Test/Testbericht: Roccat Kone Pure Optical

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Die Hamburger Gaming-Schmiede ROCCAT hat zurzeit eine große Auswahl an Eingabegeräten für Gamer im Sortiment. Neben den vor wenigen Wochen neu vorgestellten mechanischen High-Tech-Tastaturen mit zwei ARM-Prozessoren und neuen, immer höher auflösenden Mäusen mit Lasertechnologie arbeiten die Ingenieure auch weiterhin an altehrwürdiger Technik und möchten auch weiter das Bestmögliche aus optischen Sensoren herausholen. So entstand die ROCCAT Kone Pure Optical, die sich trotz vermeintlich veralteter Technik in Form des optischen Sensors, preislich jedoch in der gehobenen Region einordnet.

ROCCAT Kone Pure Optical

Die Kone Pure Optical wird von ROCCAT charmant als Dankeschön an die Community bezeichnet, welche maßgeblich zur Entwicklung und dem nun schon mehr als fünf Jahre andauernden Erfolg der Kone-Serie beigetragen hat. Der verbaute optische Sensor ist eines der oft gewünschten Features vieler Spieler, welche sich neben den immer höher auflösenden Lasersensoren wieder eine Gaming-Maus mit präzisem optischen Sensor wünschten. ROCCAT möchte zeigen, dass diese Technik ganz und gar nicht veraltet ist und verpasste der erfolgreichen Kone Pure kurzerhand den Pro-Optic R3 Sensor mit einer Genauigkeit von bis zu 4000dpi. Neben der Farbgebung des Gehäuses hat sich gegenüber der Ur-Pure sonst nichts geändert, die technischen Daten sind nahezu identisch.

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Technische Daten:

– 400-4000DPI (Änderbar in 400er Schritten)
– 7 frei programmierbare Tasten
– maximale Beschleunigung: 20G
– Abtastrate: einstellbar bis 1000Hz
– Abtastgeschwindigkeit: 3,8 m/s
– 10,8 Megapixel
– 576KB Onboard Speicher
– 72Mhz Turbo Core V2 32-bit Arm based
– Beleuchtung in 16,8 Millionen Farben einstellbar
– 90g Gewicht
– 1,8 m stoffummanteltes Kabel

Lieferumfang und Verpackung

Wer bei der ROCCAT Kone Pure Optical auf viele Zugaben hofft, den müssen wir leider enttäuschen, denn viel liegt dem Nager nicht bei. Einzig ein kleines Handbuch, oder eher eine Schnellanleitung, wurde im Karton verstaut. Die Treibersoftware müsst ihr euch auf der offiziellen Homepage von ROCCAT separat herunterladen.
Alle wichtigen technischen Details und Features findet ihr wie gewohnt auch auf dem Karton selbst, der aufwendig designt wurde. Er ist aufklappbar und bietet durch ein Sichtfenster freien Blick auf die Maus.

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Design und Verarbeitung

Die Kone Pure Optical kommt wie ihr Schwestermodell in neutralem, aber dennoch leicht ergonomischem Design, welches für die rechte Hand optimiert wurde. Hier bleibt ROCCAT der Kone-Serie weiterhin treu, was auch an der allgemeinen Formgebung zu sehen ist. Eine Kone erkennt man meist bereits am Design. Im Vergleich zu der Kone+ oder XTD aus eigenem Hause und auch anderen Gamer-Mäusen fällt das Gehäuse hingegen vergleichsweise klein aus, soll aber trotzdem für alle gut bedienbar sein.

Widmen wir uns nun genauer den Tasten und dem Aufbau der Maus. Links befinden sich, neben diversen Schriftzügen, über der Daumenmulde zwei Daumentasten mit Pfeilaufdruck. Diese Tasten sind meist mit der Vor- und Zurück-Funktion des Browsers belegt, doch dazu später im Absatz zur Software mehr. Zwischen der linken und rechten Maustaste liegen zwei weitere Tasten mit + und –, welche standardmäßig die DPI-Stufe einstellen. Darüber liegt das gekerbte und gummierte Mausrad. Der Bereich um das Mausrad und die beiden Tasten ist der einzige, der aus glänzendem schwarzen Kunststoff besteht. Alles andere besitzt eine Gummierung und ist deswegen matt, das Grundgehäuse schwarz-matt und das Oberteil mit linker und rechter Maustaste grau-matt. Weitere Farben stehen euch beim Kauf nicht zur Auswahl. Ob noch eine buntere Version, wie bei der Kone Pure Color, erhältlich sein wird ist bisher noch nicht bekannt.
Dem Mausrücken wurde das ROCCAT-Logo spendiert – der Löwenkopf. Dieser ist beleuchtet und ihr habt hier die Auswahl zwischen 16,8 Millionen einstellbaren Farben.

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Die Unterseite des Nagers zieren vorne und hinten zwei Gleitpads und allerlei Informationen auf dem geklebten Typenschild. Außerdem ist dort auch der optische Sensor mittig zu erkennen.
In Sachen Verarbeitung spielt die ROCCAT Kone Pure Optical in der Oberliga, sie fühlt sich hervorragend, stabil und allgemein sehr wertig an, ist aber dennoch ein richtiges Leichtgewicht.

Software und Treiber

Die Grundfunktionen der Maus funktionieren auch ohne installierte Treibersoftware problemlos, doch wer möchte schon all die Features außen vor lassen, wenn er zu einer solchen Gaming-Maus greift?
Die Software der ROCCAT Kone Pure Optical fällt im Vergleich zu ihrem Schwestermodell ein klein wenig spärlicher aus. Dies wird hauptsächlich am verbauten Pro-Optic R3 Sensor liegen, der entsprechende Funktionen gegenüber eines Lasersensors nicht unterstützt. Zum einen ist die Lift-Off-Distance nicht einstellbar, zum anderen fällt die Tracking Control Unit weg, mit deren Hilfe ihr den Nager sonst exakt auf den Untergrund einstellen könnt. Diese Funktionen bleiben Laser-Sensoren weiterhin vorbehalten. Alle anderen gewohnten Funktionen bietet unser Exemplar mit optischem Sensor natürlich wie gewohnt. Die Tasten lassen sich komplett nach Wunsch individualisiert einstellen und auch die Leuchtfarbe des ROCCAT-Logos ist im RGB-Farbraum einstellbar.
Aufgeteilt sind alle Funktionen der Software in fünf Hauptrubriken:

Main Control – Hier stellt ihr unter anderem die Sensitivität, die auswählbaren DPI-Stufen sowie die Scroll- und Doppel-Klick-Geschwindigkeiten ein.

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Button Assignment – Die verschiedenen Tastenbelegungen sind hier einstellbar. Dabei wird zwischen Standard und Easy-Shift, der Doppeltbelegung für jede Taste, unterschieden. Auch den mitgelieferten Makromanager findet ihr hier. Bei der Easy-Shift-Belegung fehlt uns erneut die Zusatztaste, mit welcher wir die Doppeltbelegung aktivieren können. Denn durch die vorhandene Anzahl der Tasten geht so meistens eine brauchbare Funktion verloren, die umständlich über Easy-Shift woanders platziert werden muss.

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Advanced Control – Möglichkeiten zur Farbeinstellung und des zugehörigen Effektes gibt es in dieser Rubrik. Entweder ihr wählt vorgegebene Farben aus, oder stellt die Farbe in der RGB-Matrix ein. Zusätzlich könnt ihr hier noch den Lichteffekt auswählen: durchgehend leuchtend, pulsierend oder ohne Beleuchtung. Hier fehlt uns eine Möglichkeit, die Pulslänge oder auch die Leuchtstärke einstellen zu können.
Auch die Soundeffekte, die beispielsweise beim Profil- und DPI-Wechsel abgespielt werden, können hier bei Bedarf deaktiviert werden.

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ROCCAT R.A.D – Die Seite für Statistic-Liebhaber zeigt euch die bisherige Anzahl an Klicks verschiedener Tasten und wie oft ihr das Scroll-Rad bewegt habt. Zusätzlich findet ihr hier noch von der Statistik abhängige Erfolge, die nach und nach freigespielt werden.

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Update/Support – Im letzten Reiter findet ihr dann immer den aktuellsten Treiber und Links, wo ihr euch im Supportfall melden könnt.

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Die Software selbst ist dabei in Englisch gehalten, eine deutsche Erklärung der Funktionen gibt es lediglich am unteren Fensterrand. Hier lassen sich bei Bedarf auch viele weitere Sprachen einstellen. Eine Komplettübersetzung der Software wäre hier jedoch für die Zukunft wünschenswert, denn die Konkurrenz kann das ja auch.

Speichern lässt sich das alles in fünf verschiedenen Profilen, die über den Treiber oder über festgelegte Tasten an der Maus selbst aktiviert werden können. Abgelegt werden die Profile und die Einstellungen im mausinternen Speicher.
Lediglich die Statistiken zur Maus werden nicht intern gespeichert, sondern sind leider beim PC-Wechsel oder der Neuinstallation verschwunden.

Bedienung

Durch die angenehme Oberfläche und das geringe Gewicht der Kone Pure Optical ist die Bedienung ein Genuss. Auch größere Hände kommen mit dem kleinen Gehäuse gut zurecht. Der Nager gleitet ohne viel Widerstand über Mauspads aus Stoff, Metall oder aber auch einfach über den Tisch. Sogar auf einem Spiegel reagiert der Sensor, verständlicherweise aber nur dürftig. Verantwortlich ist hier die sehr hohe Präzision des bis zu 4000dpi auflösenden Pro-Optic R3 Sensors, die auf normalen Untergründen stets überzeugt. Die softwareseitige Umsetzung der Befehle gilt es ebenfalls hervorzuheben. Jederzeit landete der Mauszeiger genau dort, wo er hin sollte und alle Klicks kamen ohne Verzögerung an.
Die Tasten lassen sich alle angenehm betätigen und geben ein sanftes Klick-Feedback. Das Mausrad rattert nicht und das Drehgeräusch hört sich in beiden Richtungen gleichmäßig an. Die Drehung selbst ist dabei etwas schwergängiger. Durch die vorhandenen Einkerbungen und die Gummierung am Mausrad sind ungewollte Befehle über selbiges so nahezu unmöglich. Im Eifer des Gefechts sollte ein ungewolltes Waffenwechseln also der Vergangenheit angehören.
Etwas negativ fiel uns die Beleuchtung im Test auf. Warme Rottöne sind beispielsweise eher orange als rot, auch ist die Beleuchtung ungleichmäßig über das ROCCAT-Logo verteilt. Bei der Auswahl kalter Farben wie blau oder weiß fällt das Ganze nicht so sehr auf. Beim Arbeiten und Zocken sowieso nicht, da die Beleuchtung dann von eurer Hand verdeckt wird. Nichtsdestotrotz sieht die Beleuchtung gut aus.

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Persönliches Fazit

Die ROCCAT Kone Pure Optical ist die nahezu perfekte Maus, bei der man negative Aspekte mit der Lupe suchen muss. Sie ist präzise, hervorragend verarbeitet und angenehm zu bedienen. Die einzigen erwähneswerten Mankos im Vergleich zur Funktionsvielfalt ist unserer Meinung nach der zu hoch angesetzte Preis und die noch immer bei ROCCAT-Mäusen fehlende zusätzliche Easy-Shift-Taste, um keine Daumentaste oder Taste zum DPI-Wechsel zu verlieren. Nutzt ihr diese Funktion sowieso nicht, steht ihr auf optische Mäuse und der hohe Preis juckt kein bisschen? Dann könnt ihr hier ohne zu zögern zuschlagen. Beispielsweise bei Amazon für aktuell 69,90€.
Alle anderen bekommen bei der Kone Pure mit Lasersensor mehr Leistung und Einstellungsmöglichkeiten fürs gleiche Geld.

Positives

– sehr gute Verarbeitung
– angenehme Haptik
– gute Ergonomie für die rechte Hand
– sehr präzise
– viele Möglichkeiten in Treiber und Software

Negatives

– hoher Anschaffungspreis
– Beleuchtung verbesserungswürdig
– nur in 400dpi Schritten einstellbar
– keine Zusatztaste für Easy-Shift
– keine Bedienung mit linker Hand

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Euer Hardbloxx-Team

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