Test/ Testbericht: Mario Party 10

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Bei Nintendo steigt wieder die Party! Mario Party 10 geht an den Start und damit der erste Teil der Reihe für die Wii U. Nachdem Nintendo in Teil 9 neue Wege gegangen ist, sind wir natürlich gespannt, ob im aktuellen Teil mehr Experimentierfreude zu finden ist oder ob man sich eher auf seine Wurzeln besinnt. Und natürlich freuen wir uns auf neue Minispiele und eine hoffentlich gelungene Einbindung des Gamepads. Alles weitere erfahrt ihr in unserem Testbericht!

Auf zur Party!

Mario Party 10 kommt mit drei verschiedenen Spielmodi daher; dem Mario Party-Modus, dem Bowser Party-Modus und dem amiibo-Modus. Wie gewohnt können die Minispiele natürlich auch separat angewählt werden und zusätzlich bietet der Titel auch noch einen Herausforderungen-Modus für einen oder mehrere Spieler.

Mario Party 10

Mario Party 10

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Mario Party 10

Bevor das Match beginnt, könnt ihr aus zehn verschiedenen Charakteren wählen. Bis zu vier Spieler können an der klassischen Brettspieljagd teilnehmen, im Bowser-Modus kann zusätzlich noch ein fünfter Spieler Bowser übernehmen. Bei der Charakterauswahl sind alle derzeitigen Größen aus dem Mario-Universum vertreten, von der Standardbesetzung wie Mario, Luigi und Yoshi bis über Waluigi und Rosalina. Sind Modus und Charaktere gewählt, können noch ein paar Feineinstellungen vorgenommen werden. So können die einzelnen Spieler beispielsweise zu Beginn noch bis zu 20 Sterne Vorschuss bekommen. Außerdem kann zwischen den Vehikeln gewählt und das Minispielpaket ausgewählt werden. Hier gibt es die Optionen „alle“, „leicht“ und „ohne Glück“. Zum Schluss geht es an die Auswahl des Spielfeldes. Hier stehen fünf verschiedene Welten zur Auswahl, die allesamt sehr hübsch anzusehen sind. Wie im Vorgänger bewegen sich alle Spieler gemeinsam in einem Fahrzeug über die Spielbretter, die jeweils einen Start- und einen Zielpunkt haben. Münzen gibt es nicht mehr und auch die Supersterne haben ausgedient. Stattdessen werden in den Minispielen und an einigen Feldern auf dem Spielbrett Ministerne gesammelt. Um zu gewinnen, müsst ihr also am Ende des Spiels die meisten Ministerne auf eurem Konto haben. Der größte Taktik-Faktor entsteht aus den Würfel-Würfen. Während eurer Züge habt ihr häufig Gelegenheit, Spezialwürfel einzusammeln, die beispielsweise nur Augenzahlen von 1 bis 3 aufweisen oder so langsam fallen, dass ihr die Zahl bestimmen könnt. Einige Felder auf den Spielbrettern müssen nicht punktgenau getroffen werden, sondern werden bereits beim Passieren aktiviert. Das gilt insbesondere für Felder, auf denen Sterne zu holen sind oder wo Sterne abgezogen werden. Wer seine Mitspieler also reinreißen möchte, beendet seinen Zug möglichst dicht vor einem fiesen Feld. Bevor nach der Partie der endgültige Sieger gekürt wird, werden wie in den Vorgängern noch Bonus-Sterne vergeben, etwa für denjenigen, der die meisten Felder zurückgelegt oder die meisten Ministerne verloren hat.

Mario Party 10

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Auf jedem Feld tummeln sich wie gehabt verschiedene Aktionsfelder, auf denen je nach Brett euch mal ein Buu-Huu verfolgt, ihr von einem Feuerwurm getroffen werden, ihr einen Schatz bergen oder ein Minispiel bestreiten könnt. Die Minispiele teilen sich wie gehabt auf in 1 vs 3, 2 vs 2 oder jeder gegen jeden. Auffällig ist, dass ihr zum Spielen ausschließlich die Wiimote benötigt. Der Nunchuck ist völlig überflüssig und auch das Gamepad kann im klassischen Modus nicht benutzt werden, sondern dient hier nur dazu, Bowser zu beobachten, der zu Beginn des Spiels hinter Gittern sitzt. Gesichert wird er von sechs Schlössern mit den Zahlen von eins bis sechs. Fällt eine dieser Zahlen, gibt das Schloss nach. Sind alle Schlösser offen, tritt Bowser auf den Plan, platziert Bowser-Felder und mopst dem Spieler, der aktuell am Zug ist, meist auch noch ein paar Sterne. Die Bowser-Felder aktivieren ein fieses Roulette, bei dem es natürlich nur darum geht, euch Sterne zu klauen.

Auf jedem Spielbrett warten ein Miniboss und ein Endboss auf euch. Diese besitzen eine größere Lebensleiste und müssen in mehreren Runden im Team besiegt werden. Auch wenn hier alle gegen den Boss kämpfen, gibt es doch verschiedene Möglichkeiten, ihm zu schaden, die dem Verursacher unterschiedliche Punkte bringen. So könnt ihr bei einem Boss beispielsweise mit Kanonen schießen. Die größte bringt bei einem Schuss vier Punkte, die zweitgrößte drei und so weiter. Wer zuerst am Kanonenpunkt ankommt, kann sich die dicke Berta schnappen und so mehr Punkte abstauben als die Konkurrenz.

Insgesamt gibt es eine große Auswahl von Minispielen in jeder Variante; etwa 70 Stück sind es insgesamt. Wenn ihr die Spiele im Freien Spiel einzeln anwählt, informiert euch ein kleines, grünes Häkchen darüber, ob ihr das Spiel bereits gesehen habt oder nicht. Zudem könnt ihr in beiden Modi noch kleinere Herausforderungen abschließen, etwa indem ihr mit Bowser einen Wurf von über 20 schafft oder indem ihr mehrere Charaktere auf einmal K.O. schlagt.

Natürlich ist der Titel auch kompatibel mit einigen amiibos.

Mario Party 10

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Jetzt ist Bowser am Drücker!

Eine schöne Idee ist die Bowser Party. Hier können gleich fünf Spieler gleichzeitig mitspielen, wobei ein Spieler Bowser übernimmt und Team Mario über das Spielbrett hetzt. Da hier einer gegen vier spielt, hat Bowser bei seinen Zügen einige Vorteile. So hat er beispielsweise gleich vier Würfel, mit denen er sich bewegen kann. Zusätzlich muss Bowser das Wurfergebnis nicht einfach so hinnehmen, sondern hat einmal pro Zug die Gelegenheit, neu zu würfeln. Der zweite Wurf ist dann allerdings auch verbindlich. Gewürfelt wird übrigens, indem das Gamepad kurz geschüttelt wird. Hat Bowser Team Mario eingeholt, wird ein Minispiel ausgetragen, in dem Bowser versucht, den Konkurrenten ordentlich auf die Mütze zu geben. Die Mitspieler haben zu Beginn jeweils sechs Herzen als Lebenspunkte. Das Ziel von Bowser ist natürlich, den anderen sämtliche Herzen abzunehmen. Gelingt ihm das, gewinnt er die Partie. Gehen einem Spieler im Laufe des Spiels die Herzen aus, so scheidet er vorerst aus. Er kann jedoch wiederbelebt werden, wenn die Gruppe auf Aktionsfeldern oder beim Besiegen eines Mini-Bosses Herzen für jeden Charakter dazugewinnt.

Je nach Spielbrett, hat Bowser aber auch noch andere Möglichkeiten, um Team Mario ein Schnippchen zu schlagen. Allerdings sind diese Eingriffsmöglichkeiten nicht immer sinnvoll. So kann er auf dem Brett „Bizarro-Riff“ beispielsweise den Inhalt der Schatzkisten des Drachenaals sehen, aus denen die anderen Spieler wählen können. Anschließend kann er mit einem Stift und Stempeln, die Gegenspieler „verwirren“, indem er beispielsweise die Kisten alle vollkritzelt. Wen das allerdings verwirren soll, ist fraglich. Ähnlich verläuft es bei einer Wegkreuzung, bei der beide Pfade für Team Mario in Nebel gehüllt sind. Bevor sie sich für einen der Wege entscheiden können, kann Bowser sehen, auf welchem Pfad fiese Felder warten und auf welchem die Belohnungen. Wieder hat er die Möglichkeit, durch Gekritzel die anderen „auszutricksen“. Da aber Team Mario ohnehin nichts sehen kann und es nur zwei Möglichkeiten gibt, bleibt die Chance bei 50:50. Interessanter wird es da beispielsweise auf dem Brett „Chaosschloss“. Hier kann Bowser in einer Passage willkürlich Fallen für die Gegenspieler platzieren, was erheblich effektiver ist, als bloßes Gekrakel bei einer Wegkreuzung mit zwei Pfaden.

Mario Party 10

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Bunt und zuckersüß

Grafisch gibt es an dem Titel nichts auszusetzen. Die Spielbretter sind liebevoll und detailliert gestaltet, alles sieht gestochen scharf und flüssig animiert aus. Die Themenwelten der Spielbretter sind sehr abwechslungsreich gestaltet. So düst ihr mal mit einem kleinen Flugzeug über den „Luftschiffhafen“ oder bewegt euch im „Chaosschloss“ mit einem kleinen Mecha mit Saugnapf-Füßen, mit denen auch vertikale Wände erklommen werden können. Jedes Brett bietet auch inhaltlich viele Eigenheiten. So könnt ihr auf dem „Spukpfad“ von einem Buu Huu verfolgt werden, im „Bizarro-Riff“ beim Drachenaal Schätze abstauben oder müsst beim „Luftschiffhafen“ darauf achten, dass die Luftschiffe auf dem Spielbrett bei jedem Zug ihre Position verändern. Auch die Musik ist gewohnt unterhaltsam, ohne aufdringlich zu werden. Die Animationen vor und nach Ereignissen halten sich angenehm in Grenzen, sodass die Wartezeit zwischen zwei Zügen nie zu lang wird, selbst wenn mit mehreren Computer-Gegnern gespielt wird.

Mario Party 10

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Lauter kleine Spielchen

Zusätzlich zu den beiden Party-Modi hat Mario Party 10 auch noch ein paar kleinere Spielereien auf Lager. Unter „Bonusspiele“ findet ihr zum Beispiel Badminton, das ihr im Einzel oder im Doppel spielen könnt. Eine Partie ist hier mit etwa fünf Minuten veranschlagt. Ihr könnt euch auch zwei Bowser-Jr.-Herausforderungen stellen oder gleich zu Bowsers Herausforderungen übergehen. Eine launige Idee ist auch das Minispiel-Turnier, das ihr mit bis zu acht Spielern spielen könnt. Das Prinzip des Turniers ist simpel. Die acht Spieler werden zunächst in zwei Vierergruppen aufgeteilt und treten in einem 4er-Minispiel gegeneinander an. Die beiden Besten kommen eine Runde weiter, in der erneut in einem 4er-Spiel gekämpft wird. Abschließend entscheiden wiederum die beiden Besten in einem Duell, wer der Minispiel-Sieger wird.

Mit jedem Spiel sammelt ihr Mario-Party-Punkte, die ihr unter dem Menüpunkt „Toads Zimmer“ im Laden gegen Goodies eintauschen könnt. Allerdings gibt es hierbei kaum etwas, was es sich so wirklich zu sammeln lohnt. Ihr könnt zwei versteckte Charaktere freischalten und den COM-Schwierigkeitsgrad „Meisterlich“; damit hören die interessanten Dinge auch schon auf. Zusätzlich könnt ihr noch diverse Fahrzeuge erstehen, Musikstücke und Models sowie Posen für die Fotowerkstatt. Hier wäre es viel spannender gewesen, wenn mit den Punkten weitere Minispiele oder neue Spielbretter freischaltbar wären. Wer einen amiibo besitzt, kann zusätzlich einmal am Tag ein Rubbelspiel spielen und so zusätzliche Punkte abstauben.

Mario Party 10

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Die Fotowerkstatt ist eine hübsch gedachte Spielerei, allerdings ohne tieferen Sinn. Ihr könnt Charaktere vor eine Leinwand stellen, sie posieren lassen, ein bisschen mit Zoom und Fokus spielen und anschließend den Charakter oder die Gruppe via Gamepad ablichten. Das fertige Foto wird dann im Album gespeichert und kann im Miiverse gepostet werden.

Letztlich bleibt sich Nintendo auch mit Mario Party 10 treu, erfindet das Rad allerdings auch nicht neu. Große Überraschungen im Gameplay oder bei den Minispielen bleiben hier aus. Die Minispiele selbst bieten eine recht gute Balance zwischen Geschick und Glück, reißen aber auch nicht so wirklich vom Hocker.

Persönliches Fazit

Schon Mario Party 9 erfreute sich das Konzept mit der gemeinsamen Bewegung auf dem Spielfeld nicht allzu großer Beliebtheit und das nicht zu Unrecht. Die Spielbretter sind deutlich eindimensionaler geworden mit dem festen Start- und Zielpunkt. Auf vielen Brettern kann entsprechend kaum taktiert werden, von gezielten Würfelwürfen einmal abgesehen. Auch die Minispiele haben deutlich an Biss verloren. Wenn ich da zurückdenke an die Brandblasen, die wir uns auf der N64 geholt haben, beim Versuch, den Stick nur etwas schneller zu drehen als die anderen… Zwar sind die Minispiele nach wie vor unterhaltsam, aber doch sehr einfach und auch etwas eintönig, da hier ausschließlich die Wiimote benutzt wird. Das die Spielzeit auf überschaubare 30 Minuten reduziert wurde, ist zwar nett gedacht (nicht immer hat man schließlich Zeit für Spielrunden in Monopoly-Dimensionen…), aber dass man hier keine Auswahlmöglichkeiten hat, ist schon schade. So kann eine Spieleinheit auch gut und gern mal in 15 Minuten beendet sein. Zusammengenommen plätschert der Titel meiner Meinung nach ein wenig zu gemächlich vor sich; wirklich Spannung kommt hier kaum auf.

Mario Party 10

Mario Party 10
83.3
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Gameplay

80 / 100

Sehr leicht zu erlernen und stimmig

    Story

    90 / 100

    Fügt sich gewohnt stimmig ins Nintendo-Universum ein

      Grafik

      90 / 100

      Gestochen scharf und flüssig animiert

        Sound

        90 / 100

        Klanglich rund und passend

          Umfang

          75 / 100

          Viele Minispiele, zwei Spielmodi

            Spielspaß

            75 / 100

            Minispiele ohne viel Biss

              Positiv

              • - Schöne, detailreiche Grafik
              • - Witzige Minispiele
              • - Bowser-Spielmodus
              • - Diverse Extra-Spielereien

              Negativ

              • - Sehr einfache Minispiele
              • - Sinnloses Münzensammeln

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              Janina Sauerzapf

              Veröffentlicht von

              Wenn ich nicht gerade meine Katzen bespaße oder mit Wörtern jongliere, findet man mich an der Tastatur oder mit Controller in der Hand. Als probierfreudige Omnizockerin von Kindesbeinen an spiele ich mich gern quer durchs Genre- und Plattformen-Büffet. Zum Frühstück etwas Harvest Moon, mittags ein bisschen Mass Effect und zum Abendbrot ein saftiges Stück Mario Kart, garniert mit wildem Gefluche und wüsten Schimpfereien.