Test / Testbericht: Cooler Master Eisberg Prestige 120L

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Es war einmal vor langer Zeit auf der RMS Temperature. Die Temperaturen in den tiefen Weiten des dunklen Gehäuseinnenraums waren hoch, viel zu hoch. Nicht nur die CPU kam ins Schwitzen, sondern schnell waren auch alle umliegenden Komponenten davon betroffen. Die Temperaturen stiegen weiter und die Lüfter kamen schon an ihre Grenzen. Unbehagen und Unwohlsein machte sich rund um die RMS Temperature breit, denn dort wo sie hinkam, wurde es ungemütlich.

Doch in einem Moment der Unachtsamkeit ihres Kapitäns rammte die RMS Temperature etwas. Der Kühlungsspezialist Cooler Master musste ausgerechnet auf die CPU etwas wahrlich Großes setzen – einen Eisberg!

Alsbald nach der Kollision begann die RMS Titani… ähh… Temperature auch schon drastisch zu sinken.

So oder so ähnlich mag es einem vorkommen, wenn man zum ersten Mal den Namen der nächsten Komplett-Wasserkühlung zu hören oder lesen bekommt – Cooler Master Eisberg Prestige 120L.

Wie sich das Komplett-System Cooler Master Eisberg Prestige 120L in der Praxis geschlagen hat, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Datentabelle:

Maße des Radiators:Maße des Lüfters:156 x 124 x 30 mm (HxBxT)120 x 120 x 25 mm (HxBxT)
Lüfter:2x 120mm
Schlauchlänge:406 mm
Luftdurchsatz102,5 m³/h
Stromanschluss:3 PIN (Lüfter), 3 PIN (Pumpe)
Sockel:Intel-Sockel  1155, 1156, 1366, 2011
AMD-Sockel AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2
Lieferumfang:2x 120mm Lüfter (inklusive Entkopplungs-Gummis);9V Adapter für Pumpe, geschlossenes Wasserkühlungssystem mit Radiator, Schläuchen, Kühlplatte und Pumpe; Befestigungszubehör; Wärmeleitpaste; Befestigungsanleitung

 

Verpackung/Lieferumfang:

Die Verpackung des Cooler Master Eisberg Prestige 120L Komplett-Systems gestaltet sich in der Aufmachung schon kühl und frostig, wie die Tiefen des eiskalten Meeres rundum die gesunkene RMS Temperature. Dominiert wird die Verpackung daher von Schwarz gespickt mit deutlichen Akzenten in Silber, welche der Hervorhebung des Produkttitels und der Main-Features dienlich sind.

Die Abbildung eines Teils des Kühlers beziehungswese der Pumpe mit den Anschlüssen sowie des Lüfters ist ebenfalls nur nahezu schemenhaft abgebildet. Dies zeugt ebenfalls davon, dass hier etwas Großes naht.

Diese Art der Inszenierung findet man auch noch auf zwei weiteren Seiten der Verpackung. Auf einem Seitenteil befinden sich die genauen Spezifikationen tabellarisch zum Gerät, auf dem anderen Seitenteil findet man kurz und kompakt die Herstellerangaben.

Die Rückseite der Verpackung dient einer weiterführenden Erklärung der Features sowie einer schematischen Zeichnung des Kühlers und des Radiators mit Größenangaben.

Lassen wir nun aber den Eisberg frei und öffnen den raffinierten Faltmechanismus der Verpackung, welche sich nun nicht den kurzen Seiten, sondern der Längskante entlang öffnet.

Darunter verbirgt sich, wie für Wasserkühlungs-Komplettsysteme üblich, erst mal der nötige Schutz und Papierkram für die Hauptattraktion. Diese zwängt sich, ebenfalls wie üblich, für bestmöglichen Schutz in einen passgenauen Mantel aus Presspappe – da kann nichts kaputt gehen!

Nebst dem geschlossenen Komplett-System liegen in den Aussparungen des Kartons noch die beiden Cooler Master Lüfter sowie allerhand Befestigungsmaterialien bei. Darunter sind dreierlei Schrauben für gängige AMD Sockel, gängige Intel-Sockel und den etwas exotischeren Intel-Sockel 2011, Federn, Beilagscheiben, Klemmen, Fassungen und eine kleine aber üppige Portion Wärmeleitpaste. Backplates entfallen in diesem Falle, da die nötigen Schrauben von Push-Pin-Halterungen gehalten werden – doch hierzu später mehr.

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Verarbeitung:

So imposant der Cooler Master Eisberg Prestige 120L beim Auspacken sein mag, so enttäuschend und frustrierend kann ein vermeintliches Spitzenprodukt auch sein. Wir wissen nicht, ob es sich dabei um ein Montagsfabrikat handelt, einen einmaligen Ausrutscher oder ob dies häufiger vorkommt. Wir können nur sagen – und die Bilder beweisen es – das es in unserem Fall so ist.

Unser Testlabor bekam ein versiegeltes Paket, in welchem sich ein Kühler mit deutlich verunreinigter Kupferplatte befand. Diese Verunreinigungen ließen sich nur schwer mit mehrmaliger Spezialreinigung entfernen. Nebst den Verunreinigungen waren aber auch noch mehr oder weniger tiefe und sehr regelmäßige Kratzer in der Platte zu sehen.

Soweit so gut, man gab dem Kühler natürlich trotzdem eine Chance und brachte ihn im Testsystem an.

Die guten Seiten an der Verarbeitung sind einerseits die sehr flexiblen Schläuche, welche darüber hinaus mit den schwarzen Knickschutz-Spiralen auch noch optisch etwas hermachen. Andererseits sind die  Anschlüsse alle makellos und da es sich auch um ein sehr kräftiges und optional erweiterbares System handelt, verfügt die sehr große Pumpen-Kühlplatten-Kombination des Eisbergs auch über eine Öffnung zum Nachfüllen von Kühlflüssigkeit – top!

Am Radiator selbst, den Lüftern und den beiliegenden Entkopplungs-Gummirahmen für diese lässt sich ebenfalls nichts bemängeln. Schön ist auch, dass durchweg alle Kabel schön schwarz umflochten sind.

Ein gutes, wenn auch nur kleines, Trostpflaster gegenüber den sonstigen Mängeln. Darüber hinaus hat Cooler Master auch eine Ersatzlieferung der Befestigungsmaterialien veranlasst, nachdem wir sie von den Mängeln unterrichteten. Der Hersteller teilte uns aber auch mit, dass ihnen nichts von solchen Mängeln bekannt ist – also haben wir doch nur einen Ausnahmefall erwischt.

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Installation:

Die Installation gestaltet sich spielend einfach, wenn es auch unserer Meinung nach nicht die beste Lösung ist – zumindest im Hinblick auf die Halterung am Motherboard.

Man steckt zunächst Halterungen für die jeweiligen Schrauben – je nach Sockel – durch die Bohrung im Motherboard. Diese Halterungen befestigen sich selbst mehr schlecht als recht durch die Push-Pin-Methode und bleiben somit nicht fest an ihrem Platz, sondern können sich frei drehen.

Dies ist zunächst kein Problem, wenn man die Schrauben – die späteren Führungen und Stützen für den Kühler – festdreht, denn hier kann man die Push-Pins noch recht mühelos festhalten. Anders sieht dies jedoch aus, sobald man die Halterung an den Pumpen-Kühlplatten-Komplex gesteckt und diesen auf die Schrauben aufgesetzt hat. Sobald man nun versucht, die Endkappen auf die Schrauben zu bekommen, drehen die Push-Pin Halterungen oftmals leer beziehungsweise hohl – nervig.

Wie eingangs jedoch erwähnt, verläuft die Installation ansonsten jedoch spielend einfach und alles ist recht schnell an dem Fleck, an dem es hingehört. Den besonderen Komfort verschafft dabei unserer Meinung nach die Halterung, welche direkt an den Pumpen-Kühlkörper-Komplex geklemmt wird. Mit dieser Methode haben Wackeln, unnötiges Festhalten und peinlich genaue Arretierung keine Chance, da die Halterung fest an ihrem Platz sitzt – innovativ!

Den recht handlichen Radiator kann man Dank der flexiblen Schläuche in nahezu jeder Position anbringen und auch die Lüfter sind mit beiliegenden Schrauben und Werkzeug recht schnell und mühelos befestigt – angenehm!

Leistung:

Testsystem:

Prozessor: Intel Core i5-2500K @4,3GHz
RAM: 8GB Kingston Hyper X 1600Mhz DDR3 Ram
Mainboard: Asus Sabertooth Z77
Gehäuse: Xilence Interceptor
Netzteil: Xilence XQ Series 1000W R4

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Die in den Grafiken gezeigten Werte beziehen sich rein auf den Betrieb des Wasserkühlung-Komplettsystems mit einer an der Pumpe angelegten Spannung von 5V. Da die Pumpe bei einer Versorgung mit 7V und vor allem 12V ein penetrant lautes und hochtöniges Surren von sich gibt, welches den Normalgebrauch eigentlich unmöglich macht. Für all jene, die aber in dieser Hinsicht nicht empfindlich sind oder über diese Kühlmöglichkeit in einem guten schallgedämmten oder ausgelagerten System denken, gibt es im Folgenden eine Tabelle mit den restlichen Messwerten.

 

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Zwar haben wir selten – oder eigentlich bislang gar nicht – eine Kühlung gesehen, welche eine so konsequente und gleichbleibende Kühlung (im Idle) durchzieht wie der Cooler Master Eisberg Prestige 120L, aber Werte lügen nun einmal nicht und sorgten hier mindestens für ein amüsiertes Schmunzeln.

 

Persönliches Fazit:

Mit der Cooler Master Eisberg Prestige 120L Komplett-Wasserkühlung bekommt man wahrhaft – im Vergleich zu anderen Komplett-Sets – einen Berg von Kühler. Dieser sieht aber nicht nur groß aus, sondern wirft auch mächtig Leistung auf die Waage – jedoch leider auch im 12V Betrieb mächtig was an Lautstärke. Da die Pumpe aber so kraftvoll ist, kann man mit ihr aber wohl auch spielend bei niedrigerer Versorgung sein System ohne Probleme kühlen. Schließlich ist die Kühlleistung bei vollen Touren im sehr guten Bereich.

Die Installation läuft recht spielend und schnell von der Hand, auch wenn man sich als solide Grundlage etwas Besseres als Push-Pins wünschen würde.

Positiv:

–        enorme Kühlleistung im Idle-Modus und Normalgebrauch
–        Sehr flexible Schläuche
–        Recht mühelos erweiterbar durch Befüllungsöffnung und äußerst starker Pumpe

Negativ:

–        Deutlich hörbar bei 7V und sehr laut bei 12V Versorgung

 

Den besten Preis für den Cooler Master Eisberg Prestige 120L findet ihr wie immer hier oder ihr bestellt ihn euch direkt bei amazon.de.

Platz für Fragen, Anregungen und Diskussionen bietet wie immer unser Forum.

 

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Euer Hardbloxx-Team
Test / Testbericht erstellt von MisterGentleman

 

Tobias

Veröffentlicht von

Der Mann fürs Grobe! Seit August 2012 fester Bestandteil des Teams, den man auch nicht so schnell wieder los wird - ähnlich hartnäckig wie Kaugummi an der Schuhsohle, nur wesentlich nützlicher ;D Von der Wiege an Games- und Technik-Begeisterter. Später wurden daraus Hobby-Schrauber, -PC-Doktor, -PC-Berater und (Wannabe-)Pro-Gamer ^^ Derzeitiges Projekt - unschwer zu erkennen - ist: League of Legends!

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