Test/Testbericht: Xbox One

Xbox One 640x320

Ihr bestellt euch etwas Schönes und könnt die Lieferung kaum noch erwarten. Ihr wartet gespannt auf den Paketboten und hofft dass ihr die Klingel nicht verpasst, denn ihr möchtet ja nicht, dass das Paket beim Nachbarn landet. Der Lieferwagen fährt vor, es klingelt… eine Unterschrift und ein paar Handgriffe später haltet ihr das Objekt eurer Begierde in der Hand. So ähnlich, ach was, genau so ging es uns am Release-Tag der neuen Xbox One. War die Vorfreude auf Microsofts neue Konsole berechtigt?

Microsoft Xbox One

Am 19.05.13 macht Microsoft den Spekulationen um eine neue Konsole ein Ende und kündigte seine dritte Spielkonsole in Form der Xbox One für den 22.11.13 an. Der Launch erfolgte weltweit in 13 Ländern parallel. Darunter wichtige Märkte in Europa, Asien, Nordamerika sowie in Australien. Im Vergleich zu ihrem direkten Vorgänger, der Xbox 360 hat Microsoft vor allen Dingen an der Leistungsschraube gedreht. Statt einer CPU von IBM und einer GPU von ATI/AMD kommt nun eine APU komplett aus dem Hause AMD zum Einsatz

Xbox OneXbox 360
ProzessorAMD Jaguar 1,75 Ghz 8 KerneIBM 1,6 Ghz 3 Kerne
ArchitekturX86PowerPC
Grafikeinheit853Mhz500 Mhz
Arbeitsspeicher8GB DDR3 (3 für System reserviert)512MB GDDR3 700Mhz
32MB eSRAM10MB eDRAM
LaufwerkBluRay-DiskDVD
Festplattenkapazität500GBVerschiedene
Universal Serial Bus (USB)3×3.05×2.0 (360 Slim)
KinectVersion 2.0 InklusiveVersion 1.0 Optional

Hier sind also bereits auf dem Papier enorme Unterschiede zu erkennen. Unter anderem konnte die reine theoretische Rechenleistung der Grafikeinheit von 240 GFLOPS auf 1,31 TFLOPS gesteigert werden und hat so mehr als das Fünffache an Leistung. Eine weitere Besonderheit der Xbox One ist der neue 32MB große eSRAM, der mit einer theoretischen Bandbreite von 192 GB/s den alten 10MB eDRAM der Xbox 360 in den Schatten stellt. Dieser schnelle eSRAM soll den leistungsschwächeren DDR3 RAM unterstützen, stellt jedoch laut Entwicklern in Sachen Spieleprogrammierung einige Hürden dar. Auch soll er zu klein sein, um ihn wirklich effektiv nutzen zu können. An dieser Stelle wird in Zukunft also viel von den Entwicklern abverlangt, um kommende Spiele zu optimieren. Einige der Launchtitel der Xbox One haben deswegen aufgrund fehlender Optimierungszeit und Erfahrung beispielsweise keine 1080p Auflösung und werden in 900p oder gar nur 720p gerendert.

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Design und Verarbeitung

Microsoft führte mit seinen Windows Phone 7 Smartphones ein neues Design in Form einer Kacheloberfläche ein, welche Ende 2011 auch seinen Weg auf das Dashboard der Xbox 360 und ein Jahr später auch mit Windows 8 auf den PC fand. An dieses Design ist auch das Gehäuse der neuen Xbox One angelehnt, quadratisch und mit klaren Kanten.
Auf der Vorderseite der Box findet ihr links das Slot-In-BluRay-Laufwerk und rechts das Xbox-Logo, welches im Betrieb leicht weiß leuchtet. Dort könnt ihr eure Konsole auch durch Berührung ein- und ausschalten. Die Leuchtkraft ist nicht zu stark, wodurch die Leuchte im Betrieb keinesfalls stört. Auf der linken Seite findet ihr im vorderen Bereich einen USB-3.0-Anschluss, der die vielen Anschlüsse der Rückseite ergänzt. An der Front und auf der Oberseite kommt viel glänzender Kunststoff zum Einsatz, was sehr gut aussieht, aber ein Magnet für Staub und Fingerabdrücke ist. Ansonsten findet ihr am Gehäuse jede Menge Lüftungsöffnungen, um eure One ausreichend kühlen zu können. Eine gute Verbesserung im Vergleich zur ersten Xbox 360, die öfters Hitzeausfälle zu beklagen hat.

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Hinten an der Box findet ihr dann alle weiteren Anschlüsse für das Netzkabel, HDMI-In und Out, einen optischen Ausgang, zwei USB-Anschlüsse, eine Buchse für Kinect, eine für LAN und einen Anschluss für einen optionalen Infrarot-Blaster. Für eine optische Audioausgabe ist also, genau wie bei der Xbox 360 Slim, ebenfalls kein Komponentenkabel mehr notwendig.

Das Netzteil der One liegt, wie auch schon bei den Vorgängern, außerhalb der Konsole. Ein Nachteil ist hier, dass der große Kasten ebenfalls irgendwo in der Nähe eures Fernsehers und der Konsole untergebracht werden muss. Der Vorteil ist, dass die Konsolenhardware nicht durch die Abwärme des Netzteils aufgeheizt wird und im Falle eines Defektes nicht unbedingt die ganze Konsole eingeschickt werden muss. Das Netzteil kommt im gleichen Design wie die Konsole selbst, schwarz mit einer Mischung aus Lüftungsgittern und Klavierlack.

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Die Verarbeitung des Gehäuses der Xbox One sowie die Materialwahl sind sehr gut, auch wenn die großflächige Verwendung des glänzenden Kunststoffs sicherlich Geschmacksache ist. Scharfe Kanten und unschöne Spaltmaße gibt es bei unserer One keine, hier wurde ganze Arbeit geleistet.
Einen kleinen Kratzer konnten wir sofort nach dem Auspacken dennoch entdecken. Dieser befindet sich glücklicherweise auf der Rückseite neben den Anschlüssen und ist normalerweise nicht sichtbar.

Controller

Der neue Controller der Xbox One gleicht in der Grundform sehr der seines Vorgängers. Hier liegen die Verbesserungen im Detail. Genauer gesagt liegen sie in den mehr als 40 Details, die Microsoft hier geändert hat. Das Meiste davon passierte jedoch unter der Haube und dürfte vielen Spielern kaum oder gar nicht auffallen. Direkt ersichtlich ist das wegfallende Batteriefach an der Unterseite, denn dieses hat nun den Weg in das Innere gefunden und ist so weniger störend. Praktisch ist, dass weiterhin handelsübliche AA-Batterien und Akkus genutzt werden können. So könnt ihr einfach Batterien tauschen und müsst nicht das lästige Kabel anschließen. Optional kann auch das Play & Charge Kit erworben werden, welches Akku und Ladekabel besitzt.

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Übrigens, der Controller kann auch mit diesem Kabel, einem normalen Micro-USB-Kabel, direkt an der Konsole angeschlossen werden. Die Batterien sind dann aber sicherheitshalber zu entfernen. In diesem Fall überträgt der Controller laut Aussagen von Microsoft die Eingaben dann auch per USB und nicht über Funk. So kann der Controller problemlos am heimischen PC angeschlossen werden, wenn entsprechende Treiber von Microsoft im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Eine weitere Änderung ist die Anordnung und Funktionsweise des Steuerkreuzes. Dieses ist nun keine runde Wippe mehr, sondern ein richtiges Kreuz mit digitaler Eingabe. Microsoft verspricht damit eine bessere Nutzbarkeit der 4 Tasten. Der zentrale Xbox-Button wanderte weiter nach oben, wodurch der neue View- und der Menü-Button näher rücken konnten. Diese ersetzen den Back- und Start-Button des Xbox 360 Controllers.

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Die eindrucksvollsten Neuerungen sind hingegen die neuen Schultertasten. Diesen wurden Vibrationsmotoren verpasst, welche euch ein noch besseres Feedback liefern. So konnten wir im Test spüren, sobald unsere Reifen bei Forza 5 anfingen durchzudrehen oder selbige beim Bremsen blockierten. Ein exakteres Dosieren von Gas und Bremse wird dadurch ermöglicht. Vorne am Controller findet ihr den Anschluss für das mitgelieferte Headset. Auf der Rückseite neben dem Micro-USB-Anschluss gibt es dann noch Leuchtdioden, mit deren Hilfe die Xbox über Kinect den Controller einem bestimmten Spieler zuordnen kann, um dessen Einstellungen zu laden. Auch kann die Xbox Controller-Bewegungen erkennen und so können Entwickler entsprechende Features in ihre Games einbauen.
Auch die Ergonomie wurde weiter optimiert. Der Xbox One Controller liegt noch ein Stückchen besser in der Hand und die Tasten und Joysticks sind besser zu bedienen. Unserer Meinung nach wurde der Xbox 360 Controller an den entscheidenden Stellen verbessert und aus einem sehr guten Controller wurde ein noch besserer, mit dem es sehr viel Spaß macht zu zocken. Auch hier ist die Verarbeitung nahezu perfekt bei angenehmer Materialwahl.

Kinect 2.0

Kinect war bereits bei der Xbox One ein ordentliches Stück Hardware, die Technologie hatte es sogar in den medizinischen Bereich geschafft, um beispielsweise Systeme zu bedienen, ohne sterile Hände und Handschuhe zu verschmutzen.
Diese Technik wurde in Version 2.0 von Microsoft weiter verfeinert und unter anderem eine bessere Kamera eingebaut. Kinect 2.0 beherrscht so die Tonaufnahme durch vier MikrofOne, FullHD Video und kann die Kamera bei Bedarf auch auf Nacht- oder Infrarotsicht umschalten, um den Raum im Dunkeln und auch dreidimensional zu erfassen, dann jedoch bei geringerer Auflösung. Die Kamera soll laut Microsoft sogar den Pulsschlag eines Menschen erkennen können – perfekt für Fitnessprogramme.

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Durch den integrierten Infrarotsender können auch Fernsehgeräte gesteuert werden. So kann der Sprachbefehl „Xbox An“ bei entsprechend eingerichteter Hardware die Xbox selbst und auch den angeschlossenen Fernseher einschalten. Über Sprachbefehle ist es zusätzlich möglich, während des Zockens den Fernseher lauter und leiser zu stellen.
Ihr könnt mit Kinect 2.0 nahezu alle Menüs und Apps an der Xbox One bedienen. Greift die Spracheingabe nicht, zum Beispiel in den Einstellungen, könnt ihr durch Gesten mit Händen und Armen zum Ziel gelangen.

Auch wenn Kinect von vielen Hardcore-Gamern nicht gewünscht ist, so hat nun immerhin jeder Xbox One Spieler eine solche Kamera zu Hause. Dies ermöglicht den Entwicklern, viele neue Ideen in ihren Spielen umzusetzen, ohne Angst haben zu müssen, dass ein Großteil der Spieler davon überhaupt keinen Nutzen hat.

In unserem Test konnte Kinect fast überall überzeugen, gelegentliche Aussetzer der Sprach- und Bewegungserkennung hatten wir dennoch. Ob dies ein Problem seitens der Software ist oder ob es an unserem fehlenden motorischen Feingefühl liegt können wir derzeit nicht sagen, da wir jedoch in Spielen keine Probleme damit hatten, schieben wir es einfach mal auf die Software.

Falls ihr jedoch überhaupt keine Lust auf die Funktionen von Kinect 2.0 habt, könnt ihr es in den Einstellungen auch deaktivieren oder es einfach gar nicht erst anschließen. Die Sprach- und Gestensteuerung fällt dann natürlich weg. Empfehlenswert ist es auch, in den Einstellungen die Nutzung von Kinect für Ingame-Chat zu deaktivieren und dies nur bei Bedarf einzuschalten.

Entertainment

Die Xbox One wird von Microsoft nicht nur als Spielekonsole, sondern auch als Entertainment-System fürs Wohnzimmer beworben. Durch den HDMI-Eingang an der Konsole können hier Receiver, kompatible Fernseher oder sogar andere Konsolen angeschlossen werden. Ob das Anschließen einer Konsole hier Sinn ergibt, sei dahin gestellt, doch bei Receivern könnt ihr so während des Spielens auch Fernsehen oder Videos schauen. Bisher funktioniert dies in Deutschland aufgrund fehlender Kooperationen mit Fernsehanbietern jedoch leider noch nicht so, wie Microsoft es sich vorstellt. Hier hoffen wir auf baldige Besserung. Durch die Integration eines DVB-C Receivers und Smartcardlesers hätte dieses Problem umgangen werden können, was aber sicherlich in einem Gesamtpreis weit über 500€ resultieren würde. Ein weiteres Gerät hättet ihr euch dadurch nämlich auch sparen können.

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Xbox One OneGuide_TV Listings_US

Durch das BluRay-Laufwerk, welches endlich den Weg in die Konsole geschafft hat, eignet sich diese nun auch problemlos als BluRay-Player. Sie besitzt nahezu jede Funktion, die ein solcher Player ebenfalls bietet. Zum Beispiel starten bereits angefangene BluRays an genau der Stelle, wo ihr den Film vorher abgebrochen habt – wie man es von einem normalen Player gewohnt ist.

Betriebssystem und Oberfläche

Die Kacheloberfläche der Xbox One lässt sich ebenso intuitiv und einfach bedienen, wie noch auf der Xbox 360. Leider sind Symbole und Programme unter „Meine Apps“ jedoch oft durcheinander angeordnet, da die zuletzt geöffnete App oder das letzte Spiel immer vorn als erstes angezeigt wird. Möchtet ihr etwas Ordnung schaffen, lassen sich häufig genutzte Programme und Spiele auf Wusch auf der Startseite anpinnen.

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Viele Xbox One Spiele müssen auf der 500GB großen internen Festplatte installiert oder als DLC komplett heruntergeladen werden. Praktisch ist, dass ihr je nach Spiel schon nach 20-50% Fortschritt mit dem Zocken loslegen könnt. Den Rest erledigt die Xbox One dann im Hintergrund. Hier seid ihr jedoch zu Beginn verständlicherweise etwas eingeschränkt. In Battlefield 4 könnt ihr dann nur die Kampagne spielen oder bei FIFA 14 nur Freundschaftsmatches mit englischen Kommentatoren bestreiten. Aber die Wartezeit, bis der Titel komplett startklar ist wird dadurch sehr viel angenehmer.

Apps

Da das Betriebssystem auf dem Windows 8 Kernel basiert, sollte es auch möglich sein, Apps, die bereits für Windows 8 entwickelt wurden zu portieren. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es jedoch leider nur wenige Programme im Store, die ihr herunterladen könnt. Dazu zählen gute Streaming Apps wie Lovefilm, Watchever und Youtube. Auch Skydrive, Skype und der Internetexplorer haben den Weg auf die Xbox gefunden, letzterer jedoch leider ohne Flashunterstützung. So könnt ihr beispielsweise von der Couch auf Bilder zugreifen, die ihr online in der Cloud gespeichert habt. Darüber hinaus könnt ihr auch Videotelefonate mit Freunden über die Kinect-Kamera führen. Die Umsetzung der einzelnen Apps ist in Ordnung und die getesteten Funktionen liefen problemlos auf unserer Xbox One. Auch die Steuerung per Geste funktionierte nach etwas Übung sehr gut.

Xbox One Skype_1 to 1_OneGuide Snapped
Xbox One SkyDrive_Pictures

Mit der App GameDVR könnt ihr Spielszenen durch einfache Sprachbefehle aufzeichnen. Das ist ein praktisches Feature, was jedoch noch nicht ganz ausgereift ist. Einstellungsmöglichkeiten habt ihr hier nur sehr wenig. Lediglich die Länge des Clips lässt sich, auf maximal 5 Minuten, ändern. Die Auflösung von 720p bei einer Bildrate von 30fps ist ebenfalls fest und nicht änderbar. Hier sollte Microsoft mindestens das Zeitlimit nach oben schrauben, um ohne HDMI-Grabber längere Videos aufzeichnen zu können. Aufgenommene Videos können dann anschließend im Upload-Studio bearbeitet und mit Effekten versehen werden. Dort könnt ihr dann auch zusätzlich Kinect-Aufnahmen und Kommentare hinzufügen.

Xbox One Upload Snapped_Killer Instinct

Leistungsaufnahme und Energiesparmodus

Die Xbox One bietet euch zwei unterschiedliche Einstellungen des Standby. Im normalen Standby ist die Leistungsaufnahme mit weniger als 0,1 Watt für uns nicht messbar. Hier müsst ihr jedoch auf die Komfort-Features wie Einschalten durch Spracheingabe oder auf das schnelle Hochfahren verzichten. Im Modus „Schnelles Hochfahren“ habt ihr diese Einschränkung nicht und die Xbox ist nach dem Einschalten blitzschnell startklar und ihr könnt loslegen. Hier werden dann auch Updates während der Ruhezeit installiert, wodurch eine Installation beim Starten der Konsole nicht mehr nötig ist. Das hört sich ja alles schön an, aber es resultiert in einem sehr viel höheren Standby-Verbrauch von etwa 16 Watt, was auf Dauer recht teuer werden kann.
Unter Last liegt die Xbox One vor allem in Spielen über dem Niveau des direkten Vorgängers, der Xbox 360 Slim, aber weit unter dem der ersten Xbox 360. Beim Streamen von Videos über Youtube unterscheiden sich die Verbrauchswerte nur marginal.

Xbox One 500GBXbox 360 Slim 250GB
Standby>0,1 Watt>0,1 Watt
Schnellstart15,8 Watt-/-
Leerlauf im Dashboard68,5 Watt67,8
Spielen110,2 Watt94,2
Streamen75,5 Watt78,5

In der Praxis…

… macht die Xbox One richtig viel Spaß. Die zum Launch verfügbaren Titel können sich sehen lassen, denn für fast jeden Spielertyp ist etwas dabei. Action und Shooterfans bekommen genau wie Rennfahrer und Sportler eine große Auswahl geboten. Einzig Rollenspielfans müssen sich noch etwas gedulden. Doch auch diese sollen im kommenden Jahr mit neuen Games versorgt werden.

Nach einer kurzen Eingewöhnung findet ihr euch auch im neuen Dashboard gut zurecht. Doch für die kommenden Wochen und Monate sollte Microsoft hier noch etwas Arbeit in Updates investieren, denn zum einen gönnt sich die Konsole manchmal kleine Denkpausen beim Aufbau der Menüs und auch das Starten von Apps und Spielen geht manchmal nur verzögert von statten oder muss mehrmals durchgeführt werden.
Auch sollte Microsoft noch eine Funktion liefern, durch die es möglich ist, den freien Festplattenspeicher anzuzeigen. Derzeit gibt es lediglich eine Meldung auf der Steuerung und im Benachrichtigungscenter, wenn der Speicher knapp wird. Danach ist Löschen angesagt.

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Die Xbox One ist im Betrieb angenehm leise und beim Spielen oder Fernsehen kaum wahrnehmbar. In stiller Umgebung ist die Festplatte leicht hörbar und auch bei der BluRay-Wiedergabe surrt das Laufwerk angenehm leise vor sich hin. Bei der Installation von Spielen auf die interne Festplatte legt es hingegen kräftig zu und ist deutlich hörbar. Gut, dass dies nach der Installation vorüber ist. Ansonsten könnt ihr manchmal in sehr leisen Passagen auch den mächtigen Lüfter der Xbox One hören. Weitere Lüfter gibt es auch im Kinect und im Netzteil, wobei man letzteren nur im Standby-Modus „schnelles Hochfahren“ als eigenständige Geräuschquelle ausmachen kann. Der Lüfter im Kinect-Sensor war bei uns zu keinem Zeitpunkt im Test hörbar, falls er überhaupt eingeschaltet war.

Viele der aktuell auf der Xbox One erhältlichen Titel laufen leider nicht auf voller 1080p Auflösung, sondern werden intern hochskaliert. Doch was die Konsole in skalierten 720p oder auch 900p auf den Fernseher zaubert, kann sich bereits sehen lassen. Die Spiele sehen beeindruckend aus, auch ohne Kantenglättung. Durch Optimierungen und erfahrenere Programmierer wird hier mit der Zeit noch viel mehr möglich sein. Bei der vergangenen Generation hat GTA V gezeigt, was auf der alten Hardware noch möglich ist. Nicht auszudenken, was uns noch erwarten wird. Titel wie Forza 5 und Need For Speed Rivals, welche auf voller 1080p Auflösung laufen, sind ein „Grafikfest“. An die hohe Qualität aktueller Gaming-Rechner kommt die Optik jedoch leider nicht ran.

Die Power der Cloud, mit welcher die Xbox One umworben wurde, konnten wir außer in Forza Motorsport 5 noch nicht wirklich spüren. Und auch dort fällt ihr Einfluss nur gering auf. Denn eure Konsole lädt sich lediglich eine an das Fahrverhalten anderer Spieler angepasste KI herunter, wodurch euch ein realistischeres Fahrvergnügen in Form einer KI mit menschlichen Einflüssen geboten werden soll. Inwieweit die Cloud in Zukunft weiter in Spiele integriert werden wird, ist abzuwarten.

Xbox Live Gold und Mikrotransaktionen

Der berühmt-berüchtigte Online-Service der Xbox ist auch mit der One wieder mit an Bord und verspricht Multiplayerspaß im Internet und die Möglichkeit zur Nutzung von zahlreichen Onlineservices. Ohne ihn könnt ihr eure Xbox One eigentlich nur als reine Spielekonsole nutzen. Denn dann müsst ihr neben dem Onlinespielen auch auf viele nette Zugaben wie Skydrive, Skype und andere Dienste verzichten, die über das Internet laufen. Einzig System- und Spieleupdates können ohne Gold-Mitgliedschaft heruntergeladen werden. So lässt sich festhalten, wer mehr mit der Xbox One anstellen möchte, außer zu Hause lokal darauf zu zocken, der sollte sich eine Gold Mitgliedschaft zulegen. Diese gibt es direkt bei Microsoft über den Store oder bei anderen Händlern als Prepaid-Karten und Keys.
Weiterhin gibt es zu vielen der bisher erschienen Titel auf der Xbox One die Möglichkeit sogenannte Mikrotransaktionen durchzuführen, durch diese könnt ihr euch im Store gegen Echtgeld beispielsweise Ingame-Guthaben, XP-Boosts oder auch virtuelle Fahrzeuge kaufen. Wer nicht aufpasst hat hier schnell einige Euro bis hin zu 60-70€ für Zusätze ausgegeben. Diese Entwicklung geht in die falsche Richtung, denn ein halbes Spiel zum Vollpreis kaufen und die andere Hälfte dann nach und nach hinzukaufen zu müssen ist inakzeptabel. Doch hier liegt die Schuld nicht nur bei Microsoft, auch die Entwickler und Publisher haben hier ihre Finger im Spiel.

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Persönliches Fazit

In vielen Augen ist die Xbox One technisch schwächer und viel zu teuer im Vergleich zur Konkurrenz aus Fernost. Das stimmt, sie ist teurer und auf dem Papier besitzt sie etwas weniger Leistung, doch wird man das künftig merken? Wir gehen nicht davon aus.
Haben sich die Entwickler nämlich erst einmal an beide neuen Konsolen gewöhnt und kennen die Kniffe, die sie für bessere Leistung anwenden müssen, dürfen wir uns auf hervorragend aussehende Titel freuen. Und hoffentlich erhalten sie dann mehr Zeit für frische und neue Ideen in Sachen Gameplay und abseits von Grafik. Und an dieser Stelle setzt die Cloud mit mehr als 300.000 Servern und Kinect 2.0 ein. Denn Next-Gen ist nicht nur gute Grafik und auch eine gute Grafik ist nicht alles was ein gutes Spiel ausmacht.

Durch die vielen Negativmeldungen im Voraus der Veröffentlichung greifen die derzeitigen Käufer wohl nur aus Überzeugung zur Xbox One. Doch auch alle anderen, die einfach nur eine Konsole möchten, können ohne ein schlechtes Gewissen zuschlagen. Denn für die aktuell 499 Euro bekommt ihr mit Kinect 2.0 und dem neuen Controller auch jede Menge Features neben leistungsfähiger Technik, die einfach Spaß machen. Wir hoffen auf weitere nette Ideen, welche die Entwickler mit Hilfe von Kinect und der Cloud umsetzen können.

Wenn ihr jedoch noch warten und beobachten möchtet, ist das verständlich. Denn früher oder später wird es auch hier wieder Preisanpassungen, neue Revisionen und interessante neue Bundles geben. Aber auch wenn ihr euch schon jetzt für eine Xbox One entscheidet, macht ihr nichts falsch.

Positiv

– viele Neuerungen

– überzeugendes Kinect 2.0 mit nur wenigen Aussetzern

– Controller weiter verbessert

– sehr gute Verarbeitung

– großes Spieleangebot zum Launch

– viele Features und Rohleistung, …

Negativ

– …die jedoch noch nicht alle genutzt werden

– ohne Gold Mitgliedschaft viele Nachteile

– laut bei Installationen von BluRay-Disks

– braucht lange beim Starten aus Standby

– wenige Apps zum Start

– starke Tendenz zu teuren Mikrotransaktionen

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Euer Hardbloxx-Team

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