Test/Testbericht: Thermalright AXP-200 Muscle

Thermalright AXP-200 Muscle_logo

Der Thermalright AXP-200 war zwar gut, aber nicht gut genug für euch? Ihr stoßt bei der derzeit stattfindenden Bewegung von immer kleineren und leistungsfähigeren Gerätschaften mit eurer Hardware an die Grenzen der Kühlleistung? Kein Problem! Thermalright schafft mit dem neuen Thermalright AXP-200 Muscle Abhilfe und verpasst dem renommierten Vorgänger ein Facelift inklusive Leistungsschub. Sollte eurem CPU-Kühler in eurem Mini-System also die Luft ausgehen oder schon ausgegangen sein, wäre es vielleicht eine Überlegung wert, den Thermalright AXP-200 Muscle zu bändigen. Das ausdauernde, kleine Kraftpaket auf eurem Rechenknecht könnte womöglich die gewünschte Besserung bringen. Neben dem stärkeren Lüfter wurden vor allem auch Verbesserungen hinsichtlich der Abmessungen des Kühlkörpers vorgenommen.

Thermalright weiß seit der Unternehmensgründung vor mehr als einem Jahrzehnt im Jahr 2001 zu Überraschen und zu begeistern. Nicht umsonst verschworen sie sich damals der Entwicklung professioneller Kühllösungen für den PC. Viele ihrer Innovationen definieren heute die Standards in diesem Bereich. So setzte Thermalright viele Meilensteine für die Geschichte der CPU-Kühlung. Von diesen profitieren auch andere Firmen und sie bauen auch darauf auf.

Wie sich der „muskulöse“ große Bruder Thermalright AXP-200 Muscle schlägt und ob ihn unser Testsystem und unsere Testbedingungen ins Schwitzen brachten oder nicht, verrät euch unser Test.

Testsystem:

CPU: Intel Core i5 4670K (@4,2GHz)
Mainboard: Asus Maximus Impact
Arbeitsspeicher: Kingston HyperX Blu Black 8GB 1600MHz
SSD: Kingston HyperX 3K 120GB
Netzteil: Seasonic G-750 / 750 Watt Gold Zertifiziert
Gehäuse: Phobya Benchtable
Kühler: Thermalright AXP-200 Muscle

Datentabelle:

Maße ohne Lüfter:Maße mit Lüfter:150 x 140 x 60mm (LxBxH)150 x 140 x 73mm (LxBxH)
Lüfter:1x TY-14013 Lüfter (150x140x13mm; optional auch 150x140x25mm)
Gewicht ohne Lüfter:430 Gramm (mit Lüfter: 526 Gramm)
LuftdurchsatzLautstärkeMaterial59,77~109,62 m³/h21,7~30,6 dbAVernickeltes Kupfer / Aluminium
Stromanschluss:4 PIN-PWM
Sockel:Intel-Sockel 775, 1155, 1156, 1366, 1150
AMD-Sockel AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2
Lieferumfang:140mm Lüfter; Kühlkörper; Befestigungszubehör;
Wärmeleitpaste; Befestigungsanleitung;

 

Verpackung/Lieferumfang:

Im Gegensatz zum direkten Vorgänger, dem auch bereits von uns getesteten Thermalright AXP-200, kommt der Thermalright AXP-200 Muscle keinesfalls in einer schlichten, braunen und nicht gerade vielsagenden Verpackung. Die Box erstrahlt in knalligem Rot und kräftigem Hochglanz-Schwarz. Nun zieren auch nicht nur der Firmenname und die Artikelbezeichnung den Karton, sondern es prangen auch Produktfotos, Main-Features und Spezifikationen auf dem Karton, wie sich das für ein Kraftpaket gehört. Schön mit dem prahlen, was man hat – Daumen hoch!

Die Verpackung scheint, auch nicht zuletzt durch den Aufdruck, stabiler, widerstandfähiger und alles in allem wertiger. Thermalright hat hier also deutlich mehr auf die Werbefläche „Verpackung“ gesetzt. Man preist auf diesem Weg auch gleichsam das Produkt an oder lässt das Kraftpaket mit den Muskeln spielen. Doch nicht nur außen, sondern auch innen hat sich etwas getan. Eine einfache Plastikverschalung ersetzt den gewohnten strammen Käfig aus Schaumstoff. Dieser ist nur noch in der Form vorhanden, dass er den eigentlichen Kühler von Lüfter sowie der Bedienungsanleitung und den Befestigungsmaterialien separiert und alle Teile für sich schützt. Hier wurde innen an dem gespart, was man außen aufgetragen hat. Das Plastik scheint zwar sehr dünn und eher minderwertig, doch hält es im Inneren alles fest an seinem Platz. Darüber hinaus bietet es zwischen Inhalt und Außenwand des Kartons eine recht große Knautschzone, um etwaige Stöße von unsanftem Transport abzufangen – also nochmal gut gegangen.

Der Verpackungsinhalt wurde etwas geschmälert. Neben den üblichen und gewohnten Dingen der Kühler aus dem Hause Thermalright wie allerlei Schrauben, Muttern mit Innengewinde auf beiden Seiten, Unterlegscheiben, Halterungsrahmen, Wärmeleitpaste und der Installationsanleitung befinden sich weder ein optionaler Befestigungsrahmen für einen größeren Lüfter noch eine Backplate im Paket. Das optionale Upgrade mit einem leistungsfähigeren Lüfter wird in diesem Fall mit den beliegenden längeren Schrauben vollzogen. So ist der optional stärkere Lüfter nicht unbedingt größer im Durchmesser, sondern lediglich höher. So wird gewehrleistet, dass der passgenaue Formfaktor des Kühlkörpers für kleine Systeme eingehalten wird. Dem AXP-200 Muscle liegt der hauseigene TY-14013BW mit speziellen Abmessungen (150x140x13mm) bei. Dieser kann aber auch durch sämtliche 120mm oder – wenn man so will – viele 140mm ersetzt werden. Die Bohrungen am Kühler entsprechen einer 120mm Fassung. Man sollte allerdings darauf achten, wenn man sich für einen weiteren Schub an Kühlung entscheidet, ob mit dem höheren Lüfter auch noch genug Platz im Mini-System vorhanden ist.

Wie bereits erwähnt, befindet sich unter dem zwischen zwei Schaumstoffplatten gepackten Lüfter, welcher bei der Muscle Version als Erkennungsmerkmal einen schwarzen Rahmen und einen weißen Rotor besitzt, das eigentliche Herzstück des Päckchens – der AXP-200 Muscle CPU-Kühler. Dieser hat das bewährte, innovative und T-förmige „Down Draft“ Kühlerdesign beibehalten. Dieses Top-Blower-Design sorgt nebst CPU-Kühlung mit dem senkrechten Luftstrom auf das Mainboard auch für eine Kühlung der umliegenden Bauteile. Im Vergleich zum Vorgänger änderten sich die Enden der Heatpipes vom klobigen Kolben-Design zu einem spitzen Patronenhülsen-Design.

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Verarbeitung:

Der Thermalright AXP-200 Muscle CPU-Kühler lässt im Allgemeinen wenig bis gar keine Kritik zu. Alle der 49 Aluminium-Lamellen weisen durchweg keine scharfen oder verbogenen Kanten und keinerlei zerkratzten Flächen auf. Die 6x6mm vernickelten Kupfer-Heatpipes sind ebenfalls anstandslos, sowohl in die Lamellen, wie auch in die ebenfalls vernickelte Kupfergrundplatte eingefasst. Die neuen Formen der Enden der Heatpipes in Pistolenpatronen-Form runden das Bild einer herausragenden Verarbeitung ab.

Wie für Thermalright üblich, wird der große Lamellenkörper an der Oberseite durch eine bereits vorinstallierte Klammer an der Oberseite der Grundplatte gestützt. Die beiden Rahmen an den Seiten dieses Lamellenkörpers unterstützen den Airflow, und damit auch die Kühlung, zusätzlich. Die Luft wird quasi gezwungen, in der Mitte hindurch an den Lamellen vorbeizutreten und sich unten ohne vielerlei Verwirbelungen gleichermaßen zu den Seiten hin auszubreiten – ein äußerst durchdachtes System!

Die meisten Änderungen spielen sich, nebst dem stärkeren Lüfter und den auffälligen Enden der Heatpipes, wohl im Bereich der Abmessungen des Kühlkörpers ab. Statt in der Breite glatte 140mm zu messen, sind es nun nur noch glatte 139,53mm. In der Länge schrumpfte er ebenfalls von glatten 153mm auf 149,99mm. Durch die schlankeren Spitzen der Heatpipes stieg die Höhe vom Grund der Bodenplatte zur Stoßkante der Heatpipe-Spitzen von ehemals circa 42mm auf 44,15mm. Durch diese Veränderungen wird Kollisionen mit anderer Hardware noch mehr aus dem Weg gegangen.

Der sehr dünne Thermalright Lüfter ist ebenfalls von der Verarbeitung her sehr gelungen. Die Rotorblätter weisen ebenfalls keine scharfen Kanten auf und das Lager scheint ebenfalls hochwertig. Beim ersten Start gab es zwar ein kurzes Pfeifen, jedoch legte sich dieses sogleich wieder und der Lüfter schnurrte brav wie ein Kätzchen vor sich hin. Die für einen Thermalright Standard-Lüfter, welcher dem Verpackungsinhalt direkt beiliegt, ungewohnten neuen Farben sorgen mit schwarzem Rahmen und weißem Rotor für Abwechslung. In der Summe ergeben die neuen Formen und Farben ein, allein schon von der Optik her, edles Stück Hardware.

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Installation:

Neben der Tatsache, dass dem Thermalright AXP-200 Muscle im Gegensatz zu seinem Vorgänger die Backplate fehlt, gestaltet sich die Installation sehr ähnlich bis identisch. Dank der beiliegenden und gewohnt leichtgängigen Anleitung und dem von Thermalright ebenso bekannten Befestigungssystem, geht die Anbringung recht einfach von der Hand. Trotz der Neuerungen wurde aber die Handhabung der Querverstrebung bei der Muscle-Version leider kaum verbessert.

Vom kühlerlosen Mainboard beziehungsweise der kühlerlosen CPU bis zum fertig installierten CPU-Kühler Bedarf es aber nur wenige Schritte. Man steckt einfach robuste Unterlegscheiben aus Plastik auf die Schrauben, zum Schutz des Mainboards. Diese steckt man dann einfach durch die dafür vorgesehene Bohrungen am Mainboard und macht sie auf der anderen Seite mit den gewohnten Muttern mit Innengewinde auf der Oberseite fest. Auf diese Muttern kommt im nächsten Schritt der Halterungsrahmen.

Genau wie bei unserem vorangegangenen Test des Vorgängers AXP-200 kommt auch beim Thermalright AXP-200 Muscle wieder die verflixte Querverstrebung zum Zuge. Diese erfordert etwas mehr Fingerspitzengefühl, da die Schrauben bis auf die Bohrungen in der Querverstrebung selbst keinerlei Führung haben. Man muss also passgenau die Gewinde des Halterungsrahmens treffen. Ansonsten springen die Schrauben wieder heraus oder die ganze Querverstrebung verrutscht. Falls dies nicht gleich passiert, kann es einem auch noch später beim Anziehen der Schrauben widerfahren – ärgerlich!

Man braucht zwar nicht unbedingt weiteres Werkzeug wie einen magnetischen Schraubenzieher oder gar eine gebogene Pinzette, doch erleichtern diese einem die Arbeit ungemein – da ist noch Luft nach oben für Verbesserungen!

Die Installation des Lüfters gestaltet sich dagegen wieder denkbar einfach. Man legt ihn passgenau auf den Kühler, setzt die Schrauben ein und zieht sie fest – fertig! Da es sich auch um einen Slim-Lüfter handelt, bleibt der Schraube auch wenig Möglichkeit, sich irgendwo anders zu platzieren, außer im Gewinde. Gleichzeitig bietet der Slim-Lüfter aber noch genug Halt, um die Schraube nicht herausfallen zu lassen. Wie bereits erwähnt, ist es auch das gleiche Spiel, wenn man einen leistungsstärkeren Lüfter installieren möchte, denn den optionalen größeren Rahmen wie beim AXP-200 gibt es bei der Muscle-Version nicht. Man nutzt einfach die beiliegenden längeren Schrauben.

Platz für weitere Lüfter bietet der AXP-200 Muscle, wie auch alle anderen Modelle der AXP-200- und AXP-100-Serie, jedoch nicht. Wie auch von den anderen Modellen gewohnt, braucht er diese Option eigentlich auch gar nicht. Schließlich wurde er genau dafür konzipiert.

Was den RAM angeht, so sind beim Thermalright AXP-200 Muscle wohl nur RAM-Sticks ohne oder nur bedingt in die Höhe gehenden Kühlkörpern zu verwenden. Zumindest was die ersten beiden RAM-Slots auf den meisten, wenn nicht allen Mainboards angeht. Wegen seiner doch recht flächigen Ausmaße kommt er sonst mit diesen ins Gehege. Im Falle des Test-Mainboards ASUS Impact kann der Kühler, bedingt durch den Aufbau an der Oberseite, nur in eine von den beiden möglichen Richtungen installiert werden. Dabei blockiert er jedoch den PCIe-Anschluss der Grafikkarte, so dass eine normale Installation einer dedizierten Grafikkarte weg fällt – schade!

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Leistung:

Nach der leider noch immer etwas fummeligen Installation der Querverstrebung und so letzten Endes des Kühlers wird man jedoch im Standard-Betrieb – und noch mehr im OC-Betrieb – feststellen, dass sich die Mühe gelohnt hat. Im PWM-Betrieb unter Overclocking @4,2GHz hält der Thermalright AXP-200 Muscle den Prozessor praktisch lautlos auf 26,2°C. Unter Last bleibt die Temperatur mit 69,5°C unter der 70°C Marke. Anders als der Lüfter des ebenfalls neuen Thermalright AXP-100 Muscle lässt sich der Lüfter des Thermalright AXP-200 Muscle auch mit manueller Ansteuerung auf 5V betreiben. Selbst hier bleiben die Temperaturen mit im Schnitt 75,5°C noch fern der 80°C-Marke. Wohl gemerkt, es handelt sich um einen HTPC- beziehungsweise Mini-System-Kühler. Eine manuelle Ansteuerung von 7V beziehungsweise 12V bringen weder den AXP-200 Muscle, noch den Prozessor auch nur annähernd ins Schwitzen. Die Temperaturen betragen hier nur 71,2°C beziehungsweise gerade einmal nur 63,2°C. Das sind satte 8°C Unterschied, obgleich der Lüfter bei vollen 12V zwar hörbar, aber nicht störend laut seine Arbeit verrichtet – Respekt!

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Persönliches Fazit:

Der Thermalright AXP-200 Muscle schlägt sich, als eigentliche Lösung für kleine bis Mini-Systeme, wacker und kann äußerst gut auch mit großen Kontrahenten mithalten. Dabei ist er optisch sehr ansprechend, verrichtet seine Arbeit leise und sehr zuverlässig. Wie man Thermalright kennt, wird er sich bestimmt auch preislich wieder äußerst attraktiv gestalten und so kann man guten Gewissens zugreifen, ehe man einen wesentlich teureren und klobigeren Kühler heranzieht.

Alles in allem also ein durchaus empfehlenswerter und überzeugender Kühler, nicht nur für den HTPC und Mini-PC-Sektor, der gegenüber seinem Vorgänger wohl ein Stück weit mehr die Muskeln spielen lässt.

Positiv:

– gute Kühlleistung bei gleichzeitig geringem Gewicht
– sehr flach und trotzdem wenig Kollisionen mit Hardware
– zügige Installation

Negativ:

– unter Umständen Blockierung des PCIe-Slots
– nur in zwei (bzw. einer) Ausrichtung installierbar

Für die dargebotene Kühlung auf kleinstem Raum – selbst in Sachen Overclocking und wenn man bedenkt, dass es sich hierbei eigentlich um einen HTPC- beziehungsweise Mini-System-Kühler handelt – hat sich das kleine Kraftpaket allemal unseren Hardbloxx Leistungs-Award verdient. Die mögliche Blockierung des PCIe-Slots ist dabei vernachlässigbar, da in einem HTPC oder Mini-System eine starke dedizierte Grafikkarte eher zweitrangig ist. Außerdem gibt es ja bekanntermaßen andere Möglichkeiten für den Anschluss als die Karte direkt in den Slot zu stecken.

LeistungsTIPP

Euer Hardbloxx-Team

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