Test/Testbericht: be quiet! Silent Base 800

Silent Base 800 Beitragsbild

be quiet! ist vor allem durch seine qualitativ hochwertigen Produkte im Bereich der Netzteile, Lüfter und CPU-Kühler bekannt. Nun steigt der deutsche Hersteller auch auf dem Gehäusemarkt mit ein und stellte auf der Computex 2014 das Silent Base 800 vor. Wie man es bei be quiet! und dem Namen des Produktes schon vermutet, liegt das Hauptaugenmerk auf der geringen Lautstärke des Gehäuses. Gleichzeitig wirbt der Hersteller damit, dass die Kühlleistung nicht zurückbleibt und dass eine hohe Funktionalität geboten wird. Ob be quiet! diese Versprechen halten kann, werdet ihr am Ende unseres Tests sehen.

Verpackung und Lieferumfang:

Der umfangreiche mattschwarze Karton macht mit seiner großen Abbildung des Gehäuses einen hochwertigen Eindruck. Auf der einen Seitenfläche befindet sich eine große Tabelle mit sämtlichen technischen Details. Die Rückseite zeigt zwei detaillierte Abbildungen des Gehäuses und Erklärungen zu den einzelnen Features. Auf der anderen Seitenfläche wurde die Artikelbeschreibung in acht verschiedenen Sprachen aufgedruckt.

Öffnet man den Karton, findet man darin das Gehäuse, welches von zwei großen Styroporteilen geschützt wird und zusätzlich in eine Hülle aus dünnem Stoff eingewickelt ist. So kommt das Gehäuse garantiert kratzer- und staubfrei bei dem Kunden an. Neben dem Gehäuse selbst erhält man beim Kauf des Silent Base 800 eine Bedienungsanleitung und eine Schachtel mit weiterem Zubehör. Das Zubehör besteht aus verschiedenen schwarzen Schrauben, vier Kabelbindern und einem klebbaren Kabelhalter. Des Weiteren werden 14 Gummischienen mitgeliefert, die als Dämpfer bei der Festplattenmontage zum Einsatz kommen. Das mitgelieferte Handbuch ist in acht Sprachen verfasst und erklärt mit schwarz-weißen Abbildungen den Aufbau des Gehäuses und die einzelnen Anschlüsse.

Aussehen – außen:

Schauen wir uns nun also das Gehäuse von außen an. Wir beginnen dabei am besten am Boden des Gehäuses, denn dort muss der potentielle Kunde auch zuerst die länglichen Standfüße montieren. Diese werden werkzeuglos in Aussparungen am Gehäuse eingeschoben und rasten dort sauber ein. Pro Fuß wurden zwei Gummipads aufgeklebt, welche das Gehäuse vor einem eventuellen Verrutschen schützen.

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Der Boden, der Deckel und auch die Front des Gehäuses wurden aus Kunststoff gefertigt. In der Front wird diese Masse an Plastik nur durch die Meshelemente an den Seiten aufgelockert. Die Front des Gehäuses besticht durch ein schlichtes Design. Bis auf die Meshgitter befinden sich keinerlei Öffnungen in der Front, wodurch gerade bei unserem schwarzen Exemplar ein sehr homogenes Bild entsteht. Bei den Farbvarianten in Orange und Silber wird die Front durch die farbigen Rahmen aufgelockert.

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Trotz der geschlossenen Front bietet das Silent Base 800 vier 5,25″-Laufwerkslots, welche hinter der oberen Plastiktür verborgen sind. Die Tür lässt sich leicht öffnen und schließt leise und sicher. Unter dieser Tür befindet sich eine weitere Abdeckung, die sich mit einem Druck unterhalb der oberen Kante öffnen lässt. Die Klappe springt auf und gewährt Zugang zu den darunter verborgenen Filtern samt Lüftern. Die beiden Klappen wurden, wie auch der Rest des Gehäuses, von innen mit Dämmmatten ausgestattet.

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Auf der Oberseite des Gehäuses sticht einem der riesiger Powerbutton ins Auge. Der davor platzierte Resetknopf hingegen ist so winzig, dass es sich als etwas fummelig erweist, diesen zu betätigen. Rechts von den beiden Knöpfen ist das I/O-Panel positioniert worden. Es bietet je zwei USB 2.0- und USB 3.0-Ports, sowie zwei 3,5mm Audiobuchsen.  Der hintere Teil des Deckels wurde mit Lüftungsschlitzen versehen, die für ausreichend Luftauslass sorgen und gleichzeitig nur wenig Schall nach außen lassen sollen.

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Der Deckel und auch die Front lassen sich von dem darunter liegenden Metallkorpus lösen. Um den Deckel zu demontieren muss zuerst die Front entfernt werden, welche, wie auch der Deckel, mit Kunststoffnasen am Innenteil befestigt ist.

Die Seitenteile des Silent Base 800 sind im Gegensatz zu Front und Deckel aus 0,7 mm dickem Stahl gefertigt. Von innen wurden auch sie mit Dämmmaterial ausgekleidet. In der Mitte der beiden Seitenteile befindet sich eine eingelassene Kunststoffplatte mit be quiet!-Schriftzug. Je nach Bedarf kann diese in drei Stufen nach außen bewegt werden, um mehr Luft ins Innere gelangen zu lassen. Wer extreme Kühlung benötigt, kann die Seitenklappen auch ganz entfernen und einen 120 mm-Lüfter an dieser Stelle befestigen.

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Auf der Rückseite bietet sich das übliche Bild, wie man es von den meisten aktuellen Gehäusen kennt. Wie mittlerweile üblich, ist auch bei dem Silent Base 800 das Netzteil im Boden verbaut. Dadurch saugt das Netzteil immer frische Luft von außen durch den Staubfilter an und gibt die warme Luft direkt wieder nach hinten aus. Über dem Platz für das Netzteil befinden sich sieben Slots für Erweiterungskarten. Im oberen Bereich der Rückseite befinden sich die Schlauchdurchführungen für eine externe Wasserkühlung sowie der Platz für einen 120mm-Lüfter.

Aussehen – innen:

Widmen wir uns nun dem Inneren des Silent Base 800. Auf den ersten Blick findet sich hier deutlich mehr Metall als in der Außenhülle des Gehäuses. Der Grundrahmen besteht aus 0,7 mm dickem Stahlblech. Die Innenraumgestaltung als solche könnte man fast schon als konservativ bezeichnen. Die drei 5,25 Zoll-Schächte sitzen ganz oben im Gehäuse und erlauben eine werkzeuglose Montage von Laufwerken, Card-Readern oder auch Lüftersteuerungen. Mit einem einfachen Klick rasten die Sicherungen ein und halten das Bauteil an der gewünschten Stelle. Eine wirklich geniale Idee hatten die Köpfe von be quiet! bei der Umbauoption des 5,25″-Schachtes. Wer in der heutigen Zeit meint, er braucht kein Laufwerk oder ähnliches, kann einen Festplattenkäfig an der Stelle der Laufwerksschächte verbauen. So erhält man deutlich mehr Raum für einen eventuellen Radiator samt Pumpe und Ausgleichsbehälter.

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Für Fans dicker Wasserkühlungen gibt es an dieser Stelle allerdings eine Enttäuschung. Der Platz in der Front reicht nicht aus, um einen 240mm-Radiator zu installieren. Hier muss sich der Käufer mit 120 mm oder aber 140 mm zufriedengeben. Die Käfige für 3,5″- bzw. 2,5″-Festplatten sind standardmäßig quer zum Laufwerksschacht verbaut. Für die Montage der Festplatten werden zunächst die Silikonschienen mit Hilfe von Rändelschrauben an der Festplatte befestigt. Ist dies geschehen, werden die Festplatten einfach in den Käfig eingeschoben und mit einer vertikalen Strebe, welche im Käfig verläuft, fixiert. Die Strebe wird ebenfalls durch eine Rändelschraube gehalten. Dieses System ist einfach und funktionell. Dass dieses Konzept durchaus gut funktioniert hatte in vergangener Zeit bereits Lian Li gezeigt. Durch die fehlenden Einschübe ergibt sich auch hier das Problem der Montage von 2,5″-Festplatten. Be quiet! hat dafür jeweils die Oberseite der beiden Käfige vorgesehen. Diese Lösung ist allerdings mit einem gewissen Mehraufwand verbunden, denn um beispielsweise die SSD an dem Käfig zu verschrauben, muss dieser im Ganzen ausgebaut werden. Mit der Montagemöglichkeit auf der Rückseite des Mainboardtrays können also insgesamt vier 2,5″-Festplatten im Silent Base 800 verbaut werden.

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Am Boden des Gehäuses befinden sich Bohrungen um einen 120 mm-Lüfter oder einen 140 mm-Lüfter zu verbauen. Direkt daneben befindet sich der Platz für das ATX-Netzteil. Dieses wird auf vier Gummipuffer gebettet und zusätzlich zur Rückwand hin durch einen Gummirahmen entkoppelt. Der komplette Bodenbereich wurde von be quiet! mit einem Staubfilter versehen, welcher einfach in Richtung Rückseite entnommen werden kann. Im Deckel des Gehäuses findet sich weiterer Platz für zwei 140 mm- oder 120 mm-Lüfter. Besitzer eine Wasserkühlung kommen an dieser Stelle auch endlich in den Genuss, einen 240 mm- oder aber auch 280 mm-Radiator zu verbauen.

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Bei dem Einsatz von 280 mm-Radiatoren muss man jedoch immer die Entfernung zum Mainboard berücksichtigen. Mit installierten Lüftern können so nur schmale Radiatoren verbaut werden. Für den Einsatz von 240mm-Radiatoren hat sich be quiet! etwas Cleveres einfallen lassen. Durch die quer angeordneten Langlöcher kann der Radiator in Richtung Seitenwand verschoben werden und so genügend Raum für Mainboard mit Kühlelementen geschaffen werden. Dank des Platzangebotes im Deckel kann bei der Installation eines 240 mm-Radiators sogar eine Push-Pull-Belüftung installiert werden. Die großzügigen Belüftungsschlitze bieten genug Platz, damit die große Luftmenge entweichen kann.

Werfen wir nun noch einen Blick auf die Rückseite des Mainboardtrays. Die riesige Aussparung im Tray erlaubt den Tausch eines CPU-Kühlers, ohne dass weitere Hardware ausgebaut werden muss. Außerdem kann man so sicher sein, dass selbst bei großen Backplates mehr als genug Platz für die Montage zur Verfügung steht. Neben der Aussparung für die Backplate befinden sich vier weitere Ausschnitte in dem Blech, welche der Kabeldurchführung dienen. Die Kabel schützt der Hersteller wie üblich durch Gummimanschetten. Diese sitzen bei unserem Modell straff im Rahmen und blieben selbst nach ruppigen Kabeldurchführungen an ihrer vorgesehenen Stelle.

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Material und Verarbeitung:

Be quiet! ist bekannte für die gute Verarbeitung ihrer Produkte. Der deutsche Hersteller überzeugte in der Vergangenheit vor allem bei den Netzteilen und Kühlern durch eine klasse Verarbeitung. Diese Qualität kann be quiet! auch bei dem Silent Base 800 bieten. Alle Spaltmaße sind gleichmäßig und klein. Des Weiteren waren alle Verschraubungen und Verrieglungen leichtgängig. Ein besonders kritischer Punkt bei Gehäusen sind die Kanten von Blechen und Anbauteilen. Wenn hier nicht gut entgratet wurde, sind Schnitte bei der Montage vorprogrammiert. Doch bei dem Silent Base 800 müsst ihr keine Angst um eure Finger haben. Alle Kanten und Ecken wurden ordentlich entgratet. Selbst die oft vergessenen Blenden der Erweiterungsslots würden sorgfältig von den Rückständen des Ausstanzens befreit. Einen kleinen Schönheitsfehler fanden wir lediglich auf der Rückseite der Front. Der verwendete Heißkleber ist an einigen Stellen reichlich aufgetragen und liefert ein unschönes Gesamtbild.

Bei der Materialwahl sah be quiet! anscheinend ein großes Sparpotential. Der Deckel, die Front, die Füße, die Staubfilter und auch die Abdeckungen an den Seitenteilen wurden aus Kunststoff gefertigt. Dass bei dem Gehäuse eine Menge Kunststoff verwendet wurde, bestätigt das geringe Gewicht von 9,31 kg. Vergleichbare Gehäuse bringen da schnell ein bis zwei Kilogramm mehr auf die Waage. Das in der Front verwendete Plastik mit der Optik von gebürstetem Metall macht optisch zwar einen guten Eindruck, haptisch hingegen wirken die Kunststoffteile recht billig. Die Materialwahl von be quiet! entspricht nicht dem Preisniveau des Gehäuses. Bei einem Preis von mehr als 100 Euro hätten wir an dieser Stelle mehr erwartet.

Die Lackierung des Gehäuses wurde gewissenhaft und sauber ausgeführt. Dank der ordentlichen Verpackung konnten wir keinerlei Lackabplatzer, Kratzer oder Schlieren am Gehäuse finden. Der Lack scheint sehr widerstandsfähig zu sein, sodass die Oberfläche es einem sicher verzeiht, wenn man mit dem Schraubendreher einmal abrutscht. Die schwarze Farbe der Rändelschrauben hingegen ist deutlich empfindlicher. Schon beim Eindrehen und Anziehen verkratzten die Schrauben schnell.

Technische Daten:

GehäusetypMidi-Tower
FormfaktorATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Laufwerke intern7x 3,5 | 4×2,5 Zoll (3,5 Zoll entkoppelt)
Laufwerke extern3x 5,25 Zoll (Tool-free)
Gehäuselüfter (Rückseite vorinstalliert)1 x 120 mm
Gehäuselüfter (Front vorinstalliert)2 x 140 mm
 mögliche Gehäuselüfter insgesamt7
Höhe x Breite x Tiefe559mm x 266mm x 495mm
Gewicht9,31 Kilogramm
MaterialPlastik: Front, Deckel, Luftfilter, Standfüße | 0,7mm Stahl: Seitenwand und Grundkörper
Maximale Länge VGA-Karte290 mm (ohne HDD-Käfig: 400mm)
Maximale Höhe CPU-Kühler170 mm
Maximale Länge Netzteil160 mm (ohne Lüfter am Boden: 290mm)

Bei der Ausstattung des Gehäuses erwartet einen keine Überraschung. Mit der üblichen Standardbelegung von vier vorinstallierten Lüftern will be quiet! von Haus aus für eine gute Belüftung sorgen. Der Hersteller setzt dabei auf seine Pure Wing 2-Modelle in den Größen von 120 mm und 140 mm. Die Lüfter bieten einen guten Luftdurchsatz  von 51 bis 61 cfm  sind jedoch mit 18-19 dB(A) nicht die leisesten Modelle aus dem Hause be quiet!. Um das Gehäuse dennoch angenehm leise zu bekommen, wurden Frontpanel und Seiten mit Dämmmatten ausgekleidet. Des Weiteren sind die HDD-Käfige, die Lüfter und das Netzteil entkoppelt. Bei der Dämmung war be quiet! allerdings inkonsequent und hat auf einen Schallschutz im Boden und im Deckel verzichtet. Mit dieser Ausstattung macht das Silent Base 800 einen Spagat zwischen leise durch gute Lüfter und leise durch Dämmung. Ob dieses Konzept wirklich aufgeht, werden wir mit Hilfe unseres Benchmarks ermitteln.

Testergebnisse und Testsystem:

 Testsystem:

CPUIntel Core i5 4670K @ 4,3 GHz
MainboardASUS Z97I – PLUS
GrafikkarteASUS Matrix HD7970 Platinum
ArbeitsspeicherKingston HyperX Blu Black 8GB 1600MHz
SSDKingston HyperX 3K 120GB
NetzteilSeasonic G-750/ 750 Watt Gold zertifiziert
GehäuseBe quiet! Silent Base 800
KühlerNoctua NH-D15
BetriebssystemWindows 8.1 Professional 64bit

Die Temperaturentwicklung im Gehäuse ermitteln wir insgesamt viermal. Die Temperaturen werden im Idle und unter Last einmal mit und einmal ohne Lüfter gemessen. Für die Messungen unter Last wird der auf 4,3 GHz übertaktete Prozessor mit Prime85 ausgelastet. Gleichzeitig bringen wir die Grafikkarte mit Furmark an ihre Leistungsgrenze. Danach werden die Temperaturen mit Hilfe von GPU-Z und CPU-Z ausgelesen. Um softwareseitige Messfehler zu minimieren, verwenden wir “HWiNFO” als zweites unabhängiges Auslesetool.
Da es sich bei den im Diagramm aufgelisteten Gehäusen CoolerMaster HAF Stacker 945, AeroCool GT-S Black Edition und MS-TECH X7 Crow um Big-Tower-Gehäuse handelt, lassen sich die ermittelten Temperaturwerte mit diesen drei Gehäusen nur bedingt vergleichen.

Silent Base 800 Temperatur Idle mit Lüfter 1
Silent Base 800 Temperatur Last mit Lüfter 1
Silent Base 800 Temperatur Idle ohne Lüfter 1
Silent Base 800 Temperatur Last ohne Lüfter 1
Silent Base 800 Lautstärke 1

Nach unseren Benchmarks waren wir überrascht von der guten Kühlleistung des Silent Base 800. Unter Last mit aktivierten Lüftern ließ das Case die Konkurrenz hinter sich und konnte sich in puncto Temperaturen mit dem AeroCool GT-S auf den ersten Platz schieben. Auch bei der GPU-Temperatur unter Vollast ohne Lüfter teilt sich das Silent Base 800 den ersten Platz mit dem Corsair Obsidian 450D. Dass be quiet! hier sogar Big-Tower wie das MS-Tech X7 Crow oder das HAF Stacker 945 hinter sich lässt, ist eine beachtliche Leistung. Wir sind erfreut, dass es be quiet! geschafft hat, trotz Dämmung eine gute Wärmeabfuhr zu gewährleisten. Selbst ohne Lüfter behielten die Komponenten unter Last einen kühlen Kopf. Nur die CPU-Temperatur lag hier minimal höher als bei unseren anderen Modellen. Im Idle-Modus hingegen erreichte das Gehäuse gute Temperaturen in Bezug auf die CPU. Die Namen „be quiet!“ und „Silent Base“ lassen eigentlich vermuten, dass es sich bei dem Gehäuse um ein besonders leises Exemplar handelt. Letztendlich ist dies auch einer der wichtigsten Punkte, den der Hersteller bewirbt. Mit den Dämmmatten, den Lüftern und der Entkopplung wollte be quiet! das Gehäuse angenehm leise machen. Doch bei allen drei Punkten weist das Gehäuse Schwächen auf und diese spiegeln sich in den Lautstärkewerten wieder, welche im hinteren Mittelfeld unserer Testkandidaten liegen. Bei der Dämmung wurden Deckel und Boden außen vor gelassen, was im Endeffekt dazu führt, dass sich der Schall gerade über diese schwachen Kunststoffbereiche gut überträgt. Bei der Entkopplung wurde an die meisten Stellen gedacht, doch leider sind gerade an den Türrändern keine Dämpfer aufgebracht. Das Phanteks Enthoo Evolv setzt für die Entkopplung an dieser Stelle auf Schaumstoff zwischen Tür und Innenrahmen und erreicht so zwei Dezibel weniger bei der Messung an der Seite. Der wohl größte Schwachpunkt des Gehäuses sind allerdings die verbauten Pure Wing 2-Lüfter und die fehlende Lüftersteuerung. Angesichts der guten Förderleistung der Lüfter würde es vollkommen ausreichen, wenn diese bei 5V im Idle und bei 7V unter Last betrieben würden. Doch der Hersteller verzichtet auf eine Steuerung ab Werk. Natürlich kann man die Lüfter auch an den PWM-Ports des Mainboards betreiben, doch wer eine Wasserkühlung und einige Lüfter verbaut hat, weiß, wie schnell diese rar werden. Es wäre auch eine Option gewesen, wenn der Hersteller auf die hauseigenen Silent Wing-Lüfter gesetzt hätte. Bei gleicher Förderleistung sind diese deutlich leiser im Betriebsgeräusch und besitzen außerdem eine deutlich bessere Entkopplung. Es wäre ratsam gewesen, lieber ein paar wenige Euro mehr am Preis anzusetzen und dafür das Gehäuse entsprechend leise zu gestalten.

Persönliches Fazit:

Lange Zeit waren alle auf das erste Gehäuse von be quiet! gespannt. Mit dem Silent Base 800 brachte der Hersteller ein solides Gehäuse auf den Markt, welches durch einige tolle Detaillösungen wie die Silikonentkopplungsschienen oder den umrüstbaren 5,25″-Käfig punkten kann. Im Ganzen kann das Silent Base 800 durch viele positive Aspekte wie einfache Handhabung, gute Verarbeitung, hohe Flexibilität und zu guter Letzt einer guten Kühlleistung überzeugen. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Dieser liegt bei be quiets! Erstauftakt vor allem im Bereich der Materialwahl und der Lautstärke des Gehäuses. Für ein echtes Silent-Gehäuse ist das Silent Base 800 schlicht und einfach zu laut. Eine konsequentere Dämmung, eine Lüftersteuerung oder sogar die bessere Silent Wing-Serie hätten hier Abhilfe geschaffen. Doch wem das Gehäuse gefällt, der sollte durchaus zugreifen. Eine günstige Lüftersteuerung ist schnell installiert und mit langsam drehenden Lüftern kann das Gehäuse seine Silentqualitäten umsetzen. Wer also ein neues Gehäuse sucht, die kleine Zuarbeit in Kauf nehmen kann und an die 120€ übrig hat, der bekommt mit dem Silent Base 800 ein solides Gehäuse, welches durch kleine aber feine Details punkten kann. Für Freunde von massivem Metall dürfte allerdings eher ein Gehäuse wie das MS-Tech X7 Crow empfehlenswert sein.

be quiet! Silent Base 800

ab 119,00€
be quiet! Silent Base 800

Positiv

  • - gute Verarbeitung
  • - überall Staubfilter
  • - modulare Festplattenkäfige
  • - Vielzahl an Entkopplungen
  • - Schalldämmung in Türen und Front
  • - gute Kühlleistung

Negativ

  • - keine Schalldämmung in Deckel und Boden
  • - für Silent zu laute Lüfter
  • - relativ viel Plastik

Hier könnt ihr die Preise vergleichen!

Euer Hardbloxx-Team

 

Sascha

Veröffentlicht von

Ich bin ein Dresdener Maschinenbaustudent, seit Ende 2013 Teil des Harbloxx-Teams und kümmere mich hauptsächlich um den Smartphone- und Tabletbereich. Da ich schon mit 13 Jahren mein ersten PC zusammenschraubte und mich diese Faszination bis heute nicht losgelassen hat, helfe ich auch gern in anderen Testbereichen aus. Wenn ich nicht gerade am testen bin, zocke ich gern oder hänge hinter der Kamera.

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