Monster-Beats-Urbanears-Plattan-Arctic-P402

Test / Testbericht: Monster Beats Solo, Urbanears Plattan & Arctic P402



Seit es mobile Musik gibt, ist der Sound unterwegs nicht mehr wegzudenken. Erst waren die Player riesig (Kassetten), dann noch riesiger (CDs) dann wurden sie wieder kleiner (MP3s) und nun rennt fast jeder mit seinem Taschencomputer, genannt “Smartphone” herum. Nichtsdestotrotz ist der mobile Sound wichtiger denn je, da man sich mit seinen Lieblingssongs die Zeit in der Straßenbahn, auf dem Weg zur Arbeit oder beim Chillen im Park bestens vertreiben kann. Aber auch die Kopfhörer machten eine enorme Entwicklung durch. Kennt ihr noch diese hässlichen, alten? Die mit Bügel? Gott sei Dank kamen dann die In-Ear-Hörer, doch irgendjemand kam dann wieder auf die Idee: “Hey – lass uns doch wieder einen auf Retro machen” und die Bügelkopfhörer bekamen eine Reunion. Doch dieses Mal zielen die Musikschleuder auf Design, Tragekomfort und vor allem auf fetten Sound ab. Wir haben uns einmal drei Kopfhörer vorgenommen. Den Anfang macht das 27€ teure Arctic P402, gefolgt vom 55€ teuren Urbanears Plattan und die preisliche Speerspitze bildet das Monster Beats Solo by Dr. Dre für ca. 150€. Wie sich die Kontrahenten geschlagen haben, lest ihr weiter unten.

Arctic P402 – Das Sparsame

Wie ihr bereits im Video sehen könnt, kommt das kleine, leichte Headset in einer durchsichtigen Plastikverpackung daher. Somit kann das Headset zu kleinen Teilen bereits im Laden bestaunt werden. Im Lieferumfang des Arctic P402 liegt nicht viel bei, außer ein kleines Benutzerhandbuch – doch für 27€ erwarten wir auch keine großartigen Beigaben. Als wir die Kopfhörer das erste Mal in den Händen hielten, staunten wir nicht schlecht, denn es ist wirklich extrem leicht – also wirklich sehr leicht, jedoch ohne billig zu wirken. Alle Teile sitzen an ihren Stellen, nichts klappert oder steht hervor. Hier wurde vor allem für den mobilen Einsatz designt. Der Kopfbügel des Arctic wirkt hingegen nicht so angenehm, jedoch auch nur, wenn man ihn in der Hand hält.

Auf dem Kopf sind die beiden Riemen kaum spürbar und liegen sanft auf. Auch nach langem Tragen spürt man durch das geringe Gewicht keine großartigen Druckpunkte. Besonders angenehm sind vor allem auch die Ohrpolster, die, nebenbei gesagt, recht groß ausfallen für ein mobiles Headset. Hier solltet ihr aufpassen, wenn ihr kleine Ohren habt, da die Muscheln dann “ohrumschließend” sind. Das kann bei empfindlichen Musikliebhabern zu Druckstellen am Ohr führen. Auf größeren Ohren liegen die Polster sanft und kaum spürbar auf. Das Arctic P402 ist an den Seiten zusätzlich für verschiedene Kopfgrößen verstellbar. Dazu dienen metallerne Bügel an den Seiten der Ohrmuschen und am Bügel. Das Verstellen funktioniert sehr leicht und bleibt hervorragend in der gewünschten Position.

Im Test passte es auf einen kleinen Frauenkopf genauso gut, wie auf Bujakas Riesenschädel. Auch sanftes Headbangen war bei beiden Testprobanden problemlos möglich. Das angebrachte Mikrofon befindet sich ca. 15cm unterhalb der Ohrmuschel an einem sehr dünnen Kabel mit Klinkenanschluss. Die Mikrofonqualität des P402 ist ausgezeichnet. Für den PC Einsatz empfanden wir das Kabel zu kurz, für Smartphones in der Hosentasche ist es jedoch perfekt bemessen. Für Unterwegs lässt sich das Arctic P402 sehr gut um den Hals legen, möchte man mal keine Musik hören.

Urbanears Plattan – Das Putzige

Das Urbanears Plattan ist wahrlich ein kleines putziges Headset, das fängt bei der minimalistischen Verpackung an, zieht sich über den Herzsticker im Lieferumfang und endet letztendlich bei den Kopfhörern selbst. Doch wie heißt das Sprichwort – “Klein aber oho!”. Und das ist es tatsächlich. Die Verarbeitung des Plattan ist wirklich hervorragend. Es ist ebenfalls sehr leicht und somit sehr angenehm zu tragen. Der Kopfbügel ist dezent gepolstert und mit schwarzem Stoff überzogen – das wirkt nicht nur angenehm auf dem Kopf, sondern sieht auch noch sehr gut aus. Auch hier können die Ohrmuscheln an den Seiten über Metallbügel verstellt werden. Das funktioniert etwas schwerer als beim Arctic Modell, jedoch nicht störend. Genau dadurch bleibt es ebenso sehr starr, ist es einmal eingestellt. Die Ohrmmuscheln des Plattan sind mit einem Durchmesser von 5cm sehr klein und sind auch bei kleinen Ohren aufliegend. Ein Störfaktor beim Plattan ist der extrem feste Druck auf den Ohren, dadurch sitzt es zwar sehr fest, jedoch macht es einen langen Musikgenuss fast unmöglich. Nach ein bis 2 Stunden sind Ohrmuschelschmerzen vorprogrammiert. Für kleine Köpfe sollte dies ein kleineres Problem sein. Wer jedoch über einen großen Kopf verfügt und gerne lange Musik hören möchte, wird hier nicht ganz zufrieden sein.

Absolutes Highlight ist die Verarbeitung des Plattan, denn hier sitzt ebenso wie beim Arctic Modell alles an seinem Platz. Alles in allem merkt man hier auch den Aufpreis von ca. 30€, da es noch etwas wertiger wirkt. Auch das Kabel ist stärker und ebenso mit einem Stoffgeflecht ummantelt. Genauso wie beim P402 von Arctic ist auch hier das Mikrofon 15cm unter der Ohrmuschel. Das Mikrofon enthält zudem noch einen Play-/Pause-Button. Das Kabel ist genauso lang wie beim günstigeren Konkurrenten und somit auch für PCs nur eingeschrenkt und für Smartphones perfekt bemessen. Möchtet ihr mit dem Musikhören zwischenzeitlich aufhören, dann legt es euch keinesfalls um den Hals, jedenfalls wenn ihr gerne atmet. Da das Plattan sehr klein ist, ist es auch nur für ganz zarte dünne Hälse zu empfehlen.

Monster Beats Solo by Dr. Dre – Der Yuppie

Die Monster Beats Solo sind eine schwierige Kategorie, da sie recht teuer sind und man beim ersten Auspacken den Grund des Preises erfragt. Der Kopfbügel ist ein starrer Plastikbügel, der auf der Unterseite gepolstert ist. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um weiche Schaumstoffpolster, sondern um etwas festere Gummielemente. Die Ohrmuscheln des Beats Solo sind nicht rund wie bei seinen Kollegen, sondern Oval. Nach oben strecken sich die Muscheln etwa 7cm und in die Breite etwa 5,5cm. Da die Ohrmuscheln nicht ausschließlich nach unten und oben schwenkbar sind, sondern auch nach links und rechts, sind sie ebenso sehr klapprig. Das mindert etwas den Qualitätseindruck. Dafür passen sich die Beats solo hervorragend an die Ohrmuscheln an. Der Tragekomfort ist sehr unterschiedlich und kommt stark auf die Kopfgröße an. Auf großen Köpfen sitzen die Beats Solo angenehm fest, jedoch nicht zu stark.

Auf kleinen Köpfen halten die Kopfhörer überhaupt nicht. Unser weiblicher Testkandidat nickte einmal kurz und die Kopfhörer fielen schnurstracks zu Boden – uncool, wenn das auf Straßen oder Wegen passiert. Durch den Plastikbügel wirken die Beats auch nicht ihrem Preis entsprechend. Für 150€ erwartet man eine bessere Verarbeitung als bei einem 27€ oder 50€ Headset, doch leider ist das hier nicht der Fall. Auch der Tragekomfort ist nicht auf dem Niveau der beiden Konkurrenten. Hier kann sogar das 27€ teure Arctic P402 punkten, welches sich wesentlich fester und angenehmer auf dem Kopf anfühlt. Doch wo kann das Beats Solo denn Punkten? Vor allem können wir Pluspunkte für den Lieferumfang geben, da hier wesentlich mehr zugelegt wurde als bei den anderen beiden Modellen. Eine schicke Tasche, ein weiteres Kabel und zahlreiche Handbücher liegen dem Headset bei.

Auch das Mikrofon ist wesentlich benutzerfreundlicher, da hier nicht nur der normale Eingang vorliegt, sondern auch ein Lautstärkeregler und ein Play-/Pause-Button untergebracht wurde. Das Kabel des Beats Solo ist zudem das Beste der drei Kontrahenten.

Das Wichtigste – der Soundcheck

Folk Rock – Saltatio Mortis: Eulenspiegel

Viele Dudelsäcke, wenig Bass, Trommeln und Gitarren, das macht den Folk Rock aus. Nicht jedes Audiogerät kann hier Punkten, da hier auf wesentliche Merkmale gesetzt wird.

Arctic P402:

Der Soundcheck mit Saltatio Mortis verlief mit dem Arctic P402 solide. Die Höhen und Mitten waren gut wahrnehmbar und auch ein dezenter Bass war zu merken, doch auch wenn diese Songs nicht so viel Bass haben, fehlt es dennoch ein wenig an kräftigen Tiefen. Dafür klingen die Stimmen etwas lebloser, für 27€ jedoch auf ganz hohem Niveau. Gut heißen müssen wir vor allem die Feinheit und die Ausgewogenheit des Klanges, kein Übersteuern, kein Kreischen.

Urbanears Plattan:

Das Urbanears Plattan verrichtet seine Arbeit beim Song Eulenspiel wirklich sehr gut. Vor allem etwas bassigere Regionen des Songs werden sehr gut untermalt und hervorgehoben. Der Klang ist auch im Mittenbereich sehr sauber und ausgewogen. Lediglich die Höhen leiden etwas unter dem etwas stärkeren Bass, was den Gesang etwas in den Hintergrund rücken lässt.

Monster Beats Solo by Dr. Dre:

Das Monster Beats Solo ist vom Klang etwa auf dem Niveau des Plattan. Es erlaubt sich nur wenige Schnitzer, ist jedoch noch ein wenig bassiger eingestellt als das Urbanears, wodurch auch hier die Stimmen etwas in den Hintergrund rücken. Dennoch ist der allgemeine Klang sehr voll und angenehm, es fühlt sich sehr “raumausfüllend” an.

Pop – Zaz: Je Veux

Pop ist am weitesten verbreitet unter den Musikliebhabern und wird auch unterwegs gerne angehört. Für unseren Test haben wir das französische Lied von Zaz gewählt und hüpften mit den Kopfhörern auf dem Kopf durch unser Büro.

Arctic P402:

Das Arctic P402 arbeitet hier sehr angenehm und Stimmen sind wieder sehr gut zu erkennen. Leider ist das günstige 27€ Headset aber in seiner Bassleistung zu schwach, um den Popgenuss richtig rüberzubringen. Natürlich sind Tiefen vorhanden, wer es jedoch gerne etwas stärker und dröhnender mag, wird hier enttäuscht. Dafür erlaubt sich das Arctic P402 keine Schnitzer, kein Übersteuern und es verschluckt keine Töne.

Urbanears Plattan:

Das Urbanears ist ein sehr lautes Headset – lauter noch als seine Kontrahenten. Aus diesem Grund wirkt vor allem Je Veux oftmals sehr übersteuert und kreischend. Einzelne Szenen sind schmerzhaft wahrnehmbar, jedoch auch nur, wenn man sich direkt darauf konzentriert. Alles in allem ist das Urbanears ein super Headset für Popmusik, da Bass und Höhen/Mitten sehr gut wiedergegeben werden. Schade das es jedoch leicht übersteuert, wenn man zu laut aufdreht.

Monster Beats Solo by Dr. Dre:

Das Beats Solo ist klanglich gleich mit dem Plattan, jedoch gering leiser, wodurch es nicht übersteuert. Die Basswiedergabe ist sehr angenehm, die Höhen und Mitten werden wahnsinnig sauber wiedergegeben und Stimmen sind klar wahrnehmbar. Wer es gerne etwas bassiger mag, kommt hier wirklich auf seine Kosten.

Persönliches Fazit:

Es ist natürlich immer sehr schwer, Produkte aus verschiedenen Preisklassen miteinandern zu vergleichen und daraus einen Entschluss zu ziehen. Doch muss man immer wieder feststellen, dass viele Produkte grundlos gehyped werden oder einfach nicht dem entsprechen, was sie kosten – doch der Reihe nach.

Das Arctic P402 ist für 27€ ein wahnsinnig gutes Headset. Es ist absolut angenehm zu Tragen, spielt Musik aller Genres ohne Schnitzer ab, gibt Filme perfekt auf Smartphones wieder und kann mit einem klaren Mikrofon überzeugen. Besonders gefallen hat uns aber das geringe Gewicht und der allgemeine Tragekomfort. Auch nach mehreren Stunden fühlte sich das P402 nicht unangenehm an und war schon fast verschwunden. Bei 27€ mecker ich nicht rum, kann man bei dieser Leistung auch überhaupt nicht, da es einfach nicht gerechtfertigt wäre. Das Arctic P402 bekommt unsere absolute und uneingeschränkte Kaufempfehlung für den kleinen Geldbeutel und anspruchsvolle Komfortliebhaber. Darum gibt es auch unseren PreisTIPP-Award.


Das Urbanears Plattan hat mich sehr überrascht. Es ist ein wirklich gutes Headset, für einen moderaten und fairen Preis. Die Soundwiedergabe befindet sich auf einem sehr hohen Niveau und kann in vielen Lagen mit dem wesentlich teureren Monster Beats Solo mithalten. Auch die Verarbeitung glänzt mit einer wahrlichen Liebe zum Detail. Das Urbanears Plattan ist das Headset für anspruchsvolle Musikliebhaber, deren Kopf jedoch nicht so groß sein sollte. Für den Dauereinsatz ist das Plattan nicht konzipiert. Für die gebotene Leistung und die Verarbeitung gibt es unseren Preis/LeistungsTipp.


Das Monster Beats Solo ist ebenso ein sehr gutes Headset, in welchem jedoch der Preis nicht in der Technik oder der Verarbeitung steckt, sondern eher in der Verpackung, dem Lieferumfang und dem Namen. Klanglich ist es auf dem Niveau des günstigeren Urbanears Plattan und in Sachen Komfort liegt es weit hinter dem wesentlich günstigeren Arctic P402. Natürlich macht man mit dem Monster Beats Solo by Dr. Dre nichts falsch, jedoch bekommt man für wesentlich weniger Geld die gleiche Leistung und besseren Komfort – dafür muss man keine 150€ ausgeben.

Alles in allem hat dieser Test wieder einmal gezeigt, dass Preis nicht gleich Qualität ist. Überrascht hat das extrem günstige Arctic P402. Im Normalfall denkt man sich, dass für 27€ nicht viel erwartet werden kann, doch Arctic beweist uns hier das Gegenteil. Für ein kleines Taschengeld bietet es ausgewogenen Klang, ein super Mikrofon und eine sehr angenehme Tragequalität. Wer ein neues Headset sucht und nicht viel Geld ausgeben möchte, der kommt am Arctic P402 nicht vorbei. Das Arctic P402 kann in Sachen Sound mit dem Monster Beats Solo by Dr. Dre und dem Urbanears Plattan mithalten. In puncto Tragekomfort empfanden wir das P402 sogar als bestes Headset im Test.

Wer gerne etwas mehr Geld ausgeben kann, der sollte sich unbedingt das Urbanears Plattan anschauen. Hier erhaltet ihr für ca. 55€ ein Headset mit einem sehr ausgewogenen und guten Klang. Das Urbanears Plattan ist in diesem Testbericht unser Testsieger und distanziert sich vor allem sehr stark vom Monster Beats Solo.

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Euer Hardbloxx-Team

Test erstellt von Hardbloxx.Bujaka

3edanken zu “Test / Testbericht: Monster Beats Solo, Urbanears Plattan & Arctic P402

  1. Die Beats sind die mit Abstand schlechtesten Kopfhörer der 150€ Klasse. Kein Wunder, dass selbst deutlich günstigere Produkte besser sind.

    Die Beats können nichts außer Bass, keine Details, keine mitten, alles geht im Gewummer unter.

  2. Guter Test. Das P402 ist ja anscheinend doch überraschent gut. Dazu kommt, dass das Design auch recht gelungen ist. Das Beats kann ich ehrlich gesagt nicht mehr sehen, aber Geschmäcker sind ja unterschiedlich.

    • Stephan

      Moin Moin Chriss,

      Danke für das Lob :D

      für die 27€ ist das P402 wirklich eine Empfehlung – vor allem weil es sehr bequem ist. :)

      Beste Grüße

      Stephan/Bujaka

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