Test / Testbericht: Tesoro Gandiva H1L Gaming Mouse

Beitragsbild Tesoro Gandiva

Gandiva – dieser Name steht für den gefürchteten magischen Bogen des größten Kämpfers im Mahabharat-Krieg, Arjuna! Als Tesoro im März 2013 den ersten Prototypen seiner neuen Highend Gaming Mouse vorstellte, war bereits klar, dass es sich um etwas Herausragendes handeln muss. Das futuristische Design, der besonders hochauflösende AVAGO 9800 Sensor und die heroische Beschreibung seitens des Herstellers zeichnen ein klares Bild. Ob es sich allerdings wirklich um eine so präzise Gaming Waffe handelt, die sich unbedingt jeder Enthusiast zulegen sollte, oder ob es doch mal wieder mehr Schein als sein ist, erfahrt ihr hier im Test auf Hardbloxx.de!

 

Tesoro Gandiva 7
Tesoro Gandiva 4

Technische Daten

•    8200 DPI Laser-Sensor – AVAGO 9800 mit High-Speed Bewegungserkennung und Beschleunigung
•    Einstellbare DPI bezüglich X-und Y-Achse. Schritte können vom Benutzer definiert werden
•    1000Hz Ultra-Polling-Rate-Control  (125/250/500/1000)
•    128KB Onboard-Speicher
•    8 unabhängig programmierbare Tasten
•    5-Mapping-Sets, 40 Makrotasten
•    Einstellbare Vollfarb-LED-Steuerung
•    Shooting Speed Control
•    Omron Switch Technology – exklusiv für Tesoro
•    Lift Off Distance Control (LOD-Steuerung)
•    Userfreundliche Benutzeroberfläche für einfache Konfiguration
•    Vergoldeter USB Anschluss mit geflochtenem Kabel
•    Kompatibel mit Windows XP/Vista/7/8

Lieferumfang

Die Tesoro Gandiva H1L kommt in einem Trapezkarton daher, der in einem violetten Design gehalten ist. Auch der legendäre Bogen des Arjuna – Namensgeber der Maus – ist natürlich zu sehen. Insgesamt ein sehr passendes Design, was aber vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Zum Glück kommt es aber in der Regel eh mehr auf die inneren Werte an.

Der Deckel der Verpackung ist nur mit Klettband befestigt, sodass man schnell das eigentliche Prunkstück zu Gesicht bekommt.

Leider war es das dann auch schon an optischen und inhaltlichen Rafinessen. Ansonsten ist der Lieferumfang nämlich reinster Standard, wie er auch bei jeder 08/15-Maus beiliegt. Eine Treiber-CD, eine Quick-Start-Anleitung (mit nur wenig hilfreichen Informationen), ein Informationsblatt zur Produktpalette von Tesoro und das war’s. Von einer Maus in diesem Preissegment und mit dem Anspruch, eine der besten ihrer Art zu sein, hätte man mehr erwarten können. Schade. Eine kleine „echte“ Bedienungsanleitung (die auch nicht online verfügbar ist) oder Ersatzgleitfüße wären schön gewesen.

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Design / Verarbeitung

The Transformers are back! So oder so ähnlich lautete wohl das Leitmotiv bei der Entwicklung der Tesoro Gandiva H1L. Durch das außerirdisch anmutende Design hebt sie sich definitiv von einem Großteil der bekannten Marken ab. Nicht jeder wird dieses Design lieben, doch es gibt sicherlich viele, die genau so etwas suchen. Besonders das saftige Blau der LED-Beleuchtung in Kombination mit der mattgrauen, leicht angerauten Oberfläche weiß zu gefallen.

Die Verarbeitung ist, der Preisklasse entsprechend, auf einem sehr hohen Niveau. Es gibt keinerlei scharfe Kanten, es klappert nichts und generell kann man sagen, dass die Maus einen sehr soliden Eindruck hinterlässt. Dank des 1,8m langen faserummantelten Kabels sollte man auch in hektischen Situationen immer genügend Handlungsspielraum haben.

Installation / Software

Von den meisten modernen Mäusen ist man es gewohnt, dass man sie einfach in einen freien USB-Port steckt, kurz wartet und fertig. So ist es natürlich auch hier. Das Plug&Play Prinzip funktionierte tadellos. Alle voreingestellten Funktionen der Maus lassen sich auch jetzt schon nutzen, ganz ohne einer Installation der mitglieferte Zusatzsoftware. Das gilt auch für die Einstellung der 5 Standard-DPI-Werte .

Wäre dies allerdings schon alles, würde man sich wohl kaum im High-End-Segment befinden. Also Laufwerk auf, CD rein und Zusatzsofware installiert. Das knapp 16MB große Tool ist ruckzuck installiert und erst jetzt erkennt man den riesigen Funktionsumfang der H1L. Jede der insgesamt 10 Tasten lässt sich individuell belegen, bis zu 40 Makros sind möglich. Wer will, kann außerdem die Beleuchtung verändern. Es lassen sich dutzende verschiedene Farben wählen und die LEDs können sogar gedimmt werden. Hier taucht dann aber doch das erste kleine Ärgernis auf. Lediglich die Mausradbeleuchtung sowie das Tesoro-Logo lassen sich farblich anpassen, der Rest bleibt blau. Wer sich also eine Maus gewünscht hat, die sich farblich wirklich an euren Stil anpasst, wird hier leider enttäuscht, das wäre einer der Wünsche für einen eventuellen Nachfolger. Aber nun zu den erstklassigen inneren Werten. Dank des AVAGO 9800 Sensors kann man nämlich getrennt von einander die Sensibilität in X- und Y-Richtung auswählen. Desweiteren stehen euch 5 frei programmierbare Abstufungen zur Verfügung. Die Standardwerte sind hier 800, 1800, 4000, 6400 und 8200 DPI in beide Richtungen. Hinzu kommen Einstellmöglichkeiten für Winkeleinrastung, Aufnahmegeschwindigkeit, Abfragegeschwindigkeit sowie Liftoff-Distanz. Wer damit fertig ist, hat aber gerade einmal 1/5 hinter sich, denn insgesamt stehen 5 Zuordnungen im Programm zur Verfügung und in jeder können die oben genannten Einstellungen erneut angepasst werden. Ist man mit allem fertig, wird euch wohl doch noch eine Sache sauer aufstoßen. Der Speichervorgang dauert etwa 30s und zwar unabhängig davon, wie viel ihr an den Einstellungen geändert habt. Das ist einfach nicht zeitgemäß… Mit einer Gamingmaus verbindet man ja schließlich nicht das Warten auf die Bahn. Zwar hat die Maus den Vorteil, dass alles auf dem integrierten Speicher geladen wird, sodass man an jedem PC die gleichen Einstellungen hat. Doch sollten die Ladezeiten der Preis des ganzen sein, dann ist es das definitiv nicht wert. Es ist so schlicht unmöglich „schnell“ in ein voreingestelltes Profil zu wechseln.

Insgesamt ist das Tool auf jeden Fall relativ gut gelungen, intuitiv bedienbar, wirft kaum Fragen auf und im Grunde sind alle relevanten Funktionen vorhanden, mit 16MB ist es zusätzlich auch noch angenehm unauffällig im Speicher.

 

Gandiva Software

Bedienung

Was jedem sofort auffallen dürfte, sind die hervorragenden Gleiteigenschaften der Teflonfüße. Manch einer würde da vielleicht auch schon kritisieren, dass er zuwenig Rückmeldung von der Maus erhält. Wir finden es allerdings klasse, so wie es ist. Bauartbedingt ist die H1L natürlich nur für Rechtshänder geeignet (…jaja immer diese Diskriminierung…). Da könnte man eigentlich meinen, dass sie umso besser in der Hand liegt. Doch um ehrlich und objektiv zu bleiben, kann das seitens der Tester leider nicht bestätigt werden. Aber eins nachdem anderen – Die Breite der Maus ist erstklassig, ein Großteil der Handfläche liegt auf und stütz sich dort auch gut ab. Die Abmaße der Gandiva fügen sich eigentlich nahtlos in jede andere Maus ein, die sich einem zwischen die Hände verirrt. Aber hier zeigt sich – die Form machts! Während normale Mäuse ungefähr in der Mitte ihren höchsten Punkt haben, wandert der „Höhepunkt“ der Gandiva sehr unangenehm nach hinten. Wer die schmutzigen Gedanken ausblendet, bemerkt dann beim Testen nach kurzer Zeit einfach einige wirklich unangenehme Schmerzen. Man biegt das Handgelenk so sehr durch, dass neben den Schmerzen auch die Steuerbarkeit sehr leidet. Nachdem wir zuerst dachten, dass es an unseren mülleimerdeckelgroßen Händen liegt, durfte auch der Rest der Redaktion mal eine Runde Battlefield mit der Maus probieren. Einige schwitzige Hände später bleibt uns eigentlich nur zu sagen, dass sich die Maus wirklich unangenehm anfühlt und unser Aiming durchweg rapide abgenommen hat. Händeschütteln, präzises Zielen sowie Ausdauer beim Zocken… all das war mit der Gandiva nicht so recht möglich. Die Leichtigkeit der Maus (nur 135g) sowie die fehlende Möglichkeit zur Gewichtsanpassung tun dabei wohl ihr übriges.

Weiterhin kam es im Test immer wieder zu unfreiwilligen Änderungen des DPI-Werts. Das liegt wohl vor allem an der DPI-Taste, die extakt hinter dem Mausrad plaziert wurde, was einer denkbar ungünstigen Stelle entspricht. Sobald die Ingame-Situation etwas hektischer wird oder man auch einfach mal das Mausrad etwas unsanfter bedient, kommt man auf diese Taste. Meist hat die plötzliche Änderung der Maus-Geschwindigkeit einfach zur Folge, dass man stirbt, sich „verklickt“ oder die Situation in sonst einer Weise versaut! Dank dieser Maus, hat der Redaktionstisch nun auch einen Faustabdruck mehr.

Persönliches Fazit

Wenn Tesoro eine Maus als DIE neue Ikone am Gaming-Himmel ins Rennen schickt, die dann auch noch einen stolzen Preis von knapp 60€ hat, dann muss man natürlich auch einen recht hohen Bewertungsmaßstab anlegen. Würde man die Frage in den Raum werfen, ob die Maus denn besser ist als jede Standard-Maus, dann kann man darauf definitiv mit einem lauten „JA!“ antworten. Fragt man allerdings, ob es einem wert sein sollte, dafür 60€ auszugeben, dann können wir dem so nicht zustimmen. Es ist ohne Zweifel eine gute Maus, besonders wegen des hochpräzisen Sensors und den sehr guten Gleiteigenschaften. Schaut man sich allerdings das Gesamtpaket an, fallen sehr schnell die größeren und kleinen Mängel auf, die das Spielerlebnis deutlich trüben. Das extravagante Deign der Tesoro Gandiva H1L ist wohl gleichzeitig der größte Vor- und Nachteil dieser Maus. Aus den oben genannten Gründen können wir sie daher leider nicht zum Kauf empfehlen. Der Amsatz ist spitze, vielleicht gibt es ja in Zukunft eine verbesserte H2L.

 

Positiv:

  • saubere Verarbeitung
  • präziser und zuverlässiger Laser
  • großer Speicher
  • gute Gleitfähigkeit
  • umfassende Makros und Skripte

Negativ:

  • (extrem) unergonomische Form
  • keine „echte“ Bedienungsanleitung
  • kein Ersatzmaterial
  • anpassbare Beleuchtung nicht optimal umgesetzt

Anhang: Auf der Hompage von Tesoro und vielen Online-Shops wird diese Maus zum Testzeitpunkt fälschlicher Weise mit Zusatzgewichten beworben. Dies ist ein Fehler! Die Tesoro Gandiva H1L hat definitv kein variables Gewicht, was uns auch seitens des Herstellers Tesoro bestätigt wurde.

 

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Euer Hardbloxx-Team

Robin

Veröffentlicht von

Ich bin Robin, 24 Jahre jung und begeisterter Hobby-Bastler und Zocker. Irgendwie kann ich nie die Finger von meinem Rechner lassen, auch wenn mir das Sprichwort "Never change a running system!" dabei öfter hinterher in den Sinn gekommen ist als mir lieb ist. :D Seit 2013 bin ich nun Redakteur bei Hardbloxx.de und befasse mich hauptsächlich mit PC-Peripherie und Hardware.