Angetestet: Nintendo Switch

Nintendo Switch

Bereits vor dem Launch im März 2017 konnte ich mir die Nintendo Switch mal genauer ansehen und die verschiedenen Bedienkonzepte selbst ausprobieren. Und was soll ich sagen – das Teil gefällt mir!

Wer sich Fakten zur Konsole selbst holen möchte, den verweise ich an dieser Stelle auf den umfassenden Beitrag vom Kollegen Mathias. Dort erhaltet Ihr unter anderem Infos zur Technik (soweit es eben geht) der Nintendo Switch sowie zum geplanten Online-Dienst und zu den Spielen. In diesem Artikel möchte ich Euch nur meine Eindrücke vom Event und natürlich von der Konsole selbst mitteilen.

Nintendo Switch angefasst und ausprobiert

Losgelegt habe ich mit einer Runde Mario Kart 8 Deluxe im sogenannten „Tabletop Mode“: Hierbei steht das Handheld vor einem auf dem Tisch und dient als Bildschirm, während ich mit einem einzelnen Joy-Con-Controller meine Runden drehe. Tatsächlich habe ich zusammen mit einer netten Dame aus dem Nintendo-Team gespielt, denn der zweite Joy Con war ja auch noch da. Anfangs habe ich mich aufgrund des Splitscreens und des doch recht kleinen Displays (6,2 Zoll Diagonale) etwas schwer getan, überhaupt irgendetwas zu erkennen. Doch mit der Zeit habe ich mich zurecht gefunden und es hat auch richtig Laune gemacht. Ich persönlich fand auch noch den einzelnen Joy Con als Controller etwas gewöhnungsbedürftig. Erstens ist er ziemlich klein und zweitens hat er gefühlt überall Tasten. Aber letzteres ist halb so wild, denn die Buttons waren nicht belegt. Ich vermute, dass die Switch das Spiel und die Art der Eingabe erkennt und automatisch die Steuerung entsprechend anpasst.

Mario Kart 8 im lokalen Multiplayer

Handheld Mode im DockAls nächstes war der „Handheld Mode“ dran. Hierfür ist wieder das Tablet der zentrale Mittelpunkt, allerdings sind dieses Mal die Joy Cons links und rechts angesteckt. Das erledige ich, indem ich die Controller in die Metallschienen an den Seiten schiebe und einrasten lasse. Wenn ich den Joy Con wieder entfernen möchte, halte ich einen kleinen Knopf an der Rückseite des Controller gedrückt und zieh das Teil wieder raus. So einfach, aber dennoch robust und flott funktioniert das Ganze – sehr cool! Eine weitere Besonderheit gab es im Handheld-Modus aber noch: Ich saß zusammen mit sieben anderen Spielern an einem runden Tisch, jeder von Ihnen hatte ebenfalls eine Switch im Handheld-Modus in den Händen. Jedoch war das nicht aus Platzgründen so, sondern weil wir zu acht Mario Kart gezockt haben. Wir waren nämlich alle in einem gemeinsamen WLAN eingebunden und konnten deshalb gemeinsam spielen. Acht Nintendo-Switch-Konsolen in einem Netzwerk sind übrigens auch das Maximum wenn Ihr im lokalen Multiplayer daddeln wollt. Wirklich schwer fand ich das Handheld nicht, denn inklusive den montierten Controllern bringt die Konsole dann „nur“ noch knapp 400 Gramm auf die Waage.

Pro ControllerNun fehlt nur noch der dritte Betriebsmodus, der klassische „TV Mode“. Hierfür stelle ich das Handheld in das Dock und zocke mit einem Controller vor dem Fernseher – Spielekonsole eben. Hier habt Ihr die Wahl bei den Eingabegeräten. Ihr könnt Euch extra noch den „Pro Controller“ von Nintendo zulegen, der etwas an ein Xbox-Gamepad erinnert, oder Ihr entscheidet euch dafür, die beiden Joy Cons mithilfe des „Joy Con Grip“ zu einem vollwertigen Controller zusammenzustecken. Alternativ lässt sich dann natürlich auch nur mit den Joy Cons spielen. Aber ob sich das wirklich für jedes Spiel so frei entscheiden lässt, kann ich nicht zu 100 Prozent bestätigen.

Zelda: Breath of the Wild angezockt

Zelda: Breath of the Wild

Im TV-Modus durfte ich sogar an einen richtigen Leckerbissen ran und 20 Minuten lang „Zelda: Breath of the Wild“ spielen. Der Referenztitel für die Nintendo Switch, der auch direkt zum Launch der Konsole in den Handel kommen wird. Erwartungsgemäß bietet der neuste Zelda-Teil natürlich keine bombastische Grafik vom Kaliber eines Uncharted 4. Aber bei Zelda kann man da schon einmal eine Ausnahme machen – oder? Das müsst Ihr natürlich für Euch entscheiden. Tatsächlich ruckelte aber das Gameplay auf dem Full-HD-Fernseher. Ob die Switch das Game tatsächlich in 1080p gerendert hat, das kann ich an dieser Stelle nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Im Internet kursieren seit kurzem Gerüchte, dass der Titel nur in 900p und mit 30 FPS läuft. Ich denke aber, dass die Entwickler dieses Problem bis zur Veröffentlichung in den Griff kriegen. Denn auf dem Handheld gibt es keine sichtbaren Framedrops. Und da wären wir schon beim nächsten Thema, das mich sehr beeindruckt hat: Im laufenden Betrieb kann ich vom TV- in den Handheld-Modus wechseln, indem ich das Tablet aus dem Dock ziehe. Dann springt das Bild einfach aufs Handheld um und ich kann an Ort und Stelle weitermachen, wirklich lang braucht die Switch zum Umschalten ebenfalls nicht. Auch wenn ich das Tablet wieder zurück ins Dock schiebe funktioniert das recht reibungslos. Nur brauchte der angeschlossene Pro Controller etwas länger, bis er wieder voll funktionstüchtig war.

Bälle und Boxen mit der Nintendo SwitchTV Mode

Die Joy Cons lassen sich, ähnlich wie bei der Wii, auch zur Gestensteuerung einsetzen. Beispielsweise habe ich mich als Cowboy versucht und musste als erster meine „Waffe“ ziehen und abdrücken – die Waffe ist in diesem Fall ein Joy Con. Beide Joy Cons kamen beim Spiel „Arms“ zum Einsatz: Das Boxspiel nutzt die Gestensteuerung nicht nur für das offensichtliche Schlagen des Gegners, sondern ermöglicht auch das Bewegen des Charakters, indem ich die beiden Controller entsprechend neige. Anstrengend für Ungeübte, aber es macht ordentlich Spaß! Zu guter Letzt habe ich auch die viel gepriesene Vibrationsfunktion „HD Rumble“ ausprobiert. Hierfür habe ich einen einzelnen Joy Con wie eine Schachtel gehalten, während die Motoren im Inneren eine zufällig generierte Zahl an Murmeln simulierten. Dabei war HD Rumble so genau, dass ich tatsächlich einige Male die richtige Anzahl erraten konnte – Wow!

Mein persönliches, erstes Fazit:

Noch ist es zu früh, um komplett über die Nintendo Switch urteilen zu können. Aber ich habe einen sehr guten Eindruck bekommen, welches Potenzial die verschiedenen Bedienmodi bieten und wie tadellos sie funktionieren. Jedoch wird es die Konsole schwierig haben, sich ordentlich im Markt positionieren zu können. Wer nur im Wohnzimmer am TV zockt, der kauft sich vermutlich eher eine stärkere Konsole. Und wer unterwegs spielen möchte, der greift dann wohl doch eher mal zum Smartphone, anstatt extra noch das Handheld inklusive Controller mitzuschleppen. Doch am meisten macht mir folgendes Sorgen: Kommen auch wirklich genug gute Spiele, Anwendungen und andere Inhalte?

Wenn Ihr das Ganze auch mal in Aktion sehen wollt, dann dürft Ihr Euch freuen: Niemand Geringeres als Buja höchstpersönlich wird nächste Woche auf dem Nintendo-Switch-Event in Berlin sein und jedes Detail in Bewegtbild festhalten. Deshalb haltet den Hardbloxx-Youtube-Kanal im Auge und checkt auch mal unser Forum!

1 Kommentare

  1. Na ja, „in den Griff bekommen“ werden sie das Problem mit Zelda nicht. Ja, das Spiel läuft auf 900p und ja, auch in 30fps, aber das immerhin konstant (mit ein paar Ausnahmen) ;-). Und auf dem Handheld läuft es dann in 720p. Aber nun ja, die Switch ist komplett passiv gekühlt, es ist „nur“ ein Tegra-Chip verbaut, ergo wird es wohl recht wenige Spiele in FHD und 60fps geben. Aber Grafik ist bei Nintendo halt nie das große Thema gewesen ^^. Nur sollte man sich trotzdem bewusst sein, dass man trotz Programmierung Dritter (Ubisoft etc) nicht die „top notch“-Spiele für die Switch erwarten kann. Und wenn es sie dann doch evtl. gibt, dann in einer stark „kastrierten“ Fassung. Und mit einem schon doch in die Jahre gekommenen Skyrim zu werben…nun ja… ;-).

    Ich will die Switch nicht schlecht reden, absolut nicht! Sie wird ihre Käufer und ihre Fans finden, und sie werden mit Sicherheit auch viel Spaß damit haben. Ich selbst finde sie eigentich recht interessant, aber sie bietet mir zur Zeit zu wenig zum Start. Mal sehen, was da noch so kommt, vielleicht kommt sie auch irgendwann man ins Haus 😉

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