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Papers, Please



Auf meinen Schreibtisch scheinen grell die beiden Stempel. Grün für die Glücklichen die Arstotzka betreten dürfen. Rot für die, die abgewiesen werden und ihr Leben im tristen Ausland verbringen müssen.
Ansonsten scheint die Welt farblos. Graue, karge Betonklötze, ein kleiner Grenzposten an einer vom Stacheldraht gesicherten Mauer. Vor dem Posten eine gesichtslose Masse die um Einlass ersuchen will. Hinter dem Posten sowie davor stehen namenlose Männer mit Maschinenpistolen die bei der kleinsten Störung des Standardbetriebes bereit sind, den Abzug zu ziehen.
Willkommen in Arstotzka! Willkommen in der Welt von Papers, Please!

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Herzlicken Glückwunsch!

Die Atmosphäre in Papers, Please ist mehr als bedrückend, dass wird schon in den ersten paar Spielminuten klar. Das Los hat entschieden wir dürfen für Arstotzka ab heute den Grenzposten in Grestin kontrollieren. Das Leben, wie wir es bisher kannten, ist zu Ende. Die ganze Familie muss umziehen.

Als wäre die neue Anstellung nicht schon schlimm genug, wer arbeitet schon gerne an einen Grenzposten der jeden Moment in die Luft gesprengt werden könnte? Nein, auch vor dem Ernst des Lebens bleiben wir nicht verschont. Denn nach jeden Arbeitstag wird abgerechnet. Haben wir nicht genug Fälle bearbeitet dann muss unsere Familie Hungern und Frieren. Im schlimmsten Fall müssen wir uns dann auch noch mit Krankheiten und Tod rumschlagen.

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Auf Geschwindigkeit kommt es an!

Trostlos ist auch die Arbeit, die wir bei Papers, Please verrichten müssen. Ein Passant nach dem anderen löst sich von der schier endlosen Warteschlange um sich bei uns vorzustellen. Ein paar unfreundliche Worte werden gewechselt, der Pass auf den Tisch geworfen.

Jetzt kommt es auf Geschwindigkeit an. Wer jetzt erst lange rumblättern muss um die wichtigen Informationen zu überprüfen, dessen Familie nagt schon bald am Hungertuch! Papers, Please gibt sich keine Mühe das triste Dasein eines Grenzbeamten freundlich zu verpacken. Und das ist auch gut so!

Is man anfangs noch etwas gelangweilt vom Stempeln, so erwischt man sich doch schon bald dabei sich über jeden  falschen Pass zu Ärgern. Jedes Hindernis löst einen kleinen Anflug von Panik aus!
“Oh nein!” denkt man sich “Wenn ich nicht noch mindestens fünf Fälle bearbeite, kann ich mir die Medizin für meinen Sohn nicht leisten!”

Spielerisch lässt sich Papers, Please am ehesten mit einer modernen Form von Memory vergleichen: wer sich sträubt die im Spiel gegebenen Informationen auswendig zu lernen, der kommt nicht weit! Es geht nicht um Geschick oder Strategie, Nein, es geht um Geschwindigkeit und darum wichtige Informationen mit einen Blick zu erfassen und zu behalten.

Leider stellt sich Papers, Please an einigen Stellen aber sehr ungeschickt an. Besonders im Story Mode erhält man jeden Tag neue Anweisungen. Mal sollen nur Bürger durchgelassen werden. Mal dürfen auch Ausländer einreisen.
Leider erhält man diese Anweisungen erst, wenn man schon im Grenzposten sitzt. Wer sich also die Zeit nehmen muss, diese zu lesen, verliert wichtiges Einkommen. So bleibt einem oft nichts anderes übrig als gleich nach dem Lesen der Anweisungen das Level neu zu starten, um die wertvolle Zeit zu sparen.

Eine gesonderte Möglichkeit diese Anweisungen vor der Arbeit zu lesen, wäre wünschenswert gewesen!

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Maus zentrische Steuerung.  Um es in klaren Worten zu sagen, fühlt man sich im Spiel wie ein Einarmiger Bandit. Ob man nun nach dem Pass greift oder den nächsten Passanten zum Posten ruft. Alles wird mit der Maus gemacht. Schade, dabei hätten ein paar Hotkeys hier wirklich einen Unterschied machen können.

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Fazit

Wer nach einen Videospiel mit fesselnder Mechanik sucht, die einen für Stunden und Stunden an den Bildschirm fesselt so lange bis man sie meistert oder scheitert, der brauch hier nicht weitersuchen. Papers, Please ist absolut nicht das und will es auch gar nicht sein!
Auch wer Nutzerfreundlichkeit und Komfortfunktionen erwartet, sollte um Papers, Please lieber einen Bogen machen.

Die Stärken von Papers, Please liegen in der dichten Atmosphäre und der subtil erzählten Geschichte. So seltsam es klingt: schon nach kurzer Zeit  beginnt man sich um die virtuelle Verwandtschaft zu Sorgen.
Papers, Please ist ein Politikthriller der anderen Art. Es lässt uns die Typische Geschichte erleben. Aber nicht aus der Sicht eines Gejagten, der nichts zu verlieren hat außer sein Leben, sondern aus der Sicht eines gewöhnlichen normalen Mannes, der alles zu verlieren hat, für das es sich zu leben lohnt.

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Euer Hardbloxx-Team
Test erstellt von Hardbloxx.Nishi

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