Test/Testbericht: Antec P380

Beitragsbild Antec P380

Im Jahr 2012 brachte Antec das P280 auf den Markt und schaffte es, mit diesem Gehäuse einen echten Klassiker zu etablieren. Doch nach den Jahren wird es Zeit für ein neues Modell der One-Serie. Bereits auf der Computex 2014 hat Antec das neue P380 zum ersten Mal gezeigt. Seit diesem Jahr ist es nun so weit, das neue High-End Gehäuse positioniert sich in der Reihe der Full-Tower und möchte durch sein schlichtes und edles Design überzeugen. Doch wie auch im wahren Leben kommt es ebenso auf die inneren Werte an. Genau aus diesem Grund werden wir das Antec P380 genau für euch durchleuchten und heraus finden, ob es einen würdigen Nachfolger darstellt. 

Verpackung und Lieferumfang

Das neue Gehäuse von Antec erreichte uns in einem großen Karton, der neben den Schwarz- und Grautönen einige orangefarbene Highlights bietet. Auf der Front ist eine große Abbildung des Gehäuses sowie der Name aufgedruckt. Generell befinden sich auf der Verpackung viele kleinere und größere Abbildungen. Auf der Rückseite des Kartons ergänzen Bilder die Beschreibungen der einzelnen Features und ermöglichen somit eine schnelle Übersicht. Die Beschreibungen sind in zehn verschiedenen Sprachen ausgeführt. Im Karton erwartet einen das P380, welches in einer extra Folie verpackt wurde. Damit ist das Gehäuse vor Staub sowie Feuchtigkeit geschützt und kommt wie frisch aus der Schmiede bei dem Kunden an. Ein kleines aber feines Detail ist die verwendete Polsterung. Antec verwendet kein normales Styropor, sondern eine Art Kunststoffschaumpolster. Jeder, der schon einmal ein Gehäuse aus Styroporpolstern befreit hat und Tage später immer noch die kleinen weißen Kügelchen gefunden hat, wird Antec an dieser Stelle danken. In dem Gehäuse befindet sich eine weitere Plastiktüte, welche das Zubehör enthält. Darin findet man neben einer knappen Produktübersicht auch schwarze Kabelbinder, eine Garantieinformation und das Montagematerial. Eine Bedienungsanleitung erhält man lediglich als Download auf der Herstellerwebsite. Eine ausführliche, gedruckte Bedienungsanleitung sollte in diesem Preissegment allerdings Standard sein.

Aussehen – Außen

Das Markenzeichen des Antec P380 sind mit Sicherheit die geschlossenen und undurchbrochenen Aluminiumplatten als Front und Deckel. Diese Abdeckungen sind 4 mm stark und stechen durch ihre unlackierten Ränder hervor. Mit dieser Kombination aus schwarzen Flächen und den silbernen Rändern hat es Antec geschafft, ein Design zu entwickeln, welches edel, schlicht, klassisch und zugleich elegant wirkt. Auf beiden Seiten der Front sind An-/Ausschalter und Resettaster untergebracht. Der Grund für die doppelte Ausführung der Tasten ist das I/O-Panel (je zwei USB 3.0- und USB 2.0-Ports, Audiobuchsen), welches an den Seiten unter dem Deckel sitzt. Das Panel ist ab Werk auf der linken Seite montiert und kann bei Bedarf auf die rechte Seite geschraubt werden.

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Das rechte Seitenteil besitzt ein großflächiges Fenster, welches rahmenlos in die Tür aus Stahl eingearbeitet wurde. Bei der Auslieferung ist das Plexiglas durch eine Folie vor Fingerabdrücken und Kratzern geschützt. Auf der Innenseite geht das Plexiglas über den sichtbaren Bereich hinaus und ist an diesen Stellen unbearbeitet. Das unbearbeitete Material fühlt sich allerdings sehr rau und unangenehm an. Beide Seitenwände werden, wie mittlerweile üblich, mit jeweils zwei Rändelschrauben an der Gehäuserückseite befestigt. Die Gehäuserückseite selbst weist das übliche Layout auf. Im oberen Bereich befindet sich die Aussparung für das I/O-Panel des Mainboards und daneben ist das Gitter für den rückseitigen Lüfter positioniert. Die Anzahl der Blenden für Erweiterungskarten lässt vermuten, dass das Gehäuse auch E-ATX Boards aufnimmt. Denn mit den insgesamt neun verfügbaren Blenden wäre sogar ein 4-Wege SLI/Crossfire System möglich, vorausgesetzt, die Grafikkarten nehmen jeweils nur zwei Blenden in Anspruch. Neben den Blenden befinden sich zwei Durchführungen zur Installation von einem externen Radiator. Am Boden befindet sich schlussendlich der Platz für das Netzteil. Das rechte Seitenteil weist keine weitere Besonderheiten auf und ist komplett geschlossen.

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Da der Deckel wie auch die Front ohne Öffnungen gestaltet wurde und aus massivem Aluminium besteht, wurden die Öffnungen für die Abluft an die Seitenkanten verlegt. Des Weiteren kann ein großer Teil der Abluft nach hinten durch den Abstand zwischen Deckel und Grundkörper ausströmen. Insgesamt bietet das P380 damit genug Öffnungen, um selbst bei drei 120mm Lüftern die Luft gut abführen zu können. Am Boden des Antec P380 hat der Hersteller auf Öffnungen für die Installation von Lüftern verzichtet. Lediglich die mit einem Staubfilter versehne Öffnung für das Netzteil ist zu finden. Der Staubfilter für das Netzteil wird bei dem P380 nicht wie üblich nach hinten entnommen, sondern seitlich. Das kann für den ein oder anderen durchaus nützlich sein, falls das Gehäuse nahe an einer Wand steht. Am Boden des Antec Gehäuses befinden sich außerdem vier große Gummifüße, die für einen sicheren Stand sorgen sollen. Leider wurden diese Füße nicht verschraubt sondern geklebt. Auch hier hätte Antec angesichts des Preises auf eine qualitativ hochwertigere Befestigung setzen können. Der Staubfilter für die Front ist über die Unterseite des Gehäuses zugänglich. Somit müsst ihr den Koloss, immer wenn ihr den Staubfilter reinigen wollt, auf die Seite legen. Die beiden Staubfilter bestehen aus einem Kunststoffgewebe und können daher auch unter fließendem Wasser gereinigt werden.

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Aussehen – Innen

Nach dem wir uns also ein Bild von dem Gewand des P380 gemacht haben, wollen wir nun sehen wie es um die inneren Werte des Gehäuses steht. Die Gehäuseseite ist dank der Rändelschrauben schnell und einfach entfernt. Bei dem Blick in das Innere des Gehäuses bietet sich einem ein klassisches, ja fast schon konservatives Bild. Wie man bereits von außen erkennen kann, ist das Netzteil am Boden angebracht und das Mainboard somit darüber angeordnet. Das Netzteil wird in zwei Führungsschienen eingesetzt und mit der Gehäuserückseite verschraubt. Auf eine Entkopplung des Netzteiles hat Antec komplett verzichtet. Die Kabel des Netzteiles und auch alle anderen Leitungen können durch fünf Kabeldurchführungen verlegt werden. Um die Kabel vor den Metallkanten zu schützen, wurden Gummimanschetten eingesetzt. Leider sitzen diese viel zu locker, so dass sie bei dem Verlegen der Kabel leicht herausrutschen. Auf der Rückseite des Mainboardtrays wurde eine Vielzahl von Ösen angebracht, um mithilfe von Kabelbindern eine saubere Kabelführung zu ermöglichen. Zwischen Mainboardtray und Seitenteil steht einem mehr als ausreichend Platz zur Verfügung, um eine Vielzahl an Kabeln zu verstauen. Vor allem Besitzern von leistungsstarken Netzteilen ohne modulare Kabel dürfte dieser Platz entgegenkommen.

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Das geräumige P380 unterstützt Mainboards in den Formaten SSI CEB, E-ATX, ATX, Micro ATX und Mini-ITX. Mit dieser Bandbreite lässt das Gehäuse kaum Wünsche offen. Für die Montage der Erweiterungskarten kommen ebenfalls Rändelschrauben zum Einsatz, so dass ein schneller und frustfreier Aufbau ermöglicht wird. Durch die Breite des Gehäuses können CPU-Kühler mit einer maximalen Höhe von 180 Millimetern installiert werden. Vergleichbare Gehäuse bieten hier vielleicht wenige Millimeter mehr, doch darf man nicht vergessen, dass bei dem P380 mehr Platz für Kabel zur Verfügung steht. Dank der großzügigen Dimensionen finden selbst Grafikkarten mit einer maximalen Länge von 465 Millimetern Platz in dem Gehäuse. Diese beachtliche Länge kann allerdings nur bei demontiertem HDD-Käfig in Anspruch genommen werden. Bleibt der Festplattenkäfig im Gehäuse, stehen dem passionierten Gamer immer noch 330 Millimeter zur Verfügung, um lange Grafikkarte wie die Sapphire R9 290X Tri-X OC unterzubringen.

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Die Festplattenkäfige bilden einen schlanken Turm, der vom Boden bis zum Deckel des Gehäuses reicht. Dieser Turm besteht aus vier einzelnen Käfigen. Drei dieser Käfige fassen 3,25″-Platten oder 2,5″- Festplatten. Die Festplatteneinschübe wurden aus Plastik gefertigt, machen allerdings einen stabilen Eindruck. Die Festplatten werden in den Käfigen auf dicken weichen Silkonentkopplern gelagert. Über den Käfigen für die Festplatten befindet sich eine weitere Käfig, welcher Bauteile mit einer Größe von 5,25″ fasst. Optische Laufwerke können allerdings aufgrund der geschlossenen Front nicht installiert werden. Antec bietet mit dem P380 trotzdem die Möglichkeit ein externes Laufwerk zu installieren. Der mitgelieferte Adapter wird seitlich in der Front montiert und ermöglicht so die Installation eines Slim-Laufwerkes. Wer Lüfter in der Front installieren möchte, muss allerdings damit leben, dass das Laufwerk dann einen Teil der Lüfter verdeckt. Wie bei allen neueren Gehäusen sind die Festplattenkäfige des P380 modular gestaltet. Wenn ihr den Platz für etwas anderes benötigt können die Käfige ausgebaut werden. Bei den meisten Gehäusen ist dies mit wenigen Handgriffen erledigt. Das Antec P380 verlangt einem deutlich mehr Nerven ab. Zunächst muss sowohl Deckel als auch Front komplett demontiert werden. Des Weiteren müssen sagenhafte 35 Schrauben entfernt werden, um alle Käfige zu entfernen. An dieser Stelle sollte Antec bei dem nächsten Gehäuse dringend nachbessern. Andere Gehäuse wie das Fractal Design Define R5 haben bereits bewiesen, dass es auch deutlich praktischer geht.

Ein großes Gehäuse bietet in der Regel auch genügend Platz für eine Vielzahl an Lüftern oder aber Radiatoren. Im Antec P380 können maximal sieben Lüfter oder zwei Radiatoren und ein Lüfter verbaut werden. Das Gehäuse wird werksseitig mit insgesamt drei Lüftern ausgeliefert. In der Front des P380 können zwei 140 mm Lüfter oder aber drei 120 mm Lüfter verbauten werden. Besitzer einer Wasserkühlung können auch einen 240 mm beziehungsweise 360 mm Radiator unterbringen. Dafür müssen dann allerdings die Festplattenkäfige deinstalliert werden. Im Deckel kann dieselbe Kombination an Lüftern oder Radiatoren ein zweites Mal verbaut werden. Standardmäßig hat Antec bereits zwei 140 mm Lüfter im Deckel installiert. Die Lüfter können mithilfe eines zweistufigen Regelschalters auf 1200 U/min oder aber auf 800 U/min eingestellt werden. Bei maximaler Drehzahl weisen die Lüfter laut Hersteller eine Lautstärke von 27,8 dBA auf. Im gedrosselten Zustand schlagen sie immer noch mit 19,00 dBA zu Buche. An der Rückseite des Gehäuses kann, wie üblich, ein weiterer Lüfter installiert werden. Ganz untypisch für einen Big-Tower ist allerdings dessen Format. Der Lüfter an der Rückseite kann maximal 120 mm groß sein. Die zusätzlichen Millimeter zum Kabelverstauen zahlt der Kunde also mit einem kleineren Lüfter im Heck. Unserer Meinung nach hätten bei dem Gehäuse wenige Millimeter mehr in der Breite keinem geschadet. Ein 140 mm Lüfter im Heck würde im Gegenzug viele Vorteile mit sich bringen. Der kleinere Serienlüfter dreht mit 1200 oder 600 U/min und erzeugt dabei eine Lautstärke von 23,65 dBA oder 16,00 dBA. Alle installierten Lüfter können an den Stromverteiler angeschlossen werden, der auf der Rückseite des Mainboardtrays angebracht wurde. Dieser kann bis zu sechs Lüfter über einen Molex-Anschluss versorgen. Allerdings können die Lüfter, im Gegensatz zu der im Phanteks Enthoo Evolv verwendeten Platine, auf diese Art und Weise nicht geregelt werden.

Material und Verarbeitung

Die Verarbeitung des P380 ist fast tadellos. Das gesamte Chassis ist robust und weist im Weiteren kaum Mängel auf. An dem Übergang von Deckel zu Front ist ein leichter Versatz zu spüren, dieser stört bei normaler Nutzung nicht. Etwas unelegant sind die Plastikleisten zwischen Deckel beziehungsweise Front und Seitenteil. Eine Ausführung in Metall hätte ein homogeneres Gesamtbild ergeben und Antec bei dem angesetzten Verkaufspreis sicher nicht in den Ruin getrieben. Die Seitenteile weisen eine Dicke von knapp 0,9 mm auf und sind somit angenehm verwindungsfest. Bei den Festplattenkäfigen wurde zwar ebenfalls auf Plastik gesetzt. Dieses ist allerdings hochwertig und ausreichend dick, so dass die Käfige ausreichend stabil sind.

Technische Daten

GehäusetypFull-Tower
FormfaktorSSI CEB, E-ATX, ATX, Micro ATX, Mini-ITX
Laufwerke intern8 x 3.5”/2.5” (3,5 Zoll entkoppelt)
Laufwerke extern1 x Slimlaufwerk
Gehäuselüfter (Rückseite vorinstalliert)1 x 120 mm
Gehäuselüfter (Deckel vorinstalliert)2 x 140 mm
 mögliche Gehäuselüfter insgesamt7
Höhe x Breite x Tiefe555mm x 223.6mm x 557mm
Gewicht12,25 Kilogramm
MaterialAluminium: Front, Deckel | Plastik: Luftfilter, HDD-Käfige, Seitenleisten | 0,9mm Stahl: Seitenwand und Grundkörper
Maximale Länge VGA-Karte330 mm (ohne HDD-Käfig: 465mm)
Maximale Höhe CPU-Kühler180 mm
Anzahl der Erweiterungsslots9

Bei der Ausstattung des Gehäuses erwartet einen keine Überraschung. Mit der üblichen Standardbelegung von drei vorinstallierten Lüftern will Antec von Haus aus für eine gute Belüftung sorgen. Der Hersteller geht allerdings neue Wege und installiert die Lüfter in dem Deckel. Die meisten Gehäuse hingegen haben die vorinstallierten Lüfter in der Front sitzen. Antec hätte im P380 ebenfalls die Möglichkeit gehabt die zwei 140 mm Lüfter dort unterzubringen, doch sie haben sich bewusst dagegen entschieden. Ob diese „saugende“ Auslegung funktioniert, werden wir mithilfe unserer Benchmarks überprüfen.

Testergebnisse und Testsystem

 Testsystem:

CPUIntel Core i5 4670K @ 4,3 GHz
MainboardASUS Z97I – PLUS
GrafikkarteASUS Matrix HD7970 Platinum
ArbeitsspeicherKingston HyperX Blu Black 8GB 1600MHz
SSDKingston HyperX 3K 120GB
NetzteilSeasonic G-750/ 750 Watt Gold zertifiziert
GehäuseAntec P380
KühlerNoctua NH-D15
BetriebssystemWindows 8.1 Professional 64bit

Die Temperaturentwicklung im Gehäuse ermitteln wir insgesamt viermal. Die Temperaturen werden im Idle und unter Last einmal mit und einmal ohne Lüfter gemessen. Für die Messungen unter Last wird der auf 4,3 GHz übertaktete Prozessor mit Prime85 ausgelastet. Gleichzeitig bringen wir die Grafikkarte mit Furmark an ihre Leistungsgrenze. Danach werden die Temperaturen mit Hilfe von GPU-Z und CPU-Z ausgelesen. Um softwareseitige Messfehler zu minimieren, verwenden wir “HWiNFO” als zweites unabhängiges Auslesetool.

Im Idle-Modus unterscheiden sich die einzelnen Gehäuse nur minimal. Das liegt vor allem an den optimierten Stromsparoptionen von aktueller Hardware. Durch die Minimierung der Stromaufnahme wird auch die Wärmeabgabe deutlich geringer. Das Antec P380 schafft es allerding im Idle mit 23°C beste Prozessortemperatur zu erreichen. Dieses Ergebnis ist nicht gerade verwunderlich wenn man bedenkt, dass mit Antecs Lüfteranordnung die entstehende Wärme des PCs direkt abgesaugt wird. Bei deaktiverten Lüftern liegt das P380 im hinteren Mittelfeld. Wobei es im Idle für die Hardware in puncto Langlebigkeit keinen Unterschied macht, ob das Bauteil nun 30°C oder 33°C warm ist.

Ganz anders sieht die Situation unter Last aus. Bei aktivierten Lüftern liegt die Temperatur des Prozessors im hinteren Mittelfeld. Die Temperatur der Grafikkarte hingegen ist niedriger als bei allen anderen Gehäusen und stellt mit den 72°C den neuen „Rekord“ dar. Anhand dieses Ergebnisses lässt sich auch erklären wieso die CPU-Temperatur im Verhältnis etwas höher liegt. Durch die im Deckel installierten Lüfter wird die warme Luft nach oben abgesaugt. Die Wärme der Grafikkarte muss dafür allerdings durch den Prozessorkühler und erschwert somit die Kühlung der CPU. Bei dem Versuch unter Last mit deaktivierten Lüftern platziert sich das P380 im Mittelfeld. Insgesamt liefert das P380 interessante Messergebnisse und zeigt, dass das alternative Kühlkonzept aus dem Hause Antec aufgeht. Wer noch einen oder zwei 140 mm Lüfter übrig hat, kann diese in der Front langsam drehend einbauen und sicher noch bessere Ergebnisse erzielen. Alles in allem besitzt das Antec P380 jedoch schon genügend Kühlleistung ab Werk.

Bei der Lautstärkemessung waren wir überrascht, dass wir trotz fehlender Frontlüfter verhältnismäßig hohe Werte unter Last und im Idle hatten. Die Lautstärke an der Seite ist unter Last mit 45,5 db(A) noch moderat. Im Idle liegt die Lautstärke an der Seitenwand etwas höher als bei den meisten Konkurrenten. Durch die etwas höhere GPU-Temperatur im Idle drehen die Lüfter der Grafikkarte natürlich schneller, was wiederum mehr Lautstärke bedeutet. Abschließend ist zu sagen, dass die Lautstärke der Werkslüfter absolut in Ordnung ist. Auch wenn die Lüfter bei voller Drehzahl definitiv hörbar sind, ist das subjektive Empfinden durchaus angenehm. Die Lüfter pfeifen oder klackern nicht, sondern verursachen lediglich ein konstantes Rauschen.

Persönliches Fazit

Das P380 wird vom Hersteller Antec als das neue High-End Gehäuse der Perfomance One Serie beworben. Auf den ersten Blick ähnelt das Gehäuse stark seinem Vorgänger, dem gut bekannten P280. Vor allem im Innenraum wurde viel beibehalten. Die auffälligsten Veränderungen erfolgten an der Außenhaut des Gehäuses. Die massiven und geschlossenen Aluminiumplatten als Front und Deckel heben das P380 optisch und haptisch auf eine neue Ebene. Ob die schicke Optik den Verzicht auf reguläre externe Laufwerksplätze wert ist, muss aber jeder Kaufinteressent für sich entscheiden. Zwar bietet Antec mit dem Montageschlitten eine Option für ein Slim-Laufwerk, doch ist diese Lösung wohl eher eine Notlösung. Ein wirklich cooles Feature ist die Verlagerung des I/O-Panels. Bei Bedarf kann das Panel auch ohne Probleme auf die gegenüberliegende Seite verfrachtet werden. Durch diese Option und die doppelt vorhandenen Rest- und An/Ausschalter ist es völlig egal, auf welcher Seite des Schreibtisches ihr das P380 abstellt. Die Modularität hat Antec auch in den Innenraum mitgenommen und das neue Gehäuse mit modularen Festplattenkäfigen ausgestattet. Damit können Grafikkarten mit bis zu 465 mm Länge oder auch ein zweiter 360 mm Radiator verbaut werden. Dieser Fortschritt bei den Käfigen ist allerdings auch einer der größten Kritikpunkte an dem Gehäuse. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um die Käfig ein- oder auszubauen ist so hoch, dass es dafür guter Nerven bedarf. Wer alle Käfige entfernen möchte, muss sage und schreibe 35 Schrauben entfernen. So manches Gehäuse wird nicht einmal insgesamt so viele Schrauben haben. Bei der Festplattenentkopplung konnte sich Antec allerdings einen Pluspunkt einfahren. Die dicken und weichen Silikonpuffer sorgend dafür, dass keine Schwingungen von den Festplatten auf das Gehäuse übertragen werden.

Das alternative Lüfterkonzept mit zwei 140 mm Lüftern im Deckel geht laut der Benchmarks auf. Die Werte sind vollkommen okay und unter Last mit aktiven Lüftern bleibt die Grafikkarte besonders kühl. Der letzte kleine Kritikpunkt ist der Staubfilter in der Front. So gut erreichbar, wie der seitlich angebrachte Netzteilfilter ist, so schlecht erreichbar ist der Frontfilter. Das Full-Tower Gehäuse mitsamt Hardware auf die Seite kippen zu müssen, um einen Staubfilter zu reinigen, sollte nicht das Maß der Dinge sein.

Die Kritik am Antec P380 soll aber nicht in den Hintergrund stellen, dass das Gehäuse schön anzusehen und gut verarbeitet ist. Aufgrund des gelungenen Designs möchten wir dem Antec P380 an dieser Stelle unseren Style – Tipp Award verleihen.  Alles in allem wird das Antec P380 die Zocker vermutlich in zwei Lager spalten. Die einen, die viel an ihrem PC herumschrauben und spätestens nach zwei Wochen etwas verändern müssen, werden mit dem P380 vielleicht ihre Probleme haben. Die anderen, die ihren PC mit Glück zweimal im Jahr sauber machen und ein edles Gehäuse suchen, liegen mit dem P380 genau richtig. Der Preis ist mit einer UVP von mehr als 200€ wirklich happig und an einer Vielzahl von Stellen nicht angemessen. Dementsprechend hat sich der Preis auf dem Markt bereits reguliert.

Style-Tipp

Antec P380

Ab 150 Euro
Antec P380

Positiv

  • - gutes Kabelmanagement
  • - I/O-Panel und Bedienelemente beidseitig nutzbar
  • - gute Verarbeitungsqualität
  • - effiziente Festplattenentkopplung
  • - edles Design, welches durch Aluminiumpanele vor Front und Deckel aufgewertet wird

Negativ

  • - Festplattenkäfige nur aufwendig demontierbar
  • - Frontstaubfilter umständlich zu entnehmen
  • - Lüftersteuerung könnte nutzerfreundlicher sein

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Euer Harbloxx-Team

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ist es eigentlich möglich das Antrag Symbol unten auf der Vorderseite zu entfernen?
    Sehr guter und ausführlicher Test. Vielen Dank!

    • Sascha

      Hey next,
      vielen Dank für dein Feedback und das Lob. Das Antec-Logo auf der Front lässt sich nicht entfernen. Es scheint so, als hätte Antec die Aluminiumplatten mit einer Fräse bearbeitet und so das Logo aus dem Vollen gefräst.

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