Test / Testbericht: CoolerMaster Nepton 280L Kompakt-Wakü

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Sicherlich spielen viele leidenschaftliche Zocker und Overclocking-Anfänger mit dem Gedanken, sich eine Wasserkühlung zuzulegen. Deutlich bessere Kühleigenschaften bei weniger Lautstärke, lautet da meist das erklärte Ziel. Leider gibt es in der Regel aber zwei große Probleme bei diesem Vorhaben: Zum einen kann eine richtige Custom-Wakü schnell 500€ und mehr verschlingen, zum anderen hat auch nicht jeder den nötigen Platz im Gehäuse, um solch eine doch recht komplexe Apparatur bei sich unterzubringen. Genau in diese Marktlücke drängen in letzter Zeit immer mehr Hersteller mit ihren sogenannten Kompakt-Wasserkühlungen. Dabei wird fast immer ein vorinstalliertes System geliefert, welches sich nur der CPU annimmt und nicht erweiterbar ist. Genau um solch ein Modell soll es in diesem Test gehen. Die Nepton 280L aus dem Hause CoolerMaster setzt dabei auf einen 280er Radiator und zwei hauseigene 140mm JetFlo-Lüfter. Ob das reicht, um vor allem im Vergleich zu den großen Luftkühlern auftrumpfen zu können, werden wir nun im folgenden Test herausfinden.

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Technische Daten

Model-NameRL-N28L-20PK-R1
CPU-Sockel UnterstützungIntel LGA 2011 / 1366 / 1150 /1155 / 1156 / 775
AMD Sockel FM2 / FM1 / AM3+ / AM3 / AM2
Abmaße75 x 69.8 x 49.1mm
Radiator Abmaße311x139x30mm
Radiator MaterialAluminum
Lüfter-Abmaße140x140x25mm *unterstützt auch 120mm
Lüfter-Geschwindigkeit800~2000RPM (PWM) ± 10%
Lüfter-Luftdurchsatz54~122.5CFM ± 10%
Lüfter-Lutfdruck0.7~3.5mm H2O ± 10%
Lüfter-Lebenserwartung40,000h
Lüfter-Laustärke (dB-A)21~39 dB(A)
LagertypRillen-Gleitlager
Anschluss4-Pin
Lüfter-Spannung12 VDC
Lüfter-Strom0.3A
Lüfter-Leistungsaufnahme3.6W
Pumpen-Lebenserwartung70,000h
Pumpen-Lautstärke<25 dB(A)
Pump-Spannung12 VDC
Pumpen-Leistungsaufnahme2.9W

Lieferumfang

Die Nepton kommt in einem relativ großvolumigen Karton daher. In typischer Cooler-Master-Manier wirkt das Ganze bereits von außen schon sehr hochwertig. Mattschwarz und Lila als vorherrschende Farben und dazu ein paar Bilder des fertigen Systems bilden einen schönen ersten Eindruck. Richtig gut ist, dass auf der Rückseite die gesamten Abmaße bzw. technischen Daten des Systems aufgezeichnet sind. Wer sich also fragt, ob das Ganze denn wirklich ins Gehäuse passt, findet bereits hier alle relevanten Information bzw. könnte man natürlich auch die Herstellerseite besuchen. Optisch etwas weniger reizvoll gestaltet sich das Innenleben des Nepton 280L Kartons. Dort beherbergt eine graue Presskartonpappe (oder auch als Eierkarton-Pappe bekannt) alle notwendigen Teile. Der Innenkarton ist vielleicht nicht ganz so hübsch anzusehen, erfüllt seinen Zweck aber vorbildlich. Alles ist sicher verstaut und fixiert. Gleichzeitig ist sie auch noch umweltfreundlich – da freut sich das grüne Gamer-Herz.

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Folgendes befindet sich im Karton:

  • Radiator mit Aluminiumfinnen, schwarz lackiert
  • 2x 140mm Cooler Master JetFlo Lüfter
  • PWM Y-Kabel
  • Vorinstalliertes Kühlungsbundle: CPU-Kühler, Pumpe, Leistungen, Radiator
  • Montagematerial für Intel (So. 775, 1156, 1156, 1150, 2011) und AMD (So. AM(+), AM3(+))
  • Bebilderte Installationsanleitung
  • Garantieschein
  • Wärmeleitpaste

Insgesamt geht der Lieferumfang in Ordnung, besonders das extra Y-Kabel gefällt uns, da nicht alle aktuellen Bords immer genügend Anschlüsse bereithalten. Andere Hersteller legen manchmal noch einen Schraubendreher bei. Darauf muss man hier aber leider verzichten.

Verarbeitung

Während die Umverpackung bereits einen ersten guten Eindruck vermittelt, schauen wir uns nun das Kühlsystem an sich etwas näher an, denn vermutlich ist die Verpackung nicht der Grund, warum man bspw. auf Amazon knapp 110€ für diesen Kühler bezahlt hat.

Scharfe Kanten, Grate oder gar unlackierte Flächen lassen sich an der CoolerMaster Nepton 280L nicht finden. Auch die Anschlüsse sehen sehr stabil aus und lassen sich am CPU-Kühler sogar um 180° drehen, sodass eine optimale Anpassung möglich ist. Der Schlauch, der den Prozessoraufsatz mit dem 280mm Radiator (daher der Name) verbindet, ist aus sogenanntem FlourEthylenPropylen-Kunststoff (kurz: FEP) gefertigt. Somit wird sichergestellt, dass die verstärkten Leitungen knickresistent, langlebig, stabil und dennoch flexibel sind. Dieses Konzept wurde wirklich optimal umgesetzt und wird so hoffentlich auch bei zukünftigen Kühlergenerationen übernommen.

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Auch im CPU-Kühler selbst wurden einige Raffinessen untergebracht, auf die man kurz eingehen sollte. Neben der Tatsache, dass dieser komplett aus hochwärmeleitendem Kupfer besteht, wurde die Oberfläche im Inneren „microfein geriffelt“ gestaltet, sodass das vorbeiströmende Fluid ebenfalls mehr Wärme abtransportieren kann und das Kühlergebnis so nochmals deutlich gesteigert werden kann. Die Pumpe, die ebenfalls im Kühlblock sitzt, bietet eine um 35% gesteigerte Förderleistung und sorgt so für ordentlichen Druck unter der Haube. Als kleines Gimmick befindet sich ein weißes LED-Band auf der Oberseite des gesamten Blocks, der dem Anwender signalisiert, dass er hier ein exklusives CoolerMaster Produkt in seinem Rechner verbaut hat.

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Der dritte große Abschnitt einer Kompakt-Wasserkühlung ist der Radiator. Im Falle der CoolerMaster Nepton 280L handelt es sich um ein 280er Modell. Das bedeutet, dass das gesamte Konstrukt mit zwei 140mm Lüftern bestückt werden kann. Bei unserem Testexemplar können außerdem auch noch 120er untergebracht werden. Man muss sich also nicht unbedingt zwei gute 140er Modelle kaufen, wenn man bereits im Besitz der kleineren Exemplare ist. Nebenbei bemerkt, kann man die Nepton 280L sogar beidseitig bestücken, sodass insgesamt 4 Lüfter für einen optimalen Airflow sorgen können. Im Lieferumfang sind allerdings nur zwei 140er JetFlo-Exemplare aus eigenem Hause dabei. Leider liegt bei der Montage selbiger auch der erste Kritikpunkt. Zumindest bei unserem Testsample waren die Befestigungslöcher auf dem Radiator mit lackiert. Das bedeutet, dass die Schrauben bei der ersten Lüftermontage sehr schwer „rein gehen“. Da kann der normale Durchschnittsanwender schon ins Grübeln kommen, ob das da so alles richtig ist, wie er den Lüfter gerade befestigt. Beim zweiten Anlauf gingen dann aber alle Schrauben locker rein. Die Lüfter selbst sind überaus stabil gestaltet und sorgen laut Hersteller dank eines speziellen Designs und gummierten Ecken für einen überaus guten Luftdurchsatz bei geringer Lautstärke. Aber dazu später mehr.

Kurzum kann man sagen, dass die prinzipielle Verarbeitung des CoolerMaster-Produkts sehr zufriedenstellend ist. Davon können sich andere Hersteller noch eine Scheibe abschneiden.

Installation

Aber die beste Verarbeitung bringt nichts, wenn das Installationssystem nicht ordentlich durchdacht ist. Wie die Installation genau von statten geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Video:

Insgesamt ist die Installation sehr einfach und lässt eigentlich keine Fragen offen. Und genau dies ist ja eben einer der Vorteile einer Kompakt-Wakü gegenüber einer ausgewachsenen Custom-Wasserkühlung. Man bekommt einfach ein vorgefertigtes System geliefert und muss sich nicht mehr besonders viele Gedanken um die Position des Ausgleichsbehälters, Pumpe und Co. machen. Trotzdem gibt es ein paar Besonderheiten, auf die wir noch einmal kurz eingehen wollen. Als erstes muss man noch ein lobendes Wort zu der Installationsanleitung loswerden. Einfach top! Große Bilder, gute Druckqualität, leicht verständlich, knapp und doch ist alles Wichtige dabei. Genau so sollte jede Anleitung sein.

So viel Lob, wie sich die Montageanleitung verdient, so sehr reißt es die mitgelieferte Wärmeleitpaste wieder rein. Diese lässt sich ungefähr genauso gut auf der CPU verteilen, wie ein festgetretener Kaugummi auf der Schuhsohle. Die Kühlleistung ist zwar ganz okay, wie sich später herausstellte, aber die Verstreichbarkeit ist katastrophal. Wer sich hier Frustration ersparen will, greift am besten gleich zu einer der zahlreichen Alternativen.

Weiterhin muss man bei der Lüftermontage etwas aufpassen. Leider stehen die einzelnen Lüfterblätter etwas über den Rand hinaus. Das bedeutet, dass man sie nicht zwischen Radiator und Gehäusewand setzen kann.

Testsystem

CPUIntel Core i5 4670k @4,3GHz @1,25V
MainboardGigabyte G1.Sniper Z87
GrafikkarteMSI GTX 780Ti Twin Frozr Gaming
Arbeitsspeicher8GB Corsair Vengeance DDR3 2133MHz
SystemspeicherKinston SSDNow V300 240GB
NetzteilSeasonic SSR-750RM 750Watt
GehäuseCoolerMaster HAF Stacker 935
BetriebssystemWindows 8.1
LautstärkemessgerätVoltcraft SL-100
Temperatur-AuslesetoolCoreTemp (Version 1.0 RC6 64bit)
CPU-AuslastungstoolPrime95 (Version 27.9, build1)

Leistung

Doch worauf kommt es bei einem Prozessorkühler am meisten an? Natürlich auf die Leistungsfähigkeit! Lieber schlecht verpackt und ein hässliches Aussehen, dafür aber eine gute Kühlleistung, als anders herum.

Um die CPU auf Temperatur zu bringen, verwenden wir das allseits bekannte Tool Prime95 und lassen dort etwa 15min den „in-place-large-FFTs“-Test laufen, um die maximale Wärmeentwicklung des Prozessors zu erhalten. Danach wird aus allen Kerntemperaturen der Mittelwert gebildet. Gleichzeitig messen wir dabei noch die Lautstärke des Gesamtsystems.

Herausgekommen ist dabei folgendes:

Temperaturen Last Nepton 280L

Temperaturen IdleIdle Nepton 280L

Temperaturen Mittelwerte Nepton 280L

Lautstärke Nepton 280L

Letztlich kann man mit der Kühlleistung der CoolerMaster Nepton 280L durchaus zufrieden sein, wobei wir uns doch etwas mehr vorgestellt hätten. Ein Grund hierfür dürften auch die Lüfter sein. Das Design der Lüfterblätter ist vielleicht dafür ausgelegt, einen hohen Druck zu erzeugen, nur müsste dafür der Rahmen auch auf der kompletten Seitenlinie auf dem Radiator aufliegen, damit die Luft wirklich durch die Kühllamellen gepresst wird und nicht seitlich entweichen kann. Im Falle der JetFlo-Lüfter ist dies aber leider nicht so. Hier liegen lediglich die Ecken auf. Ein Entkopplungssystem, ähnlich wie bei Noiseblocker, würde da Abhilfe schaffen.

Wo wir schon bei dem Thema Lüfter sind: Selbst für eingefleischte Hardcore-Zocker mit Monster-Headsets sind diese definitiv viel zu laut. Selbst bei 35% Lüfterdrehzahl sind sie noch deutlich zu hören und steigern sich bis hin zu 100% ins Unerträgliche hinein. Auch die Anlaufspannung der Lüfter muss sehr hoch sein, denn erst bei eingestellten 55% der maximal-Drehzahl beginnen sich die Rotoren zu drehen. Danach kann auch lediglich bis 35% heruntergeregelt werden, bevor wieder alles stehen bleibt. Schade. Unserer Meinung nach ist beim Kauf der Nepton 280L ein Lüfterwechsel definitiv Pflicht!

Positiv überrascht hat uns hingegen das Geräusch der Pumpe. Trotz maximalen 6500rpm ist bis auf einen relativ hohen Fiepton, der aber sehr schnell zwischen den anderen Lüftergeräuschen untergeht, nichts zu hören. Lediglich absolute Silent-Enthusiasten dürften sich daran stören.

Fazit

Die CoolerMaster Nepton 280L konnte uns in vielen Bereichen sehr überzeugen. Eine sehr gute Verarbeitung, ein leichtes und intuitives Montagesystem sowie eine gute Kühlleistung sprechen definitiv für diese Kompakt-Wakü. Wobei man aber sagen muss, dass die Kühlleistung nicht unbedingt wesentlich besser ist, als bei anderen Kompakt-Wasserkühlungen dieser Klasse, zumal die Lüfter fast doppelt so laut sind als bei vergleichbaren Produkten. Momentan liegt das günstigste Amazon-Angebot bei etwa 110€, was ebenfalls eher einem guten Durchschnittspreis entspricht. Festhalten können wir demnach, dass der einzige wirklich gravierende Negativpunkt, den wir in unserem Test feststellen konnten, die mitgelieferten turbinenartigen 140mm JetFlo-Lüfter betrifft, die nach unserer Meinung viel zu laut sind. Wir empfehlen definitiv einen Lüfterwechsel, wenn man sich für diese sonst recht gute Kühllösung entscheidet.

Positiv
+ gute Verarbeitungsqualität
+ top Montageanleitung
+ gute Kühlleistung
Negativ
– sehr laute Lüfter
– schlecht zu verarbeitende Wärmeleitpaste

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Euer Hardbloxx-Team

Testbericht erstellt durch Hardbloxx.Robin

Robin

Veröffentlicht von

Ich bin Robin, 24 Jahre jung und begeisterter Hobby-Bastler und Zocker. Irgendwie kann ich nie die Finger von meinem Rechner lassen, auch wenn mir das Sprichwort "Never change a running system!" dabei öfter hinterher in den Sinn gekommen ist als mir lieb ist. :D Seit 2013 bin ich nun Redakteur bei Hardbloxx.de und befasse mich hauptsächlich mit PC-Peripherie und Hardware.