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Test/Testbericht: SanDisk SSD Extreme II 240GB



Bereits bei unserem Vergleichstest mit drei SSDs verschiedener Hersteller war SanDisk mit seiner Extreme SSD vertreten und konnte dort meistens mit den sehr viel teureren Modellen mithalten.
Mit der Extreme II möchte SanDisk auf dem Leistungsthron weiter nach oben aufsteigen und setzt hier anstatt auf Sandforce auf einen neueren Marvell-Controller. Ob SanDisk damit den richtigen Weg einschlug oder ob der Plan nach hinten losging, zeigt euch unser heutiger Test.

Technische Daten

SanDisk Extreme II SanDisk Extreme
Speichergröße 240 GB 240 GB
Lesen 550 MB/s 550 MB/s
Schreiben 510 MB/s 520 MB/s
Random 4K lesen 95000 IOPS 39000 IOPS
Random 4K schreiben 78000 IOPS 83000 IOPS
Leistungsaufnahme 0,22 W 0,6 W
Controller Marvell 88SS9187 Sandforce SF-2281
Speichertyp MLC MLC
Garantie 5 Jahre 3 Jahre
Lieferumfang Einbaurahmen, Schrauben, SATA-Kabel /
Besonderheiten / /

Die versprochenen Leistungsdaten ähneln dabei denen der SanDisk Extreme. Auffällige Änderungen gibt es beim Random 4K Lesen wo die Extreme II weniger IOPS erreichen soll. Bei der Garantie gibt es eine positive Änderung, denn hier gibt SanDisk nun 5 anstatt 3 Jahre. Auch der Stromverbrauch wurde weiter reduziert und liegt nun bei angenehmen 0,22 Watt im betriebsbereiten Zustand. Die wichtigste Neuerung ist jedoch der bereits erwähnte Marvell-Controller. Der besonders leistungsstarke Marvell 88SS9187 kommt nun statt des Sandforce SF-2281 zum Einsatz und verspricht so einiges.

Die SanDisk SSD Extreme II 240GB mit Marvell 88SS9187

Der verbaute Marvell Controller bringt gegenüber seiner Konkurrenz aus dem Hause Sandforce einige Vorteile. Einer davon ist seine Offenheit, die den Herstellern in Bezug auf die Wahl der Komponenten und Performance ihrer SSDs mehr Freiheiten lässt.
Der Controller verfügt außerdem über 8 Speicherkanäle und ein natives 6GB/s SATA-Interface. In Sachen Geschwindigkeit soll der Marvell 88SS9187 sehr ausgewogen arbeiten und in allen Bereichen punkten können.

Die Chips seines DDR3-DRAM-Caches stammen aus dem Hause Samsung, die 240GB MLC-Flashspeicher-Module selbst stammen, genau wie auch die Firmware der SSD, aus eigener Hand. Zusätzlich kommt noch ein Speicher zum Einsatz, der den Cache erweitert, aber nicht direkt mit Nutzerdaten beschreibbar ist. SanDisk tauft diese Art des Speichers nCache. Die dort verwendeten SLC-ähnlichen Speicherchips sind nicht flüchtig, das heißt, dass die dort geschriebenen Daten auch nach einem möglichen Stromausfall zur Verfügung stehen. Daten, welche ihr auf den verfügbaren SSD-Speicher schreiben möchtet, wandern zuerst durch diesen nCache, bevor sie dann in den entsprechenden MLC-Chips gespeichert werden. Auf technischer Seite handelt es sich bei dem nCache also nicht um Cache im ursprünglichen Sinn, sondern um eine Maßnahme für besserer Datensicherheit.

SE3
SE2

Die Verarbeitung der SSD ist auf ganzer Linie überzeugend. Die Anschlüsse sitzen perfekt und das Gehäuse aus Metall fühlt sich sehr wertig und stabil an.

Testsystem

Die Testumgebung ist bei unserem heutigen Test identisch mit dem vorangegangen SSD-Vergleich. Getestet wurde auf folgendem System:

Intel Core i5 2500K
Gigabyte Z77x-D3H
16GB TeamGroup Elite DDR3 1333Mhz

Angeschlossen wurde die SSD am gleichen SATA 3 Port, wie auch im vorherigen Test. An diesem sind theoretisch Datenraten von bis zu 600 MB/s möglich.
Beim Betriebssystem kam eine frische Installation von Windows 8 Professional auf einer Samsung SSD 830 mit 128GB zum Einsatz.
Die theoretischen Benchmarks Crystal DiskMark, AS SSD und ATTO Disk Benchmark wurden auf der frisch formatierten SSD durchgeführt. Für den Test mit HD Tune haben wir die SSD zu etwa 30% mit willkürlichen Testdaten befüllt.

Benchmarks

Bei allen angegebenen Werten handelt es sich um das arithmetische Mittel aus 3 Testdurchläufen.

Crystal Disk

Beim Crystal DiskMark wurden fünf Durchgänge mit 50MB Blöcken durchgeführt. Das Tool gibt dann jeweils die höchste erreichte Datenrate als Ergebnis aus.
Die Testdaten, die hier verarbeitet werden, sind zufällig generiert und entsprechen so eher der realen Beanspruchung einer SSD. Diese Daten sind in den seltensten Fällen komprimierbar, wodurch Sandforce Controller ihre Schwierigkeiten damit haben.

 SanDisk-Crystal

Hier kann die SanDisk Extreme II die Kandidaten aus vorhergehenden Tests meist auf die hinteren Plätze verweisen und sorgt für atemberaubende Lese- und Schreibraten. Solch hohe Schreibraten, vor allem sequenzielle, haben wir mit eigenen Augen bisher noch nicht gesehen.

AS SSD

Auch der AS SSD Benchmark testet unsere Kandidaten mit inkompressiblen Daten. Als Ergebnis wird hier jedoch das Mittel aus 5 aufeinanderfolgenden Messungen dargestellt.

 SanDisk-ASSSD

Hier zeigt sich das gleiche Bild wie auch beim Crystal DiskMark. Die Extreme II liegt meist vor der Konkurrenz und auch die Schreibraten überzeugen auf ganzer Linie.

SanDisk-ASSSDZ

Wie ihr seht, sind auch die Zugriffszeiten der SanDisk Extreme II hervorragend und bekommen beim Schreiben einzig von der Samsung 830 Konkurrenz. Alle anderen sind weit abgeschlagen.

ATTO

Im Atto Benchmark handelt es sich bei den Testdaten um komprimierte Daten. Im vergangenen Test konnten sich hier vor allem Sandforce-Controller beweisen.

 SanDisk-Atto

Unsere Probanden mit Sandforce Controller liegen hier durchweg vor der SanDisk Extreme II, aber nur sehr knapp. Es gilt also festzuhalten dass auch der verbaute Marvell-Controller hervorragend komprimierte Daten verarbeiten kann. Sandforce bekommt hier in seiner Paradedisziplin also sehr starke Konkurrenz.

HD Tune

Der HD-Tune lässt sich hervorragend als Benchmark heranziehen, wenn es darum geht, die Kontinuität eines Laufwerks zu testen, da hier alle Sektoren bei Festplatten und alle Chips bei SSDs angesprochen werden und die Geschwindigkeit sowie die Zugriffszeit gemessen werden.

 SanDisk-HDTune

Die Transferraten sind auch hier höher als bei den ehemaligen Testkandidaten. Doch bei der Burst-Rate sieht unser aktuelles Testmodell sehr schlecht aus. Auch mehrere Testdurchläufe am Testsystem und auch an einem anderen Mainboard ergaben das gleiche Bild. Woran dies genau liegt, konnten wir leider nicht herausfinden. Da der HD Tune Benchmark aber für SSDs aufgrund der dort stark schwankender Leistungsdaten theoretisch nicht geeignet ist, verzeihen wir der SanDisk diesen Ausrutscher gerne.

SanDisk-HDTuneB

Praxis-Tests

SanDisk-Praxis

Hier muss sich die SSD je nach Test nur der Intel 520 und einmal der Kingston HyperX geschlagen geben. Zu sehen ist eine hervorragende Alltagsperformance in allen Bereichen.

Fazit

Die SanDisk SSD Extreme II mit 240GB überzeugt auf ganzer Linie und ist die bisher schnellste SSD in unserem Testlabor. Vor allem überraschte uns die Leistung bei komprimierten Daten, wo sie sogar fast an SSDs mit Sandforce-Controller vorbeizieht. In anderen Testsitiuationen ist sie bis auf sehr wenige Ausnahmen die schnellste SSD.

Trotz des etwa 30 Euro höheren Preises gegenüber des Vorgängers erhält die SSD aufgrund ihrer Leistung unsere vollste Kaufempfehlung. Gut gemacht SanDisk, den Leistungs-Award habt ihr euch dieses Mal ohne Einschränkung verdient. Falls ihr euch selbst von der SanDisk SSD Extreme II mit 240GB überzeugen möchtet, kaufen könnt ihr sie unter anderem bei Amazon für aktuell 183,53 Euro.

Leistungs Tipp Awardfür die SanDisk SSD Extreme II 240GB

Positiv:

- schnelle Alltagsleistung
- sehr schnelle Schreibraten …
- … auch bei komprimierten Daten
- schnelles Entpacken

Negativ:

- spürbar teurer als der Vorgänger

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