Raijintek Triton CORE im Test

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Nach vielerlei CPU-Kühlern aus der Fraktion der Luftkühlung befassen wir uns im folgenden Artikel mal wieder mit den Vertretern des kühlen beziehungsweise kühlenden Nasses – den Wasserkühlungen. Schließlich ist die Antec H2O 1250 inzwischen auch schon etwas her. Nun befassen wir uns aber genauer gesagt mit der Raijintek Triton in der CORE Fassung. Diese Version wird ohne Lüfter ausgeliefert und man hat so die freie Wahl und kann die Luftschaufler ganz nach dem persönlichen Gusto aussuchen. Unsere Wahl fiel dabei auf die BitFenix Spectre PRO LED (120mm).Das Besondere an der Raijintek Triton: Sie wird nicht nur ab Werk mit einem durchsichtigen Gehäuse der Pumpe und durchsichtigen Schläuchen geliefert. Der Lieferumfang enthält darüber hinaus auch noch Färbemittel für die Kühlflüssigkeit in den Farben Rot, Grün und Blau.

Wie sich die Raijintek Triton CORE in der Praxis schlägt und ob sie auch in Sachen Leistung punkten kann und mit der Beleuchtung und den Färbemitteln nicht nur den farbenfrohen Pfau mimt, um über etwaige Schwächen hinwegzutäuschen, verrät im Folgenden unser Test.

Technische Daten

Um den Kühler grob einordnen und seinen späteren Einsatzort abschätzen zu können, gibt es zunächst einmal wieder die harten Fakten seitens des Herstellers in Form der Spezifikationen.

Sockelkompatibilität Intel LGA 775/115x/1366/201x (Core i3 / i5 / i7 CPU) & FM2+/FM2/FM1/AM3+/AM3/AM2+/AM2
Abmessungen Kühler-Pumpen-Einheit38×56×39 mm
LagertypGraphitrohr, Keramik-Achsen
Radiator Abmessungen275×120×32 mm
Radiator / Kühler MaterialAluminium Radiator / Kupfer Kühlerblock
Lüfter Abmessungen120x120x25mm
Lüfter Geschwindigkeit1200 RPM ±10%
Lüfter Luftdurchsatz56.22 CFM ±10%
Lüfter Lutfdruck1.24 mmH2O
Lüfter Laustärke (dB-A)18.9 dB(A)
Lagertyp Fluid Dynamic Bearing (FDB)
Anschluss3pin
Lüfter Spannung5VDC (Start), 12VDC (Betrieb)
Pumpe Lebenserwartung50,000 h
Pumpe Lautstärke20 dBA
Pumpe Spannung12 V
Pumpe Leistungsaufnahme4 Watt

Verpackung & Lieferumfang

Die Raijintek Triton CORE kommt in einem recht kleinen länglichen Karton mit Haltegriff. Maßgeblich ist der robuste Karton in Schwarz gehalten und verfügt über weiße und rote Highlights, weiße und rote Schrift so wie einem Produktfoto. Trotz des langgezogenen Formats ist der Karton stabil und wirkt hochwertig sowohl in der Anfertigung wie auch im Druck. Nach dem Öffnen des Kartons offenbart sich einem auch schon das Kernstück, die AIO-Wasserkühlung – wohl behütet und geschützt zwischen passgenauem Schaumstoff-Block und Faltkarton-Einschub.

Der Lieferumfang an sich fällt – ob CORE Edition oder nicht – bei der Raijintek Triton recht schmal aus. Nebst der AIO-Wasserkühlung befinden sich lediglich die Installationsanleitung, die nötigen Schrauben und Rahmen zur Befestigung des Radiators am Gehäuse, der Lüfter am Radiator und des Kühlerblocks am Mainboard sowie Wärmeleitpaste mit einem Plastikspatel in der Verpackung. Das ist alles? Nein, nicht ganz!

Der Clou: Ein kleines aber durchaus sehr feines Trostpflaster sind die drei kleinen Plastikampullen mit Färbemittel in Rot, Blau und Grün für die Kühlflüssigkeit – genial!

Hier noch einmal der Verpackungsinhalt nebst der Raijintek Triton CORE im Überblick:

  • Installationsanleitung
  • Wärmeleitpaste inklusive Plastikspatel
  • Backplate und Träger
  • 4x Metal-Mutter
  • 4x M4x6mm Schraube
  • 4x M4x13mm Schraube
  • 8x M3x30mm Lüfterschraube
  • 4x M3x6mm Schraube
  • 4x Plastik-Unterlegscheibe
  • 3x Färbemittel

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Aussehen & Technik

Die Raijintek Triton CORE AIO-Wasserkühlung punktet in Sachen Aussehen vor allem durch den größtenteils durchsichtigen Aufbau der Pumpeneinheit sowie der durchsichtigen Schläuche. Diese bieten natürlich vielerlei Möglichkeiten – insbesondere in Verbindung mit der weißen LED-Beleuchtung der Pumpeneinheit sowie der drei Färbemittel – die CPU-Kühlung perfekt an den Rest des Systems anzupassen.

Darüber hinaus hält sich der Rest der Kühlung in schlichtem Schwarz was den Radiator und die Rahmen der Kühlereinheit und der Pumpe angehen oder aber in silbrig-metallischem Glanz was Schrauben, Backplate, Träger und Fittings angeht. Der Clou im Aufbau: Einerseits besitzt die Raijintek Triton richtige Fittings mit Gewinde, welche nicht fest verbunden sind. Das heißt, dass diese AIO-Wasserkühlung sogar erweiterbar ist. Andererseits kommen sowohl die Schläuche als auch das Nachfüllventil auf der Oberseite der Pumpen-Kühler-Einheit zum Liegen. Das heißt, dass zu jeder Zeit ohne Probleme mit der Erreichbarkeit nachgefüllt werden kann und die Schläuche kommen nie der Grafikkarte, den Spannungswander-Kühlern oder dem RAM in die Quere, da sie eben nicht seitlich ansetzen.

Der kupferne Kühlungsblock der Raijintek Triton verfügt über ein neues Entwurfskonzept der Mikrokanäle, eine extra große Kontaktfläche und zwei Strömungskanäle für optimalen Fluss des Kühlmittels. Darüber hinaus ist auch das Pumpendesign ausgelegt auf hohen Durchsatz, geringe Lärmemission und einen zuverlässigen Lagertyp. Auch der Radiator verfügt über eine hohe Kühllamellen-Dichte für verbesserte Kühlleistung.

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Verarbeitung

Raijintek punktet als Hersteller nicht nur durch jahrelange Erfahrung, sondern setzt dabei vor allem auch auf das Wissen deutscher Ingenieure. Dies macht Raijintek für die Konkurrenz ohne Zweifel zu einem ernst zu nehmenden Gegner. Die hohe Qualität spiegelt sich vor allem in der Verarbeitung der Raijintek Triton wieder, denn hier gibt es keinen Grund zur Beanstandung. Die Fittings sitzen wie sie sollen und halten die Schläuche fest und dicht an ihrem Platz. Nahezu sämtliche Kanten sind nicht nur vorbildlich entgratet, sondern darüber hinaus sogar abgerundet.

Sowohl die Lackierung des Radiators, die Verarbeitung des Pumpen-Kühler-Komplexes als auch die Beschaffenheit der Schrauben, Muttern und Halterungsrahmen sind von höchster Verarbeitungskunst. Nicht einmal im Detail – wie beispielsweise der aufgeklebten Dämmungsauflage der Backplate – konnten wir Mängel ausmachen – vorbildlich!

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Leistung

Kommen wir zum Kernstück des Tests, der Leistung. Natürlich möchten wir wissen, ob die Herstellerangaben halten, was sie versprechen und wie sich die Raijintek Triton CORE schlägt. Lohnt es sich für den Komfort, leichte Handhabung, optische Finessen und Modul-Charakter hier zuzugreifen? Wie immer haben wir den Kühler durch unseren Testparcours geschickt und ihn für euch verschiedene Szenarien durchlaufen lassen, um dieser Frage nachzugehen.

CPUIntel Core i5 4670k @4,3GHz @1,25V
MainboardASUS Z87-PLUS
Grafikkarteintegrierte Grafikeinheit des Prozessors (Intel HD Graphics 4600)
Arbeitsspeicher2x 4GB Kingston HyperX DDR3 1600MHz
SystemspeicherKingston SSDNow V300 240GB
NetzteilSeasonic SSR-750RM 750Watt
GehäusePhobya WaCoolIT Benchtable
BetriebssystemWindows 8.1 (64bit)
LautstärkemessgerätVoltcraft SL-100
Temperatur-AuslesetoolCoreTemp (Version 1.0 RC6 64bit)
CPU-AuslastungstoolPrime95 (Version 27.9, build1) – 15min „Large FFTs“

Hält Die Raijintek Triton CORE nun also Wort und bietet nicht nur ein farbenfrohes Lichterspiel? Die Testergebnisse sprechen wohl klar dafür! Zwar bleibt sie hinter Platzhirschen wie Cooler Master zurück, schlägt sich aber wacker und behält vor allem auch bei niedrigen Drehzahlen einen kühlen Kopf. Mit höheren Drehzahlen bleiben die Temperaturen auch stets weit weg von der 60°C Marke – was will man mehr?

 

Natürlich sind unsere Angaben bezüglich der Lautstärke mit Vorsicht zu genießen. Man beachte nochmals, dass wir die CORE Edition in unserem Test verwendet haben, welche grundsätzlich ohne Lüfter ausgeliefert wird. Es kommt also ganz darauf an, welche Lüfter man sich für seine vermeintlich perfekte AIO-Wasserkühlung aussucht. In unserem Fall fiel die Wahl auf die BitFenix Spectre PRO LED 120mm. Die dBA-Werte beziehen sich also rein auf die Verwendung der Raijintek Triton CORE mit BitFenix Spectre PRO LED Lüfter. Fällt die Wahl in eurem Fall auf andere Lüfter, sind die Angaben vermutlich obsolet. Einzige Ausnahmen sind unter Umständen die niedrigen Drehzahlbereiche der Lüfter, da hier die Pumpe allein deutlich dominiert.

Wenn man aber rein nach der Lärmemission der Pumpe geht, kann man eigentlich recht problemlos die Werte mit 50% Drehzahl der Lüfter heranziehen. Trotz der subjektiv doch klar hervortretenden Pumpe, jedoch mit einem vergleichsweise angenehmen mitteltönigen Surren bis Brummen und keinesfalls einem hochtönigen Surren oder gar Pfeifen, zeigt die objektive Messung eine Überraschung. Hier siedelt sich die Raijintek Triton deutlich hinter den anderen Pumpen an und ist vergleichsweise leise. Dies kommt vielleicht auch daher, dass die Wahrnehmung bei einem Benchtable auf dem Tisch natürlich eine andere ist als beispielsweise mit einem geschlossenen Gehäuse unter dem Tisch. So hört man die Pumpe auch subjektiv bei einem Abstand von gerade mal einem Meter deutlich leiser und bei zwei bis drei Metern ist sie selbst im 12V Betrieb kaum mehr zu hören – klasse!

Persönliches Fazit

Mit einem Preis von derzeit circa 84€ (inklusive Versand) ist die nachfüll- und erweiterbare Raijintek Triton CORE (ohne Lüfter) kein richtiges Schnäppchen, liegt aber auf dem typischen Preis-Niveau von anderen AiO-Wasserkühlungen. Die Kühlleistung ist sehr gut und vor allem auch recht konsistent ohne große Ausreißer im höheren oder niedrigen Drehbereich der Lüfter – zumindest in Kombination mit den BitFenix Spectre PRO LED. Zwar kann sie sich bei uns nicht an die Spitze kämpfen, macht aber dennoch eine ausgezeichnete Figur. Die Pumpe leistet einen guten Dienst, auch wenn sie bei 12V hinsichtlich der Lärmemission rein subjektiv und je nach Einsatz etwas hervortreten mag. Dies rührt aber daher, dass es eine besonders kräftige Pumpe ist, da die Raijintek Triton – anders als sehr viele Konkurrenz-Produkte – eine nachfüllbare und erweiterbare AIO-Wasserkühlung ist. Die durchsichtige Optik in Kombination mit der LED-Beleuchtung im Reservoir und den mitgelieferten Färbemitteln sowie die hervorragende Verarbeitung runden das Paket ab und man bekommt hier richtig etwas für sein Geld. Ein ausgezeichneter Kompromiss von Leistung und Optik, welcher durch optionale Erweiterung ein gutes Stück in Richtung Perfektion getrieben wird.

Für die dargebotene Optik mit dem durchsichtigen Pumpen-Reservoir inklusive weißer LED-Beleuchtung und den durchsichtigen Schläuchen in Verbindung mit den Färbemitteln verdient sich die Raijintek Triton CORE – vor allem in Verbindung mit den von uns genutzten BitFenix Spectre PRO LED Lüftern – allemal den Hardbloxx Style-Tipp-Award. Zusätzlich vergeben wir aufgrund der Kombination aus sehr guter Kühlleistung und annehmbarer Lautstärke noch unseren LeistungsTIPP für diese Kombination aus Kühler und Lüfter.

Style-TippLeistungsTIPP

Raijintek Triton 240 CORE

Raijintek Triton 240 CORE

Positiv

  • - Nachfüllbar und erweiterbar
  • - hervorragende Verarbeitung
  • - drei Färbemittel für Kühlflüssigkeit ab Werk dabei
  • - Hohe Kühlleistung bei geringer Lautstärke

Negativ

  • - unter 12V etwas laute Pumpe
  • - knapper Verpackungsinhalt

Euer Hardbloxx-Team

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7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

    • Robin

      Das stimmt. Die eine Schraube scheint wirklich ein klein wenig heraus zu stehen. Woran das nun aber liegt, kann ich dir leider nicht verraten. Ursachen dafür kann es viele geben.
      Unsere Fotos werden, wie in allen Redaktionen, nachbearbeitet. Mit Manipulation hat dies aber nichts zu tun.

      Beste Grüße
      Robin

  1. Ich habe gehört dass es quasie fast egal ist wo man die Pumpe anschließt und welche Drehzahl die hat.
    Bei einer Wasserkühlung (AiO?) geht das Wasser in 3s durch das komplette System, und 3s ist ja mal nichts!
    ich würde vlt. einen 5/7v Anschluss nehmen, und mal benchen (Leistungstest) und dann je nach dem wie es ist… Lüfterdrehzahl regulieren oder eben die Drehzahl

    Gruß

  2. Habe gelesen das man die Pumpe nicht auf dem Mainboard direkt anschliessen soll da sonst nicht die maximale Drehzahl erreicht werden kann. Kann ich diese dann direkt an den 12 V Anschluss am Netzteil anschließen ? Dreht im moment mit 1072 U/min. im IDE.

    • Robin

      Hey fossil2000,
      theoretisch sollte die Pumpe auch bei einem Anschluss auf dem Mainboard die volle Drehzahl erreichen, sofern du die Lüftersteuerung für diesen Anschluss deaktiviert hast. Ansonsten ist es aber auch kein Problem, wenn du die Pumpe direkt an 12V vom Netzteil anschließt.

      Gruß
      Robin

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