Test/Testbericht: Acer Liquid E3

Beitragsbild Acer Liquid E3

Schon vor einigen Jahren kamen Mobiltelefone mit Dual-SIM-Funktion auf den Markt und auch heute, im Zeitalter der Smartphones, gibt es noch immer Modelle mit zwei SIM-Kartenslots. Für so manchen könnte diese Funktion nützlich sein, um zum Beispiel das private und betriebliche Smartphone endlich in einem zu vereinen. Das Acer Liquid E3 380 ist ein solches Dual-SIM-Smartphone und bietet auf den ersten Blick alles, was man benötigt. Ob auch das Gesamtpaket des Acer Liquid E3 stimmt, werden wir heute für euch testen.

Technische Daten:

– Mediatek MT6589 Quad Core Prozessor mit 1,2 GHz
– 2 GB DDR3 RAM
– 4,7 Zoll IPS-Disply mit 1280×720 Pixeln
– PowerVR SX544 GPU mit 200 MHz Kerntakt
– 16 GB ROM
– WLAN 802.11 b/g/n , Bluetooth 4.0
– 13 Megapixel Kamera

Gehäuse:

Acer Liquid E3 1
Acer Liquid E3 11

Das Liquid E3 zeigt sich in allen Farbvarianten mit einer schwarzen Vorderseite, welche durch rote Farbakzente an den Lautsprechern aufgelockert wird. Des weitern befinden sich auf der Vorderseite die Frontkamera mit LED-Blitz sowie die 3 Hardkeytasten. Bei der Rückseite des Smartphone kann man zwischen Schwarz und Titanium Grau wählen. Die Rückseite besteht aus einer unspektakulären Kunstoffoberfläche, in die ein großes Acer-Logo eingeprägt wurde. Der verwendete Kunststoff fühlt sich nicht so wertig an wie bei vergleichbaren anderen Geräten, doch trägt er erheblich zu dem geringen Gewicht des Acer Liquid E3 bei. Die Waage bescheinigte uns ein Gewicht von nur 137 Gramm. Sehr gut gefiel uns die Verarbeitungsqualität. An dem ganzen Gerät findet man kein ungleichmäßiges Spaltmaß oder scharfe Kanten. Außerdem kann das Gehäuse mit einer guten Stabilität sowie Verwindungssteifigkeit überzeugen. Was uns jedoch am Design des Acer Liquid E3 weniger gefiel, ist die Tatsache, dass sich die Rückseite nicht einfach öffnen lässt und somit der Tausch eines Akkus oder eine Reparatur kostspieliger wird. Dafür bietet Acer seinen Kunden eine kleines nettes Feature, welches man so bei kaum einem Hersteller findet. Auf der Rückseite des Gerätes befindet sich der Acer-Rapid-Button. Dieser sitzt unter der Kamera und kann in den Einstellungen mit verschiedenen Schnellzugriffen belegt werden. Hält man die Taste lange gedrückt, wird die Kamera aktiviert und kann über die selbe Taste ausgelöst werden. Wer ein Fan von Selfies ist, wird sich über diese Möglichkeit freuen. Wenn man die Taste nur kurz betätigt, kann man damit Browser öffnen, das Wetter abrufen, in die Einstellungen wechseln oder vieles mehr. So ziemlich jede installierte App kann damit gestartet werden. Jedoch kann in den Einstellungen immer nur eine Funktion dieser Taste zugeordnet werden.

Ausstattung:

Das charakteristischste Ausstattungsmerkmal des Acer Liquid E3 ist vermutlich seine Dual-SIM-Funktion. In den Einstellungen kann gewählt werden, von welcher von beiden SIM-Karten die Sprachanrufe, SMS/MMS oder auch die Datenverbindung ausgeführt werden. Es können auch beide Karten gleichzeitig verwendet werden und man wählt dann beim Start der Anwendung, welche SIM verwendet werden soll. Außerdem können bestimmte Kontakte mit einer SIM-Karte verknüpft werden. Diese Möglichkeit ist optimal, wenn man privates und betriebliches Smartphone in einem vereinen will. Doch auch wenn man das Smartphone nur für die Arbeit nutzt und viel im Ausland ist, kann die Dual-SIM-Funktion sinnvoll sein. So könnte man eine Karte mit günstigem Inland-Tarif nutzen und eine Karte, die speziell für Auslandsaufenthalte mit Roaming ausgelegt ist. In den Einstellungen lässt sich festlegen, welche SIM bei Roaming verwendet werden soll.

Etwas wie einen HDMI sucht man an dem Acer Liquid E3 vergeblich. Auch der Micro-USB-Anschluss besitzt keine MHL-Funktion. Zur weiteren Ausstattung des Acer Liquid E3 gehört der Mico-SD-Slot, welcher Karten bis zu einer Größe von 64 GB liest, sowie ein 3,5 mm Klinken-Anschluss. Dass der Klinken-Anschluss auf die Oberseite gelegt wurde, gefällt uns gut, so kann das Smartphone in der Hosentasche stecken, ohne dass das Kabel vom Headset geknickt wird.

Kommunikation:

Acer Liquid E3 innen
Acer Liquid E3 GPS außen

Wozu dient ein Smartphone, wenn nicht zum Kommunizieren? Um dies auf die verschiedensten Arten zu ermöglichen, empfängt das Acer Liquid E3 Quadband GSM sowie Dualband UMTS. Den aktuellen LTE-Standard unterstützt das Liquid E3 leider nicht. Somit beschränkt sich die maximale Datenrate auf HDSPA+ Geschwindigkeit ( 21,6 Mbit/s). Desweiteren verfügt das Smartphone über WLAN mit den Standards 802.11 b/g/n und Bluetooth 4.0. Der WLAN-Empfang war etwas schwächer als üblich. Selbst bei einem Abstand von 5 Metern zum Router (ohne Hindernisse) war keine volle Empfangsleistung gegeben. Der Netzempfang des Liquid E3 liegt hingegen auf einem guten Niveau.

Bei der Ortung mithilfe des integrierten A-GPS mussten wir feststellen, dass der Empfang sowohl im Innenbereich, als auch im Außenbereich zu wünschen übrig lies. Trotz Unterstützung durch das GSM-Netz fand das Acer Liquid E3 die Position im Freien erst nach 2 Minuten und 15 Sekunden. Im geschlossen Raum war eine Positionsbestimmung auch nach 5 Minuten nicht möglich.

Software:

Acer Liquid E3 Dual SIM
Acer Liquid E3 Modes

Acer spendiert dem Liquid E3 Android in der Version 4.2 mit modifizierter Oberfläche. Dabei hat sich Acer auf grafische Änderungen beschränkt. Neue oder andere Funktionen bietet die Acer-Oberfläche nicht. Positiv registrierten wir, dass Acer auf Bloatware verzichtet hat und lediglich die hauseigenen Dienste Acer Print, Acer Snapnote und Acer Cloud neben den üblichen Android-Anwendungen vorinstalliert sind. Eine interessante Funktion fanden wir mit der Schnellmoduswahl des Liquid E3. Mit dieser Anwendung kann die Funtkion und Bedienung des Smartphones spielend leicht eingeschränkt und vereinfacht werden. Dabei stehen Modi wie Senior-Modus, Klassisch-Modus, Ziffernfeld-Modus oder der Einfach-Modus für Kinder zur Verfügung.

Kamera & Multimedia:

Acer Liquid E3 13
Acer Liquid E3 7

Heutzutage muss ein Mobiltelefon mehr können, als nur anzurufen und SMS zu schreiben. Für viele ist auch die integrierte Kamera ein wichtiges Kaufkriterium. Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, verbaut Acer im Liquid E3 eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 2-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite. Wir waren überrascht, dass auch auf der Vorderseite ein LED-Blitz zu finden ist. Dieser soll vermutlich den „Selfie-Trend“ unterstützen und so auch Aufnahmen im Dunklen ermöglichen. Ebenfalls von Vorteil für die Aufnahme von Selfies ist der Acer-Rapid-Button, mit dem sich die Kamera auslösen lässt. Ob solche Gimmicks für ein Smartphone dieser Art von Nöten ist, möchten wir an dieser Stelle nicht diskutieren, das kann jeder für sich selbst entscheiden. Videoaufnahmen unterstützt die Rückkamera in Full-HD-Auflösung. Wie in den Testbildern zu erkennen ist, sind die Farben nicht so satt wie beim Samsung Galaxy S5 oder der Referenz DSLR. Wenn man jedoch den Preis des Acer Liquid E3 bedenkt, kann man mit der Aufnahmequalität absolut zufrieden sein.

Die beiden Vergleichs-Quartetts sind dabei immer folgendermaßen aufgebaut: oben links Smartphone-Rückkamera, oben rechts Smartphone-Frontkamera, unten links Vergleichs-DSLR ohne Blitz, unten rechts Vergleichs-DSLR mit Blitz (Vergleichskamera ist die Canon EOS 500D mit EF-S 15-55 mm).

Acer Liquid E3 Innen Rückkamera
Acer Liquid E3 Innen Frontkamera
Canon EOS 500D ohne Blitz innen
Canon EOS 500D mit Blitz innen
Acer Liquid E3 Außen Rückkamera
Acer Liquid E3 Außen Frontkamera
Canon EOS 500D ohne Blitz außen
Canon EOS 500D mit Blitz außen

Zubehör:

Acer Liquid E3 2
Acer Liquid E3 3

Beim mitgelieferten Zubehör beschränkt sich Acer auf die übliche Auswahl. In der Verpackung findet man neben dem Smartphone ein Ladegerät, ein USB-Kabel, ein Headset sowie eine Bedienungsanleitung. Optional lässt sich ein Flip Cover mit Touch-Fenster erwerben, durch welches man Urzeit, Datum und Benachrichtigungen ablesen kann, ohne das Cover zu öffnen – wie auch bei dem Samsung Galaxy S5 eine durchweg sinnvolle Ergänzung.

Eingabegeräte & Bedienung:

Nach dem Swype nicht mehr nur auf bestimmte Geräte beschränkt ist, sondern für jedes Android-Smartphone verfügbar ist, wurde auch das Acer Liquid E3 von Beginn an mit dieser Eingabetechnik ausgestattet. Wer diese Eingabemethode nicht mag, kann natürlich auf das altbewährte T9 mit QWERZ-Tastatur zurückgreifen. Desweiteren beherrscht das Liquid E3 alle gängigen Android-Multitouchgesten, welche zuverlässig erkannt werden. Das Vibrationsfeedback des Liquid E3 ist etwas seltsam, da man im Gegensatz zu den meisten aktuellen Smartphones den Unwuchtmotor arbeiten hört.

Display:

Für die Wiedergabe von Bildinhalten und Videos steht dem Acer Liquid E3 ein 4,7 Zoll großes Display mit IPS-Panel zur Verfügung. Das Display verfügt über eine Auflösung von 1280 x 720 Pixeln, was auf die Displaygröße eine Pixeldichte von 312,47 DPI ergibt – ein Wert der sich in dieser Preisklasse definitiv sehen lassen kann. Ein preislich vergleichbares Samsung Galaxy S4 Mini kann hier lediglich 256.15 DPI aufweisen. Die Blickwinkelstabilität ist, wie für IPS-Display üblich, sehr gut. Selbst bei sehr flachen Winkeln bleiben Farben und Kontrast konstant. Im Freien konnte man das Display dank der hohen Helligkeit gut ablesen.

Leistung:

Das Herz des Acer Liquid E3 bildet ein SoC (System on a Chip) aus dem Hause Mediathek. Dieser hört auf den Namen MT6589, taktet mit bis zu 1,2 GHz und basiert auf der Cortex-A7-Architektur. Damit ordnet sich die Quad Core CPU in der Einsteigerklasse ein und liegt in etwa auf Niveau des Samsung Exynos 4412, welcher im Samsung Galaxy S3 verbaut wurde. Als GPU-Einheit werkelt ein PowerVR SGX544 auf dem SoC. Dieser taktet nur mit 200 MHz, statt wie üblich mit 385 MHz. Desweiteren stehen einem mit dem Acer Liquid E3 2GB RAM zu Verfügung. Mit diesem Gesamtpaket bietet das Smartphone genügend Leistung, um flüssig durch die Benutzeroberfläche zu navigieren. Auch wenn mehrere Fenster und Anwendungen geöffnet sind, bleibt das System ruckelfrei. Um zu sehen, was das Liquid E3 exakt leistet, musste es ebenfalls auf die Teststrecke und unsere üblichen Benchmarks absolvieren.

Androbench Acer Liquid E3
Smartbench 2013 Liquid E3
AnTuTu Liquid E3
Linepack Liquid E3
Geekbench Liquid E3
3D Mark Liquid E3

Spiele & Videos:

Schon in den Benchmarks kündigte sich an, dass die GPU nicht die stärkste ihrer Art ist. Unsere Testspiele „Need for Speed Most Wanted“ und „Iron Man 3″ ließen sich nur in den niedrigsten Einstellungen, ohne besondere Effekte halbwegs flüssig spielen. Bei der relativ hohen Display-Auflösung reicht die Rechenkraft der PowerVR SGX544 Einheit aus, um Spiele in schöner Grafik darzustellen. Casual Games wie „Angry Birds“ , „Fruit Ninja“ oder ähnliche laufen jedoch ohne Probleme. Full-HD-Videos werden in den gängigsten Formaten ruckelfrei wiedergegeben.

Emissionen:

Temperatur

Das  Acer Liquid E3 behält im Alltag einen kühlen Kopf und konnte mit niedrigen Idle-Temperaturen in Höhe von 34,4°C auf der Rückseite überzeugen. Wenn die Belastung über die der Alltagsnutzung hinausgeht, steigen die Temperaturen merklich an. Unter simuliertem Volllastbetrieb ermittelten wir eine maximale Temperatur von 41,0°C. Das kompakte Kunststoffgehäuse leitet die entstehende Wärme weniger gut nach außen, wie es zum Beispiel bei dem Alugehäuse des  Huawei Ascend P6 der Fall war. Jedoch sind 41°C unter Vollast ein vollkommen akzeptabler Wert. Erst bei höheren Temperaturen würde die Bedienung unangenehm werden.

Temperaturen im Idle:

Acer Liquid E3 Fronttemperatur Idle

Acer Liquid E3 Fronttemperatur Idle

Acer Liquid E3 Rücktemp Idle

Acer Liquid E3 Rücktemperatur Idle

Temperaturen unter Last:

Acer Liquid E3 Fronttemperatur Last

Acer Liquid E3 Fronttemperatur Last

Acer Liquid E3 Rücktemperatur Last

Acer Liquid E3 Rücktemperatur Last

Lautsprecher

Acer stattet das Liquid E3 mit dem Mehrkanal-System DTS aus. Dieses erlaubt einen getrennten Equalizer für Musik- und Videowiedergabe. Leider greift die DTS-Studio-Sound-Verbesserung nur bei angestecktem Headset. Bei der Wiedergabe ohne Headset muss man sich mit einem einzelnen Mono-Lautsprecher begnügen, welcher keine außerordentliche Klangqualität vorzuweisen hat. Die kleinen Lautsprecher haben Mühe, eine annehmbare Lautstärke zu erzeugen. Jedoch muss man dem Liquid E3 positiv anrechnen, dass die Lautsprecher selbst bei voller Lautstärke kaum übersteuern. Wer seine Musik oder Videos vernünftig genießen möchte, sollte, wie bei fast allen Smartphones, ein Headset anstecken.

Akkulaufzeit:

Acer greift zu unserer Überraschung bei dem Liquid E3 auf einen relativ kleinen Akku mit nur 2000 mAh zurück. Doch das Liquid E3 scheint mit dieser Akkukapazität gut zu haushalten. In der Testzeit hielt das Smartphone bei durchschnittlicher Benutzung einen Tag gut durch und hatte am Abend noch ca 20% Restkapazität. In unserem Test unter kontrollierten Bedingungen schlug sich das Acer Liquid E3 auch gut. Mit einer Akkulaufzeit von 7 Stunden und 12 Minuten im WLAN-Test braucht sich das Smartphone nicht zu verstecken. Für den WLAN-Test wird das Display auf eine Helligkeit von 50% reguliert und und über ein Script wird alle 40 Sekunden eine neue Internetseite abgerufen. Dieses Script wurde uns freundlicherweise von Notebookcheck.de zur Verfügung gestellt. Unter simulierter Vollast von GPU und CPU hielt der Akku des Liquid E3 noch 3 Stunden und 1 Minute durch. Hier machte sich die geringere Kapazität des Akkus bemerkbar.

Akkulaufzeit

Persönliches Fazit:

Mit dem Liquid E3 bietet Acer ein gutes Mittelklassegerät an. In der Preiskategorie hat uns besonders das gute 4,7 Zoll Display überrascht. Die Power des Liquid E3 liegt auf einem guten durchschnittlichem Niveau. Für Casual Games und die Wiedergabe von Full-HD-Videos reicht die Leistung vollkommen aus. Zu viel spielen sollte man mit dem Liquid E3 jedoch nicht, denn sonst könnte der etwas klein geratene 2000 mAh Akku schnell leer sein. Entscheidend für den Kauf ist sicherlich die Dual-SIM-Funktion. Diese funktioniert einwandfrei und bietet sinnvolle Einstellungen, um die Nutzung der SIM-Karten zu verwalten. Wer nach einem Dual-SIM-Phone sucht und dabei etwas den Geldbeutel schonen möchte, der ist mit dem Acer Liquid E3 gut bedient. Wer die Dual-SIM-Funktion nicht benötigt, bekommt mit einem anderen Smartphone sicher noch ein wenig mehr Leistung für den selben Preis. Alles in allem hinterlässt das Acer Liquid E3 einen soliden Eindruck und ist mit einem aktuellen Preis von 214,00€ durchaus erschwinglich

Positiv:

  • gutes Display
  • Dual-SIM-Funktion
  • vernünftige Kamera
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis

Negativ:

  • relativ kleiner Akku
  • schwache Grafikleistung
  • schwaches GPS-Modul

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Euer Hardbloxx-Team

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