Test/Testbericht: Sapphire R9 270X Toxic 2GB

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Welcher Gamer kennt das Problem nicht: Große Marken, große Grafikkarten und vor allem große Preise können einem schnell die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Oftmals ist der Geldbeutel schneller leer als erwartet und man fragt sich, wie man diesem Dilemma entgehen kann.Viele Gamer lassen allerdings eine Frage außer Acht: Wie viel Leistung brauche ich eigentlich wirklich, um aktuelle Spiele flüssig darstellen zu können? Oftmals muss es gar nicht das absolut Beste sein, was der Markt momentan hergibt. Auch Mittelklasse-Karten im Gaming-Bereich haben inzwischen ausreichend Dampf unter der Haube, um den Durchschnittsgamer glücklich zu machen. Natürlich reicht die Leistung dann nicht für Jahre aus, aber das muss sie auch gar nicht, denn bei Preisen um 200€ statt 600€ und mehr für High-End-Modelle kann man sich auch öfter mal was Neues gönnen und ist am Ende womöglich auch noch insgesamt günstiger dran.

Genau um solch ein Modell der Mittelklasse soll es in unserem heutigen Test gehen. Die Sapphire Radeon R9 270X Toxic besitzt einen hochgezüchteten Curacao XT Chipsatz, 2GB GDDR5 Speicher und vieles mehr. Zusammen reicht dies bei FullHD-Auflösung locker aus, um so ziemlich alle aktuellen Titel flüssig in sehr hohen Einstellungen darzustellen – eine entsprechende CPU und genügend RAM vorausgesetzt.

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Lieferumfang

Ein knalliges Orange ziert die Verpackung der 270x Toxic aus dem Hause Sapphire. Schon jetzt lässt sich erahnen, dass die Karte absolut giftig ist und bspw. in einem Bürorechner absolut nichts zu suchen hat. Unterstützt wird dieser Eindruck von den vielen kleinen und größeren Schriftzügen auf dem Karton, die der Hersteller so geschickt platziert und farblich unterlegt hat, dass sie interessierten Kunden direkt ins Auge fallen. Doch genug über die Kartonage geschwafelt, das ist nun wirklich nicht das Wichtigste, wenn man knapp 200€ in dieses Prachtstück investiert hat. Öffnet man die Umverpackung, kommt ein brauner (echt hässlicher) Innenbehälter zum Vorschein. Ob dieses Ding zum Umweltschutz beiträgt oder einfach nur dem Sparhammer zum Opfer fiel – wer weiß das schon. Hoffen wir, dass es zumindest wegen der Umwelt so aussieht. Öffnet man nun auch den Innenkarton, fällt der Blick sofort auf das Monstrum. Anders kann man es wirklich nicht beschreiben. Es ist definitiv eine der größten Karten, die wir je in der Redaktion liegen hatten. Absolut schickes Design, absolut passend zur Namensgebung, aber eben auch absolut gigantisch. Jeder Käufer sollte sich dessen, am besten vor der Bezahlung, bereits bewusst sein. Unter der R9 270X Toxic kommt schließlich noch eine kleine schmale Kiste zum Vorschein, die zu aller Überraschung doch relativ gut mit Zubehör gefüllt ist. Dies besteht aus Folgendem:

  • 2x Adapter-Strom 6-Pin PCIe auf 4-Pin Molex
  • Crossfire-Brücke
  • Quick-Installation-Guide
  • Adapter DVI/VGA
  • HDMI-Kabel 1,8m
  • Software-CD

Inbesondere ein HDMI-Kabel ist eher selten beigelegt, vor allem in dieser Preisklasse. Das gefällt! Einziges Manko ist ein fehlender Code für ein Game. Bei vielen anderen Anbietern von AMD-Karten ist dies mit dabei. Aber wie immer im Leben kann man wohl manchmal nicht alles haben. Insgesamt hinterlässt der Lieferumfang aber dennoch einen guten Eindruck. Alles Nötige ist dabei.

Technische Daten

Schauen wir uns als erstes die technischen Daten an. Daraus lässt sich gut ableiten, mit was wir es hier zu tun haben. Als kleinen Vergleich findet ihr hier auch gleich die Daten der R9 280X Toxic aus gleichem Hause.

ChipTahiti XTL (R9 280X)Pitcairn (R9 270X)
Chiptakt1100MHz, Boost: 1150MHz1100MHz, Boost: 1150MHz
Speicher3GB GDDR5, 1600MHz (6400MHz), 384bit2GB GDDR5, 1500MHz (6000MHz), 256bit
Shader-Einheiten/TMUs/ROPs2048/128/321280/80/32
Rechenleistung4506GFLOPS (Single), 1127GFLOPS (Double)2816GFLOPS (Single), 176GFLOPS (Double)
Fertigung28nm28nm
Leistungsaufnahme250W (TDP), NA (Leerlauf)185W (TDP), 10.43W (Leerlauf)
DirectX11.211.2
OpenGL4.34.3
OpenCL1.21.2
Shader Modell5.05.0
Schnittstelle 270PCIe 3.0 x16PCIe 3.0 x16
BauweiseDual-SlotDual-Slot
Kühlung3x Axial-Lüfter (2x 92mm + 80mm)3x Axial-Lüfter (2x 92mm + 80mm)
Anschlüsse2x DVI, HDMI 1.4a,2x Mini DisplayPort 1.22x DVI, HDMI 1.4a, DisplayPort 1.2
Externe Stromversorgung2x 8-Pin PCIe2x 6-Pin PCIe
Abmessungen308x113x41mm308x113x41mm

Die Sapphire Radeon R9 270X Toxic

Wie man in den technischen Daten schon sieht, kommt die Sapphire R9 270X Toxic mit etwas weniger daher als die R9 280X und gehört damit in den Bereich der gehobenen Mittelklasse, was man nicht zuletzt auch am Preis erkennen kann. Was als erstes auffällt, ist der stark erhöhte Takt (Rate der Berechnungsvorgänge pro Sekunde) der GPU (Graphics Processing Unit) der Toxic-Variante der R9 270X. Kommt die Standardvariante gerade einmal auf  1000MHz, hat Sapphire hier ganze Arbeit geleistet und die Taktfrequenz auf anständige 1100MHz erhöht. Aber Achtung: Mit einer Taktsteigerung von 10% muss nicht zwangsläufig auch ein Leistungsplus von um die 10% erreicht werden. In der Regel ist dies deutlich weniger und absolut anwendungsabhängig. Es kann aber zum Beispiel den Unterschied machen, ob man in einem Spiel knapp unspielbare 22 FPS (Frames Per Second) oder gerade so ausreichende 28 Bilder pro Sekunde hat. Der GPU-Takt ist aber natürlich noch nicht alles.

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Ein weiteres Kernelement, um jeder Aufgabe gewachsen zu sein, ist der Speicher (bzw. auch VRAM genannt) den jede moderne Grafikkarte besitzt. Auf der Sapphire R9 270X Toxic sind davon satte 2GB verbaut. Standardmäßig taktet dieser bei allen R9 270X Modellen mit 1400MHz, doch auch hier hat Sapphire etwas nachgeholfen, sodass nun 1500MHz zur Verfügung stehen. Mit einem Multiplikator von 4 macht dies am Ende recht ordentliche 6000MHz Effektivtakt. Auch die Anbindung des Speichers an die GPU (Speicherinterface) ist ein entscheidender Faktor. Je breiter das Interface ist, umso besser. Mit steigender Auflösung wird dieses Kriterium immer wichtiger, da bei geringeren Pixeldichten ein Großteil durch die hohe Taktfrequenz des nach heutigen Standards verbauten GDDR5-Speichers ausgeglichen werden kann. Auch hierfür ist also wichtig, genau zu wissen, für was man seine Grafikkarte verwenden möchte. Bis FULL-HD sollte ein 256Bit-Interface, wie bei unserer R9 270X, locker ausreichen. Geht es darüber oder gar in den Bereich vonn 4K-Auflösungen reicht dies nicht mehr.

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Das dritte große Kriterium zur Grafikkartenauswahl sind die Shader-Einheiten (oder auch Stream Processing Units genannt), welche letztlich für die tatsächliche Berechnung von 3D-Welten zuständig sind. In der Regel gilt: Je mehr, desto besser! In unserem Falle besitzt die R9 270X 1280 Stück davon. Dies ist im übrigen bei allen R9 270X der Fall, da dies eine chipgebundene Größe ist. Da kann auch Sapphire oder sonst irgendein anderer Hersteller nichts dran ändern.

Weiter geht’s mit der Stromversorgung. Standardmäßig setzt die R9 270x, wie auch unsere Toxic-Variante, hier auf zwei 6-Pin-Anschlüsse. Zusammen mit der Stromversorgung vom PCIe-Slot kann die Grafikkarte so 225Watt (75W PCIe; 75W pro 6PIN) an Leistung aufnehmen. Laut unserem Test (s.u.) solllte dies mehr als ausrechen, da sich die von uns gemessenen Werte stets auf das Gesamtsystem beziehen und nicht nur auf die Graka.

Wie bei allen elektronischen Bauteilen wird leider nicht die gesamte eingesetzte elektrische Energie in „Rechenkraft“ umgesetzt. Ein Großteil wird in Wärme umgewandelt und muss abgeführt werden. Hier hat sich Sapphire wieder etwas Spezielles überlegt und den TRI-X Kühlkörper entwickelt. Dieser besteht aus einer Kupferbodenplatte (sehr gute Wärmeleitfähigkeit), in welchem insgesamt 3 Heatpipes münden. Diese Wärmeleitrohre (2x 8mm und 1x 10mm Durchmesser) transportieren die Wärme in zwei Kühlkörper: ein etwas kleinerer auf der Seite der Bildschirmanschlüsse und ein weit ausladender auf der gegenüberliegenden Seite. Da die natürliche Konvektion (Aufsteigen erwärmter Luft) in diesen Leistungsregionen nicht mehr ausreicht, wird diese durch drei zusätzliche Lüfter unterstützt bzw. erzwungen. Mittig sitzt ein 70mm Lüfter, rechts und links davon je ein Exemplar mit 85mm Durchmesser. Zusammen halten sie die Karte bei angenehmer Lautstärke vergleichsweise kühl. Wer also besonderen Wert auf die Lautstärke seines PCs legt, sollte hier genauer hinsehen. Ebenfalls zur Kühleinrichtung gehört bei der Sapphire R9 270x Toxic eine sogenannte Backplate (Metallplatte auf der Rückseite der Grafikkarte). Diese ist vor allem im Leistungsbereich dieser Grafikkarte recht selten anzutreffen. Leider wird aus Kostengründen meist weggelassen. Die Platte sorgt auf der einen Seite dafür, dass sich die abgegebene Wärme der GPU und anderer Komponenten besser verteilt. Der andere und deutlich wichtigere Aspekt ist aber der, dass damit die Stabilität der Karte deutlich erhöht wird. Nicht selten kommt es vor, dass sich Grafikkarten aufgrund der schweren Kühlkörper und der Wärmeeinwirkung bei Betrieb im Laufe der Zeit verziehen. Dabei kann es an den Lötstellen und auch im PCB (printed circuit board oder auch Leiterplatte) zu Spannungsrissen kommen, die zu einem Defekt der Karte führen. Meist hat man das Glück, dass dies unmittelbar nach Ablauf der Garantiezeit passiert. Daher gilt: Wenn man die Wahl hat zwischen einer Karte mit Backplate und einer ohne, so sollte man stets die mit besagter Verstärkung wählen.

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Auf die Wärmeentwicklung und damit natürlich auch auf die Kühlung hat im übrigen auch die Strukturbreite der GPU einen Einfluss. Der Grafikchip der R9 270X (Codename Pitcairn) ist im 28 nm Verfahren hergestellt. Dies bedeutet, dass die winzigen Leiterbahnen in der GPU nur 28nm von einander entfernt sind. Somit passen erstens mehr Recheneinheiten auf die gleiche Fläche und zweitens wird so weniger Spannung für den Betrieb benötigt. Dies senkt wiederum die Wärmeabgabe und damit ist der Kühlaufwand geringer. Im Endeffekt bedeutet dies, dass bei weniger Wärmeentwicklung mehr Rechenpower zur Verfügung gestellt werden kann.

Der nächste Punkt ist die Frage nach der Anschlussvielfalt. Dies richtet sich natürlich wieder danach, welche Gegebenheiten ihr bei euch vorfindet. Neuere Monitore unterstützen zumeist HDMI oder zumindest DVI. Von der Auflösungsübertragbarkeit nehmen sich beide kaum etwas, beide können ohne Probleme FULL-HD und mehr übertagen. Wichtig ist dabei nur, dass DVI keine Tonsignale transportieren kann, HDMI hingegen schon. Solltet ihr in eurem Bildschirm also integrierte Lautsprecher haben und diese auch nutzen wollen, ist es sinnvoll, nach Möglichkeit ein HDMI-Kabel zu benutzt. So erspart man sich etwas Kabelsalat, da ja ein Kabel wegfällt. Ansonsten kann man aber natürlich auch ein zusätzliches Audio-Kabel an Soundkarte und Bildschirm/Boxen benutzen. VGA wäre der schlechteste Übertragungsweg. Hier ist eine maximale Auflösung von Full-HD (1920*1080 Pixel) möglich. Ton kann mit diesem Standard ebenfalls nicht übertragen werden. Neben diesen drei Schnittstellen besitzt unsere Sapphire R9 270X auch noch den Display-Port-Anschluss. Kurz gesagt: Dies ist der direkte Konkurrent zu HDMI.  Qualitätsunterschiede gibt es zwischen den beiden letzteren keine, die relevant wären. Welchen der beiden Anschlüsse man benutzt, hängt vom persönlichen Geschmack und anderen Umständen (wie z.B. dem Anschluss des Monitors) ab.

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Ein weiteres schönes Feature, dass alle aktuellen AMD-Karten beherrschen, ist das sogenannte Eyefinity. Dies ist eine eigens von AMD entwickelte Technik (Nvidia hat inzwischen nachgezogen), um mehrere Monitore anzuschließen. So kann man bspw. drei Monitore an eine Karte anschließen und diese dann zu einem „zusammenschließen“. Ein Spiel wie Battlefield 4 läuft dann über drei Monitore. Zumindest bei aufwendigen Games wird die R9 270X (auch in der Toxic-Version) hier aber schnell an ihre Grenzen stoßen, denn die Auflösungen gehen dann natürlich schnell über Full-HD hinaus. Je nachdem, um welches Spiel es sich handelt bzw. in welchen Detailgrad man das Spiel zocken möchte, sollte man auf jeden Fall mindestens zu einer R9 280X oder noch höher (R9 290, R9 290X, R9 295X2) greifen.

Letztlich bietet diese Karte eine ganze Reihe an Features, die andere Grakas mit dem selben Chip nicht bieten. Und auch wenn man GPU- und VRAM-Takt selbst einstellen kann, verliert man damit die Garantie vom Hersteller. Das weiß auch Sapphire und legt einen dementsprechenden Preis zugrunde. Kostet eine normale R9 270X etwa 150€, muss man für die Toxic Variante mindestens 185€ hinlegen. Ob es einem dies wert sein sollte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir befinden diese Preissteigerung für durchaus gerechtfertigt.

Wem das immer noch zu viel Geld ist, für den haben wir hier noch einen echten Geheimtipp: Der unmittelbare Vorgänger der R9 270X ist die HD7870. Beide Grafikkarten besitzen als Grundlage denselben Chip und und unterscheiden sich nur minimal voneinander. Böse Zungen behaupten sogar, dass nur eine Umlabelung stattgefunden hat. Dies ist im Übrigen nicht nur bei AMD so. Auch Nvidia hat bei manchen Modellen ihrer GTX 700er Serie etwas geschummelt. Am Ende bekommt man beinahe dieselbe Leistung für einige Euros weniger!

Testsystem

Prozessor: Intel Core i5 4670k @ 4,5GHz

CPU-Kühler: Thermalright Archon SB-E X2

RAM: 8GB Corsair Vengeance DDR3 2133MHz

Mainboard: Gigabyte G1.Sniper Z87

Systemspeicher: Kinston SSDNow V300 240GB

Netzteil: Seasonic SSR-750RM 750Watt

Gehäuse: HAF Stacker 935

Benchmarks

Schauen wir uns zuerst die synthetischen Benchmarks an. Wichtig ist dabei, dass diese nur etwas über die Rohleistung des PC-Systems aussagen. Ein System, was hierbei schlechter abschneidet als ein anderers, kann in Spielen wiederum besser dastehen. Prinzipiell kann man mit diesen Tools aber sehr gut Systeme untereinander vergleichen, da die Testbedingungen stets identisch sind.

3DMark 11Unser erster Benchmark ist der schon etwas in die Jahre gekommene 3DMark 11 aus dem Hause Futuremark. Da er aber einer der am weitesten verbreiteten Tools ist, haben wir unsere Testkandidaten trotzdem nochmal durch den Test gejagt. Die gewählten Einstellungen sind dabei selbsterklärend. In blau seht ihr den P-Score und in orange den X-Score des Gesamtsystems.

3DMark 2013Die seit Februar 2013 auf dem Markt befindliche und aktuellste Version des 3DMarks musste bei uns natürlich ebenfalls durch den Testparcour. Auch hier wurden die jeweiligen Voreinstellungen gewählt und die Punktzahl bezieht sich wie gewohnt auf das Gesamtsystem. Hinzuzufügen ist noch, dass bei den Ice-Storm-Tests extrem hohe FPS-Zahlen von weit über 1000FPS erreicht wurden. Wie fast alle Grafikkarten begann auch die von uns getestete Sapphire R9 270X Toxic hier leicht an zu fiepen.

Unigine Heaven 4.0Mit dem Unigine Heaven Benchmark in der Revision 4 hat es auch ein synthetischer Test in unseren Ablauf geschafft, der ausnahmsweise mal nicht aus dem Hause Futuremark, sondern von der UNIGINE Corp. stammt. Mit diesem kleinen Tool kann man wirklich die gesamte Leistungsfähigkeit von DirectX 11 Karten erfahren.

Einstellung Ultra:

  • API: DirectX 11
  • Quality: Ultra
  • Tesslation: Extreme
  • AA: x8
  • Fullscreen: On
  • Resolution: 1920*1080

Einstellung Medium:

  • API: DirectX 11
  • Quality: Medium
  • Tesslation: Normal
  • AA: x2
  • Fullscreen: On
  • Resolution: 1680*1050

 

Nun aber genug des theoretischen Vorgeplänkels. Was können unsere Testkarten in realen Games wirklich stämmen? Um dieser Frage nachzugehen, haben wir für euch insgesamt sechs aktuelle Spieleblockbuster in die Bahn geworfen und jeweils in Full-HD und in 1680*1050 Pixel getestet.

Battlefield 4 (1920x1080 + Ultra Einstellungen)Battlefield 4 (1680x1050 + hohe Einstellungen)Battlefield 4 ist einer der bekanntesten und meist gespielten Multiplayer Shooter der vergangenen Monate und bekannt dafür, dass dieses Game dem heimischen Rechner einiges abverlangen kann. Wohl gemerkt: „kann“, denn in geringeren Einstellungen ist es durchaus auch mit kleinen Multimedia-PCs spielbar. Unserer Einstellungen sind hier wieder recht einfach, denn es sind die gewöhnlichen Voreinstellungen in der jeweiligen Auflösung. Klar zu erkennen ist, dass selbst die kleinste der drei Karten, die Sapphire R9 270X Toxic, dieses Spiel problemlos schafft. Die Aufösungsskala wurde für diesen Vergleichstest auf 100% belassen. Den vielen Vorwürfen aus der Community zum Trotz, scheint BF4 aber doch recht gut programmiert zu sein, denn wirkliche Framedrops gibt es kaum, wie man an den Min-FPS Werten sehen kann. Hinzu kommt, dass die Minimal-FPS sehr an den Durchschnittswert liegen. Dies deutet auf eine relativ konstante Frame-Rate hin und spricht ebenfalls für die Arbeit der Programmierer.

Thief (1920x1080 + Ultra Einstellungen)Thief (1680x1050 + hohe Einstellungen)

Thief, das Schleichspiel aus dem Hause Looking Glass Studios, Ion Storm Austin und Eidos Montreal lässt das Herz von so manchem Möchtegerndieb höher schlagen. Frustrierend wird es erst, wenn es im falschen Moment zu einem FPS-Einbruch kommt und ihr (natürlich nur) deswegen geschnappt werdet. Um dem zu entgehen, haben wir auch dieses Game mit in unseren Parkour aufgenommen. Auch hier haben eigentlich alle drei Kandidaten keinerlei Probleme, obwohl die Sapphire R9 270X Toxic hier doch langsam an ihre Grenzen stößt. In diesem Spiel haben wir uns wieder zweier Presets bedient. Einmal die Voreinstellung „sehr hoch“ in Full-HD und zum anderen „hoch“ in 1680*1050 Pixeln.

Company of Heroes 2 (1920x1080 + Max Einstellungen)Company of Heroes 2 (1680x1050 + hohe Einstellungen)

Das nächste Spiel ist die Fortsetzung eines echten Klassikers. Company Of Heros 2 ist aufgrund einiger Umstände (noch) nicht ganz so beliebt wie das Original, auch wenn es hardwareseitig keine zu großen Ansprüche stellt. Selbst die „kleine“ R9 270X kann hier im Mittel alles flüssig darstellen, wenn auch gerade so. Mit gelegentlichen kleinen Hängern muss man dann allerdings leben, wenn es unbedingt die maximal mögliche Grafikeinstellung sein soll. Eine Voreinstellung ist bei CoH2 leider nicht möglich, daher nun die gewählten Einstellungen für euch:

Einstellung Ultra:

  • Bildauflösung im Spiel: 1
  • Bildqualität: Maximum
  • AA: Hoch
  • Texturdetails: Höher
  • Schneedetails: Hoch
  • Physik: Hoch
  • Auflösung: 1920*1080

Einstellung Medium:

  • Bildauflösung im Spiel: 1
  • Bildqualität: Hoch
  • AA: Mittel
  • Texturdetails: Hoch
  • Schneedetails: Mittel
  • Physik: Mittel
  • Auflösung: 1680*1050

 

Bioshock Infinite (1920x1080 + Ultra Einstellungen)Bioshock Infinite (1680x1050 + hohe Einstellungen)

Der am 26. März 2013 erschienene dritte Teil der Serie ist in unserem Test das erste Game, in dem man klar sehen kann, dass die reine Rohleistung einer Grafikkarte nicht alles ist. Das Spiel muss auch entsprechend gut programmiert sein, um von der Hardware ordentlich wiedergegeben werden zu können. Die Min-FPS sind hier also sehr wahrscheinlich nicht der Schwäche der Graka zuzuordnen, sondern einem Fehler seitens des Entwicklers. Wie man an den durchschnittlichen Frames per Second sehen kann, haben nämlich alle drei Testprobanten prinzipiell überhaut kein Problem, hier ein sauberes, flüssiges Spielerlebnis auf den heimischen Bildschirm zu zaubern. Als Einstellungen für den Gaming-Benchmark wurde hier folgendes gewählt:

Einstellung Ultra:

  • Preset: UltraDXX11_DDOF
  • Resolution: 1920*1080

Einstellung Medium:

  • Preset: High
  • Resolution: 1680*1050

 

Metro Last Light (1920x1080 + Ultra Einstellungen)Metro Last Light (1680x1050 + hohe Einstellungen)

Der nächste Titel in der Runde ist der Action-Grusel-Kracher Metro Last Light, das im Allgemeinen in der Zockercommunity als stimmungsvolles, grafisch sehr gelungenes, aber daher leider auch ressourcen-hungriges Game wahrgenommen wird. Auch unser Benchmark zeigt, dass da durchaus etwas dran ist. Will man mit der Sapphire R9 270X Toxic das Game wirklich in seiner ganzen Pracht genießen, könnte es durchaus schwierig werden. Abgesehen davon gibt es anscheinend auch hier leider ein paar Schwächen in der Programmierung. Unsere Einstellungen haben wir folgendermaßen gewählt:

Einstellung Ultra:

  • DirectX 11
  • 1920*1080
  • Quality: Very High
  • Texture Filtering: AF 16X
  • Motion Blur: Normal
  • SSAA: On
  • Tesslation: Very High

Einstellung Medium:

  • DirectX 11
  • 1680*1050
  • Quality: High
  • Texture Filtering: AF 4X
  • Motion Blur: Normal
  • SSAA: On
  • Tesslation: High

 

Guild Wars 2 (1920x1080 + Ultra Einstellungen)Guild Wars 2 (1680x1050 + hohe Einstellungen)

Als letztes hat es Guild Wars 2 in unser Ensemble geschafft. Auf den ersten Blick erscheint dieses MMORPG zwar recht schön in Szene gesetzt, aber vom Gesamteindruck her wirkt es nicht so, als ob es besonders anspruchsvoll in Sachen Rechenleistung wäre. Aber weit gefehlt: In Wahrheit bringt es unsere hier getestete Sapphire R9 270X Toxic ziemlich ins Schwitzen, auch wenn wirkliche Ruckler, selbst auf höchsten Einstellungen, ausbleiben sollten. In Sachen Grafikoptionen haben wir uns für folgendes entschieden:

Einstellung Ultra:

  • Animation: Hoch
  • AA: FXAA
  • Umgebung: Hoch
  • LOD-Distanz: Ultra
  • Reflexionen: Alle
  • Texturen: Hoch
  • Render Sampling: Supersampling
  • Schatten: Ultra
  • Shaders: Hoch
  • Postprocessing: Hoch
  • Charaktermodell-Limit: Am höchsten
  • Charaktermodell-Qualität: Am höchsten
  • Resolution: 1920*1080

Einstellung Medium:

  • Animation: Mittel
  • AA: off
  • Umgebung: Mittel
  • LOD-Distanz: Hoch
  • Reflexionen: Gelände und Himmel
  • Texturen: Mittel
  • Render Sampling: Nativ
  • Schatten: Hoch
  • Shaders: Mittel
  • Postprocessing: Niedrig
  • Charaktermodell-Limit: Hoch
  • Charaktermodell-Qualität: Hoch

Overclocking

Kommen wir nun zum Punkt des Übertaktens. Vorweg sei gleich gesagt, dass wir uns durchaus darüber bewusst sind, dass man sich eine Karte, wie die von uns hier getestete Sapphire R9 270X Toxic, nicht holt, um diese noch weiter zu overclocken. In der Regel kauft diese Karte jemand, der sich nicht mehr „die Hände schmutzig machen will“ und damit auch noch sämtliche Garantieansprüche verliert. Trotzdem wollten wir natürlich wissen, was hier im speziellen möglich ist. Besonders die sehr guten Temperaturwerte der Karte ließen bereits vermuten, dass hier noch einiges möglich ist. Am Ende kamen wir ohne große Probleme sofort auf knappe 1200MHz, mit einer minimalen Spannungsanhebung waren letztlich maximale stabile 1248MHz erreichbar. Einen ähnlichen großen Spielraum konnten wir auch beim Speicher ausmachen. Letztlich kamen wir hier bei einem Wert von 1597MHz raus. Dies ist insofern sehr erstaunlich, wenn man sich denn einmal die Standardwerte der R9 270X vor Augen führt. Dies sind nämlich „nur“ glatte 1000MHz GPU-Takt, gepaart mit 1400MHz Speicherfrequenz. Dies entspricht also einer Steigerung von 24,8 respektive 14,1% an Taktsteigerung. Aber auch hier sei nochmals gesagt, dies muss nicht der tatsächlichen Leistungssteigerung entsprechen. Da jeder Chip unterschiedlich ist, muss es außerdem nicht sein, dass man mit jeder Toxic diese sehr hohen Werte erreicht. Weiterhin darf man sich auch nicht den negativen Eigenschaften verschließen. So stehen der erhöhten FPS-Zahl ein größerer Stromverbrauch und eine geringere Lebenserwartung der Grafikkarte gegenüber. Daraus ergibt sich ein erhöhter Kühlaufwand, welcher in aller Regel mit einer höheren Lautstärke einhergeht. Bei solch einem Unterfangen ist also sowohl Vorsicht, als auch Vernunft gefragt.

Stromverbrauch, Lautstärke und Temperaturen

Verbrauch (Watt)

In Sachen Verbrauch tritt genau das ein, was wir auch erwartet hatten. Natürlich verbraucht die Sapphire R9 270X Toxic unter Last deutlich weniger als ihr großer Bruder bzw. die GTX 780Ti. Zwei Sachen sind jedoch sehr auffällig: Zum einen scheint die Endleistung der Karte völlig egal zu sein, wenn es um den Idle-Verbrauch moderner Grafikkarten geht. Dies ist vor allem den inzwischen üblichen Sparmodi zu verdanken (dynamische Takt-/Spannungssenkung). Auf der anderen Seite steht die R9 270X aber auch sehr gut da in Sachen Last-Stromverbrauch. Sie verbraucht etwa 100Watt weniger als ihre Konkurrenten, ist dabei im Schnitt aber nicht einmal 20% langsamer als bspw. die R9 280X aus gleichem Hause. Dies bedeutet, dass der Watt/Leistung-Wert deutlich besser sein dürfte als bei den beiden anderen Modellen, inbesondere gegenüber besagter Sapphire R9 280X Toxic.

Temperatur-Lüftergeschwindigkeit

Da die Leistungsaufnahme unmittelbar mit der Wärmeabfuhr zusammenhängt, erklärt sich natürlich auch, wie die oben abgebildeten Temperaturen zu Stande kommen. Es ist kaum zu glauben, aber die Sapphire R9 270X Toxic bleibt ganze 15°C kühler als das nächst größere Modell und die Lüfter müssen dafür auch nur etwa halb so viel arbeiten. Hier zeigt sich ganz klar, was 100W mehr Leistungsaufnahme bei gleichem Kühler für Folgen haben.

Lautstärke

Was sich bei der Lüfterdrehzahl bereits vermuten ließ, wird nun selbstverständlich auch bei der Lautstärkemessung bestätigt. Sowohl im Desktop-Betrieb als auch unter Last hinterlässt die Sapphire R9 270X Toxic einen tadellosen Eindruck. Was man im Idle-Modus schlicht nur als unhörbar beschreiben kann, wird unter Last lediglich zu einem leichten Säuseln, das in jeglichem Schlachtengetümmel untergeht. Bravo Sapphire – so sieht ein hervorragendes Kühlkonzept aus!

Persönliches Fazit

Sapphire hat mit der R9 270X Toxic eine stark übertaktete Version von AMDs neuem Mittelklasse-Modell auf den Markt gebracht, das bei Amazon für einen immerhin recht stolzen Preis von knapp 200€ zu haben ist. Bevor man sich aber gleich von dem, zugegeben sehr hohen, Preis für eine 270X-Karte abschrecken lässt, sollte man aber doch einmal auf die Haben-Seite schauen. Stark erhöhte Taktraten, ein super Kühlkonzept und ein umfangreicher Lieferumfang sprechen durchaus für diese Karte. Selten hatten wir eine so ausgewogene Kombination aus Verbrauch und Leistung in unserer Redaktion zum Testen. Prinzipiell lassen sich alle aktuellen Spiele auf FULL-HD und maximalen Einstellungen darstellen. Von daher können wir für dieses Produkt nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

Insgesamt hat sich dieses Schmuckstück unseren PREIS/LEISTUNGSTIPP-Award absolut verdient! Weiter so Sapphire! Wir wollen auf jeden Fall mehr davon!

Positiv:

  • kühl und leise
  • gute Leistung
  • wenig Verbrauch
  • gut übertaktbar

Negativ:

  • sehr lang
  • leichtes Spulenfiepen bei hohen FPS

 

PreisLeistungsTIPP Award

 

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Robin

Veröffentlicht von

Ich bin Robin, 24 Jahre jung und begeisterter Hobby-Bastler und Zocker. Irgendwie kann ich nie die Finger von meinem Rechner lassen, auch wenn mir das Sprichwort "Never change a running system!" dabei öfter hinterher in den Sinn gekommen ist als mir lieb ist. :D Seit 2013 bin ich nun Redakteur bei Hardbloxx.de und befasse mich hauptsächlich mit PC-Peripherie und Hardware.