Test / Testbericht: Halo: The Master Chief Collection

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Mit Halo: The Master Chief Collection bringen Entwickler 343 Studios und Publisher Microsoft zwar nicht, wie zunächst erhofft, den fünften Haupttitel rund um den Master Chief, aber immerhin eine Sammlung, welche alle vier Hauptspiele auf der Next-Gen-Konsole Xbox One vereint. Dabei wurde jedes einzelne überarbeitet, um dem Spieler ein frisches Spielerlebnis zu ermöglichen. Auch wir haben uns erneut an die Abenteuer des Master Chiefs gesetzt und Halo: The Master Chief Collection für euch getestet. Ob der Kampf gegen die Allianz, die Flood und die Prometheaner auch auf der Xbox One immer noch aufregend ist, erfahrt ihr in unserem Test zu Halo: The Master Chief Collection.

Im All lauert das Böse

343 Studios lässt uns in Halo: The Master Chief Collection komplett die Wahl, welche Geschichte des Master Chiefs wir zuerst durchlaufen möchten. Wir können von Anfang an zwischen den vier Titeln wählen und sogar einzelne Kapitel spielen. Wer also beispielsweise bei Halo 2 schon die ersten drei Kapitel kennt und beim vierten beginnen möchte, der kann dies tun. Die Kapitelauswahl ist von Beginn an vollständig freigeschaltet. Möchte man die überarbeiteten Titel richtig genießen, fängt man aber natürlich bei 0 an. 343 Studios gibt eine Spielzeit von 20 bis 40 Stunden an, um alle Abenteuer des Master Chiefs zu erleben.

Den Anfang der ganzen Geschichte macht dabei Halo: Combat Evolved Anniversary, wo sich noch alles darum dreht, die Allianz davon abzuhalten, die Erde zu übernehmen. Dabei stranden wir auf dem riesigen Ringplaneten, welcher sich als namensgebendes Kernelement der gesamten Serie herausstellt und von höchster Wichtigkeit ist. Die Allianz nennt den Planeten Halo und schnell steht fest, dass hinter dem Planeten mehr steckt, als zunächst vermutet. Halo ist nämlich eine unglaublich machtvolle Waffe, die ganze Universen zerstören kann. Schnell entscheidet sich die Allianz dafür, von dieser Kraft Gebrauch zu machen, doch da haben sie die Rechnung ohne den Master Chief gemacht. In den zehn umfangreichen Missionen arbeiten wir uns immer weiter auf Halo vor, retten nebenbei einige Überlebende und versuchen, die Allianz davon abzuhalten, Halo zu missbrauchen.

Haben wir den Kampf gegen die Allianz auf Halo überstanden, werden wir in Halo 2: Anniversary nach der Ankunft auf der Erde als Held gefeiert. Die Feierlichkeiten halten allerdings nicht lang an, denn die Allianz hat schon ihren nächsten Schritt geplant und greift erneut die Erde an. Der Angriff kann abgewandt werden und so setzt sich die menschliche Armee das Ziel, die Oberhäupter der Allianz zu töten, um diese innerlich zu schwächen. Dabei handelt es sich um drei Propheten, welche mittlerweile auch die Elite und dessen Anführer, den Gebieter, aus der Allianz verbannt haben. Diese war nämlich für den Einsatz auf Halo und die damit verbundene Niederlage gegen den Master Chief verantwortlich. Während der Jagd auf die Propheten stellt sich heraus, dass es noch einen zweiten Halo-Ring gibt und wir landen nach der Ermordung des Propheten des Bedauerns bei dem Gravemind. Dieser stellt eine zentrale Intelligenz der Flood dar und beauftragt uns und den Gebieter, die Aktivierung des zweiten Halo-Rings zu verhindern. So machen wir uns also auf, einmal mehr das Unheil abzuwenden.

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Nachdem die Mission des Master Chiefs erneut erfolgreich verlief, greift die Allianz in Halo 3 einmal mehr die Erde an, um ein für sie heiliges Objekt zu erlangen. Wir haben es gerade noch auf die Erde geschafft und werden wenig später von Sergeant Johnson gefunden. Wir wehren den Angriff erfolgreich ab, doch leider wird der Sergeant gefangen genommen und so gilt es nun, ihn zu retten. Dabei hilft uns auch der Gebieter, der mittlerweile zur Seite der Menschen übergelaufen ist. Auf dieser Rettungsmission gelingt es der Allianz, ein Portal zur Arche zu öffnen. Diese ist eine Art Reparatur-Zentrum für zerstörte Halo-Ringe und so wird dort im Moment der Halo-Ring, welchen wir im ersten Teil zerstörten, neu aufgebaut. Die Flood, eine außerirdische Lebensform, helfen uns dabei, die Allianz auf der Arche zu vernichten, kehren uns danach allerdings selbst den Rücken zu. Das Oberhaupt der Flood, der Gravemind, greift uns nun an und so gilt es, Cortana zu retten und den Halo-Ring zu aktivieren, um die Flood vollständig zu vernichten.

Dies ist uns gelungen, doch leider ist unser Rettungsschiff durch die Explosion von Halo in zwei Hälften zerteilt worden. Die Hälfte mit dem Gebieter fliegt zur Erde, wir schweben jedoch orientierungslos durch das All. Vier Jahre später erwachen wir in Halo 4 durch einen Notruf von Cortana. Diese berichtet, dass es auf dem Schiff unnatürliche Aktivitäten gäbe, welche nun zu untersuchen sind. Dabei merken wir, dass wir von unzähligen Allianz-Schiffen umzingelt sind und versuchen, diese zu zerstören. Unerwartet werden wir jedoch von einem fremden Planeten angezogen. Beim Versuch, in eine Rettungskapsel zu gelangen, werden wir durch die Gravitation verletzt und verlieren das Bewusstsein. Auf dem Planeten namens Requiem bemerken wir schließlich, dass Cortana beginnt, zu degenerieren, da sie mit einem Alter von acht Jahren die übliche Betriebszeit von KIs überschritten hat. Deshalb müssen wir mit einem Schiff zur Erde zurückkehren, um Cortanas Schöpferin ausfindig zu machen. Allerdings gibt es auf Requiem noch einiges zu erledigen und die Allianz ist nicht der einzige Gegner, der sich uns in den Weg stellt.

Hier sei einmal angemerkt, dass wir in diesem Test die einzelnen Geschichten der insgesamt vier Teile lediglich anschneiden. Diese ausführlich zu erzählen, würde den Rahmen dieses Testberichtes sprengen und so versuchen wir, so kompakt wie möglich, einen kleinen Einblick in die Geschichte hinter dem ganzen Halo-Universum zu gewähren. Wir bitten vor allem Serien-Fans, dies zu beachten.

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Gewohnte Ballerei

Bevor es auf in den Kampf geht, befinden wir uns im Hauptmenü. Dieses stellt an sich schon eine besondere Funktion dar, denn anders als bei vielen anderen Spielesammlungen, hat 343 Studios ein zusammenfassendes Menü für alle Halo-Spiele entwickelt. In diesem können wir zwischen den Titeln, welche wir spielen wollen wählen und sogar die genauen Kapitel auswählen. Das erspart uns einige Ladezeiten, da wir nicht jedes Spiel extra starten müssen. In den jeweiligen Kapiteln geht es dann jedoch gewohnt weiter. Oft müssen wir uns durch diverse Gegnerhorden kämpfen, um am Ende dann das Ziel des jeweiligen Kapitels zu erreichen. Dabei erstrecken sich die Kapitel meist über 15 bis 25 Minuten. Ohne Waffen können wir uns natürlich nicht gegen die außerirdischen Lebensformen wehren und so stehen uns, je nach Spiel, einige Waffen parat.

Von Raketenwerfer, über Sturmgewehre, bis hin zu Alien-Waffen. Hier steht uns einiges zur Verfügung. Gerüstet mit genug Munition machen wir uns also auf, unsere Mission zu erfüllen, doch unsere Gegner, meist die Allianz, wollen uns natürlich davon abhalten. Dabei stellen sich uns viele verschiedene Gegnertypen in den Weg. Meist müssen wir gegen kleine Grunts oder die sogenannten Elite kämpfen, welche keine große Bedrohung darstellen. Jedoch passiert es schnell, dass die Gegner in Massen erscheinen und dann suchen wir schneller die Deckung, als wir schauen können. Vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden sind wir sehr schnell tot. Dies stellt jedoch immer eine Herausforderung dar und wird nie richtig unfair. Das liegt wohl unter anderem auch an der KI der Gegner. Diese reagiert nämlich teilweise etwas komisch. So übersehen uns Gegner, obwohl wir vor ihnen stehen oder unsere Kameraden schießen einfach in die Luft.

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Wer die Schlacht gegen die Außerirdischen nicht alleine bestreiten möchte, kann sich auch einen guten Freund suchen, der einem dabei hilft. Alle Halo-Titel können nämlich, wie gewohnt, im lokalen Split-Screen kooperativ gespielt werden. Dadurch gestalten sich speziell die höheren Schwierigkeitsgrade deutlich einfacher und zudem macht das auch noch mehr Spaß. Allerdings ist dies in Halo 1 und 2 auf zwei Spieler begrenzt. Halo 3 und 4 können online mit bis zu 4 Spielern zusammen gespielt werden.

Für „Erfolge-Jäger“ bietet Halo: The Master Chief Collection einen ganz besonderen Leckerbissen. Die Sammlung umfasst nämlich sage und schreibe 450 Erfolge, die insgesamt 7500 Gamerscore beinhalten. Hier haben wir also mehr als genug zu tun. Der Mehrspieler in Halo: The Master Chief Collection wurde von 343 Studios ein wenig aufgeräumt und kompakt gestaltet. Per Auswahl im Hauptmenü können wir zwischen verschiedenen Spielmodi auswählen, unter anderem klassische Modi, wie „Kampf um die Flagge“ oder „Hügelkönig“. Sogar all die alten Waffenverstecke und strategische Punkte hat 343 Studios auf den Karten übernommen, sodass sich alteingesessene Halo-Spieler direkt einfinden werden. Neben dem klassischen Mehrspieler-Modus hat 343 Studios in der Master Chief Collection übrigens auch einen exklusiven Zugang zur Mehrspieler-Beta von Halo 5: Guardians beigelegt. Diese ist allerdings noch nicht freigeschaltet, was aber in naher Zukunft passieren soll.

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Alles neu?

Die Grafik in den vier Halo-Titeln ist durchweg gelungen. Vor allem die aufgebesserte Grafik in den ersten beiden Teilen sieht, verglichen mit früher, richtig frisch aus. Texturen wurden verbessert, Lichteffekte eingearbeitet und auch Kantenflimmern ist kaum zu erblicken. Halo 3 und Halo 4 wurden technisch kaum überarbeitet. Dies war aber auch kaum nötig, denn schon auf der Xbox 360 sahen die beiden Spiele außergewöhnlich schön aus. Und auch auf der Xbox One sehen sie wieder unglaublich gut aus. Schon bei Halo: Combat Evolved Anniversary auf der Xbox 360 konnte man per Knopfdruck zwischen alter und frischer Grafik umschalten. Damals benötigte die Konsole noch knapp 3 Sekunden, um zwischen beiden Stilen zu wechseln. Passend zur Next-Gen-Version funktioniert der Übergang mittlerweile ohne Unterbrechung und das neben dem ersten Teil auch noch im zweiten Halo. Dadurch kommt teilweise pures Nostalgie-Gefühl auf, wenn man Halo noch einmal in alter Grafikpracht durchquert.

Ebenso spektakulär fällt auch der Soundtrack wieder einmal aus. Dieser wurde komplett aus den einzelnen Spielen übernommen und klingt immer noch außergewöhnlich gut. Schon damals wurde Composer Martin O’Donnell zusammen mit Michael Salvatori für den unglaublichen Soundtrack der Halo-Trilogie bekannt und hat mit dem Hauptstück „Halo“ den Grundstein für den Soundtrack geschaffen. Auf diesem aufgebaut, entstand eine Fülle von musikalischen Meisterwerken, die uns beim Spielen der Halo-Spiele begleitet. Dabei reichen diese von dramatischen, teils traurigen Stücken, bis hin zu rockiger Kampfmusik. 343 Studios hat hier alles richtig gemacht und auf den originalen Soundtrack gesetzt. Fans kommen hier definitiv auf ihren Geschmack und auch für Soundtrack-Fetischisten wird es ein gefundenes Fressen sein.

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Persönliches Fazit

Hier werden alte Gefühle wach! Nicht nur einmal habe ich beim Zocken von Halo 1 – 4 Gänsehaut bekommen. Die vier Meisterwerke alle zusammen auf einer Blu-Ray Disc und Halo 2 auch noch remastered – besser kann es für einen Halo-Fan, wie ich einer bin, kaum kommen – von Halo 5 mal abgesehen. Doch jetzt mal Spaß beiseite, Halo macht, trotz seines Alters immer noch immens Spaß, ob Solo oder mit einem Kumpel in der Kampagne. Die Grafik ist aufgehübscht, der Soundtrack ist so meisterlich, wie eh und je und nicht selten habe ich mich dabei erwischt, wie ich einfach minutenlang der Menü-Musik gelauscht habe. Mit seinem flinken, aber authentischen Spielstil braucht sich Halo auch nicht vor Genre-Kollegen verstecken und gerade die diversen Schwierigkeitsgrade bieten einen hohen Wiederspielwert. Wer die ganze Geschichte hinter Halo verstehen möchte, wird um mehrere Spieldurchläufe auch nicht herum kommen.

Mit der Halo: The Master Chief Collection hat 343 Studios einfach eine großartige Sammlung geschaffen, welche die epische Geschichte von Halo gekonnt zusammen fasst und definitiv Lust auf mehr bereitet. Wer mit Halo noch nicht vertraut ist, sollte hier defintiv zuschlagen, bevor er einen Zenit der Videospielgeschichte verpasst. Eingefleischte Halo-Fans sollten sich die Sammlung sowieso zulegen. Nun bleibt uns nur noch das Warten auf Halo 5 und den damit verbundenen, hoffentlich wieder einmal grandiosen, neuen Abenteuern des Master Chiefs.

Positiv:
+ Grafik in allen Teilen aufgebessert
+ per Knopfdruck zwischen neuer und alter Grafik wechselbar
+ dadurch kommt oft Nostalgie-Gefühl auf
+ gewohnte, epische Geschichte
+ noch mehr Hintergrundgeschichte
+ hoher Wiederspielwert, da viele Schwierigkeitsgrade
+ durch Sammlung von vier Spielen lange Spielzeit
Negativ:
– grafische Verbesserungen im Mehrspieler nicht vorhanden
– teils leider immer noch dumme KI

Möchtet ihr die epische Geschichte des Master Chiefs auch einmal erleben? Dann kauft euch die Halo: The Master Chief Collection doch bei Amazon und unterstützt uns damit ein wenig. Alternativ könnt ihr hier die Preise vergleichen.

Euer Hardbloxx-Team
Testbericht von Hardbloxx.MrChrischan

Christian Herkner

Veröffentlicht von

19 Jahre alt, gebürtiger Ossi und hat das Gefühl, er wäre schon mit Pixel im Blut geboren worden, zockt er doch schon seit er denken kann. Angefangen als Konsolero kam wenig später die Leidenschaft zum PC dazu und der typische Nerd war geschaffen. Gezockt wird alles Mögliche, von Action, über Adventure bis hin zu Horror. Favorisiert werden RPGs á la Final Fantasy oder Rennspiele wie Forza oder Gran Turismo. Das Schrauben an diversen PCs kommt dabei aber auch nicht zu kurz, da wird auch mal die Grafikkarte einfach aus Lust und Laune ausgetauscht. Nebenbei wird dann noch Formel 1 und WWE geschaut.