Test / Testbericht: Watch Dogs

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Ubisofts Open-World-Spiel Watch Dogs ist möglicherweise das heiß ersehnteste Spiel des Jahres und treibt mit seinem düsteren Zukunftsszenario die Sorgen einiger Datenschützer auf die Spitze: In der amerikanischen Stadt Chicago ist alles digital miteinander Verbunden, von Smartphones über elektronische Geräte wie Kameras und Bankautomaten bis hin zu sicherheitsrelevanten Anlagen wie Straßenampeln. Ein Fest also für Hacker, die in das Netz eindringen können. Ob das im Spiel so viel Spaß macht wie auf dem Papier, haben wir uns genau angeschaut.

Immer auf die Kleinen

Aiden Pearce, seines Zeichens Profihacker, nutzt die globale Vernetzung der Stadt, um auf Kundenwunsch in die Netzwerke einzudringen. Eines Tages geht ein solcher Auftrag schief: Er und sein Partner werden entdeckt, als sie in ein Hotel “einbrechen” wollen. Das hat weitreichende Folgen: Eines Tages werden Aiden und seine Tochter auf der Autobahn von Unbekannten angegriffen. In dem daraus resultierenden Unfall stirbt die kleine Lena Pearce. Aiden kann das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und schwört Rache an den Mördern, dessen Auftraggebern und dem ganzen korrupten System.
An dieser Stelle kommen wir ins Spiel. In Gestalt des Rächers hacken und schießen wir uns den Weg quer durch die Stadt Chicago, immer auf der Suche nach Hinweisen über die Verantwortlichen. Gleichzeitig versucht Aiden seine verbliebene Familie, allen voran seine Schwester mit Sohn, aus der Schusslinie des Rachefeldzugs zu halten. Bei diesem Feldzug hilft uns zunächst ein unbekannter Dritter, der uns regelmäßig mit hilfreichen Informationen versorgt und offensichtlich der geheimen Untergrund-Widerstandsgruppe angehört. Bei einem persönlichen Treffen stellt sich dieser Unbekannte als die Hackerin Clara heraus. Sie hilft uns fortan, indem sie unsere Schritte online überwacht und Nachforschungen für uns anstellt. Nach und nach gerät Aiden tiefer in den Verschwörungssumpf, muss sich mit zwielichtigen Freunden und unbekannten Feinden herumschlagen, die nicht nur ihm, sondern auch seiner Familie an den Kragen wollen.

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Insgesamt ist die Geschichte rund um den auf Rache getrimmten Vater wenig neu und auch nicht atemberaubend umgesetzt. Das liegt vor allem daran, dass die Figuren allesamt wenig einprägsame Charakter sind und auch gelegentliche, nicht nachvollziehbare Handlungen ihre Glaubhaftigkeit in Frage stellen. Warum mimt Aiden den großen Friedenspatrioten, der eigentlich bloß Rache will, während der sich jedoch ohne mit der Wimper zu zucken durch Horden mehr oder weniger Beteiligter kämpft?

Zudem gibt es keine Figur, die uns von Anfang an mit ihrer Erscheinung in den Bann zieht. Das Spiel versucht bestimmte Figuren einfach so offensichtlich in eine bestimme Rolle zu pressen, dass am Ende jegliche Überzeugung verloren geht. Nichtsdestotrotz ist die Handlung gelegentlich spannend und mitreißend, zumindest wenn wir überhaupt Zeit haben dieser zu folgen.

Hallo Welt!

Chicago sieht fantastisch aus – nicht nur in der Realität, sondern auch im Spiel. Und für alle nicht Kundigen des Originals dürfte es schwerfallen, Ungereimtheiten zu erkennen. Andererseits ist Chicago, anders als andere große Städte der USA wie New York oder Los Angeles, nicht unbedingt für seine allgemein bekannten Sehenswürdigkeiten berühmt, zumindest bei nicht Amerika-Experten. Bei den typisch amerikanischen Straßenschluchten nicht direkt auf die Millionenmetropole zu kommen, ist daher keine große Schande. Dennoch haben sich die Entwickler alle Mühe gegeben, ihre Stadt so realistisch wie möglich zu gestalten und tatsächlich kommt beim Flanieren durch die belebten Straßen der Downtown, den noblen Vororten oder den heruntergekommenen Brennpunkten echtes Großstadtfeeling auf.

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Abgesehen von einigen geographischen Ungereimtheiten unterscheidet sich das virtuelle Chicago noch in einem weiteren wichtigen Punkt von seinem großen Bruder: Alles ist digital vernetzt. Was laut Datenschützer heute schon gefährliche Ausmaße angenommen hat, wird in Watch Dogs nochmals gesteigert. Denn hier ist wirklich alles miteinander verbunden und wird von einem zentralen System gesteuert. Dazu gehören selbstverständlich sämtliche private Aktivitäten der Bürger mit ihren Smartphones, aber auch Überwachungskameras, wichtige Versorgungsmaschinen der Stadt sowie Straßenampeln und vieles mehr. Das ist einerseits günstig für die Regierung, aber auch für Privatorganisationen und unbefugte Dritte, die dieses System für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. Unbefugte Dritte? Klar das wir damit gemeint sind. Aber der Reihe nach.

Ganz typisch müssen wir uns, bevor wir uns im Dschungel der Großstadt austoben dürfen, den Weg durchs örtliche Stadion bahnen. Gut so, denn so können wir die grundlegenden Spielmechaniken kennenlernen und anwenden. Danach teilen sich die Aufträge im Spiel in zwei Kategorien auf, nämliche auf die Haupt- und Nebenquests. Hauptquests bringen uns, ganz unerwarteter Weise, in der Hauptgeschichte voran, während Nebenquests zur Beschaffung von Geld, Erfahrung und Ruf dienen. Sonderlich unterschieden sich die beiden Typen dabei nicht, die Missionsmechaniken sind oft dieselben: Mal müssen wir irgendetwas oder irgendjemanden finden und uns dabei durch massig Gegner schlagen. Bei alledem ist uns die Vernetzung eine große Hilfe.

Täglich grüßt das Smartphone

Wie alle anderen hat auch er natürlich ein Smartphone. Dieses ist jedoch im Gegensatz zu den Ebenbildern der normalen Bevölkerung mit einigen tollen Zusatzfunktionen ausgestattet, die es ihm ermöglichen, aktiv in das digitale Netz einzudringen und so die Spielwelt zu beeinflussen. Mit einem einfachen Knopfdruck (Y) wird dabei zunächst die Umgebung gescannt und Objekte hervorgehoben. Mit diesen Objekten können wir dann komfortabel interagieren.

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Allen voran wären da natürlich die Handys unserer Mitbürger. Mit aktiviertem Profil-Modus (Y) lassen sich problemlos deren tiefsten Geheimnisse auskundschaften. Neben den Passanten poppen sogleich kleine Informationstafeln auf, die die wichtigsten Daten zusammenfassen: Beruf, Kontostand, mögliche Geheimnisse, kriminelle Aktivitäten – alles kein Problem. Jeder Bürger, der uns auf der Straße begegnet, bekommt so ein eigenes Gesicht, anders als die austauschbaren Marionetten in ähnlichen Spielen.

Die Informationen nützen uns natürlich auch direkt etwas. Beim Hacken ihrer Geräte fallen uns gelegentlich Kontopins, mit denen wir am nächsten Bankautomaten ihre Besitzer erleichtern können, Bauteile für unsere Hacking-Tools oder interessante Informationen in die Hände.
Diese handeln meistens von nahenden Straftaten, die wir, als selbsternannter Hüter der Gerechtigkeit, natürlich verhindern müssen. Sobald das nahende Unheil erkannt wurde, errechnet das System den wahrscheinlichen Ort des Verbrechens. Dort schauen wir uns zunächst unauffällig nach möglichen Tätern um und vereiteln im Idealfall die Tat.

Gelegentlich erfahren wir aber auch etwas über Konvois mit gesuchten Personen, die es aufzuhalten gilt. Am leichtesten bringen wir diesen zum stehen, wenn wir uns in das Verkehrsnetz hacken. Damit können wir dann Verkehrsampeln, Poller oder einiges mehr hacken. Mit diesen lassen sich Fahrzeuge gezielt stoppen. Das läuft wie folgt ab: Nähern wir uns zu Fuß oder in einem Fahrzeug einer solchen Anlage, erscheint dort automatisch das „Hacken“-Symbol. Mit kurzem Drücken wird dann das jeweilige Objekt aktiviert: Poller fahren hoch oder runter, Ampeln schalten auf grün und richten Unfälle an, Gullis und Leitungen explodieren, Brücken und Tore fahren hoch (oder runter). Das hilft uns immens, sollten wir verfolgt werden oder ein Fahrzeug stoppen müssen. Wenn wir verfolgt werden und an eine Ampel oder einen Poller kommen, verändert sich das Symbol gelegentlich. Wenn wir sie dann aktivieren, hat dies meist zur Folge, dass ein Verfolger direkt ausgeschaltet ist. 

Laut und leise

Eine andere mögliche Information aus den Handys ist der Standort einer geheimen Gang oder einer Zielperson. Um diese zu erreichen, benutzen wir Waffengewalt – wenn wir wollen. Denn Watch Dogs lässt uns meistens die Wahl, ob wir ein Gebiet leise und unauffällig oder auf grobe Weise infiltrieren wollen.

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Die „Hau-drauf“-Taktik ist dabei regelmäßig einfacher durchzuführen und bringt uns direkt in den Kampf gegen meist mehrere Gegner. Dabei begeben wir uns auf Knopfdruck von Deckung zu Deckung, behalten dabei die Gegner im Auge und luken gelegentlich daraus hervor, um einen Gegner niederzustrecken. Ein recht übersichtliches Waffenangebot aus Pistolen, Sturmgewehren und Scharfschützengewehren stehen uns dabei zur Auswahl, sofern wir sie zuvor gekauft oder gefunden haben. Im Nahkampf können wir außerdem Gegner direkt mit einem Schlagstock ausschalten. Interessant ist außerdem der Focus, denn dieser verlangsamt für einen kurzen Moment die Zeit, damit wir in Ruhe zielen und schießen können, eine gefüllte Focusleiste vorausgesetzt. Ganz so einfach wie es klingt ist es dann aber doch nicht. Richtig intelligent stellt sich die KI zwar nicht an, dafür macht es meistens die schiere Masse, kombiniert damit, dass wir nur verhältnismäßig wenige Treffer aushalten, bevor wir ins virtuelle Gras beißen. Als weitere Hilfestellung können wir die Umgebung in die Kämpfe mit einbeziehen. In den Kampfgebieten befinden sich günstig platzierte Sprengfallen oder Deckungsvorrichtungen, die nur danach schreien, benutzt zu werden.

Diese Frontalmethode bringt unterm Strich weniger Erfahrungspunkte ein als die langsame und vorsichtige Stealth-Taktik.
Auch hier hangeln wir uns möglichst ungesehen von Deckung zu Deckung und besiegen Gegner lautlos im Nahkampf. Mit freigeschalteten Hacks können wir auch deren Smartphones hacken, um sie abzulenken oder sie gar in mobile Bomben verwandeln.

Doch nicht nur von den Mobiltelefonen unserer Mitmenschen können wir solche Aufträge erhalten, wir können sie auch einfach so in der Spielwelt finden. Unser Smartphone macht uns nämlich selbstständig auf mögliche Missionen in der Nähe aufmerksam. Wir müssen dann nur noch zum angezeigten Ort fahren. Dies funktioniert jedoch nur, wenn wir das Gebiet zuvor an den Sendemasten freischalten. Wer da an Assassin´s Creed denken muss, liegt gar nicht so falsch.
Diese Sendemasten befinden sich ausschließlich an schwer zu erreichenden Orten und sind mit gesicherten Türen versperrt. Um diese zu öffnenn müssen wir ein Hacker-Minispiel bestreiten, indem wir den Stromfluss an Verteilern und Kreuzungen so umleiten, dass er den Verriegelungsmechanismus erreicht. Ist das geschafft und die anderen Hindernisse überwunden, hacken wir zu guter Letzt den Sendemast. In einem digitalen Rundflug über dem Gebiet werden dann Verstecke, Läden, Aufträge und allerlei anderes Zeug angezeigt.
Apropos Versteck: In diese kleinen Örtlichkeiten können wir uns zurückziehen, um zu schlafen oder das Spiel zu speichern, obwohl Kampagne-Fortschritte und sonstige Missionen immer an dessen Ende gesichert werden.

Die Hauptmissionen laufen in der Regel mit den oben genannten Mechaniken ab und wiederholen sich häufig vom Prinzip her. Durch unterschiedliche Ausgangslagen oder Herangehensweisen wird das jedoch gut kaschiert. Zusätzlich halten die Zwischensequenzen und Hintergrunderzählungen und die damit einhergehende Verbundenheit mit den Figuren die Laune.
Zumindest, wenn wir dazu kommen der Hauptgeschichte zu folgen. Auf den Straßen gibt es einfach so viel zu entdecken und zu tun, dass wir regelmäßig einfach so durch die Straßen fahren und nach neuen Nebenmissionen Ausschau halten.

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Es macht aber auch einfach Spaß, mit einem hübschen Wagen durch die Straßenschluchten zu fahren, der Musik aus dem Radio zu lauschen und gelegentlich eine Ampel auf Grün zu stellen und ein Verkehrschaos anzurichten. Schade, dass die Polizei im Vergleich zu ähnlichen Spielen wenig Durchsetzungsvermögen zeigt. Zwar ist sie in ihrer Masse durchaus hartnäckig, eine einzige angehobene Brücke reicht aber in guten Momenten schon aus, um die Verfolgung aufzugeben. Zudem können wir uns mit kleinen Minispielen wie Schach oder Poker die Zeit vertreiben oder in Läden am Straßenrand neue Klamotten oder Ausrüstung kaufen. So wirkt die Spielwelt zwar stets lebendig, an die Vielfalt von beispielsweise GTA, wo auch noch Beziehungen möglich sind, reicht es nicht heran.

Eine Hand hackt die andere

Wenn das einsame Herumfahren und Aufträge Erledigen auf Dauer zu eintönig wird, wird es Zeit für etwas Mehrspieleraction. Glücklicherweise leistet Watch Dog auch dafür Abhilfe. In den Kampf gegen andere Spieler treten wir einfach, indem wir Herausforderungen am Bildschirmrand annehmen oder selber via Smartphone nach Modus und Gegner suchen.
Insgesamt sechs verschiedene Onlinemodi bietet uns das Spiel an. Selbsterklärend sind vermutlich die Modi „Rennen“ und „Freies Spiel“. Im Modus „Rennen“ fahren wir (oh Wunder) Rennen gegen bis zu acht Spieler auf Motorrad oder im Auto. Dabei können wir auf die üblichen Hacks im Straßenverkehr zurückgreifen, um unseren Rivalen den Weg zu erschweren.
Der Modus „Freies Spiel“ bietet eine große Spielwiese für uns und anderen Spielern. Wir können die Stadt frei erkunden und Unfug anstellen. Leider sind in diesem Modus aber sämtliche Missionen deaktiviert, richtig viel gibt es also nicht zu entdecken.
Auch eine Art „Capture-the-Flag“-Modus gibt es, nur dass wir hier statt eine Flagge eine Datei in unseren Besitz bringen und halten müssen. Die Gegenspieler versuchen das logischer Weise ebenfalls. Zusätzlich kommt hinzu, dass das Spielareal sehr übersichtlich ist.
Ganz anders sind die Modi, die ausschließlich Mann gegen Mann gespielt werden können. Hierbei müssen wir entweder unseren Gegenüber unbemerkt und unerkannt hacken oder verfolgen, während dieser seine Fähigkeiten nutzen kann, um uns zu finden beziehungsweise uns zu entkommen.
Besonders spannend ist der „ctOS Mobil“-Modus. Wie auch beim normalen Rennen müssen wir mehrere Checkpoints durchfahren. Statt gegen andere Spieler läuft das jedoch gegen die Zeit. Zusätzlich kann uns unser Gegenspieler durch verschiedene Werkzeuge das Leben schwer machen und uns beispielsweise die Polizei hinterher jagen oder die Ampeln vor uns manipulieren.

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Abgesehen von den Spielmodi 1 gegen 1 können wir die anderen Aufgaben auch mit oder gegen unsere Freunde spielen. So bieten diese gut in die Welt eingebauten Multiplayer-Spiele eine Abwechslung vom sonstigen Spiel. Störend ist da einzig der fehlende Spielaufbau. Häufig kommt es vor, dass wir weitaus länger warten müssen, als uns das Spiel anzeigt, oder Verbindungen einfach abbrechen, während wir warten oder schon verbunden sind.

Ach, wie schön ist Chicago

Sagen wir, wie es ist: Chicago ist wunderschön. Verglichen mit dem E3 Trailer von 2012 fallen allerdings schon einige drastische Unterschiede auf, die beim Test des tatsächlichen Spiels allerdings keine Rolle spielen sollen. Schließlich testen wir das Spiel und nicht den Trailer. Was liegt also vor?
Nicht nur die Kulisse mit Gebäuden, Gebilden und Fahrzeuge sind liebevoll modelliert, auch die Texturen und Effekte sind in der Regel hochauflösend und detailliert. Auch die Wettereffekte mit starkem Regen oder strahlendem Sonnenschein sehen gut aus. Bei näherem Hinsehen fallen aber doch gelegentlich unscharfe oder unsaubere Texturen auf, während sich manche Objekte häufig wiederholen. Auch die Qualität der Flora und Fauna ist alles andere als herausragend. Hinzu kommt, dass selbst mit bester Grafikkarte nach einiger Spielzeit Ruckler auftreten können.
Besonders in den Zwischensequenzen wird deutlich, dass hier einiges verschenkt wird. Die Gesichter der Figuren sind insgesamt etwas reglos und passen sich selten dem Gesprochenen an. Auch schlechte Texturen fallen hier besonders auf.

Watch Dogs (38) Minimale Grafikeinstellungen
Watch Dogs (39) Maximale Grafikeinstellungen

Auch akustisch leistet sich Watch Dogs immer mal wieder kleine Patzer, insbesondere Tonaussetzer, während der Großteil der Effekte und Hintergrundgeräusche in Ordnung geht. Gelegentlich wirken Explosionen etwas schwach, während manche Fahrzeuge wie überforderte Nähmaschinen klingen.

Das gleiche gilt für die deutsche Vertonung. Im Durchschnitt ist die Leistung der Sprecher ok, auch wenn hier und da mal ein paar Betonungen merklich aus der Reihe tanzen. Problematischer ist da eher, dass die Sprecher gelegentlich nicht lippensynchron sind. Wirklich positiv hingegen ist die musikalische Untermalung: Radiomusik stammt von professionellen und auch bekannten Bands und decken den Großteil des Genres ab. Auch in Kämpfen und anderen Situationen passt sich die Musik dem Geschehen an und spendiert gelegentlich passende wie unfreiwillig komische Atmosphäre.

Alles in allem jedoch präsentiert sich Watch Dogs mehr als stimmig und die kleinen Kritikpunkte fallen nur selten negativ auf. Was dagegen auffällt ist die Schönheit des Moments, wenn wir in einem edlen Cabrio über eine Brücke in den Sonnenuntergang heizen und dabei passende Musik aus dem Autoradio dröhnt. Schöner geht es selbstverständlich immer, schlechter aber auch.
Was nicht so gut geht, sind gelegentliche Kollisionsfehler. Wenn wir in spannenden Kämpfen an einer unsichtbaren Kante hängenbleiben und deswegen sterben, ist das mehr als ärgerlich. Solche Momente bleiben aber glücklicherweise die Ausnahme, ebenso wie Standbilder oder Ruckler. Ansonsten fallen keine größeren Spielfehler ins Auge, zumal Ubisoft mit kleineren Patches immer wieder nachbessert.

Persönliches Fazit

Watch Dogs macht Spaß, auch wenn sich nicht genau sagen lässt, warum. Die gelungene Mischung aus interessanter Geschichte, spannenden Kämpfen, abwechslungsreichen Missionen und dem allgegenwärtigen Hacken der Spielwelt, sorgen für ein gelungenes Spielgefühl. Auch das Spielen mit oder gegen andere Spieler macht Spaß und sorgt immer wieder für spannende Momente.
Nichtsdestotrotz gibt es aber auch Anlass zur Kritik, insbesondere bei manchen technischen Fehlern und der gelegentlich einfallslosen Geschichte. Solange der Großteil jedoch solchen Spaß macht, wie wir beim Testen hatten, können solche kleinen Kosmetikfehler getrost außer Acht gelassen werden.

Positiv:
+ umfangreiche, offene und lebendige Spielwelt
+ viel zum Entdecken und zu tun
+ meist verschiedene Spielstile möglich
+ unterhaltsamer Mehrspielermodus
+ actionreiche Kämpfe und Verfolgungsjagden
Negativ:
– hoher Leistungsanspruch
– meistens dieselbe Aufgabenstellung bei Missionen
– insgesamt etwas schwache Storykampagne
– gelegentliche Fehler, Abstürze, KI-Aussetzer

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Testbericht von Hardbloxx.Demes
Euer Hardbloxx-Team