Test / Testbericht: Dell Venue 11 Pro

Dell Venue 11 Pro beitragsbild

Tablets mit vollwertigem Windows 8 Betriebssystem sind seit einer ganzen Weile keine Neuheit mehr. Doch der Markt boomt und die Neuerungen können sich meist sehen lassen. Tablets mit langer Akkulaufzeit und allen wichtigen Programmen auf so einem kleinen Gerät sind das ideale Werkzeug für Geschäftsleute. Das hat auch Dell erkannt und ein passendes Produkt entwickelt. Dell ist im Businessbereich weit verbreitet und steht für Flexibilität sowie Qualität. Wie für Dell üblich, hat der Kunde die Qual der Wahl, denn das Dell Venue 11 Pro gibt es mit einem Intel Atom Z3770, einem Intel Core i3-4020Y und einem Intel Core i5-4300Y. Desweiteren bietet Dell ein sehr großes Paket an Zubehör an. Auf dem Papier macht das Dell Venue 11 Pro schon einmal einen guten Eindruck. Doch ob dieser auch in der Praxis hält, werden wir für euch testen. 

[nextpage title=“Gehäuse“]

Dell Venue 11 Pro _ 1
Dell Venue 11 Pro _ 11

Wie bei jedem Windows-Tablet sticht einem auf der Vorderseite sofort der Windows-Homebutton ins Auge. Dieser ist im Gegensatz zu vielen anderen Windows-Tablets als Softkey ausgelegt. Dadurch bietet sich auf der Vorderseite eine geschlossene und gut aussehende Glasfront. Die Rückseite des Tablets besteht aus Plastik mit Softtouchoberfläche. Das Plastik fühlt sich wertig an und das gesamte Gehäuse ist absolut verwindungssteif. Auf der Rückseite des Tablets prangt das silberfarbene Dell-Logo, welches nicht nur billig aufgedruckt ist, sondern als eigenes Element eingelassen ist. Lässt man den Blick auf der Rückseite nach unten schweifen, entdeckt man eine kleine Vertiefung in der Mitte des Tablets. Mit Hilfe dieser Vertiefung lässt sich, wie bei den meisten Smartphones, die Rückseite komplett entfernen. Damit bietet Dell dem Kunden eine Freiheit, welche kaum ein anderer Hersteller gewährleistet. Dell geht sogar soweit, dass der Akku nicht fest verbaut ist, sondern sich mit einem Klick lösen lässt. Desweiteren erhält man über die offene Rückseite sehr leichten Zugang zu wichtigen Komponenten wie WLAN-Modul, Datenspeicher und Prozessor. Eine Reparatur wird dadurch wesentlich vereinfacht und muss nicht zwangsläufig vom Hersteller durchgeführt werden. Das Schließen der Rückseite ist etwas knifflig, doch angesichts der Tatsache, dass man nicht täglich seinen Akku wechseln wird, durchaus vertretbar.

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Das Gehäuse der Intel Atom Version ist mit 10 Millimetern nicht das dünnste auf dem Markt. Dank der abgerundeten Kanten und der griffigen Softtouchoberfläche liegt das Gerät trotzdem gut in der Hand. Die Versionen mit den Intel Core i-Prozzesoren gönnen sich zusätzlich 5,4 Millimeter in der Dicke, um genügend Platz für Kühler und Lüfter zu bieten. Bei den Intel Core -i-Versionen befinden sich aus diesem Grund Lüftungsschlitze auf der Oberseite. Die Standby-Taste wurde daher auf die rechte Gehäuseseite verlegt.

[nextpage title=“Ausstattung“]

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Das Dell Venue 11 Pro bietet wie auch die meisten Windows-Tablets den üblichen Umfang an Anschlüssen. Auf der rechten Gehäuseseite finden wir einen Standard USB-3.0-Anschluss, welcher dank der neuen Intel-Atom-Generation auch bei den kleineren Modellen vorhanden ist. Ebenfalls auf der rechten Seite befindet sich der 3,5mm Kopfhörerausgang. Zum Verbinden mit einem Monitor oder einem Beamer steht ein Mini-HDMI-Anschluss zur Verfügung, welchen man auf der linken Seite des Gerätes findet. Direkt daneben wurde der Micro-USB-Anschluss zum Laden des Tablets positioniert. Der Vorteil dieses Ladeanschlusses liegt auf der Hand, denn man kann das Tablet so mit jedem Ladegerät laden, welches genügend Ampere liefert. Natürlich muss man bei Ladegeräten mit weniger als 24 W Leistung, mit längeren Ladezeiten rechnen. Um den internen Speicher von bis zu 256 GB zu erweitern, verbaut Dell einen MicroSD-Slot, welcher auch Karten im SDXC-Format mit bis zu 128 GB liest. Somit stehen euch in der höchsten Ausstattung stattliche 384 GB zur Verfügung.

[nextpage title=“Kommunikation und Software“]

Wer ein Tablet nutzt, möchte am liebsten immer und überall verbunden sein. In der Intel-Atom-Version des Dell Venue 11 Pro darf man sich über W-LAN nach 802.11 a/g/n und Bluetooth 4.0 inklusive NFC erfreuen. Dank des Draft-N-Netzes ist eine Nutzung eines 5 GHz-Frequenzbandes möglich. Vorausgesetzt ihr besitzt einen entsprechenden Router. Ein WWAN-Modul mit HDSPA ist optional zubuchbar. Wer sich die große Variante des Tablets mit Intel Core i5 gönnt, darf sich außerdem über den WLAN-Standard 802.11 ac freuen. Dieser ist die aktuelle Erweiterung des 802.11 n Standards und bietet im 40 MHz Band Downloads mit bis zu 200 Mbit/s. Theoretisch währen mit dem ac-Standard sogar maximal 6933 Mbit/s möglich, falls die Hardware das 8×8 MIMO-Verfahren unterstützt.

Der Empfang des WLAN-Moduls ist, auch durch 2 massive Wände und ca 15 Meter Abstand, auf höchster Stufe. Dementsprechend schnell werden die Testseiten auch bei größeren Entfernungen aufgebaut.

Software

del backup and recovery
power manager

Das Dell Venue 11 Pro bekommt ihr mit vollwertigem Windows 8.1. Dabei erhaltet ihr die 32 Bit-Version mit der Atom-Variante und die 64 Bit-Version bei den Intel Core-i-Varianten. Das Tablet bootet zügig und ist schon nach 25,2 Sekunden einsatzbereit. Die Metro-UI-Oberfläche von Windows 8.1 kommt bei der Nutzung eines Tablets voll zur Anwendung und erleichtert die Bedienung deutlich. Der Windows-Store ist im Angebot zwar nicht vergleichbar mit dem Google-Play-Store oder Apples App-Store, jedoch findet man auch hier die wichtigsten und grundlegendsten Anwendungen. Allerdings gibt es deutlich weniger Freeware und gute Apps kosten auch gerne ein paar Euro mehr. Dell selbst hat nur wenige kleine Infoprogramme installiert und verzichtet ansonsten glücklicherweise auf jegliche Bloatware. Um den Digitizer für handschriftliche Notizen zu nutzen, kann man entweder auf das Windows integrierte Windows Journal setzten oder auf die kostenfreie One-Note-App aus dem Windows-Store. Dabei bietet Journal deutlich mehr Konfigurationsmöglichkeiten und Schnellzugriffe. Wer eine gültige Microsoft Office Lizenz besitzt, kann natürlich auch das vollwertige One Note benutzen, welches deutlich mehr Funktionen bietet. 

[nextpage title=“Kamera und Multimedia“]

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Angesichts dessen, dass es sich bei dem Gerät um eine Business-Lösung handelt und nicht um ein Unterhaltungsprodukt oder gar um einen Ersatz für eine Kamera,  wählt Dell 2 Kameras mit gängigen Auflösungen. Die Rückkamera schießt Bilder mit 8 Megapixel und die Frontkamera bietet eine Auflösung von 2 Megapixel. Die Auflösung der Rückkamera reicht locker aus, um ein Dokument abzufotografieren oder einen Schnappschuss zu machen. Für alles andere empfehlen wir jedoch den Einsatz einer dafür vorgesehenen Kamera. Denn gerade im ersten Testfoto erkennt man, dass die Kamera Belichtungsprobleme bei Gegenlichtsituationen hat. Generell scheint die Rückkamera etwas zu dunkel zu belichten. Die Frontkamera mit den 2 Megapixeln reicht für Video-Chats via Skype oder ähnlichem aus, solange die Lichtverhältnisse stimmen. Zum Fotografieren ist sie nicht geeignet, da die Bilder auf voller Größe zu unscharf sind.

Die 2 Vergleichs-Serien sind dabei immer folgendermaßen aufgebaut: oben links Tablet-Rückkamera, oben rechts Tablet-Frontkamera, Mitte links Vergleichstablet-Rückkamera, Mitte rechts Vergleichstablet-Frontkamera (Vergleichstablet ist das Samsung Note 10.1 2014 Edition), unten links Vergleichs-DSLR ohne Blitz und unten rechts Vergleichs-DSLR mit Blitz (Vergleichskamera ist die Canon EOS 500D mit EF-S 15-55 mm).

Dell Venue 11 Pro Rückkamera innen
Dell Venue 11 Pro frontakamera  innen
Rückkamera Innen Note 10_1
Frontkamera Innen - Note 10_1
Canon EOS 500D ohne Blitz innen
Canon EOS 500D mit Blitz innen

Dell Venue 11 Pro Rückkamera außen
Dell Venue 11 Pro frontakamera außen

Rückkamera Außen Note 10_1
Frontkamera Außen - Note 10_1
Canon EOS 500D ohne Blitz außen
Canon EOS 500D ohne Blitz außen

[nextpage title=“Zubehör“]
Das mitgelieferte Zubehör des Dell Venue 11 Pro  fällt sehr mager aus. Wenn man die Verpackung entleert, findet man neben dem Tablet selbst lediglich das Netzteil und ein Benutzerhandbuch. Weiteres Zubehör wie zum Beispiel ein Headset sucht man vergebens. Dafür bietet Dell eine sehr große Auswahl an optionalem Zubehör. So könnt ihr euch eine Dockingstation kaufen, in der euer Tablet deutlich schneller geladen wird und welche euch weitere sinnvolle Anschlüsse bietet. Die Station besitzt 3 weitere USB-Anschlüsse, einen HDMI-Port, einen Display-Port, einen LAN-Anschluss und eine 3,5mm Klinkenbuchse. Für alle, die unterwegs viel schreiben möchten, empfiehlt sich eine der beiden Tastaturen.

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Die flache Tastatur ist sehr leicht und bietet echte Tasten mit einem sehr geringen Tastenhub. Dies ist auf Anhieb etwas gewöhnungsbedürftig, denn der Druckpunkt ist nicht wirklich klar und man weiß nicht sicher, ob die Taste richtig betätigt wurde. Sehr gut ist jedoch die Größe der Tasten. Mit rund 15 mm Breite und genügend Abstand zwischen den Tasten lässt es sich sicher und ohne Fehleingaben tippen. Das Touchpad der flachen Tastatur reagierte teilweise etwas träge oder kurz gar nicht. Hier könnte Dell gerne nachbessern.

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Bei der mobilen  Chiclet-Tastatur  steht einem deutlich mehr Tastenhub zur Verfügung. Diese Tastatur ist durchaus mit einer normalen Notebook-Tastatur vergleichbar. Desweiteren bietet dieses Tastatur-Dock den Vorteil, dass ein weiterer Akku integriert ist. Der Akku kann über einen Micro-USB-Port mit dem standardmäßigen Dell-Netzteil geladen werden. Dank des Akkus und des Metallgehäuses bietet der Dock genügend Gewicht, um auch im aufgeklappten Zustand stabil zu stehen. Obwohl genügend Platz vorhanden wäre, hat Dell in der mobilen Tastatur keine weiteren USB-Ports oder andere Anschlüsse verbaut. Das Touchpad dieser Tastatur arbeitet exakter und zeigte im Test keine Aussetzer. Die Verarbeitung ist weitestgehend in Ordnung. Leider mussten wir feststellen, dass ein Tastenklick ausgelöst wird, wenn man das Tablet im Tastatur-Dock mit einer Hand anhebt. Der Dock scheint sich an der Vorderseite leicht zu verformen, wodurch wiederum ein Klick am Touchpad ausgelöst wird.

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[nextpage title=“Touchscreen und Bedienung“]

Das Panel des Dell Venue 11 Pro unterstützt Multitouch-Eingaben. Im Test wurden alle 10 Finger unabhängig voneinander erkannt. Der Touchscreen arbeitet sehr exakt und bietet eine angenehme Empfindlichkeit. Die virtuelle Windows-Tastatur hat dank des 10,8“ Displays eine gute Größe und erlaubt auch Eingaben längerer Texte.

Eine Besonderheit des Dell Venue 11 Pro ist die Möglichkeit der Stifteingabe. Der Digitizer ist optional und kann beim Kauf direkt mitbestellt werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern von Tablets mit Digitizer setzt Dell nicht auf Wacom oder N-Trig, sondern auf eine eigene Entwicklung. Im Gegensatz zu den Wacomstiften arbeitet der Stylus von Dell nicht induktiv sondern aktiv. Daher benötigt der Stift eine eigene Stromquelle. Diese wird in Form von einer kleinen AAA-Batterie bereitgestellt. Dank der Batterie und dem Metallgehäuse besitzt der Stift ein gutes Gewicht und fühlt sich wie ein hochwertiger Kugelschreiber an. Im Vergleich zu den leichten und oft billig wirkenden Samsung-Stiften ein echter Fortschritt. Ein weiterer Vorteil des aktiven Stylus ist die Genauigkeit im Randbereich des Tablets. Technologiebedingt kommt es bei den induktiven Wacom-Digitizern oft zu größeren Abweichungen am Rand des Displays. Man könnte also meinen, Dell hätte einen wirklich guten Stylus entwickelt. Dem ist aber leider nicht so. Die erste Version des Stiftes wurde schon nach kurzer Zeit nicht mehr ausgeliefert und schließlich auch von der Hersteller-Website genommen. Grund dafür waren massenhafte Reklamationen, da der Stift gar nicht oder extrem schlecht funktionierte. Nachdem verärgerte Venue-11-Pro-Besitzer fast ein Jahr auf ein neues Modell warten mussten, ist es nun soweit, dass Dell anfängt, neue Stifte zu liefern. Leider besteht auch hier noch ein Lieferengpass, sodass manche Kunden sich noch weiter gedulden müssen. Wir hatten jedoch das Glück, einen Stylus der neuen Generation (RevA01) für den Test zu bekommen. Als wir jedoch Microsoft One-Note öffneten und die ersten Wörter mit dem Stift schrieben, kam der Schock. Das Schriftbild war extrem schlecht. Auch diversere Tricks und Einstellungsänderungen brachten keine Verbesserung. Wir gaben aber noch nicht auf und testeten die Eingabe erneut in Windows Journal. Hier sah das Schriftbild schon akzeptabler aus, jedoch immer noch in keinster Weise vergleichbar mit einem Wacom-Schriftbild. Aufgrund dieser starken Unterschiede zwischen den beiden Programmen vermuten wir die Ursache des schlechten Schriftbildes in der Treiberkompatibilität mit den Programmen. Eine offizielle Stellungsahme von Dell liegt jedoch noch nicht vor.

Damit ihr euch selbst einen Eindruck von dem Unterschied zwischen dem aktivem Dell-Digitizer und einem Wacom-Digitizer machen könnt, haben wir einen direkten Vergleich aufgestellt. Die Testsätze wurden jeweils in Microsoft One Note und Windows Journal erstellt. Als Vergleichsgerät diente ein Samsung Ativ Smart PC 500, auf welchem ebenfalls Windows 8.1 installiert ist. (oben Dell Venue 11 Pro , unten Samsung Ativ Smart PC)

dell one note
dell windows journal
One Note - Samsung Ativ 500T
Journal Samsung Ativ 500T

[nextpage title=“Display“]
Das 10,8 Zoll große IPS-Display des Dell Venue 11 Pro bietet eine Auflösung von 1920×1080 Pixeln und steht damit auf einer Stufe mit dem Microsoft Surface 2. Beide Tablets bieten eine ähnliche Pixeldichte von guten 204 dpi.  Der Kontrast ist sehr hoch und die Farbgenauigkeit ist für ein Tablet absolut in Ordnung. Die Intel Core-i-5-Variante ist damit auch bedenkenlos für kleinere Fotoshop-Arbeiten geeignet. Die maximale Helligkeit des Tablets liegt ebenfalls auf einem guten Niveau. Doch wird diese in den seltensten Fällen abgerufen. Die Helligkeit wird in einem breiten Bereich automatisch mit Hilfe des verbauten Lichtsensors geregelt. Diese automatische Steuerung ist jedoch viel zu empfindlich und dunkelt schon bei geringer Lichteinstrahlung zu stark ab. Wenn man in den Einstellungen die Helligkeit auf die höchste Stufe stellt, bleibt das Display immer noch zu dunkel. Im Freien ist das nicht entspiegelte Display sehr unpraktisch. Es scheint noch stärker zu spiegeln als die meisten nicht entspiegelten Displays. Denn selbst bei bewölktem Himmel oder Sonneneinstrahlung in Gebäuden ist das Display schwer abzulesen. Die Blickwinkelstabilität hingegen ist sehr gut. Selbst bei sehr geringen Blickwinkeln bleibt auch der Kontrast stark genug.

Technik:

Wie schon oben erwähnt, bietet Dell dem Kunden die Möglichkeit, zwischen 3 Prozessoren zu wählen. Es handelt sich dabei um einen Intel Atom z3770, einen Intel Core i3-4020Y oder einen Intel Core i5-4300Y. Für unseren Test wurden uns die Varianten mit Intel Atom und Intel Core i5 zur Verfügung gestellt. Bei den beiden Core-i-Prozessoren handelt es sich um Dual-Core-Prozessoren, welche dank Hyperthreading vier Threads gleichzeitig bearbeiten können.  Zwischen den Modellen mit Atom-Prozessor und Core-i-Prozessor gibt es jedoch noch mehr Unterschiede. Die Atom-Modelle werden zum Beispiel nur mit eMMC-SSDs ausgeliefert. Diese dürfen zwar als SSDs (Solid State Drives) bezeichnet werden, haben aber deutlich niedrigere Geschwindigkeiten. Dieser Unterschied zeigt sich am stärksten im CrystalDiskMark-Test. Desweiteren werden die Varianten mit Intel Core i mit 2GB mehr Arbeitsspeicher und Windows 8.1 in der 64 Bit Version geliefert. Für die Grafikberechnung verfügen die Intel-Core-i-Modelle über eine Intel HD 4200 GPU mit 20 EUs (Execution Units). Der Intel HD Graphics Chip des Bay Trail Prozessors taktet mit 200MHz weniger und besitzt nur 4 EUs. Mit diesen Leistungsdaten lässt sich die GPU-Einheit des Intel Atom 3770 am ehesten mit einer Qualcomm Adreno 320 GPU vergleichen, wie sie in den Snapdragon 600 Chips verbaut wird.

[nextpage title=“Leistung“]

Die Leistung des Tablets mit der schwächsten Ausstattung reicht für Officearbeiten, Surfen oder Filme Schauen vollkommen aus. Über ein HDMI-Kabel können Full-HD-Inhalte auch ruckelfrei auf einem externen Monitor wiedergegeben werden. Für anspruchsvollere Aufgaben sollte man sich jedoch für die Variante mit Intel Core i5 oder Intel Core i3 entscheiden. Diese bieten deutlich mehr Leistung, was Berechnung und Grafik angeht. Bei dem Intel-Core i-5-Modell mussten wir bei einigen Benchmarks feststellen, dass die CPU throttelt und heruntertaktet, da die Temperaturen sonst zu stark ansteigen. Von den maximal 1,9 GHz bleiben dadurch oft nur um die 900 Mhz übrig. Desweiteren mussten wir während unserer Testzeit auch einige Freezes bei dem großen Modell feststellen. In diesen Situationen half nur noch ein Hardreset. Abgesehen von diesen Problemen bietet das Dell Venue 11 Pro mit Intel Core i5 genug Leistung für kleine Fotoshop-Arbeiten oder Videobearbeitungen.  Die mobilen SSDs in den Tablets mit Intel-Core-i-Prozessor konnten durch extrem kurze Lade- und Kopierzeiten überzeugen. Die Festplatten-Benchmarks bestätigten diese Eindrücke ebenfalls. Wie sich die beiden Varianten des Dell Venue 11 Pro sonst geschlagen haben, könnt ihr hier in den Benchmark-Ergebnissen sehen.

HD Tune Dell Venue 11 Pro
Crystal Dsik Mark Dell Venue 11 Pro
Geekbench 3 Dell Venue 11 Pro
Cinebench R10 Dell Venue 11 Pro
PC Mark 7 Dell Venue 11 Pro
3D Mark 06 Dell Venue 11 Pro

Spiele & Videos

Auf der kleinen Version des Dell Venue 11 Pro laufen alle Spiele aus dem Microsoft-Store ohne Probleme. Desktop-Games hingegen bringen das Dell Venue 11 Pro mit Intel Atom Z3770 an seine Grenzen und auch zum Absturz. Wer auf dem Tablet also auch richtige Spiele zocken möchte, sollte zur stärksten Variante mit Intel Core i5 CPU greifen. Auf diesem laufen einfache Games wie Terraria ohne Probleme. Auch ältere 3D-Spiele laufen mit eingeschränkten Grafikeinstellungen überwiegend flüssig. Die Wiedergabe von Full-HD-Inhalten funktioniert problemlos. Egal ob im Media Player oder im Browser (Youtube), die Videos werden ohne Ruckler abgespielt. Bei der alten Intel-Atom-Generation wie dem Z2670 gab es gerade bei Full-HD-Youtube-Videos immer wieder starke Ruckler. Mit der neuen Generation gehört dieses Problem jedoch der Vergangenheit an. Hier machen sich die 2 zusätzlichen Kerne in jedem Fall bemerkbar.

[nextpage title=“Emissionen und Lautsprecher“]

Temperatur

Im  Idle Modus ist der Unterschied zwischen dem Bay Trail und dem Haswell-Prozessor fast nicht vorhanden . Beim Haswell-Modell ermittelten wir eine maximale Rücktemperatur von 36,9°C bemerkbar. Bei der Atom-Variante hingegen waren es 36,4°C. Der kleine Unterschied von gerade einmal 0,5°C ist zu vernachlässigen. Trotzdem muss man auch sagen, dass die Temperatur von 36°C relativ hoch ist, im Vergleich zu Tablets der Konkurrenz. Als Beispiel kann man hier das Lenovo Thinkpad Tablet 2 nennen. Dieses war im Idle ganze 5°C kälter.

Modell mit Intel Atom Z3770

Dell Venue 11 Atom Fronttemp Idle
Dell Venue 11 Atom Rücktemp Idle

 Modell mit Intel Core i5 4300Y

Dell Venue i-5 Fronttemp Idle
Dell Venue i-5 Rücktemp Idle

Betrachtet man die Temperaturen unter Volllast, sieht die Welt ganz anders aus. Hier ist der Unterschied zwischen Bay-Trail-CPU und Haswell-CPU deutlich erkennbar. Der Haswell-Prozessor produziert mit einer TDP von 15W mehr als dreimal soviel Wärme im Vergleich zum Atom Z3370. Trotz der aktiven Kühlung durch 2 Lüfter erreicht das Intel Core i5 Modell maximal 45,9°C auf der Rückseite. Das Gerät lässt sich bei diesen Temperaturen zwar noch in der Hand halten, doch Schwitzen ist vorprogrammiert. Das Tablet mit dem kleinen Bay-Trail-Prozessor hingegen bleibt mit 37,4°C angenehm kühl und wird somit unter Last nur 1°C wärmer.

Modell mit Intel Atom Z3770

Dell Venue 11 Atom Fronttemp Last
Dell Venue 11 Atom Rücktemp Last

 Modell mit Intel Core i5 4300Y

Dell Venue i-5 Fronttemp Last
Dell Venue i-5 Rücktemp Last

Lautsprecher

Bei beiden Modellen befinden sich links und rechts Stereolautsprecher am Tablet. Diese wurden von Dell sehr gut positioniert und werden somit beim Halten nicht verdeckt. Auch bei der Qualität der Lautsprecher hat sich Dell wirklich Mühe gegeben. Selbst bei hoher Lautstärke und schwierigen Frequenzen bleibt uns lästiges Übersteuern oder Knarzen erspart. Sobald das Klangbild jedoch zu groß wird und zu viele Instrumente mitwirken, wird die Wiedergabe schnell matschig. In Anbetracht der Größe der Lautsprecher ist dies jedoch logisch. Wer seine Musik oder Filme genießen möchte, sollte, wie bei allen Mobilgeräten, auf Kopfhörer zurückgreifen.

[nextpage title=“Akkulaufzeit“]

Dell spendiert der Atom-Version einen 32-Wattstunden-Akku. Für die leistungsfähigeren Geräte mit i3- und i5-Prozessor stehen 37-Wattstunden-Akkus zur Verfügung. Mit dieser Ausstattung hält selbst das starke Tablet unter Vollast fast 2 Stunden durch. Dabei werden GPU und CPU voll ausgelastet und das Display auf 100% Helligkeit reguliert. Wesentlich praxisnaher ist da der WLAN-Test. Bei diesem regeln wir die Helligkeit auf 50% und rufen mit Hilfe eines Skriptes alle 40 Sekunden eine neue Website auf. Dieses Skript wurde uns freundlicherweise von Notebookcheck zur Verfügung gestellt. Unter dieser Belastung hielt das Haswell-Model 6h und 3 Minuten lang durch. Die Version mit dem sparsameren Bay-Trail-Prozessor konnte hier 50 Minuten länger durchhalten. Im Idle schaffen es die Tablets bei minimaler Helligkeit auf 12 Stunden und 30 Minuten sowie 13 Stunden und 21 Minuten. Diese Werte liegen im guten Mittelfeld. Die Variante mit Intel Core i5 liegt mit diesen Messwerten knapp hinter seinem Konkurrenten, dem Microsoft Surface Pro 2. Wer sich beim Kauf für den mobilen Keyboard-Dock entscheidet, bekommt mit dem integrierten Akku noch einmal 24 Wattstunden zusätzlich geliefert. Mit dieser Extraportion an Kapazität verlängert sich die Akkulaufzeit jeweils um ca 70%.

Akkulaufzeit Dell Venue 11 Pro

[nextpage title=“Fazit“]

Persönliches Fazit

Mit dem Venue 11 Pro bietet Dell ein Tablet, welches durch gute Verarbeitung glänzt und durch seine Performance überzeugt. Dell richtet sich auch beim Venue 11 Pro vorwiegend an Businessleute. Natürlich ist es aber auch genau so gut für jeden anderen Anwender geeignet. Uns gefällt die Auswahlmöglichkeit zwischen 3 Leistungsvarianten, sodass man genau das richtige Gerät für seine persönlichen Ansprüche kaufen kann. Desweiteren hat uns die Vielfalt von optionalem Zubehör begeistert, auch wenn dieses nicht immer ganz so günstig ist. Doch leider stößt man immer wieder auf kleinere und größere Probleme, die in der Gesamtheit das Vergnügen deutlich trüben. Angefangen bei dem immer noch nicht korrekt funktionierenden Stylus, über schlecht reagierende Touchpads, Tastatur-Docks, welche Tastenklicks auslösen oder in manchen Fällen komplette Freezes bei den Haswell-Modellen. Die Atom-Variante ist eine von wenigen Tabletkonfigurationen mit der neuen Bay-Trail-Generation. Wer ein reines Office-Tablet sucht und nicht auf die Digitizerfunktion angewiesen ist, kann hier dennoch zugreifen und sich über den deutlichen Leistungszuwachs im Vergleich zu den alten Atom-CPUs freuen. Die Atom-Version des Dell Venue Pro findet ihr bei Amazon für 698,99€. Jedoch gibt es auch hier Konkurrenz vom Asus Transformer Book T100TA, welches um die 200€ günstiger ist und bereits einen Tastatur-Dock mitbringt. Das stärkste Model mit dem Intel-Core-i5-Prozessor bietet ordentlich Leistung, die auch für anspruchsvollere Aufgaben ausreicht. Abgesehen von den ab und zu auftretenden Freezes, steht das stärkste Dell Venue 11 Pro dem Microsoft Surface Pro 2 gegenüber, welches ebenfalls rund 200€ günstiger ist und einen funktionierenden Wacom-Digitizer bietet. Wer sich trotzdem für das Dell Venue 11 Pro entscheidet, bekommt es bei Amazon für aktuell 966,46€. Zusammenfassend kann man sagen, dass Dell mit dem Venue 11 Pro eine performante, gut verarbeitete und schön designte Tablet-Reihe bietet, die jedoch immer noch zu viele Fehler besitzt und dafür zu viel kostet. Wir hoffen jedoch, dass Dell an seinem Konzept festhält und die bekannten Probleme bei der nächsten Generation ausbessern kann.

Positiv:
– gute Verarbeitung
– gute Leistung
– große Datenspeichermenge möglich
– große Vielfalt an Modellen und optionalen Zubehör
Negativ:
– Freeze Probleme bei den Intel Core i – Modellen
– noch immer nicht richtig funktionierender Digitizer
– kleine Schwächen beim Zubehör
– hoher Preis

Ihr könnt das Dell Venue 11 Pro bei Amazon kaufen und uns unterstützen.

Den günstigsten Preis findet ihr hier.

Euer Hardbloxx – Team

Testbericht erstellt durch Hardbloxx.Treffnix

Sascha

Veröffentlicht von

Ich bin ein Dresdener Maschinenbaustudent, seit Ende 2013 Teil des Harbloxx-Teams und kümmere mich hauptsächlich um den Smartphone- und Tabletbereich. Da ich schon mit 13 Jahren mein ersten PC zusammenschraubte und mich diese Faszination bis heute nicht losgelassen hat, helfe ich auch gern in anderen Testbereichen aus. Wenn ich nicht gerade am testen bin, zocke ich gern oder hänge hinter der Kamera.

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