Arctic-S362-2 (9)

Lesertest / Lesertestbericht: Arctic S362 2.1 Soundsystem



Ein kleines, schickes Soundsystem mit vernünftigem Sound für Film, Musik und Spiel?
Gibt es nicht – die haben doch alle ihre negativen Punkte.
Nein! Eins gibt es: Das Arctic S362.

Dieser Testbericht setzt sich mit Verarbeitung, Klang und natürlich mit den Möglichkeiten und Grenzen des Systems auseinander.

Allgemeine und Technische Daten:

Das System pumpt mit 50 W RMS über den Subwoofer und spielt mit 2x 12 W RMS die Höhen hinterher – klingt erst mal wenig, doch lasst euch überraschen!
An den Maßen der mit Arctic Sound beschrifteten Satelliten, 100 x 266 x 118 mm lässt sich erkennen, dass diese kompakt und symmetrisch gebaut sind, auch wenn sie etwas zu hoch und tief sind. Trotzdem machen sie sich gut links und rechts auf dem Schreibtisch. 118mm Tiefe hat nun schließlich jeder Schreibtisch zu bieten. Auch der Subwoofer ist mit 306mm Tiefe unter jedem Schreibtisch zu verstauen!

Schade ist, dass sich das Schutznetz vom Satelliten nicht abtrennen lässt und somit kein Blick auf den Lautsprecher ermöglicht wird.
Aber dieses Manko wird wieder durch die MP3 und Kopfhörer Anschlüsse an einem der Satelliten ausgebessert. Dadurch können Audioquellen einfach angeschlossen und genutzt werden. Der andere Satellit verfügt über (nach der Reihenfolge von links nach rechts) ein Bass-, ein Lautstärke- und ein Höhenregler für stufenloses kalibrieren.
Maße (BxHxT):
Subwoofer: 380 x 248 x 306 mm
Satelliten: 100 x 266 x 118 mm
Gewicht (Gesamt): 8,5 kg
Leistung:
Subwoofer: 50 W RMS
Satelliten: 2x 12 W RMS
Impendanz/Umfang:
2 x Satellitenlautsprecher – 12 Watt – 4 Ohm – verkabelt;
1 x Subwoofer – 50 Watt – 8 Ohm – verkabelt

Bauart: Subwoofer im Holzgehäuse und Satelliten in Kunststoff Gehäuse

Herstellergarantie / Details zu Service & Support: Begrenzte Garantie – 2 Jahre
Herstellergarantie / Service & Support: 2 Jahre Garantie

Lieferumfang:
2x Satelliten (verkabelt)
1x Chinch auf Klinke
1x Kurzbedienungsanleitung für den Aufbau (bebildert)
1x Subwoofer (verkabelt)

Verpackung:

Alles ist sehr eng verpackt und lässt sich somit gut verschicken und kommt auch heil an, falls es bestellt worden ist.
Es wurde nicht zu viel Verpackungsmaterial genutzt und trotzdem ist alles sicher verstaut.

Zuerst müssen die Satelliten entnommen werden, darunter befindet sich dann der Subwoofer. An den Seiten ist viel Platz um diesen herauszunehmen – es ist also kein Umstand nötig und der Karton muss weder gedreht noch zerschnitten werden.
Durch die 8,5kg Gewicht und dem kompakten Karton lässt sich das System auch gerne mal ausleihen oder transportieren.

Die wichtigsten Daten lassen sich direkt auf dem Karton entnehmen und sind auf vielen Sprachen aufgedruckt. Zudem sind schöne Produktfotos vorhanden.

Verarbeitung

Beim Öffnen war ich erst ein wenig enttäuscht von der Qualität der Satelliten, weil diese ein wenig „billig“ aussahen. Doch beim Aufbauen ist dieser Gedanke immer geringer geworden, denn die Satelliten sind doch sehr robust verbaut. Wie oben schon erwähnt kann man leider nicht das Netz abnehmen, aber im Laufe des Testberichts legt man keinen Wert mehr drauf, weil man durch den Klang ein wenig davon absehen kann.
Der Subwoofer ist aus robustem Holz und vorne mit einer Plastikverkleidung versehen. An den Ecken ist die Verarbeitung besonders gelungen, denn es lassen sich keine Rückschlüsse auf die Verarbeitungsart schließen – alles geht ineinander über. Der Subwoofer steht auf 4 Gummifüßen, sondert die Bässe ein wenig ab und es kommt nicht zu „klirren“ o.ä..
Die Kabel sind Chinch und Klinkendrähte, wie man sie aus dem Laden kennt – keine besondere Verzierung oder Stärke – schade!

… fangen wir an zu testen!

Aufbau

Ich habe das System in zwei verschiedenen Räumen und nur mit mitgelieferten Materialen an einem MacBook 13“ (early 2011) getestet.

Test Raum 1: Hier handelt es sich um ein 13 m2 Zimmer, welches (grob gesagt) mit einem Bett, Schreibtisch, Lamellenschrank und einem Regal ausgestatten ist. Der Subwoofer wurde zentral gegenüber vom Bett auf Fliesenboden platziert.

Test Raum 2: Es ist ein ähnlich aufgebautes Zimmer, jedoch mit 25 m2.

Der Aufbau lief reibungslos ab!

Subwoofer einfach platzieren, da das Gehäuse einen rückwärtigen Bassreflex besitzt und durch das Stromkabel ein kleiner Abstand bleibt. Danach den linken/rechten Satelliten anstecken, Klinkenkabel an das MacBook und natürlich das Stromkabel nicht vergessen – fertig!
Es könnte verwirrend sein, dass das eine Kabel des Satelliten „grün“ ist und das andere „schwarz“, obwohl diese mit L für links und mit R für rechts gekennzeichnet sind.

Dafür lohnt sich ein Blick in die einfach bebilderte Anleitung. Dort findet man schnell die Erklärung.

Nun habe ich die Satelliten mit 3 Meter Abstand platziert (1,5 Meter pro Kabel), um einen guten Klang zu erzeugen. Insgesamt sind die Satelliten und der Subwoofer auf das Bett gerichtet – dort soll sich der Klang schließlich am Besten anhören.

Das Problem dabei ist natürlich, dass das Soundsystem keine Fernbedienung besitzt (aber dadurch wird ein wenig Lithium gespart ) und somit muss alles über den Computer bedient werden. Durch die wenigen Satelliten fehlen auch Klangprofile, d.h. von Musik zu Musikrichtung müssen die Höhen und Tiefen verstellt werden.

Bedienung

Die Knöpfe lassen sich angenehm drehen und aufs kleinste kalibrieren – jedoch sind keine extrem großen Schwankungen bei den Höhen zu vermerken, dafür muss schon etwas mehr gedreht werden, d.h. mindestens 10%.

Insgesamt ist es also extrem einfach zu bedienen – drei Knöpfe am Satelliten und ein An-/Ausknopf auf der Rückseite des Subwoofers sind selbsterklärend.
Im Auslieferungszustand ist alles auf 50% gestellt und kann dadurch standardmäßig in Betrieb genommen werden, ohne das Gehör zu beschädigen. Nur der Bass lässt in dieser Einstellung zu wünschen übrig – dieser sollte nachgestellt werden – dazu später mehr.

Problematisch wird die Feinkalibrierung jedoch im Dunkeln, denn die Knöpfe sind nicht beleuchtet oder werden angestrahlt. Natürlich kann man die Knöpfe bedienen, aber eine blau hinterlegte Beleuchtung wäre ein nettes Gimmick.

Gerade hier lässt sich (passend) nennen, dass ein Display fehlt. Die eingestellte Lautstärke lässt sich so schwieriger einstellen bzw. ablesen. Jedoch schwächt es das System nicht ab. Für den Preis ist alles Nötige vorhanden.

Soundwiedergabe bei verschiedenen Musikrichtungen (sehr laut):

Ich habe die Anlage mit Dubstep, Electro, Pop, Rock getestet, um wirklich festzustellen, was sie taugt. Die Lautstärke ist auf 100% wirklich enorm laut, aber nicht wirklich super – der Klang ist teilweise sehr verzogen.

Song: Cyberoptics – Tie Fighter (Cop Dickie Remix) (Dubstep)

Für diesen Testbereich habe ich den Song „Cyberoptics – Tie Fighter (Cop Dickie Remix)“ gewählt, weil ich mir diesen erst vor kurzem gekauft habe und sich dieser in zwei verschiedene Drops aufteilt.

Der erste Drop ist sehr kräftig und lässt sich auf höchster Bassstufe nicht genießen – dafür muss man die Höhen etwas hochdrehen und die Bässe etwas runter, also auf ca. 80%. Sonst fängt der Staubschutz an zu knacken.

Der zweite Drop ist eher weniger kräftig und gleicht sich den Höhen an, jedoch muss man an einigen Stellen den Bass trotzdem wieder herunterdrehen, da auf voller Lautstärke einige Frequenzen sehr verzerrt klingen.

Anders sieht es im Test Raum 2 aus. Dort knackt der Staubschutz, aber der Bass geht im Zimmer verloren und lässt sich teilweise nur auf den Fliesen spüren. Also für „normale“ Hörer reicht es vollkommen aus, aber für „Bassfetischisten“ (mit kleinem Geldbeutel) ist es empfehlenswert, einen kleineren Raum zu wählen, um basslastige Musik zu hören. Mit 100% Lautstärke klingt es gut, aber eben nicht perfekt. Bei geringer Lautstärke ist es angenehmer.

Song: Jessie J – Domino (Elektro)

Das Lied Jessie J – Domino (Jump Smokers Edit DRM) bietet sich durch die kurzen Anschläge hierfür an.
Diese Musikrichtung ist, wie bekannt, auch sehr basslastig – aber hat eher kürzere Anschläge. Dadurch klingt es nicht sehr verzerrt bzw. es knackt nicht allzu stark. Jedoch gehen dabei ein wenig die „Höhen “ verloren und müssen auf mindestens 70% im 13 m2 Zimmer und auf 80% im 25 m2 geregelt werden.
Bei dieser Musikrichtung hat mich der Klang jedoch etwas mehr überzeugt, weil die verschiedenen Songteile nicht so sehr in die Länge gezogen werden wie beim Wobble-Bass. Bei beiden Zimmern hat mich der Sound auf max. 90% überzeugt und es hat Spaß gemacht, damit zu hören. Ich war überrascht, was hinter dieser Anlage steckt!

Song: Lena Meyer Landrut – Satellite (Pop)

Hierfür habe ich „Lena Meyer Landrut – Satellite“ (wie passend) gewählt und (wie erwartet) ist der Klang gut, aber der Bass kommt nicht durch. Die Frequenzen bei einem Popsong liegen einfach zu speziell und ein solches System kann diese nicht so extrem ausnutzen.
Für normale Konsumenten wieder ausreichend – für Bassfetischisten ungenügend. Jedoch für 120 UVP ist das ein wunderbares Ergebnis.
Im Test Raum 1 ist das Ergebnis nach wie vor besser, aber bei Pop geht bei zu viel Bass bzw. zu hoher Lautstärke leider ein wenig Höhenqualität verloren – der Subwoofer dominiert hier. Bei 80% Höhen klingt es übersteuert, was dem „normalen“ Ohr jedoch nicht auffallen wird.

Song: Kid Rock – Born free (Rock)

Bei diesem Song ist der Bass komplett verschwunden bei 60% bzw. grummelt ein wenig im Hintergrund mit. Sobald man den Bass hochdreht, wird das Ergebnis besser. Die Höhen müssen auf 40% bei 90% – 100% Lautstärke heruntergedreht werden. Kurz: Bei 100% Lautstärke macht Rock keinen Spaß. Diesmal ist der Subwoofer zwar sehr still, aber die Höhen nerven nach kurzer Zeit und bei weniger als 50% Höhen klingt es dumpf. Also ich empfehle: Rock bei 80% Lautstärke genießen.
Da der Song insgesamt monoton ist, verändert sich die Soundqualität bzw. der Output nicht. Es muss also nichts mehr im Laufe des Songs geändert werden.

Soundwiedergabe bei einem Spiel: Battlefield 3

Das neue Battlefield bringt an sich schon derben Sound mit, denn die FX’s wurden komplett überarbeitet. Das Erlebnis lässt sich mit der S362 von Arctic gut erleben, denn die Bässe knallen und die Höhen quietschen nicht. Gerade bei Spielen ist es wichtig, dass die Satelliten richtig positioniert werden – keinesfalls dürfen diese zu weit zusammen stehen! Ich habe es mit 1 Meter Abstand probiert – es klang nach Analog/Mono.
Tipp: Die Kabellängen schön ausreizen und die insgesamt 3 Meter gut nutzen, denn dadurch lassen sich auch 2.1 Systeme besser nutzen. Wenn der Subwoofer unter dem Tisch in der Nähe der Beine steht, dann erschreckt man sich gerne mal mehr.

Bei Battlefield 3 ohne Teamspeak darf es gerne mal 70% Bass und 45% Höhen sein – so habe ich das beste Ergebnis erzielen können. Die Einstellungen im Spiel habe ich unverändert gelassen. Es macht wirklich Spaß, damit zu spielen!

Soundwiedergabe bei einem Film: Untracable

Passend zum anstehendem Testbericht ist der Film „Untracable“ in meiner DVD Sammlung gelandet. Auch hier lässt sich die Spannung durch mehr Bass verstärken. Mein Problem war, dass die Höhen die Musik zu sehr hervorgehoben und somit die Stimmen überlagert haben. Sobald die Höhen etwas geringen waren (55%) ging es. Mit 75% Bass und 55% Höhen war es ein angenehmer Filmabend und ich habe meine Z5500 nicht wirklich vermisst. Einige Schockeffekte im Film sind durch den Subwoofer (auch wenn er klein aussieht) gut hervorgehoben und betont.

Fazit

Die Anlange ist für 120 UVP preiswert, gut verbaut und hat guten Klang. Für jeden „normalen“ Hörer ist die Anlage vollkommen ausreichend. Wenn man jedoch Wert auf Bass oder enorme Qualität (z.B. zum Musik Produzieren) legt, sollte man tiefer in die Tasche greifen. Für das alltägliche Musik Hören, Spielen und Filme Schauen auf 50 – 60% Lautstärke mit mittelmäßigen Bass ist es vollkommen ausreichend und sehr preiswert. Guter Bass für die Größe des Subwoofers und die Höhen werden auch erst sehr spät ein wenig unterdrückt.

Geht es nach mir, vergebe ich den Hardbloxx Preis LeistungsTIPP Award

Lesertest geschrieben von Philip von Mbitme

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