Test/Testbericht: Evolve [PC]

Evolve Cover

Die Geschichte ist schon Jahrtausende alt, doch immer wieder wird sie herausgeholt und aufs Neue erzählt: Ein paar Helden – in diesem Fall Jäger – ziehen aus, um gegen große, beinahe unbesiegbare fast mythische Figuren – in diesem Fall die Monster – zu kämpfen. Wir haben bereits in der Alpha von Evolve mitgemischt und uns natürlich auch nicht die Beta entgehen lassen. Trotzdem waren wir sehr gespannt auf die finale Version, die wir trotz unserer Vorerfahrung stundenlang getestet haben. Unsere Meinung zu dem Koop-Shooter könnt ihr im folgenden Test erfahren.

Der Menschheit Nemesis

In einer weit entfernten Zukunft hat sich die Menschheit technisch so weit entwickelt, dass es auch Außenposten auf weit entfernten Planeten gibt. Shear ist einer dieser Planeten und wurde als Forschungs-Kolonie eingerichtet. Doch etwas geht schief und außerirdische Monster machen sich auf dem Planeten breit, töten die meisten Kolonisten und zerstören die Einrichtungen. Nun schlägt die Stunde von William Cabot, einem Kämpfer, der eigentlich schon im Ruhestand ist. Trotzdem lässt er sich dazu überreden, noch einmal zurückzukommen und stellt ein Team aus Jägern zusammen, die mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten den Monstern den Garaus machen sollen. Darunter sind verdiente Kriegsveteranen, aber auch Roboter, Psychopathen und Söldner. Viel mehr Story gibt es allerdings in Evolve auch nicht, denn eigentlich bewegt ihr euch einfach nur auf verschiedenen Karten und kämpft entweder im Vierer-Team gegen das Monster – oder ihr übernehmt selbst die Rolle des ungezogenen Außerirdischen und lasst euch jagen – bis die Jäger selbst die Gejagten werden. Warum ihr eigentlich als Monster unterwegs seid und was eure Motivation ist, wird nicht wirklich klar, doch das fällt auch nicht wirklich negativ auf. Stattdessen habt ihr einfach Spaß am Spiel und versucht die verschiedenen Klassen und Taktiken richtig einzusetzen.

Evolve [PC]

Evolve [PC]

Evolve [PC]

Evolve [PC]

Die Truppe stellt sich vor

In Evolve gibt es vier verschiedene Jägerklassen (Medic, Trapper, Assault und Support), sowie das bereits erwähnte Monster. Pro Rolle gibt es drei verschiedene Charaktere, die ihr wählen könnt, die sich zwar nicht grundsätzlich unterscheiden, aber dennoch verschiedene Strategien von euch erfordern. Der Medic hat natürlich die Aufgabe, das Team am Leben zu erhalten und kann dafür entweder direkte Heilfähigkeiten einsetzen oder schnell die gefallenen Kameraden wiederbeleben. Die Hauptaufgabe des Trappers ist es, das Monster aufzuspüren und seine Bewegungsfähigkeit einzuschränken. Das funktioniert einmal mit einer Arena aus Energie, die das Monster nicht verlassen kann, aber auch mit Harpunen und ähnlichem, die das Monster kurzzeitig festhalten. Der Assault soll vor allem Schaden austeilen und kann dafür auf eine ganze Reihe an offensiven Fähigkeiten zurückgreifen. Der Support hingegen ist eine Art „Mädchen für alles“ und schützt einerseits mit einem Schild seine Team-Mitglieder, kann aber auch einen Raketen-Strike vom Himmel rufen, das Monster finden oder sich unsichtbar machen und gefallene Teamkameraden wiederbeleben.

Die drei Varianten pro Klasse unterscheiden sich allerdings nicht in der Hauptfähigkeit: So kann zum Beispiel jeder Trapper eine Arena stellen oder jeder Medic kann einen Heil-Spruch benutzen. Dafür besitzt ein Trapper jedoch ein Haustier, das auf den Namen Daisy hört und eine Art Hund in außerirdischer Form ist, das die Fährte des Monsters erschnüffeln kann. Ein anderer Trapper nutzt stattdessen seismische Sensoren, von denen er fünf auf der Karte verteilen kann. Sobald das Monster in Reichweite ist, erscheint ein optisches Signal, das anzeigt, dass das Monster dort ist. Der dritte Trapper nutzt Tracking-Pfeile, mit denen das Monster angezeigt wird, selbst wenn es abhaut. Diese Pfeile können auch auf die Fauna der Karte geschossen werden und sobald das Monster eines der Tiere verspeist, wird auch der Tracking-Pfeil verspeist – und die Hunter wissen ganz genau, wo das Monster ist. Jede Klasse spielt sich also anders, aber auch die einzelnen Charaktere unterscheiden sich stark voneinander. Natürlich spielen sich auch die drei Monster komplett unterschiedlich, sodass ihr immer eine andere Taktik entwickeln müsst.

Evolve [PC]

Evolve [PC]

Evolve [PC]

Evolve [PC]

Siegen mit Strategie und Taktik

Übernehmt ihr die Rolle des Monsters, habt ihr zwei Möglichkeiten zu gewinnen: Ihr könnt euch darauf konzentrieren, die Jäger zu jagen und zu töten – oder ihr erreicht die dritte Evolutionsstufe und könnt dann ein Relais zerstören. Die Evolutionsstufen sind deshalb wichtig, weil ihr mit jeder neuen Stufe neue Fähigkeiten als Monster bekommt, alte verstärkt und darüber hinaus mehr Lebenspunkte und Angriffsstärke erhaltet. In der ersten Stufe seid ihr sehr fragil und solltet lieber vor den Jägern fliehen. Die zweite Stufe soll euch in etwa auf eine Ebene mit den Jägern bringen und mit der dritten Evolutionsstufe seid ihr im Vorteil, könnt allerdings natürlich immer noch verlieren. Um aufzusteigen, müsst ihr die auf der Karte verteilte Fauna jagen, erlegen und auffressen. Wenn ihr genug gegessen habt, könnt ihr aufsteigen – doch solltet ihr euch verstecken, denn während der Evolution seid ihr einige Sekunden verwundbar und könnt euch nicht bewegen. Finden euch die Jäger in dieser Zeit, können sie viel Schaden anrichten, bevor ihr überhaupt in den Kampf ziehen könnt. Also solltet ihr lieber strategisch denken und euch gute Positionen aussuchen, um den Kampf zu starten – oder euch weiterzuentwickeln. Denn auch die Jäger werden verschiedene Taktiken anwenden, um euch in die Ecke zu treiben, einzufangen und am Ende zu erledigen.

Neben dem normalen Modus, in dem ihr entweder das Monster jagen oder als solches das Power-Relais oder die Jäger vernichten müsst, gibt es auch noch drei weitere Modi, die ihr per Zufallsprinzip nutzen könnt: Im Nest-Modus müsst ihr sechs verschiedene Eier finden, die auf der Map verteilt sind und von den Jägern innerhalb von 18 Minuten zerstört werden müssen. Das Monster hat die Aufgabe, die Jäger davon abzuhalten und kann außerdem aus einem der Eier einen Minion schlüpfen lassen, der dann an der Seite des Monsters kämpft. In der Rettungs-Mission werden auf der Karte zufällig Kolonisten verteilt, die vom Monster gefunden und getötet werden müssen. Die Jäger haben hingegen die Aufgabe, die Kolonisten wiederzubeleben und ihnen einen sicheren Heimweg zu ermöglichen. Wer als erstes fünf Kolonisten rettet – oder tötet – gewinnt die Runde. Der vierte Modus heißt „Verteidigung“. Dort übernimmt ein Spieler ein bereits voll entwickeltes Monster, sowie verschiedene kleine Monster und muss versuchen, ein Raumschiff zu zerstören, bevor dieses vollständig aufgeladen wurde. Die Jäger hingegen müssen dies verhindern.

Ihr habt die Wahl, entweder den normalen Quick-Match-Modus zu wählen, in dem ihr ganz normal 4-gegen-1 spielt und das Monster jagen und töten müsst. Oder ihr wählt den Evacuation-Modus, in dem ihr fünf Spiele hintereinander in einem zufällig gewählten Modus spielen müsst. Gewinnt eure Gruppe, so habt ihr in der nächsten Runde einen Vorteil und bekommt zum Beispiel als Jäger zusätzliche automatisch agierende Geschütztürme, während ihr als Monster die Flora auf eurer Seite habt, die Giftgas verströmt und damit die Jäger schädigt. Die letzte Runde ist hingegen immer der Verteidigungs-Modus.

Evolve [PC]

Evolve [PC]

Evolve [PC]

Evolve [PC]

Spaß und Frust vereint

Obwohl Evolve echt viel Spaß macht, gibt es auch einige negative Punkte, die wir euch nicht verschweigen möchten. Das beginnt mit dem Matchmaking, das scheinbar nur abhängig von eurem Level ist. Erfahrungspunkte sammelt ihr, indem ihr spielt: Wenn ihr Schaden verursacht, gibt das Erfahrung. Wenn ihr eure Fähigkeiten benutzt, gibt das Erfahrung. Wenn ihr überlebt, jemand wiederbelebt oder einfach nur ein Spiel abschließt, dann gibt das Erfahrung. Wenn ihr nicht mit bis zu drei Freunden spielt und damit zusammen mit – oder gegen – fremde Spieler zockt, so müsst ihr darauf hoffen, dass die anderen wissen, was sie tun. Oder eben nicht, denn wenn die Jäger keine Ahnung haben, was zu tun ist, dann habt ihr als Monster ein einfaches Spiel. Es ist sehr frustrierend, wenn ihr bereits 50 Spiele absolviert habt und trotzdem auf Spieler trefft, die noch nie eine bestimmte Rolle gespielt haben. Außerdem könnt ihr nicht sicher sein, dass ihr die Rolle bekommt, die ihr spielen möchtet: Zu Beginn wählt ihr die Gewichtung aus, die die Rollen für euch haben. Möchtet ihr also lieber Trapper spielen, setzt ihr dies an Platz Eins und wenn ihr die Rolle des Monsters nicht mögt, so setzt ihr dieses auf Platz Fünf – und müsst eben mitunter trotzdem als Monster spielen. Das führt dazu, dass viele Spieler einfach direkt zu Beginn des Spiels eben jenes verlassen. Als „Bestrafung“ können sie dann 60 Sekunden lang kein neues Spiel betreten.

Ein weiterer wirklich großer Punkt ist das Balancing der Rollen und Charaktere: Bei den Jägern verhält es sich eher so, dass die später freigeschalteten Charaktere komplexer und wesentlich schwieriger als die ersten Jäger sind, dafür jedoch keinen zusätzlichen „Bonus“ mit sich bringen. Bei den Monstern verhält sich dies genau umgekehrt, denn dort ist das erste Monster, der Goliath, eher schwach im Vergleich zu den später freigeschalteten Versionen. Vor allem der Ghost ist schnell, wendig und besitzt ein so starkes Skillset, dass gerade unerfahrene Spieler keinerlei Chance haben, ihn überhaupt einzufangen. Zwar wurde im Vergleich zur Alpha und Beta schon viel getan, doch das Balancing ist noch lange nicht vollendet. Da stören die kleineren Probleme mit den Servern schon fast gar nicht mehr.

Evolve [PC]

Evolve [PC]

Evolve [PC]

Evolve [PC]

Persönliches Fazit

Evolve kann dadurch punkten, dass der Shooter eine gute Idee besitzt, die wirklich hervorragend umgesetzt wurde. Das 4-gegen-1 Prinzip ist unterhaltsam und auch wenn man nach einigen Spielen schnell die Lust verliert, so wird man ein paar Tage später doch bestimmt wieder anfangen. Die verschiedenen Modi sind witzig, doch bisher fehlt noch die Option, sie einzeln anzuwählen, was wirklich unschön ist. Ebenfalls unschön ist das Balancing, das noch ordentlich Arbeit benötigt. Dafür spielen sich die verschiedenen Klassen sehr unterschiedlich und machen Spaß. Selbst die verschiedenen Klassen-Charaktere unterscheiden sich genug, so dass man immer wieder mal zwischen ihnen wechseln wird.

Die beste Performance liefert Evolve allerdings, wenn man zusammen mit drei weiteren Freunden auf die Jagd geht und sich strategisch abspricht. Dann kann man sogar ein perfekt aufeinander abgestimmtes Team wählen und dem Monster das Leben richtig schwer machen. Mit zufälligen Mitspielern ist es allerdings eine Glücksache, ob sie wissen, worauf sie achten müssen. Doch in so einem Fall habt ihr natürlich immer die Möglichkeit, auf das Monster zurückzugreifen und euch selbst gegen die Jäger zu stellen. Sehr schön ist zudem, dass kommende Karten und Modi kostenlos angeboten werden. Mit den DLCs erhaltet ihr lediglich neue Skins sowie die neuen Klassen-Charaktere. Wir können Evolve nur jedem empfehlen, denn es macht einfach richtig viel Spaß!

Evolve [PC]

Evolve [PC]
84.5
84.5

Gameplay

85 / 100

Lediglich das Balancing performt teilweise schlecht.

    Story

    71 / 100

    Ein Setting auf einem fremden Planeten in einer fernen Zukunft - mehr gibt es nicht.

      Grafik

      90 / 100

      Alles ist sehr detailliert und sieht echt schön aus, ohne zu hohe Ansprüche an die Hardware zu haben.

        Sound

        95 / 100

        Sound ist sehr wichtig auf der Jagd und erfüllt diesen Zweck perfekt.

          Umfang

          79 / 100

          Vier Spielmodi und fünf Klassen mit je drei Charakteren - ist in Ordnung, aber auch nicht die Welt.

            Spielspaß

            87 / 100

            Auch hier stört lediglich das Balancing, sonst macht Evolve echt viel Spaß.

              Positiv

              • - VIele unterschiedliche Charaktere
              • - Unterhaltsames Spielprinzip
              • - Gute Koop-Umsetzung
              • - Schöne Grafik
              • - Sehr einfache Steuerung

              Negativ

              • - Mitunter schlechtes Balancing
              • - Einige serverseitige Probleme

              Wenn ihr wissen möchtet, wie Hardbloxx Spiele bewertet, findet ihr unser Bewertungssystem hier.

              Ihr könnt hier die Preise vergleichen.

              Euer Hardbloxx-Team

              Felix Rau

              Veröffentlicht von

              Als Chefredakteur kümmert sich Felix nicht nur um tägliche News und Tests aus dem Bereich Hardware und Videospiele, sondern kümmert sich um alles, was so anfällt. In seiner Freizeit spielt er gerne Rollen- und Action-Spiele, ist aber auch mit MOBAs, Shootern und Sportspielen vertraut. PC und PS4 sind derzeit die bevorzugten Plattformen, doch letztendlich kommt es nicht darauf an, worauf man spielt, sondern wie.