Test/Testbericht: The Crew [PC]

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Wer sich in letzter Zeit ein wenig mit den Titel-Launches von Ubisoft beschäftigt hat, weiß, dass es unter anderem bei Assassins Creed Unity und Watch Dogs Probleme mit Glitches, Bugs und Server-Ausfällen zum Release gab. Beim Racing-MMO The Crew hatte Ubisoft kurz vor dem Launch bekanntgegeben, dass beim Start des Spieles keine großen Probleme zu erwarten sind. Ob dies wirklich der Realität entspricht, und wie der neuste Titel von Ubisoft sonst abschneidet, erfahrt ihr in unserem Testbericht zur PC-Version von The Crew.

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Aus Fehlern gelernt?

Zuerst muss man Folgendes sagen: Ubisoft hat aus ihren Fehlern dazugelernt. Der Launch von The Crew verlief besser als erwartet. Zwar gab es an den ersten Tagen noch vereinzelnd Verbindungsabbrüche und einige Spieler beklagten sich über die zweifelhafte Launchpolitik von Ubisoft, bei der einige Käufer des Spieles bei Drittanbietern eher die Server betreten konnten, als Käufer, die direkt bei Steam oder U-Play vorbestellt haben, jedoch gab es sonst keine großen Probleme. Und so merkt man, dass die vorherigen Beta-Phasen wohl gute Arbeit geleistet haben, denn es gibt schon zum Release keine nennenswerten Bugs zu berichten.

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USA zum Mitnehmen

Nachdem man sich aus dem Prolog gespielt hat und die Karte ein erstes Mal öffnet, erstreckt sich vor einem die komplette Karte der USA. Und diese ist von Beginn an vollständig und ohne unsichtbare Mauern oder benötigten Fortschritt komplett befahrbar. Zwar wurden die Vereinigten Staaten selbstverständlich nicht 1:1 übernommen, jedoch fällt einem beim Besuchen der großen Städte und der Landschaften ein großer Detailgrad auf. So überragt der Gateway Arch St.Louis, die Freiheitsstatue ist in New York zu begutachten und an der Bucht von San Francisco fahren wir über die riesige Golden Gate Bridge. Im Prolog erfahren wir, dass der Bruder unseres Protagonisten ermordet wird und wir selber von einem korrupten FBI-Agenten verdächtigt werden. Nach einigen Jahren im Gefängnis bekommen wir von der FBI-Agentin Zoe das Angebot, mit ihr zu arbeiten, um für sie den korrupten Kollegen und für uns den Mörder unseres Bruders dingfest zu machen. Dazu müssen wir uns in die illegale Gang 5-10 einschleusen und dort in den Rängen steigen. So kämpfen wir uns in den Einzelspielermissionen von Ort zu Ort, erfüllen Aufgaben der 5-10 Köpfe, um uns einen Namen zu machen. Dabei fällt einem sofort eines ins Auge: Um eine Einzelspielermission abzuschließen, müssen wir in den Rennen ausnahmslos immer als erster durchs Ziel kommen. Dies sorgt schon des öfteren für Frust, wenn wir mal wieder knapp vor der Ziellinie in der letzten Kurve die Kontrolle verlieren, und eines der gegnerischen Rennwagen knapp an uns vorbeizieht. Somit müssen wir das Rennen erneut beginnen. Neben normalen Rennen auf Straßen, Schutt und Matsch sowie freiem Terrain müssen wir hin und wieder auch andere Autos verfolgen und beschädigen, Personen in einer bestimmten Zeit von A nach B geleiten oder ein Auto unbeschädigt ins Ziel bringen. Und das ist gar nicht mal so einfach, da der KI-gesteuerte Verkehr oft erst kurz vor dem Spieler erscheint und wir nur eine kurze Reaktionszeit haben, um auszuweichen.

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Looten und Leveln

Wie in einem MMO üblich, erhalten wir auch in The Crew durch Einzelspielermissionen Erfahrung und Autoteile. Durch Erfahrung leveln wir unseren Charakter und schalten nach und nach neue Punkte frei, die wir in Boni, wie günstigeres Kaufen von Autos und Autoteilen, bessere Bremsen oder mehr Erfahrung und Geld durch Missionen stecken. Die Autoteile leveln hingegen unsere Wagen, die wir zuvor gekauft oder freigespielt haben. Je besser die Werte der Autoteile, desto besser die Lenkung, die Bremsen, die Beschleunigung oder die Geschwindigkeit des Wagens. Mit höherem Spielerlevel können wir wiederum unser Auto mit verschiedenen Tuningkits ausbauen und somit für unterschiedliche Rennen vorbereiten. Das Straßen-Kit ist für Straßenrennen geeignet, das Jägerkit hält Unfälle besser aus und das Geländekit ist die perfekte Wahl für Rennen, bei der ihr die Umgebung nicht genau einschätzen könnt. Autoteile und Geld für Anpassungen erhalten wir aber nicht nur durch die Story-Missionen, sondern auch durch Herausforderungen, die in der ganzen USA zu finden sind. Hier gibt es Geschwindigkeitstests, Slalomparcours und Verfolgungsjagden, bei denen man je nach Abschluss Belohnungen erhält. Außerdem sind in der Welt Wrackteile zu finden, mit denen man neue Autos freischalten kann.

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Spieler gegen Spieler oder Coop

Nachdem man ein wenig Fortschritt in der Story freigeschaltet hat, hat man die Wahl zwischen verschiedenen Fraktionen, die sich in The Crew im PVP bekämpfen. Dazu gibt es in den großen Städten verteilte Lobbys, in denen man im Matchmaking gegen andere Spieler fahren kann und dabei Punkte für die eigene Fraktion sammelt. Somit erhält man die Kontrolle über die fünf Bereiche der USA für die eigene Fraktion, wodurch man ein Tagesgehalt an Geld erspielen kann. Wer keine große Lust hat, gegen andere Spieler zu spielen und trotzdem mit anderen Fahrern in Kontakt treten möchte, hat die Möglichkeit, die Story-Missionen zusammen zu bestreiten und eine eigene Crew zu gründen, um die Vereinigten Staaten zusammen zu erkunden. Aber auch ohne Gruppen sind wir immer von anderen Spielern auf dem Server umgeben, die mit uns durch die Straßen düsen, selber von der Polizei gejagt werden oder ihre Missionen erledigen.

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Demolieren und Büßen

Während man in der freien Welt umherfährt, kommt man immer wieder an Polizeiwagen vorbei, die die Straßen von The Crew patrouillieren. Wenn wir in deren Gegenwart zum Beispiel ein Auto rammen, nehmen sie die Verfolgung auf. Je mehr ihr auf eurem Fluchtweg und in der Nähe der Polizei dann noch mitnehmt, desto mehr Verstärkung wird gegen euch gerufen. Ihr habt dann die Möglichkeit, entweder die Flucht zu ergreifen und weit genug aus dem Radius der Polizei zu kommen, oder aber ihr nutzt das Schadenssystem von The Crew und rammt die Polizeiwagen, bis sie zerstört werden.
Selbstverständlich nehmt ihr dabei auch selber Schaden, den ihr entweder durch einfaches Warten oder durch einen der Tuninggaragen in den Städten wieder reparieren könnt. Neben der Reparatur bieten euch diese Plätze aber auch die Möglichkeit, euer Auto nach euren Wünschen optisch anzupassen. So könnt ihr zum Beispiel aus einer Vielzahl an verschiedenen Farben für euren Rennwagen wählen, könnt Felgen, Stoßstangen und Heckstangen anpassen und eure Karren mit Aufklebern versehen.

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Die Technik

Da The Crew als MMO aufgebaut ist, gibt es einen Onlinezwang. Das heißt, ohne Internetverbindung kann das Spiel nicht mal gestartet werden. Neben den wenigen Verbindungsabbrüchen beim Release, und seltene Rubberbanding-Probleme gibt es jedoch keine Probleme damit. Das Endgame scheint komplett auf das PVP-System gelegt zu sein, wodurch ein Onlinezwang allerdings auch passend ist. In eurem Auto könnt ihr zwischen verschiedenen Radiosendern wählen, die Musik aus verschiedenen Genres (darunter Hip Hop, Rock, Classic und Ambiente) spielen. Eine Möglichkeit, eigene Musik in das Spiel einzubinden, sucht man vergeblich, wurde es doch im Vorfeld so angedeutet. Die Grafik ist für die Größe der Welt sehr gut ausgefallen, es kann jedoch keine High-End-Grafik erwartet werden. Was noch angepasst werden könnte, ist, dass die KI-Wagen und auch einige Umgebungselemente erst sehr kurz vor einem erscheinen. Ansonsten läuft das Spiel auch auf hoher Grafikeinstellung ohne weitere Probleme.

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Persönliches Fazit

Obwohl ich persönlich nicht der große Fan von Rennspielen bin, hat mich das Testen von The Crew in der Beta schon etwas heiß auf den Release gemacht. Man kann zwar keine Rennsimulation erwarten, aber dies soll das Rennspiel-MMO auch nicht darstellen. Eher gleicht The Crew einem Arcaderacer, der mit einigen sehr guten Elementen aufbereitet wurde. Vor allem die Details in der Welt sorgen für viel Spaß und Faszination beim Entdecken der nachgestellten USA und oft erkennt man in den größeren Städten sofort die gut nachgebauten Sehenswürdigkeiten. Aber auch vom Handling her lassen sich die Autos gut steuern und wenn man seine Rennwagen ein wenig ausgebaut hat, merkt man, dass das Fahrverhalten doch sehr stark von den eingebauten Teilen und den Kits abhängt. Zwar findet man für die Story-Missionen kaum Leute, die mit einem spielen wollen, doch für PVP muss man sehr häufig nicht länger als einige Sekunden in der Lobby warten. Das Matchmaking-System ist zwar schnell, jedoch noch nicht perfekt ausbalanciert, da ich auch des Öfteren mit Spielern in ein Rennen gekommen bin, die ein viel höheres oder viel niedrigeres Wagenlevel hatten. Wer allerdings den Entdeckergeist in sich spürt und es leid ist, diesen in den vielen Actionspielen und Shootern auszubreiten, hat mit The Crew die Möglichkeit, ein gutes, solides Open-World-Rennspiel in den Händen zu halten.

The Crew [PC]

ab 37,99€
The Crew [PC]
84.8
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Gameplay

86 / 100

solides, sich steigerndes Handling der Rennwagen, kaum Fehler und ein guter Launch

    Story

    75 / 100

    zwar existiert eine erzählte Geschichte, die allerdings nur dafür dient, die Einzelspielermissionen zu schmücken - Innovation bietet sie nicht

      Grafik

      84 / 100

      für den Umfang gute Grafik, die sehr flüssig dargestellt wird, einzig einige Elemente wie der Verkehr und einige Umgebungselemente werden erst kurz vor dem Spieler angezeigt

        Sound

        85 / 100

        Auswahl aus verschiedenen Genres in Radiosendern, leider keine eigene Musik einbindbar

          Umfang

          90 / 100

          riesiges, nachgebautes USA, Open World, viele Missionen, Herausforderungen und PVP

            Spielspaß

            89 / 100

            vor allem für Entdecker und Arcade-Racing-Liebhaber bietet The Crew viele Stunden Spielspaß

              Positiv

              • - riesige, offene Welt
              • - solides Fortschrittssystem
              • - PVP- und PVE-Inhalte

              Negativ

              • - magere Storyline
              • - am Anfang schlechteres Handling
              • - Matchmaking-System ausbaufähig
              • - Coop-Multiplayer kommt nicht zur Geltung

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              Euer Hardbloxx-Team
              Test erstellt von Hardbloxx.Darren

              Darren Landig

              Veröffentlicht von

              MMOS soweit das Auge reicht - Mein Traum... Wenn ich nicht gerade hier am Werkeln bin, oder mich meinen MMOS hingebe, arbeite ich "hauptberuflich" noch als QA-Tester in einer Browsergamefirma in Hamburg. Und falls die Zeit es noch erlaubt, werkel ich auch noch an meinen eigenen Spieleideen, schreibe Geschichten oder Lese tolle Bücher!