Kategorie: 1.2 Gehäuse & Netzteile

Auf dieser Seite findet Ihr immer reichlich Vorstellungen von Gehäusen und Netzteilen.

Sharkoon BW9000: PC Gehäuse für Sparfüchse im Test (Video)

Nachdem wir zuletzt eher hochpreisige Komponenten und Peripherie, wie zuletzt mit der ROCCAT Ryos MK FX, für euch getestet haben, geht es heute um ein günstigeres Stück Hardware. Sharkoon konnte schon mehrfach beweisen, dass günstig nicht gleich billig heißen muss und so sollen nun auch die neusten Gehäuse-Produkte des taiwanesischen Herstellers mit einem guten Preis-/ Leistungsverhältnis überzeugen. Die Rede ist von der neuen BW9000 Serie, welche kürzlich auf den Mark gebracht wurde. Als BW9000-W kommt das Case in schwarz oder weiß mit Sichtfenster daher. Den Namen BW9000-V trägt hingehen das nur in schwarz erhältliche Pendant ohne Seitenfenster. Trotz des günstigen Preises von etwa 60-70€ will man mit zahlreichen Features, einer guten Verarbeitung und einem durchdachten Innenraum-Konzept möglichst viele Kunden ansprechen.

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Fractal Design Define S Vorstellung und Test (Video)

Es ist nicht immer einfach, das perfekte PC-Gehäuse für seine Ansprüche zu finden. Einige bieten zu wenig Platz und andere sind einfach zu teuer. Beides kann man vom Fractal Design Define S definitiv nicht behaupten. Das Gehäuses möchte mit einem durchdachten Konzept überzeugen und zeigt sich dabei, typisch für den Hersteller, schlicht und zurückhaltend. Von großen Wasserkühlungen, über einen optimierten Luftstrom bis hin zum Platzieren von bis zu neun möglichen Lüftern will das Define S vor allem Kühlspezialisten gefallen. Ich zeige euch das Gehäuse von vorn bis hinten um Video.

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INKUBUS 300µ im Test

Heute haben wir mal wieder etwas ganz Besonders für euch! Es ist ein einzigartiges Stilprodukt mit dem man nebenbei sogar noch (mit ein paar Einschränkungen) zocken kann. Monate an Arbeit wurden investiert, um dieses kleine Wunderwerk zu entwickeln und zwar nicht von einem Großkonzern wie sonst üblich, sondern von einem ehemaligen Design-Studenten aus Nordrhein-Westfalen. Mit unendlich viel Ausdauer entstand so über die Zeit ein Würfelgehäuse, welches in Sachen Design und Verarbeitungsqualität nur wenig Konkurrenz zu fürchten hat. Die Rede ist von Sebastian Voß, welcher in zahlreichen Foren wohl eher als „Weltenspinner“ bekannt ist und von seinem INKUBUS 300µ-Projekt. Der kleine Cube mit einer Kantenlänge von gerade einmal 207mm ist inzwischen sogar frei verkäuflich und somit für „fast“ jedermann zu haben. Denn eines gleich vorne weg: Billig und Kleinserie mit höchsten Qualitätsansprüchen passen nun einmal nicht zusammen. Vertrieben wird der INKUBUS 300µ allerdings nicht als reines Gehäuse, sondern vielmehr als ein fein abgestimmtes Komplettsystem auf Basis von Intel oder auch AMD. Mit der Gründung der INKUBUS UG wurde letztlich aus einem Hobby und der Liebe zum perfekten Gehäuse ein Beruf. Ein Schritt mit Risiken, keine Frage, doch wer es nicht versucht, der hat schon verloren, wie es so schön heißt. In unserem heutigen Test wird sich zeigen, ob der Würfel mit seinem Innenleben wirklich so gut ist und wie nahe das Konzept an ein „perfektes“ Gehäuse, sofern dieses überhaupt existiert, herankommt. Los geht’s!

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Aerocool Aero-1000 ATX Gehäuse im Test (Video)

Aerocool produziert schon lange sehr interessante und markante Gehäuse, die nicht nur günstig sind, sondern auch mit reichlich Ausstattung daherkommen. Doch wo Licht war, da war auch Schatten, denn nahezu jedes Gehäuse hatte an verschiedenen Stellen einen kleinen Mangel. Mit der neuen Aero-Serie zeigt der Hersteller allerdings eine Reihe von Gehäusen, die mit Stahl und einem hohen Verarbeitungsgrad überzeugen sollen. Im Videotest zeuge ich euch in einem ausführlichen und langen Video, was das Gehäuse kann und was es euch alles ermöglicht. Zudem bekommt ihr einen kurzen Eindruck von den Lüftern und ihrer Lautstärke. Viel Spaß beim Ansehen! Weiterlesen

In Win 805 ATX Gehäuse Test und Vorstellung (Video)

Nachdem Wohnzimmer-PCs immer beliebter werden, drängen immer mehr Hersteller mit besonders stylischen und markanten Modellen auf den Markt. Von kleinen Gehäusen, die sich unauffällig in jedes Wohnzimmer integrieren, bis hin zum Design-Tower. Zur letzten Kategorie gehört auch das In Win 805 Gehäuse, das mit zwei Glasscheiben als Seitenwände daherkommt. Zudem besteht auch die gesamte Front aus getöntem Glas, das das Gehäuse besonders hochwertig erscheinen lässt. Doch sind Glas-Elemente die einzigen positiven Punkte oder fällt der Rest des Gehäuses eiskalt durch? In diesem Video zeige ich euch das gesamte Gehäuse von vorn bis hinten. Weiterlesen

MS-TECH Crow Q1 im Test

Es ist noch nicht allzu lange her, da haben wir das MS-TECH Crow X7 Gehäuse getestet und waren äußerst positiv überrascht. Der deutsche Hersteller, welcher sonst eher für Budget-Produkte bekannt ist, hat es mit diesem Case geschafft, auch in der gehobenen Mittelklasse ein sehr solides Produkt abzuliefern. Dennoch ist das X7 insgesamt für viele Gamer vielleicht doch etwas zu groß, weshalb MS-TECH die Crow-Serie nun um ein recht kompaktes Cube Case, dem Crow Q1, erweitert hat. Das mATX-Gehäuse ist einmal als Q1/B in einem roten Ambiente oder auch als Q1/GR in Grün erhältlich. Wie sich die knapp 60€ „teure“ Neuerscheinung in unserem Test schlägt, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

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NZXT H440 im Test

Erst vor Kurzem hielt bereits das NZXT S340 Einzug in unser Testlabor, da legen wir auch schon mit dem NZXT H440 nach. Natürlich ist auch hier wieder die serienmäßige Shroud einer der Pfeiler, auf welches sich das Erfolgskonzept der neuen Modelle der S- und H-Serie stützt. Im Vergleich zum kürzlich getesteten S340 nimmt das H440 an Gewicht und Größe zu und wächst von 200 mm  x 445 mm x 432 mm  auf 220 mm  x 510 mm x 475,3 mm  an und bringt statt der 7,05 kg nun 9,75 kg auf die Waage. Doch nicht nur die Größe und damit auch das Platzangebot sind gewachsen, denn das NZXT H440 wartet noch mit weiteren Finessen auf, vor allem in der Razer Special Edition.

Welche das im Detail sind und ob die umfassende Beleuchtung nur etwas zu kompensieren versucht oder ob das NZXT H440 Special Edition es ohnehin gar nicht nötig hat ins rechte Licht gerückt werden zu müssen, zeigt euch unserer Test. Weiterlesen

Phanteks Enthoo EVOLV ITX im Test

Für Großes gemacht, im Kleinen gedacht. So oder so ähnlich könnte das Motto des Phanteks Enthoo EVOLV ITX sein, denn auf engem Raum muss man sich so einiges einfallen lassen, damit der Nutzen nicht hinterherhinkt. Phanteks regelt das bei dem kleinsten Vertreter der Enthoo-Reihe mit  einer gewissen Multifunktionalität mancher Bauteile des Gehäuses. So ist Festplattenkäfig nicht gleich Festplattenkäfig, sondern kann beispielsweise neben SSDs/HDDs auch noch einen Ausgleichsbehälter und eine Pumpe für eine Wasserkühlung beheimaten. Darüber hinaus bietet es aber auch weitere Komfort- und Kabelmanagement-Möglichkeiten wie eine neuartige Radiator-Halterung im Deckel und ein extra Plätzchen für Kabel am Boden.

Das Ganze packt Phanteks auf die Maße eines ITX-Cases und lässt das Phanteks Enthoo EVOLV zum Phanteks Enthoo EVOLV ITX schrumpfen. Ob neben der Größe auch noch die Qualität und Leistung schrumpfen oder das kleine Gehäuse ganz groß rauskommt, erfahrt ihr in unserem Test.

Technische Daten

Maße:230mm  x 395mm x 375mm (B x H x T)
Material:SECC (kaltgewalzter Stahl) / ABS (Plastik)
Gewicht:5.4kg
Formfaktor:mITX
Kühlmöglichkeiten:Front: 2x 120mm / 2x 140mm / 1x 200mm (vorinstalliert)
Deckel: 2x 120mm/2x 140mm
Rückseite: 1x 120mm / 1x 140mm
Radiator Support:Front: bis zu 240mm
Deckel: bis zu 280mm
Rückseite: bis zu 140mm
Filter:Front, Netzteil (wechselbar)
Laufwerke0x 5.25“ (extern)
2x 3.5“ (intern)
1×2.5“ (intern)
Netzteil:Standard ATX
Erweiterungsslots:2
I/O Panel:2x USB 3.0, Audio In/Out, Power, Reset

Verpackung und Lieferumfang

Das Phanteks Enthoo EVOLV ITX haust in einem recht schlichten braunen Pappkarton mit schwarzem Aufdruck. Dieser umfasst auf der Front eine 1:1 Skizze des Gehäuses im geschlossenen Zustand, die Rückseite dagegen umfasst quasi eine Bauzeichnung mit allen Bestandteilen und der ungefähren Position beziehungsweise Höhe im Case. Ansonsten findet man hier nur noch Hersteller-Angaben und eine Auflistung der Features wie beispielsweise Kühlsystem oder multifunktionale Teile. Man bekommt aber dennoch einen recht guten Eindruck von dem, was sich da unter der braunen Pappe verbergen mag. Wie man das so von den Hardware-Behausungen kennt – und wie ihr natürlich auch immer bei unseren Unboxing-Videos sehen könnt – wird auch das Phanteks Enthoo EVOLV ITX sicher von zwei Styropor-Verschalungen geschützt und ist zusätzlich noch in eine große Plastiktüte eingeschlagen. Hier kann also selbst bei unsachgemäßer Behandlung der Verpackung nicht viel passieren.

Der komplette Lieferumfang befindet sich in einem separaten Karton in einem der beiden 3,5″ Festplatteneinschübe und fällt sehr überschaubar aus. Er umfasst neben einer Installationsanleitung nur noch ein kleines Tütchen mit Plastik-Kabelbindern, Schrauben für die Befestigung des Netzteils, des Mainboards sowie auch Ersatz-Schrauben jeder Kategorie. Für die Übersicht haben wir den Inhalt hier noch einmal kurz und knapp zusammengefasst:

–          4x Plastik-Kabelbinder 150mm (schwarz)

–          5x 6-32 * 6mm Sechskantschraube (Netzteil)

–          13x M3.0 *5 mm Flachkopf-Schraube (2,5“ Festplatten)

–          2x 6-32 * 6mm Rändelschraube (Festplattenkäfig, Seitenteile)

Darüber hinaus verfügen aber auch alle weiteren Öffnungen, an welche Lüfter oder Netzteil zum Einsatz kommen, über vorinstallierte großzügige Staubfilter. Andere Öffnungen verfügen zumeist entweder über ein sehr enges Mesh-Gitter oder es handelt sich vielmehr nur um Lüftungsschlitze, welche Staub kaum eine Chance geben. Einzige Ausnahme hier bildet der Platz für den optional zu installierenden Lüfter an der Rückseite. Hier befindet sich kein Staubfilter, da man hier in der Regel von einem Lüfter ausgeht, welcher die warme Abluft von innen nach außen befördert und so einen Filter obsolet macht.

Phanteks Enthoo EVOLV ITX_1
Phanteks Enthoo EVOLV ITX_2

Aussehen – außen

Hat man das Phanteks Enthoo EVOLV ITX erst einmal aus seiner schützenden Hülle gepellt und vor sich hingestellt, bietet sich einem der Anblick von einem recht schlichten aber durchaus schönen ITX-Case. Auf den ersten Blick wirkt es auch sehr robust wie wertig und man kann auf einen hohen Grad an Verarbeitungsqualität hoffen. Die klaren Linien im Design werden einerseits durch die abgeschnittenen Ecken am Deckel und am Boden mit den bekannten Lüftungsschlitzen, andererseits durch die oben und unten bauchig verbreiterte Front-Platte innerhalb des Rahmens unterbrochen.  Dieses Erscheinungsbild kennt man bereits vom großen Bruder, dem Phanteks Enthoo EVOLV, und es wusste auch schon dort zu überzeugen. Im Vergleich zu diesem fällt einem aber direkt auf, dass das Front-Panel mit den zwei USB 3.0 und den Audio In/Out Anschlüssen von der Seite nach vorn an das obere Ende der Vorderseite gerückt ist. Außerdem gestellt sich zu diesen Anschlüssen noch der kleine Reset-Button. Der Start-Button hingegen ist von der Seite in den Deckel gewandert und befindet sich nun mittig unweit der Front-Kante des Rahmens. Soweit eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der Erreichbarkeit und keinesfalls störend für die Optik – gut gemacht! Wie auch bei dem großen Vorbild befindet sich die Power-LED beim Phanteks Enthoo EVOLV ITX ebenfalls hinter dem kleinen durchsichtigen Streifen in der unteren Hälfte des Front-Deckels. Das Gehäuse kommt mit der geschlossenen Front (Achtung! Kein Slot für externe Laufwerke vorhanden!) und – in der Modellversion PH-ES215PC_BK – den geschlossenen Seiten ohne Sichtfenster zwar recht schlicht aber äußerst edel daher – klein aber oho!

Mit den Seitenteilen kommt aber auch schon die nächste Auffälligkeit an Unterschieden zwischen dem Phanteks Enthoo EVOLV und der ITX-Version. Anders als bei der großen Version ist man beim Phanteks Enthoo EVOLV ITX wieder von der Idee mit den Scharnier-Türen ohne Rändelschrauben abgekommen. So werden die Türen wieder ganz normal über den bekannten Schieb- und Schraubmechanismus befestigt und können komplett abgenommen werden. Dies dient wohl vor allem dem Komfort in Sachen Ein- und Ausbau von Hardware. Der hohe Verarbeitungsgrad der Türen blieb dabei jedoch nicht auf der Strecke. Sie sind nach wie vor so stabil und hervorragend lackiert wie zuvor. Darüber hinaus wurden die Rändelschrauben noch mit Gummi-Beilegscheiben versehen, damit Kratzer im Lack durch zu festes Anziehen der Schrauben keine Chance haben.

Phanteks Enthoo EVOLV ITX_7
Phanteks Enthoo EVOLV ITX_5

Die Front-Platte der geschlossenen Front, welche rings herum einen Zwischenraum zum Gehäuse-Rahmen lässt, lockert das schlichte Design durch das gewohnt geschwungene Profil auf. Einerseits sorgt die Front so für eine Möglichkeit für einen sicheren Griff für den Transport. Andererseits gewährleistet sie so die Luftzufuhr für den dahinter gelegenen, üppigen und vorinstallierten 200mm Lüfter. Dabei handelt es sich um den hauseigenen Phanteks PH-F200SP Lüfter  mit schwarzem Rahmen und weißem Rotor. Dieser dreht mit einer Geschwindigkeit von 800 ± 250 rpm, sorgt dabei für einen statischen Druck von 1.04mm H2O und einen Airflow von 110.1 CFM bei gerade einmal 25 dB (A) Lärmemission. Wie dieser sich auf die Gesamtlautstärke auswirkt, dazu gibt es später weitere Informationen.

Der Clou: Wie auch beim kürzlich getesteten NZXT S340 Gehäuse, sind auch beim Phanteks Enthoo EVOLV ITX die Front und der Front-Rahmen mit dem Front-Panel voneinander getrennt. So lässt sich die Front-Platte problemlos vom Rahmen trennen. Der Mechanismus ist dabei so simpel wie genial. Es handelt sich hier um eine Kugelverbindung, bei welcher einfach ein Stift mit verdicktem kugelförmigen Ende in eine Halterungsvorrichtung gedrückt beziehungsweise aus dieser gezogen wird. Dies stellt eine viel komfortablere und elegantere Lösung als Schrauben oder Push-Pins dar und geht spielend von der Hand – vorbildlich!

Die Rückseite schockt auf den ersten Blick mal wieder mit den hässlichen und recht groß geratenen Aufklebern, wie man sie bereits vom großen Bruder der Enthoo Familie kennt. Hier wurde also leider weder nachgebessert, noch darauf verzichtet. Darüber sorgen die vier Rändelschrauben, welche die beiden Seitenteile fest am Gehäuse halten, für viel Komfort. Auf Höhe der Erweiterungsslots findet man eine kleine Ausbuchtung. Diese dient dazu, dass die Schrauben von innen nach außen verlagert wurden und man nicht im Inneren des Gehäuses großartig mit einem Schraubendreher hantieren muss, um beispielsweise die Grafikkarte vom Gehäuse zu lösen – komfortabel! Zu guter Letzt werfen wir noch einen kleinen Blick auf die Unterseite. Hier  fallen einem sofort die vier großzügigen Gummi-Standfüße und der Staubfilter für das Netzteil auf. Ansonsten wurde im Vergleich zur ATX-Version beim Phanteks Enthoo EVOLV ITX der Rahmen ein wenig verschmälert, so dass man den Staubfilter nun nicht mehr fummelig zwischen Rahmen und Case-Body herausziehen muss, sondern ihn gut erreichen kann.

Alles in allem macht das Phanteks Enthoo EVOLV ITX von außen zwar einen sehr schlichten und recht unauffälligen, aber dennoch sehr wertigen und vor allem edlen Eindruck.

Aussehen – innen

Bei so einem funktionalen wie optisch ansprechenden Design muss es einen Haken geben? Ob dieser vielleicht im Inneren liegt, erläutern wir in diesem Abschnitt des Testberichts. Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Innere vom Äußeren praktisch nicht. Es wurde der gleiche Lack verwendet, welcher ebenso wie bereits auf der Außenseite hervorragend verarbeitet wurde. Hinsichtlich des Lacks gleichen sich also Innen- und Außenseite wie ein Ei dem anderen. Viel größeren Wert als auf den Lack setzt Phanteks aber, wie bereits anfangs gewähnt, auf ihr Multifunktionalitätskonzept auf solch einem engen Raum wie einem ITX Case. So wird einerseits versucht, das Bestmögliche aus dem kleinen Platz herauszuholen, andererseits sollen dabei aber weder Komfort noch Bedienbarkeit darunter leiden. Phanteks erreicht dies maßgeblich über zwei Innovationen:

1.) Die Multifunktions-Mid Plate, welche je nach genutzten Bohrungen entweder 3,5″ Festplatten, 2,5″ Festplatten (SSDs) oder die Pumpe und Ausgleichsbehälter einer Wasserkühlung beheimatet. Je nach Größe der jeweiligen Teile ist wohl auch eine Mischbestückung mehrerer Teile denkbar.

2.) Das neue, einzigartige Mounting-System für Wasserkühlungen im Deckel des Gehäuses, für welches man nicht den Deckel selbst deinstallieren muss, sondern eine Art Schublade am Gehäuse lösen kann und einfach an dieser die Lüfter und den Radiator befestigen kann. Danach schiebt man dieses modulare Teil einfach wieder an den alten Platz zurück.

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Phanteks Enthoo EVOLV ITX_15

Besonders gut gefällt einem jedoch etwas anderes, das einem sofort nach Entfernung des Seitenteils auffällt. Der Mainboard-Schlitten verfügt über eine sehr große Aussparung, welche es nicht nur sehr leicht macht, jedweden Kühler ohne Ausbau des Mainboards zu installieren. Darüber hinaus ist es auch ein Leichtes bei moderneren mITX-Brettern den meist auf der Rückseite gelegenen M.2-Slot zu erreichen – ausgezeichnet!

Zwar verfügt das Phanteks Enthoo EVOLV ITX an der Rückseite über keinen Kabelkanal wie beispielsweise das von uns getestete MS-TECH X7 Crow, dafür sind hier zwei Klettverschlüsse festgeschraubt, welche die Kabel in einer extra dahinterliegenden Kuhle im Zaum halten. In dieser Kuhle liegen bereits ab Werk auf die Kabel des Front-Panels. Natürlich sind, passend zum schlichten schwarzen Erscheinungsbild, auch all diese Kabel sowie deren Anschlüsse in Schwarz gehalten – perfekt!

Wie auch schon beim großen Bruder versucht man auch hier möglichst wenig Plastik im Innenraum zu verwenden. Dies mag auch weitestgehend der Fall und gut gelungen zu sein. Spätestens beim Blick auf die zwei 3,5″-Festplatteneinschübe fällt einem doch schmerzlich auf, dass einmal mehr genau an dieser Stelle wieder an Metall gespart wurde und Kunststoff zum Einsatz kommt. In diesem Fall sogar noch sehr dünner und nicht sonderlich stabil wirkender. Das macht auch das innovative werkzeuglose Montagesystem mit Schnappverschlüssen für die 3,5″ Festplatten nicht wett – schade! Ironischerweise kommt jedoch bei dem versteckten 2,5″ Festplatten-/SSD-Tray an der Rückseite des Mainboard-Schlittens statt Plastik Metall zum Einsatz. Ein sehr positiver Aspekt, welchen wir bitte bei der nächsten Enthoo Version auch für die anderen Festplatten-Halterungen sehen möchten. Dass so etwas funktionieren kann, zeigte unser Test des NZXT S340.

Sehr positiv fällt jedoch auf, dass die Basis der Multifunktions-Mid Plate quasi auch als eine Art Shroud dient, die lediglich durch ein kleines Sichtfenster einen Einblick auf das verbaute Netzteil erlaubt. Alle weiteren Kabel verschwinden jedoch hinter der Blende – ausgezeichnet! Allerdings muss man hier, da sich natürlich im Bauch dieser Shroud auch wieder der 3,5″ Festplattenkäfig versteckt, sehr darauf achten, was man in seinem Build alles an Stromkabeln benötigt. Gerade bei voll- oder semi-modularen Netzteilen hat man sonst ein ziemliches Problem, die Kabel hinterher noch anzubringen.

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Im Gegensatz dazu kann man die Mid Plate im Falle eines Falles aber auch entfernen. Man verspielt sich damit allerdings zu Gunsten einer längeren Grafikkarte den Platz für etwaige weitere 2,5″ Laufwerke oder anderen Komponenten. Dafür muss man nur auf der Vorder- und Rückseite des Bauteils je zwei Rändelschrauben lösen und schon lässt sich der Käfig herausnehmen.

Der Clou: Sowohl die Mid Plate wie auch der Platz für den 3,5″ Festplattenkäfig können mit optionalem Zubehör auch noch anderweitig verwendet werden. Mit dem Phanteks PH-SDBKT_01 beziehungsweise PH-HDDKT_01 (nicht im Lieferumfang enthalten) bekommt man noch einen weiteren SSD- respektive HDD-Platz. Mit dem Phanteks PH-PUMBKT_01 (nicht im Lieferumfang enthalten) kann man entweder auf der Mid Plate oder im Bauch der Shroud statt dem 3,5″ Käfig eine Pumpe für eine DIY Wasserkühlung unterbringen. Für Freunde der umfangreichen Kühlung kann man ebenfalls versteckt an der Rückseite des Mainboard-Trays über vorgefertigte Bohrungen den Phanteks PH-PWHUB_01 PWM-Hub (nicht im Lieferumfang enthalten) installieren und seine Kühlungsmöglichkeiten um ein Vielfaches, genauer sechs Channel mit maximal bis zu elf Lüftern, erweitern. Zumal jeder weiß, dass es bei mITX-Hauptplatinen meist knapp um PWM-Anschlüsse bestellt ist – ausgezeichnet! Zwar wäre es schön, die ein oder andere Erweiterung auch im Verpackungsinhalt zu sehen, aber man kann nun mal nicht immer alles haben.

Wie bereits erwähnt, verfügt der ITX-Tower über einen bereits vorinstallierten 200mm Lüfter in der Front. Dieser fügt sich perfekt in das aufgeräumte Bild des Innenraums ein und fällt wegen der Shroud und der Mid Plate trotz weißem Rotor nicht sonderlich auf. Er verfügt zwar nur über einen 3pin-Anschluss, doch da in den meisten Fällen solche großen Lüfter ohnehin nicht sonderlich schnell rotieren, soll dies die Lautstärke wenig negativ beeinflussen, doch dazu später mehr.

Darüber hinaus soll noch erwähnt sein, dass sowohl das Netzteil, sowie die 3,5″ Festplatten und der versteckte 2,5″ SSD-Platz über eine gummierte Entkopplung verfügen.

Material und Verarbeitung

Ein ITX Gehäuse, welches satte fünf Kilogramm auf die Waage bringt, besteht wohl zu einem sehr großen Teil aus Stahl – so die Vermutung. Mal abgesehen von ein paar wenigen und zumeist recht dünnen Ausnahmen wie Teile der Front-Blende, Teile der Gehäuse-Front, dem rückseitigen Gehäuse-Rahmen, den Staubfiltern, den Laufwerkseinschüben und ein paar gummierte Entkopplungen und Kabel- beziehungsweise Schlauchdurchführungen mag dies auch der Fall sein. Da ist zwar noch etwas Luft nach oben, aber auf jeden Fall ist man hier deutlich auf dem richtigen Weg – vorbildlich!

Anders als bei vielen der zuletzt getesteten Gehäuse und recht ähnlich zu anderen Vertreten der Enthoo- beziehungsweise Enthoo EVOLV Serie, gibt es auch hier wieder viele bewegliche oder modulare Teile. Umso wichtiger ist es, die kritischen Punkte mit Stahl zu versehen und von Plastik abzulassen. Dem kommt Phanteks auch in vielen Punkten nach. So sind beispielswesie die Halterungen sowie der Wasserkühlungs-Tray selbst aus Stahl gefertigt. Gleiches gilt für die Mid Plate, die Shroud und die Drop ’n‘ Lock SSD Halterung an der Rückseite des Mainboard-Trays. Anders als bei so mancher anderer Shroud kann man aber das, was sich ab Werk im Bauch befindet – den 3,5″ Festplattenkäfig – jedoch auch entfernen. Doch selbst dort, wo geschraubt und auch genietet wurde, ist alles bestens verarbeitet. Ganz allgemein sind eigentlich sämtliche Gewinde und Schrauben ausnahmslos hervorragend verarbeitet. Ganz zu schweigen von den extra dicken Stahl-Bauteilen. Da klappert nichts, da wackelt nichts und da ist nichts so dünn, dass man Angst hat es auch nur zu berühren – klasse!

Der Lack in einer Art Pulverbeschichtungs-Optik auf der Außenseite und der Innenseite glänzt mit ausgezeichneter Verarbeitung sowie Qualität und ist darüber hinaus nicht einmal sonderlich anfällig für Fingerabdrücke oder Schlieren – ausgezeichnet!

Scharfe Kanten oder Ecken wurden weder im Außen- noch im Innenbereich gefunden. Einzig der Wasserkühlungs-Tray des Deckels weist fast durchweg unschön gearbeitete Stanzränder auf, welche zwar nicht direkt scharf sind, jedoch mindestens rau. Etwas wildere Arbeiten sorgen hier aber bestimmt für wunde Hände. An dieser Stelle muss noch nachgebessert werden. Wie so oft gilt eben: Der Teufel steckt im Detail!

Zusammenfassend kann man jedoch sagen, dass das Phanteks Enthoo EVOLV ITX einen hohen Verarbeitungsstandard besitzt und man viel daran setzt, von der Verwendung von zu viel Plastik wegzukommen.

Phanteks Enthoo EVOLV ITX_17
Phanteks Enthoo EVOLV ITX_18

Leistung

Testsystem:

CPUIntel Core i5 4670K @ 4,3 GHz
MainboardMSI Z97I ACK
ArbeitsspeicherKingston HyperX Blu Black 8GB 1600MHz
SSDKingston HyperX 3K 120GB
NetzteilSeasonic G-750/ 750 Watt Gold zertifiziert
GehäusePhanteks Enthoo EVOLV ITX
KühlerNoctua NH-D15
BetriebssystemWindows 8.1 Pro 64bit

Die Temperaturentwicklung im Gehäuse ermitteln wir insgesamt viermal. Diese wird im Idle und unter Last einmal mit und einmal ohne den werkseitig installierten 200mm Gehäuselüfter gemessen. Für die Messungen unter Last wird der auf 4,3 GHz übertaktete Prozessor mit Prime95 ausgelastet. Danach werden die Temperaturen mit Hilfe von unseren Standardtools ausgelesen. Um softwareseitige Messfehler zu minimieren, verwenden wir “AIDA64” als zweites unabhängiges Auslesetool. Zu beachten: Da es sich bei dem Phanteks Enthoo EVOLV ITX um ein kompaktes Gehäuse mit nur zwei Erweiterungsslots handelt, unsere Grafikkarte für unsere Tests jedoch drei Slots benötigt, fallen die Temperatur- und vor allem auch die Lautstärke-Entwicklung möglicherweise geringer aus als üblich!

Wie bereits erwähnt verfügt das Phanteks Enthoo EVOLV ITX über einen 200mm großen vorinstallierten Lüfter in der Front. Dieser dreht mit gerade einmal 800rpm (±250) und sorgt so mit seinen gerade mal 25 dB(A) maximaler Lautstärkenemission laut Hersteller nicht merklich für ein besonders lautes System. Subjektiv betrachtet hört man dank des hochwertigen UFB (Updraft Floating Balance) Bearings weder Surren noch Fiepen. Das einzige Geräusch, welches vom Lüfter ausgeht, ist der recht dumpfe, tieftönige Luftzug, welches der statische Druck von 1.04mm H2O beziehungsweise Airflow von 110.1 CFM erzeugt – recht angenehm! Wichtig! Keine Grafikkarte aufgrund von Inkompatibilität verbaut. Die Lautstärke ist dadurch, im Vergleich zu anderen Gehäusen, geringer.

Persönliches Fazit

Mit dem Phanteks Enthoo EVOLV ITX bekommen alle Liebhaber von kleinen Systemen, egal ob mit oder ohne Sichtfenster, ein grundsolides Gehäuse mit ausgeklügeltem Design für maximierte Ausnutzung des gegebenen Raums. Die serienmäßige Shroud mit ordentlich Stauraum in deren Bauch sowie die gegebenen Möglichkeiten für Kabelmanagement sorgen für einen äußerst aufgeräumten Build und besten Airflow. Die Multifunkions-Mid Plate, die Erweiterungsmöglichkeiten durch optionales Zubehör, die großzügige Aussparung im Mainboard-Tray, die Kugelverbindungen bei den gesteckten Bauteilen sowie das innovative modulare Element für Wasserkühlungen im Deckel sorgen für einfachste Installation und Umbaumöglichkeiten bei wohl höchstmöglichem Komfort. Das Case weist auch einen recht hohen Grad an Verarbeitung auf, spart dabei auch nicht an Stahl – vor allem hinsichtlich der Dicke – und besticht darüber hinaus auch mit einem tollen Design. Sämtliche Schrauben gehen zart wie Butter und halten gleichzeitig aber die Teile, die sie verbinden, bombenfest an ihrem Platz.

Einziger Wermutstropfen mögen die 3,5″ Laufwerkshalterungen aus recht dünnem Plastik sein, wo eindeutig an der falschen Stelle gespart wurde. Auch die teils recht scharfen, beziehungsweise unsauber entgrateten Ränder im Wasserkühlungs-Tray könnten etwas besser gearbeitet sein.

Ansonsten kann man hier jedoch bedenkenlos zugreifen und wird eigentlich, wenn man die benannten Punkte wie beispielsweise die Platzknappheit um das Netzteil herum bei installiertem 3,5″ Festplattenkäfig beachtet, nicht enttäuscht. Mit dem Phanteks Enthoo EVOLV ITX bekommt man ein kleines aber feines sowie edles Zuhause für ein Mini-System, welches man ohne großen Aufwand spielend einfach um- oder nachrüsten kann.

Für die dargebotene Leistung, die serienmäßige Shroud und das durchdachte Design mit der Multifunktions-Mid Plate und den umfangreichen Komfort-Möglichkeiten beim Ein- und Umbau, verbunden mit einem Preis von rund 70€ hat sich das Phanteks Enthoo EVOLV ITX allemal den Hardbloxx Preis/-Leistungs-Tipp Award verdient.

MS-TECH X7 Crow

Phanteks Enthoo EVOLV ITX

69,90€
Phanteks Enthoo EVOLV ITX

Positiv

  • - optisch sehr ansprechendes und zeitloses Design
  • - optimiertes Konzept zur Nutzung des ITX-bedingten geringen Platzangebots
  • - hoher Grad an Verarbeitung
  • - sehr große Aussparung im Mainboard-Tray
  • - umfassende Komfort-Funktionen für den Ein- und Umbau

Negativ

  • - keine externen Laufwerksschächte
  • - kleine Mängel in der Verarbeitung des Wasserkühlungs-Trays

Euer Hardbloxx-Team

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Test/Testbericht: Antec P380

Im Jahr 2012 brachte Antec das P280 auf den Markt und schaffte es, mit diesem Gehäuse einen echten Klassiker zu etablieren. Doch nach den Jahren wird es Zeit für ein neues Modell der One-Serie. Bereits auf der Computex 2014 hat Antec das neue P380 zum ersten Mal gezeigt. Seit diesem Jahr ist es nun so weit, das neue High-End Gehäuse positioniert sich in der Reihe der Full-Tower und möchte durch sein schlichtes und edles Design überzeugen. Doch wie auch im wahren Leben kommt es ebenso auf die inneren Werte an. Genau aus diesem Grund werden wir das Antec P380 genau für euch durchleuchten und heraus finden, ob es einen würdigen Nachfolger darstellt. 

Verpackung und Lieferumfang

Das neue Gehäuse von Antec erreichte uns in einem großen Karton, der neben den Schwarz- und Grautönen einige orangefarbene Highlights bietet. Auf der Front ist eine große Abbildung des Gehäuses sowie der Name aufgedruckt. Generell befinden sich auf der Verpackung viele kleinere und größere Abbildungen. Auf der Rückseite des Kartons ergänzen Bilder die Beschreibungen der einzelnen Features und ermöglichen somit eine schnelle Übersicht. Die Beschreibungen sind in zehn verschiedenen Sprachen ausgeführt. Im Karton erwartet einen das P380, welches in einer extra Folie verpackt wurde. Damit ist das Gehäuse vor Staub sowie Feuchtigkeit geschützt und kommt wie frisch aus der Schmiede bei dem Kunden an. Ein kleines aber feines Detail ist die verwendete Polsterung. Antec verwendet kein normales Styropor, sondern eine Art Kunststoffschaumpolster. Jeder, der schon einmal ein Gehäuse aus Styroporpolstern befreit hat und Tage später immer noch die kleinen weißen Kügelchen gefunden hat, wird Antec an dieser Stelle danken. In dem Gehäuse befindet sich eine weitere Plastiktüte, welche das Zubehör enthält. Darin findet man neben einer knappen Produktübersicht auch schwarze Kabelbinder, eine Garantieinformation und das Montagematerial. Eine Bedienungsanleitung erhält man lediglich als Download auf der Herstellerwebsite. Eine ausführliche, gedruckte Bedienungsanleitung sollte in diesem Preissegment allerdings Standard sein.

Aussehen – Außen

Das Markenzeichen des Antec P380 sind mit Sicherheit die geschlossenen und undurchbrochenen Aluminiumplatten als Front und Deckel. Diese Abdeckungen sind 4 mm stark und stechen durch ihre unlackierten Ränder hervor. Mit dieser Kombination aus schwarzen Flächen und den silbernen Rändern hat es Antec geschafft, ein Design zu entwickeln, welches edel, schlicht, klassisch und zugleich elegant wirkt. Auf beiden Seiten der Front sind An-/Ausschalter und Resettaster untergebracht. Der Grund für die doppelte Ausführung der Tasten ist das I/O-Panel (je zwei USB 3.0- und USB 2.0-Ports, Audiobuchsen), welches an den Seiten unter dem Deckel sitzt. Das Panel ist ab Werk auf der linken Seite montiert und kann bei Bedarf auf die rechte Seite geschraubt werden.

Antec P380
Antec P380 2

Das rechte Seitenteil besitzt ein großflächiges Fenster, welches rahmenlos in die Tür aus Stahl eingearbeitet wurde. Bei der Auslieferung ist das Plexiglas durch eine Folie vor Fingerabdrücken und Kratzern geschützt. Auf der Innenseite geht das Plexiglas über den sichtbaren Bereich hinaus und ist an diesen Stellen unbearbeitet. Das unbearbeitete Material fühlt sich allerdings sehr rau und unangenehm an. Beide Seitenwände werden, wie mittlerweile üblich, mit jeweils zwei Rändelschrauben an der Gehäuserückseite befestigt. Die Gehäuserückseite selbst weist das übliche Layout auf. Im oberen Bereich befindet sich die Aussparung für das I/O-Panel des Mainboards und daneben ist das Gitter für den rückseitigen Lüfter positioniert. Die Anzahl der Blenden für Erweiterungskarten lässt vermuten, dass das Gehäuse auch E-ATX Boards aufnimmt. Denn mit den insgesamt neun verfügbaren Blenden wäre sogar ein 4-Wege SLI/Crossfire System möglich, vorausgesetzt, die Grafikkarten nehmen jeweils nur zwei Blenden in Anspruch. Neben den Blenden befinden sich zwei Durchführungen zur Installation von einem externen Radiator. Am Boden befindet sich schlussendlich der Platz für das Netzteil. Das rechte Seitenteil weist keine weitere Besonderheiten auf und ist komplett geschlossen.

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Da der Deckel wie auch die Front ohne Öffnungen gestaltet wurde und aus massivem Aluminium besteht, wurden die Öffnungen für die Abluft an die Seitenkanten verlegt. Des Weiteren kann ein großer Teil der Abluft nach hinten durch den Abstand zwischen Deckel und Grundkörper ausströmen. Insgesamt bietet das P380 damit genug Öffnungen, um selbst bei drei 120mm Lüftern die Luft gut abführen zu können. Am Boden des Antec P380 hat der Hersteller auf Öffnungen für die Installation von Lüftern verzichtet. Lediglich die mit einem Staubfilter versehne Öffnung für das Netzteil ist zu finden. Der Staubfilter für das Netzteil wird bei dem P380 nicht wie üblich nach hinten entnommen, sondern seitlich. Das kann für den ein oder anderen durchaus nützlich sein, falls das Gehäuse nahe an einer Wand steht. Am Boden des Antec Gehäuses befinden sich außerdem vier große Gummifüße, die für einen sicheren Stand sorgen sollen. Leider wurden diese Füße nicht verschraubt sondern geklebt. Auch hier hätte Antec angesichts des Preises auf eine qualitativ hochwertigere Befestigung setzen können. Der Staubfilter für die Front ist über die Unterseite des Gehäuses zugänglich. Somit müsst ihr den Koloss, immer wenn ihr den Staubfilter reinigen wollt, auf die Seite legen. Die beiden Staubfilter bestehen aus einem Kunststoffgewebe und können daher auch unter fließendem Wasser gereinigt werden.

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Aussehen – Innen

Nach dem wir uns also ein Bild von dem Gewand des P380 gemacht haben, wollen wir nun sehen wie es um die inneren Werte des Gehäuses steht. Die Gehäuseseite ist dank der Rändelschrauben schnell und einfach entfernt. Bei dem Blick in das Innere des Gehäuses bietet sich einem ein klassisches, ja fast schon konservatives Bild. Wie man bereits von außen erkennen kann, ist das Netzteil am Boden angebracht und das Mainboard somit darüber angeordnet. Das Netzteil wird in zwei Führungsschienen eingesetzt und mit der Gehäuserückseite verschraubt. Auf eine Entkopplung des Netzteiles hat Antec komplett verzichtet. Die Kabel des Netzteiles und auch alle anderen Leitungen können durch fünf Kabeldurchführungen verlegt werden. Um die Kabel vor den Metallkanten zu schützen, wurden Gummimanschetten eingesetzt. Leider sitzen diese viel zu locker, so dass sie bei dem Verlegen der Kabel leicht herausrutschen. Auf der Rückseite des Mainboardtrays wurde eine Vielzahl von Ösen angebracht, um mithilfe von Kabelbindern eine saubere Kabelführung zu ermöglichen. Zwischen Mainboardtray und Seitenteil steht einem mehr als ausreichend Platz zur Verfügung, um eine Vielzahl an Kabeln zu verstauen. Vor allem Besitzern von leistungsstarken Netzteilen ohne modulare Kabel dürfte dieser Platz entgegenkommen.

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Das geräumige P380 unterstützt Mainboards in den Formaten SSI CEB, E-ATX, ATX, Micro ATX und Mini-ITX. Mit dieser Bandbreite lässt das Gehäuse kaum Wünsche offen. Für die Montage der Erweiterungskarten kommen ebenfalls Rändelschrauben zum Einsatz, so dass ein schneller und frustfreier Aufbau ermöglicht wird. Durch die Breite des Gehäuses können CPU-Kühler mit einer maximalen Höhe von 180 Millimetern installiert werden. Vergleichbare Gehäuse bieten hier vielleicht wenige Millimeter mehr, doch darf man nicht vergessen, dass bei dem P380 mehr Platz für Kabel zur Verfügung steht. Dank der großzügigen Dimensionen finden selbst Grafikkarten mit einer maximalen Länge von 465 Millimetern Platz in dem Gehäuse. Diese beachtliche Länge kann allerdings nur bei demontiertem HDD-Käfig in Anspruch genommen werden. Bleibt der Festplattenkäfig im Gehäuse, stehen dem passionierten Gamer immer noch 330 Millimeter zur Verfügung, um lange Grafikkarte wie die Sapphire R9 290X Tri-X OC unterzubringen.

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Die Festplattenkäfige bilden einen schlanken Turm, der vom Boden bis zum Deckel des Gehäuses reicht. Dieser Turm besteht aus vier einzelnen Käfigen. Drei dieser Käfige fassen 3,25″-Platten oder 2,5″- Festplatten. Die Festplatteneinschübe wurden aus Plastik gefertigt, machen allerdings einen stabilen Eindruck. Die Festplatten werden in den Käfigen auf dicken weichen Silkonentkopplern gelagert. Über den Käfigen für die Festplatten befindet sich eine weitere Käfig, welcher Bauteile mit einer Größe von 5,25″ fasst. Optische Laufwerke können allerdings aufgrund der geschlossenen Front nicht installiert werden. Antec bietet mit dem P380 trotzdem die Möglichkeit ein externes Laufwerk zu installieren. Der mitgelieferte Adapter wird seitlich in der Front montiert und ermöglicht so die Installation eines Slim-Laufwerkes. Wer Lüfter in der Front installieren möchte, muss allerdings damit leben, dass das Laufwerk dann einen Teil der Lüfter verdeckt. Wie bei allen neueren Gehäusen sind die Festplattenkäfige des P380 modular gestaltet. Wenn ihr den Platz für etwas anderes benötigt können die Käfige ausgebaut werden. Bei den meisten Gehäusen ist dies mit wenigen Handgriffen erledigt. Das Antec P380 verlangt einem deutlich mehr Nerven ab. Zunächst muss sowohl Deckel als auch Front komplett demontiert werden. Des Weiteren müssen sagenhafte 35 Schrauben entfernt werden, um alle Käfige zu entfernen. An dieser Stelle sollte Antec bei dem nächsten Gehäuse dringend nachbessern. Andere Gehäuse wie das Fractal Design Define R5 haben bereits bewiesen, dass es auch deutlich praktischer geht.

Ein großes Gehäuse bietet in der Regel auch genügend Platz für eine Vielzahl an Lüftern oder aber Radiatoren. Im Antec P380 können maximal sieben Lüfter oder zwei Radiatoren und ein Lüfter verbaut werden. Das Gehäuse wird werksseitig mit insgesamt drei Lüftern ausgeliefert. In der Front des P380 können zwei 140 mm Lüfter oder aber drei 120 mm Lüfter verbauten werden. Besitzer einer Wasserkühlung können auch einen 240 mm beziehungsweise 360 mm Radiator unterbringen. Dafür müssen dann allerdings die Festplattenkäfige deinstalliert werden. Im Deckel kann dieselbe Kombination an Lüftern oder Radiatoren ein zweites Mal verbaut werden. Standardmäßig hat Antec bereits zwei 140 mm Lüfter im Deckel installiert. Die Lüfter können mithilfe eines zweistufigen Regelschalters auf 1200 U/min oder aber auf 800 U/min eingestellt werden. Bei maximaler Drehzahl weisen die Lüfter laut Hersteller eine Lautstärke von 27,8 dBA auf. Im gedrosselten Zustand schlagen sie immer noch mit 19,00 dBA zu Buche. An der Rückseite des Gehäuses kann, wie üblich, ein weiterer Lüfter installiert werden. Ganz untypisch für einen Big-Tower ist allerdings dessen Format. Der Lüfter an der Rückseite kann maximal 120 mm groß sein. Die zusätzlichen Millimeter zum Kabelverstauen zahlt der Kunde also mit einem kleineren Lüfter im Heck. Unserer Meinung nach hätten bei dem Gehäuse wenige Millimeter mehr in der Breite keinem geschadet. Ein 140 mm Lüfter im Heck würde im Gegenzug viele Vorteile mit sich bringen. Der kleinere Serienlüfter dreht mit 1200 oder 600 U/min und erzeugt dabei eine Lautstärke von 23,65 dBA oder 16,00 dBA. Alle installierten Lüfter können an den Stromverteiler angeschlossen werden, der auf der Rückseite des Mainboardtrays angebracht wurde. Dieser kann bis zu sechs Lüfter über einen Molex-Anschluss versorgen. Allerdings können die Lüfter, im Gegensatz zu der im Phanteks Enthoo Evolv verwendeten Platine, auf diese Art und Weise nicht geregelt werden.

Material und Verarbeitung

Die Verarbeitung des P380 ist fast tadellos. Das gesamte Chassis ist robust und weist im Weiteren kaum Mängel auf. An dem Übergang von Deckel zu Front ist ein leichter Versatz zu spüren, dieser stört bei normaler Nutzung nicht. Etwas unelegant sind die Plastikleisten zwischen Deckel beziehungsweise Front und Seitenteil. Eine Ausführung in Metall hätte ein homogeneres Gesamtbild ergeben und Antec bei dem angesetzten Verkaufspreis sicher nicht in den Ruin getrieben. Die Seitenteile weisen eine Dicke von knapp 0,9 mm auf und sind somit angenehm verwindungsfest. Bei den Festplattenkäfigen wurde zwar ebenfalls auf Plastik gesetzt. Dieses ist allerdings hochwertig und ausreichend dick, so dass die Käfige ausreichend stabil sind.

Technische Daten

GehäusetypFull-Tower
FormfaktorSSI CEB, E-ATX, ATX, Micro ATX, Mini-ITX
Laufwerke intern8 x 3.5”/2.5” (3,5 Zoll entkoppelt)
Laufwerke extern1 x Slimlaufwerk
Gehäuselüfter (Rückseite vorinstalliert)1 x 120 mm
Gehäuselüfter (Deckel vorinstalliert)2 x 140 mm
 mögliche Gehäuselüfter insgesamt7
Höhe x Breite x Tiefe555mm x 223.6mm x 557mm
Gewicht12,25 Kilogramm
MaterialAluminium: Front, Deckel | Plastik: Luftfilter, HDD-Käfige, Seitenleisten | 0,9mm Stahl: Seitenwand und Grundkörper
Maximale Länge VGA-Karte330 mm (ohne HDD-Käfig: 465mm)
Maximale Höhe CPU-Kühler180 mm
Anzahl der Erweiterungsslots9

Bei der Ausstattung des Gehäuses erwartet einen keine Überraschung. Mit der üblichen Standardbelegung von drei vorinstallierten Lüftern will Antec von Haus aus für eine gute Belüftung sorgen. Der Hersteller geht allerdings neue Wege und installiert die Lüfter in dem Deckel. Die meisten Gehäuse hingegen haben die vorinstallierten Lüfter in der Front sitzen. Antec hätte im P380 ebenfalls die Möglichkeit gehabt die zwei 140 mm Lüfter dort unterzubringen, doch sie haben sich bewusst dagegen entschieden. Ob diese „saugende“ Auslegung funktioniert, werden wir mithilfe unserer Benchmarks überprüfen.

Testergebnisse und Testsystem

 Testsystem:

CPUIntel Core i5 4670K @ 4,3 GHz
MainboardASUS Z97I – PLUS
GrafikkarteASUS Matrix HD7970 Platinum
ArbeitsspeicherKingston HyperX Blu Black 8GB 1600MHz
SSDKingston HyperX 3K 120GB
NetzteilSeasonic G-750/ 750 Watt Gold zertifiziert
GehäuseAntec P380
KühlerNoctua NH-D15
BetriebssystemWindows 8.1 Professional 64bit

Die Temperaturentwicklung im Gehäuse ermitteln wir insgesamt viermal. Die Temperaturen werden im Idle und unter Last einmal mit und einmal ohne Lüfter gemessen. Für die Messungen unter Last wird der auf 4,3 GHz übertaktete Prozessor mit Prime85 ausgelastet. Gleichzeitig bringen wir die Grafikkarte mit Furmark an ihre Leistungsgrenze. Danach werden die Temperaturen mit Hilfe von GPU-Z und CPU-Z ausgelesen. Um softwareseitige Messfehler zu minimieren, verwenden wir “HWiNFO” als zweites unabhängiges Auslesetool.

Im Idle-Modus unterscheiden sich die einzelnen Gehäuse nur minimal. Das liegt vor allem an den optimierten Stromsparoptionen von aktueller Hardware. Durch die Minimierung der Stromaufnahme wird auch die Wärmeabgabe deutlich geringer. Das Antec P380 schafft es allerding im Idle mit 23°C beste Prozessortemperatur zu erreichen. Dieses Ergebnis ist nicht gerade verwunderlich wenn man bedenkt, dass mit Antecs Lüfteranordnung die entstehende Wärme des PCs direkt abgesaugt wird. Bei deaktiverten Lüftern liegt das P380 im hinteren Mittelfeld. Wobei es im Idle für die Hardware in puncto Langlebigkeit keinen Unterschied macht, ob das Bauteil nun 30°C oder 33°C warm ist.

Ganz anders sieht die Situation unter Last aus. Bei aktivierten Lüftern liegt die Temperatur des Prozessors im hinteren Mittelfeld. Die Temperatur der Grafikkarte hingegen ist niedriger als bei allen anderen Gehäusen und stellt mit den 72°C den neuen „Rekord“ dar. Anhand dieses Ergebnisses lässt sich auch erklären wieso die CPU-Temperatur im Verhältnis etwas höher liegt. Durch die im Deckel installierten Lüfter wird die warme Luft nach oben abgesaugt. Die Wärme der Grafikkarte muss dafür allerdings durch den Prozessorkühler und erschwert somit die Kühlung der CPU. Bei dem Versuch unter Last mit deaktivierten Lüftern platziert sich das P380 im Mittelfeld. Insgesamt liefert das P380 interessante Messergebnisse und zeigt, dass das alternative Kühlkonzept aus dem Hause Antec aufgeht. Wer noch einen oder zwei 140 mm Lüfter übrig hat, kann diese in der Front langsam drehend einbauen und sicher noch bessere Ergebnisse erzielen. Alles in allem besitzt das Antec P380 jedoch schon genügend Kühlleistung ab Werk.

Bei der Lautstärkemessung waren wir überrascht, dass wir trotz fehlender Frontlüfter verhältnismäßig hohe Werte unter Last und im Idle hatten. Die Lautstärke an der Seite ist unter Last mit 45,5 db(A) noch moderat. Im Idle liegt die Lautstärke an der Seitenwand etwas höher als bei den meisten Konkurrenten. Durch die etwas höhere GPU-Temperatur im Idle drehen die Lüfter der Grafikkarte natürlich schneller, was wiederum mehr Lautstärke bedeutet. Abschließend ist zu sagen, dass die Lautstärke der Werkslüfter absolut in Ordnung ist. Auch wenn die Lüfter bei voller Drehzahl definitiv hörbar sind, ist das subjektive Empfinden durchaus angenehm. Die Lüfter pfeifen oder klackern nicht, sondern verursachen lediglich ein konstantes Rauschen.

Persönliches Fazit

Das P380 wird vom Hersteller Antec als das neue High-End Gehäuse der Perfomance One Serie beworben. Auf den ersten Blick ähnelt das Gehäuse stark seinem Vorgänger, dem gut bekannten P280. Vor allem im Innenraum wurde viel beibehalten. Die auffälligsten Veränderungen erfolgten an der Außenhaut des Gehäuses. Die massiven und geschlossenen Aluminiumplatten als Front und Deckel heben das P380 optisch und haptisch auf eine neue Ebene. Ob die schicke Optik den Verzicht auf reguläre externe Laufwerksplätze wert ist, muss aber jeder Kaufinteressent für sich entscheiden. Zwar bietet Antec mit dem Montageschlitten eine Option für ein Slim-Laufwerk, doch ist diese Lösung wohl eher eine Notlösung. Ein wirklich cooles Feature ist die Verlagerung des I/O-Panels. Bei Bedarf kann das Panel auch ohne Probleme auf die gegenüberliegende Seite verfrachtet werden. Durch diese Option und die doppelt vorhandenen Rest- und An/Ausschalter ist es völlig egal, auf welcher Seite des Schreibtisches ihr das P380 abstellt. Die Modularität hat Antec auch in den Innenraum mitgenommen und das neue Gehäuse mit modularen Festplattenkäfigen ausgestattet. Damit können Grafikkarten mit bis zu 465 mm Länge oder auch ein zweiter 360 mm Radiator verbaut werden. Dieser Fortschritt bei den Käfigen ist allerdings auch einer der größten Kritikpunkte an dem Gehäuse. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um die Käfig ein- oder auszubauen ist so hoch, dass es dafür guter Nerven bedarf. Wer alle Käfige entfernen möchte, muss sage und schreibe 35 Schrauben entfernen. So manches Gehäuse wird nicht einmal insgesamt so viele Schrauben haben. Bei der Festplattenentkopplung konnte sich Antec allerdings einen Pluspunkt einfahren. Die dicken und weichen Silikonpuffer sorgend dafür, dass keine Schwingungen von den Festplatten auf das Gehäuse übertragen werden.

Das alternative Lüfterkonzept mit zwei 140 mm Lüftern im Deckel geht laut der Benchmarks auf. Die Werte sind vollkommen okay und unter Last mit aktiven Lüftern bleibt die Grafikkarte besonders kühl. Der letzte kleine Kritikpunkt ist der Staubfilter in der Front. So gut erreichbar, wie der seitlich angebrachte Netzteilfilter ist, so schlecht erreichbar ist der Frontfilter. Das Full-Tower Gehäuse mitsamt Hardware auf die Seite kippen zu müssen, um einen Staubfilter zu reinigen, sollte nicht das Maß der Dinge sein.

Die Kritik am Antec P380 soll aber nicht in den Hintergrund stellen, dass das Gehäuse schön anzusehen und gut verarbeitet ist. Aufgrund des gelungenen Designs möchten wir dem Antec P380 an dieser Stelle unseren Style – Tipp Award verleihen.  Alles in allem wird das Antec P380 die Zocker vermutlich in zwei Lager spalten. Die einen, die viel an ihrem PC herumschrauben und spätestens nach zwei Wochen etwas verändern müssen, werden mit dem P380 vielleicht ihre Probleme haben. Die anderen, die ihren PC mit Glück zweimal im Jahr sauber machen und ein edles Gehäuse suchen, liegen mit dem P380 genau richtig. Der Preis ist mit einer UVP von mehr als 200€ wirklich happig und an einer Vielzahl von Stellen nicht angemessen. Dementsprechend hat sich der Preis auf dem Markt bereits reguliert.

Style-Tipp

Antec P380

Ab 150 Euro
Antec P380

Positiv

  • - gutes Kabelmanagement
  • - I/O-Panel und Bedienelemente beidseitig nutzbar
  • - gute Verarbeitungsqualität
  • - effiziente Festplattenentkopplung
  • - edles Design, welches durch Aluminiumpanele vor Front und Deckel aufgewertet wird

Negativ

  • - Festplattenkäfige nur aufwendig demontierbar
  • - Frontstaubfilter umständlich zu entnehmen
  • - Lüftersteuerung könnte nutzerfreundlicher sein

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Euer Harbloxx-Team

Test/Testbericht: NZXT S340

Was lange Zeit eigentlich fast nur Moddern zugänglich war, gehört nun bei NZXT zur serienmäßigen Ausstattung – und das nicht nur beim NZXT S340 von diesem Test. Die Rede ist von einer Shroud. Dieses Wörtchen steht für das Stück Metall, welches bei Gehäusen im unteren Bereich angesiedelt ist und jeglichen Kabel-Salat, das Netzteil und auch Laufwerke quasi komplett verschwinden lässt. Das soll aber noch nicht alles gewesen sein, denn neben jeder Menge Stahl, wenig Plastik, üppigem Platzangebot und vollem NZXT Kraken Suppoert bietet das Case noch viel mehr.

Das Ganze passt NZXT bei dem NZXT S340 gerade mal in die Abmessungen eines Midi Towers. Ob sich dies nun wirklich als optisches Schmuckstück und – im wahrsten Sinne des Wortes – coole Angelegenheit herausstellt oder doch nur eine unkomfortable Einraumwohnung darstellt, zeigt euch unser Test.

Technische Daten

Maße:200mm  x 445mm x 432mm (B x H x T)
Material:SECC (kaltgewalzter Stahl) / ABS (Plastik)
Gewicht:7.05kg
Formfaktor:mITX, µATX, ATX
Kühlmöglichkeiten:Front: 2x 120mm /2x 140mm(optional)
Deckel: 1x 120mm/1x 140mm (1x 120mm NZXT FN V2 vorinstalliert)
Rückseite: 1x 120mm (NZXT FN V2 vorinstalliert)
Radiator Support:Front: 2x 120mm /2x 140mm
Rückseite: 1x 120mm
Filter:Front, Netzteil (wechselbar)
Laufwerke0x 5.25“ (extern)
2+1x 3.5“ (intern)
2x 2.5“ (intern)
Netzteil:Standard ATX
Erweiterungsslots:7
I/O Panel:2x USB 3.0, Audio In/Out

Verpackung und Lieferumfang

Das NZXT S340 kommt in einem sehr robusten und nicht zu groß geratenen Karton. Zumindest kann man hier recht gut die ungefähren Ausmaße des Gehäuses abschätzen und hat nicht noch zu viel Dämmung in der Verpackung. Die hochwertigen Aufdruck auf der Vorder- und Rückseite liefern auch gleich einen sehr schönen Eindruck von der Optik des Midi-Towers, sowohl im geöffneten wie auch im geschlossenen Zustand – toll! Natürlich befindet sich das NZXT S340 nebst all der Pappe auch sicher und geschützt in eine Schaumfolie geschlagen und mit zwei Styropor-Verschalungen versehen – wie man das eben so kennt. Das Seitenfenster ist ebenfalls vorbildlich von der Außen- wie auch von der Innenseite durch eine haftende Folie geschützt.

Der Lieferumfang hingegen fällt sehr überschaubar aus und beinhaltet neben einer Installationsanleitung und der üblichen Schrauben-Box auch noch eine weitere Anleitung für die Installation eines Betriebssystems – in diesem Falle Windows 7 oder Windows 8 – per USB Laufwerk, da ja keine externen Laufwerksschächte vorhanden sind. Der kleine weiße Karton mit schwarzer NZXT-Aufschrift befindet sich wie üblich im Inneren des Gehäuses und enthält folgende Teile:

–        10x Plastik-Kabelbinder (schwarz)

–        4x Netzteil Schraube

–        14x M3.0 *5 flat Schraube

–        23x 6mm Schraube

–        1x Mainboard Abstandhalter mit Befestigungshilfe

Da der Lüfter im Deckel zwar mit dem Luftstrom von innen nach außen gerichtet ist und es deswegen eigentlich keinen Staubfilter braucht, sucht man im Lieferumfang daher leider vergebens nach einer eben solchen Abdeckung. Eine dafür vorgesehene Fuge rund um den Lüfter ist aber dennoch vorhanden. Hier müsste also vom Enthusiasten selbst nachgerüstet werden – schade! Alle weiteren Möglichkeiten für Lüfter und sonstige Öffnungen sind dagegen aber ab Werk mit einem Staubfilter versehen, sogar dort, wo gar kein Lüfter vorinstalliert ist.

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Aussehen – außen

Der erste Eindruck, nachdem man das NZXT S340 von Karton, Styropor und Schaumfolie befreit hat, mag für den einen oder anderen Verfechter von optischer Perfektion ein kleiner Schock sein. Direkt im Deckel prangt, ohne Staubfilter oder sonstigem Sichtschutz, ein 120mm Lüfter mit großzügigem Mesh-Gitter für die Abluft. Ebenfalls hat es hier keine einzelnen Bohrungen für die verschiedenen Lüfter, sondern gleich Schlitze, damit man stufenlos auch Lüfter abseits der üblichen Abmessungen befestigen kann. Hat man jedoch einmal tief durchgeatmet, um den ersten Schock zu verdauen, und wagt sich an das restliche Gehäuse, wird man sogleich wieder getröstet und lächelt. Der Midi-Tower kommt mit einer geschlossenen Front (Achtung! Kein Slot für externe Laufwerke vorhanden!), dem großzügigen Seitenfenster und einer Klavierlack-ähnlichen Lackierung außen zwar recht schlicht, aber äußerst edel daher – Eyecatcher-Alarm!

Die auf den ersten Blick geschlossene Front, welche bis auf edlen Hochglanz und ein NZXT-Logo-Relief wenig zu bieten hat, hebt sich jedoch durch einen recht großzügigen Spalt zwischen Front-Blende und eigentlichem Gehäuse-Body ab. Dieser dient für die Versorgung der etwaigen auf der Innenseite installierten Lüftern mit Frischluft, andererseits kann man hier das Gehäuse auch gut für den Transport fassen. Zumal über diesen Spalt hinaus das NZXT S340 auf, im wahrsten Sinne des Wortes, sehr großem Fuße daherkommt und unten nicht gänzlich oder nur beinahe mit dem Fußboden abschließt – komfortabel! Natürlich sind diese recht hohen Füße auch zusätzlich noch gummiert, so dass sich das Gehäuse mit einem Kampfgewicht von rund 7kg im leeren Zustand fast schon in den Boden frisst und einen äußerst sicheren Stand hat. Für die Installation eines Radiators oder auch Lüfters in der Frontseite des Midi-Towers empfiehlt es sich sehr, die Front abzunehmen. Diese ist, wie man das von vielerlei Gehäusen gewohnt ist, einfach per Push-Pins in den Body geklippt und lässt sich so auch relativ leicht deinstallieren.

Der Clou: Da sich das Front-Panel im Body und nicht der eigentlichen Front befindet, hat man beim Ablösen der Front-Teils keinerlei Probleme mit etwaigen Front-Panel-Kabeln oder der Platine – ausgezeichnet!

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Im Anschluss an den besagten Spalt für Frischluft und Halt beim Transport befindet sich im Deckel des Gehäuses das Frontpanel nahtlos eingelassen. Dieses bringt neben dem Power-Button, den beiden Audio-Anschlüssen, der Power- und HDD-LED noch zwei USB 3.0 Buchsen. Einen Reset-Knopf und sucht man hier jedoch vergebens. Ansonsten befindet sich im Deckel nur noch der bereits erwähnte 120mm Lüfter mit entsprechendem Mesh-Gitter und einer Fuge für einen optionalen Staubfilter mit Magnet-Rahmen (nicht im Lieferumfang enthalten). Der Deckel hält sich – was das Design und die Beschaffenheit angeht – jedoch nicht an die Hochglanz-Front und Hochglanz-Seitenteile, sondern hat die Optik und Haptik wie das Innere des NZXT S340. Dies kommt in etwa einer sehr feinen so wie matten Pulverbeschichtung gleich und ergibt in Verbindung ein tolles Bild.

Anders als bei dem vor kurzem getesteten Anidees AI7 Cube Case mit ebenfalls üppigem Seitenfenster wird beim NZXT S340 jedoch vermehrt auf die Stabilität dieses Seitenteils gesetzt. Weder beim Ein- noch beim Ausbau wabbelt das Blech unnötig umher, das Seitenfenster knarzt dadurch auch nicht gefährlich und von verzogenem Metall oder Plastik ist hier keine Spur. Darüber hinaus weist das Window des NZXT S340 keinerlei Schlieren oder Kratzer auf. Die beidseitige Schutzfolie sowie die Verpackungsabteilung leisteten hier also ganze Arbeit.

Die Rückseite verspricht bereits auf den ersten Blick schon sehr viel Komfort, denn wenn einem was sofort ins Auge springen mag, dann sind es die unzähligen Thumb-Screws für die Seitenteile, die Erweiterungsslots und den Netzteil-Schacht. Der Clou: Im Falle der Seitenteile sind einerseits aus den Augen verlorene Schrauben sowie zerkratzter Lack durch zu festes Anziehen passé. Die Schrauben verbleiben quasi am Seitenteil und hängen lose, aber durch das Gewinde der Schraube gesichert in einer Ausbuchtung fest. Zusätzlich wird der Lack durch eine kleine Beilegscheibe geschützt. Die Schrauben der Erweiterungsslots sind an die Außenseite verlagert und dort sehr gut erreichbar ohne dass man im Inneren auf engem Raum herumfummeln müsste. Ebenso einfach gestaltet sich die Installation des Netzteils, denn man schraubt zunächst eine Art Halterungsrahmen über vier Thumb-Screws vom Gehäuse ab, montiert diesen über die üblichen vier Schrauben am Netzteil und schiebt diese Kombination dann wie eine Schublade von hinten in das Gehäuse ein. Einem seitlichen Einbau ist abzuraten, da es sonst wegen der Shroud und dem anzubringenden Rahmen in eine ziemlich unangenehme Millimeter-Arbeit ausarten würde.

Zu guter Letzt werfen wir noch – nebst den bereits angesprochenen Standfüßen des NZXT S340 – einen kleinen Blick auf die Unterseite. Wie bereits erwähnt verfügt der Midi-Tower über recht hohe Standbeine, die zusätzlich für besten Halt auch der Unterseite gummiert sind. Neben diesen spielt sich hier nämlich auch nicht mehr weiter viel ab, außer dass man einen weiteren Staubschutzfilter für das Netzteil zu Gesicht bekommt.

Alles in allem macht das NZXT S340 von außen zwar einen sehr schlichten, aber sehr guten und vor allem edlen Eindruck.

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Aussehen – innen

Außen hui und innen pfui? Ob dem beim NZXT S340 ist, werden wir nun im Folgenden etwas beleuchten. Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Innere vom Äußeren dadurch, dass hier nicht mit Hochglanz, sondern mit überwiegend matten Oberflächen gearbeitet wird. Diese sind sowohl von der Optik und der Haptik wie eine sehr feine Pulverbeschichtung. Einzige Ausnahme bildet die Halterungsvorrichtung für einen Ausgleichsbehälter oder beispielsweise der NZXT GRID+ (nicht im Lieferumfang enthalten) Lüftersteuerung. Daneben dreht sich Inneren alles ganz klar um zwei Dinge:

1.) Die Shroud, welche nicht nur das Netzteil, etwaige 3,5“ Laufwerke und den damit verbundenen Kabelsalat verschwinden lässt. Die Shroud kann auf der Oberseite auch zwei 2,5“ Laufwerke (im besten Falle natürlich SSDs) beheimaten und verfügt am vorderen Ende über Lüftungsschlitze, um einen Hitzestau unter der Shroud zu verhindern. Diese beiden Zusatzoptionen sorgen neben dem eigentlichen Nutzen natürlich für eine zusätzliche optische Aufwertung.

2.) Die Optimierung für ein wassergekühltes System mit perfektem Airflow durch großzügigen Support von Radiatoren auch in der Front (unter anderen natürlich auch den NZXT Kraken AIO Lösungen), den fehlenden Möglichkeiten für externe Laufwerke und unzähligen Möglichkeiten des Kabelmanagements (allein min. 17 Ösen für die Anbringung von Kabelbindern).

Zwar verfügt das NZXT S340 an der Rückseite über keinen Kabelkanal wie beispielsweise das von uns getestete MS-TECH X7 Crow, aber das braucht es eigentlich auch nicht. Der Kabelstrang für das Front-Panel und die Kabel der beiden Lüfter, die per Adapter beide zu einem 4pin Molex-Anschluss an der Rückseite führen, sind bereits ab Werk ordentlich zu einem kompakten Kabelstrang zusammengefasst und gut versteckt angebracht. Passend zum schlichten schwarzen Erscheinungsbild sind auch all diese Kabel sowie deren Anschlüsse in Schwarz gehalten – perfekt!

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Sehr positiv fällt auf, dass im Inneren so gut wie kein Plastik zum Einsatz kommt. Nicht einmal dort, wo man es inzwischen schmerzlich gewohnt ist – bei den Festplatten-Halterungen. Weder im 3,5“ Festplatten-Käfig in noch bei den beiden 2,5“ Halterungen auf der Shroud kommt der dort meist labile Kunststoff zum Tragen – vorbildlich! Zwar ist der Festplatten-Käfig fest mit der Shroud vernietet und man muss auch hier einmal mehr die Front abbauen, um die 3,5“ Laufwerke fixieren zu können, aber wenn man die Front ohnehin schon für die Installation eines Radiators abnimmt oder gänzlich mit 2,5“ Festplatten auskommt, ist das nicht weiter schlimm. Der Clou: Hier kommt der Grafikkarte schon ab Werk absolut nichts in die Quere und selbst solche mit einer Gesamtlänge von 364mm (ohne Radiator) oder 334mm (mit Radiator) finden hier spielend Platz. Zwar befindet sich im Verpackungsinhalt keine Grafikkartenhalterung wie das beim von uns getesteten MS-TECH X7 Crow der Fall war, doch könnte man den Schlitz in der Kabelmanagement-Schiene für eine optional erworbene Lösung hernehmen. Da wir schon bei Längen und Größen sind, CPU-Kühler – falls man keine Wasserkühlung betreibt – dürfen hier eine Höhe von bis zu 161mm haben. Doch auch unser Testsystem-Monster Noctua NH-D15 fand darin Platz.

Wie bereits erwähnt, verfügt der Midi-Tower über zwei bereits vorinstallierte Lüfter, einer davon im Deckel des Chassis, der andere an der Rückseite. Beide sind dabei so ausgerichtet, dass sie die warme Luft vom Inneren des Gehäuses nach außen schaffen. Bei den Lüftern handelt es sich um die hauseigenen NZXT RF-FN 122-RB mit 3pin Anschluss. Sie sind weder beleuchtet noch auffällig gefärbt, sondern fügen sich ganz in Schwarz in das restliche dunkle Bild des NZXT S340 ein. Da diese allerdings nur, wie bereits gesagt, mit einem 3pin-Anschluss versehen sind, röhren sie mit dem ersten Start und ohne manuelle Regelung auch noch darüber hinaus mit voller Lautstärke. Leider sind sie dabei sehr deutlich zu hören, doch dazu später unter dem Punkt „Leistung“ mehr.

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Material und Verarbeitung

Ein Midi Gehäuse, welches rund 7kg auf die Waage bringt, lässt wohl vermuten, dass hier so einiges an Stahl und recht wenig Plastik zum Zuge kommt. Mal abgesehen von ein paar wenigen Ausnahmen wie Teile der Front-Blende, Teile der Gehäuse-Front, dem Seitenfenster und den Staubfiltern mag dies auch der Fall sein. Wie schon erwähnt, findet Plastik nicht einmal Verwendung bei den Laufwerkschächten – vorbildlich!

Da es aber so gut wie keine beweglichen Teile gibt, nicht zuletzt auch wegen den fehlenden externen Laufwerkschächten, der festgenieteten Shroud und des ebenso festgenieteten 3,5“ Festplattenkäfig in der Shroud, macht auch das Bisschen Kunststoff keinerlei Probleme. Jene Stellen, an denen aber doch Plastik zum Einsatz kommt, sind mit recht dickem und robustem Material gesegnet. Da klappert nichts, da wackelt nichts und da ist nichts so dünn, dass man Angst hat es auch nur zu berühren – klasse!

Sowohl der Hochglanz-Lack auf der Außenseite sowie diese sehr feine Pulverbeschichtung auf der Innenseite glänzen mit hervorragender Verarbeitung und Qualität. Die einzige Lacknase, die wir hier finden konnten, war gut versteckt in einer der beiden 2,5“ Festplattenhalterungen. Ist also zu verschmerzen, weil man sie dort eh nie zu Gesicht bekommt und sie auch sonstige Funktionen nicht einschränkt.

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Scharfe Kanten oder Ecken wurden weder im Außen- noch im Innenbereich gefunden. Einzig die genietete Shroud wurde an den vier Nieten an Vorder- und Rückseite des Gehäuses etwas unsauber verarbeitet. Hier steht etwas Metall über und das sonst durchgehend schwarze Bild wird hier von blankem hellem Stahl unterbrochen. Man muss aber wirklich sehr genau hinsehen und mit geschlossenem Seitenteil ist auch dieses Problem behoben, weil wohl niemand in dem Winkel in das Case sieht.

Weitere Auffälligkeiten, die man durchaus schöner hätte lösen können, wären noch Entkopplungsmöglichkeiten für das Netzteil und die 3,5“ Laufwerke gewesen. Hier sind weder gummierte Stützen, noch Gummiringe oder sonstige Varianten der Entkopplung vorhanden – schade!

Zusammenfassend kann man jedoch sagen, dass das NZXT S340 einen hohen Verarbeitungsstandard besitzt, sehr wenig Plastik und so gut wie keine bewegliche Teile verwendet wurden.

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Leistung

Testsystem

CPUIntel Core i5 4670K @ 4,3 GHz @1,25VCore
MainboardASUS Z87M-PLUS
GrafikkarteASUS ROG Matrix HD 7970 Platinum 3GB GDDR5
ArbeitsspeicherKingston HyperX Blu Black 8GB 1600MHz
SSDKingston HyperX 3K 120GB
NetzteilSeasonic G-750/ 750 Watt Gold zertifiziert
GehäuseNZXT S340
KühlerNoctua NH-D15
BetriebssystemWindows 8.1 Pro 64bit

Die Temperaturentwicklung im Gehäuse ermitteln wir insgesamt viermal. Diese werden im Idle und unter Last einmal mit und einmal ohne die beiden werkseitig installierten 140mm Gehäuselüfter gemessen. Für die Messungen unter Last wird der auf 4,3 GHz übertaktete Prozessor mit Prime95 ausgelastet. Gleichzeitig bringen wir die Grafikkarte mit Furmark ordentlich ins Schwitzen. Danach werden die Temperaturen mit Hilfe von unseren Standardtools ausgelesen. Um softwareseitige Messfehler zu minimieren, verwenden wir “AIDA64” als zweites unabhängiges Auslesetool.

Da die beiden bereits vorinstallierten NZXT RF-FN 122-RB Lüfter des NZXT S340 lediglich einen 3pin-Anschluss besitzen, röhren diese mit dem Hochfahren des PCs natürlich in voller Lautstärke. So ist es mit dem Silent Betrieb natürlich unter Last – wobei hier wohl ohnehin die Grafikkarte die Gehäuse-Lüfter überholt – vor allem aber im Idle eher weit hergeholt. So jedenfalls das subjektive Empfinden. Die objektive Messung zeigt jedoch, dass sich noch vergleichsweise ruhig arbeiten. Umso erstaunlicher ist aber, wie sich das aufgeräumte Innere sehr positiv auf die Kühlleistung auswirkt, obgleich die beiden Lüfter nur warme Luft von innen nach außen schaufeln und keiner der beiden Frischluft ansaugt. Hier profitiert vor allem die CPU-Kühlung mit gerade einmal 28°C. Die GPU kommt im Idle mit gerade einmal 28,5°C auch nicht an die 30°C-Marke heran und kämpft sich in Punkto Idle fast an die Spitze. Unter Last hinkt die GPU-Kühlung jedoch leider etwas hinterher und auch die CPU gerät vergleichsweise etwas mehr ins Schwitzen. Mit einem Radiator oder weiteren Lüftern in der Front sollten sich die Temperaturen nach unten anpassen.

Persönliches Fazit

Mit dem NZXT S340 Midi Gehäuse bekommt man ein zu Hause für seine Hardware, welches sich nicht nur sehen lassen kann, sondern für vergleichsweise wenig Geld auch sehr viel bietet – allem voran natürlich die serienmäßige Shroud, welche dem Case nicht nur einen Vorteil gegenüber vielen der Konkurrenz verschafft. Zwar ist das NZXT S340 eher auf Wasserkühlung getrimmt, siehe die nicht vorhandenen externen Laufwerksschächte und die dafür zum Zuge kommende Halterungsvorrichtung beispielsweise für Ausgleichsbehälter, steht aber auch der Möglichkeit der Luftkühlung in nichts nach. Dies spiegelt sich auch im direkten Vergleich der Temperaturentwicklung wider. Einziger Wermutstropfen im Falle von Luftkühlung mag wohl sein, dass die Front über keine vorinstallierten Lüfter verfügt, welche zusätzlich für Frischluft von außen sorgen. Darüber hinaus jedoch sorgen vor allem die üppigen Möglichkeiten des Kabel-Managements, das reichhaltige Platzangebot trotz Shroud und natürlich die Shroud selbst fast schon automatisch für einen sauber aufgeräumten Build und einen sehr guten Airflow. Der Tower weist auch einen recht hohen Grad an Verarbeitung auf, bei dem es eigentlich nur sehr wenig zu bemängeln gibt. Manche Schraubgewinde könnten noch etwas besser gearbeitet und der Verpackungsinhalt könnte noch etwas umfangreicher sein. Daneben sind die Lüfter ohne Drosselung wohl für den ein oder anderen recht laut, schaufeln dafür aber auch ordentlich was an Abwärme weg.

Für die dargebotene Leistung, die serienmäßige Shroud und das durchdachte Design mit weitestgehendem Verzicht auf Plastik, vor allem auch im Bereich der Festplatten-Halterungen, verbunden mit einem Preis von rund 70€ hat sich das NZXT S340 allemal den Hardbloxx Preis/-Leistungs-Tipp Award verdient.

MS-TECH X7 Crow

NZXT S340

Ab 84,90 €
NZXT S340

Positiv

  • - serienmäßige funktionale wie optisch schöne Shroud
  • - umfangreiches Platzangebot
  • - großes Seitenfenster mit stabilen Seitenteil
  • - gelungene Wasserkühlungs-Optimierung
  • - üppige Möglichkeiten im Kabel-Management
  • - attraktives Preis-Leistungsverhältnis

Negativ

  • - kein vorinstallierter Staubfilter (Deckel)
  • - keine Entkopplung für Netzteil und 3,5
  • - kein Schacht für externe Laufwerke

Euer Hardbloxx-Team

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Test / Testbericht: Fractal Design Define R5

Was macht man mit einem Produkt, welches sich bereits seit Jahren sehr gut verkauft? Richtig! Man bringt eine neue Revision heraus. Dies dachte sich wohl auch Fractal Design, als sie Ende letzten Jahres das Define R5 auf den Markt brachten. Der schwedische Hersteller reagiert damit aber auch auf die Trends in der Hardware-Szene, welche sich in letzter Zeit entwickelt haben. So wird beispielsweise immer mehr Wert auf große Radiatoren-Plätze gelegt, da besonders die sogenannten AIO-Wasserkühlungssysteme stetig beliebter werden. Nicht zuletzt muss man auch auf neue Konkurrenz reagieren. Erst vor kurzem hat so zum Beispiel auch BeQuiet mit dem Silent Base 800, was wir natürlich auch für euch getestet haben, ein Gehäuse auf den Markt geworfen, was die gleiche Käufergruppe ansprechen soll. Was sich Fractal Design überlegt hat, um sich gegen die Kontrahenten durchzusetzen und ob das Define R5 auch wirklich das Prädikat „Silent-Gehäuse“ verdient hat, zeigen wir euch ausführlich im folgenden Test.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Technische Daten

Um einen ersten Eindruck gewinnen zu können, ist es ratsam, sich zunächst die schnöden Zahlentabellen anzuschauen. Beim Fractal Design Define R5 fällt hierbei besonders auf, dass es eine ungeheure Anzahl von Lüfter- bzw. Radiatorenplätzen vorweisen kann. Selbst deutlich größere Gehäuse bieten hier meist nur einen Bruchteil dieser Montagemöglichkeiten. Im Vergleich zum direkten Konkurrenten BeQuiet Silent Base 800 kann das Define R5 ebenfalls punkten, auch wenn deren Erstlingswerk mit einem Lüfter mehr ab Werk daherkommt.

GehäusetypMidi-Tower
FormfaktorATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Laufwerke intern8x 3,5“ oder 2,5“ (3,5 Zoll entkoppelt) | 2×2,5 Zoll
Laufwerke extern2x 5,25 Zoll
Platz für Kabelmanagement20-35mm
Erweiterungsslots7
Gehäuselüfter (vorinstalliert)1x 140 mm Heck | 1x 140mm Front
mögliche Gehäuselüfter insgesamt1x 120/140mm Heck | 3x 120/140mm Deckel | 2x 120/140mm Front | 2x 120/140mm Boden | 1x 120/140mm Seite
Höhe (mit Füße) x Breite x Tiefe (mit Rändelschrauben)451mm (462mm) x 232mm x 521mm (531mm)
Gewicht11,2 Kg
MaterialPlastik: Front, Deckel, Luftfilter, Standfüße | Stahl: Seitenwand und Grundkörper
Maximale Länge VGA-Karte310 mm (ohne HDD-Käfig: 440mm)
Maximale Höhe CPU-Kühler180 mm
Maximale Länge Netzteil170 mm (ohne Lüfter am Boden: 300mm)
Sichtfenster Optional verfügbar
FarbenSchwarz, Weiß, Titanium
BesonderheitenLüftersteuerung ab Werk | Dämmmaterial verbaut

 

Verpackung und Lieferumfang

Oft vernachlässigt aber dennoch ein wichtiger Punkt, denn was nützt einem das schönste Case, wenn es nur noch als Schrott zu Hause ankommt? Das Define R5 wird in einem Fractal Design-typischen Zweckkarton geliefert. Wer das knapp 13Kg schwere Paket von der Post zugestellt bekommen hat, kann zunächst die Außenhaut der braunen Verpackung bewundern. Neben einem Overview über das Case und gefühlten drei Milliarden Fractal Design Logos finden sich auch noch einige recht nützliche Informationen. Die linke Seite ist beispielsweise vorwiegend mit den technischen Daten zu dem Gehäuse selbst sowie dem Kühlsystem versehen. Auf der Rückwand kann man letztlich nochmal in fünf verschiedenen Sprachen die Key-Features verinnerlichen.
Öffnet man schließlich voller Vorfreude den Karton, zeigt sich im Inneren das vollkommen sicher eingepackte Define R5. Zwischen zwei recht robusten Styroporhalterungen und in einer extra Folie eingefasst ist das Case wirklich sehr gut gegen jedweden Vandalismus gesichert. Zusätzlich findet sich in dem Karton noch ein Tütchen mit einer kleinen Produktübersicht, der Gebrauchsanweisung, Garantiebestimmungen und einigen anderen Kleinigkeiten. Apropos Gebrauchsanweisung! Wenn es etwas gibt, von dem sich andere Hersteller eine große Scheibe von abschneiden können, dann ist das ganz sicher dieses „Buch“ was Fractal Design hier beigelegt hat. Ist man bei anderen Gehäusen schon froh, wenn man wenigstens einen kleinen Quick-Start-Guide beigelegt bekommt, welcher dann meist auch nur in einer miesen Druckqualität verfügbar ist, kann man hier ein echtes ausgewachsenes Handbuch studieren, welches in Farbe, mit zahlreichen Bildern versehen und sehr gut lesbar ist. Sehr gut! Wem Deutsch dabei zu einfach ist, der kann sich auch an einer der sieben (!) weiteren Sprachen bedienen.

Dies war aber natürlich noch nicht alles. Neben der Mutter aller Handbücher findet sich in einem der Laufwerkskäfige sicher in einer kleinen Schachtel verpackt noch weiteres mitgeliefertes Zubehör.

  • 8x Mainboard-Standoff
  • 1x Standoff-Werkzeug
  • 4x Netzteil-Schraube
  • 8x Mainboard-Schraube
  • 8x ODD-Schraube
  • 4x Frontlüfter-Schraube
  • 32x HDD-Schraube 3,5“
  • 32x HDD/SSD-Schraube 2,5“
  • 5x Kabelbinder

Summa summarum kann sich der Lieferumfang sehen lassen. Andere Hersteller legen zwar teilweise noch ein paar Gimmicks wie etwa einen Adapter USB2.0/USB3.0 oder Kabelverlängerungen mit bei, aber auch so ist natürlich alles dabei was man braucht.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Aussehen – Außen

Wer Fractal Design kennt, weiß, dass der Hersteller besonders für eine schlichte und edel anmutende Optik steht. Getreu diesem Motto findet man zumindest äußerlich auch kaum Schickschnack am Define R5. Insgesamt ähnelt die Außenhaut des Gehäuses dem Anblick von gebürstetem Aluminium. Es ist aber ringsherum „nur“ Plastik.

Die Front konnte dank einer Tür vollkommen clean gehalten werden. Lediglich in der Mitte am oberen Ende findet sich ein etwa 1cm langer Schlitz, welcher via einer blauen LED anzeigt, dass das System läuft. Außerdem wird über ein Flackern dieser Diode auch die Festplattenaktivität vermittelt. Über einen Eingriff an der rechten oder auch der linken Seite kann die Tür geöffnet werden. Der Clou dabei ist, dass sich die Scharniere auch seitenverkehrt anschrauben lassen, sodass die Tür auch zur anderen Seite hin öffnen kann. Um die Lautstärke zu dämpfen ist außerdem eine Schallschutzmatte in die Frontklappe eingearbeitet. Richtet sich der Blick dann wieder auf das eigentliche Gehäuse, erkennt man ganz oben links einen kleinen Schieberegler. Dies ist die integrierte 3-Stufen-Lüftersteuerung. Diese verfügt über einen eigenen SATA-Stromanschluss und es können bis zu drei Lüfter standardmäßig angeschlossen werden. In der Regel können aber an einem Kabelstrang mindestens zwei Lüfter über einen Y-Adapter gefahrlos betrieben werden. Im Lieferumfang enthalten ist dieser kleine Zusatz allerdings nicht. Unter der kleinen Steuerung befinden sich zwei 5,25“ Laufwerksblenden. In die obere haben wir zu Testzwecken unsere Lüftersteuerung verbaut. Lasst euch davon nicht verwirren. Die Blenden sind lediglich eingeclipst und können sehr leicht über einen Hebel an der rechten Seite gelöst werden. Lässt man den Blick noch etwas weiter nach unten schweifen, ist der riesige Lufteinlass für den ab Werk mitgelieferten 140mm Lüfter zu sehen. Platz wäre hierbei noch für einen zweiten 120er oder 140er Ventilator. Damit das Innere des Fractal Design Define R5 nicht übermäßig mit Staub belastet wird, hat der Hersteller hier noch einen entsprechenden Schutz installiert. Wie auch die Laufwerksblenden ist der Filter nur über eine kleine Halterung am oberen Ende eingerastet. Schneller lässt sich ein Staubfilter wirklich nicht wechseln. An den beiden Außenseiten der Frontblende sitzen außerdem noch zahlreiche Lüftungsschlitze, damit es dem PC auch bei geschlossener Klappe nie zu warm wird. Ganz oben auf der Frontblende finden wir noch das I/O-Panel. Neben den üblichen 3,5mm-Klinkenanschlüssen für alle Arten von handelsüblichen Headsets oder anderen Audiogeräten besteht außerdem die Möglichkeit, bis zu vier USB-Geräte anzuschließen. Zwei der Buchsen sind dabei als USB3.0 ausgelegt. Dass auch die obligatorischen Taster für Power und Reset vorhanden sind, sollte selbstverständlich sein.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Gehen wir nun weiter zum Deckel des Define R5. Das Dach besteht im Grunde vollständig aus Stahl und ist nicht abnehmbar, d.h. zumindest nicht im klassischen Sinne, wie man es vielleicht von einem BeQuiet Silent Base 800 her kennt. In der Mitte sind drei schuppenartige Platten erkennbar. Diese verfügen wie auch die Front über einen Schallschutz, bestehen aus Plastik und sind unabhängig voneinander einzeln entfernbar. Jede ist über vier Fixierpunkte an den Ecken mit dem Gehäuse verbunden. Bei der Entnahme muss man sich zuweilen in Geduld üben, denn mit Gewalt geht hier gar nichts. Zwei der Verankerungen müssen im Inneren des Cases zusammengedrückt werden. Die anderen sind dann nur noch leicht eingehakt. Wer den Dreh einmal raus hat, löst diese Aufgabe in Sekundenbruchteilen. Nachdem die Platten entfernt wurden, hat man nun Platz für bis zu drei 140er Lüfter oder 120mm Lüfter. Somit ist selbst der Einsatz eines 420er Radiators denkbar. Leider fehlt an dieser Stelle jegliche Art von Staubschutz. Zugegeben, meist werden am Deckel die Ventilatoren in ausblasender Richtung montiert und damit ist dieser Makel kaum spürbar. Es gibt aber auch Fälle in denen man die Lüfter genau anders herum arbeiten lassen muss und es wäre wirklich schön gewesen, wenn Fractal Design auch dafür eine vorgefertigte Lösung zur Verfügung gestellt hätte. Fakt bleibt aber dennoch, dass man durch das nicht entfernbare Lüftergitter im Nachhinein nicht mehr an das Mainboard kommt. Gerade der, der viel an seinem PC bastelt und einen großen Luftkühler besitzt, wird sich darüber ärgern.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Wird das Define R5 von hinten betrachtet, erblickt man weitestgehend einen standardmäßig aufgebauten Midi-Tower. An typischer Stelle befindet sich der Hecklüfter, welcher in unserem Falle sowohl mit 120mm als auch mit 140mm Durchmesser daherkommen kann. Ab Werk wird genau wie in der Front ein 140er Modell mitgeliefert. Als kleine Raffinesse hat Fractal Design hier auf Langlöcher gesetzt. Somit ist der Fan in der Höhe verstellbar und kann so optimal hinter dem CPU-Kühler platziert werden. Außerdem wird damit die Kompatibilität zu großen Radiatoren im Deckel erhöht. Darunter befinden sich insgesamt sieben Erweiterungsslot, welche von Haus aus mit weißen Slotblenden ausgestattet sind. Leider wurde bei diesen auf ein Schnellverschlusssystem verzichtet, sodass zur Montage nur klassische Rändelschrauben zur Verfügung stehen. Wie bei fast allen modernen Towern befindet sich auch bei diesem Case das Netzteil am Boden und bekommt somit quasi eine eigene Luftversorgung.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Wird das Define R5 auf den Kopf gestellt, ist der Blick frei auf den Boden dieses Silent-Gehäuses. Was sofort auffällt ist der riesige Staubfilter, welcher sich über die gesamte Fläche zieht. Bei geöffneter Frontklappe kann dieser ganz leicht nach vorne hin herausgezogen werden. Damit muss in der Regel nicht einmal mehr der Tower verschoben werden, um den Schutz zu reinigen. Darunter befinden sich schließlich drei Lüfterplätze. Von diesen ist wiederum einer für das Netzteil vorgesehen und die anderen beiden 120/140mm-Varianten stehen für die Gehäusebelüftung oder auch einen Radiator zur Verfügung. Die vier Standfüße können einzeln abgenommen werden.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Was fehlt nun noch von der Außenhaut? Richtig, die Seitenteile natürlich und hier hat sich Fractal Design noch einmal etwas sehr Schönes ausgedacht. Ab Werk kommen beide Seitenteile fest verschraubt mit jeweils zwei Rändelschrauben beim Endkunden an. Doch wer öfter an sein System muss, wird sich freuen, denn das linke Seitenteil hat noch einen weiteren Verschlussmechanismus. Das Seitenteil mit dem Hauptzugang zur Hardware wird extra noch über einen Schiebeverschluss festgehalten. Dies bedeutet, dass es völlig werkzeuglos und ohne nerviges Schrauben in Sekundenbruchteilen geöffnet und geschlossen werden kann. Die zusätzliche Verschraubung, wie ab Werk geliefert, ist bei normalem Schreibtischeinsatz nicht mehr nötig. Für den ungeübten Anwender kann es in der Anfangsphase allerdings dazu kommen, dass sich das Einhängen und Wiederverschließen als etwas hakelig herausstellt. Das liegt aber schlicht daran, dass Fractal Design leider vergessen hat einen kleinen Griff für eine leichtere Handhabung mit einzuführen. Viele andere Gehäuse, wie auch der direkte Konkurrent BeQuiet Silent Base 800, haben hier besser mitgedacht. Wirklich schade. Das andere Seitenteil wird nur über Rändelschrauben fixiert. Durch eine Auswölbung rund um das Schraubenloch wurde dafür gesorgt, dass die Kleinteile stets am Gehäuse bleiben können. Ein plötzliches und leider allzu häufiges Verschwinden ist damit beinahe ausgeschlossen. Leider fehlt auch auf dieser Seite der gewünschte Griff. Wer beispielsweise ein Multi-GPU-System betreibt oder einfach noch mehr Frischluft in seinem Case haben möchte, hat weiterhin die Möglichkeit, im linken Seitenteil einen 120er oder auch einen 140er Lüfter unterzubringen. Die Verschlussklappe hierfür ist wie auch die Deckelsegmente einfach nur eingeclipst. Um dem Ruf als Silent-Gehäuse gerecht zu werden, kommen beide Seitenteile mit einer Dämmung daher, welche auch auf dem Ausschnitt für den Seitenlüfter zu finden ist. Bei unserem Testexemplar ist dieser Lärmschutz leider recht schief eingeklebt worden. Auf die Funktionalität hat dies allerdings noch keinen Einfluss.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Aussehen – Innen

Nachdem wir uns nun ausführlich mit den äußeren Vorzügen oder auch Mängeln des Fractal Design Define R5 befasst haben, kommen wir nun zu den inneren Werten. Wie bei fast allen PC-Gehäusen im klassischen Tower-Design befinden sich die Laufwerksplätze in der Front. Fractal hat sich hier dazu entschlossen, diesen Bereich in insgesamt drei Bereiche zu unterteilen, welche sich unabhängig voneinander ein- oder auch ausbauen lassen. Ganz oben sitzt der Einbaukäfig für 5,25 Zoll Laufwerke. Dank unzähliger kleiner Montagelöcher sollten auch ausgefallene Produkte hier sicheren Halt finden. Auf ein Schnellmontagesystem wurde hier allerdings ebenfalls verzichtet. Über einige Schrauben ist dieser Käfig mit dem Rahmen vom Case verbunden und kann so einzeln entnommen werden. Dies empfiehlt sich insbesondere dann, wenn man einen großen Radiator im Deckel unterbringen möchte. Mit montiertem Cage  sind maximal ein 280er Radiator oder zwei 140er Lüfter im Deckel möglich. Ein Stockwerk tiefer befindet sich der größere von den beiden Festplatten-Käfigen, welcher ebenfalls wieder nur mit einer einfachen Verschraubung fixiert ist und einzeln entnommen werden kann. In dem Konstrukt haben bis zu fünf 3,5“ HDDs Platz. Wer will, kann die Schubladen wahlweise auch mit 2,5“ Laufwerken bestücken, welche dann allerdings nicht entkoppelt montiert werden können. Positiv fällt bei den Schubladen auf, dass diese aus Metall gefertigt sind und somit sehr stabil wirken. Diese Tatsache sticht in der Gehäusewelt dieser Preisklasse schon fast als Alleinstellungsmerkmal heraus. Abgebrochene Haltenasen sind hier also definitiv ausgeschlossen. Ganz unten sitzt noch ein Festplatten-Cage, welcher allerdings etwas kleiner ist und nur über drei Plätze verfügt. Doch nun wird es richtig raffiniert! Nicht genug, dass man die einzelnen Elemente frei ein- und ausbauen kann. Außerdem ist es möglich die HDD-Käfige auch am Boden mehr oder minder frei zu verschieben. Diese können nämlich auch an der Unterseite befestigt und über Langlöcher beliebig positioniert werden. Absolut genial umgesetzt. Erst recht dann, wenn in der Front noch ein dicker 280er Radiator seinen Platz finden soll und trotzdem Raum für 3,5“ HDDs vorhanden sein muss.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Eine kleine Anmerkung noch zum Bereich Boden: Die Auflagepunkte für das Netzteil sind mit Moosgummi entkoppelt worden. Dieser ist fest verklebt und bleibt daher auch bei unvorsichtigem Einbau des Spannungswandlers in Position.

Der Mainbord-Tray ist im R5 etwas nach hinten versetzt worden. Somit schlägt man quasi zwei Fliegen mit einer Klappe. Es wird Platz geschaffen, um auch größte Luftkühler unterzubringen. Gleichzeitig bleibt in den Bereichen der Kabelführungen auf der Rückseite genügend Platz, denn dort ist die Trennwand etwa 1,5cm weiter ins Gehäuseinnere gerückt. Im Mainboardbereich selbst finden Bretter in den Formfaktoren ATX, mATX und natürlich auch Mini-ITX Platz. Umgeben ist das Ganze ringsherum von fünf Kabeldurchführungen, welche sehr gut positioniert sind und alle Kabel schnellstmöglich aus dem Blickfeld verschwinden lassen. Die Gummierung sitzt überall sehr fest und bietet so ausreichend Widerstand bei der Kabelmontage.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Bleibt als zum Schluss eigentlich nur noch die Rückseite des Mainboard-Trays. Hier zeigt sich wieder, dass es sich Fractal Design bei diesem Case scheinbar zur Aufgabe gemacht hat, auch das letzte bisschen Freiraum noch sinnvoll zu nutzen. Abgesehen davon, dass es eine Unmenge an hervorragend positionierten Befestigungsösen für Kabelbinder gibt und ab Werk mitgelieferte Klettbänder für den Hauptkabelstrang, nein, es finden außerdem unter dem riesigen CPU-Kühler-Montageloch auch noch zwei 2,5“ Laufwerke ihren Platz. Nun sieht man außerdem wie viel Raum für Kabelmanagement zur Verfügung steht, das heißt zumindest da, wo er wirklich gebraucht wird. Satte 3cm sind hier absolut einmalig. Letztlich hat Factal Design auch bei den Kabeln des I/O-Panels mitgedacht. Diese sind nicht einfach alle gleich lang und schon gar nicht zu kurz. Das Audio-Kabel ist bspw. deutlich länger als der Rest, da der Anschluss dafür zumeist in der Nähe der Erweiterungsslots liegt.

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Fractal Design Define R5

Material und Verarbeitung

Wie ihr vielleicht schon in den vorangegangenen Passagen dieses Tests herausgelesen habt, sind wir von der Qualität, die der skandinavische Hersteller hier abliefert, ziemlich begeistert. Allein schon die Tatsache, dass der Großteil des Gehäuses aus Metall besteht und nicht wie bei vielen anderen zum Plastikbomber ausartet, sticht aus der Masse heraus. Letztlich ist dies sicherlich auch ein Grund dafür, dass sich dieses Case insgesamt deutlich wertiger anfühlt als beispielsweise das erheblich teurere BeQuiet Silent Base 800.

Es klappert nichts, alle Verschraubungen sitzen fest und etwaige Verzugserscheinungen wie bei dem von uns getesteten Anidees AI7 sucht man vergebens. Wer ganz genau hinschaut, findet nur sehr kleine und nicht weiter relevante Schwächen. Da wäre zum einen das oben erwähnte schief eingeklebte Schallschutzelement im Seitenteil. Ärgerlicher ist da schon, dass es ein paar scharfe Kanten gibt. Als Normalanwender kommt man dabei aber maximal mit den Kanten des Ausschnitts im Mainboard-Tray in Kontakt.

Positiv fallen hingegen die sehr geringen Spaltmaße auf, wo andere Gehäuse ebenfalls gerne schwächeln.

Ansonsten bleibt nur zu sagen: Wer ein äußerst hochwertig verarbeitetes Case sucht, was auch noch preislich erschwinglich ist, der macht mit dem Fractal Design Define R5 sicherlich nichts falsch.

Testergebnisse und Testsystem

Bis hierher ging es mehr oder minder nur um die Theorie, doch nun geht es ans Eingemachte. Viele Anwender vergessen bei ihrer Gehäusewahl, dass auch dieses Puzzleteil extrem wichtig ist, wenn es um Temperaturen und Lautstärke der einzelnen Komponenten geht. Schauen wir also, was das Define R5 ab Werk und in unveränderter Form kann.

CPUIntel Core i5 4670k @4,3GHz @1,25V
MainboardZ97I-PLUS
GrafikkarteASUS Matrix HD7970 Platinum
Arbeitsspeicher2x 4GB Kingston HyperX DDR3 1600MHz
SystemspeicherKingston SSDNow V300 240GB
NetzteilSeasonic SSR-750RM 750Watt
GehäuseFractal Design Define R5
BetriebssystemWindows 8.1 (64bit)
LautstärkemessgerätVoltcraft SL-100
Temperatur-AuslesetoolCoreTemp (Version 1.0 RC6 64bit)
CPU-AuslastungstoolPrime95 (Version 27.9, build1) – 15min “Large FFTs”
GPU-AuslastungstoolFurMark (Version 1.15.0.0) – 15min

Die Temperaturentwicklung im Gehäuse ermitteln wir insgesamt viermal. Diese werden im Idle und unter Last einmal mit und einmal ohne die beiden werkseitig installierten 140mm Gehäuselüfter gemessen. Für die Messungen unter Last wird der auf 4,3 GHz übertaktete Prozessor mit Prime95 ausgelastet. Gleichzeitig bringen wir die Grafikkarte mit Furmark ordentlich ins Schwitzen. Danach werden die Temperaturen mit Hilfe von unseren Standardtools ausgelesen. Um softwareseitige Messfehler zu minimieren, verwenden wir “AIDA64” als zweites unabhängiges Auslesetool.

Unsere Testergebnisse bestätigen eindeutig das Herstellerversprechen. Das Define R5 ist ein absolutes Silentgehäuse. Es platziert sich bei den Lautstärkewerten durchgängig auf den ersten Plätzen. Doch es überzeugt nicht nur bei den stupiden Zahlenwerten, auch das subjektive Empfinden unserer Redakteure war durchweg positiv. Besonders erstaunlich ist dabei, dass sogar die werkseitig installierten Lüfter bereits sehr gut sind. Kein Klackern, keine Schleifgeräusche und keine unnötig hohen Drehzahlen.

Jede Medaille hat allerdings zwei Seiten. So gut die fünfte Revision des Define R Serie bei der Lautstärke ist, so kann es bei den Temperaturen leider nicht vollständig mithalten. Hier sind lediglich Plätze im Mittelfeld erreicht worden. Dies hat wohl zwei Hauptgründe. Zum einen drehen die werkseitig installierten Gehäuselüfter unter Volllast nur mit 900RPM. Dies drückt zwar die Lautstärke, schaufelt aber logischerweise auch weniger Luft ins Gehäuse beziehungsweise auch wieder heraus. Anmerken muss man dabei allerdings, dass im Auslieferungszustand nur zwei Lüfter verbaut sind und noch bis zu sieben (!) 120/140mm Lüfter hinzugefügt werden können! Die Kühlleistung bietet somit noch einige Reserven. Außerdem hat leider auch die Geräuschdämmung einen negativen Einfluss auf die Temperaturwerte. Sie fungiert ungewollt als eine Art Isolierung und sorgt so dafür, dass nur wenig Wärme über die metallene Gehäusewand als solche abgegeben werden kann.

Persönliches Fazit

In dem vorangegangen Test haben wir das Fractal Design Define R5 intensiv aus allen möglichen Blickwinkeln beleuchtet und insbesondere die Vor- und Nachteile zum direkten Konkurrenten BeQuiet Silent Base 800 erörtert. Was bleibt nun also im Gedächtnis? Als allererstes ist da die enorme Individualisierbarkeit zu nennen. Kein anderes Gehäuse in dieser Größe und Bauform lässt sich derart gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Egal ob SLI-System auf X99-Basis mit Wasserkühlung oder doch lieber ein Monster-Luftkühler und HDDs ohne Ende, beides findet in diesem Case locker einen Platz. Mit bis zu neun (!) Lüfterplätzen im 120/140er wird in diesem Case selbst eine 220W-CPU zum Eisklotz. Wer nun denkt, dass er für diese enormen Kühlleistungsreserven aber mit dem Geräuschniveau einer Jetturbine leben müsse, der irrt gewaltig. Unter der schwarzen Metallhaut schlummern rund herum Schallschutzmatten, welche das Geräuschniveau deutlich senken. So sehr, dass sich das Define R5 unsere vorderen Plätze in dieser Kategorie redlich verdient hat. Trotz dessen, dass das Case kein Window besitzt, muss im Inneren aber noch lange kein Kabelsalat entstehen. Insbesondere hinter dem Mainboard-Tray sind die Kabelmanagementmöglichkeiten absolut vorbildlich gehalten. Schwächen leistet sich das Define R5 hingegen kaum. Es gibt nur wenig scharfe Kanten und wenn doch, dann nur da, wo man kaum hin greift. Nun könnte man meinen, dass sich die Skandinavier diesen Ideenreichtum und die Qualität teuer bezahlen lassen, aber weit gefehlt. Mit aktuell etwa 100€ ist das Case nicht teurer als andere Gehäuse oder sogar günstiger.

Für die herausragende Leistung und das rundum zufriedenstellende Gesamtpaket des Fractal Design Define R5 hat sich dieses Gehäuse unseren LEISTUNGSTIPP-Award absolut verdient!
LeistungsTIPP Award

Fractal Design Define R5

ab 109 Euro
Fractal Design Define R5

Positiv

  • - sehr gute Silent-Eigenschaften
  • - durchdachte Kabelmanagement-Möglichkeiten
  • - cleveres Baukastenprinzip
  • - massig Platz für Grafikkarten und CPU-Kühler
  • - viele Optionen für Wasserkühlungen
  • - bis zu 9 120/140mm Lüfter montierbar

Negativ

  • - leichte Verarbeitungsmängel
  • - kaum Schnellverschlussmechanismen

HIER Preise vergleichen!

Euer Hardbloxx-Team

Testbericht erstellt durch hardbloxx.robin

Test/Testbericht: be quiet! Silent Base 800

be quiet! ist vor allem durch seine qualitativ hochwertigen Produkte im Bereich der Netzteile, Lüfter und CPU-Kühler bekannt. Nun steigt der deutsche Hersteller auch auf dem Gehäusemarkt mit ein und stellte auf der Computex 2014 das Silent Base 800 vor. Wie man es bei be quiet! und dem Namen des Produktes schon vermutet, liegt das Hauptaugenmerk auf der geringen Lautstärke des Gehäuses. Gleichzeitig wirbt der Hersteller damit, dass die Kühlleistung nicht zurückbleibt und dass eine hohe Funktionalität geboten wird. Ob be quiet! diese Versprechen halten kann, werdet ihr am Ende unseres Tests sehen.

Verpackung und Lieferumfang:

Der umfangreiche mattschwarze Karton macht mit seiner großen Abbildung des Gehäuses einen hochwertigen Eindruck. Auf der einen Seitenfläche befindet sich eine große Tabelle mit sämtlichen technischen Details. Die Rückseite zeigt zwei detaillierte Abbildungen des Gehäuses und Erklärungen zu den einzelnen Features. Auf der anderen Seitenfläche wurde die Artikelbeschreibung in acht verschiedenen Sprachen aufgedruckt.

Öffnet man den Karton, findet man darin das Gehäuse, welches von zwei großen Styroporteilen geschützt wird und zusätzlich in eine Hülle aus dünnem Stoff eingewickelt ist. So kommt das Gehäuse garantiert kratzer- und staubfrei bei dem Kunden an. Neben dem Gehäuse selbst erhält man beim Kauf des Silent Base 800 eine Bedienungsanleitung und eine Schachtel mit weiterem Zubehör. Das Zubehör besteht aus verschiedenen schwarzen Schrauben, vier Kabelbindern und einem klebbaren Kabelhalter. Des Weiteren werden 14 Gummischienen mitgeliefert, die als Dämpfer bei der Festplattenmontage zum Einsatz kommen. Das mitgelieferte Handbuch ist in acht Sprachen verfasst und erklärt mit schwarz-weißen Abbildungen den Aufbau des Gehäuses und die einzelnen Anschlüsse.

Aussehen – außen:

Schauen wir uns nun also das Gehäuse von außen an. Wir beginnen dabei am besten am Boden des Gehäuses, denn dort muss der potentielle Kunde auch zuerst die länglichen Standfüße montieren. Diese werden werkzeuglos in Aussparungen am Gehäuse eingeschoben und rasten dort sauber ein. Pro Fuß wurden zwei Gummipads aufgeklebt, welche das Gehäuse vor einem eventuellen Verrutschen schützen.

Silent Base 800 1
Silent Base 800 39

Der Boden, der Deckel und auch die Front des Gehäuses wurden aus Kunststoff gefertigt. In der Front wird diese Masse an Plastik nur durch die Meshelemente an den Seiten aufgelockert. Die Front des Gehäuses besticht durch ein schlichtes Design. Bis auf die Meshgitter befinden sich keinerlei Öffnungen in der Front, wodurch gerade bei unserem schwarzen Exemplar ein sehr homogenes Bild entsteht. Bei den Farbvarianten in Orange und Silber wird die Front durch die farbigen Rahmen aufgelockert.

Silent Base 800 14
Silent Base 800 15

Trotz der geschlossenen Front bietet das Silent Base 800 vier 5,25″-Laufwerkslots, welche hinter der oberen Plastiktür verborgen sind. Die Tür lässt sich leicht öffnen und schließt leise und sicher. Unter dieser Tür befindet sich eine weitere Abdeckung, die sich mit einem Druck unterhalb der oberen Kante öffnen lässt. Die Klappe springt auf und gewährt Zugang zu den darunter verborgenen Filtern samt Lüftern. Die beiden Klappen wurden, wie auch der Rest des Gehäuses, von innen mit Dämmmatten ausgestattet.

Silent Base 800 16
Silent Base 800 17

Auf der Oberseite des Gehäuses sticht einem der riesiger Powerbutton ins Auge. Der davor platzierte Resetknopf hingegen ist so winzig, dass es sich als etwas fummelig erweist, diesen zu betätigen. Rechts von den beiden Knöpfen ist das I/O-Panel positioniert worden. Es bietet je zwei USB 2.0- und USB 3.0-Ports, sowie zwei 3,5mm Audiobuchsen.  Der hintere Teil des Deckels wurde mit Lüftungsschlitzen versehen, die für ausreichend Luftauslass sorgen und gleichzeitig nur wenig Schall nach außen lassen sollen.

Silent Base 800 22
Silent Base 800 24

Der Deckel und auch die Front lassen sich von dem darunter liegenden Metallkorpus lösen. Um den Deckel zu demontieren muss zuerst die Front entfernt werden, welche, wie auch der Deckel, mit Kunststoffnasen am Innenteil befestigt ist.

Die Seitenteile des Silent Base 800 sind im Gegensatz zu Front und Deckel aus 0,7 mm dickem Stahl gefertigt. Von innen wurden auch sie mit Dämmmaterial ausgekleidet. In der Mitte der beiden Seitenteile befindet sich eine eingelassene Kunststoffplatte mit be quiet!-Schriftzug. Je nach Bedarf kann diese in drei Stufen nach außen bewegt werden, um mehr Luft ins Innere gelangen zu lassen. Wer extreme Kühlung benötigt, kann die Seitenklappen auch ganz entfernen und einen 120 mm-Lüfter an dieser Stelle befestigen.

Silent Base 800 20
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Auf der Rückseite bietet sich das übliche Bild, wie man es von den meisten aktuellen Gehäusen kennt. Wie mittlerweile üblich, ist auch bei dem Silent Base 800 das Netzteil im Boden verbaut. Dadurch saugt das Netzteil immer frische Luft von außen durch den Staubfilter an und gibt die warme Luft direkt wieder nach hinten aus. Über dem Platz für das Netzteil befinden sich sieben Slots für Erweiterungskarten. Im oberen Bereich der Rückseite befinden sich die Schlauchdurchführungen für eine externe Wasserkühlung sowie der Platz für einen 120mm-Lüfter.

Aussehen – innen:

Widmen wir uns nun dem Inneren des Silent Base 800. Auf den ersten Blick findet sich hier deutlich mehr Metall als in der Außenhülle des Gehäuses. Der Grundrahmen besteht aus 0,7 mm dickem Stahlblech. Die Innenraumgestaltung als solche könnte man fast schon als konservativ bezeichnen. Die drei 5,25 Zoll-Schächte sitzen ganz oben im Gehäuse und erlauben eine werkzeuglose Montage von Laufwerken, Card-Readern oder auch Lüftersteuerungen. Mit einem einfachen Klick rasten die Sicherungen ein und halten das Bauteil an der gewünschten Stelle. Eine wirklich geniale Idee hatten die Köpfe von be quiet! bei der Umbauoption des 5,25″-Schachtes. Wer in der heutigen Zeit meint, er braucht kein Laufwerk oder ähnliches, kann einen Festplattenkäfig an der Stelle der Laufwerksschächte verbauen. So erhält man deutlich mehr Raum für einen eventuellen Radiator samt Pumpe und Ausgleichsbehälter.

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Für Fans dicker Wasserkühlungen gibt es an dieser Stelle allerdings eine Enttäuschung. Der Platz in der Front reicht nicht aus, um einen 240mm-Radiator zu installieren. Hier muss sich der Käufer mit 120 mm oder aber 140 mm zufriedengeben. Die Käfige für 3,5″- bzw. 2,5″-Festplatten sind standardmäßig quer zum Laufwerksschacht verbaut. Für die Montage der Festplatten werden zunächst die Silikonschienen mit Hilfe von Rändelschrauben an der Festplatte befestigt. Ist dies geschehen, werden die Festplatten einfach in den Käfig eingeschoben und mit einer vertikalen Strebe, welche im Käfig verläuft, fixiert. Die Strebe wird ebenfalls durch eine Rändelschraube gehalten. Dieses System ist einfach und funktionell. Dass dieses Konzept durchaus gut funktioniert hatte in vergangener Zeit bereits Lian Li gezeigt. Durch die fehlenden Einschübe ergibt sich auch hier das Problem der Montage von 2,5″-Festplatten. Be quiet! hat dafür jeweils die Oberseite der beiden Käfige vorgesehen. Diese Lösung ist allerdings mit einem gewissen Mehraufwand verbunden, denn um beispielsweise die SSD an dem Käfig zu verschrauben, muss dieser im Ganzen ausgebaut werden. Mit der Montagemöglichkeit auf der Rückseite des Mainboardtrays können also insgesamt vier 2,5″-Festplatten im Silent Base 800 verbaut werden.

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Am Boden des Gehäuses befinden sich Bohrungen um einen 120 mm-Lüfter oder einen 140 mm-Lüfter zu verbauen. Direkt daneben befindet sich der Platz für das ATX-Netzteil. Dieses wird auf vier Gummipuffer gebettet und zusätzlich zur Rückwand hin durch einen Gummirahmen entkoppelt. Der komplette Bodenbereich wurde von be quiet! mit einem Staubfilter versehen, welcher einfach in Richtung Rückseite entnommen werden kann. Im Deckel des Gehäuses findet sich weiterer Platz für zwei 140 mm- oder 120 mm-Lüfter. Besitzer eine Wasserkühlung kommen an dieser Stelle auch endlich in den Genuss, einen 240 mm- oder aber auch 280 mm-Radiator zu verbauen.

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Bei dem Einsatz von 280 mm-Radiatoren muss man jedoch immer die Entfernung zum Mainboard berücksichtigen. Mit installierten Lüftern können so nur schmale Radiatoren verbaut werden. Für den Einsatz von 240mm-Radiatoren hat sich be quiet! etwas Cleveres einfallen lassen. Durch die quer angeordneten Langlöcher kann der Radiator in Richtung Seitenwand verschoben werden und so genügend Raum für Mainboard mit Kühlelementen geschaffen werden. Dank des Platzangebotes im Deckel kann bei der Installation eines 240 mm-Radiators sogar eine Push-Pull-Belüftung installiert werden. Die großzügigen Belüftungsschlitze bieten genug Platz, damit die große Luftmenge entweichen kann.

Werfen wir nun noch einen Blick auf die Rückseite des Mainboardtrays. Die riesige Aussparung im Tray erlaubt den Tausch eines CPU-Kühlers, ohne dass weitere Hardware ausgebaut werden muss. Außerdem kann man so sicher sein, dass selbst bei großen Backplates mehr als genug Platz für die Montage zur Verfügung steht. Neben der Aussparung für die Backplate befinden sich vier weitere Ausschnitte in dem Blech, welche der Kabeldurchführung dienen. Die Kabel schützt der Hersteller wie üblich durch Gummimanschetten. Diese sitzen bei unserem Modell straff im Rahmen und blieben selbst nach ruppigen Kabeldurchführungen an ihrer vorgesehenen Stelle.

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Material und Verarbeitung:

Be quiet! ist bekannte für die gute Verarbeitung ihrer Produkte. Der deutsche Hersteller überzeugte in der Vergangenheit vor allem bei den Netzteilen und Kühlern durch eine klasse Verarbeitung. Diese Qualität kann be quiet! auch bei dem Silent Base 800 bieten. Alle Spaltmaße sind gleichmäßig und klein. Des Weiteren waren alle Verschraubungen und Verrieglungen leichtgängig. Ein besonders kritischer Punkt bei Gehäusen sind die Kanten von Blechen und Anbauteilen. Wenn hier nicht gut entgratet wurde, sind Schnitte bei der Montage vorprogrammiert. Doch bei dem Silent Base 800 müsst ihr keine Angst um eure Finger haben. Alle Kanten und Ecken wurden ordentlich entgratet. Selbst die oft vergessenen Blenden der Erweiterungsslots würden sorgfältig von den Rückständen des Ausstanzens befreit. Einen kleinen Schönheitsfehler fanden wir lediglich auf der Rückseite der Front. Der verwendete Heißkleber ist an einigen Stellen reichlich aufgetragen und liefert ein unschönes Gesamtbild.

Bei der Materialwahl sah be quiet! anscheinend ein großes Sparpotential. Der Deckel, die Front, die Füße, die Staubfilter und auch die Abdeckungen an den Seitenteilen wurden aus Kunststoff gefertigt. Dass bei dem Gehäuse eine Menge Kunststoff verwendet wurde, bestätigt das geringe Gewicht von 9,31 kg. Vergleichbare Gehäuse bringen da schnell ein bis zwei Kilogramm mehr auf die Waage. Das in der Front verwendete Plastik mit der Optik von gebürstetem Metall macht optisch zwar einen guten Eindruck, haptisch hingegen wirken die Kunststoffteile recht billig. Die Materialwahl von be quiet! entspricht nicht dem Preisniveau des Gehäuses. Bei einem Preis von mehr als 100 Euro hätten wir an dieser Stelle mehr erwartet.

Die Lackierung des Gehäuses wurde gewissenhaft und sauber ausgeführt. Dank der ordentlichen Verpackung konnten wir keinerlei Lackabplatzer, Kratzer oder Schlieren am Gehäuse finden. Der Lack scheint sehr widerstandsfähig zu sein, sodass die Oberfläche es einem sicher verzeiht, wenn man mit dem Schraubendreher einmal abrutscht. Die schwarze Farbe der Rändelschrauben hingegen ist deutlich empfindlicher. Schon beim Eindrehen und Anziehen verkratzten die Schrauben schnell.

Technische Daten:

GehäusetypMidi-Tower
FormfaktorATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Laufwerke intern7x 3,5 | 4×2,5 Zoll (3,5 Zoll entkoppelt)
Laufwerke extern3x 5,25 Zoll (Tool-free)
Gehäuselüfter (Rückseite vorinstalliert)1 x 120 mm
Gehäuselüfter (Front vorinstalliert)2 x 140 mm
 mögliche Gehäuselüfter insgesamt7
Höhe x Breite x Tiefe559mm x 266mm x 495mm
Gewicht9,31 Kilogramm
MaterialPlastik: Front, Deckel, Luftfilter, Standfüße | 0,7mm Stahl: Seitenwand und Grundkörper
Maximale Länge VGA-Karte290 mm (ohne HDD-Käfig: 400mm)
Maximale Höhe CPU-Kühler170 mm
Maximale Länge Netzteil160 mm (ohne Lüfter am Boden: 290mm)

Bei der Ausstattung des Gehäuses erwartet einen keine Überraschung. Mit der üblichen Standardbelegung von vier vorinstallierten Lüftern will be quiet! von Haus aus für eine gute Belüftung sorgen. Der Hersteller setzt dabei auf seine Pure Wing 2-Modelle in den Größen von 120 mm und 140 mm. Die Lüfter bieten einen guten Luftdurchsatz  von 51 bis 61 cfm  sind jedoch mit 18-19 dB(A) nicht die leisesten Modelle aus dem Hause be quiet!. Um das Gehäuse dennoch angenehm leise zu bekommen, wurden Frontpanel und Seiten mit Dämmmatten ausgekleidet. Des Weiteren sind die HDD-Käfige, die Lüfter und das Netzteil entkoppelt. Bei der Dämmung war be quiet! allerdings inkonsequent und hat auf einen Schallschutz im Boden und im Deckel verzichtet. Mit dieser Ausstattung macht das Silent Base 800 einen Spagat zwischen leise durch gute Lüfter und leise durch Dämmung. Ob dieses Konzept wirklich aufgeht, werden wir mit Hilfe unseres Benchmarks ermitteln.

Testergebnisse und Testsystem:

 Testsystem:

CPUIntel Core i5 4670K @ 4,3 GHz
MainboardASUS Z97I – PLUS
GrafikkarteASUS Matrix HD7970 Platinum
ArbeitsspeicherKingston HyperX Blu Black 8GB 1600MHz
SSDKingston HyperX 3K 120GB
NetzteilSeasonic G-750/ 750 Watt Gold zertifiziert
GehäuseBe quiet! Silent Base 800
KühlerNoctua NH-D15
BetriebssystemWindows 8.1 Professional 64bit

Die Temperaturentwicklung im Gehäuse ermitteln wir insgesamt viermal. Die Temperaturen werden im Idle und unter Last einmal mit und einmal ohne Lüfter gemessen. Für die Messungen unter Last wird der auf 4,3 GHz übertaktete Prozessor mit Prime85 ausgelastet. Gleichzeitig bringen wir die Grafikkarte mit Furmark an ihre Leistungsgrenze. Danach werden die Temperaturen mit Hilfe von GPU-Z und CPU-Z ausgelesen. Um softwareseitige Messfehler zu minimieren, verwenden wir “HWiNFO” als zweites unabhängiges Auslesetool.
Da es sich bei den im Diagramm aufgelisteten Gehäusen CoolerMaster HAF Stacker 945, AeroCool GT-S Black Edition und MS-TECH X7 Crow um Big-Tower-Gehäuse handelt, lassen sich die ermittelten Temperaturwerte mit diesen drei Gehäusen nur bedingt vergleichen.

Silent Base 800 Temperatur Idle mit Lüfter 1
Silent Base 800 Temperatur Last mit Lüfter 1
Silent Base 800 Temperatur Idle ohne Lüfter 1
Silent Base 800 Temperatur Last ohne Lüfter 1
Silent Base 800 Lautstärke 1

Nach unseren Benchmarks waren wir überrascht von der guten Kühlleistung des Silent Base 800. Unter Last mit aktivierten Lüftern ließ das Case die Konkurrenz hinter sich und konnte sich in puncto Temperaturen mit dem AeroCool GT-S auf den ersten Platz schieben. Auch bei der GPU-Temperatur unter Vollast ohne Lüfter teilt sich das Silent Base 800 den ersten Platz mit dem Corsair Obsidian 450D. Dass be quiet! hier sogar Big-Tower wie das MS-Tech X7 Crow oder das HAF Stacker 945 hinter sich lässt, ist eine beachtliche Leistung. Wir sind erfreut, dass es be quiet! geschafft hat, trotz Dämmung eine gute Wärmeabfuhr zu gewährleisten. Selbst ohne Lüfter behielten die Komponenten unter Last einen kühlen Kopf. Nur die CPU-Temperatur lag hier minimal höher als bei unseren anderen Modellen. Im Idle-Modus hingegen erreichte das Gehäuse gute Temperaturen in Bezug auf die CPU. Die Namen „be quiet!“ und „Silent Base“ lassen eigentlich vermuten, dass es sich bei dem Gehäuse um ein besonders leises Exemplar handelt. Letztendlich ist dies auch einer der wichtigsten Punkte, den der Hersteller bewirbt. Mit den Dämmmatten, den Lüftern und der Entkopplung wollte be quiet! das Gehäuse angenehm leise machen. Doch bei allen drei Punkten weist das Gehäuse Schwächen auf und diese spiegeln sich in den Lautstärkewerten wieder, welche im hinteren Mittelfeld unserer Testkandidaten liegen. Bei der Dämmung wurden Deckel und Boden außen vor gelassen, was im Endeffekt dazu führt, dass sich der Schall gerade über diese schwachen Kunststoffbereiche gut überträgt. Bei der Entkopplung wurde an die meisten Stellen gedacht, doch leider sind gerade an den Türrändern keine Dämpfer aufgebracht. Das Phanteks Enthoo Evolv setzt für die Entkopplung an dieser Stelle auf Schaumstoff zwischen Tür und Innenrahmen und erreicht so zwei Dezibel weniger bei der Messung an der Seite. Der wohl größte Schwachpunkt des Gehäuses sind allerdings die verbauten Pure Wing 2-Lüfter und die fehlende Lüftersteuerung. Angesichts der guten Förderleistung der Lüfter würde es vollkommen ausreichen, wenn diese bei 5V im Idle und bei 7V unter Last betrieben würden. Doch der Hersteller verzichtet auf eine Steuerung ab Werk. Natürlich kann man die Lüfter auch an den PWM-Ports des Mainboards betreiben, doch wer eine Wasserkühlung und einige Lüfter verbaut hat, weiß, wie schnell diese rar werden. Es wäre auch eine Option gewesen, wenn der Hersteller auf die hauseigenen Silent Wing-Lüfter gesetzt hätte. Bei gleicher Förderleistung sind diese deutlich leiser im Betriebsgeräusch und besitzen außerdem eine deutlich bessere Entkopplung. Es wäre ratsam gewesen, lieber ein paar wenige Euro mehr am Preis anzusetzen und dafür das Gehäuse entsprechend leise zu gestalten.

Persönliches Fazit:

Lange Zeit waren alle auf das erste Gehäuse von be quiet! gespannt. Mit dem Silent Base 800 brachte der Hersteller ein solides Gehäuse auf den Markt, welches durch einige tolle Detaillösungen wie die Silikonentkopplungsschienen oder den umrüstbaren 5,25″-Käfig punkten kann. Im Ganzen kann das Silent Base 800 durch viele positive Aspekte wie einfache Handhabung, gute Verarbeitung, hohe Flexibilität und zu guter Letzt einer guten Kühlleistung überzeugen. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Dieser liegt bei be quiets! Erstauftakt vor allem im Bereich der Materialwahl und der Lautstärke des Gehäuses. Für ein echtes Silent-Gehäuse ist das Silent Base 800 schlicht und einfach zu laut. Eine konsequentere Dämmung, eine Lüftersteuerung oder sogar die bessere Silent Wing-Serie hätten hier Abhilfe geschaffen. Doch wem das Gehäuse gefällt, der sollte durchaus zugreifen. Eine günstige Lüftersteuerung ist schnell installiert und mit langsam drehenden Lüftern kann das Gehäuse seine Silentqualitäten umsetzen. Wer also ein neues Gehäuse sucht, die kleine Zuarbeit in Kauf nehmen kann und an die 120€ übrig hat, der bekommt mit dem Silent Base 800 ein solides Gehäuse, welches durch kleine aber feine Details punkten kann. Für Freunde von massivem Metall dürfte allerdings eher ein Gehäuse wie das MS-Tech X7 Crow empfehlenswert sein.

be quiet! Silent Base 800

ab 119,00€
be quiet! Silent Base 800

Positiv

  • - gute Verarbeitung
  • - überall Staubfilter
  • - modulare Festplattenkäfige
  • - Vielzahl an Entkopplungen
  • - Schalldämmung in Türen und Front
  • - gute Kühlleistung

Negativ

  • - keine Schalldämmung in Deckel und Boden
  • - für Silent zu laute Lüfter
  • - relativ viel Plastik

Hier könnt ihr die Preise vergleichen!

Euer Hardbloxx-Team

 

Test/Testbericht: Cooler Master G550M

Kraftvoll, modular und dennoch günstig. Dies hat sich Cooler Master sicherlich gedacht, als sie die Ziele der GM-Netzteilreihe festgelegt hatten. Die GM-Reihe ist der günstigste Einstieg in die modulare Netzteilwelt von Cooler Master und bietet euch eine 80 PLUS Bronze Zertifizierung in den Leistungen 450, 550, 650 und 750 Watt, was sich natürlich im Endkundenpreis bemerkbar macht. Neben diesem Preisvorteil verspricht der Hardware-Hersteller aus Taiwan eine optimierte Luftzirkulation und stabile Spannungen. Ob diese Vorsätze auch bei beim Kunden ankommen und ob das Netzteil auch angenehm leise arbeitet, möchten wir im Test des Cooler Master G550M für euch herausfinden.

Technische Daten

BauartATX
Kabel:semi-modular
Maße:150x86x140 mm (BxHxT)
Lüfter:120mm
Effizienz:80 Plus Bronze (bis zu 88%)
+5V:20A
+3,3V:20A
5V + 3,3V kombiniert:Max. 100 W
12V42A max 504 W
-12V:0,3A, 3,6 W
+5VSB:2,5A, 12,5 W
Leistung kombiniert550 W

 Verpackung und Lieferumfang

Geliefert wird euch das Cooler Master G550M in einer einfachen, aber doch stabilen Pappverpackung. Diese gibt euch alle wichtigen Informationen zum Netzteil. Vorbildlich ist die Polsterung des Netzteils, hier wurde ebenfalls Pappe verwendet und auf umweltschädliches Styropor oder Schaumstoff verzichtet. Nachdem ihr das, dennoch gut gepolsterte, Netzteil ausgepackt habt, werdet ihr sofort dessen Gewicht merken, denn entgegen vieler anderer Netzteile ist das G550M ein richtiges Leichtgewicht.

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Beim weiteren Auspacken findet ihr den zusätzlichen Lieferumfang im Karton. Dieser ist zwar einfach gehalten, enthält aber alles Wichtige. Ein Netzkabel, drei modulare Kabel, vier Schrauben und eine Kurzanleitung. Praktische Kabelbinder oder ein Säckchen für nicht benötigte Kabel sind leider nicht enthalten, der Lieferumfang ist also recht knapp und auf das Nötigste reduziert.

Aussehen und Verarbeitung

Äußerlich ist das G550M recht unspektakulär, das Gehäuse ist komplett schwarz lackiert und lediglich die weißen Aufdrucke des Cooler-Master-Logos, die Aufkleber an den Seiten und die Steckerbeschriftung auf der Rückseite hellen das Gehäuse etwas auf. Der verbaute 120mm Lüfter versteckt sich hinter einem leicht nach innen versetzten eckigen Lüftergitter. Das Gitter besteht aus einer Vielzahl wabenförmiger Öffnungen, was für ein großes Verhältnis zwischen den Öffnungen und dem Gehäuse sorgt. Dadurch wird die bewegte Luft wenig gebremst und das Entstehen von Verwirbelungen sowie daraus folgenden Lärm verringert.

An festen Anschlüsse bietet das Netzteil den ATX-Stromstecker, einen 8-Pin EPS Stecker und ein PCIe-Kabel mit zwei 8-Pin Anschlüssen. Modular sind hingegen nur die Kabel für zusätzliche Komponenten wie sechs Mal Sata, drei Mal 4-Pin Molex und einen Anschluss für ein Floppy. Aufgeteilt sind diese auf drei Kabelstränge, wodurch am Netzteilgehäuse immer einer frei bleibt. Warum Cooler Master ein Kabel zu wenig mitliefert und dadurch den Eindruck erweckt, es würde etwas fehlen, können wir nicht nachvollziehen. Dennoch sollten die meisten von euch mit den vorhandenen Steckern locker auskommen. Die Stecker sitzen fest im Gehäuse und wurden von außen verschraubt, ein Vorteil des von Cooler Master verwendeten 3D-Designs. Dazu später mehr.

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Bei den nicht abnehmbaren Kabeln für CPU, Mainboard und Grafikkarte kommen entgegen dem derzeitigen Schwarztrend die Standardfarben Rot, Gelb und Schwarz für die einzelnen Leiter zum Einsatz. Die modularen Kabel hingegen folgen dem Trend und sind komplett schwarz. Zusätzlich kommen sie in flacher Ausführung ohne zusätzliche Ummantelung daher, was euch bei der Kabelverlegung zugutekommt, aber beim Verlegen etwas Vorsicht erfordert. Ohne zusätzliche Ummantelung sind sie nämlich anfälliger gegenüber scharfen Kanten und Quetschungen. Die festen Kabel wurden hingegen gewohnt mit schwarzem Stoff vollummantelt.

Im Konkurrenzvergleich liegt die Kabellänge im Mittelfeld, je nach Gehäuse kann es hier demnach etwas knapp werden, wenn ihr beispielsweise das Netzteil am Boden montiert und das CPU-Kabel sauber hinter dem Mainboardträger verlegen möchtet. Bei großen Gehäusen solltet ihr also vielleicht noch Verlängerungen der Kabel mit einplanen.

Cooler-Master-G550M-Kabellaenge

Das Gewicht des Netzteils hat es schon angekündigt, bei der Materialwahl greift Cooler Master auf dünnen Stahl zurück. Dadurch ist es zwar leichter, macht aber auch einen etwas weniger wertigen, fast schon klapprigen Eindruck.

Bei der äußeren Verarbeitung gibt es ebenfalls leichte Mängel. An manchen Stellen ist der Gehäuselack weniger dicht und die Grundierung wird sichtbar. Da ein Netzteil aber sowieso normal in einem PC-Gehäuse steckt ist dies, genau wie das geringe Gewicht, weniger schlimm. Im Gegenteil, die wenigen LAN-Gänger unter euch wird es womöglich auch freuen, mindestens eine leichtere Komponenten im Gehäuse zu haben.

Ansonsten gibt es in Sachen Verarbeitung und Materialwahl keine Beanstandungen. Scharfe Kanten konnten wir ebenfalls keine feststellen.

Innere Werte

Im Inneren bietet Cooler Master hochwertige Komponenten und eine vorbildliche Verarbeitung. Die Elektronik basiert auf 12V Single Rail und DC/DC-Technik und bringt bis zu 504 Watt auf der 12V Schiene. Alle anderen Spannungen werden also aus der 12V Spannung umgewandelt, wodurch der Schaltungsaufwand verringert und die Effizient erhöht wird. Die bei vielen Premium-Netzteilen verwendeten japanischen Elektrolyt-Kondensatoren kommen bei unserem G550M nicht zum Einsatz, hier greift Cooler Master auf Komponenten des taiwanesischen Herstellers CapXon zurück, zumindest beim Primärkondensator.

Schlechte Lötpunkte konnten wir nach dem Öffnen des Gehäuses keine ausmachen. Vor allem die wichtigen DC/DC-Schaltungen und die Hauptversorgung sind recht massiv ohne kalte Lötstellen ausgeführt.

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Das von Cooler Master angepriesene 3D-Design des Innenaufbaus ist hier schnell zu erkennen. Denn anstatt Kabel- oder Drahtbrücken, die Schaltungskomponenten und Stecker miteinander verbinden, wurde beispielsweise der Platinenteil, der zu den modularen Steckern führt, direkt mit der Hauptplatine verlötet. So sollen der Übergangswiderstand und damit auch die Wechselwirkungen verringert werden. Ein weiterer Aspekt ist die dadurch besser werdende Luftzirkulation innerhalb des Netzteils.

Für die Luftzirkulation sorgt der D12BH-12 Lüfter von Yateloon Electronics. Dieser soll maximal 2300 Umdrehungen in der Minute schaffen und dabei bis zu 149 m³ Luft pro Stunde fördern können. Laut Cooler Master wird der Lüfter bis 50% Netzteilauslastung mit etwa 800 Umdrehungen laufen, welche sich bei steigender Auslastung proportional auf bis 2000 Umdrehungen erhöht. Zur maximalen Lautstärke werden leider keine Angaben gemacht. Ein Grund mehr, die Lautstärkeentwicklung im Leistungstest zu messen. Angeschlossen wurde der Lüfter lediglich über einen 2-Pin-Anschluss weshalb eine Drehzahlüberwachung nicht möglich ist. Der Lüfter wird deshalb über das anliegende Spannungsniveau gesteuert.

Cooler Master G550MAlle wichtigen Schutzschaltungen sind beim Cooler Master G550M verbaut, um bei Fehlfunktionen den entstehenden Schaden zu minimieren.

Überspannungsschutz (OVP)Ja
Unterspannungsschutz (UVP)Ja
Überlastschutz (OLP)Ja
Überlastschutz (OPP)Ja
Schutz vor Stromspitzen (OCP)Ja
Kurzschlussschutz (SCP)Ja
Überhitzungsschutz (OTP)Ja

 

Performance

Zur Spannungsmessung kam das Multimeter Voltcraft VC150 zum Einsatz. Die Messwerte wurden direkt an der entsprechenden Ader in den Steckern gemessen. Die Leistungsaufnahme des Testsystems ohne Monitor wurde mit dem Voltcraft Energy Check 3000 und die Lautstärke mit dem Voltcraft SL-100 erfasst. Um bei der Lautstärkemessung keine verfälschten Ergebnisse zu erhalten, wurden die Lüfter der Grafikkarte und des CPU-Kühlers kurzzeitig manuell auf Null heruntergefahren und wir führten die Messung ohne weitere Lärmquellen durch.

CPUIntel Core i5 4670K @4,3 Ghz
MainboardAsus Maximus VI Formula
GrafikkarteASUS Matrix HD 7970 Platinum
ArbeitsspeicherKingston HyperX Blu Black 8GB 1600MHz
SSDKingston HyperX 3K 120GB
GehäusePhobya WaCoolIt Benchtable
KühlerThermalright Archon
BetriebssystemWindows 8.1 Professional 64bit

Cooler-Master-G550M-Spannungen

Bei den Spannungen bietet sich ein gemischtes Bild. Mal liegen sie über der Konkurrenz und mal darunter. Große und gravierende Abweichungen gibt es keine, da sich die Spannungen jederzeit innerhalb des Toleranzbereichs bewegen. Bei 5 und 3,3 Volt bietet es mitunter die stabilsten Spannungen der bisher getesteten Netzteile.

Cooler-Master-G550M-Leistungsaufnahmejpg

Die recht hohe Leistungsaufnahme unter Last ist der Bronze-Zertifizierung und der dadurch geringeren Effizienz des Netzteils geschuldet. Mit 463 Watt unter Last liegt es im Mittelfeld der bisher getesteten Netzteile dieser Leistungsklasse. Geschlagen wird es hier nur vom Enermax Revolution X’t 530, welches jedoch Gold zertifiziert wurde und auch einige Euronen höher angesiedelt ist.
Die Leistungsaufnahme des G550M im Leerlauf unterbietet die Konkurrenz immerhin um 3-4 Watt.

Cooler-Master-G550M-Lautstaerke

Die Lautstärke des Netzteils ist hingegen höher als bei den getesteten Modellen aus dem Hause LEPA und Enermax. Nicht nur subjektiv war das Netzteil stärker wahrnehmbar, auch in der Messung ergaben sich Werte, die um 3-4 dB(A) höher lagen. Geschuldet sein dürfte dies dem verbauten Lüfter, der durch seine hohe Drehzahl und große Luftbewegungen für ordentliche Luftbewegung sorgt. Aus dem geschlossenen Gehäuse ist das Netzteil dadurch leider leicht hörbar. Elektronische Störgeräusche oder ein Rattern konnten wir hingegen nicht feststellen, wodurch sich das Netzteil nur durch das Surren des Lüfters bemerkbar macht. Unter Last wird das G550M nochmal etwas lauter, sollte bei euch aber durch einen noch lauteren CPU- oder GPU-Lüfter übertönt werden.

 

Persönliches Fazit

Dem G550M von Cooler Master fehlt etwas, was es merkbar von der Konkurrenz abhebt. So bleibt es zwar ein gutes Netzteil mit moderner Technik wie der DC/DC-Technik und dem 3D Design der Platine, aber den entscheidenden Kaufgrund liefert es dadurch noch nicht. Der Umstand, dass es auch etwas lauter arbeitet als die Mitbewerber, macht es nicht besser.  Wenn ihr die integrierte Grafikeinheit eurer CPU nutzen möchtet, beispielsweise in einem HTPC, solltet ihr auch berücksichtigen, dass das PCIe-Kabel nicht abnehmbar ist und euch dann womöglich wichtigen Platz im kleinen schlichten Gehäuse wegnimmt – der Nachteil teilmodularer Netzteile.
Somit bleibt das Cooler Master G550M mit Bronze-Zertifizierung für derzeit etwa 60€ zwar kein super Schnäppchen, kann aber durch stabile Spannungen und 5 Jahre Herstellergarantie punkten. Wer ein paar Taler mehr ausgeben kann, sollte lieber zu einem effizienteren und etwas leiseren Netzteil wie dem von uns getesteten Enermax Revolution X’t greifen. Wer jedoch ein günstiges und teilmodulares Netzteil sucht, kann gerne zum Cooler Master G550M greifen. Viel falsch machen könnt ihr hier nicht, aber Wunder solltet ihr aufgrund der Bronze-Zertifizierung und der daraus folgenden vergleichsweise hohen Leistungsaufnahme natürlich nicht erwarten.

Cooler Master G550M

Cooler Master G550M

Positiv

  • - günstig
  • - 5 Jahre Garantie
  • - 3D Circuit Design
  • - gute Verarbeitung
  • - niedrige Leistungsaufnahme im Leerlauf

Negativ

  • - geringe Modularisierung
  • - 3 modulare Kabel für 4 Stecker
  • - magerer Lieferumfang
  • - Lüfter hörbar
  • - hohe Leistungsaufnahme unter Last

Hier Preise vergleichen!

Euer Hardbloxx-Team

Test / Testbericht: MS-TECH X7 Crow

Groß, größer, Full-Tower! Nachdem wir uns in letzter Zeit sowohl im Mainboard-Bereich, wie auch im Gehäuse-Bereich eher mit kleineren Vertretern beschäftigt haben, widmen wir uns nun mit dem MS-TECH X7 Crow Big Tower wieder einem Giganten unter den Gehäusen. Egal ob für ein Dual- oder Triple-SLI-System oder ein Multi-GPU-System mit dem CrossFire-Pendant, egal ob ironischer Weise ein Mainboard des mITX oder mATX Formats oder gar ein XL-ATX-Brocken, womöglich mit mehr als nur einer CPU, ein Big Tower steckt das alles locker weg beziehungsweise nimmt das alles spielend in sich auf. MS-TECH schickt dabei mit dem X7 der Crow Serie einen wahrhaft großen Brocken ins Rennen. Dieser hat darüber hinaus auch ein stattliches Kampfgewicht von 11,2 kg. Mit Seitenteilen ohne Seitenfenstern hält sich der Riese eher ruhig und bedeckt, doch dies sorgt im späteren Verlauf noch für eine positive Überraschung. Daneben kommt der Riese aber auch in einem äußerst edlen Design daher und schließlich kommt es ja mehr auf die „inneren Werte“ an.

Ganz nach dem Grundsatz „Never change a running system“ ist die Ähnlichkeit mit den Vorgängern der Crow-Serie, dem X3 sowie dem X4, unverkennbar. Das muss natürlich nicht immer etwas Schlechtes heißen, vor allem wenn man bei eben diesen Vorgängern schon viel richtig gemacht hat. Ob sich nun das MS-TECH X7 Crow aber nun auch zur Crow-Familie zählen darf und mit weiteren Verbesserungen aufwartet oder sich nicht doch ein Pleitegeier dahinter verbirgt, verrät unser Test.

Technische Daten:

Maße:210mm  x 518mm x 506mm (B x H x T)
Material:SECC (kaltgewalzter Stahl) / ABS (Plastik)
Gewicht:11,2kg
Formfaktor:mITX, µATX, ATX, XL-ATX
Kühlmöglichkeiten:Front: 2x 120mm (vorinstalliert)
Deckel: 2x 120mm (optional)
Rückseite: 1x 120mm (vorinstalliert)
Boden:  1x 120mm (optional)
Filter:Front, Deckel, Netzteil (wechselbar)
Laufwerke2x 5.25“ (extern)
1x 3.5“ (extern)
8x Combo 3.5“/2.5“ (intern)
Netzteil:Standard ATX
Erweiterungsslots:8
I/O Panel:2x USB 3.0, 2x USB 2.0, Audio In/Out, Card Reader (SD/MMC/MS)

Verpackung und Lieferumfang

Der restliche Lieferumfang kann sich aber mindestens genauso sehen lassen beziehungsweise überzeugt sogar noch mehr. Zum einen liegen die üblichen Verdächtigen wie die Bedienungsanleitung, etwaigen Schrauben für das Netzteil, das Mainboard, die Laufwerke sowie dem Mainboard-Piepser und eine Erleichterung für die Verkabelung des Front-Panels bei. Zum anderen befinden sich aber auch noch weitere Schrauben für Lüfter (8x M3.0 28mm, für die senkrechte Installation von Lüftern an den Festplatten-Käfigen gedacht) sowie ganze 11 Klett-Kabelbinder, 15 Plastik-Kabelbinder, 16 Gummi-Unterlegscheiben (Laufwerksentkopplung), ein Adapterkabel und ein Grafikkartenhalter im Verpackungsinhalt. Das Ganze befindet sich darüber hinaus noch wohl verstaut in einem extra Beutelchen mit Reißverschluss und ist schon beinahe rekordverdächtig – klasse!

MS-TECH X7 Crow
MS-TECH X7 Crow

Aussehen – außen

Zwar wuchtig und groß, aber dafür auch schlicht und dennoch edel kommt das MS-TECH X7 Crow Big Tower Gehäuse daher. Der Rahmen der Front schließt dabei nahezu bündig mit dem Boden ab, während die Gesichtsseite in einem Look aus gebürstetem Aluminium etwas Glanz in die sonst schlichte schwarze Welt des Chassis bringt. Darauf prangt in hellem Metallic Glanz der Schriftzug „Crow“. Eines der beiden installierbaren Laufwerke (5,25“) kann sich dabei hinter einer Lade verstecken, die sich durch gleichzeitigen Druck oben links und oben rechts öffnen lässt. Das kleinere Laufwerk (3,25“) verbirgt sich hinter der anderen Lade, welche durch eine Spannfeder gehalten wird. Auf der einen Seite kann diese sich so zwar automatisch zuklappen, musss aber auch stets offengehalten werden, wenn man am darunterliegenden Einschub herumwerkelt. Eine weitere Auffälligkeit bei direktem Blick von vorne sind zwei kleine Ausbuchtungen auf der linken Seite. Diese entpuppten sich als Lasche für das Herausziehen der beiden vorinstallierten Staubfilter für die beiden Frontlüfter. Das Plastik wirkt eher etwas dünn und labil. Man könnte fast schon Angst haben, dass hier bei einem etwas gröberen Umgang das Material nachgibt. Der Staubschutz selbst ist dagegen gut verarbeitet und weist keine Mängel auf.

Das Front-Panel, wie der Name ja eigentlich schon vermuten lässt, sucht man allerdings in der Front vergebens. Dieses ist an der Oberseite vorn eingelassen und verbirgt sich hinter einem Schieber, welcher mehr als die Hälfte der Breite des Gehäuses einnimmt. Dieser schützt die darunter liegenden Anschlüsse – zusätzlich zu der Klappe im Fall des Karten-Slots und den Gummi-Kappen im Falle der USB- und Audio-Anschlüsse – vor Verunreinigungen. Der Power- und Reset-Button sowie die HDD- und Power-LED befinden sich noch ein Stück weiter vorn, sind gänzlich in das Gehäuse eingelassen und schließen so sauber mit dem Rest der Oberseite ab. Während die Power-LED blau leuchtet, erstrahlt die HDD-LED in Rot. Der Rest der Oberseite gestaltet sich eher schlicht, denn ansonsten gibt es hier nichts weiter zu sehen.

MS-TECH X7 Crow
MS-TECH X7 Crow

An der Rückseite kann man, was den äußeren Ersteindruck angeht, die Verwandtschaft mit dem X3 und dem X4 erkennen. Die Aufmachung und Gestaltung ist hier praktisch identisch. Durch den geschlossenen Deckel beim X7 kommen lediglich noch Lüftungsschlitze an der Oberkante hinzu, welche – je nach Installation der Lüfter im Deckel – diese entweder mit frischer Luft versorgen oder aber die Wärme abführen. Ansonsten finden sich auch im Falle des X7 an der Oberseite Durchführungen für Schläuche einer externen Wasserkühlung und ein Honigwaben-Mesh-Gitter neben der Aussparung für das I/O-Shield des Mainboards sowie der ebenfalls honigwaben-förmige Bereich für den rückseitigen Lüfter. Wenn man dort in das Gehäuse hineinschaut, wo später das Netzteil zum Liegen kommt, kann man auch schon weitere Staubfilter sowie eine Entkopplungsvorrichtung sehen – doch dazu später mehr. Die Rückseite macht, wie auch der Rest des großen Towers, einen sehr guten und soliden Eindruck. Man erkennt keine Macken im Lack, keine Grate an den herausgestanzten Teilen und auch keine sonstigen Mängel.

Zu guter Letzt werfen wir noch einen kleinen Blick auf die Unterseite des Gehäuses, welche neben der Rückseite ebenfalls auf die Vorgänger X3 und X4 schließen lässt. Schließlich sind die Standfüße des Gehäuses identisch geformt und beschaffen. Sie verfügen über jeweils einen zusätzlichen, dicken und geriffelten Fuß aus Gummi, welcher für den nötigen Halt auf dem Boden sorgt. Daneben sind unschwer zwei weitere Staubfilter zu erkennen, wobei einer das Netzteil schützt und der andere einen optionalen Lüfter im Boden des Gehäuses staubfrei hält. Vier Nieten im vorderen Bereich deuten darauf hin, dass der untere Festplatten-Käfig wohl fest mit dem Gehäuse verbunden ist und sich nicht herausnehmen lässt. Dieser Verdacht soll sich später auch bestätigen.

MS-TECH X7 Crow
MS-TECH X7 Crow

Aussehen – innen

Nicht nur außen, sondern auch im Innenraum ist das MS-TECH X7 Crow komplett schwarz wie eine Krähe lackiert. Daneben fällt als erstes – wie es sich für einen Big Tower gehört – der großzügig bemessene Platz für die Hardware auf. Beim zweiten Blick sieht man reichliche Kabeldurchführungen mit Gummitüllen, welche für ein aufgeräumtes Innenleben sorgen sollen. Diese werden zusätzlich noch durch einen ebenfalls sehr üppig bemessenen und sich fast über die ganze Höhe des Gehäuses erstreckenden Kabelkanals auf der rechten Seite des Gehäuses, sprich hinter dem Mainboard-Schlitten, ergänzt. In Kombination mit den reichlichen Kabelbindern sollte man also im Inneren keine widerspenstigen oder frei umher fliegenden Kabel mehr finden – toll!

In dieses schwarze Bild der düsteren Krähe fügen sich auch die komplett in schwarz gehaltenen Kabel und Anschlüsse des Front-Panels ein. Eine kleine Ausnahme bildet dabei der Stecker für die USB 3.0 Ports sowie blaue Streifen auf dem breiten Kabel für die USB 2.0 Ports – da könnte man für den perfekten Krähen-Look noch nachbessern. Dafür sind allesamt aber ausreichend lang, um ohne Verlängerungen angeschlossen zu werden, selbst wenn man sie gut verstaut hinten entlang laufen lässt.

MS-TECH X7 Crow
MS-TECH X7 Crow

Die beiden Festplattenkäfige im vorderen Bereich am Boden lassen sich zwar nicht beide ausbauen, der obere der beiden lässt sich jedoch bequem und einfach für die Installation von Grafikkarten mit Überlänge deinstallieren. Dafür muss man lediglich an der oberen und unteren Seite eine Lasche zur Käfigmitte zusammendrücken und schon lässt sich das Teil ganz einfach, auf kleinen Schienen geleitet, herausziehen. Apropos Grafikkarten mit Überlänge: Im Verpackungsinhalt liegt dafür ebenso praktisch wie überraschend gleichsam eine Grafikkartenhalterung bei, die sich auf so ziemlich jede Grafikkarte einstellen lässt. Dafür ist auch extra eine Laufschiene nahe den Festplattenkäfigen in das Chassis eingelassen, damit man jegliche Winkel und Entfernungen einstellen kann – besser geht es kaum!

Wie eingangs bereits erwähnt, verfügt der Full-Tower über drei bereits vorinstallierte Lüfter, zwei in der Front, die Frischluft hinein saugen und einen an der Rückseite, der warme Luft nach außen schaufelt. Bei den Lüftern handelt es sich dabei vermutlich um die hauseigenen MS-TECH LK 400 Lüfter beziehungsweise einer Weiterentwicklung davon, die natürlich ebenfalls komplett in Schwarz gehalten und mit keiner Beleuchtung versehen sind. Somit fügen sie sich bestens in das Gesamtbild der schwarzen Krähe ein. Diese sind allerdings nur mit einem 3pin-Anschluss versehen und röhren beim ersten Start ungeregelt mit voller Lautstärke. Trotz der Dämmung in den beiden Seitenwänden treten diese, ungeregelt, deutlich an das Ohr heran und man wünscht sich doch lieber Lüfter mit einem PWM-Anschluss.

MS-TECH X7 Crow
MS-TECH X7 Crow

Material und Verarbeitung

Bei einem Kampfgewicht von 11,2 kg lässt sich vermuten, dass hier wohl so einiges an Stahl und recht wenig Plastik zum Zuge kommt. Mal abgesehen von ein paar wenigen Ausnahmen mag dies auch weitestgehend der Fall sein. Die Seitenteile sind ebenso schwer wie robust, wie auch das ganze Chassis rund herum.

An jenen Stellen, an denen aber doch Plastik zum Einsatz kommt, bleiben aber auch Kritikpunkte offen, die darauf hoffen lassen, dass der Hersteller irgendwann vielleicht doch gänzlich davon abkommt. Vor allem bleibt dies bei den beweglichen Teilen zu hoffen, wie dem Schieber des Front-Panels, den Staubfilter-Rahmen oder den Laufwerkshalterungen in den beiden Laufwerk-Käfigen. Zwar halten Letztere durchaus einen Sturz aus der durchschnittlichen Tischhöhe aus, doch wenn man sie in den Händen hält, kann man schon vermuten, dass sie schnell brechen könnten. Beispielsweise wenn man diese mit etwas weniger Feingefühl wieder in ihren Platz schiebt.

Der Lack hingegen glänzt dagegen wieder mit hervorragender Verarbeitung und Qualität. Hier fanden wir keinerlei  Kratzer, Schlieren, Schmierer oder sonstige Makel. Es wird einem auch verziehen, wenn man mal während der Installation oder dem Aufstellen irgendwo dagegen rumpelt. Ebenso kann man auch die Schrauben etwas fester anziehen, beispielsweise bei der Anbringung des Netzteils, ohne dass der Lack gleich abplatzt – hervorragend!

MS-TECH X7 Crow
MS-TECH X7 Crow

Scharfe Kanten oder Ecken wurden weder im Außen- noch im Innenbereich gefunden. Selbst die Blenden der Erweiterungsslots, welche eigentlich nur aus einem recht soliden Mesh-Gitter bestehen, weisen keinerlei scharfe Stellen auf – Respekt!

Es bleiben neben all der guten Verarbeitung im Bereich des Stahls eben einmal mehr die Abstriche beim Plastik. Der Schieber auf der Front-Blende klappert etwas und lässt sich bei zwei von zehn Fällen nicht sofort öffnen. Grund ist wohl das mangelnde Gewicht und der nicht ganz so feste Sitz. Ebenso wie die Einschübe der Festplattenkäfige auch Mängel aufweisen. Benutzt man beispielsweise eine 2,5“ Festplatte, so kann diese in der Regel nicht mit den Anschlüssen nach hinten orientiert werden. Hier stößt das Stromkabel des Netzteils so an den Rahmen, dass keine Verbindung zustande kommen kann. Die zusätzliche Möglichkeit der Anbringung eines 80mm oder 90mm Lüfters in jeder dieser Einschübe ist zwar eine nette Idee, tröstet jedoch nicht über die andere Mängel hinweg.

MS-TECH X7 Crow
MS-TECH X7 Crow

Leistung

Testsystem:

CPUIntel Core i5 4670K @ 4,3 GHz
MainboardASUS Z87M-PLUS
GrafikkarteASUS ROG Matrix HD 7970 Platinum 3GB GDDR5
ArbeitsspeicherKingston HyperX Blu Black 8GB 1600MHz
SSDKingston HyperX 3K 120GB
NetzteilSeasonic G-750/ 750 Watt Gold zertifiziert
GehäuseMS-TECH X7 Crow
KühlerNoctua NH-D15
BetriebssystemWindows 7 Pro 64bit

Soviel zur Theorie, doch wie schlägt sich das Gehäuse in der Praxis? Wir haben unser Testsystem eingebaut und das Gehäuse durch unseren Standard-Testparcours gejagt. Dabei werden die Temperaturen im Idle und unter Last sowohl mit als auch ohne die vorinstallierten Lüfter gemessen. Für die Messungen unter Last wird der auf 4,3 GHz übertaktete Prozessor mit Prime95 (Version 27.9) – „Large FFTs“ ausgelastet. Gleichzeitig bringen wir die Grafikkarte mit Furmark (V. 1.15.0.0) an ihre Leistungsgrenze. Danach werden die Temperaturen mit Hilfe von GPU-Z und AIDA64 ausgelesen. Um softwareseitige Messfehler zu minimieren, verwenden wir “HWiNFO” als zweites unabhängiges Auslesetool.

MS-TECH X7 Crow_temps1MS-TECH X7 Crow_temps2MS-TECH X7 Crow_temps3MS-TECH X7 Crow_temps4

Wie zu vermuten war, sind die Temperaturen recht moderat bis durchschnittlich mit der inzwischen schon als Standard anzusehenden Bestückung von drei 120mm Lüftern. Wie ebenfalls zu vermuten war und im Vorfeld befürchtet wurde, wirkt sich die Dämmung auch auf die Temperaturen aus. Diese sind sowohl im Betrieb mit den Lüftern, wie auch im Betrieb ohne die Lüfter leicht erhöht, aber noch mehr als nur im akzeptablen Bereich. Wie die anschließende Messung der Lautstärke des Gesamtsystems jedoch zeigt, verrichtet für die paar Grad Celsius mehr die Dämmung doch eine sehr gute Arbeit.

MS-TECH X7 Crow_noise

Persönliches Fazit

Das MS-TECH X7 Crow Big Tower Gehäuse bietet nicht nur die Vorzüge der Vorgänger, es übertrifft diese auch. Besondere Erwähnung finden hier die Dämmung in beiden Seitenteilen, der Kabelführungs-Tunnel an der Rückseite des Mainboard-Schlittens, das versteckte Front-Panel mit dem zusätzlichen Staubschutz, der üppige Verpackungsinhalt und der hohe Grad an Qualität in Sachen Verarbeitung. MS-TECH weiß einmal mehr nicht nur dem Auge, sondern auch dem Komfort-, Platz- und Qualitätsliebhaber zu schmeicheln. Zwar bleibt noch immer der ein oder andere Wermutstropfen, aber MS-TECH hat mit dem X7 bewiesen, dass sie durchaus die Luft nach oben zu nutzen wissen. So finden wir vielleicht schon im nächsten Modell noch weiter verbesserte Einschübe der Festplattenkäfige oder finden ganz allgemein weniger dünnes, klappriges Plastik im Inneren des Gehäuses.

Wer auf schlichte Eleganz in Form eines „sanften Riesen“ steht, reichlich Hardware besitzt oder dieser einfach nur eine ausgedehnte Spielwiese bieten will und dazu noch umfangreiches Zubehör nicht verschmäht, bekommt hier ein Preis-Leistungs-Verhältnis, welches Seinesgleichen sucht.

Für die dargebotene Leistung, die Ausstattung und den Verpackungsinhalt zu einem Preis von unter 100€ für einen Big Tower verdient sich das MS-TECH X7 Crow Gehäuse allemal den Hardbloxx Preis-Leistungs-Tipp-Award.

MS-TECH X7 Crow

MS-TECH X7 Crow

98,- €
MS-TECH X7 Crow

Positiv

  • - sehr umfangreicher Verpackungsinhalt
  • - hohe Verarbeitungsqualität in Sachen Stahl und Lack
  • - integrierte Dämmung in den Seitenteilen
  • - absolut keine scharfen Kanten oder Ecken

Negativ

  • - recht laute vorinstallierte Lüfter (wenn ungeregelt)
  • - manche Plastik-Bauteile recht dünn

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Euer Hardbloxx-Team

Test / Testbericht: Anidees AI7 Cube-Case

Immer weniger Gamer möchten sich einen großen Big-Tower unter den Schreibtisch stellen, wo man seine Maschine nicht sehen kann und die Staubbelastung in der Regel sehr hoch ist. Was ist also die logische Konsequenz? Man stellt das Gerät ganz einfach auf den Schreibtisch. Doch wer will da schon solch ein Monstrum stehen haben, sodass kaum noch Platz für Bildschirme, Tastatur und andere Peripherie bleibt? Ganz zu schweigen davon, dass sich einige Menschen doch tatsächlich auch noch mit Stift und Papier rumärgern möchten. Folglich muss das große System kleiner werden und genau dahin geht seit einiger Zeit der Trend: kleine, aber durchaus leistungsstarke Systeme in einem sogenannten Cube-Case. Einige Gehäuse dieser Bauart wie bspw. das Fractal Design Node 804 haben wir für euch bereits getestet. Heute haben wir davon ein weiteres Exemplar in unserem Test: Das Anidees AI7 Black in der Window-Edition. Fakt ist, dass der in Deutschland noch relativ unbekannte Hersteller damit klar zum Angriff bläst. Ob der vermeintliche Außenseiter letztlich doch mit den Großen der Branche mithalten kann, werden wir in folgendem Test klären.

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Technische Daten

Verfügbare VersionenSchwarz mit/ohne Fenster, Weiß mit/ohne Fenster
MaterialienStahl (0,7mm), Plastik, Mesh
Maße288 (B) x 380 (H) x 380 (L) mm
Gewicht6,35kg
MainboardM-ITX, M-ATX, ATX
Laufwerke1x 5,25″ / 4x 3,5″ / 5x 2,5″ (davon 4x 3,5″ Schacht)
I/O-Panel2x USB3.0, 2x USB3.0, Audio/Mic
KühlmöglichkeitenFront: 4x 120mm (vorinstalliert) oder 2x 140mm oder 1x 200mm Heck: 1x 120mm (vorinstalliert), 1x 92mm Deckel: 2x 120/140mm Boden: 1x 120mm
NetzteilATX PS2 bis zu 200mm
Max. Grafikkartenlänge348mm
Max. CPU-Kühlerhöhe174mm
 

Lieferumfang und Verpackung

Als der Postbote vor unserer Tür stand, ist uns erst einmal die Kinnlade runtergefallen. Was für ein Monsterpaket, dabei hatten wir doch eigentlich ein kleines Cube-Gehäuse erwartet. CASEKING, vielen Dank nochmals an dieser Stelle für die Bereitstellung des Gehäuses, wollte uns hier wohl einen Streich spielen. Der Karton war letztlich so groß, dass er kaum durch die Tür passte. Die eigentliche Verpackung ist dem Gehäuse angemessen. Die Kartonage ist größtenteils in Schwarz mit einem silbergrauen Deckel. Der Firmen- und natürlich auch der Modellname sind klar ersichtlich in großen Lettern auf der Front zu sehen. Wie bei den meisten anderen Herstellern auch, beherbergen die anderen Kartonseiten noch diverse technische Daten und Herstellerversprechen, welche es in unserem Test noch zu überprüfen gilt. Alles in allem ein schönes, schlichtes und zum Gehäuse passendes Design. Das Case selbst ist absolut sicher im Inneren verstaut. Einige Styroporrahmen sichern den Inhalt auch gegen härtere Stöße ab und dank einer Folie, welche das gesamte Gehäuse umspannt, hat auch Staub kaum eine Chance. Durch eine Zusatzfolie ist es nochmals gegen Kratzer geschützt. Das ist zwar an dieser Stelle nichts Außergewöhnliches, aber sehr wichtig und wird leider von einigen Herstellern immer noch nur unzureichend realisiert.

Neben dem Anidees AI7 befindet sich im Karon außerdem noch eine Bedienungsanleitung. Diese ist leicht verständlich, beherbergt zahlreiche Bilder und die Druckqualität ist sehr gut, sodass alles klar zu erkennen ist.

Wenn das Gehäuse letztlich vom Verpackungsmaterial befreit ist und man endlich einen Blick ins Innere werfen kann, findet sich schnell ein kleines Beutelchen, welches den sonstigen Lieferumfang beinhaltet.

Dies ist im Einzelnen:

  • Grobgewindeschrauben (6-32) für M/B tray, Netzteil usw.
  • Feingewindeschrauben (M3) für HDD, SSD, ODD usw.
  • 3x (!) Kabelbinder

Das war es dann leider auch schon. Das ist wirklich das Mindeste, wenn auch prinzipiell ausreichend. Schön wäre dennoch gewesen, wenn es noch ein paar nette Zugaben gegeben hätte. Manchmal findet sich noch ein USB3.0- zu USB2.0-Adapter oder ein paar Klettbänder. Abgesehen davon, dass drei Kabelbinder im Lieferumfang auch eindeutig zu wenig sind.

Aussehen – außen

Schauen wir uns nun das Gehäuse einmal näher an. Insgesamt handelt es sich bei dem von uns getesteten Exemplar um das AI7 Black Window. Wie der Name bereits verrät, ist das Case demnach in einem tiefen Schwarz gehalten.

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Die Front wird dominiert von Plastik und Mesh. Leider macht der Kunststoff hierbei keinen sehr wertigen Eindruck. Bei anderen Gehäusen haben wir das schon besser gesehen. Leicht eingelassen befindet sich hier noch ein Meshbereich, hinter welchem sich vier 120er LED-Lüfter befinden. Diese sind bei eingeschaltetem PC auch deutlich erkennbar. Leider kommt dann aber noch die wabenförmige Kunstoffstruktur hinter dem Mesh zum Vorschein. Dem einen mag es gefallen, anderen nicht. Vor dem Kauf sollte einem bewusst sein, dass dieses Karomuster bei Beleuchtung deutlich sichtbar ist. Im ober Teil der Front sitzt, wie bei vielen anderen Gehäusen auch, das I/O-Panel, mit zwei USB2.0- sowie USB3.0-Buchsen und den gewöhnlichen Audioanschlüssen. Noch ein Stückchen darüber sitzt der Slot für 5,25“-Laufwerke. Hierbei gilt es zu beachten, dass es sich hierbei um keine Flip-Down-Blende handelt. Wer Wert auf einheitliche Farben legt, sollte sich demnach für ein geeignetes Laufwerk entscheiden. Rechts und links davon befinden sich Reset- und Power-Button sowie die Status-LEDs. Die Knöpfe klackern zwar etwas beim Betätigen, doch der Druckpunkt ist gut gewählt. Durch einen leichten Ruck an der Unterseite der Front kann man die komplette Frontblende lösen. Das I/O-Panel verbleibt dabei am Gehäuse, sodass man die Kabel nicht versehentlich abreißen kann. Der Blick ist nun frei auf einen riesigen Staubfilter, welcher über alle vier Lüfter reicht. Leider ist dessen Montage bzw. Demontage so knifflig, dass vermutlich bereits ein Großteil des Staubs auf den Boden gefallen ist, bevor man das Konstrukt vollständig entfernt hat. Der Filter ist nämlich nur über zehn Laschen eingehängt. Diese verspannen sich gegenseitig, damit das Teil hält. Die Koordination aller zehn Ösen bedarf, wie gesagt, etwas Feingefühl. Andere Hersteller und auch teils auch Anidees selbst setzen in solchen Situationen auf Magnethalterungen. Warum dies hier nicht geschehen ist, bleibt unserer Redaktion schleierhaft. Zu erwähnen bleibt noch, dass sowohl das Meshgitter  als auch der Staubfilter relativ grob gehalten sind. Somit ist zwar der Luftstrom besser, aber die Staubbelastung im Inneren steigt.

Anidees AI7

Anidees AI7

Gehen wir weiter zum Dach des Anidees AI7. Der Deckel ist recht schlicht und besteht nur aus Metall und einem innen liegendem Meshabschnitt. Mittels eines kleinen Hebels kann dieser Teil leicht abgenommen werden. Leider ist der Verschlussmechanismus hier vielleicht etwas zu locker geraten, denn der Deckel bleibt auch bei geschlossenem Hebel ziemlich locker. Das Gehäusedach hingegen ist vernietet und somit fest mit dem restlichen Gehäuse verbunden. Hinter dem Mesh befindet sich eine weitere Luftfiltermatte. Diese ist allerdings nur schwer zu entnehmen. Über das Umbiegen einiger Laschen ist es aber dennoch möglich.

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Nun zur Rückseite unseres Testobjekts. Oben mittig befinden sich zwei vorgestanzte 30mm große Schlauchdurchführungen, welche über Hin- und Herbiegen bspw. mit Hilfe eines Schraubendrehers leicht zu entfernen sind. Dabei entstehen allerdings scharfe Kanten, die zu Beschädigungen am Schlauch führen können. Leider sind hier keine Gummieinsätze im Lieferumfang dabei, die das verhindern würden. Mittig sitzt die Aussparung für die Mainboardblende. Beim Einbau des Systems ist uns hier allerdings aufgefallen, dass die Blende nur sehr schwer einzusetzen ist. Rechts ist Platz für 120mm Lüfter, welcher die warme Abluft von CPU und GPU absaugt. Auf der linken Seite sorgt ein 92mm Fan für ausreichend Frischluft. Unter dem kleineren Lüfter sitzt das Netzteil, welches in diesem Gehäuse hochkant eingesetzt wurde. Dies spart allerdings einiges an Breite und gefällt uns sehr gut. Auf der rechten unteren Seite liegen ansonsten noch sieben Slots für die diversen Erweiterungskarten, welche allesamt theoretisch via zwei Rändelschrauben und einem Haltebügel werkzeuglos montiert werden können. Wem das zu unsicher sein sollte oder wenn es Kompatibilitätsprobleme gibt, bleibt aber die Option bestehen, die Karten mit normalen Grobgewindeschrauben zu fixieren.

Anidees AI7

Anidees AI7

Dreht man das Gehäuse um, hat man freien Blick auf den Boden des Anidees AI7. Mittig gibt es hier Platz für einen 120mm Lüfter. Theoretisch hätte hier auch locker ein oder sogar zwei 140mm Lüfter genügend Raum, leider sind die nötigen Bohrungen dafür nicht vorhanden. Modder können sich hier allerdings austoben. Der eine vorhandene Lüfterplatz besitzt ebenfalls einen Staubfilter. Dieser wird einfach eingeschoben und ist so theoretisch leicht zu wechseln, auch ohne dass man das Gehäuse anheben muss. Hier zeigt sich aber erneut die mangelnde Verarbeitungsqualität. Eine der Halteschienen ist so eng gehalten, dass sich der Filter nur sehr schwer rein- und rausschieben lässt. Die vier Füße sind massiv, standsicher und absolut rutschsicher.

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Leider hat unser Vorserienmodell mit verzogenen Seitenwänden zu kämpfen, die sich äußerst schwer anbringen und entfernen lassen. Laut Caseking liegt dieser Umstand ausschließlich an den Vorserienmodellen, die als Testmodelle vorrätig waren. Die Gehäuse im freien Handel haben diesen Fehler nicht.

Wie der Name bereits besagt, besitzt die Sichtseite ein großes ungetöntes Fenster, welches einen schönen Einblick in den Innenraum gewährt. Leider muss ein geübtes Auge auch hier einen leichten Makel feststellen. In dem Plexiglas sind einige Schlieren. Diese fallen aber wirklich nur bei sehr genauem Hinsehen auf. Das zweite Seitenteil ohne Window ist auf Höhe des Fensters gelocht, sodass das Netzteil immer mit genügend Frischluft versorgt ist. Auf der Innenseite hat Anidees hier vernünftigerweise auf einen Staubfilter gesetzt, welcher magnetisch befestigt ist. Beide Seiten werden eingeschoben und mit jeweils zwei Rändelschrauben befestigt. Für eine leichtere Handhabung wurden außerdem zwei Eingriffe ins Blech eingebracht.

Aussehen – innen

Vom Grundaufbau her handelt es sich bei diesem Case um ein sogenanntes Dual-Chamber-System. Das bedeutet, dass der Innenraum in zwei Kammern aufgeteilt ist. Dies ermöglicht eine thermische Trennung zwischen den stark wärmeproduzierenden Komponenten (CPU, GPU usw.) und den eher wärmeempfindlichen Bestandteilen (SSD, HDD, Netzteil). Außerdem sind die Kabelmanagement-Möglichkeiten so deutlich besser und man hat viel Platz, um unschöne Sachen zu verstecken. Wie in den allermeisten Gehäusen dieser Bauart fungiert der Mainboard-Tray gleichzeitig als Trennwand zwischen den beiden Kammern. Trotz der äußerst geringen Ausmaße des AI7 finden hier Mini-ITX, Micro-ATX und sogar ATX-Mainboards Platz. Besonders Letzteres ist eine absolute Ausnahme in diesem Segment. Auf dem Tray selbst stehen zwei ausreichend große Kabeldurchführungen zur Verfügung. Die Gummieinsätze sitzen fest und sind dennoch sehr flexibel. Sollte ein ATX-Board genutzt werden, sind diese Durchführungen versperrt und können somit nicht weiter genutzt werden. Dies wird aber nicht zum Problem, denn der Mainboardtray geht nicht durch das gesamte Gehäuse. Somit bleiben die guten Kabelmanagement-Möglichkeiten bestehen. Im Heck ist ein schwarzer unbeleuchteter 120mm Lüfter vorinstalliert. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Anidees AI7 sind die vier vorinstallierten, blau beleuchteten LED-Lüfter in der Front, welche zumindest in der Theorie für eine enorme Kühlleistung sorgen sollten. Mehr dazu im Bereich „Testergebnisse“. Dank einer Vielzahl an Langlöchern in der Front lassen sich viele verschiedene Arten von Lüftern installieren. Zur Auswahl stehen 4 x 120mm oder 2 x 140mm oder 1 x 200mm. Außerdem besitzt die Front an den Seiten noch jeweils zwei Kabeldurchführungen. Somit ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten für Modder und Bastler in der Front. Unter dem Dach des Gehäuses finden sich wieder einige Raffinessen. Man hat hier zwei Möglichkeiten: Bei eingesetztem Metallkäfig können im Deckel zwei 120mm Lüfter oder zwei 140mm Lüfter verbaut werden. Genau darunter passen dann noch zwei 2,5“- oder 3,5“-HDDs bzw. SSDs. Diese haben sogar einen Schnellverschluss und werden mittels eines leichtgängigen Plastikschlittens eingeschoben. Dieser ist stabil und die Haltenasen sind sogar aus Metall. Verzichtet man auf einen Lüfter- und einen HDD-Platz kann man ein 5,25“-Laufwerk unterbringen. Die zweite Möglichkeit ist die, dass man diesen Käfig komplett weglässt. Dann besteht die Möglichkeit, einen 240mm bzw. 280mm Radiator mit Lüftern unterzubringen. Der Platz reicht aber leider nicht, um das Push-/Pull-Prinzip anzuwenden. Dadurch, dass die Lüfterhalterungen mit Langlöchern versehen sind, kann man sowohl in Variante 1 als auch bei Variante 2 die Fans frei nach vorn bzw. hinten verschieben. Trotzdem muss man bei Möglichkeit 2 allerdings eine HDD und einen Lüfter weglassen.

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Kommen wir nun zur zweiten Seite des Gehäuses. Unten rechts sitzt hochkant das Netzteil mit Lüfter nach außen. Genau darüber hat ein Festplattenkäfig seinen Platz gefunden. In diesen können zwei 3,5“- bzw. zwei 2,5“-Laufwerke wieder via Schnellverschluss eingesetzt werden. Zuäsatzlich dazu hat auf der Außenseite dieser Vorrichtung nochmal ein 2,5“-Laufwerk Platz. Hardwarekennern dürfte nun sofort ein Gedanke in den Kopf schießen: Hat der Mainbord-Tray gar kein Loch zur leichten Montage von CPU-Kühlern? Darauf bleibt nur zu sagen: Doch hat es! Sogar ein ziemlich groß dimensioniert. Dieses wird vom eben genannten Festplattenkäfig allerdings verdeckt. Die Lösung ist hier ein Schraubverschluss, welcher es erlaubt, den Käfig zumindest anzukippen. Da dies aber oftmals noch nicht reicht, kann man ein paar Zusatzschrauben lösen. Dann ist der Festplattenkäfig voll zu entnehmen und man hat freie Sicht auf die Mainboardrückseite. Direkt hinter dem Konstrukt liegt der Platz für einen 92mm-Lüfter, welcher besonders effektiv die Festplatten kühlen kann. Für perfekte Kabelmanagement-Möglichkeiten hat Anidees außerdem noch eine Vielzahl an kleinen Löchern und Ösen geschaffen, woran man bspw. Kabelbinder befestigen kann.

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Kompatibilität:

  • maximale Grafikkartenlänge: 348mm
  • maximale CPU-Kühlerhöhe: 174mm
  • Abstand MB-Tray/Seitenwand für Kabelmanagement: 100mm

Verarbeitung und Material

In den vorhergehenden Abschnitten ist es zum Teil bereits deutlich geworden: Das Anidees AI7 Black Window hat ganz eindeutig einige Schwächen bei der Verarbeitung. Ein paar Spaltmaße stimmen nicht zu 100%, die Plastikfront wirkt billig und hier und da sind die Schrauben etwas schwergängig, weil die Gewinde anscheinend mit lackiert wurden. Außerdem sind unter der Frontblende am Panel einige Klebereste zu erkennen. Betrachtet man allerdings das Große und Ganze, dann überwiegt ein positiver Eindruck. Die Lackierung ist an jeder Stelle einwandfrei sowie ausreichend widerstandsfähig. Es gibt keine scharfen Kanten und das Blech ist stark genug, um dem Gehäuse ausreichend Stabilität zu verleihen. Im laufenden Betrieb sind uns keinerlei Klappergeräusche oder Ähnliches aufgefallen, was man leider auch nicht von allen Gehäusen behaupten kann. Das gesamte Gehäuse besteht eigentlich aus Metall. Einzige Ausnahmen sind die Frontblende und die Einschübe für die HDDs.

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Testergebnisse und Testsystem:

CPUIntel Core i5 4670K @ 4,3 GHz @1,25V
MainboardASUS Z97I – PLUS
GrafikkarteASUS Matrix HD7970 Platinum
ArbeitsspeicherKingston HyperX 8GB 1600MHz
SSDKingston HyperX 3K 120GB
NetzteilSeasonic G-750/ 750 Watt Gold zertifiziert
GehäuseAnidees AI7 Black Window
KühlerNoctua NH-D15
BetriebssystemWindows 8.1 Professional 64bit

Nachdem wir uns nur mit der Theorie beschäftigt haben, soll es nun endlich praktisch werden. Wir haben unser Testsystem eingebaut und das Gehäuse durch unseren Standard-Testparcours gejagt. Die Temperaturentwicklung im Gehäuse ermitteln wir insgesamt viermal. Die Temperaturen werden im Idle und unter Last einmal mit und einmal ohne Lüfter gemessen. Für die Messungen unter Last wird der auf 4,3 GHz übertaktete Prozessor mit Prime95 (Version 27.9) – „Large FFTs“ ausgelastet. Gleichzeitig bringen wir die Grafikkarte mit Furmark (V. 1.15.0.0) an ihre Leistungsgrenze. Danach werden die Temperaturen mit Hilfe von GPU-Z und AIDA64 ausgelesen. Um softwareseitige Messfehler zu minimieren, verwenden wir “HWiNFO” als zweites unabhängiges Auslesetool.

Da es sich bei den im Diagramm aufgelisteten Gehäusen CoolerMaster HAF Stacker 945 und AeroCool GT-S Black Edition um Big-Tower-Gehäuse handelt, lassen sich die ermittelten Werte mit diesen beiden Gehäusen nur bedingt vergleichen.

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Anidees AI7

Mit vier großen 120mm Lüftern in der Front könnte man leicht davon ausgehen, dass es sich bei dem Anidees AI7 Black Window um ein absolutes Kühlmonster handelt. Doch angesichts der Testergebnisse wäre diese Aussage schlicht falsch. Die Kühlleistung ist zwar recht ordentlich, aber dennoch nur Durchschnitt. Das liegt wohl auch daran, dass von den vier Frontlüftern effektiv nur zwei wirklich Frischluft zu den Hauptkomponenten schaufeln. Schade, denn durch ein paar kleine konstruktive Änderungen hätte man hier sicher mehr rausholen können. Geübte Bastler können dies aber sicherlich in Eigenregie noch bewerkstelligen.

Anidees AI7

Anidees AI7

Silent ist definitiv etwas anderes. Gerade wenn man, für eine optimale Kühlung, alle fünf mitgelieferten Lüfter auf voller Leistung lässt, ist die Lautstärke sehr störend. Selbst unter einem Headset werden diese noch zu hören sein. Hier bleibt dann nur die Möglichkeit, die Lüfter herunterzuregeln oder ganz auszutauschen. Desweiteren produzieren insbesondere die Frontlüfter ab und zu noch Klackergeräusche – an dieser Stelle hat man offensichtlich gespart. Gewünscht hätten wir uns hier hauptsächlich noch eine bereits vorinstallierte Lüftersteuerung, sodass man dem Tosen wenigstens teilweise Einhalt gebieten könnte.

Persönliches Fazit

Zu Anfang stand die Frage im Raum, ob das Anidees AI7 vielleicht ein Geheimtipp ist, welcher mit großen Namen wie Corsair, Fractal Design, Phantaks u. a. mithalten kann. Wie leider so oft kann man auch in diesem Fall wieder kein eindeutiges Urteil fällen. Klar ist, dass Anidees mit dem AI7 den Geist der Zeit aufnimmt und mit dem Dual-Chamber-Design ebenfalls ein kleines und sehr kompaktes Gehäuse geschaffen hat. Insbesondere die Kabelmanagement-Möglichkeiten und die hohe Anzahl an Variationsmöglichkeiten in dem Case selbst konnten uns voll und ganz überzeugen. Dem gegenüber stehen einige Verarbeitungsmängel, wie die schwergängigen Schrauben und die Unstimmigkeiten einiger Spaltmaße. Wer einen Cube sucht, in den reichlich Hardware passt und man sich die Finger beim Kabelmanagement nicht verdrehen möchte, kann hier ruhig zugreifen. Insgesamt bleibt nur zu sagen, dass man mit diesem Gehäuse nichts grundlegend falsch macht. Lediglich Silent-Fanatiker werden aufgrund der standardmäßig verbauten lauten Lüfter bei diesem Case bitter enttäuscht.

Anidees AI7 Black Window

ab 80 Euro
Anidees AI7 Black Window

Positiv

  • - perfekte Kabelmanagement-Möglichkeiten
  • - viele verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten
  • - Platz für viele Lüfter/Radiatoren
  • - Platz für viele HDDs/SSDs
  • - hohe Stabilität

Negativ

  • - teils mangelhafte Verarbeitungsqualität
  • - laute Standardlüfter
  • - geringer Lieferumfang

HIER könnt ihr die Preise vergleichen.

Euer Hardbloxx-Team

Testbericht erstellt durch hardbloxx.robin.