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Preview: Merc Elite



Seitdem die Custom-Fun-Map Defense of the Ancient (DotA) für den Strategie-Hit Warcraft III entwickelt wurde und sich dort enormer Beliebtheit erfreuen konnte, wurde das Potential des Spielprinzips auch von weiteren Entwicklern entdeckt. Mulitplayer Online Battle Arena (MOBA) ist schon seit einigen Jahren ein immer weiter wachsendes neues Genre der Videospielindustrie und wenn man die Online-Streams der Top-Turniere verfolgt, dann haben die nicht selten eine sechsstellige Anzahl von Zuschauern. Ein Spiel, welches sich ebenfalls zum MOBA-Genre zählen möchte, dabei jedoch von den üblichen Pfaden abweicht und etwas neues wagt, ist das derzeit noch in der Closed Beta befindliche Merc Elite. Wir haben für euch getestet, ob die verschiedenen Innovationen des kommenden Free-To-Play-Titels tatsächlich zum Grundkonzept dieser Videospielkategorie passen oder ob sich die Entwickler verzettelt haben und mit zu vielen Experimenten zu weit vom Spaßfaktor abgekommen sind.

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Shooter trifft MOBA: Das Merc Elite – Konzept

Die meisten MOBA-Spiele orientieren sich am Grundkonzept von DotA: Auf einem Spielfeld kämpfen zwei Teams mit je fünf Mitspielern gegeneinander, deren Ziel es ist, das Hauptgebäude der gegnerischen Mannschaft zu zerstören. Dabei treffen sie auf automatisch feuernde Türme, die zunächst aus dem Weg geräumt werden müssen sowie auf computergesteuerte Einheiten, die auf festgelegten Pfaden wandern und alles angreifen, was sich ihnen in den Weg stellt – und natürlich auf die menschlichen Gegner, die mit ihrem Helden versuchen, sich euch in den Weg zu stellen. Durch das Töten der feindlichen Einheiten und Helden bekommt ihr dann Erfahrungspunkte und könnt so neue Angriffe und Sprüche lernen und die bereits erlernten verbessern. Außerdem gibt es viele verschiedene Items, die – in Relation zu ihrem Preis – euren Helden stärker machen und euch zum Beispiel mehr Schaden, mehr Lebenspunkte oder mehr Energie verleihen. Die taktische Tiefe entsteht dadurch, dass kein Spiel wie das andere ist. Oftmals gibt es einen riesigen Heldenpool, aus den die zehn Kämpfer pro Spiel ausgewählt werden sowie viele verschiedene Möglichkeiten, die Skills eures Helden anzuwenden und mit unterschiedlichen Items zu verbessern. So viel zum Grundkonzept der meisten MOBA-Spiele.

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Merc Elite schmeißt diese Idee gleich mal komplett über den Haufen, denn es gibt keine computergesteuerten Einheiten, keine Türme oder Hauptgebäude, keine Items und auch keinen nahezu unübersichtlichen Pool an verschiedenen Helden. Bereits vor dem ersten Spiel wird klar: Es handelt sich nicht um die typischen Grundpfeiler des MOBA-Genres, stattdessen kann man den Titel wohl als eine Art Mischung aus gängigen (Ego)Shootern, wie Battlefield oder Call of Duty sehen, die auf das oben beschriebene Spielprinzip treffen. Man steuert seinen Söldner (englisch: mercenary) aus der für das Genre typischen Vogelperspektive in fünf-gegen-fünf-Schlachten, doch die Hauptaufgabe ist nun das Erobern und möglichst lange Halten der drei auf der Karte markierten Gebieten, vielen Shooter-Spielern als „Conquest-Mode“ bekannt. Dabei besitzt jedes Team eine Anzahl von Tickets (derzeit 500) und verliert Tickets, sobald das gegnerische Team mehr Gebiete als das eigene kontrolliert. Um ein Gebiet zu übernehmen, muss sich lediglich ein verbündeter Held und kein Gegner dort drin befinden. Je mehr Mitspieler in einem Gebiet stehen, desto schneller wird dieses übernommen.

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Das actionreiche Leben eines Söldners

Ähnlich wie bei Shootern und ganz anders als in „normalen“ DotA-ähnlichen Spielen gibt es bei Merc Elite ebenfalls unterschiedliche Soldatenklassen, die sich anders spielen und Vor- wie auch Nachteile mit sich bringen. Derzeit sind fünf verschiedene Söldnertypen vorhanden: Der Scout, der Ranger, der Grund, der Recon und der Heavy Gunner. Zu Beginn jedes Spiels könnt ihr euch drei der fünf Klassen aussuchen und zwischen diesen nach jedem Tod in der Schlacht wechseln. Dabei gibt es zu jeder Klasse einen anderen Spielstil, der euch beim richtigen Einsatz Vorteile bringen wird: Der Recon zum Beispiel ist ein Meister darin, die Position von nahen Gegnern zu bestimmen und diese mit einer Hit&Run-Taktik madig zu machen. Dafür besitzt er ein sehr effektives Ninja-Schwert, das im Nahkampf tödlich ist und eine Maschinenpistole, die jedoch eine sehr geringe Reichweite hat. Außerdem kann dieser Söldner nicht viele Treffer einstecken und muss immer wieder Deckung suchen, um Gesundheit zu regenerieren. Der Heavy Gunner hingegen ist extrem gut gepanzert, kann ein Schild einsetzen, das ihn kurzzeitig immun gegen Angriffe macht und hat außerdem eine Maschinenpistole, die sehr schnell sehr viele Patronen verschießen kann. Darüber hinaus besitzt er Raketen, die er auf seine Feinde schießen kann. Dafür bewegt er sich jedoch sehr langsam und ist gegen gut ausgeführte Hit&Run-Taktiken relativ machtlos.

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Nach jedem Spiel bekommt ihr etwas Ingame-Währung gut geschrieben, mit denen ihr Upgrades für eure Helden kaufen könnt, wobei so ziemlich alles, was vorhanden ist, auch verbessert werden kann: Ihr besitzt vier einsetzbare Skills sowie einen passiven, die nach und nach verbessert werden können, dazu könnt ihr Upgrades kaufen, welche die Abkühlungsphase eurer Angriffe verringern. Eure Waffen können verbessert, eure Lebenspunkte erhöht und viele andere Eigenschaften angepasst werden. So werdet ihr nach und nach mächtiger, teilt mehr Schaden aus und überlebt möglicherweise länger auf dem Schlachtfeld. Außerdem sammelt ihr schneller Energie, die ihr für den Einsatz eures ultimativen Angriffes braucht und der sehr viel Schaden verursacht. Außerdem gibt es nach jedem Tod eine gewisse Verzögerung, bevor ihr erneut in die Schlacht einsteigen könnt, weshalb ihr natürlich in dieser Zeit relativ nutzlos für euer Team seid. Deshalb ist es auch wesentlich effektiver, wenn man taktisches Verständnis an den Tag legt und nicht einfach mit dem Kopf durch die Wand möchte.

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Taktik ist des Söldners Lebensversicherung

Die taktischen Feinheiten eures Söldners und der Karte, auf der ihr euch befindet, sind das, was den großen Reiz von Merc Elite ausmacht. Wenn ihr versteht, wie genau eure aktuelle Klasse zu spielen ist, dann habt ihr schon mal einen großen Vorteil errungen. Ihr werdet weniger sterben, effektiver Schaden austeilen und somit vielleicht euer Team zum Sieg führen. Außerdem solltet ihr die Eigenheiten des Schlachtfeldes im Auge behalten und euch eine gute Position zum Kämpfen suchen: Ihr könnt zum Beispiel durch Treppen auf die Dächer der Häuser gelangen, die überall stehen und von oben nach unten schießen, wodurch ihr einen enormen Vorteil habt. Es gibt überall Wände, Fässer, Autos und Mauern, die euch vor gegnerischem Feuer Schutz bieten und es euch erlauben, Schaden auszuteilen, während ihr nur einen Bruchteil davon einstecken müsst. Und außerdem ist es wichtig, einen Überblick über die Gesamtsituation zu haben und dementsprechend zu handeln: Wenn ihr auf der Mini-Karte seht, wo eure Gegner sind, müsst ihr euch entscheiden, ob es gerade sinnvoll ist, euren bereits eroberten Stützpunkt zu verteidigen oder lieber die ungeschützten Gebiete eurer Gegner anzugreifen. Nur wer die richtigen Taktiken einsetzt, der kann sein Team zum Sieg führen.

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Persönliches Fazit

Es dürfte vielen schwer fallen, Merc Elite tatsächlich als MOBA-Spiel zu sehen, denn es ist so viel anders, als die „klassischen“ Vertreter des Genres. Doch trotzdem entwickelt es sich zu einem guten Spiel, das viele Stunden Spielspaß garantiert. Da es sich aktuell noch in der Closed-Beta-Phase befindet, ändert sich natürlich immer wieder etwas und gerade im Balancing der verschiedenen Klassen muss noch einiges getan werden. Doch die Idee wurde sehr gut umgesetzt, viele Innovationen kommen gut an und der Mix aus Shooter und MOBA funktioniert erstaunlich gut. Die Wartezeiten zum Finden eines Spieles sind noch sehr lang. Das liegt jedoch größtenteils daran, dass das Spiel eben noch nicht für jeden zugänglich ist. Auch fehlt ein wenig Abwechslung, was man durch die Einführung neuer Söldnertypen – zum Beispiel einer Heal-Klasse – verbessern könnte. Trotzdem ist Merc Elite ein Titel, auf den ihr definitiv ein Auge haben solltet, denn sobald die Open-Beta beginnt, können Fans des Genres sich selbst von dem sehr guten Spielkonzept überzeugen. Daumen hoch!

Positiv:

- innovatives Spielkonzept

- schnelle und actionreiche Spiele

- schöne Grafikeffekte

- passende Sounds

- sehr viele Upgrades

- gute taktische Tiefe

- Deckungssystem

Negativ:

- Balancing der Klassen

- zu wenig Abwechslung

- keine Strafe bei vorzeitigem Verlassen des Spiels

Weitere Informationen zum Merc Elite findet ihr auf der offiziellen Homepage.

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Euer Hardbloxx-Team

Test erstellt von Hardbloxx.Fefestars

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