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Test/Testbericht: Next Car Game Sneak Peek v2.0



Seit Jahren geben Spieleentwickler den Spielern mit Betas und ähnlichem die Chance, die Games in verschiedenen Entwicklungsphasen zu sehen. Manche verkaufen in der Zeit schon einen Teil der Lizenzen und es kommt einfach Geld rein, andere hoffen auf Rückmeldung und breitere Tests aus der Community, um das Spiel letztlich auch für die Spieler besser zu machen. Die finnische Spieleschmiede Bugbear, die unter anderem durch die FlatOut-Reihe bekannt geworden ist, lässt nun Spieler an ihrem jüngsten Spross mit dem Arbeitstitel “Next Car Game” schnuppern. Next Car Game Technology Sneak Peek v2.0 ist derzeit Vorbestellern des fertigen Spiels vorbehalten. Wir haben schon reingeschnuppert und wollen euch davon berichten.

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Nur ein Sandkasten

Das sollte vorab klar sein. Im aktuellen Stadium haben wir hier natürlich kein vollwertiges Spiel vorliegen. Es soll eine Techdemo sein, eine Vorführung des Möglichen. Was möglich ist, zeigt sie recht gut und möglich ist viel. Man kriegt zu Beginn eine Erklärung der Steuerung eingeblendet und startet dann mit dem Testwagen auf einer weißen Fläche, inmitten einer großen, weißen Welt. Umzingelt von einem Haufen KI-Fahrer, von denen manche auf Kollision aus sind und andere nur ihre Donuts drehen wollen. Fährt der Testpilot dann los und schaut sich die Welt an, sieht er eine Menge Parcours, Stuntareale und Zerstörungsmaschinen, wobei vor allem Stunts und das Zerstören des Fahrzeugs bei FlatOut ja oft nah beieinander lag. Da gibt es sportlich anmutende Herausforderungen, wie einen Looping, einen Parcours, der einer Achterbahn ähnelt, einen Ski-Schanzen-ähnlichen Weitsprung, eine senkrechte Wand mit Höhenmesslatten, die man mit Anlauf bezwingen muss und so weiter. Dem gegenüber stehen der riesige Hammer, der auf alles unter sich eindrischt, die Kanone, die im Logo des Sneak Peak v2.0 besonders erwähnt wird, stachelige Walzen, bei denen der Wagen sicherlich nicht mehr fahrbereit auf der anderen Seite rauskommt, eine Riesenspinne, deren Beine alles zertrampeln und einige weitere Folterwerkzeuge, die wahrscheinlich nicht im fertigen Spiel ankommen, sondern lediglich zum Testen des Schadensmodells dienen.

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Eine Wagen- oder Level-Auswahl gibt es nicht, lediglich die KI lässt sich abstellen und man kann mit zwei verschiedenen Tasten den Wagen reparieren oder ihn unrepariert neu aufsetzen. Damit lässt sich schon einiges anfangen, weil man so quasi jederzeit neustarten kann. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, das “Schießen” zu aktivieren und durch die verschiedenen “Projektile” zu wechseln. Diese Funktion bleibt wohl auch kaum in einem finalen Stadium des Spiels enthalten, sie dient jedoch wunderbar dazu, Physik und zerstörbare Objekte zu testen, die übrigens zusammen mit dem Wagen wiederhergestellt werden. Als Projektile dienen Holzkisten, Betonklötze, Betonkugeln etc. Für sie gibt es blaue Metallfässer, Stahlbetonsäulen, Kisten und sogar einige texturierte Objekte wie Minen-Förderbänder, die allesamt zerstörbar und beweglich sind.

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Spielbarkeit

Gerade bei den Parcours fühlt sich die Steuerung nicht gut an. Wenn man mit dem Auto vorsichtig Gas geben will, weist dieses kaum Traktion auf, weil ein Tastendruck Vollgas und durchdrehende Räder bedeutet. So kommt man nicht gut durch die Aufgabenlandschaft. Ob das dem zu glatten, weißen Testareal oder zu Testzwecken übertriebenen Physik geschuldet ist, bleibt unklar. Allerdings ist Fingerspitzengefühl auch nie eine Schlüsselqualifikation in der vorangegangenen FlatOut-Reihe gewesen. Es geht um Vollgas und das kann schon die Techdemo super. Sprünge, Schanzen, Loopings, Drifts, Kollisonen. Das sind die Gründe für so ein Spiel und das auszuleben ist ein Kindheitstraum vieler Spieler. Physik und Schadensmodell sind hervorragend, obwohl das Auto fast zu schnell kaputtgeht: Es ist möglich, mit nur einem Schanzensprung und der darauffolgenden harten Landung auf alle vier Räder das Auto derartig zu zerstören, dass es zumindest kein Rennen mehr gewinnen würde. Das mag realistisch sein, würde ein finales Rennspiel aber immens erschweren. Wahrscheinlich ist der Schaden aber auch bewusst erhöht worden, um dessen Auswirkungen besser testen zu können. Eine Fahrt durch die stacheligen Walzen endet meist als runder, verworrener Blechklumpen, der wohl nur in der Sneak-Version einen unbeirrt laufenden Motor besitzen kann.

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Stabiles Fundament

Die hier getestete Engine hat auch grafisch einiges zu bieten. Neben schöner Belichtung und Glanzeffekten haben alle Objekte Wurfschatten, die erst in sehr großer Distanz verblassen. In einem Rennspiel wäre bis dahin schon längst eine Kurve und man würde das nicht mitkriegen. Andere Effekte wie Bewegungsunschärfe fallen beim normalen Spielen dank hoher Framerate nicht bewusst auf, runden das visuelle Paket aber ab. Erst auf Screenshots oder bei provozierten Rucklern durch zu viele geschossene Betonkugeln in ein Meer aus Reifen und Metallfässern kriegt man diese mit. Diese konstant hohen Frameraten wissen zu gefallen. Auf dem getesteten Notebook mit AMD A10-5750M-APU und dedizierter AMD HD 7970M-GPU brechen diese beim ersten Schuss in die zerstörbaren Objekte noch lange nicht ein. Modernen Desktops dürften also auch bei grafisch aufwändig gestalteten Leveln nie die Reserven ausgehen.

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Fazit

Es ist schwer, ein Spiel zu beurteilen, das noch keines ist. Die getestete Technology Sneak Peek v2.0 zeigt ganz deutlich, was alles möglich ist. Man verzeiht ihr aber ganz schnell, wenn irgendetwas zu stark ausgeprägt ist oder einfach fehlt. Die Grafik kann jetzt schon mit schönen, zeitgemäßen Effekten glänzen. Level, Modelle, Schmutz-Effekte sind in dieser Version nicht drin und können nicht beurteilt werden. Der Soundtrack ist ebenfalls noch nicht da. Lediglich die Motoren dröhnen ordentlich und stehen anderen actionreichen Rennspielen in nichts nach. Die Physikengine fühlt sich gut an, Objekte verhalten sich so, wie man es von ihnen erwartet. Holzkisten zersplittern, wenn man durch sie hindurchfährt, während die großen Betonkugeln nur träge wegrollen und stattdessen das Auto als Totalschaden hinter sich lassen. Das Schadensmodell ist sehr gut. Die Fahrzeuge bekommen ihre Beulen und Dellen genau da, wo man den Schaden anrichtet. Die Extrembeispiele wirken geradezu unrealistisch. Man wird sie im fertigen Spiel aber wohl auch nie antreffen, weil es keine solchen Zerstörungsfabriken geben wird und der Motor wahrscheinlich eher den Geist aufgibt oder das Auto in Hollywood-Manier explodiert. Aus den bereitgestellten Stunts lassen sich jetzt schon FlatOut-artige Sportdisziplinen erahnen. Sie lassen auf mehr hoffen.

Aufgrund des frühen Entwicklungsstadiums lassen wir die Wertung an dieser Stelle aus und warten damit auf einen fertigen Titel, der klare Level und Funktionen aufweist. Stattdessen zeigen wir euch zum Schluss lieber bisher veröffentlichtes Bildmaterial, das veranschaulicht, wie sich die Entwickler das finale Spiel vorstellen:

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Euer Harbloxx-Team
Testbericht erstellt von Hardbloxx.ecth

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