Phanteks Enthoo EVOLV ITX im Test

Phanteks Enthoo EVOLV ITX_logo

Für Großes gemacht, im Kleinen gedacht. So oder so ähnlich könnte das Motto des Phanteks Enthoo EVOLV ITX sein, denn auf engem Raum muss man sich so einiges einfallen lassen, damit der Nutzen nicht hinterherhinkt. Phanteks regelt das bei dem kleinsten Vertreter der Enthoo-Reihe mit  einer gewissen Multifunktionalität mancher Bauteile des Gehäuses. So ist Festplattenkäfig nicht gleich Festplattenkäfig, sondern kann beispielsweise neben SSDs/HDDs auch noch einen Ausgleichsbehälter und eine Pumpe für eine Wasserkühlung beheimaten. Darüber hinaus bietet es aber auch weitere Komfort- und Kabelmanagement-Möglichkeiten wie eine neuartige Radiator-Halterung im Deckel und ein extra Plätzchen für Kabel am Boden.

Das Ganze packt Phanteks auf die Maße eines ITX-Cases und lässt das Phanteks Enthoo EVOLV zum Phanteks Enthoo EVOLV ITX schrumpfen. Ob neben der Größe auch noch die Qualität und Leistung schrumpfen oder das kleine Gehäuse ganz groß rauskommt, erfahrt ihr in unserem Test.

Technische Daten

Maße:230mm  x 395mm x 375mm (B x H x T)
Material:SECC (kaltgewalzter Stahl) / ABS (Plastik)
Gewicht:5.4kg
Formfaktor:mITX
Kühlmöglichkeiten:Front: 2x 120mm / 2x 140mm / 1x 200mm (vorinstalliert)
Deckel: 2x 120mm/2x 140mm
Rückseite: 1x 120mm / 1x 140mm
Radiator Support:Front: bis zu 240mm
Deckel: bis zu 280mm
Rückseite: bis zu 140mm
Filter:Front, Netzteil (wechselbar)
Laufwerke0x 5.25“ (extern)
2x 3.5“ (intern)
1×2.5“ (intern)
Netzteil:Standard ATX
Erweiterungsslots:2
I/O Panel:2x USB 3.0, Audio In/Out, Power, Reset

Verpackung und Lieferumfang

Das Phanteks Enthoo EVOLV ITX haust in einem recht schlichten braunen Pappkarton mit schwarzem Aufdruck. Dieser umfasst auf der Front eine 1:1 Skizze des Gehäuses im geschlossenen Zustand, die Rückseite dagegen umfasst quasi eine Bauzeichnung mit allen Bestandteilen und der ungefähren Position beziehungsweise Höhe im Case. Ansonsten findet man hier nur noch Hersteller-Angaben und eine Auflistung der Features wie beispielsweise Kühlsystem oder multifunktionale Teile. Man bekommt aber dennoch einen recht guten Eindruck von dem, was sich da unter der braunen Pappe verbergen mag. Wie man das so von den Hardware-Behausungen kennt – und wie ihr natürlich auch immer bei unseren Unboxing-Videos sehen könnt – wird auch das Phanteks Enthoo EVOLV ITX sicher von zwei Styropor-Verschalungen geschützt und ist zusätzlich noch in eine große Plastiktüte eingeschlagen. Hier kann also selbst bei unsachgemäßer Behandlung der Verpackung nicht viel passieren.

Der komplette Lieferumfang befindet sich in einem separaten Karton in einem der beiden 3,5″ Festplatteneinschübe und fällt sehr überschaubar aus. Er umfasst neben einer Installationsanleitung nur noch ein kleines Tütchen mit Plastik-Kabelbindern, Schrauben für die Befestigung des Netzteils, des Mainboards sowie auch Ersatz-Schrauben jeder Kategorie. Für die Übersicht haben wir den Inhalt hier noch einmal kurz und knapp zusammengefasst:

–          4x Plastik-Kabelbinder 150mm (schwarz)

–          5x 6-32 * 6mm Sechskantschraube (Netzteil)

–          13x M3.0 *5 mm Flachkopf-Schraube (2,5“ Festplatten)

–          2x 6-32 * 6mm Rändelschraube (Festplattenkäfig, Seitenteile)

Darüber hinaus verfügen aber auch alle weiteren Öffnungen, an welche Lüfter oder Netzteil zum Einsatz kommen, über vorinstallierte großzügige Staubfilter. Andere Öffnungen verfügen zumeist entweder über ein sehr enges Mesh-Gitter oder es handelt sich vielmehr nur um Lüftungsschlitze, welche Staub kaum eine Chance geben. Einzige Ausnahme hier bildet der Platz für den optional zu installierenden Lüfter an der Rückseite. Hier befindet sich kein Staubfilter, da man hier in der Regel von einem Lüfter ausgeht, welcher die warme Abluft von innen nach außen befördert und so einen Filter obsolet macht.

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Phanteks Enthoo EVOLV ITX_2

Aussehen – außen

Hat man das Phanteks Enthoo EVOLV ITX erst einmal aus seiner schützenden Hülle gepellt und vor sich hingestellt, bietet sich einem der Anblick von einem recht schlichten aber durchaus schönen ITX-Case. Auf den ersten Blick wirkt es auch sehr robust wie wertig und man kann auf einen hohen Grad an Verarbeitungsqualität hoffen. Die klaren Linien im Design werden einerseits durch die abgeschnittenen Ecken am Deckel und am Boden mit den bekannten Lüftungsschlitzen, andererseits durch die oben und unten bauchig verbreiterte Front-Platte innerhalb des Rahmens unterbrochen.  Dieses Erscheinungsbild kennt man bereits vom großen Bruder, dem Phanteks Enthoo EVOLV, und es wusste auch schon dort zu überzeugen. Im Vergleich zu diesem fällt einem aber direkt auf, dass das Front-Panel mit den zwei USB 3.0 und den Audio In/Out Anschlüssen von der Seite nach vorn an das obere Ende der Vorderseite gerückt ist. Außerdem gestellt sich zu diesen Anschlüssen noch der kleine Reset-Button. Der Start-Button hingegen ist von der Seite in den Deckel gewandert und befindet sich nun mittig unweit der Front-Kante des Rahmens. Soweit eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der Erreichbarkeit und keinesfalls störend für die Optik – gut gemacht! Wie auch bei dem großen Vorbild befindet sich die Power-LED beim Phanteks Enthoo EVOLV ITX ebenfalls hinter dem kleinen durchsichtigen Streifen in der unteren Hälfte des Front-Deckels. Das Gehäuse kommt mit der geschlossenen Front (Achtung! Kein Slot für externe Laufwerke vorhanden!) und – in der Modellversion PH-ES215PC_BK – den geschlossenen Seiten ohne Sichtfenster zwar recht schlicht aber äußerst edel daher – klein aber oho!

Mit den Seitenteilen kommt aber auch schon die nächste Auffälligkeit an Unterschieden zwischen dem Phanteks Enthoo EVOLV und der ITX-Version. Anders als bei der großen Version ist man beim Phanteks Enthoo EVOLV ITX wieder von der Idee mit den Scharnier-Türen ohne Rändelschrauben abgekommen. So werden die Türen wieder ganz normal über den bekannten Schieb- und Schraubmechanismus befestigt und können komplett abgenommen werden. Dies dient wohl vor allem dem Komfort in Sachen Ein- und Ausbau von Hardware. Der hohe Verarbeitungsgrad der Türen blieb dabei jedoch nicht auf der Strecke. Sie sind nach wie vor so stabil und hervorragend lackiert wie zuvor. Darüber hinaus wurden die Rändelschrauben noch mit Gummi-Beilegscheiben versehen, damit Kratzer im Lack durch zu festes Anziehen der Schrauben keine Chance haben.

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Die Front-Platte der geschlossenen Front, welche rings herum einen Zwischenraum zum Gehäuse-Rahmen lässt, lockert das schlichte Design durch das gewohnt geschwungene Profil auf. Einerseits sorgt die Front so für eine Möglichkeit für einen sicheren Griff für den Transport. Andererseits gewährleistet sie so die Luftzufuhr für den dahinter gelegenen, üppigen und vorinstallierten 200mm Lüfter. Dabei handelt es sich um den hauseigenen Phanteks PH-F200SP Lüfter  mit schwarzem Rahmen und weißem Rotor. Dieser dreht mit einer Geschwindigkeit von 800 ± 250 rpm, sorgt dabei für einen statischen Druck von 1.04mm H2O und einen Airflow von 110.1 CFM bei gerade einmal 25 dB (A) Lärmemission. Wie dieser sich auf die Gesamtlautstärke auswirkt, dazu gibt es später weitere Informationen.

Der Clou: Wie auch beim kürzlich getesteten NZXT S340 Gehäuse, sind auch beim Phanteks Enthoo EVOLV ITX die Front und der Front-Rahmen mit dem Front-Panel voneinander getrennt. So lässt sich die Front-Platte problemlos vom Rahmen trennen. Der Mechanismus ist dabei so simpel wie genial. Es handelt sich hier um eine Kugelverbindung, bei welcher einfach ein Stift mit verdicktem kugelförmigen Ende in eine Halterungsvorrichtung gedrückt beziehungsweise aus dieser gezogen wird. Dies stellt eine viel komfortablere und elegantere Lösung als Schrauben oder Push-Pins dar und geht spielend von der Hand – vorbildlich!

Die Rückseite schockt auf den ersten Blick mal wieder mit den hässlichen und recht groß geratenen Aufklebern, wie man sie bereits vom großen Bruder der Enthoo Familie kennt. Hier wurde also leider weder nachgebessert, noch darauf verzichtet. Darüber sorgen die vier Rändelschrauben, welche die beiden Seitenteile fest am Gehäuse halten, für viel Komfort. Auf Höhe der Erweiterungsslots findet man eine kleine Ausbuchtung. Diese dient dazu, dass die Schrauben von innen nach außen verlagert wurden und man nicht im Inneren des Gehäuses großartig mit einem Schraubendreher hantieren muss, um beispielsweise die Grafikkarte vom Gehäuse zu lösen – komfortabel! Zu guter Letzt werfen wir noch einen kleinen Blick auf die Unterseite. Hier  fallen einem sofort die vier großzügigen Gummi-Standfüße und der Staubfilter für das Netzteil auf. Ansonsten wurde im Vergleich zur ATX-Version beim Phanteks Enthoo EVOLV ITX der Rahmen ein wenig verschmälert, so dass man den Staubfilter nun nicht mehr fummelig zwischen Rahmen und Case-Body herausziehen muss, sondern ihn gut erreichen kann.

Alles in allem macht das Phanteks Enthoo EVOLV ITX von außen zwar einen sehr schlichten und recht unauffälligen, aber dennoch sehr wertigen und vor allem edlen Eindruck.

Aussehen – innen

Bei so einem funktionalen wie optisch ansprechenden Design muss es einen Haken geben? Ob dieser vielleicht im Inneren liegt, erläutern wir in diesem Abschnitt des Testberichts. Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Innere vom Äußeren praktisch nicht. Es wurde der gleiche Lack verwendet, welcher ebenso wie bereits auf der Außenseite hervorragend verarbeitet wurde. Hinsichtlich des Lacks gleichen sich also Innen- und Außenseite wie ein Ei dem anderen. Viel größeren Wert als auf den Lack setzt Phanteks aber, wie bereits anfangs gewähnt, auf ihr Multifunktionalitätskonzept auf solch einem engen Raum wie einem ITX Case. So wird einerseits versucht, das Bestmögliche aus dem kleinen Platz herauszuholen, andererseits sollen dabei aber weder Komfort noch Bedienbarkeit darunter leiden. Phanteks erreicht dies maßgeblich über zwei Innovationen:

1.) Die Multifunktions-Mid Plate, welche je nach genutzten Bohrungen entweder 3,5″ Festplatten, 2,5″ Festplatten (SSDs) oder die Pumpe und Ausgleichsbehälter einer Wasserkühlung beheimatet. Je nach Größe der jeweiligen Teile ist wohl auch eine Mischbestückung mehrerer Teile denkbar.

2.) Das neue, einzigartige Mounting-System für Wasserkühlungen im Deckel des Gehäuses, für welches man nicht den Deckel selbst deinstallieren muss, sondern eine Art Schublade am Gehäuse lösen kann und einfach an dieser die Lüfter und den Radiator befestigen kann. Danach schiebt man dieses modulare Teil einfach wieder an den alten Platz zurück.

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Besonders gut gefällt einem jedoch etwas anderes, das einem sofort nach Entfernung des Seitenteils auffällt. Der Mainboard-Schlitten verfügt über eine sehr große Aussparung, welche es nicht nur sehr leicht macht, jedweden Kühler ohne Ausbau des Mainboards zu installieren. Darüber hinaus ist es auch ein Leichtes bei moderneren mITX-Brettern den meist auf der Rückseite gelegenen M.2-Slot zu erreichen – ausgezeichnet!

Zwar verfügt das Phanteks Enthoo EVOLV ITX an der Rückseite über keinen Kabelkanal wie beispielsweise das von uns getestete MS-TECH X7 Crow, dafür sind hier zwei Klettverschlüsse festgeschraubt, welche die Kabel in einer extra dahinterliegenden Kuhle im Zaum halten. In dieser Kuhle liegen bereits ab Werk auf die Kabel des Front-Panels. Natürlich sind, passend zum schlichten schwarzen Erscheinungsbild, auch all diese Kabel sowie deren Anschlüsse in Schwarz gehalten – perfekt!

Wie auch schon beim großen Bruder versucht man auch hier möglichst wenig Plastik im Innenraum zu verwenden. Dies mag auch weitestgehend der Fall und gut gelungen zu sein. Spätestens beim Blick auf die zwei 3,5″-Festplatteneinschübe fällt einem doch schmerzlich auf, dass einmal mehr genau an dieser Stelle wieder an Metall gespart wurde und Kunststoff zum Einsatz kommt. In diesem Fall sogar noch sehr dünner und nicht sonderlich stabil wirkender. Das macht auch das innovative werkzeuglose Montagesystem mit Schnappverschlüssen für die 3,5″ Festplatten nicht wett – schade! Ironischerweise kommt jedoch bei dem versteckten 2,5″ Festplatten-/SSD-Tray an der Rückseite des Mainboard-Schlittens statt Plastik Metall zum Einsatz. Ein sehr positiver Aspekt, welchen wir bitte bei der nächsten Enthoo Version auch für die anderen Festplatten-Halterungen sehen möchten. Dass so etwas funktionieren kann, zeigte unser Test des NZXT S340.

Sehr positiv fällt jedoch auf, dass die Basis der Multifunktions-Mid Plate quasi auch als eine Art Shroud dient, die lediglich durch ein kleines Sichtfenster einen Einblick auf das verbaute Netzteil erlaubt. Alle weiteren Kabel verschwinden jedoch hinter der Blende – ausgezeichnet! Allerdings muss man hier, da sich natürlich im Bauch dieser Shroud auch wieder der 3,5″ Festplattenkäfig versteckt, sehr darauf achten, was man in seinem Build alles an Stromkabeln benötigt. Gerade bei voll- oder semi-modularen Netzteilen hat man sonst ein ziemliches Problem, die Kabel hinterher noch anzubringen.

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Im Gegensatz dazu kann man die Mid Plate im Falle eines Falles aber auch entfernen. Man verspielt sich damit allerdings zu Gunsten einer längeren Grafikkarte den Platz für etwaige weitere 2,5″ Laufwerke oder anderen Komponenten. Dafür muss man nur auf der Vorder- und Rückseite des Bauteils je zwei Rändelschrauben lösen und schon lässt sich der Käfig herausnehmen.

Der Clou: Sowohl die Mid Plate wie auch der Platz für den 3,5″ Festplattenkäfig können mit optionalem Zubehör auch noch anderweitig verwendet werden. Mit dem Phanteks PH-SDBKT_01 beziehungsweise PH-HDDKT_01 (nicht im Lieferumfang enthalten) bekommt man noch einen weiteren SSD- respektive HDD-Platz. Mit dem Phanteks PH-PUMBKT_01 (nicht im Lieferumfang enthalten) kann man entweder auf der Mid Plate oder im Bauch der Shroud statt dem 3,5″ Käfig eine Pumpe für eine DIY Wasserkühlung unterbringen. Für Freunde der umfangreichen Kühlung kann man ebenfalls versteckt an der Rückseite des Mainboard-Trays über vorgefertigte Bohrungen den Phanteks PH-PWHUB_01 PWM-Hub (nicht im Lieferumfang enthalten) installieren und seine Kühlungsmöglichkeiten um ein Vielfaches, genauer sechs Channel mit maximal bis zu elf Lüftern, erweitern. Zumal jeder weiß, dass es bei mITX-Hauptplatinen meist knapp um PWM-Anschlüsse bestellt ist – ausgezeichnet! Zwar wäre es schön, die ein oder andere Erweiterung auch im Verpackungsinhalt zu sehen, aber man kann nun mal nicht immer alles haben.

Wie bereits erwähnt, verfügt der ITX-Tower über einen bereits vorinstallierten 200mm Lüfter in der Front. Dieser fügt sich perfekt in das aufgeräumte Bild des Innenraums ein und fällt wegen der Shroud und der Mid Plate trotz weißem Rotor nicht sonderlich auf. Er verfügt zwar nur über einen 3pin-Anschluss, doch da in den meisten Fällen solche großen Lüfter ohnehin nicht sonderlich schnell rotieren, soll dies die Lautstärke wenig negativ beeinflussen, doch dazu später mehr.

Darüber hinaus soll noch erwähnt sein, dass sowohl das Netzteil, sowie die 3,5″ Festplatten und der versteckte 2,5″ SSD-Platz über eine gummierte Entkopplung verfügen.

Material und Verarbeitung

Ein ITX Gehäuse, welches satte fünf Kilogramm auf die Waage bringt, besteht wohl zu einem sehr großen Teil aus Stahl – so die Vermutung. Mal abgesehen von ein paar wenigen und zumeist recht dünnen Ausnahmen wie Teile der Front-Blende, Teile der Gehäuse-Front, dem rückseitigen Gehäuse-Rahmen, den Staubfiltern, den Laufwerkseinschüben und ein paar gummierte Entkopplungen und Kabel- beziehungsweise Schlauchdurchführungen mag dies auch der Fall sein. Da ist zwar noch etwas Luft nach oben, aber auf jeden Fall ist man hier deutlich auf dem richtigen Weg – vorbildlich!

Anders als bei vielen der zuletzt getesteten Gehäuse und recht ähnlich zu anderen Vertreten der Enthoo- beziehungsweise Enthoo EVOLV Serie, gibt es auch hier wieder viele bewegliche oder modulare Teile. Umso wichtiger ist es, die kritischen Punkte mit Stahl zu versehen und von Plastik abzulassen. Dem kommt Phanteks auch in vielen Punkten nach. So sind beispielswesie die Halterungen sowie der Wasserkühlungs-Tray selbst aus Stahl gefertigt. Gleiches gilt für die Mid Plate, die Shroud und die Drop ‚n‘ Lock SSD Halterung an der Rückseite des Mainboard-Trays. Anders als bei so mancher anderer Shroud kann man aber das, was sich ab Werk im Bauch befindet – den 3,5″ Festplattenkäfig – jedoch auch entfernen. Doch selbst dort, wo geschraubt und auch genietet wurde, ist alles bestens verarbeitet. Ganz allgemein sind eigentlich sämtliche Gewinde und Schrauben ausnahmslos hervorragend verarbeitet. Ganz zu schweigen von den extra dicken Stahl-Bauteilen. Da klappert nichts, da wackelt nichts und da ist nichts so dünn, dass man Angst hat es auch nur zu berühren – klasse!

Der Lack in einer Art Pulverbeschichtungs-Optik auf der Außenseite und der Innenseite glänzt mit ausgezeichneter Verarbeitung sowie Qualität und ist darüber hinaus nicht einmal sonderlich anfällig für Fingerabdrücke oder Schlieren – ausgezeichnet!

Scharfe Kanten oder Ecken wurden weder im Außen- noch im Innenbereich gefunden. Einzig der Wasserkühlungs-Tray des Deckels weist fast durchweg unschön gearbeitete Stanzränder auf, welche zwar nicht direkt scharf sind, jedoch mindestens rau. Etwas wildere Arbeiten sorgen hier aber bestimmt für wunde Hände. An dieser Stelle muss noch nachgebessert werden. Wie so oft gilt eben: Der Teufel steckt im Detail!

Zusammenfassend kann man jedoch sagen, dass das Phanteks Enthoo EVOLV ITX einen hohen Verarbeitungsstandard besitzt und man viel daran setzt, von der Verwendung von zu viel Plastik wegzukommen.

Phanteks Enthoo EVOLV ITX_17
Phanteks Enthoo EVOLV ITX_18

Leistung

Testsystem:

CPUIntel Core i5 4670K @ 4,3 GHz
MainboardMSI Z97I ACK
ArbeitsspeicherKingston HyperX Blu Black 8GB 1600MHz
SSDKingston HyperX 3K 120GB
NetzteilSeasonic G-750/ 750 Watt Gold zertifiziert
GehäusePhanteks Enthoo EVOLV ITX
KühlerNoctua NH-D15
BetriebssystemWindows 8.1 Pro 64bit

Die Temperaturentwicklung im Gehäuse ermitteln wir insgesamt viermal. Diese wird im Idle und unter Last einmal mit und einmal ohne den werkseitig installierten 200mm Gehäuselüfter gemessen. Für die Messungen unter Last wird der auf 4,3 GHz übertaktete Prozessor mit Prime95 ausgelastet. Danach werden die Temperaturen mit Hilfe von unseren Standardtools ausgelesen. Um softwareseitige Messfehler zu minimieren, verwenden wir “AIDA64” als zweites unabhängiges Auslesetool. Zu beachten: Da es sich bei dem Phanteks Enthoo EVOLV ITX um ein kompaktes Gehäuse mit nur zwei Erweiterungsslots handelt, unsere Grafikkarte für unsere Tests jedoch drei Slots benötigt, fallen die Temperatur- und vor allem auch die Lautstärke-Entwicklung möglicherweise geringer aus als üblich!

Wie bereits erwähnt verfügt das Phanteks Enthoo EVOLV ITX über einen 200mm großen vorinstallierten Lüfter in der Front. Dieser dreht mit gerade einmal 800rpm (±250) und sorgt so mit seinen gerade mal 25 dB(A) maximaler Lautstärkenemission laut Hersteller nicht merklich für ein besonders lautes System. Subjektiv betrachtet hört man dank des hochwertigen UFB (Updraft Floating Balance) Bearings weder Surren noch Fiepen. Das einzige Geräusch, welches vom Lüfter ausgeht, ist der recht dumpfe, tieftönige Luftzug, welches der statische Druck von 1.04mm H2O beziehungsweise Airflow von 110.1 CFM erzeugt – recht angenehm! Wichtig! Keine Grafikkarte aufgrund von Inkompatibilität verbaut. Die Lautstärke ist dadurch, im Vergleich zu anderen Gehäusen, geringer.

Persönliches Fazit

Mit dem Phanteks Enthoo EVOLV ITX bekommen alle Liebhaber von kleinen Systemen, egal ob mit oder ohne Sichtfenster, ein grundsolides Gehäuse mit ausgeklügeltem Design für maximierte Ausnutzung des gegebenen Raums. Die serienmäßige Shroud mit ordentlich Stauraum in deren Bauch sowie die gegebenen Möglichkeiten für Kabelmanagement sorgen für einen äußerst aufgeräumten Build und besten Airflow. Die Multifunkions-Mid Plate, die Erweiterungsmöglichkeiten durch optionales Zubehör, die großzügige Aussparung im Mainboard-Tray, die Kugelverbindungen bei den gesteckten Bauteilen sowie das innovative modulare Element für Wasserkühlungen im Deckel sorgen für einfachste Installation und Umbaumöglichkeiten bei wohl höchstmöglichem Komfort. Das Case weist auch einen recht hohen Grad an Verarbeitung auf, spart dabei auch nicht an Stahl – vor allem hinsichtlich der Dicke – und besticht darüber hinaus auch mit einem tollen Design. Sämtliche Schrauben gehen zart wie Butter und halten gleichzeitig aber die Teile, die sie verbinden, bombenfest an ihrem Platz.

Einziger Wermutstropfen mögen die 3,5″ Laufwerkshalterungen aus recht dünnem Plastik sein, wo eindeutig an der falschen Stelle gespart wurde. Auch die teils recht scharfen, beziehungsweise unsauber entgrateten Ränder im Wasserkühlungs-Tray könnten etwas besser gearbeitet sein.

Ansonsten kann man hier jedoch bedenkenlos zugreifen und wird eigentlich, wenn man die benannten Punkte wie beispielsweise die Platzknappheit um das Netzteil herum bei installiertem 3,5″ Festplattenkäfig beachtet, nicht enttäuscht. Mit dem Phanteks Enthoo EVOLV ITX bekommt man ein kleines aber feines sowie edles Zuhause für ein Mini-System, welches man ohne großen Aufwand spielend einfach um- oder nachrüsten kann.

Für die dargebotene Leistung, die serienmäßige Shroud und das durchdachte Design mit der Multifunktions-Mid Plate und den umfangreichen Komfort-Möglichkeiten beim Ein- und Umbau, verbunden mit einem Preis von rund 70€ hat sich das Phanteks Enthoo EVOLV ITX allemal den Hardbloxx Preis/-Leistungs-Tipp Award verdient.

MS-TECH X7 Crow

Phanteks Enthoo EVOLV ITX

69,90€
Phanteks Enthoo EVOLV ITX

Positiv

  • - optisch sehr ansprechendes und zeitloses Design
  • - optimiertes Konzept zur Nutzung des ITX-bedingten geringen Platzangebots
  • - hoher Grad an Verarbeitung
  • - sehr große Aussparung im Mainboard-Tray
  • - umfassende Komfort-Funktionen für den Ein- und Umbau

Negativ

  • - keine externen Laufwerksschächte
  • - kleine Mängel in der Verarbeitung des Wasserkühlungs-Trays

Euer Hardbloxx-Team

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