Test / Testbericht: Fractal Design Arc Midi R2

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Falls ihr vor der Anschaffung eines Gehäuses für euren neuen oder auch schon älteren Rechenknecht steht und diverse Online-Shops oder Herstellerseiten durchforstet, findet ihr so einiges. Und ihr fragt euch womöglich irgendwann: „Ist das Gehäuse überhaupt gut?“
Viele werden dann in einer Suchmaschine nach Testberichten zum dem gerade entdeckten Gehäuse suchen, um sich die Entscheidung leichter zu machen.

Und falls dies genau auf dich zutrifft und du am Fractal Design Arc Midi R2 interessiert bist, freuen wir uns dir mit diesem Test hoffentlich weiterhelfen zu können.

Fractal Design

Von Hersteller Fractal Design gibt es zurzeit einige Gehäuseserien in verschiedenen Größen und Preisklassen auf dem Markt. Dabei entwarfen die Schweden alle ihre bisherigen Gehäuse in einem sehr schlichten und modernen Design. Sie möchten es euch durch ein flexibles Kühlungssystem ermöglichen, jede erdenkliche Hardware einzubauen. Die Define-Serie zielt dabei auf einen leisen Betrieb ab und die Arc-Serie soll ordentlich Kühlleistung bieten.

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Fractal Design Arc R2

Das Arc Midi von Fractal Design kam Mitte 2011 auf den Markt und hat nun in der R2 Version knapp 2 Jahre später eine Auffrischung erhalten.
Die Möglichkeit, große Radiatoren für Wasserkühlungen einzubauen, ist eine der Neuerungen. Weitere sind der schnelle USB3.0-Standard und das neue Seitenfenster, durch welches ihr eure Hardware bei der Arbeit bestaunen könnt. Diesen Neuerungen und allem, was das Arc Midi R2 bietet, möchten wir uns im heutigen Test widmen.

Technische Daten

Format:Mini ITX, uATX, ATX
ArtMidi-Tower
Farbeschwarz (außen) / schwarz (Innenlackierung)
Abmessungen230mm x 515mm x 460mm (B x T x H)
Gewicht10,7 kg
Einbaumöglichkeiten2×5,25“ Laufwerk (extern)
8×3,5“ Laufwerk (alternativ jedes mit 2,5“)
2×2,5“ Laufwerk (auf Mainboardträger)
Möglichkeiten für LüfterFront: 2x 140/120mm  (1x140mm vorinstalliert)
Oberseite: 2x 140/120mm (1x140mm vorinstalliert), 1x 120mm (optional)
Boden: 1x 140/120mm (optional)
Rückseite: 1x 140/120mm (1x140mm vorinstalliert)
BesonderheitenLüftersteuerung inklusive, Luftfilter in Front, Ober- und Unterseite, flexible Montagemöglichkeit für Festplattenkäfige, mitgelieferte Montagehilfe

Lieferumfang und Verpackung

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Frisch angeliefert möchte das Arc Midi R2 aus seinem schlichten Karton im Naturton befreit werden, was sehr einfach vonstattengeht. Im Lieferumfang findet ihr neben dem Montagematerial für alle möglichen Laufwerke auch ein paar Kabelbinder, eine Anleitung und einen Adapter zum Einschrauben der Mainboardabstandshalter. Über diesen Abstandshalter haben wir uns im Test sehr gefreut, da dieser in den vorherigen Gehäuse-Test von Fractal Design stets einen Negativaspekt darstellte. Dazu später mehr.

Äußeres

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Typisch für den Gehäusehersteller Fractal Design sind zeitlose und schlichte Gehäuse. Dazu zählt auch das Arc Midi R2. Es ist zwar nicht ganz so schlicht und unscheinbar wie die Define-Serie, welche die Front durch eine Klappe verschönert, sondern besteht an der Front hauptsächlich aus einer Oberfläche, die an gebürstetes Aluminium erinnert. Die beiden Laufwerksschächte sind hier leicht zu erkennen und über einem Meshgitter angeordnet. Dieses Meshgitter ist entfernbar und versteckt die dahinter befindlichen Frontlüfter. Ein 140mm Modell von zwei möglichen ist hier bereits vorinstalliert.
Die Frontanschlüsse und Bedienelemente befinden sich auf der Oberseite der Front. Mittig liegt hier der Ein-/Aus-Taster. Die Front-Audio-Anschlüsse liegen links und die USB3.0 Anschlüsse rechts davon. Ganz links wurde eine Reset-Taste angebracht, die im Notfall euer System neustartet. Ganz rechts dagegen findet ihr einen Schiebeschalter, mit welchem ihr eure Lüfter in 3 Stufen steuern könnt. Zur Auswahl stehen hier 5V, 7V und 12V.

Auf der Oberseite findet ihr ebenfalls ein sehr großes Meshgitter, welches ihr ohne großen Kraftaufwand nach hinten abziehen könnt. Darunter seht ihr dann einen weiteren vorinstallierten 140mm Lüfter und viele weitere Montagemöglichkeiten für 120mm/140mm Lüfter sowie für 240mm Radiatoren. Im abziehbaren Kunststoffdeckel wurde ein Luftfilter eingesetzt, um die Lüfter auch hineinsaugend anschließen zu können und die einströmende Luft zu filtern.

Das rechte Seitenteil besitzt keine Besonderheiten, das linke hingegen kommt mit einem großen Sichtfenster. Was beide Seitenteile gemeinsam haben, ist eine angenehm erreichbare Griffmulde hinten an den Seitenteilen, um das Gehäuse öffnen zu können. Durch diese kann man beide ohne großen Kraftaufwand, und auch mit dickeren Fingern, problemlos öffnen.

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Die Rückseite hat am oberen Rand Luftauslässe. Darunter sitzt ein weiterer vorinstallierter 140mm Lüfter, der auch durch ein 120mm Modell ersetzt werden kann. Darunter gibt es einen Zusatzslot, wo ihr beispielsweise Lüftersteuerungen für Slotblenden einbauen oder interne Anschlüsse herausführen könnt. Die Slotblenden sind alle weiß gehalten, so wie wir es von Fractal Design kennen und mögen.
Am unteren Rand ist der Platz für das Netzteil vorgesehen.
Öffnungen, um Schläuche einer Wasserkühlung nach außen führen zu können, gibt es beim Arc Midi R2 nicht. Diese werden hier auch nur in den seltensten Fällen benötigt, da intern genügend Platz für eure Radiatoren vorhanden ist.

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Betrachtet man die Unterseite, fällt hier direkt der große Luftfilter auf, welcher die Frischluft zum Netzteil und die des optionalen Lüfters im Gehäuseboden filtert. Dieser Luftfilter kann zum Reinigen nach hinten hinausgezogen werden. Weiter seht ihr auf der Unterseite viele weitere Löcher. Diese dienen dazu, im Inneren des Gehäuses variable Möglichkeiten zum Hardware-Einbau zu haben.
Insgesamt vier Hi-Fi-Füße mit Gummipuffern sollen vermeiden, dass Vibrationen vom Gehäuse auf den Boden übertragen werden.

Inneres

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Was die Slotblenden auf der Rückseite schon zeigten, wird im Inneren des Gehäuses fortgeführt: weiße Farbakzente. Wie die Slotblenden sind auch die Festplattenhalter weiß lackiert und die Rotorblätter der vorinstallierten Lüfter bestehen aus weißem Kunststoff.
Ins Auge fallen dadurch gleich die beiden Festplattenkäfige, welche 3,5 und 2,5 Zolllaufwerke fassen. Der obere fasst fünf und der untere drei an der Zahl. Beide lassen sich entfernen, wobei der untere von außen fest mit dem Gehäuse verschraubt ist. Der Obere lässt sich schnell mit zwei Rändelschrauben lösen. Falls ihr in der Front einen großen Radiator für eure Wasserkühlung einbauen möchtet, bietet sich der Platz der Festplattenkäfige an. Den unteren könnt ihr dann weiter in Richtung Netzteil versetzt wieder montieren. Dadurch geht jedoch der Lüfterplatz an der Unterseite verloren.
Habt ihr nur ein oder zwei 2,5 Zoll Laufwerke im Einsatz, bietet es sich an, diese auf der Rückseite der Mainboardplatte an den vorgesehenen Stellen zu befestigen. So könnt ihr dann die Festplattenkäfige komplett ausgebaut lassen. Schade, dass sich der untere nur von außen entfernen lässt.
Das Netzteil wird durch eine Schiene geführt und liegt im montierten Zustand auf Gummipuffern auf, die eine Geräusch- und Vibrationsentwicklung minimieren.

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Die Verarbeitung innen und außen gibt keinen Grund zur Beanstandung. Scharfe Kanten gibt es weder an den Ecken, noch an Aussparungen und Löchern. Das Seitenfenster wurde perfekt in die Seitenwand integriert und die Materialwahl ist sehr gut. Auch wurde kein dünnes wackeliges Stahlblech verwendet, sondern eine dickere, massivere Variante, wodurch das Gehäuse sehr viel Stabilität erhält.

Zusammenbau

Der Einbau unserer Testhardware in das uns vorliegende Fractal Design Arc Midi R2 gestaltet sich sehr leicht. Zu keiner Zeit war irgendein Teil des Gehäuses im Weg. Besonders gefallen hat uns die Einschraubhilfe für die Mainboardabstandshalter. Wer bereits andere Fractal Design Tests von uns gelesen hat, erinnert sich vielleicht daran, dass wir das Einschrauben dieser Abstandshalter oft kritisierten da dies durch die überlackierten Gewinde nur schwer möglich war.
Mit diesem kleinen Helferlein macht das jedoch keine Probleme mehr, da wir die Abstandshalter ganz leicht mit einem Schraubenzieher eindrehen konnten und nicht darauf angewiesen waren, andere Hilfsmittel zu nutzen.

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Möchtet ihr die Festplattenkäfige ungenutzt lassen und die Montagemöglichkeit für 2,5 Zoll Laufwerke am Mainboard nutzen, müsst ihr die Laufwerke vor der Montage des Mainboards befestigen, da ihr sonst nicht mehr an die Befestigungsschrauben kommt.

Durch unseren sehr langen Grafikkartenkühler aus dem Hause Arctic mussten wir für den Test den oberen Festplattenkäfig entfernen.

Beachten solltet ihr auch hier, dass eure Kabel am Netzteil lange genug sind, um sie ordentlich verlegen zu können. Ein Problem, dass viele Gehäuse bei unten liegenden und älteren Netzteilen haben. Im Notfall gibt es jedoch für die meisten Kabel Verlängerungen.
Die Kabel der Lüfter waren hingegen lange genug, um sie mit der Lüftersteuerung oder direkt mit unserem Mainboard zu verbinden.

Um die Kabel dann ordentlich verlegen zu können, gibt es auf der Mainboardplatte viele kleine Ösen, wo ihr Kabel mit Kabelbindern fixieren und führen könnt. Einen Kabelkanal gibt es leider nicht.

Festplatten und andere Laufwerke müssen verschraubt werden wodurch die Montage derer leider nicht werkzeuglos von Statten geht, aber so auch ein fester Sitz gewährleistet ist.

Zu erwähnen ist noch der interne USB3.0 Connector, durch den ihr keine nervenden Kabel nach außen führen müsst. Auch die anderen Kabel des Frontpanels lassen sich leicht anschließen und sind lange genug.

Praxistest

Testsystem:
Intel Core i5 2500K @4,0GHz mit  Noctua NH-C14
MSI Z77A-G43
Sapphire Radeon HD 6950 2048MB @Arctic Accelero Xtreme Plus II
8GB TeamGroup Elite 1333Mhz DDR3 Ram
BeQuiet Dark Power 550W


Fractal Design Arc Midi R2 Temp Idle mit

Fractal Design Arc Midi R2 Temp Last mit

Fractal Design Arc Midi R2 Temp Idle ohne

Fractal Design Arc Midi R2 Temp Last ohne


 

Nach dem Einschalten des Systems beginnen alle Lüfter sofort sich zu drehen. Die Lautstärkeentwicklung unter den 12V, welche wir über die Lüftersteuerung einstellten, ist problemlos wahrnehmbar aber nicht störend, wir empfanden es als angenehmes kontinuierliches Surren ohne Störgeräusche. Im 7V und 5V Betrieb werden die Lüfter leise bis kaum hörbar.
Auch ihre Hauptaufgabe, das Luft Schaufeln, machen die vorinstallierten Kühler ohne Mucken, sodass die resultierenden Temperaturen unserer Hardware sich kaum vor der Konkurrenz zu verstecken brauchen. Sie liegen auf einem guten mittleren Niveau mit kleinen Ausrutschern bei der Grafikkarte und der CPU. Die dort erreichten 68 und 56 Grad unter Last sind zwar alles andere als schlecht, doch andere bisher getesteten Gehäuse konnten das besser, auch welche aus gleichem Hause, und das, obwohl diese Gehäuse auf leisen Betrieb und nicht auf Performance ausgelegt waren. Was uns zuerst skeptisch machte, wurde aber in einem zweiten und dritten Testlauf erneut mit Zahlen belegt.

Unsere Festplatte drehte im Festplattenkäfig fleißig ihre 7200 Runden pro Minute, ohne dass uns ein Vibrieren oder Rattern störte. So soll eine Festplatte entkoppelt werden.

Persönliches Fazit

Das Fractal Design Arc Midi R2 ist ohne Zweifel ein gutes Gehäuse. Es bietet viele Möglichkeiten, das Kühlsystem zu individualisieren. Neben Luftkühlung ist auch eine Wasserkühlung mit großen Radiatoren kein Problem.
Das äußere schlichte Erscheinungsbild und Kleinigkeiten wie die Montagehilfe haben uns sehr gut gefallen. Auch die Kühlperformance ist gut. Doch leider fehlt dem Arc Midi R2 das gewisse Etwas, um es von der starken Konkurrenz abzuheben. Die größte Konkurrenz kommt jedoch schon mit dem Define R4 aus dem eigenen Hause. Dieses bietet für circa 10 Euro mehr bereits eine Schalldämmung und ein noch schlichteres Äußeres, jedoch weniger Möglichkeiten beim Kühlsystem. Auch eine Define-Version mit Seitenfenster ist gegen Aufpreis erhältlich.

Einen Fehlkauf macht ihr mit dem Fractal Design Arc Midi R2 keinesfalls, vor allem, wenn ihr auf schlichte und trotzdem potente Gehäuse steht. Denn wirklich Negatives fiel uns im Test nicht auf. Leider aber auch nichts was es von anderen Gehäusen stark abhebt. Dennoch hat es aufgrund des Platzaufgebots, der Verarbeitung, der vielen unterschiedlichen Kühlungsmöglichkeiten und auch ein kleines bisschen wegen dem Montagezubehör unseren LeistungsTipp verdient.

Leistungs Tipp Award
für das Fractal Design Arc Midi R2

Positiv:

– schlichtes Design
– sehr variables Kühlsystem, auch für Wasserkühlungen
– viel Platz
– nahezu perfekte Verarbeitung und Materialwahl
– Lüftersteuerung im Frontpanel

Negativ:

– Festplattenkäfig muss bei langen Grafikkartenkühlern entfernt werden
– zwar gute, aber keine herrausragende Kühlleistung

 

Den günstigsten Preis findet ihr bei Geizhals, oder ihr kauft direkt bei Amazon.

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Euer Hardbloxx-Team
Test erstellt von Hardbloxx.Fonzy