei 120mm Lüfter. Und diese sind unbedingt von Nöten! Zwei Propeller leiten die aufsteigende Wärme nach oben ab. Ein Lüfter in der Front drückt die Lüft in das Gehäuseinnere. Doch das scheint dem Xerxes nicht zu reichen. Unsere Komponenten erwärmten sich im Xerxes bisher am meisten von allen anderen. Schaltet man die Lüfter aus, muss man Angst um seine Hardware haben. Nach wenigen Minuten Belastungstest erwärmte sich das Innere des Gehäuses so stark, das auch die Metallseitenwand und das obere Mesh-Gitter spürbar warm wurden. Wir raten dringend dazu, die Lüfter während einer langen Zocksession laufen zu lassen. Auch Adapter sollten nicht genutzt werden, da die Lüfter selbst nicht sehr stark sind. Um auch die Temperatur der Festplatte messen zu können, legten wir sie auf den Gehäuseboden. Somit konnte sie doch noch den Luftstrom vom Frontlüfter nutzen. Aber auch sie erwärmte sich im Vergleich zu bisher getesteten Gehäusen auffällig. Auch wenn die grünen Lüfter keine große Macht haben, das Innere zu kühlen, geben sie dennoch ein hörbares Geräusch von sich. Eine Möglichkeit wäre hier, alle drei Lüfter gegen stärkere Modelle zu tauschen.

persönliches Fazit:

Das Xerxes hat nicht viel mit seinem mächtigem, persischen Namensvetter gemein. Es ist wenig machtvoll und kann auch nicht mit viel Prunk glänzen. Dennoch wirkt es durch das schlichte Design sehr edel und schmückt so manchen Arbeitsplatz aus. Hinzu kommen die giftgrünen Lüfter, die dem Xerxes noch zusätzlich einen stylischen Eindruck verleihen. Vor allem waren wir jedoch von der Verarbeitung wieder einmal begeistert. MS-Tech etabliert sich hier immer mehr. Aber trotzdem: das fehlende Kabelmanagement, die Abdeckung des I/O-Panels, die undurchdachte Platzierung des Frontlüfters und die Hitzeprobleme stürzen das Xerxes vom Thron. Das Xerxes geht mit Mann und Maus unter und sollte evtl. überarbeitet werden. Da wundert es auch nicht, dass die UVP von 57,90€ nicht gehalten werden kann. Amazon listet das Xerxes aktuell für 37€. Wem das Xerxes gut gefällt, kann getrost zugreifen auch wenn die Konkurrenz in der Preisklasse bereits stärker ist.

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Euer Hardbloxx-Team

Test erstellt von Hardbloxx.Bujaka


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