Test / Testbericht: Fractal Design Define R5

Beitragsbild Fractal

Was macht man mit einem Produkt, welches sich bereits seit Jahren sehr gut verkauft? Richtig! Man bringt eine neue Revision heraus. Dies dachte sich wohl auch Fractal Design, als sie Ende letzten Jahres das Define R5 auf den Markt brachten. Der schwedische Hersteller reagiert damit aber auch auf die Trends in der Hardware-Szene, welche sich in letzter Zeit entwickelt haben. So wird beispielsweise immer mehr Wert auf große Radiatoren-Plätze gelegt, da besonders die sogenannten AIO-Wasserkühlungssysteme stetig beliebter werden. Nicht zuletzt muss man auch auf neue Konkurrenz reagieren. Erst vor kurzem hat so zum Beispiel auch BeQuiet mit dem Silent Base 800, was wir natürlich auch für euch getestet haben, ein Gehäuse auf den Markt geworfen, was die gleiche Käufergruppe ansprechen soll. Was sich Fractal Design überlegt hat, um sich gegen die Kontrahenten durchzusetzen und ob das Define R5 auch wirklich das Prädikat „Silent-Gehäuse“ verdient hat, zeigen wir euch ausführlich im folgenden Test.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Technische Daten

Um einen ersten Eindruck gewinnen zu können, ist es ratsam, sich zunächst die schnöden Zahlentabellen anzuschauen. Beim Fractal Design Define R5 fällt hierbei besonders auf, dass es eine ungeheure Anzahl von Lüfter- bzw. Radiatorenplätzen vorweisen kann. Selbst deutlich größere Gehäuse bieten hier meist nur einen Bruchteil dieser Montagemöglichkeiten. Im Vergleich zum direkten Konkurrenten BeQuiet Silent Base 800 kann das Define R5 ebenfalls punkten, auch wenn deren Erstlingswerk mit einem Lüfter mehr ab Werk daherkommt.

GehäusetypMidi-Tower
FormfaktorATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Laufwerke intern8x 3,5“ oder 2,5“ (3,5 Zoll entkoppelt) | 2×2,5 Zoll
Laufwerke extern2x 5,25 Zoll
Platz für Kabelmanagement20-35mm
Erweiterungsslots7
Gehäuselüfter (vorinstalliert)1x 140 mm Heck | 1x 140mm Front
mögliche Gehäuselüfter insgesamt1x 120/140mm Heck | 3x 120/140mm Deckel | 2x 120/140mm Front | 2x 120/140mm Boden | 1x 120/140mm Seite
Höhe (mit Füße) x Breite x Tiefe (mit Rändelschrauben)451mm (462mm) x 232mm x 521mm (531mm)
Gewicht11,2 Kg
MaterialPlastik: Front, Deckel, Luftfilter, Standfüße | Stahl: Seitenwand und Grundkörper
Maximale Länge VGA-Karte310 mm (ohne HDD-Käfig: 440mm)
Maximale Höhe CPU-Kühler180 mm
Maximale Länge Netzteil170 mm (ohne Lüfter am Boden: 300mm)
Sichtfenster Optional verfügbar
FarbenSchwarz, Weiß, Titanium
BesonderheitenLüftersteuerung ab Werk | Dämmmaterial verbaut

 

Verpackung und Lieferumfang

Oft vernachlässigt aber dennoch ein wichtiger Punkt, denn was nützt einem das schönste Case, wenn es nur noch als Schrott zu Hause ankommt? Das Define R5 wird in einem Fractal Design-typischen Zweckkarton geliefert. Wer das knapp 13Kg schwere Paket von der Post zugestellt bekommen hat, kann zunächst die Außenhaut der braunen Verpackung bewundern. Neben einem Overview über das Case und gefühlten drei Milliarden Fractal Design Logos finden sich auch noch einige recht nützliche Informationen. Die linke Seite ist beispielsweise vorwiegend mit den technischen Daten zu dem Gehäuse selbst sowie dem Kühlsystem versehen. Auf der Rückwand kann man letztlich nochmal in fünf verschiedenen Sprachen die Key-Features verinnerlichen.
Öffnet man schließlich voller Vorfreude den Karton, zeigt sich im Inneren das vollkommen sicher eingepackte Define R5. Zwischen zwei recht robusten Styroporhalterungen und in einer extra Folie eingefasst ist das Case wirklich sehr gut gegen jedweden Vandalismus gesichert. Zusätzlich findet sich in dem Karton noch ein Tütchen mit einer kleinen Produktübersicht, der Gebrauchsanweisung, Garantiebestimmungen und einigen anderen Kleinigkeiten. Apropos Gebrauchsanweisung! Wenn es etwas gibt, von dem sich andere Hersteller eine große Scheibe von abschneiden können, dann ist das ganz sicher dieses „Buch“ was Fractal Design hier beigelegt hat. Ist man bei anderen Gehäusen schon froh, wenn man wenigstens einen kleinen Quick-Start-Guide beigelegt bekommt, welcher dann meist auch nur in einer miesen Druckqualität verfügbar ist, kann man hier ein echtes ausgewachsenes Handbuch studieren, welches in Farbe, mit zahlreichen Bildern versehen und sehr gut lesbar ist. Sehr gut! Wem Deutsch dabei zu einfach ist, der kann sich auch an einer der sieben (!) weiteren Sprachen bedienen.

Dies war aber natürlich noch nicht alles. Neben der Mutter aller Handbücher findet sich in einem der Laufwerkskäfige sicher in einer kleinen Schachtel verpackt noch weiteres mitgeliefertes Zubehör.

  • 8x Mainboard-Standoff
  • 1x Standoff-Werkzeug
  • 4x Netzteil-Schraube
  • 8x Mainboard-Schraube
  • 8x ODD-Schraube
  • 4x Frontlüfter-Schraube
  • 32x HDD-Schraube 3,5“
  • 32x HDD/SSD-Schraube 2,5“
  • 5x Kabelbinder

Summa summarum kann sich der Lieferumfang sehen lassen. Andere Hersteller legen zwar teilweise noch ein paar Gimmicks wie etwa einen Adapter USB2.0/USB3.0 oder Kabelverlängerungen mit bei, aber auch so ist natürlich alles dabei was man braucht.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Aussehen – Außen

Wer Fractal Design kennt, weiß, dass der Hersteller besonders für eine schlichte und edel anmutende Optik steht. Getreu diesem Motto findet man zumindest äußerlich auch kaum Schickschnack am Define R5. Insgesamt ähnelt die Außenhaut des Gehäuses dem Anblick von gebürstetem Aluminium. Es ist aber ringsherum „nur“ Plastik.

Die Front konnte dank einer Tür vollkommen clean gehalten werden. Lediglich in der Mitte am oberen Ende findet sich ein etwa 1cm langer Schlitz, welcher via einer blauen LED anzeigt, dass das System läuft. Außerdem wird über ein Flackern dieser Diode auch die Festplattenaktivität vermittelt. Über einen Eingriff an der rechten oder auch der linken Seite kann die Tür geöffnet werden. Der Clou dabei ist, dass sich die Scharniere auch seitenverkehrt anschrauben lassen, sodass die Tür auch zur anderen Seite hin öffnen kann. Um die Lautstärke zu dämpfen ist außerdem eine Schallschutzmatte in die Frontklappe eingearbeitet. Richtet sich der Blick dann wieder auf das eigentliche Gehäuse, erkennt man ganz oben links einen kleinen Schieberegler. Dies ist die integrierte 3-Stufen-Lüftersteuerung. Diese verfügt über einen eigenen SATA-Stromanschluss und es können bis zu drei Lüfter standardmäßig angeschlossen werden. In der Regel können aber an einem Kabelstrang mindestens zwei Lüfter über einen Y-Adapter gefahrlos betrieben werden. Im Lieferumfang enthalten ist dieser kleine Zusatz allerdings nicht. Unter der kleinen Steuerung befinden sich zwei 5,25“ Laufwerksblenden. In die obere haben wir zu Testzwecken unsere Lüftersteuerung verbaut. Lasst euch davon nicht verwirren. Die Blenden sind lediglich eingeclipst und können sehr leicht über einen Hebel an der rechten Seite gelöst werden. Lässt man den Blick noch etwas weiter nach unten schweifen, ist der riesige Lufteinlass für den ab Werk mitgelieferten 140mm Lüfter zu sehen. Platz wäre hierbei noch für einen zweiten 120er oder 140er Ventilator. Damit das Innere des Fractal Design Define R5 nicht übermäßig mit Staub belastet wird, hat der Hersteller hier noch einen entsprechenden Schutz installiert. Wie auch die Laufwerksblenden ist der Filter nur über eine kleine Halterung am oberen Ende eingerastet. Schneller lässt sich ein Staubfilter wirklich nicht wechseln. An den beiden Außenseiten der Frontblende sitzen außerdem noch zahlreiche Lüftungsschlitze, damit es dem PC auch bei geschlossener Klappe nie zu warm wird. Ganz oben auf der Frontblende finden wir noch das I/O-Panel. Neben den üblichen 3,5mm-Klinkenanschlüssen für alle Arten von handelsüblichen Headsets oder anderen Audiogeräten besteht außerdem die Möglichkeit, bis zu vier USB-Geräte anzuschließen. Zwei der Buchsen sind dabei als USB3.0 ausgelegt. Dass auch die obligatorischen Taster für Power und Reset vorhanden sind, sollte selbstverständlich sein.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Gehen wir nun weiter zum Deckel des Define R5. Das Dach besteht im Grunde vollständig aus Stahl und ist nicht abnehmbar, d.h. zumindest nicht im klassischen Sinne, wie man es vielleicht von einem BeQuiet Silent Base 800 her kennt. In der Mitte sind drei schuppenartige Platten erkennbar. Diese verfügen wie auch die Front über einen Schallschutz, bestehen aus Plastik und sind unabhängig voneinander einzeln entfernbar. Jede ist über vier Fixierpunkte an den Ecken mit dem Gehäuse verbunden. Bei der Entnahme muss man sich zuweilen in Geduld üben, denn mit Gewalt geht hier gar nichts. Zwei der Verankerungen müssen im Inneren des Cases zusammengedrückt werden. Die anderen sind dann nur noch leicht eingehakt. Wer den Dreh einmal raus hat, löst diese Aufgabe in Sekundenbruchteilen. Nachdem die Platten entfernt wurden, hat man nun Platz für bis zu drei 140er Lüfter oder 120mm Lüfter. Somit ist selbst der Einsatz eines 420er Radiators denkbar. Leider fehlt an dieser Stelle jegliche Art von Staubschutz. Zugegeben, meist werden am Deckel die Ventilatoren in ausblasender Richtung montiert und damit ist dieser Makel kaum spürbar. Es gibt aber auch Fälle in denen man die Lüfter genau anders herum arbeiten lassen muss und es wäre wirklich schön gewesen, wenn Fractal Design auch dafür eine vorgefertigte Lösung zur Verfügung gestellt hätte. Fakt bleibt aber dennoch, dass man durch das nicht entfernbare Lüftergitter im Nachhinein nicht mehr an das Mainboard kommt. Gerade der, der viel an seinem PC bastelt und einen großen Luftkühler besitzt, wird sich darüber ärgern.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Wird das Define R5 von hinten betrachtet, erblickt man weitestgehend einen standardmäßig aufgebauten Midi-Tower. An typischer Stelle befindet sich der Hecklüfter, welcher in unserem Falle sowohl mit 120mm als auch mit 140mm Durchmesser daherkommen kann. Ab Werk wird genau wie in der Front ein 140er Modell mitgeliefert. Als kleine Raffinesse hat Fractal Design hier auf Langlöcher gesetzt. Somit ist der Fan in der Höhe verstellbar und kann so optimal hinter dem CPU-Kühler platziert werden. Außerdem wird damit die Kompatibilität zu großen Radiatoren im Deckel erhöht. Darunter befinden sich insgesamt sieben Erweiterungsslot, welche von Haus aus mit weißen Slotblenden ausgestattet sind. Leider wurde bei diesen auf ein Schnellverschlusssystem verzichtet, sodass zur Montage nur klassische Rändelschrauben zur Verfügung stehen. Wie bei fast allen modernen Towern befindet sich auch bei diesem Case das Netzteil am Boden und bekommt somit quasi eine eigene Luftversorgung.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Wird das Define R5 auf den Kopf gestellt, ist der Blick frei auf den Boden dieses Silent-Gehäuses. Was sofort auffällt ist der riesige Staubfilter, welcher sich über die gesamte Fläche zieht. Bei geöffneter Frontklappe kann dieser ganz leicht nach vorne hin herausgezogen werden. Damit muss in der Regel nicht einmal mehr der Tower verschoben werden, um den Schutz zu reinigen. Darunter befinden sich schließlich drei Lüfterplätze. Von diesen ist wiederum einer für das Netzteil vorgesehen und die anderen beiden 120/140mm-Varianten stehen für die Gehäusebelüftung oder auch einen Radiator zur Verfügung. Die vier Standfüße können einzeln abgenommen werden.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Was fehlt nun noch von der Außenhaut? Richtig, die Seitenteile natürlich und hier hat sich Fractal Design noch einmal etwas sehr Schönes ausgedacht. Ab Werk kommen beide Seitenteile fest verschraubt mit jeweils zwei Rändelschrauben beim Endkunden an. Doch wer öfter an sein System muss, wird sich freuen, denn das linke Seitenteil hat noch einen weiteren Verschlussmechanismus. Das Seitenteil mit dem Hauptzugang zur Hardware wird extra noch über einen Schiebeverschluss festgehalten. Dies bedeutet, dass es völlig werkzeuglos und ohne nerviges Schrauben in Sekundenbruchteilen geöffnet und geschlossen werden kann. Die zusätzliche Verschraubung, wie ab Werk geliefert, ist bei normalem Schreibtischeinsatz nicht mehr nötig. Für den ungeübten Anwender kann es in der Anfangsphase allerdings dazu kommen, dass sich das Einhängen und Wiederverschließen als etwas hakelig herausstellt. Das liegt aber schlicht daran, dass Fractal Design leider vergessen hat einen kleinen Griff für eine leichtere Handhabung mit einzuführen. Viele andere Gehäuse, wie auch der direkte Konkurrent BeQuiet Silent Base 800, haben hier besser mitgedacht. Wirklich schade. Das andere Seitenteil wird nur über Rändelschrauben fixiert. Durch eine Auswölbung rund um das Schraubenloch wurde dafür gesorgt, dass die Kleinteile stets am Gehäuse bleiben können. Ein plötzliches und leider allzu häufiges Verschwinden ist damit beinahe ausgeschlossen. Leider fehlt auch auf dieser Seite der gewünschte Griff. Wer beispielsweise ein Multi-GPU-System betreibt oder einfach noch mehr Frischluft in seinem Case haben möchte, hat weiterhin die Möglichkeit, im linken Seitenteil einen 120er oder auch einen 140er Lüfter unterzubringen. Die Verschlussklappe hierfür ist wie auch die Deckelsegmente einfach nur eingeclipst. Um dem Ruf als Silent-Gehäuse gerecht zu werden, kommen beide Seitenteile mit einer Dämmung daher, welche auch auf dem Ausschnitt für den Seitenlüfter zu finden ist. Bei unserem Testexemplar ist dieser Lärmschutz leider recht schief eingeklebt worden. Auf die Funktionalität hat dies allerdings noch keinen Einfluss.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Aussehen – Innen

Nachdem wir uns nun ausführlich mit den äußeren Vorzügen oder auch Mängeln des Fractal Design Define R5 befasst haben, kommen wir nun zu den inneren Werten. Wie bei fast allen PC-Gehäusen im klassischen Tower-Design befinden sich die Laufwerksplätze in der Front. Fractal hat sich hier dazu entschlossen, diesen Bereich in insgesamt drei Bereiche zu unterteilen, welche sich unabhängig voneinander ein- oder auch ausbauen lassen. Ganz oben sitzt der Einbaukäfig für 5,25 Zoll Laufwerke. Dank unzähliger kleiner Montagelöcher sollten auch ausgefallene Produkte hier sicheren Halt finden. Auf ein Schnellmontagesystem wurde hier allerdings ebenfalls verzichtet. Über einige Schrauben ist dieser Käfig mit dem Rahmen vom Case verbunden und kann so einzeln entnommen werden. Dies empfiehlt sich insbesondere dann, wenn man einen großen Radiator im Deckel unterbringen möchte. Mit montiertem Cage  sind maximal ein 280er Radiator oder zwei 140er Lüfter im Deckel möglich. Ein Stockwerk tiefer befindet sich der größere von den beiden Festplatten-Käfigen, welcher ebenfalls wieder nur mit einer einfachen Verschraubung fixiert ist und einzeln entnommen werden kann. In dem Konstrukt haben bis zu fünf 3,5“ HDDs Platz. Wer will, kann die Schubladen wahlweise auch mit 2,5“ Laufwerken bestücken, welche dann allerdings nicht entkoppelt montiert werden können. Positiv fällt bei den Schubladen auf, dass diese aus Metall gefertigt sind und somit sehr stabil wirken. Diese Tatsache sticht in der Gehäusewelt dieser Preisklasse schon fast als Alleinstellungsmerkmal heraus. Abgebrochene Haltenasen sind hier also definitiv ausgeschlossen. Ganz unten sitzt noch ein Festplatten-Cage, welcher allerdings etwas kleiner ist und nur über drei Plätze verfügt. Doch nun wird es richtig raffiniert! Nicht genug, dass man die einzelnen Elemente frei ein- und ausbauen kann. Außerdem ist es möglich die HDD-Käfige auch am Boden mehr oder minder frei zu verschieben. Diese können nämlich auch an der Unterseite befestigt und über Langlöcher beliebig positioniert werden. Absolut genial umgesetzt. Erst recht dann, wenn in der Front noch ein dicker 280er Radiator seinen Platz finden soll und trotzdem Raum für 3,5“ HDDs vorhanden sein muss.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

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Fractal Design Define R5

Eine kleine Anmerkung noch zum Bereich Boden: Die Auflagepunkte für das Netzteil sind mit Moosgummi entkoppelt worden. Dieser ist fest verklebt und bleibt daher auch bei unvorsichtigem Einbau des Spannungswandlers in Position.

Der Mainbord-Tray ist im R5 etwas nach hinten versetzt worden. Somit schlägt man quasi zwei Fliegen mit einer Klappe. Es wird Platz geschaffen, um auch größte Luftkühler unterzubringen. Gleichzeitig bleibt in den Bereichen der Kabelführungen auf der Rückseite genügend Platz, denn dort ist die Trennwand etwa 1,5cm weiter ins Gehäuseinnere gerückt. Im Mainboardbereich selbst finden Bretter in den Formfaktoren ATX, mATX und natürlich auch Mini-ITX Platz. Umgeben ist das Ganze ringsherum von fünf Kabeldurchführungen, welche sehr gut positioniert sind und alle Kabel schnellstmöglich aus dem Blickfeld verschwinden lassen. Die Gummierung sitzt überall sehr fest und bietet so ausreichend Widerstand bei der Kabelmontage.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Bleibt als zum Schluss eigentlich nur noch die Rückseite des Mainboard-Trays. Hier zeigt sich wieder, dass es sich Fractal Design bei diesem Case scheinbar zur Aufgabe gemacht hat, auch das letzte bisschen Freiraum noch sinnvoll zu nutzen. Abgesehen davon, dass es eine Unmenge an hervorragend positionierten Befestigungsösen für Kabelbinder gibt und ab Werk mitgelieferte Klettbänder für den Hauptkabelstrang, nein, es finden außerdem unter dem riesigen CPU-Kühler-Montageloch auch noch zwei 2,5“ Laufwerke ihren Platz. Nun sieht man außerdem wie viel Raum für Kabelmanagement zur Verfügung steht, das heißt zumindest da, wo er wirklich gebraucht wird. Satte 3cm sind hier absolut einmalig. Letztlich hat Factal Design auch bei den Kabeln des I/O-Panels mitgedacht. Diese sind nicht einfach alle gleich lang und schon gar nicht zu kurz. Das Audio-Kabel ist bspw. deutlich länger als der Rest, da der Anschluss dafür zumeist in der Nähe der Erweiterungsslots liegt.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Material und Verarbeitung

Wie ihr vielleicht schon in den vorangegangenen Passagen dieses Tests herausgelesen habt, sind wir von der Qualität, die der skandinavische Hersteller hier abliefert, ziemlich begeistert. Allein schon die Tatsache, dass der Großteil des Gehäuses aus Metall besteht und nicht wie bei vielen anderen zum Plastikbomber ausartet, sticht aus der Masse heraus. Letztlich ist dies sicherlich auch ein Grund dafür, dass sich dieses Case insgesamt deutlich wertiger anfühlt als beispielsweise das erheblich teurere BeQuiet Silent Base 800.

Es klappert nichts, alle Verschraubungen sitzen fest und etwaige Verzugserscheinungen wie bei dem von uns getesteten Anidees AI7 sucht man vergebens. Wer ganz genau hinschaut, findet nur sehr kleine und nicht weiter relevante Schwächen. Da wäre zum einen das oben erwähnte schief eingeklebte Schallschutzelement im Seitenteil. Ärgerlicher ist da schon, dass es ein paar scharfe Kanten gibt. Als Normalanwender kommt man dabei aber maximal mit den Kanten des Ausschnitts im Mainboard-Tray in Kontakt.

Positiv fallen hingegen die sehr geringen Spaltmaße auf, wo andere Gehäuse ebenfalls gerne schwächeln.

Ansonsten bleibt nur zu sagen: Wer ein äußerst hochwertig verarbeitetes Case sucht, was auch noch preislich erschwinglich ist, der macht mit dem Fractal Design Define R5 sicherlich nichts falsch.

Testergebnisse und Testsystem

Bis hierher ging es mehr oder minder nur um die Theorie, doch nun geht es ans Eingemachte. Viele Anwender vergessen bei ihrer Gehäusewahl, dass auch dieses Puzzleteil extrem wichtig ist, wenn es um Temperaturen und Lautstärke der einzelnen Komponenten geht. Schauen wir also, was das Define R5 ab Werk und in unveränderter Form kann.

CPUIntel Core i5 4670k @4,3GHz @1,25V
MainboardZ97I-PLUS
GrafikkarteASUS Matrix HD7970 Platinum
Arbeitsspeicher2x 4GB Kingston HyperX DDR3 1600MHz
SystemspeicherKingston SSDNow V300 240GB
NetzteilSeasonic SSR-750RM 750Watt
GehäuseFractal Design Define R5
BetriebssystemWindows 8.1 (64bit)
LautstärkemessgerätVoltcraft SL-100
Temperatur-AuslesetoolCoreTemp (Version 1.0 RC6 64bit)
CPU-AuslastungstoolPrime95 (Version 27.9, build1) – 15min “Large FFTs”
GPU-AuslastungstoolFurMark (Version 1.15.0.0) – 15min

Die Temperaturentwicklung im Gehäuse ermitteln wir insgesamt viermal. Diese werden im Idle und unter Last einmal mit und einmal ohne die beiden werkseitig installierten 140mm Gehäuselüfter gemessen. Für die Messungen unter Last wird der auf 4,3 GHz übertaktete Prozessor mit Prime95 ausgelastet. Gleichzeitig bringen wir die Grafikkarte mit Furmark ordentlich ins Schwitzen. Danach werden die Temperaturen mit Hilfe von unseren Standardtools ausgelesen. Um softwareseitige Messfehler zu minimieren, verwenden wir “AIDA64” als zweites unabhängiges Auslesetool.

Unsere Testergebnisse bestätigen eindeutig das Herstellerversprechen. Das Define R5 ist ein absolutes Silentgehäuse. Es platziert sich bei den Lautstärkewerten durchgängig auf den ersten Plätzen. Doch es überzeugt nicht nur bei den stupiden Zahlenwerten, auch das subjektive Empfinden unserer Redakteure war durchweg positiv. Besonders erstaunlich ist dabei, dass sogar die werkseitig installierten Lüfter bereits sehr gut sind. Kein Klackern, keine Schleifgeräusche und keine unnötig hohen Drehzahlen.

Jede Medaille hat allerdings zwei Seiten. So gut die fünfte Revision des Define R Serie bei der Lautstärke ist, so kann es bei den Temperaturen leider nicht vollständig mithalten. Hier sind lediglich Plätze im Mittelfeld erreicht worden. Dies hat wohl zwei Hauptgründe. Zum einen drehen die werkseitig installierten Gehäuselüfter unter Volllast nur mit 900RPM. Dies drückt zwar die Lautstärke, schaufelt aber logischerweise auch weniger Luft ins Gehäuse beziehungsweise auch wieder heraus. Anmerken muss man dabei allerdings, dass im Auslieferungszustand nur zwei Lüfter verbaut sind und noch bis zu sieben (!) 120/140mm Lüfter hinzugefügt werden können! Die Kühlleistung bietet somit noch einige Reserven. Außerdem hat leider auch die Geräuschdämmung einen negativen Einfluss auf die Temperaturwerte. Sie fungiert ungewollt als eine Art Isolierung und sorgt so dafür, dass nur wenig Wärme über die metallene Gehäusewand als solche abgegeben werden kann.

Persönliches Fazit

In dem vorangegangen Test haben wir das Fractal Design Define R5 intensiv aus allen möglichen Blickwinkeln beleuchtet und insbesondere die Vor- und Nachteile zum direkten Konkurrenten BeQuiet Silent Base 800 erörtert. Was bleibt nun also im Gedächtnis? Als allererstes ist da die enorme Individualisierbarkeit zu nennen. Kein anderes Gehäuse in dieser Größe und Bauform lässt sich derart gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Egal ob SLI-System auf X99-Basis mit Wasserkühlung oder doch lieber ein Monster-Luftkühler und HDDs ohne Ende, beides findet in diesem Case locker einen Platz. Mit bis zu neun (!) Lüfterplätzen im 120/140er wird in diesem Case selbst eine 220W-CPU zum Eisklotz. Wer nun denkt, dass er für diese enormen Kühlleistungsreserven aber mit dem Geräuschniveau einer Jetturbine leben müsse, der irrt gewaltig. Unter der schwarzen Metallhaut schlummern rund herum Schallschutzmatten, welche das Geräuschniveau deutlich senken. So sehr, dass sich das Define R5 unsere vorderen Plätze in dieser Kategorie redlich verdient hat. Trotz dessen, dass das Case kein Window besitzt, muss im Inneren aber noch lange kein Kabelsalat entstehen. Insbesondere hinter dem Mainboard-Tray sind die Kabelmanagementmöglichkeiten absolut vorbildlich gehalten. Schwächen leistet sich das Define R5 hingegen kaum. Es gibt nur wenig scharfe Kanten und wenn doch, dann nur da, wo man kaum hin greift. Nun könnte man meinen, dass sich die Skandinavier diesen Ideenreichtum und die Qualität teuer bezahlen lassen, aber weit gefehlt. Mit aktuell etwa 100€ ist das Case nicht teurer als andere Gehäuse oder sogar günstiger.

Für die herausragende Leistung und das rundum zufriedenstellende Gesamtpaket des Fractal Design Define R5 hat sich dieses Gehäuse unseren LEISTUNGSTIPP-Award absolut verdient!
LeistungsTIPP Award

Fractal Design Define R5

ab 109 Euro
Fractal Design Define R5

Positiv

  • - sehr gute Silent-Eigenschaften
  • - durchdachte Kabelmanagement-Möglichkeiten
  • - cleveres Baukastenprinzip
  • - massig Platz für Grafikkarten und CPU-Kühler
  • - viele Optionen für Wasserkühlungen
  • - bis zu 9 120/140mm Lüfter montierbar

Negativ

  • - leichte Verarbeitungsmängel
  • - kaum Schnellverschlussmechanismen

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Euer Hardbloxx-Team

Testbericht erstellt durch hardbloxx.robin

Robin

Veröffentlicht von

Ich bin Robin, 24 Jahre jung und begeisterter Hobby-Bastler und Zocker. Irgendwie kann ich nie die Finger von meinem Rechner lassen, auch wenn mir das Sprichwort "Never change a running system!" dabei öfter hinterher in den Sinn gekommen ist als mir lieb ist. :D Seit 2013 bin ich nun Redakteur bei Hardbloxx.de und befasse mich hauptsächlich mit PC-Peripherie und Hardware.

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