Devil May Cry 4: Special Edition im Test [Xbox One]

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Es ist noch nicht allzu lang her, da spendierte Publisher Capcom DmC: Devil May Cry, dem fünften Teil rundum Dämonenjäger Dante, eine Remaster-Fassung für die Current-Gen Konsolen. Besagte Fassung kam sowohl bei uns als auch bei der Community sehr gut an, sodass mit Devil May Cry 4: Special Edition eine weitere Remaster-Fassung eines Devil May Cry veröffentlicht wurde. Erhältlich auf den beiden Current-Gen Konsolen und dem PC, erweitert Devil May Cry 4: Special Edition das Abenteuer aus der Original-Fassung um eine überarbeitete Grafik und mehr Inhalt. Ob das altbekannte Flair der Dämonenhatz erhalten blieb oder ob es sich bei dem Titel nur um aufgewärmte Suppe handelt, klärt unser Testbericht.

Liebe, Hinterhalt und Rache

Mit Devil May Cry 4 führte Capcom erstmals nach langer Zeit einen neuen, wichtigen Charakter in der Welt von Dante und seinen Verbündeten ein. Nero ist sein Name und der junge Mann ist Dämonenjäger bei dem Orden des Schwertes. Eines Tages trifft Nero das erste Mal in seinem Leben auf Dante, doch die Begegnung könnte grotesker gar nicht sein. Während eines Gebets in der Kirche des Ordens kommt Dante nämlich vom Dach des Gebäudes in das Innere gesprungen und erschießt kurzer Hand das Oberhaupt des Ordens. Im Rahmen eines Kampfes zwischen Nero und Dante bietet das Spiel ein Tutorial für Neulinge der Reihe an und erklärt durch verschiedene Aspekte das Kampfsystem von Devil May Cry 4: Special Edition. Es gelingt Nero allerdings nicht, den Dämonenjäger erfolgreich zu erledigen, Dante entkommt mit Leichtigkeit. Daraufhin beauftragt uns Credo, einer der Kollegen Neros, den Mörder zu fassen und zur Strecke zu bringen. Was wir an dieser Stelle noch nicht wissen, ist, dass sich hinter Devil May Cry 4: Special Edition eine ganz andere Geschichte verbirgt, als manch jemand zum Anfang des Spiels vermuten mag: Denn neben der Tatsache, dass wir zunächst Dante jagen müssen, hat der Orden auch Kyrie, die Geliebte von Nero, gefangen genommen. So ergibt sich eine klassische Story aus Intrigen, Hinterhalt, Liebe und Ehre, die sich zwar vieler Klischees bedient, doch durch ihre Aufmachung trotzdem interessant gestaltet ist. Dass sich Devil May Cry auch im vierten Teil, wie gewohnt, an vielen Stellen nicht einmal selbst wirklich ernst nimmt, rundet das ganze Paket ab.

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„…and the Devil May Cry“

In Devil May Cry 4: Special Edition warten insgesamt 20 verschiedene Kapitel darauf, von uns abgeschlossen zu werden. Dabei wechselt das Spiel gekonnt zwischen einfachen Lauf-Passagen, Rätseln und den altbekannten Kämpfen gegen die Dämonen-Horden, die uns von unserem Ziel abhalten wollen. Wie bereits in den vergangenen Teilen der Reihe, hat Capcom auch hier ein absolut passendes Kampfsystem zu bieten. Neulinge finden beispielsweise mit der automatischen Kombo-Option eine nette Hilfe, mit der unser Charakter, wie der Name vermuten lässt, automatisch verschiedene Kombos im Kampf loslässt, lediglich indem wir die Angriffs-Taste hämmern. Wer es nicht ganz so einfach haben möchte, der kann diese Funktion ausschalten und jede der unzähligen Kombinationen von Hand auf die Gegner dreschen. Dabei steht uns mit jedem der Charaktere eine Hand voll Ausrüstung zur Verfügung, die sich im Laufe des Spiels erweitert. Neben dem Nahkampf stehen nämlich jedem Kämpfer auch Schusswaffen zur Verfügung. Somit lassen sich die Schlachten gegen die Gegnerhorden mit Hilfe vieler verschiedener Möglichkeiten gestalten. Wird es dann doch einmal zu knapp, so haben wir immer noch eine Auswahl an Gegenständen in unserem Repertoire, die uns das Abenteuer etwas erleichtern können. So können wir uns etwa mit einem grünen Lebensstern heilen, mit dem Weihwasser allen Gegnern in der Umgebung erheblichen Schaden zufügen oder mit dem Teufelsstern unsere Devil Trigger-Leiste wieder etwas auffüllen. Der sogenannte Devil-Trigger bietet eine Art Verwandlung, mit der wir unsere innere Dämonenform freisetzen. Das Ergebnis davon ist, dass wir deutlich mehr Schaden an den Feinden verrichten, als ohne Devil Trigger. Allerdings nimmt die dazugehörige Leiste mit der Zeit, die wir in der Form verbringen ab, bis der Devil Trigger schließlich verschwindet, sobald die Leiste leer ist. Durch das Vermöbeln von Gegnern und das Benutzen der besagten Sterne lässt sich diese wieder füllen.

Zwar hält sich das Grundkonzept des Kampfsystems bei jedem Charakter gleich, doch jeder hat seine eigenen, einzigartigen Merkmale, welche dieses noch ein Stück ausschmücken. Nero beispielsweise besitzt seinen Devil Bringer, eine Art verfluchten Arm, mit dem er Gegner an sich oder sich selbst zu ihnen heranziehen und daraufhin mit dem Devil Bringer brutale Angriffe ausführen kann. Zwar hat Dante keinen Ersatz zum Devil Bringer, doch besticht er mit seinen aus dem dritten Teil bekannten Kampf-Styles. Per Steuerkreuz lässt sich zwischen den insgesamt vier Kampf-Styles wechseln, wobei sich jeder auf ein bestimmtes Einsatzgebiet spezialisiert. Der Trickster ermöglicht uns schnelle Moves im Kampf, mit denen uns bei gutem Timing kaum noch ein Gegner trifft, der Swordmaster lässt uns unsere Gegner mit Hilfe vieler Kombos unseres Schwertes Rebellion verdreschen. Mit dem Gunslinger haben wir Zugriff auf stilvolle Moves mit unseren Schusswaffen und mit Hilfe des Royalguard-Styles können wir auf Knopfdruck gegnerische Angriffe abwehren.

Devil May Cry 4 Special Edition 04

Devil May Cry 4 Special Edition 16

Mehr Charaktere = Mehr Spaß?

Bevor es aber überhaupt losgeht, haben wir in Devil May Cry 4: Special Edition erstmals die Wahl zwischen drei verschiedenen Story-Strängen. War die Kampagne des Original-Titels noch ausschließlich mit Nero & Dante spielbar, hat Capcom dem Spieler im Remaster zwei neue Stränge mit drei spielbaren Charakteren spendiert. Dabei handelt es sich um Vergil, Trish und Lady, also allesamt Charaktere, die man bereits aus früheren Teilen kennt. Aufgeteilt wird das Ganze in eine Story, die wir komplett mit Vergil und seinem legendären Schwert Yamato spielen, und eine weitere, bei der es sich um Dante’s Freundinnen Trish und Lady dreht. Im Grunde genommen bieten die beiden weiteren Story-Stränge den gleichen Inhalt, wie die Geschichte um Nero & Dante, es wurden lediglich einige Zwischensequenzen gestrichen, beziehungsweise eingeführt. Haben wir also die Story, beziehungsweise den Charakter unserer Wahl gefunden, befinden wir uns meist nach einer kurzen Einführung in der aktuellen Kapitel-Übersicht, welche uns vor jedem der 20 Kapitel erwartet. Dort haben wir die Möglichkeit, wieder in die Missions-Auswahl zurückzukehren oder uns in einem Extra-Menü Power-Ups zu kaufen. Denn ganz ohne Verstärkungen kommt selbst der beste Dämonenjäger nicht aus.

Die Power-Ups selbst unterteilen sich in Fertigkeits-Verbesserungen und Objekte. Letztere können wir uns mit Hilfe der Währung in Devil May Cry, den roten Orbs, erstehen. Rote Orbs sind überall in den Kapiteln versteckt oder werden Gegnern fallen gelassen. Neben den klassischen Gegenständen, wie etwa Heilungs-Sterne oder jene, mit denen wir unseren Devil Trigger auffüllen, finden wir im Shop spezielle blaue und später auch violette Kugeln. Beide erhöhen unsere Gesundheits-, sowie Devil Trigger-Leiste permanent und können in begrenzter Stückzahl gekauft werden. Kommen wir also wirklich einmal in einem der Kapitel nicht weiter, so lohnt es sich, in die Missions-Auswahl zu gehen und dort einfach Missionen zu wiederholen, bis man genügend rote Kugeln gesammelt hat, um sich vollständig auszustatten. Mit dem Spielverlauf werden nämlich nicht nur die normalen Gegner stärker, sondern auch die Bossgegner, welche uns in diversen Kapiteln an unser virtuelles Leder wollen. Die Kämpfe mit diesen sind im Allgemeinen fordernd, aber fair gestaltet. Jeder Boss hat seine eigene, signifikante Schwäche und im Endeffekt kommt es in den meisten Fällen lediglich auf Timing, sowie eigene Übung an. Haben wir ein Level erfolgreich beendet, so belohnt uns Devil May Cry bekanntermaßen mit einem Missions-Rang und einer dementsprechenden Belohnung. Der Missions-Rang setzt sich aus der gebrauchten Zeit, dem Stil-Rang und den gesammelten roten Orbs zusammen. Es ist also nicht nur wichtig, nahezu alles einzusammeln und so schnell wie möglich durch das Level zu rasen, sondern auch die Gegner stilvoll um ihr Leben zu bringen. Je nach dem, welchen Rang wir schlussendlich bekommen, werden wir zudem mit roten Orbs und stolzen Seelen belohnt. Stolze Seelen benötigen wir für die besagten Fertigkeits-Verbesserungen, mit der wir unseren Waffen mehr Kombos spendieren oder uns selbst neue Fähigkeiten beibringen können.

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Viel Sammelbares

Im Allgemeinen kann man die Schwierigkeitsgrade in Devil May Cry 4: Special Edition als durchaus fordernd bezeichnen. Zwar gibt es davon ganze sieben Stück, doch bereits auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad „Mensch“ könnten sich Genre-Neulinge gefordert sehen. Hat man jedoch erst einmal in den ganzen Prozess und das Spielprinzip an sich hereingefunden, gehen die Kombos fast schon blind von der Hand und auch höhere Schwierigkeitsgrade lassen sich mit einer gewissen Geduld und Respekt vor den Feinden durchaus bewältigen. Auch Sammelwütige werden in Devil May Cry 4: Special Edition definitiv ihren Spaß finden, denn abseits der im Shop erhältlichen blauen Kugeln, lassen sich in den 20 Kapiteln verschiedene Stücke einer blauen Kugel finden. Zumeist gut versteckt, setzt sich aus vier dieser Stücke eine ganze blaue Kugel zusammen, die unsere Gesundheit dauerhaft erhöht. Eine andere Möglichkeit, an solche Stücke zu gelangen, bieten die sogenannten Geheimmissionen. Mit zwölf Stück an der Zahl sind diese als rote Zettel getarnten Extra-Missionen in der gesamten Story verteilt. In jeder einzelnen Geheimmissione müssen wir ein besonderes Ziel erfüllen, um bei erfolgreichem Abschluss mit einem weiteren Stück einer blauen Kugel belohnt zu werden.

Einen wichtigen und kritischen Punkt hat Capcom allerdings mit der überarbeiteten Fassung noch immer nicht wirklich behoben: Die Kameraführung ist an diversen Stellen im Spiel noch immer etwas misslungen. Durch die Tatsache, dass wir in Devil May Cry 4: Special Edition teilweise große Strecken zurücklegen, macht die Kamera natürlich gewisse Sprünge. Manchmal werden diese jedoch etwas schlecht ausgeführt, sodass die Kameraposition des Öfteren auf einmal völlig entgegen gesetzt zu dem ist, was uns im Gebiet vorher begleitete. Speziell wenn man die Kapitel schnell beenden möchte, weil man beispielsweise einen S-Rang für die benötigte Zeit haben möchte, nervt dieser Umstand das eine oder andere Mal.

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Grafische Überarbeitung und hervorragender Soundtrack

Technisch hat Capcom den Konsolen einen Umstand spendiert, den wir zwar heute nicht mehr zu selten antreffen, der jedoch noch lang nicht als selbstverständlich wirkt. Devil May Cry 4: Special Edition läuft nämlich auf beiden Konsolen in nativem 1080p und durchweg mit 60 FPS. Dadurch kommt ein noch besseres Spiel-Erlebnis auf, als es der Titel mit seinen actionreichen Kämpfen ohnehin schon in der Original-Version bot. Allgemein wurden auch die Texturen größtenteils überarbeitet, doch an gewissen Stellen sieht man dem Spiel an, dass das Original auf der Xbox 360, beziehungsweise der PlayStation 3 erhältlich war. Hier und da schleichen sich nämlich matschige Texturen in die sonst recht gut designte Spielwelt.

Einen Aspekt, den Capcom glücklicherweise nicht überarbeitet hat, ist der Soundtrack. Wie schon in der Original-Version werden wir im Kampf von verschiedenen Rock-Stücken begleitet und speziell die Musik bei den Bosskämpfen von Devil May Cry 4: Special Edition unterstreicht die gewaltigen Kreaturen gekonnt.

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Persönliches Fazit

Das gewohnt gute Devil May Cry-Feeling mit neuen Inhalten, allerdings auch mit den wenigen alten Schwächen – so lässt sich Devil May Cry 4: Special Edition am ehesten beschreiben. Die grafische Verbesserung und 1080p + 60 FPS auf der Konsole bringen frischen Wind in das actionreiche Gameplay der Dämonenhatz und auch die Auswahl an insgesamt drei neuen Charakteren wird den einen oder anderen Fan sicherlich begeistern. Doch wie gesagt, sind auch die Schwächen des Titels geblieben. Die Kameraführung ist noch immer an diversen Stellen im Spiel teilweise katastrophal gelöst und macht die Kämpfe, sowie das Spielen auf Zeit nicht nur teilweise schwer, sondern nervt auch noch an vielen Stellen. Das ist allerdings nur ein kleiner Kritikpunkt an dem sonst so ausgefeilten Gameplay, denn hier kommen sowohl Genre-Neulinge, als auch Devil May Cry-Veteranen wieder einmal voll auf ihre Kosten. Wer sich in typischer Hack’n’Slay-Manier durch Gegnerhorden und riesige Bosse schnetzeln möchte, der findet mit Devil May Cry 4: Special Edition nun auch auf den Current-Gen Konsolen einen geeigneten Titel.

Devil May Cry 4: Special Edition

24,99€
Devil May Cry 4: Special Edition
87.5
87.5

Gameplay

88 / 100

Perfekt abgestimmtes Gameplay, nervige Kameraführung trübt das gute Bild allerdings ein wenig

    Story

    82 / 100

    Interessante Geschichte, aber auch nicht mehr und nicht weniger

      Grafik

      85 / 100

      Solider Grafikstil und 1080p + 60 FPS, jedoch einige matschige Texturen

        Sound

        91 / 100

        Gewohnt rockiger Soundtrack, besonders bei Bosskämpfen überragend

          Umfang

          89 / 100

          Einige neue Charaktere, Geheimmissionen und der blutige Palast bieten einiges an Umfang

            Spielspaß

            90 / 100

            Durch die vielen Spiel-Optionen finden hier sowohl Genre-Neulinge, als auch Veterane ihren Spaß am Spiel

              Positiv

              • - Hervorragend abgestimmtes Gameplay
              • - 1080p + 60 FPS
              • - Gewohnt überragender Soundtrack
              • - Durch neue Charaktere mehr Umfang
              • - Sowohl für Neulinge, als auch Profis geeignet

              Negativ

              • - Manchmal nervige Kameraführung
              • - Teils matschige Texturen

              Devil May Cry 4: Special Edition ist sowohl auf Xbox Live, als auch im PSN und auf Steam erhältlich.

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              Euer Hardbloxx-Team
              Testbericht erstellt von Hardbloxx.MrChrischan

              Christian Herkner

              Veröffentlicht von

              19 Jahre alt, gebürtiger Ossi und hat das Gefühl, er wäre schon mit Pixel im Blut geboren worden, zockt er doch schon seit er denken kann. Angefangen als Konsolero kam wenig später die Leidenschaft zum PC dazu und der typische Nerd war geschaffen. Gezockt wird alles Mögliche, von Action, über Adventure bis hin zu Horror. Favorisiert werden RPGs á la Final Fantasy oder Rennspiele wie Forza oder Gran Turismo. Das Schrauben an diversen PCs kommt dabei aber auch nicht zu kurz, da wird auch mal die Grafikkarte einfach aus Lust und Laune ausgetauscht. Nebenbei wird dann noch Formel 1 und WWE geschaut.

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