Test/Testbericht: Resident Evil: Revelations 2 [Xbox One]

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Nachdem die Horror-Reihe mit den letzten Teilen der Hauptreihe eher in Richtung Action ging, hatten in der Vergangenheit bereits viele Fans der alten Resident Evil-Spiele der Reihe abgeschworen. Mit Resident Evil: Revelations kam 2012 dann endlich wieder ein Titel, der zu den Wurzeln der Reihe zurückkehrte. Zunächst nur für den Nintendo 3DS erschienen, konnte Resident Evil: Revelations so sehr überzeugen, dass Mitte 2013 schließlich noch eine Version für den PC und die damaligen Current-Gen Konsolen erschien. Der Erfolg des Sequels ist wohl auch an Capcom nicht vorbeigeflogen und so bringt man mit Resident Evil: Revelations 2 nun einen Nachfolger, der wieder mit den typischen Horror-Momenten und Survival-Aspekten punkten soll. Ob das Ganze gut geglückt ist, soll unser Test zu Resident Evil: Revelations 2 zeigen. 

Ich bin ein Star – holt mich hier raus!

Wie man es von Resident Evil gewohnt ist, wird man zunächst ohne viel Vorwissen in das Geschehen geworfen. Nachdem uns ein stilvoller Werbefilm des Unternehmens TerraSave, das gegen den Bio-Terrorismus auf der Welt kämpft, gezeigt wird, erblicken wir auch schon zwei der vier Hauptprotagonisten. Claire Redfield befindet sich auf einer Feier jenes Unternehmens, zusammen mit Moira Burton. Es wird sich nett unterhalten, wie man es eben auf einer Feier tut. Doch plötzlich fällt der Strom aus und die Feier wird von Soldaten gestürmt. Voll bewaffnet, machen diese kurzen Prozess und verschleppen Claire und Moira. Als Claire aufwacht, befindet sie sich eingesperrt in einer Zelle. Zudem hat ihr irgendjemand ein Armband am Handgelenk befestigt. Wie sich herausstellt, handelt es sich um besondere Armbänder, denn ihres öffnet die Zellentür. Nachdem sie schließlich auch Moira findet, suchen sie gemeinsam einen Ausweg aus dem Gefängnis und versuchen, Hilfe anzufordern.

Der Ruf bleibt nicht ungehört und so macht sich niemand anderes als der Vater von Moira, Barry Burton, auf den Weg. Es stellt sich heraus, dass die beiden auf einer Insel festsitzen, auf der sich das Gefängnis befindet. Barry trifft auf der Insel außerdem auf ein kleines Mädchen namens Natalia. Dieses begleitet ihn auf der Suche nach seiner Tochter und Claire. So spielen sich parallel zwei Handlungs-Stränge ab, die beide sehr gut erzählt werden. Allgemein ist die Geschichte in Resident Evil: Revelations 2 sehr spannend inszeniert und wartet mit einigen Plot-Twists auf euch. Immer wieder werfen sich Fragen zu jeweiligen Situation der Protagonisten auf und ein obligatorischer Bösewicht fehlt natürlich auch nicht. Hier werdet ihr sicherlich einige Bekannte wiedersehen, mehr verraten wir an dieser Stelle jedoch nicht.

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Im Team klappt es immer noch am besten

Spielerisch ähnelt Resident Evil: Revelations 2 seinem Vorgänger in vielerlei Hinsicht. Bewaffnet mit Schusswaffen allerlei Arten müsst ihr durch die verschiedenen Areale in Resident Evil: Revelations 2 gelangen. Je nach Situation müsst ihr dabei auch einmal auf die Möglichkeit des Schleichens zurückgreifen, denn die Gegner sind nicht allzu schwach auf der Brust. Die Tatsache, dass Munition in Resident Evil: Revelations 2 recht rar gesäht ist, tut ihr Übriges. Dadurch fordert das Spiel ein ums andere Mal euer Ressourcen-Management heraus. Erschießt ihr nun die beiden Gegner im Raum vor euch oder schleicht ihr euch heran und spart dadurch Munition, die ihr vielleicht später noch gebrauchen werdet? Je nach Schwierigkeitsgrad stellt euch Resident Evil: Revelations 2 hier immer wieder vor wichtige Entscheidungen. Während ihr auf „Leicht“ noch recht offen durch die Areale rennen und die Gegner über den Haufen schießen und schlagen könnt, verlangt euch der Titel auf „Schwer“ schon einiges ab.

Ein wichtiges Bestandteil des Gameplays stellt das Partner-System dar. Denn auch in Resident Evil: Revelations 2 steht euch ein Partner zur Verfügung, der sich an eurer Seite bewegt. Je nach Story-Strang ist dies Moira bei Claire und die kleine Natalia bei Barry. Anders als in vielen anderen Titeln, schleicht euch euer Partner nämlich nicht einfach nur hinterher, sondern nimmt des Öfteren eine wichtige Rolle im Gameplay ein. So besitzt Moira im Story-Strang von Claire beispielsweise eine Taschenlampe. Mit dieser hat sie die Möglichkeit, Gegner zu blenden oder versteckte Gegenstände zu entdecken. Dies wirkt der eigenen Munitionsknappheit größtenteils effektiv entgegen. Während das bereits eine sehr hilfreiche Fähigkeit ist, hilft die kleine Natalia Barry noch mehr. Natalia kann zum einen Gegner durch Wände orten und zudem, genauso wie Moira, versteckte Gegenstände entdecken. Außerdem gibt es in Resident Evil: Revelations 2 immer wieder kleine Löcher, durch die nur Natalia passt. Das Ganze bietet eine gute Abwechslung zum typischen Horror-Gameplay. Übrigens müsst ihr die Arbeit nicht ausschließlich der KI übergeben. Per Knopfdruck auf Y wechselt ihr augenblicklich den Charakter.

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Weitere Herausforderungen

Capcom hat bei Resident Evil: Revelations 2 auf eine typische Gesundheitsanzeige in Form von Balken oder ähnlichem, verzichtet. Sollte euch ein Gegner treffen, färbt sich der Bildschirmrand rot. Je nachdem, wie viele Schläge ihr von eurem Gegner abbekommt, verfärbt sich der Rand stärker, bis ihr schließlich tot umfallt. Dem virtuellen Leben könnt ihr mit den grünen Kräutern entgegenwirken, die in Resident Evil: Revelations 2 zu finden sind. Zudem gibt es noch rote Kräuter. Kombiniert ihr diese mit den grünen Kräutern, so werden aus einem grünen Kraut gleich ganze drei Stück. Neben all den hilfreichen Gegenständen, die im Spiel zu finden sind, warten außerdem verschiedene Dokumente darauf, von euch gefunden zu werden. Diese werden wohl vor allem für Story-Interessierte wichtig sein, denn sie bieten meist einen Einblick in die Geschichte hinter der ganzen Entführung oder geben euch Tipps, wie ihr an bestimmten Stellen im Spiel am besten verfahren solltet.

Ohne passende Ausrüstung lassen sich natürlich keine Horden an mit Viren verseuchten, Zombie-artigen Monstern beseitigen und so findet ihr bei entsprechendem Spiel-Fortschritt diverse neue Waffen. Eure Bewaffnung könnt ihr sogar aufrüsten. An vielen Orten in Resident Evil: Revelations 2 sind sogenannte Werkbänke vorzufinden, wo ihr Verbesserungen in eure Bewaffnung einbauen könnt. Ähnlich wie alle anderen Gegenstände, liegen die Verbesserungen an unterschiedlichen Stellen herum, nur sind sie oft ein wenig versteckt oder nur schwer zu erreichen. Für Freunde von besonderen Herausforderungen bietet Resident Evil: Revelations zu jeder der vier Episoden nach dem Beenden jeweils zwei Extra-Modi – den Zeitlimit-Modus und Unsichtbar-Modus. Im Zeitlimit-Modus startet ihr mit begrenzter Zeit in die jeweilige Episode und müsst euch dementsprechend beeilen, um sie schnell durchzuspielen. Wie der Name bereits vermuten lässt, müsst ihr euch im Unsichtbar-Modus unsichtbaren Gegnern stellen.

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Eine gelungene Abwechslung

Wer genug von der Kampagne hat, der muss das Spiel noch lange nicht beenden. Denn neben der packenden Hauptgeschichte bietet Resident Evil: Revelations 2 einen interessante Neben-Modus, den Raid-Modus. In diesem übernehmt ihr die Rolle eines Charakters aus Resident Evil: Revelations 2 und müsst mit ihm Missionen erledigen. Die Missionen im Raid-Modus unterteilen sich grundlegend in die drei Schwierigkeitsgrade „Normal“, „Schwer“ und „Sehr Schwer“. Jeder einzelne Schwierigkeitsgrad teilt sich dann nochmal in sogenannte Reihen auf. Jede Reihe besteht aus einer Hand voll Missionen, die es zu erledigen gilt. Doch vorher solltet ihr euren Charakter entsprechend ausrüsten. Ähnlich dem Prinzip aus dem Vorgänger stehen jedem Charakter mehrere Waffen- und Fertigkeits-Slots zur Verfügung. Mit dem Aufstieg des Levels eures Charakters schaltet ihr hier nach und nach neue Slots frei. Erfahrungspunkte, um besagte Level-Aufstiege zu erreichen, sammelt ihr durch das Beenden von Missionen.

Die Missionen an sich sind meist recht einfach gehalten. Ihr startet in einem Areal und müsst euch bis zum Ende durchschießen. Dabei gibt es je nach Areal verschiedene Levelgrenzen, die ihr erst durchschreiten könnt, wenn ihr genügend Gegner besiegt habt. In manchen Missionen plagen euch zusätzliche Einschränkungen, so müsst ihr zum Beispiel die eine oder andere Mission innerhalb einer bestimmten Zeit oder ohne Wiederbelebungen abschließen. Neben kleinen Hilfsmitteln, die in den Arealen zumeist in Holzkisten versteckt sind, warten in goldenen Kisten wertvolle Schallplatten darauf, von euch gefunden und eingesammelt zu werden. Hinter den Schallplatten verstecken sich allerdings keine Musikstücke, sondern entweder neue Waffen oder Teile, um jene zu verbessern. Durch all diese Faktoren hat man aus dem Raid-Modus einen gelungenen Neben-Inhalt gemacht, der das Hauptspiel um viele Stunden Spielspaß erweitert.

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Der blanke Horror

Nicht nur das Gameplay, sondern auch die Technik hinter Resident Evil: Revelations 2 hält einiges für euch bereit. Die Atmosphäre kann man nur mit simpel, aber erstklassig bezeichnen. In so ziemlich jedem Gebiet begleitet euch eine dunkle, bedrückende Atmosphäre und man muss immer auf der Hut sein, was hinter der nächsten Ecke auf einen wartet. Besonders ist uns dies in der Story von Claire aufgefallen. In Barry’s Strang nimmt leider der „Wallhack“ von Natalia etwas die Horror-Momente aus dem Spiel, da man quasi weiß, wo der nächste Gegner auf einen lauert. Trotzdem reiht sich besagte Atmosphäre nahezu perfekt in das Gameplay ein und erschafft so an vielen Stellen den wortwörtlichen blanken Horror. Der grafische Stil tut dabei sein Übriges. Die Welt ist überwiegend recht dunkel gehalten, was manchmal schon in einem recht beklemmenden Gefühl resultiert. Hier hat Capcom alles richtig gemacht, Resident Evil: Revelations 2 kommt einfach extrem authentisch herüber. Leider trüben matschige Texturen, die wir nicht selten in einigen Ecken vorfanden, das ansonsten gute Bild.

Als ebenso authentisch kann man wohl auch den Soundtrack hinter Resident Evil: Revelations 2 bezeichnen. Sofern unser Handeln musikalisch begleitet wird, unterstützen die verschiedenen Musikstücke die ohnehin gute Atmosphäre noch ein Stück mehr. Während wir im Wald von komischen Kreaturen verfolgt werden, hetzt uns ein schneller, lauter Soundtrack durch die Verfolgung, während uns in Arealen, in denen wir überwiegend schleichen, eine leise, aber nicht zu vernachlässigende Musik im Hintergrund begleitet. Hier passt einfach nahezu alles. Neben der Hintergrundmusik ist Capcom auch die Vertonung sehr gut gelungen. Hierbei sei allerdings angemerkt, dass wir Resident Evil: Revelations 2 mit englischer Sprachausgabe getestet haben. Über die deutsche Vertonung können wir demnach nicht berichten.

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Persönliches Fazit

Ich war 2012 von Resident Evil: Revelations begeistert. Auch wenn es zunächst nur auf dem Nintendo 3DS erschien, so konnte es mir doch etwas bieten, was ich in den zuvor veröffentlichten Spielen vermisste: das typische Horror-Feeling der alten Teile. Doch kann Resident Evil: Revelations 2 nun in die großen Fußstapfen des Vorgängers treten? Ja, definitiv. Die Story ist wieder einmal sehr gut in Szene gesetzt und wartet mit einigen Plot-Twists auf. Und es spielt sich, wie schon beim Vorgänger, sehr interessant, die Geschichte aus mehr als nur einer Perspektive aus zu erleben. Besonders überzeugen konnte mich die Atmosphäre in Resident Evil: Revelations 2. Hier stimmt einfach nahezu alles und ergibt ein unglaubliches Horror-Erlebnis. Als ein wenig schade empfand ich die Tatsache, dass ich des Öfteren von matschigen Texturen überrascht wurde. Aber das schuldet Capcom wohl der Tatsache, dass das Spiel unter anderem auch für die Last-Gen-Konsolen entwickelt wurde.
Insgesamt bleibt mir nur zu sagen, dass ich über Resident Evil: Revelations 2 kaum Negatives berichten kann. Nimmt man das Mitte Januar erschienene Remake des ersten Resident Evil einmal außen vor, gab es lange keinen Teil der Reihe mehr, der mich so sehr gefesselt hat. Ihr seid ein Fan von guten Horror-Spielen oder allgemein Fan der Resident Evil-Reihe? Dann schlagt zu, mit Resident Evil: Revelations 2 wartet endlich wieder ein aufregendes Horror-Erlebnis auf euch!

Resident Evil: Revelations 2

34,99€
Resident Evil: Revelations 2
88.5
88.5

Gameplay

88 / 100

Im Ko-Op macht das abwechslungsreiche Gameplay gleich noch mehr Spaß. Auch die KI agiert zumeist recht schlau.

    Story

    87 / 100

    Spannende und packende Inszenierung der Geschichte, die sich Resident Evil-typisch über die Zeit aufbaut.

      Grafik

      84 / 100

      An sich solider Grafikstil, matschige Texturen trüben das gute Bild jedoch teilweise.

        Sound

        89 / 100

        Authentischer Soundtrack, der nicht selten viel zur bedrückenden Atmosphäre beiträgt.

          Umfang

          91 / 100

          Je nach Schwierigkeitsgrad bietet die Story bereits viele Stunden Spielspaß. Der Raid-Modus erweitert diese gekonnt.

            Spielspaß

            92 / 100

            Fordernd, aber nicht unfair bietet Resident Evil: Revelations genau das, was man von einem Horror-Titel erwartet.

              Positiv

              • - Spannende Inszenierung der Story
              • - Zwei Story-Stränge, die parallel laufen
              • - Guter Umfang, dank zusätzlichem Raid-Modus
              • - Unglaublich gute, bedrückende Atmosphäre
              • - Authentischer Soundtrack tut viel zur Atmosphäre bei
              • - Auch im Ko-Op spielbar

              Negativ

              • - Teilweise matschige Texturen
              • - Ganz selten kommen immer noch kleine Aussetzer der KI vor

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              Euer Hardbloxx-Team

              Christian Herkner

              Veröffentlicht von

              19 Jahre alt, gebürtiger Ossi und hat das Gefühl, er wäre schon mit Pixel im Blut geboren worden, zockt er doch schon seit er denken kann. Angefangen als Konsolero kam wenig später die Leidenschaft zum PC dazu und der typische Nerd war geschaffen. Gezockt wird alles Mögliche, von Action, über Adventure bis hin zu Horror. Favorisiert werden RPGs á la Final Fantasy oder Rennspiele wie Forza oder Gran Turismo. Das Schrauben an diversen PCs kommt dabei aber auch nicht zu kurz, da wird auch mal die Grafikkarte einfach aus Lust und Laune ausgetauscht. Nebenbei wird dann noch Formel 1 und WWE geschaut.

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