Test / Testbericht: Scythe Ninja 3 Rev. B

Scythe Ninja 3 B (20)

Der harte Kampf im CPU-Kühler-Geschäft tobt nun schon seit der erste Hersteller eine alternative Lösung zum Boxed-Kühler angeboten hat.
Viele Kühler sind in diesem Kampf gefallen, andere wurden zu Helden. Einer der heldenhaften Kämpfer war der Ninja aus dem Hause Scythe. Er war stark und schaltete seine Gegner leise aus. Gefolgt vom Ninja 2 trat dieser in dessen Fußstapfen und zeigte der Welt, dass er der Nachfolge würdig ist. Nun wurde auch die dritte Generation der Ninja-Kämpfer in die immer größer werdende Schlacht entsand.
Kann der Ninja 3 in Revision B sich im Kampf erneut behaupten? Oder muss er sich dieses Mal der Konkurrenz geschlagen geben?
Das finden wir in unserem heutigen Test für euch heraus.

Datentabelle:

Maße mit Lüfter:160mm x 145mm x 120mm (H x B x T)
Lüfter:120mm x 120mm x 25mm
Gewicht mit Lüfter:1080 Gramm
Luftdurchsatzmax 187 m³/h
Stromanschluss:4 PIN
Sockel:Intel® Sockel T, 775, 1155, 1156, 1366, 2011
AMD® Sockel AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1
Lieferumfang:120mm Lüfter mit Lüftersteuerung; Kühlkörper; Kurzanleitung, Wärmeleitpaste, Befestigungsmaterial;

 

 

Lieferumfang:

Der Kühler selbst, ein 120mm Lüfter mit Lüftersteuerung für die Slotblende, eine kurze mehrsprachige Anleitung sowie etwas Wärmeleitpaste und diverses Befestigungsmaterial für die verschiedenen Sockel kommt im bunten Karton des Scythe Ninja 3 Rev. B daher.
Dabei fällt auf, dass der Kühler nun mit einer Backplate fest verschraubt wird. Gegenüber dem Ninja 2, welcher bei Intel-Prozessoren mit den nervigen Push-Pins befestigt wurde, eine sehr willkommene Neuerung.

Die Wärmeleitpaste ist leider in einem kleinen Plastiktütchen enthalten. Durch Aufschneiden oder Aufreißen wird dieses Tütchen beschädigt. Ein Verschließen ist daher nicht möglich und die Wärmeleitpaste ist nur für die einmalige Anwendung geeignet.

Im Vergleich zum normalen Ninja 3 ist mit der Revision B die Unterstützung für den neuen Sockel 2011 gegeben. Das entsprechende Sockel 2011 Zubehör lässt sich auch separat erwerben, wodurch bei Verwendung entsprechender Hardware kein Kühlerneukauf notwendig wird.

 

Design/Verarbeitung:

Der Ninja 3 gleicht seinen Vorgängern in Form und Design, er ist ein großer mächtiger Tower-Kühler. Lässt man die Bodenplatte und die Heatpipes außer Acht, fällt auch hier die Symmetrie der Kühllamellen auf.
Durch diese Symmetrie ist es, wie auch bei den Vorgängern möglich, den Lüfter auf jede der vier Seiten zu befestigen und den Kühler um 90/180/270 Grad gedreht zu montieren, ohne dabei Rücksicht auf den Lüfter nehmen zu müssen.
Dies ist für manche Anwender praktisch, da je nach verbautem Mainboard die Spannungswandler im Weg sein können oder die Kühlkörper der Speichermodule zu hoch sind.
So kann man durch einfaches Drehen des gesamten Kühlers bei der Montage viele dieser eventuell auftretenden Probleme beheben.

Die Lamellenanzahl hat sich jedoch drastisch erhöht, wodurch zwischen den Lamellen weniger Platz für Luftbewegungen vorhanden ist. Somit wird wohl ein kompletter Passivbetrieb des Systems trotz der größeren Wärmeaustauschfläche nur für CPUs mit geringer TDP oder ohne Übertaktung geeignet sein.
Die Lamellen wurden diagonal von einer Ecke zur gegenüberligenden eingeschlitzt und sind nur durch schmale Stege miteinander verbunden. Dies soll einer besseren Luftzirkulation dienen. Dieses Lamellen-Konzept nennt Scythe M.A.P.S. (Multiple Airflow Pass-Through Structure).
Auch auf der Oberseite des Kühlers hat sich einiges getan. Die Enden der Heatpipes erfuhren eine Verschönerungskur mit neuen Aufsätzen. Zwischen ihnen prangert nun ein schwarzer Aufdruck im Flammendesign. Die hübschen Aufsätze ähneln Ventilkappen, wie sie zum Beispiel bei Autofelgen zum Einsatz kommen.
Die Bodenplatte des Kühlers besteht aus einer vernickelten Kupferplatte. Diese wird von den acht U-förmigen 6mm Heatpipes durchzogen. Die Heatpipes kreuzen sich in der Bodenplatte und dem darüber liegenden extra montierten Kühlkörper, welcher einen Teil der entstehenden Wärme ohne große Umwege über die Heatpipes schnell an die Umgebungsluft abgeben kann. So wurde der dort konstruktionsbedingt frei gebliebene Platz effektiv genutzt.


Bei dem mitgelieferten Lüfter handelt es sich um einen vierpoligen Scythe SlipStream 120mm Lüfter mit PWM und angeschlossener Lüftersteuerung für die Slotblende. Der Rahmen besteht aus normalem Kunststoff und besitzt keine auffälligen Konstruktionsmerkmale. Einstellbar ist der SlipStream über das Potentiometer in der Slotblende von 470 bis 1900 U/min und hat je nach eingestelltem Bereich 39 bis 187m³/h Luftdurchsatz. Dabei legt die Lüftersteuerung den Bereich fest, in dem die PWM arbeitet.
Hat man keine Slotblende mehr frei oder möchte eine eigene Lüftersteuerung verwenden, steht man jedoch vor einem Problem. Die Lüftersteuerung ist leider fest mit der Elektronik im Lüfter verbunden und kann nur über Umwege und mit Beschädigung des Kabels entfernt werden. Hier wäre eine optionale Anschlussmöglichkeit an der Lüftersteuerung von Vorteil gewesen.

Die Verarbeitung des Kühlers, des Lüfters und dem mitgelieferten Zubehör kann man als hervorragend bezeichnen. Im Vergleich zu den Vorgängern ist auch die Verletzungsgefahr an Kühllamellen geringer, da diese nun weniger scharfkantig sind.

 

Installation:

Die Installation des Scythe Ninja 3 Rev. B erfolgt, wie bereits erwähnt, mit den sockelspezifischen Kühlerhalterungen und der mitgelieferten Backplate, glücklicherweise ohne PushPins, wodurch eine höhere Stabilität des Kolloss gewährleistet werden soll. Die beiden entsprechenden Kühlerhalterungen werden mit jeweils zwei Schrauben an die vernickelte Kupferplatte von unten festgeschraubt.
Der Lüfter wird genau wie bei den Vorgängern des Ninja 3 über 2 Klammern an den Kühllamellen befestigt, was mit etwas Kraftaufwand geschehen muss. Ist der Kühler bereits auf dem Mainboard montiert, wird dies zu einer recht fummeligen Angelegenheit. Daher empfehlen wir, den Lüfter bereits vor dem Einbau des Kühlers zu montieren. Gleiches gilt auch für den Arbeitsspeicher, denn je nach verwendetem Mainboard und Arbeitsspeicher ist es mühselig oder gar unmöglich, den Speicher nachträglich einzusetzen.

Das Befestigen der isolierten Backplate an dem Kühler macht aber gar keinen Spaß. Vier Schrauben durch die Backplate, durch das Mainboard, durch Gummiringe bis hin zur genauen Ausrichtung der Schraubbefestigung, ohne die Nerven zu verlieren, ist wohl nur etwas für geduldige Menschen mit Fingerspitzengefühl. Zu empfehlen ist es, eine zweite Person um Hilfe zu bitten, um Mainboard oder Kühler festzuhalten. Nach dem dritten Anlauf haben wir es dann auch geschafft, das Kühlerschwergewicht Ninja 3 bombenfest zu montieren. Jetzt kann ihm wohl nur noch ein Samurai zu Leibe rücken (keine Anspielung auf den Scythe Samurai Kühler :-) ).

Danach möchte natürlich die Lüftersteuerung des mitgelieferten Lüfters auf der Rückseite in der Slotblende montiert werden. Der Drehregler ist jedoch etwas zu dick und passt nicht leicht durch den Schlitz unseres Testgehäuses. Nur durch Auseinanderbauen des Drehreglers oder mit Gewalt lässt sich die Steuerung dort montieren.

Durch die bereits genannte Symmetrie des Kühlkörpers ist es auch für besonders leistungsfähige Systeme möglich, einen zweiten Lüfter zu montieren. Die dazu nötigen Befestigungsklammern sind von Scythe oder im Fachhandel seperat zu beziehen.

Aufgrund der Bauhöhe von 160mm sollte man auch vor dem Kauf bereits prüfen, ob das Gehäuse genügend Platz zur Seitenwand aufweist.

 

Performance:

Testsystem:

Prozessor: Intel Core i5 2500k @4Ghz
Arbeitsspeicher: 8GB TeamGroup Elite 1333Mhz
Mainboard: AsRock Z68 Pro3 Gen3

Getestet wurde der Kühler jeweils unter Last mit Prime95 und im Idle mit 5/7/12V Lüfterspannung.
Unter 12V wurde der Scythe Slip Stream unerträglich laut. Daher bietet sich dies nur für Enthusiasten und Headsetzocker an. Alle anderen werden von der Lautstärke sehr genervt sein. Mit 7V kommt der Lüfter in erträglichere Regionen, bei geschlossenem Gehäuse ist er zwar noch wahrnehmbar, aber lange nicht so störend, wie bei 12V. Wird der Lüfter mit 5V betrieben, ist er angenehm leise und dadurch für den Silent-Betrieb geeignet.

Leistungsmäßig reiht sich der Scythe Ninja 3 Rev. B im hinteren Mittelfeld der bisher von uns getesteten Kühler ein. Im Idle macht er eine hervorragende Figur und beschert uns neue Bestwerte. Doch unter Last fällt er leider weit hinter seine Konkurrenten zurück.
Ein kurzer Testlauf ohne Übertaktung brachte jedoch eine Maximaltemperatur von 50°C unter 5V ans Licht, was ein sehr angenehmer Wert darstellt.

Persönliches Fazit:

Der Scythe Ninja 3 Rev. B hat gegenüber seinen Vorgängern viele Neuerungen. Mehr Heatpipes und mehr Lamellen bringen größere Abmessungen und ein höheres Gewicht mit sich. Unter hoher Last kann sich der Kühler trotzdem nicht von der Konkurrenz absetzen und bleibt auf den hinteren Rängen unseres Testfeldes. Übertaktete Prozessoren gehören also nicht zur Paradedisziplin des japanischen Kämpfers.

Hervorzuheben ist jedoch der verhältnismäßig geringe Leistungsverlust bei niedriger Lüfter-Spannung, wodurch der Kühler für Silent-Fans interessant werden dürfte. Auch wenn man nicht plant, seine CPU zu übertakten, darf zum Scythe Ninja 3 Rev. B gegriffen werden.

Aufgrund der gemessenen Werte kann man also Abschließend behaupten, dass der Ninja 3 den Kampf in hohen Leistungsregionen verloren hat, für den Silent-Betrieb von nicht übertakteten Systemen mit geringer Abwärme aber durchaus eine gute Alternative darstellt.

 

Euer Hardbloxx Team

Test erstellt von Hardbloxx.Fonzy