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Test / Testbericht: Drei Sandforce SSDs im Vergleich



Inzwischen dürfte es zu vielen Nutzern moderner Computer und Notebooks durchgedrungen sein. Kaum eine Komponente des heimischen Rechners verursacht eine so spürbare Geschwindigkeitssteigerung wie die Verwendung einer SSD als Systemdatenträger. Viele neue PCs und Notebooks werden nun auch von Werk aus mit einer schnellen SSD ausgeliefert, doch oft gibt es noch immer gute Angebote, die ohne SSD ihre Käufer finden.
Wer dann mit der Anschaffung einer SSD liebäugelt, wird vom Markt fast erschlagen. Da gibt es verschiedene Preisregionen mit verschiedenen Speichercontrollern und verschiedenen Chips.
Und je nach Kombination dieser Controller und Chips sind verschiedene Geschwindigkeiten möglich. Und was möchte der geneigte Käufer in seinem Warenkorb? Hohe Geschwindigkeiten bei einem möglichst geringen Preis.

Im heutigen Test haben wir uns für euch drei SSDs mit Sandforce 2281-Controller und MLC Chips in der Größe 240GB aus unterschiedlichen Preisregionen angeschaut. Einmal die SanDisk Extreme, die Kingston HyperX 3K und premium SSD Intel 520.

SSDs Sandforce (1)

Technische Daten:

Auf technischer Seite gibt es bei den SSDs im Testfeld nur sehr geringe Unterschiede, die Datenraten liegen auf einem sehr ähnlichen Niveau und bis auf den Lieferumfang und die Garantie sind die Unterschiede nur marginal.

  Kingston HyperX 3K SanDisk Extreme Intel 520
Speichergröße 240 GB 240 GB 240GB
Lesen 555 MB/s 550 MB/s 550 MB/s
Schreiben 510 MB/s 520 MB/s 520 MB/s
Random 4K lesen 40000 IOPS 39000 IOPS 50000 IOPS
Random 4K schreiben 57000 IOPS 83000 IOPS 60000 IOPS
Leistungsaufnahme Betrieb 2,11 W 0,6 W 0,85 W
Controller

Sandforce SF-2281

Speichertyp MLC synchron MLC Toggle MLC synchron
Garantie 3 Jahre 3 Jahre 5 Jahre
Lieferumfang Externes 2,5 Zoll Laufwerk mit USB 2.0
Schraubendreher-Set
Einbaurahmen
Schrauben
SATA-Kabel
/ Einbaurahmen
Schrauben
SATA-Kabel
Stromkabel
Besonderheiten / / 128 Bit Verschlüsselung

 

SSD Kosten

Testfeld

Sandforce SF-2281

Der Sandforce Controller SF-2281 ist durch seine hohe Geschwindigkeit bekannt. Er unterstützt Speichergrößen von bis zu 512GB. Ab 128GB müssen die Hersteller jedoch auf MLC-Speicher zurückgreifen, was bei den von uns getesteten 240GB-Modellen der Fall ist. Auch bietet er den Herstellern die Möglichkeit, ihre Sold State Drives mit 128 oder 256 Bit zu verschlüsseln.

Intel Serie 520 240GB

Intel 520 (5)Intel 520 (1)

Unser Kandidat aus dem Hause Intel kommt in einem metallenen, sehr gut verarbeiteten Gehäuse. Das Gehäuse selbst ist nur etwa 7 mm dick, darauf wurde aber ein Rahmen montiert, durch den wir auf 9,5 mm Dicke kommen. Bei Platzmangel oder wenn ihr die SSD in ein schmales Notebook-Gehäuse einbauen möchtet, könntet ihr diesen Rahmen theoretisch entfernen. Aber Vorsicht, dies geschieht auf eigene Gefahr! Sind alle Schrauben gelöst, könnt ihr das Gehäuse komplett öffnen, wodurch jedoch die Herstellergarantie erlischen dürfte.
Im Inneren der SSD werkeln dann hauseigene Speicherchips in 25nm Bauweise. In Verbindung mit einer optimierten Firmware soll hier ein Vorsprung gegenüber der Konkurrenz mit Standard-Firmware vorhanden sein.
Insgesamt geht die Verarbeitung und der Lieferumfang der Intel SSD 520 in Ordnung und gibt keinen Grund zur Beanstandung.

SanDisk Extreme 240GB

Sandisk Extreme (3)Sandisk Extreme (1)

Unser SanDisk Modell kommt im schlichten schwarzen Metallgehäuse und hat ebenfalls eine Dicke von 9,5 mm. Technisches Zubehör liegt hier leider nicht bei. Dennoch weiß die günstigste SSD im Testfeld durch schlichtes Design zu gefallen. Die internen Speicherchips der SanDisk Extreme kommen aus interner Fertigung, wodurch man von einer perfekten Integrierung derselben ausgehen kann.

 

Kingston HyperX 3K SSD 240GB

Kingston HyperX 3K (5)Kingston HyperX 3K (1)

Kommen wir zu dem Vertreter aus dem Hause Kingston. Die HyperX 3K ist die am aufwendigsten designte der drei getesteten SSDs und macht auch ohne einen Blick auf die inneren Werte was her. Zum Einsatz kommen hier 25nm Intel Speicherchips, die für hohe Leistung sorgen sollen.
Dem von uns getesteten Upgrade Bundle liegen noch ein externes USB2.0 Gehäuse im HyperX Look, ein 3,5“ Einbaurahmen, Kabel sowie ein kleiner Kombi-Schraubendreher und eine Software-CD bei.

 

Testsystem

Bei Speichertests gibt es viele Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen können. Aus diesem Grund versuchten wir bei jeder SSD die Testbedingungen so exakt wie möglich zu vereinheitlichen. Getestet wurden die SSDs auf folgendem System:

Intel Core i5 2500K
Gigabyte Z77x-D3H
16GB TeamGroup Elite DDR3 1333Mhz

Angeschlossen wurden die SSDs immer am gleichen SATA 3 Port.
An diesem sind prinzipiell Datenraten von bis zu 600 MB/s möglich.
Beim Betriebssystem kam eine frische Installation von Windows 8 Professional auf einer Samsung SSD 830 mit 128GB zum Einsatz.
Die theoretischen Benchmarks Crystal DiskMark, AS SSD und ATTO Disk Benchmark wurden auf den frisch formatierten SSDs durchgeführt.
Die Daten im HD-Tune wurden bei einer Speicherbelegung von ca. 30 Prozent erfasst, um beschriebene und unbeschriebene Chips zu vergleichen.

 

Benchmarks

Bei allen angegebenen Werten handelt es sich um das arithmetische Mittel aus 3 Testdurchläufen.

Crystal Disk

Beim Crystal DiskMark wurden fünf Durchgänge mit 50MB Blöcken durchgeführt. Das Tool gibt dann jeweils die höchste erreichte Datenrate als Ergebnis aus.
Die Testdaten, die hier verarbeitet werden, sind zufällig generiert und entsprechen so eher der realen Beanspruchung einer SSD. Diese Daten sind in den seltensten Fällen komprimierbar, wodurch Sandforce Controller ihre Schwierigkeiten damit haben.

SSD Crystal DiskMark

Das Ergebnis zeigt, dass alle drei Kandidaten eine sehr ähnliche Leistung bieten, wobei das Intel und Kingston Modell im Wechsel dominieren. Einzig beim sequenziellen Schreiben und beim Schreiben von 512KB-Daten liegt die Samsung 830 noch ein Stück weit davor.

 

AS SSD

Auch der AS SSD Benchmark testet unsere Kandidaten mit inkompressiblen Daten. Als Ergebnis wird hier jedoch das Mittel aus 5 Messungen dargestellt.

SSD AS SSD

Hier fallen die Ergebnisse ähnlich denen im Crystal DiskMark aus, wobei alle unsere Testmodelle nur beim Lesen von 4KB-Dateien bei gleichzeitigen 64 CPU Anfragen von der Samsung 830 und sogar von der Crucial M4 mit 64GB geschlagen werden. Ansonsten zeigt sich, dass beim Schreiben in gleicher Disziplin der Sandforce-Controller überlegen ist.

SSD AS SSD2

Bei den Zugriffszeiten ist unsere Samsung 830 bisher ungeschlagen.

 

ATTO

Im Atto Benchmark, der mit komprimierten Daten arbeitet, spielt der Sandforce Controller dann seine Stärken aus, denn komprimierte Daten sind seine Paradedisziplin.

SSD ATTO

Hier verweisen unsere 3 Testkandidaten die Konkurrenz ohne Sandforce auf die hinteren Plätze. Beim Lesen ist unsere Samsung 830 zwar auf ähnlichem Niveau, beim Schreiben rutscht sie jedoch weit nach hinten.

HD Tune

Der HD-Tune lässt sich hervorragend als Benchmark heranziehen, wenn es darum geht, die Kontinuität eines Laufwerks zu testen, da hier alle Sektoren bei Festplatten und alle Chips bei SSDs angesprochen werden und die Geschwindigkeit sowie die Zugriffszeit gemessen werden.

SSD HDTune

Hier bringt die Intel SSD 520 die gleichmäßigste Leistung und die höheren Datenraten. Trotz eines Einbruchs bei der Burstrate. Dies mag vielleicht daran liegen dass es keine fabrikneue SSD ist, sondern schon in verschiedenen Testlabors auf Herz und Nieren getestet wurde. Auch bei mehreren Messungen blieb die Burstrate hinter den anderen Modellen zurück.

Die Zugriffszeiten liegen im HD Tune bei Intel und Kingston mit 0,1ms vor der SanDisk mit 0,2ms.

HDTune KingstonHDTune IntelHDTune SanDisk

Praxis-Tests

Um die Tests unter gleichen Bedingungen durchführen zu können, haben wir die Intel SSD 520 mit Dummy-Daten und einer Windows 7 ISO befüllt und den gesamten Inhalt dann auf die weiteren Testprobanden geklont.

SSD Praxis

Hier liefern sich die Intel 520 und die Kingston HyperX 3K erneut ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei Erstere in den meisten Fällen ein Quäntchen Vorsprung hat. Hier zeigt sich das Zusammenspiel der optimal angepassten Firmware und die Verwendung eigener Speicherchips.
Das SanDisk Modell liegt in jedem Test dahinter, wenn auch nur knapp.

Der Unterschied zwischen den Modellen ist in der Praxis jedoch kaum spürbar.

Fazit

Alle drei der getesteten SSDs bieten eine Leistung auf ähnlich hohem Niveau, umso erstaunlicher, dass die Preisdifferenz so hoch ist.
Steht bei euch eine SSD mit Sandforce Controller auf dem Einkaufszettel, empfehlen wir für Sparfüchse die SanDisk Extreme. Sie kommt nicht ganz an die Leistung der Intel 520 und der Kingston HyperX 3K heran, ist aber dennoch angenehm schnell. Als einzigen Nachteil lässt sich das fehlende Zubehör ankreiden. Habt ihr die entsprechenden Kabel und Befestigungsmöglichkeiten, ist es nur ein geringer Nachteil. Alle anderen müssen noch ein paar Euro für einen Befestigungsrahmen oder Kabel investieren.

Mit der Kingston HyperX 3K bekommt ihr im Bundle dann sofort alles mitgeliefert, was ihr zum Umstieg auf eine SSD benötigt. Der Preis fällt hier dann etwas höher aus, jedoch ist auch die Leistung der SSD selbst höher als bei der SanDisk und fast auf dem Niveau der Intel 520. Benötigt ihr kein externes Laufwerk und keinen Einbaurahmen, ist die HyperX 3K auch günstiger ohne das angesprochene Zubehör zu bekommen und bildet so das beste Preisleistungsverhältnis im Test.

Die Intel 520 ist die teuerste SSD im Test und bietet auch die beste Leistung. Zu ihr greift ihr, wenn euch die 5 Jahre lange Garantie und Verschlüsselung wichtig ist oder wenn ihr Enthusiasten seid, denen es auf jedes Megabyte pro Sekunde ankommt und euch der Preisunterschied egal ist.

Positiv:

- schnelle Alltagsleistung
– optimierte Firmware zeigt Wirkung (Intel)

Negativ:

- schlechtere Transferraten bei inkompressiblen Daten
– geringer Leistungsverlust bei beschriebenen Speicherchips

Einen Sieger zu bestimmen, fällt uns hier nicht leicht. Zum einen hat die Intel 520 die Leistungskrone inne, zum anderen bietet die Kingston HyperX 3K das bessere Preisleistungs-Verhältnis. Da ihre Leistung fast an die der Intel 520 heranreicht, ist sie der wohlverdiente Sieger.

Preis Leistungs Tipp Award
für die Kingston HyperX 3K 240GB

Den aktuell günstigsten Preis der SSDs findet ihr wie immer auf Geizhals:

Kingston HyperX 3K 240GB Bundle
Kingston HyperX 3K 240GB
SanDisk Extreme SSD 240GB
Intel SSD 520 240GB

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Euer Hardbloxx-Team
Test erstellt von Hardbloxx.Fonzy

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