Kategorie: 2.1.2 Rollenspiele

Devils & Demons im Test

Mit dem Spiel Devil & Demons ist nun auf Steam eine Umsetzung für ein Handy-Game erschienen, die sich nun also auch auf dem PC durchsetzen möchte. Dafür setzen die Entwickler vor allem auf Altbekanntes und versuchen gar nicht erst das Rollenspiel als eigene PC-Version umzusetzen, sondern bieten lediglich eine Portierung an. Ob dieses Prinzip tatsächlich aufgehen kann und ob die verschiedenen technischen Aspekte, die auf dem Tablet und Handy so viel Spaß machen, auch auf den PC übertragen werden können – und sollten – erfahrt ihr in unserem Testbericht.

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Test/Testbericht: Dungeons 2

Wenn man heutzutage an Kult-Spiele denkt, dann kommt man nicht daran vorbei, unter anderem das 1997 erschienene Echtzeit-Strategiespiel Dungeon Keeper zu nennen. Die originellen Schauplätze und das parodistische Umfeld sorgten dafür, dass das Spiel schnell zu einem großen Erfolg wurde und einen zweiten Teil bekam. Sogar ein dritter Teil war in Planung, wurde jedoch niemals fertig gestellt. Im Jahr 2011 erschien dann Dungeons, das als spiritueller Nachfolger von Dungeon Keeper gefeiert wurde und nun mit Dungeons 2 einen zweiten Teil erhält, der jedoch weit über die früheren Gameplay-Elemente hinaus geht. Während der erste Teil nämlich nicht jeden überzeugen konnte, soll der zweite Teil sich auf alte Stärken besinnen und neue Innovationen mit diesen vereinen. Ob dies gelingt könnt ihr im folgenden Test erfahren.

Dungeons 2

Dungeons 2

Dungeons 2

Dungeons 2

Das Böse wurde besiegt – vorerst

Die Geschichte von Dungeons 2 beginnt an einem Punkt, an dem „Das absolut Böse“, wie eure Rollenbeschreibung lautet, das Gute fast gänzlich besiegt hat. Doch in einer allerletzten Schlacht gelang es einigen guten Helden, den Protagonisten zu bannen und in einen Dungeon einzuschließen. Nun seid ihr nur noch ein Schatten eurer selbst und müsst Aufgaben durch eure sklavischen Diener erledigen lassen. Dafür könnt ihr auf Orks, Goblins und Trolle zurückgreifen und mit diesen Gold und Mana sammeln und eure Kriege führen. Dabei ist euer Ziel eigentlich ganz klar: Ihr wollt Rache nehmen an all den guten Helden, die euch von eurem fiesen und gemeinen Sieg abgehalten und euch gebannt haben. Doch natürlich reicht das nicht aus, um euren Hass auf alles Gute zu stillen. Stattdessen möchtet ihr jede Umgebung in ein Höllenloch verwandeln, Einhörner und Feen niedermetzeln sowie alle Menschen und Zauberer aus dem Land vertreiben. Wenn ihr die Kampagne spielt, dann werdet ihr Level per Level immer mächtiger, lernt neue Einheiten zu unterwerfen und Zauber einzusetzen.

Während die Rahmenhandlung jetzt nicht besonders spannend klingt und auch in den unterschiedlichen Abschnitten immer nur ein wenig vorangetrieben wird, so gibt es doch einen Grund, warum die Story so unglaublich unterhaltsam ist: Der Erzähler leitet euch nicht nur durch eure Kampagne und hilft mit Rat und Tat, sondern besitzt einen unglaublich guten Humor und wirbt zum Beispiel zwischendurch ganz unverschämt für Kalypso Media, die das Spiel publishen, macht sich ganz demütig über euch lustig oder weist mit witzigem Nachdruck auf eure aktuellen Ziele hin. Das ist nicht nur sehr amüsant und unterhaltsam, sondern sorgt auch dafür, dass man sich tatsächlich auf die Erzählungen und Zwischenrufe freut. Jede Formulierung ist dabei perfekt ausgeführt und eine Mischung aus Kindererzählung und Comedy für Erwachsene.

Dungeons 2

Dungeons 2

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Dungeons 2

Dungeon Keeper Redux?

Grundsätzlich kann man Dungeons 2 in zwei Teilgebiete einteilen. Beginnen wir mit dem ersten Gameplay-Teil, der sich mit dem Dungeon-Management beschäftigt: In eurem Dungeon selbst könnt ihr mit Hilfe einer riesigen Hand verschiedene Aktionen ausführen, allerdings eure untertänigen Diener nicht direkt steuern. So heuert ihr zwar Goblins, Nagas und andere Viecher an, doch könnt ihr ihnen lediglich grobe Befehle erteilen. Schnodderlinge sind zum Beispiel eure Arbeiter und wenn ihr Wände einreißen möchtet, so wählt ihr eine Wand aus und dann wird sich ein Schnodderling dorthin begeben und die Wand einreißen. Habt ihr eine Brauerei errichtet, wird dort ein Schnodderling ständig Bier herstellen und habt ihr eine Goldader markiert, so bauen eure Schnodderlinge dort Gold ab, wenn ihr keine anderen Aufgaben verteilt habt. Ähnlich funktioniert es mit den anderen vier Einheiten: Goblins arbeiten in der Tüftlerhöhle und produzieren dort Werkzeugkisten, die ihr für Forschung und dem Bau von Fallen braucht. Besitzt ihr jedoch nur eine Bau-O-Mat und mehrere Goblins, kann auch nur ein Goblin arbeiten, während der Rest entweder kleinere Einheiten ärgert oder nur herumsteht. Nagas bauen Mana ab, mit dem ihr Zaubersprüche erforscht, Zauber sprechen könnt und das ihr als Ressource braucht, um eine höhere Anzahl von Einheiten rekrutieren zu können.

Orks hingegen sind als Soldaten geboren…gezüchtet…berufen worden. Wenn ihr sie nicht zum Wachschutz einteilt, werden sie vor allem Bier trinken oder Goblins, Nagas und Schnodderlinge ärgern, wodurch diese langsamer arbeiten. Trolle hingegen sind die größten Einheiten im Spiel und arbeiten an der Schmiede, wo sie dann später im Spiel die Verbesserungen für eure Einheiten entdecken können. Allerdings wählt ihr dann lediglich das Upgrade aus, woraufhin sich eine untätige Einheit in Bewegung setzt und zum Arbeitsplatz läuft. In der Theorie könnt ihr auch die Einheit immer hochheben und dort absetzen, um ein paar Sekunden Zeit zu sparen. Habt ihr genug Boshaftigkeit gesammelt, so könnt ihr euren Dungeon einige Male upgraden, wodurch weitere Gebäude und Verbesserungen freigeschaltet werden. Um Boshaftigkeit zu sammeln, müsst ihr jedoch an der Oberfläche gegen die netten und guten Einheiten antreten, womit wir dann zum zweiten Teilgebiet des Gameplay kommen.

Dungeons 2

Dungeons 2

Dungeons 2

Dungeons 2

Echtzeit-Strategie vom Feinsten

Wenn ihr eine Einheit hochnehmt und direkt am Eingang eures Dungeons absetzt, so wird sie an die Oberfläche gehen. An der Oberfläche spielt sich Dungeons 2 dann jedoch genau wie ein RTS und erinnert ein wenig an Warcraft 3, denn dort könnt ihr direkt eure Einheiten steuern und sobald sie ihr zweites Upgrade erhalten haben, können sie zudem auch Spezialfähigkeiten einsetzen. Einheiten-Upgrades müssen jedoch erst antrainiert werden, wofür ihr in eurem Dungeon eine Arena errichten müsst. Dafür lernen eure Nagas zum Beispiel das Heilen von Einheiten, Trolle schmeißen mit Steinen und Orks werden zu Ork-Häuptlingen und sind immun gegen das Verzaubern von Feen und Einhörnern. Außerdem besitzen sie einen Kriegsschrei, der andere Einheiten aus der Verzauberung holt. Dieser Aspekt des Spiels ist absolut gut gelungen und selbst gegen den Computer braucht ihr ein wenig Geschick, um das höchstmögliche Potential eurer Einheiten auszureizen. So kämpft ihr euch durch die Gebiete und jedes Mal, wenn ihr ein paar Einheiten vom Gegner erledigt habt, wechselt das Terrain vom grünen und gutem Fantasy-Leben zur Hölle auf Erden. Genau, wie ihr, das ultimative Böse, es haben möchtet.

Dungeons 2

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Dungeons 2

Gemeinsam oder gegeneinander kämpfen

Es gibt tatsächlich auch einen Multiplayer, der jedoch recht einfach gestaltet ist. So könnt ihr zum Beispiel selbst ein Spiel hosten oder einem Spiel eurer Freunde beitreten und habt dann die Auswahl zwischen ein paar wenigen Karten sowie ein paar verschiedenen Spielmodi: 1vs1, FFA und 2vs2 sind möglich, doch mehr als vier Spieler auf einmal können nicht teilnehmen. Außerdem könnt ihr nur einstellen, ob ihr Death Match, King of the Hill oder einen anderen Modi möchtet, wenn ihr selbst der Host seid. In so einem Fall müssen eure Mitspieler direkt joinen, indem ihr ihnen die Spiel-ID zuschickt. Möchtet ihr jedoch mit fremden Spielern spielen, so könnt ihr lediglich „Schnelles Spiel“ wählen und dürft zumindest im Moment noch warten. Und warten. Und noch mehr warten, denn niemand scheint sich derzeit großartig für den Multiplayer zu interessieren. Sollte die Community jedoch mehr daran interessiert sein, könnte man bestimmt eine ordentliche Ladder-Funktion oder ähnliches nachreichen, denn genug Potential dafür hat der RTS-Aspekt auf jeden Fall.

Dungeons 2

Dungeons 2

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Dungeons 2

Witzig und voller Liebe

Es ist schwer, den Witz und das Herzblut zu beschreiben, die die Entwickler in Dungeons 2 haben fließen lassen. Der bereits erwähnte Erzähler ist nur die Spitze des Eisberges und so ist die Atmosphäre selbst einfach nur richtig gut. Dazu passt auch die Grafik, die sehr bunt ist und mit vielen kleinen Details überzeugen kann. Die Animationen sind ebenfalls gut gelungen und wenn man wirklich etwas kritisieren möchte, dann das es zu wenig verschiedene Einheiten-Modelle gibt. Fünf böse Einheiten, noch einmal so viele Gute und ab und zu trefft ihr auf Spinnen und Ratten, die in eurem Dungeon hausen und eigentlich nur kostenlose Erfahrungspunkte für eure Truppen darstellen. So gut der RTS-Teil auch ist, so langwierig ist doch der Dungeon-Part, in dem ihr eure Truppen aufbaut, Gold sammelt und euch vor den Wellen der guten Angreifer schützt. Zumindest manchmal. So ein Spiel kann durchaus mal 45 Minuten und länger dauern, denn bis ihr genug Upgrades habt, um den Endboss einer Mission zu erledigen, vergeht eben sehr viel Zeit. Vor allem, wenn ihr zunächst nicht einschätzen könnt, wie stark eure Einheiten sein müssen, um andere Einheiten zu erledigen. Später geht zwar alles etwas schneller, doch trotzdem fühlt sich Dungeons 2 eher wie ein Casual-Game an und nicht wie ein reines RTS.

Dungeons 2

Dungeons 2

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Dungeons 2

 

Persönliches Fazit

Die Singeplayer-Spiele machen richtig viel Spaß: Ihr könnt herumprobieren, die schöne Story der Kampagne erleben oder in den Szenarien zeigen, aus welchem Holz ihr geschnitzt seid. Vor allem der Erzähler, aber auch der gesamte Sound an sich sorgen für eine gute Atmosphäre und die Grafik passt sich dieser perfekt an. Das Einheiten-System ist recht einfach und verständlich und wenn ihr an der Oberfläche kämpft, könnt ihr mit ein wenig RTS-Skill durchaus den einen oder anderen Vorteil herausholen. Die Fallen sind zwar ganz witzig und sorgen für ein bisschen Tower-Defense-Feeling, doch werdet ihr sie in den seltensten Fällen tatsächlich großflächig einsetzen. Alles in allem ist Dungeons 2 ein einfach richtig gutes Spiel, das sich jedoch eher an casual-orientierte Spieler richtet und den Strategie-Part nur ein wenig anreißt. Wenn man wirklich etwas bemängeln möchte, ist es die Anzahl der spielbaren Einheiten und Völker, doch ist das schon wirklich Meckern auf hohem Niveau. Wenn ihr also Dungeon Keeper mochtet und nun nach einem würdigen Nachfolger sucht, der darüber hinaus einige innovative Ideen mitbringt, dann schlagt hier getrost zu. Ihr werdet nicht enttäuscht werden.

Dungeons 2

Dungeons 2
85.2
85.166666666667

Gameplay

85 / 100

Das casual-orientierte Gameplay macht richtig viel Spaß.

    Story

    84 / 100

    Vor allem der Erzähler sorgt für perfekte Atmosphäre während der Geschichte.

      Grafik

      80 / 100

      Alles sieht super aus, lediglich manchmal ist die Kamera-Einstellung etwas doof.

        Sound

        87 / 100

        Der Sound unterstützt das Spiel perfekt und ist sehr variantenreich.

          Umfang

          86 / 100

          Eine stundenlange Kampagne, Multiplayer und ein paar Solo-Szenarien sorgen für einige Stunden Spielspaß.

            Spielspaß

            89 / 100

            Manchmal gibt es Passagen, in denen man zu lange auf Gold warten muss, doch sonst macht es richtig viel Spaß.

              Positiv

              • - sehr putzige Grafik
              • - RTS- und Aufbau-Spiel in einem
              • - viele Zaubersprüche
              • - cooler Erzähler
              • - mit sehr viel Witz konzipiert

              Negativ

              • - manchmal schlechte Kamera-Einstellungen
              • - lediglich fünf Einheiten

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              Euer Hardbloxx-Team

              Test/Testbericht: Undefeated

              Erinnert ihr euch noch daran, wie ihr damals auf dem SNES die Rollenspiele geliebt und stundenlang vor dem Bildschirm gesessen habt, um der unglaublich spannenden Story zu folgen? Nein? Das macht nichts, denn mit Undefeated erscheint nun ein JRPG, das in die Fußstapfen von Chrono Trigger, Final Fantasy und Co treten möchte und dazu nicht nur das Gameplay von damals wieder aufleben lässt, sondern ganz nostalgisch auch die Grafik der damaligen Zeit nutzt. Ob das Konzept tatsächlich aufgeht oder in der heutigen Zeit einfach nicht modern genug ist, haben wir euch im folgenden Test festgehalten.

              Undefeated

              Undefeated

              Undefeated

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              Rekruten, stillgestanden!

              Die Geschichte in Undefeated beginnt überhaupt nicht fantastisch, wie man das vielleicht von einem Rollenspiel der heutigen Zeit erwarten würde. Stattdessen werden Marcus, Bastien und Fela zu ihrem Wehrdienst eingezogen und müssen die nächsten zwei Jahre im Dienste einer Armee kämpfen, zu der sie ein eher schlechtes Verhältnis haben. Fela zum Beispiel stammt aus einem reichen Haus und eigentlich hätte ihr Vater sie freikaufen können, doch schickte er sie mit den Worten „Das wird dir mal gut tun“ ins Feld. Dort angekommen, wollte Fela unbedingt Magierin werden, denn dafür besitzt sie schließlich ein Talent – allerdings keinerlei Erfahrung, sodass sie sofort in die Fernkampfeinheit gesteckt wird. Bastien hingegen ist durch und durch Gourmet und Koch und möchte eigentlich sein eigenes Restaurant aufmachen und dort tausende von Rezepten ausprobieren. Ständig denkt er ans Essen und redet über all die verschiedenen Rezeptideen, die er so hat. Marcus hingegen ist zwar der geborene Anführer, steht allerdings der Regierung und der Armee sehr kritisch gegenüber – denn seiner Meinung nach kümmern sich die hochrangigen Mitglieder nicht ums Volk, sondern nur um sich selbst. Außerdem sind Wehrpflichtige sowieso nicht gerne gesehen, denn die Berufssoldaten sind besser ausgebildet und würden auch wesentlich mehr verdienen, wenn es die neuen Rekruten nicht geben würde. So ecken sie eigentlich überall an und sind bereits zu Beginn ihres Wehrdienstes stark frustriert.

              Dieser Frust verschwindet allerdings relativ schnell, als klar wird, dass ein größeres Übel in der Welt aufgetaucht ist: Während des Kampftrainings trifft die Dreiergruppe das erste Mal auf ein mutiertes Tier, das sich bis ins Herz des Landes verirrt hat. Eigentlich leben die Mutanten nämlich im Wasteland und bleiben normalerweise auch unter sich. Nun ziehen die drei Neulinge allerdings zusammen mit Captain Jeneva los, um in einem äußeren Bezirk die Lage zu erfahren – und treffen dort auf ein Massaker: Sämtliche Soldaten und Stadtbewohner wurden von den Mutanten ermordet. Das Wasteland oder was auch immer die Mutation von Tieren und Pflanzen verursacht, scheint also jetzt auch die Zivilisation erreicht zu haben. Eine wirkliche Erklärung dafür gibt es noch nicht und als ihr Kommandant die Gruppe ins Wasteland schicken möchte, wurde dort bereits eine Spezialeinheit abkommandiert, die niemanden durchlässt. Von nun an müsst ihr also herausfinden, was die Regierung versteckt, was das mit Schürfrechten im Wasteland zu tun hat und euch durch Intrigen, Monster und eure eigene Vergangenheit kämpfen.

              Undefeated

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              Mit viel Humor und Herzblut

              Einer der wichtigsten Aspekte bei den Rollenspielen der 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts waren vor allem die wunderbaren Charaktere, die witzigen Dialoge sowie die fesselnde Geschichte. Auch in Undefeated trifft man auf all dies, obwohl es etwas dauert, bis die Story richtig in Fahrt kommt. Dann ist die Geschichte allerdings wirklich fesselnd und ihr werdet ständig und überall Passanten ansprechen, denn viele kleine Details erfahrt ihr nur so nebenbei, wenn ihr mit Unbeteiligten sprecht. Natürlich könnt ihr auch so eine der 16 Side-Quests annehmen. Wenn ihr in den Gebieten außerhalb unterwegs seid, so werdet ihr außerdem alles absuchen, denn nur so kommt ihr an Gold, Items und könnt einen der 25 geheimen Räume finden, die euch die stärksten Waffen und Rüstungen bringen können. Auch die humoristischen Passagen sind sehr witzig: So machen sich die Charaktere zum Beispiel ständig über die Konventionen der Rollenspiel-Welt lustig und fragen sich, wie genau eigentlich die ganzen Kisten mit Items in die Gebiete kommen oder warum Diebe Gold in Baumstümpfen verstecken und es dann dort vollkommen vergessen. Auf die Frage, warum man in Undefeated kein Gold von Monstern bekommt, antwortet ein Charakter ganz süffisant: „Was, glaubst du denn, Monster würden Geldbeutel mit sich herumtragen?“, was als ganz klarer Hinweis angesehen werden darf, dass in anderen Rollenspielen Monster eben Gold als Loot hinterlassen. Man merkt, dass die Entwickler tatsächlich selbst große Fans der Oldschool-RPGs sind und sich viele Gedanken diesbezüglich gemacht haben.

              Undefeated

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              Oldschool mit klassischen Ansätzen

              Das Gameplay an sich ist absolut den alten Spielen nachempfunden und bietet eigentlich keine neuen Elemente. Eure Skills lernt ihr zum Beispiel allein durch den Level-Aufstieg, Einfluss auf die Entwicklung eurer Charaktere habt ihr also keine. Zu Beginn des Spiels könnt ihr außerdem auswählen, ob ihr die potentiellen Kämpfe auf der Karte seht oder diese unsichtbar sein sollen. Wählt ihr ersteres, so besteht manchmal die Möglichkeit, den Monstern einfach davonzurennen, was bei unsichtbaren Aufeinandertreffen nicht möglich ist. Auch die Kämpfe laufen absolut klassisch ab: Zunächst habt ihr die Wahl zwischen dem Kampf, der Flucht und Auto, wobei letzteres bedeutet, dass alle eure Charaktere einfach nur mit ihrer Waffe angreifen. Wählt ihr Flucht, so könnt ihr zwar abhauen, doch die meisten Monster verfolgen euch direkt, es ist also nicht wirklich sinnvoll, diese Möglichkeit zu wählen. Habt ihr euch dann für den Kampf entschieden, so könnt ihr weitere Einstellungen treffen und einen einfachen Waffenangriff ausführen, eine Spezialfähigkeit ausführen, Magie nutzen, euch schützen oder Items einsetzen. Für Spezialfähigkeiten braucht ihr TP, die ihr durch Angriffe oder genommenen Schaden aufladet, Magie hingegen benötigt MP, die durch Tränke oder einfache Regeneration aufgefrischt werden. Lebenspunkte können ebenfalls durch Schlafen in einem Gasthaus oder an diversen anderen Orten aufgefüllt werden, aber auch Tränke, Magie und andere Items helfen dabei.

              Items findet ihr ganz allgemein sehr oft, denn überall sind Holzkisten oder ähnliches zu finden, die mit Loot vollgestopft sind. Monster lassen kein Gold zurück, sondern ebenfalls Items, die euch entweder heilen, diverse Statusveränderungen wie Schlaf, Vergiftung, Blindheit und ähnliches verschwinden lassen oder einfach nur bei einem Händler verkauft werden können. Wie ihr schon seht, nutzt Undefeated auch hier das absolut klassische Element und setzt auf die typischen Statusveränderungen, die in so ziemlich jedem Oldschool-JRPG benutzt werden. Apropos Elemente: Auch hier orientiert sich das Spiel an den Größen der früheren Zeit und setzt bei offensiver Magie auf verschiedene Elemente wie Feuer, Wasser, Eis und Blitz. Einige Monster sind besonders anfällig gegen ein Element, haben dafür jedoch eine hohe Resistenz gegenüber einem anderen. Dadurch könnt ihr – mit dem Einsatz der richtigen Zauber natürlich – in Kämpfen einen Vorteil erringen und mehr Schaden verursachen. Die Monster selbst unterscheiden sich auch stark voneinander, wobei ihr pro Gebiet nur auf drei bis vier verschiedene Typen trefft. Natürlich gibt es auch immer wieder besonders starke Zwischengegner, die euch herausfordern. Ihr könnt zu Beginn des Spiels übrigens einen von vier Schwierigkeitsgraden auswählen, der sich insofern auf das Spiel auswirkt, als dass die Stats von den Monstern wesentlich höher sind, je schwieriger ihr spielen wollt.

              Undefeated

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              Früher war nicht immer alles besser

              Kommen wir nun zu dem Teil, der wohl auch der größte Kritikpunkt für viele Spieler sein wird: Der technische Aspekt ist eben nicht auf dem Level, das man heutzutage erwarten würde. Undefeated hätte tatsächlich so oder ähnlich bereits vor 25 Jahren erscheinen können und es hätte sich wohl kaum etwas geändert. Die Steuerung bietet zum Beispiel die Möglichkeit, komplett mit der Maus zu spielen, nur die Tastatur zu benutzen oder eine Mischung aus beidem zu wählen. Leider fehlt die Unterstützung für einen GamePad komplett, wodurch das Oldschool-Feeling allerdings erst wirklich perfekt geworden wäre. Die Grafik ist ebenfalls sehr einfach und obwohl sie absolut nicht schlecht aussieht, erinnert der Titel eben eher an ein SNES-Spiel aus den 90er Jahren und nicht an einen Titel, der im Jahr 2015 den Markt erobern will. Die 2D-Grafik mit einfachen Darstellungen und Animationen dürfte eben nicht jedem gefallen, aber das ist natürlich absolut eine Frage des Geschmacks. Auch der Sound fällt in genau die gleiche Kategorie und passt zwar super zum Spiel, muss allerdings auch wirklich gemocht werden. So ist die Hintergrundmusik zwar schön, aber wer die Titel der früheren Zeit gespielt hat, wird bestimmt die eine oder andere Übereinstimmung finden.

              Undefeated

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              Undefeated

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              Persönliches Fazit

              Die Mission „Oldschool“ wurde von Undefeated absolut erfüllt: Die Story ist fesselnd und unterhaltsam, die Charaktere sind echt gut kreiert und überzeugen durch Tiefe, Humor und haben einen kritischen Blick auf die Gesellschaft. Die Kämpfe sind zwar nicht innovativ, aber oftmals spaßig und gehören eben zu so einem Spiel einfach dazu. Grafisch ist das Spiel zwar immer noch auf dem Stand der 90er Jahre, sieht jedoch trotzdem echt gut aus und passt eben perfekt zu dem Oldschool-Feeling. Letztendlich muss man sich einfach selbst die Frage stellen, ob man noch einmal auf der Nostalgie-Welle schwimmen möchte. Wenn man das nämlich will, ist Undefeated ein echt gutes Spiel, das euch noch einmal das Gameplay der früheren Zeit nacherleben lässt. Wenn ihr allerdings ein neumodisches Spiel erwartet, solltet ihr lieber die Finger davon lassen. Für Liebhaber ist der Titel jedoch unumwunden zu empfehlen und ist ein absoluter Glücksgriff.

              Undefeated

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              85
              85

              Gameplay

              81 / 100

              Viel Oldschool-Feeling, das richtig Spaß macht, allerdings kaum neue eigene Ideen.

                Story

                90 / 100

                Kommt erst langsam in Fahrt, ist dann allerdings sehr fesselnd, vor allem dank des guten Charakter-Designs.

                  Grafik

                  69 / 100

                  Sieht aus wie SNES-Grafik mit einer höheren Auflösung - was nicht jedem gefallen wird.

                    Sound

                    85 / 100

                    Passende Geräusche und schöne Hintergrundmusik, allerdings ist keine Synchro vorhanden.

                      Umfang

                      91 / 100

                      25 geheime Räume, 16 Sidequests, vier Schwierigkeitsgrade, viele Monster und viele Stunden Spielzeit sorgen lange für Spaß.

                        Spielspaß

                        94 / 100

                        Wenn man auf Oldschool-JRPGs steht, ist Undefeated ein absoluter Glücksgriff.

                          Positiv

                          • - vier Schwierigkeitsgrade
                          • - absolutes Oldschool-Feeling
                          • - fesselnde Story
                          • - sehr viel Humor
                          • - gutes Charakter-Design

                          Negativ

                          • - keine GamePad-Unterstützung
                          • - nur wenig originelle Ideen
                          • - Monsterkämpfe werden nach einiger Zeit langweilig

                          Wenn ihr wissen möchtet, wie Hardbloxx Spiele bewertet, findet ihr unser Bewertungssystem hier.

                          Wenn ihr möchtet, dann holt euch Undefeated doch direkt bei Steam.

                          Euer Hardbloxx-Team

                          Preview: Victor Vran

                          Das Entwickler-Studio Haemimont Games hat schon wirklich viele Genres bedacht und sich zum Beispiel mit der Tropico-Reihe in die Herzen von Strategie-Aufbauspielern programmiert. Mit Imperium Romanum folgte man dieser Richtung zwar etwas, legte dort allerdings schon wesentlich mehr Wert auf die RTS-Aspekte. Mit The First Templar widmete man sich hingegen dem Action-RPG. Derzeit arbeiten die Entwickler jedoch an Victor Vran, einem Hack’n’Slay-Titel, der zunächst in die Fußstapfen von Diablo zu treten scheint, dann jedoch eine neue Richtung einschlägt. Wir haben uns die Early Access-Version des Titels mal genauer angeguckt und verraten euch unseren Eindruck im Test.

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Von Freunden und anderen Dämonen

                          Der Held in Victor Vran heißt – wer hätte sich das denken können – Victor Vran und erinnert zumindest optisch sehr stark an den berühmten Monsterjäger Van Helsing. Auch seine Profession ist recht ähnlich, denn auch er ist Dämonenjäger und als solcher derzeit in dem leicht ungemütlichen Ort Zagoravia gelandet. In der Welt der Dämonenjäger ist die Stadt jedoch besser als „die verfluchte Stadt“ bekannt, denn dort sind überall Monster zu finden. Also ein Traum für jeden abenteuerlustigen Jäger, doch tatsächlich ist Victor nicht freiwillig dort. Stattdessen traf er kurz vorher auf seinen totgeglaubten Freund Adrian. Dieser ist nun ein fieser Dämon und teleportiert Victor kurzerhand in die Stadt, ohne jedoch nähere Gründe zu nennen. Natürlich lässt unseren Protagonisten die Situation in der Stadt nicht kalt, weshalb er seine Dienste der dortigen Herrscherin anbietet – und sich auf die Jagd von Monstern begibt. Darüber hinaus möchte er natürlich auch herausfinden, was mit Adrian passiert ist und seinen Freund retten – oder ihn zumindest besiegen und von seinem Leiden befreien.

                          Wenn ihr jetzt auf noch mehr Story gehofft habt, so muss ich eure Hoffnung allerdings direkt negieren: Bisher haben die Entwickler lediglich ein Grundgerüst der Geschichte geschaffen, allerdings noch nicht wirklich viele Details hinzugefügt. So ist das nun einmal in einer Early Access, was auch in Ordnung geht und lediglich bei den Quests auffällt. Denn es gibt noch nicht wirklich viele Quests und diese sind auch noch nicht besonders illustriert oder gar mit Zwischensequenzen versehen. Immerhin gehen die Entwickler mit diesem Defizit offen um und erklären dies direkt am Anfang des Spiels. Daumen hoch für diese Offenheit!

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Auf die Monster, fertig, los…

                          Am besten beschreibt man Victor Vran wohl als klassisches Hack’n’Slay mit frischen Ideen. Das beginnt mit der WASD-Steuerung und einer frei schwenkbaren 360 Grad-Kameraführung. Ebenfalls sehr praktisch ist, dass man gleich zwei Waffengattungen auf einmal anlegen kann, wodurch man per Knopfdruck einfach zwischen Fern- und Nahkampf wechselt. Allerdings gibt es derzeit sowieso nur drei verschiedene Waffengattungen (Fernkampfwaffen, schnelle Schwerter und schwere Hammer), wodurch die Auswahl nicht so groß ist. Allerdings spielen sich die drei Gattungen komplett unterschiedlich, wodurch man die Wahl zwischen drei verschiedenen Spielstilen hat. Diese übersichtliche Handhabung von Dingen zieht sich übrigens durchs ganze Spiel: So wird euer Inventar zum Beispiel nicht ständig mit irgendwelchem Müll vollgestopft, den ihr eh nur beim Händler verkauft. Das sorgt einerseits dafür, dass man nicht alle zehn Minuten in die Stadt teleportieren muss, andererseits freut man sich über jeden Drop und hofft auf eine bessere Waffe. Rüstungsteile gibt es derzeit auch nicht, was ebenfalls für eine gute Übersicht sorgt. Ich benutze übrigens „übersichtlich“ und nicht „wenig“, denn tatsächlich fällt das nicht-Vorhandensein von in anderen Hack’n’Slay-Titeln üblichen Items nicht negativ auf, sondern verbessert das Spielgefühl. Neben Waffen könnt ihr noch Gold, Tränke, Overdrive-Fähigkeiten sowie Schicksalskarten finden, wobei jede Kategorie einen eigenen Reiter im Inventar hat, was eben für Übersicht sorgt.

                          Schicksalskarten sind als Buffs zu sehen, von denen ihr zwei gleichzeitig anlegen könnt. Diese erhöhen dann zum Beispiel eure Lebenspunnkte, sorgen für mehr Fernkampfschaden oder erhöhen eure kritische Trefferchance. Auch hier könnt ihr also euren Helden nach eurem eigenen Vorbild formen und damit euren eigenen Spielstil wählen. Eine weitere Möglichkeit, um den persönlichen Stil beim Spielen zu wählen, sind die Outfits. Diese haben unterschiedliche Verteidigungswerte, unterscheiden sich aber vor allem in der Art und Weise, wie ihr euren Overdrive generiert. Dabei handelt es sich um eure Leiste für eure speziellen Dämonenfähigkeiten, mit denen ihr zum Beispiel einen riesigen Bumerang auf eure Gegner werft oder Meteoriten vom Himmel regnen lasst. Zunächst könnt ihr nur eine dieser Fähigkeiten anlegen, ab Level 8 kommt eine zweite hinzu. Neben diesen beiden Spezialfähigkeiten besitzt jede Waffe zudem noch zwei Fähigkeiten, die für Schadens-Burst sorgen. Die Schrotflinte schießt einen einzelnen Sniper-Schuss auf einen Gegner oder kann einen Flächenschaden verursachen, während der Hammer unterschiedliche AoE-Attacken besitzt.

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Gegen die Monster dieser Welt

                          Obwohl die Story-Seite des Spiels noch nicht so stark ausgeprägt ist, heißt das jedoch nicht, dass ihr bisher in der Early Access-Version noch keinen Content bekommt. Ganz im Gegenteil: Zwar seid ihr etwas auf euch gestellt, wenn es darum geht die verschiedenen Dungeons zu finden und zu erforschen, doch per Blick auf die Übersichtskarte könnt ihr direkt sehen, wohin ihr euch begeben müsst, um den nächsten Dungeon zu finden. In jedem Gebiet habt ihr außerdem fünf zusätzliche Aufträge, die ihr erledigen sollt und die dann mit zusätzlicher Erfahrung, Gold und Loot aufwarten. Diese unterscheiden sich recht stark voneinander und verlangen von euch manchmal einfache Sachen, die zum Beispiel die Zerstörung von zehn Spinnen-Nestern oder das finden von drei Geheimnissen in dem Gebiet. Manche Aufgaben sind schon schwerer und verlangen das Erledigen von Zwischenbossen oder restriktieren euch auf eine einzelne Waffengattung. Andere Aufgaben hingegen sind richtig schwer und so müsst ihr zum Beispiel innerhalb einer bestimmten Zeit eine bestimmte Anzahl von Gegnern töten oder bei einem bestimmten Kampf eure Dämonenfähigkeiten nicht einsetzen. Das alles macht unglaublich Spaß und fordert euch unterschiedlich stark. Euren Loot bekommt ihr übrigens größtenteils von diesen Quests sowie stärkeren Monstern, von den „Trash“-Monstern droppt meistens nur etwas Gold oder mal ein Heiltrank. Allerdings fällt beim Spielen schnell auf, dass Fernkampf wesentlich effektiver und einfacher als Nahkampf ist und ihr letzteren eher als Unterstützung nutzt. Hier muss eine bessere Balance gefunden werden.

                          Monster allgemein sind natürlich ein sehr wichtiges Thema in Victor Vran, denn die meiste Zeit verbringt ihr eben im Kampf gegen sie. Grundsätzlich kann man die verschiedenen Gegner in vier verschiedene Kategorien einteilen:

                          1. Der einfache Trash, der mit einigen wenigen Schlägen bereits erledigt ist
                          2. Etwas stärkerer Trash, der schon über einige Fähigkeiten sowie mehr Lebenspunkte verfügt
                          3. Zwischenbosse, die meistens mit vielen Trash-Gegnern umher laufen und bereits viel Bewegung und Taktik von euch fordern
                          4. Endbosse, die euch minutenlang fordern und mitunter richtig schwer sind

                          Gerade die letzte Kategorie ist der Grund, warum mir Victor Vran richtig gut gefällt: Natürlich mach es Spaß, die Trash-Monster abzuschlachten und die fünf Quests pro Gebiet zu erledigen, doch die Endbosse verlangen euch einfach alles ab. Ihr müsst nicht nur die Angriffe verstehen und passend reagieren, sondern zudem eine Taktik entwickeln, wie ihr sie bekämpft. Nicht immer ist der Nahkampf passend, nicht immer sollte man zum Fernkampf wechseln. Die Kämpfe gegen diese Endbosse sind eine richtige Herausforderung und machen einfach Spaß.

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Innovativ und schön

                          Ein absoluter Pluspunkt ist die Steuerung, die sich recht stark von anderen Hack’n’Slay-Titeln unterscheidet: Zunächst einmal bewegt man Victor per WASD, was zwar zunächst an eine Konsolensteuerung erinnert, aber nicht negativ auffällt – ganz im Gegenteil. Sobald man sich erst einmal daran gewöhnt hat, funktioniert die Steuerung richtig gut und auch das Zielen per Maus ist absolut intuitiv. Praktisch ist außerdem, dass man nur in die gewollte Richtung zielen muss und dann per Auto-Aim die Gegner trifft. Dabei wird automatisch der Gegner anvisiert, der am nächsten ist. Möchte man einen weiter hinten stehenden Gegner per Fernkampf angreifen, so muss man ihn direkt anzielen. Ebenfalls innovativ ist das Springen per Leertaste, mit dem ihr von Wand zu Wand springt und so Häuser oder andere Vorsprünge erklimmen könnt. Dadurch sind kleine Jump’n’Run-Einlagen vorhanden, die das Gameplay etwas auflockern. Habt ihr euch außerdem daran gewöhnt, per Knopfdruck zwischen euren beiden angelegten Waffen zu wechseln, könnt ihr schnell verschiedene Kombinationen für ordentlich Schaden nutzen.

                          Auch grafisch weiß Victor Vran zu überzeugen, auch wenn hier und da noch einige Fehler zu finden sind. Für einen Early Access-Titel, der noch etwas Zeit bis zum angepeilten Release hat, ist die Grafik allerdings schon richtig gut. Da stört es nicht, wenn sich ab und zu ein paar Objekte überlagern oder sich ein Gegner hinter einer Ecke verhakt. Die Animationen sehen schon jetzt richtig gut aus und die vielen Gebiete wissen durch eine enorme Vielfalt zu punkten. Gleiches gilt für den Sound, der überhaupt nicht auffällt – was letztendlich nur bedeutet, dass er perfekt das Spielgeschehen unterstützt und so ein authentisches Gefühl hervorruft. Gerade beim Sound kann man dem Spiel wirklich nichts vorwerfen.

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Victor Vran [Early Access]

                          Persönliches Fazit

                          Es kommt selten vor, dass ich einen Early Access-Titel vorbehaltlos empfehle, aber die Entwickler von Victor Vran haben bisher wirklich gute Arbeit geleistet. Zwar gibt es hier und da noch ein paar Kritikpunkte, wie das Balancing der Waffen oder einige Grafik-Bugs, doch wenn die bisherige Gangart bis zum angepeilten Release im Sommer 2015 beibehalten wird, dann bin ich davon überzeugt, dass der Titel ein absoluter Hit wird. Schade ist allerdings, dass kein Multiplayer vorhanden ist. Die Steuerung ist innovativ und sorgt für viel Action, die Story ist zwar derzeit noch etwas rar, aber soll ebenfalls schon bald per Update aufgebessert werden. Die Kämpfe gegen die Endbosse sind ein absolutes Highlight und darüber hinaus kann das Spiel mit einer Übersicht punkten, von denen sich andere große Titel eine Scheibe abschneiden können. Bisher könnt ihr schon einige Stunden Spielzeit bekommen, später soll auch hier wohl noch weiterer Content folgen. Wenn ihr also auf Hack’n’Slay steht und einen guten Vertreter der Sparte sucht, dann schaut doch mal in die Early Access rein – und habt einfach Spaß mit gutem Gemetzel.

                          Victor Vran

                          Victor Vran
                          86.2
                          86.166666666667

                          Gameplay

                          87 / 100

                          Viele innovative Ideen sorgen für frischen Wind im Hack'n'Slay-Genre

                            Story

                            79 / 100

                            Die ersten Ansätze sind echt gut, allerdings ist bisher noch nicht viel Story vorhanden.

                              Grafik

                              83 / 100

                              Echt schöne Grafik, die hier und da noch Bugs aufzeigt.

                                Sound

                                90 / 100

                                Authentische Geräusche sorgen für eine passende Atmosphäre.

                                  Umfang

                                  85 / 100

                                  Wenige Story-Quests, doch gibt es schon viele Gebiete, viele (End)Gegner sowie viele unterschiedliche Aufgaben.

                                    Spielspaß

                                    93 / 100

                                    Ein richtig gutes Hack'n'Slay-Spiel, das mit guten Ideen und hervorragender Übersicht punktet.

                                      Positiv

                                      • - kaum Trash-Items
                                      • - fünf Aufgaben pro Gebiet
                                      • - viele unterschiedliche Gegner
                                      • - herausfordernde Endgegner
                                      • - perfekte Steuerung

                                      Negativ

                                      • - ein paar Grafik-Bugs
                                      • - Balancing der Waffengattungen

                                      Wenn ihr wissen möchtet, wie Hardbloxx Spiele bewertet, findet ihr unser Bewertungssystem hier.

                                      Wenn ihr möchtet, schaut euch Victor Vran doch als Early Access Version bei Steam an.

                                      Ihr könnt hier die Preise vergleichen.

                                      Euer Hardbloxx-Team

                                      Test/Testbericht: Trapped Dead: Lockdown

                                      Wenn das Diablo-Franchise mit Left 4 Dead ein Kind bekommen würde, dann könnte das zumindest in der Theorie wie Trapped Dead: Lockdown aussehen. Das Spiel vereinigt nämlich das typische Hack’n’Slay-Prinzip von Diablo mit dem Multiplayer-Zombie-Spaß aus Left 4 Dead, hat allerdings – und das sei vorab schon einmal verraten – viele Fehler, die die gute Idee trüben. Wir haben uns das Indie-Game mal etwas näher angeschaut und verraten euch in unserem Test, wo die Stärken und Schwächen liegen.

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Von Zombies und anderen Untoten

                                      Wenn man an die Entstehung von Zombies denkt, so fallen ein paar oft genutzte Konzepte ein. Das wohl bekannteste davon ist, dass ein (möglicherweise verrückter) Mediziner im Labor an einem Virus gearbeitet hat, der dann (absichtlich oder nicht) in die Welt entschwindet. Genau das erwartet euch auch Story-technisch in Trapped Dead: Lockdown, denn dort trefft ihr auf eine Welt, die von einem mutierten Zombie-Virus verändert wurde. Ihr gehört zu den wenigen Überlebenden und müsst euch ständig mit großen, kleinen, schnellen und langsamen Zombies auseinandersetzen. Diese wollen euch – ebenfalls genretypisch – auffressen und euch in Zombies verwandeln. Wobei das Eine dem anderen in der Theorie zwar widerspricht, in der Praxis jedoch kein Problem zu sein scheint. Eure Aufgabe ist also ganz klar – auch wenn sie so detailliert gar nicht erklärt wird: Ihr müsst den Verursacher der Seuche finden, ihn aufhalten und nebenbei die Welt retten. Also irgendwie, denn einmal Zombie, immer Zombie. Aber den kläglichen Rest der Menschheit zu retten, wäre schon mal ein Anfang.

                                      Um diese Aufgabe erledigen zu können, könnt ihr entweder alleine oder mit bis zu drei menschlichen Mitstreitern durch die verschiedenen Level ziehen und müsst recht generische Quests absolvieren. Ein Beispiel: Irgendwann kommt ihr in ein Level, das wie eine kleine Vorstadtsiedlung aussieht. Überall stehen Autos herum, mit denen ihr durch den Vorstadtort fahren könnt und am besten jeden Zombie überfahrt, den ihr auf eurem Weg trefft. Natürlich sind Zombies nicht besonders clever und so ist es eigentlich kein Problem, jeden einzelnen Untoten zu erwischen – es sei denn, sie halten Maschinengewehre in der Hand, denn dann werden sie auf einmal zu den Killern, die man aus so manchem schlechten 80er-Jahre Film kennt. Sie treffen dann nämlich mit jedem Schuss und euer Auto explodiert mit viel Spektakel – mit euch darin, natürlich. Solltet ihr einmal sterben, so beginnt ihr am letzten Speicherpunkt und könnt einfach ohne Verluste von XP, Gold oder ähnliches weitermachen. Seid ihr also dann in dieser Stadt unterwegs, ist eure erste Aufgabe, einen Überlebenden zu finden. Dieser schickt euch dann durch die komplette Stadt, um fünf Gegenstände zu finden: Ein Handy, ein Laptop und ähnliches wichtiges Zeug, das man unbedingt nach der Zombie-Apokalypse brauchen kann. Habt ihr all das eingesammelt und zurückgebracht, müsst ihr ein bestimmtes Auto finden, damit ihr abhauen könnt – denn natürlich fährt man als Überlebender des Weltuntergangs nicht mit jeder Karre. Habt ihr dieses Auto gefunden, müsst ihr jedoch die Stadt noch einmal absuchen – denn es fehlt ein Autoschlüssel. Jedes andere umherstehende Auto kann einfach so in Beschlag genommen werden, nur dieses eine nicht.

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Rollenspiel mit viel Action?

                                      Doch nicht nur die Quests sind reichlich generisch gestaltet, auch der Rollenspiel-Part ist nicht wirklich interessant: Zu Beginn des Spiels könnt ihr euch eine von fünf Klassen auswählen, die auf die Bezeichnungen Marine, Metzger, Exorzist, Assassine und Marshal hören. Diese unterscheiden sich zwar grob in den Fähigkeiten, die sie während des Spiels lernen können, doch der größte Unterschied liegt vor allem in den Waffen, die sie tragen können. Denn als Exorzist greift man zum Beispiel auf magische Kreuze und ab und an auf eine Armbrust zurück, während der Assassine eher Handfeuerwaffen bevorzugt. Der Metzger hingegen verlässt sich voll und ganz auf Nahkampfwaffen und rennt einfach in die Gegner rein, um ihnen mit Beilen und Schwertern auf den Leib zu rücken. Die Vielfalt ist in der Theorie super, doch schon schnell kristallisiert sich heraus, dass lediglich Nahkämpfer und der Marine mit der Schrotflinte sinnvoll sind – und überhaupt Schaden machen. Während diese nämlich später im Spiel zwei bis drei Angriffe für einen Gegner brauchen, muss der Exorzist gleich 15 Angriffe einplanen – was in keinem Verhältnis steht.

                                      Immerhin die Kämpfe sollten Spaß machen, denn ihr könnt ja immer noch auf eure verschiedenen Skills zurückgreifen. Spielt ihr allerdings im Multiplayer – was bei diesem Spiel absolut bevorzugt werden sollte – so habt ihr als Fernkampf-Held ein großes Problem: Eure Angriffe prallen am Rücken eurer Nahkämpfer einfach ab und erreichen gar nicht erst die Feinde. Das ist absolut schwachsinnig, denn in vielen Leveln kämpft ihr euch durch enge Häuser, Abwassertunnel oder Gassen und seid nun einmal darauf angewiesen, dass euer Nahkämpfer mit den vielen Lebenspunkten vorne steht und den Schaden von euch abwendet. Da ihr allerdings in solchen Fällen selbst keinen Schaden macht, kommt ihr euch einfach nutzlos vor – was ihr eben auch seid. Auch viele andere Sachen sind sehr nervig und trüben den Spielspaß: So schießen Soldaten am Rand von Gebieten ohne Vorwarnung auf euch und sorgen somit für euren verfrühten Tod. Die Geschichte ist wahrscheinlich, dass ihr als potentiell infiziert eingestuft werdet und sie kein Risiko eingehen wollen – was zwar story-technisch Sinn macht, euch jedoch trotzdem immer wieder unerwartet trifft und eben tötet.

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Keine Apokalypse ohne Händler

                                      Jeder, der schon einmal ein post-apokalyptisches Spiel in den Händen hatte, der weiß, dass selbst nach dem Ende der Menschheit überall noch Händler stehen werden. Das ist auch in Trapped Dead: Lockdown nicht anders: Mindestens einmal pro Level trefft ihr auf Händler, die anscheinend ein Mittel besitzen, das sie vor den Zombies schützt. Gut für sie und gut für euch, denn bei eben jenen Händlern könnt ihr all die Items verkaufen, die von den Gegner-Horden fallen gelassen werden. Mit dem Gold kauft ihr euch Munition und ab und zu mal eine bessere Rüstung – doch grundsätzlich hat das Gold eigentlich keinerlei Wert, sodass ihr schnell einen großen – und sinnlosen – Haufen davon angesammelt habt. Grundsätzlich findet ihr nämlich bessere Waffen und Rüstungsgegenstände bei den Gegnern, sodass ihr fast nur verkauft und selten einkauft. Etwas schade ist, dass die Boss-Gegner, die ihr so trefft, keinerlei spezielles Loot fallen lassen. Die Kämpfe gegen sie sind schon sehr anspruchslos, da sie einfach mehr Lebenspunkte besitzen und mehr Schaden austeilen, als dies ihre kleineren untoten Brüder machen. Da wäre es doch ganz schön gewesen, wenn sie wenigstens andere positive Effekte mit sich bringen. Tatsächlich konnten die meisten Boss-Gegner während unseres Tests auch vom Metzger alleine erledigt werden, während die anderen drei Mitspieler noch auf der Suche nach dem Boss waren. Denn nur der Host selbst bekommt eine visuelle Anzeige auf dem Radar, wohin man sich nun wenden muss. Als Mitspieler ist man einfach aufgeschmissen.

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Liegt Schönheit im Auge des Betrachters?

                                      Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Trapped Dead: Lockdown ein Indie-Game ist, das nicht viel Budget besessen hat. Das merkt man leider an jeder Ecke: Überall sind kleinere Bugs zu finden und viele Funktionen für eine ordentliche Multiplayer-Partie fehlen. Auch die Grafik ist dementsprechend kein Highlight, denn viele Level sehen sehr generisch aus und nutzen immer wieder die gleichen Animationen, Farben und Objekte. Auch die Gegner sehen eigentlich immer gleich aus, was nach 25 und mehr Leveln doch recht langweilig wird. Am besten sieht man das geringe Budget wohl an den Zwischenszenen, denn hier fehlt es einfach an Detailreichtum. Immerhin passt der Sound in dieses Gesamtkonzept, denn auch hier sind viele generische Sounds zu finden, die sich durchs ganze Spiel ziehen. Da ist es schon fast eine Wohltat, dass man nach gut drei Stunden das erste Mal durch ist. Eine wirkliche Motivation, das Spiel noch einmal anzufassen, gibt es auch nicht.

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Persönliches Fazit

                                      Es kommt nicht oft vor, dass ich einem Videogame gar nichts Positives abringen kann, doch Trapped Dead: Lockdown fällt wohl in diese rare Kategorie. Die Grafik besitzt einige Glitches und ist sehr generisch, das Gameplay ist ebenfalls nicht abwechslungsreich und die Charaktere sind in keiner Weise ausbalanciert. Eine sehr geringe Spielzeit ist auch nicht lobenswert und obwohl das Game zu dem Hack’n’Slay-Genre gehört, trefft ihr selten auf mehr als drei Gegner auf einmal. Wenn man unbedingt etwas Positives finden möchte, so kann man wohl den Multiplayer erwähnen, denn zu viert kann man sich gemeinsam besser über das Spiel aufregen. Fünf verschiedene Klassen ist auch okay, obwohl diese eben wie Tag und Nacht sind – zumindest, was den Einfluss auf die Kämpfe angeht. Seit meinem Test wurden zwar einige Updates herausgebracht, die einige (grafischen) Probleme verbessert haben, doch das ändert nicht viel. Sehr schade, denn die Idee ist eigentlich schon gut, nur an der Umsetzung mangelt es. Wer also ein Diablo-Klon sucht, der sollte lieber zum Original greifen – oder zu jedem anderen Titel.

                                      Trapped Dead: Lockdown

                                      Trapped Dead: Lockdown
                                      62.2
                                      62.166666666667

                                      Gameplay

                                      60 / 100

                                      Recht generisch in jeder Phase, immerhin spielen sich die fünf Klassen unterschiedlich.

                                        Story

                                        58 / 100

                                        Zombies, Post-Apokalypse und böse Wissenschaftler - nicht neu und nicht sonderlich spannend umgesetzt.

                                          Grafik

                                          71 / 100

                                          Viele dunkle, matschige Farben und Texturen, die sich ebenfalls durch ganze Spiel ziehen.

                                            Sound

                                            76 / 100

                                            Zombie-Sounds wirken passend, wenn auch hier mehr Abwechslung wünschenswert gewesen wäre.

                                              Umfang

                                              44 / 100

                                              Nur drei Stunden Spielzeit reichen bei weitem nicht, dafür gibt es ein paar Rollenspiel-Elemente und fünf verschiedene Klassen.

                                                Spielspaß

                                                64 / 100

                                                Solo fast nicht vorhanden, doch mit drei Freunden kommt immer wieder mal Spielspaß auf.

                                                  Positiv

                                                  • - bis zu vier Spieler im Multiplayer
                                                  • - fünf verschiedene Klassen

                                                  Negativ

                                                  • - generisches Gameplay
                                                  • - matschige Grafik
                                                  • - viele Bugs
                                                  • - Gold ist schnell sinnlos
                                                  • - End-Bosse nicht anspruchsvoll

                                                  Wenn ihr wissen möchtet, wie Hardbloxx Spiele bewertet, findet ihr unser Bewertungssystem hier.

                                                  Solltet ihr trotzdem Interesse an Trapped Dead: Lockdown haben, so könnt ihr den Titel bei Steam finden.

                                                  Euer Hardbloxx-Team

                                                  Test/Testbericht: Pixel Heroes: Byte & Magic

                                                  Erinnert ihr euch noch an die alten Rollenspiele von früher? Wobei „früher“ eine Zeit vor 20 bis 30 Jahren beschreibt, in denen Entwickler noch mit 8-bit Grafik und -Musik arbeiteten und durch ein tiefes Charakterdesign, eine unterhaltsame Story und bombastisch schwere Kämpfe überzeugen konnten? Nein? Das macht nichts, denn Pixel Heroes: Byte & Magic möchte euch noch einmal die Nostalgie erleben lassen und mit viel Humor und gutem Gameplay die alten Zeiten erneut aufleben lassen. Ob das auch so funktioniert, haben wir herausgefunden und im folgenden Test für euch festgehalten.

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Nostalgie pur

                                                  Wenn man sich die alten Spiele von früher heute noch einmal vor Augen führt, so stellt man schnell große Parallelen zu Pixel Heroes: Byte & Magic fest: Die Grafik ist nicht besonders berauschend und recht einfach gehalten. Dafür steht jedoch vor allem die Geschichte – oder in diesem Fall die humorvolle Art der Erzählung – im Vordergrund. Eine wirkliche Story mit rotem Faden oder ähnliches gibt es allerdings nicht. Stattdessen wählt ihr zunächst in der Taverne (denn wo sollten sich arbeitslose Helden sonst herumtreiben?) drei mutige Charaktere aus, mit denen ihr euer Abenteuer beginnt. Dazu habt ihr zunächst die Wahl zwischen einigen wenigen Klassen, die selbstverständlich ebenfalls den traditionellen Rollenspielen entsprechen und neben dem Krieger und dem Magier auch einen Priester und einen Dieb anbieten, aber auch noch einige weitere Klassen. Wenn ihr dann eure Gruppe zusammengestellt habt, könnt ihr in der kleinen Stadt, die eigentlich noch nicht einmal als Dorf durchgeht, eure erste Quest suchen. Tatsächlich gibt es dort anscheinend nur ungefähr sechs Gebäude, sodass man sich durchaus fragen kann, was das eigentlich für ein Ort ist – doch wer fragt in Fantasy-Rollenspielen schon nach Sinn? Stattdessen findet ihr einen dort lebenden Bewohner, der ein Ausrufezeichen aus dem örtlichen Ausrufezeichen-Shop mit sich herumträgt und hört euch dessen mehr oder weniger verrückte Geschichte an.

                                                  So dürft ihr zum Beispiel einem angehenden Helden helfen, der seine Unterhose verloren hat. Oder einem kleinen Mädchen, dessen Katze zu einem der gefährlichsten Orte der vorhandenen Welt gelaufen ist. Außerdem trefft ihr auf einen Magier, der seinen „Tabak“ verloren hat und der allgemein recht „gechillt“ wirkt und euch gerne an seinem „Tabak“ teilhaben lässt, wenn ihr Lust habt. Anhand dieser Zeilen merkt ihr sicherlich, dass sich Pixel Heroes: Byte & Magic nicht wirklich ernst nimmt und stattdessen den Fokus auf witzige Passagen legt. Diese ziehen sich durch das gesamte Spiel und sollen wiedergutmachen, dass keine richtige Story vorhanden ist.

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Das harte Leben eines Helden

                                                  Die Quests an sich laufen immer gleich ab: Zunächst nehmt ihr die Quest in der Stadt an und bewegt euch dann automatisch zu eurem Ziel. Auf dem Weg dorthin trefft ihr auf zwei bis vier Zwischenstopps, die euch entweder direkt in Kämpfe verwickeln oder eine Entscheidung von euch verlangen. Abhängig von der Entscheidung müsst ihr dann entweder kämpfen, bekommt einen Gegenstand oder etwas Erfahrung. Dabei trefft ihr jedoch nicht auf die üblichen 08/15-Events, sondern zum Beispiel auf einen Hund, der sich schnell als Köder eines großen Monsters herausstellt und in natürlicher Weise auf dem Monster gewachsen ist. Auch trefft ihr zum Beispiel auf Morpheus, der euch vor die Wahl stellt: Wollt ihr die blaue oder die rote Pille schlucken? Oder ihr trefft auf vier kleine Hobbits, die einen mächtigen Ring ins Feindesland bringen wollen und dabei eure Hilfe brauchen. Wie ihr seht, stehen auch hier die Kreativität und der Witz im Vordergrund und auch wenn die Events an sich nicht viel Interaktion erfordern, so sind sie doch durchaus unterhaltsam und haben einen gewissen Charme.

                                                  Nachdem ihr an eurem eigentlichen Ziel angekommen seid, müsst ihr euch dort durch acht Räume kämpfen, wobei im achten Raum immer der Endgegner wartet. In den vorherigen Räumen trefft ihr entweder auf drei Gegner oder auf ein weiteres Event, das ein bestimmtes Attribut – wie Stärke, Geschicklichkeit oder Glauben – in einer bestimmten Höhe verlangt, damit es erfolgreich abgeschlossen werden kann. Besitzt ihr keinen Charakter mit dem notwendigen Attribut, so könnt ihr oft diese Events einfach überspringen, bekommt dann jedoch natürlich nicht den Bonus-Loot. Habt ihr euch durch alle Räume gekämpft und den Endboss erledigt, so begebt ihr euch auf die Rückreise zum Questgeber, trefft erneut auf zwei bis vier Events und bekommt am Ende Erfahrung, Gold und meistens ein Item als Belohnung. Danach könnt ihr einen weiteren Questgeber finden oder die örtlichen Gebäude aufsuchen.

                                                  Letzteres ist besonders wichtig, denn sollten ein oder zwei Helden eurer Dreier-Party gestorben sein, so könnt ihr diese im Tempel wiederbeleben. Dort könnt ihr außerdem auch Heiltränke einkaufen, die euch auf euren Reisen gute Dienste erweisen. Die Schmiede ist nicht nur ein Ort, wo ihr Rüstung und Waffen kaufen könnt, sondern bietet sich auch perfekt als Geschäft für euren gesammelten Loot an. Außerdem findet ihr noch die Bank, die nun ein Casino ist, das jedoch niemals geöffnet hat. Natürlich könnt ihr auch die Taverne besuchen und dort gewisse alkoholhaltige Getränke genießen. Als letzter Ort bleibt euch die Bibliothek, in der ihr Zaubersprüche kaufen könnt. Habt ihr all diese Gebäude besucht, so bleibt euch nichts anderes übrig, als euch wieder auf den Weg zur nächsten Quest zu begeben.

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Erfahrung ist, wenn man überlebt

                                                  Ein Rollenspiel ist nur dann ein Rollenspiel, wenn man aufsteigen und die eigenen Charaktere verbessern kann. Für jeden Kampf und für jedes Event sowie für jede absolvierte Quest erhaltet ihr Erfahrungspunkte, die dazu führen, dass eure Helden im Level aufsteigen. Für jeden Level-Up erhaltet ihr dann zwei Skillpunkte, die ihr in die Attribute verteilen könnt. Investiert ihr Punkte in euer Leben, so werden – wer hätte das gedacht – eure Lebenspunkte erhöht. Stärke ist wichtig für Nahkampfangriffe und hilft bei der Verteidigung gegen physische Attacken. Geschicklichkeit ist hilft ebenfalls bei der Verteidigung und unterstützt zudem den Schaden, der durch Fernkampfwaffen erzielt wird. Intelligenz ist für jeden Magier wichtig, der mit seinen Fähigkeiten Schaden austeilen will und schützt außerdem vor gegnerischen magischen Attacken und mit Hilfe des Glaubens werden die Heil-Sprüche wesentlich effektiver. Dabei ist die Verteilung der Punkte natürlich davon abhängig, welcher Klasse der jeweilige Charakter angehört: Ein Priester braucht einen hohen Glauben, während ein Krieger vor allem Stärke und Leben braucht. Ein Bogenschütze hingegen sollte eher in Geschicklichkeit investieren.

                                                  Das Kampfsystem ist relativ simpel, enthält jedoch trotzdem eine gewisse taktische Komponente: Immer abwechselnd greifen eure Gruppe und die gegnerische Gruppe an. Eure Helden haben vier Angriffsmöglichkeiten, wobei zwei davon klassenspezifische Skills darstellen und sich niemals ändern werden. Außerdem haben diese Fähigkeiten eine Abklingzeit, sodass ihr sie nicht ständig einsetzen könnt, dafür sind sie im Gegenzug auch recht stark. Die anderen beiden Fähigkeiten sind mit Hilfe zweier Itemslots wechselbar und so könnt ihr dort Waffen oder Zaubersprüche halten, die ihr entweder in den Dungeons findet oder selbst einkauft. Nachdem ein Held angegriffen hat, muss er eine Runde aussetzen – es sei denn, er ist der einzige Überlebende der Party. Außerdem finden Kämpfe in einer Reihe statt. Das heißt, dass ihr ganz vorne am besten euren Schwertkämpfer stehen habt, denn dieser hat nur eine begrenzte Reichweite und kann auch nur den vordersten Feind angreifen. Im Gegenzug ist euer Priester oder Magier auf der letzten Position relativ sicher, denn die meisten Angriffe treffen nur die vorderen Positionen. Außerdem gibt es verschiedene Elemente, die besonders stark gegen andere Elemente sind, aber im Gegenzug auch besonders schlecht gegen ein anderes Element funktionieren. Dadurch gibt es weitere taktische Möglichkeiten in der Wahl eurer Waffen und Zaubersprüche.

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Achtung vor den Verfehlungen

                                                  Natürlich erhaltet ihr neben Erfahrungspunkten auch immer wieder Gold. Allerdings verliert dieses sehr schnell an Wert, denn ihr verkauft nach jedem Quest alle überschüssigen Gegenstände und das sind im Normalfall viele. Im Gegenzug kauft ihr jedoch maximal ein paar Tränke und das eine oder andere Rüstungsteil oder mal eine Waffe, doch grundsätzlich gebt ihr kaum Gold aus. So häuft sich dieses schnell an, aber hat keinen weiteren Zweck. Das ist nicht die einzige ungünstige Verfehlung in Pixel Heroes: Byte & Magic, auch das Inventar ist einfach nicht funktional: Ihr könnt genau zwanzig Gegenstände mit euch führen. Davon sind in der Regel schon zwei Plätze für Tränke reserviert. Nach jedem Kampf findet ihr mindestens zwei, oftmals auch mehr Gegenstände. Da ihr jedoch nicht einfach während eines Quests zurück in die Stadt könnt und ja mindestens acht Räume mit genauso vielen Kämpfen durchqueren müsst und dazu oftmals auch noch Kämpfe auf dem Weg zum Quest oder auf dem Weg zurück zum Questgeber absolviert, bleibt euch schnell keine andere Möglichkeit, als viele der Gegenstände einfach wegzuschmeißen. Natürlich findet ihr auch sehr viele wertlose Gegenstände, doch irgendwie fühlt es sich falsch an, diese wegzuwerfen. Ebenfalls recht nervig ist, dass ihr nicht zwischenspeichern könnt: Sollte einer eurer Helden zum Beispiel im dritten Raum sterben, so müsst ihr versuchen, mit den übrigen beiden Helden die Quest zu beenden und euch bis Raum acht durchschlagen. Sterben eure Helden auf dem Weg dorthin, habt ihr eben Pech gehabt und müsst das Spiel neu starten.

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte and Magic

                                                  Persönliches Fazit

                                                  Es ist ganz klar, dass Pixel Heroes: Byte & Magic versucht, den alten Spielen nachzueifern. Das schafft es jedoch nicht einmal im Ansatz, denn früher wurde viel Wert auf die Geschichte gelegt und dieses Rollenspiel besitzt eigentlich keine. Auch das Charakter-Design ist viel zu flach und die Kämpfe sind nicht besonders schwer, sobald man einmal herausgefunden hat, worauf es eigentlich ankommt. Es gibt einige Fehler im Gameplay, wie zum Beispiel das viel zu kleine Inventar oder Gold, das man eigentlich nicht wirklich braucht. Doch trotzdem schafft das Spiel es, einen gewissen Charme zu versprühen. Das mag an der 8-Bit-Grafik liegen, die einfach nostalgisch wirkt. Oder an der Musik und der Soundkulisse, die perfekt zum Ambiente passen. Vielleicht auch den lustigen Events und humorvollen Mini-Geschichten, die überall zu finden sind. Trotzdem muss man ganz klar festhalten, dass man Spieltiefe vergebens suchen würde. Wer also nach einem Rollenspiel mit Tiefgang sucht, der sollte lieber die Finger davon lassen. Wer jedoch einen Titel möchte, der zwar im optischen Stil der 80er und 90er Jahre gehalten ist, sich jedoch eher auf casual-lastiges Spielen konzentriert, der kann getrost zugreifen.

                                                  Pixel Heroes: Byte & Magic

                                                  Pixel Heroes: Byte & Magic
                                                  69.3
                                                  69.333333333333

                                                  Gameplay

                                                  71 / 100

                                                  Recht flach gehalten, aber mit einigen spannenden Passagen.

                                                    Story

                                                    50 / 100

                                                    Nur kleine Story-Stränge ohne roten Faden.

                                                      Grafik

                                                      72 / 100

                                                      8-Bit-Grafik ist wohl einfach eine Frage des Geschmacks.

                                                        Sound

                                                        75 / 100

                                                        Ähnlich wie die Grafik wird auch die Soundkullisse nicht jedem gefallen

                                                          Umfang

                                                          70 / 100

                                                          Einige Helden, weitere zum Freischalten und ein paar Quests reichen für ungefähr sechs Stunden Spielzeit

                                                            Spielspaß

                                                            78 / 100

                                                            Die Kämpfe machen Spaß und die humorvolle Art gefällt.

                                                              Positiv

                                                              • - 8-Bit-Grafik
                                                              • - Humorvolle Dialoge
                                                              • - Witzige Geschichten
                                                              • - Gutes Kampfsystem mit verschiedenen Elementen

                                                              Negativ

                                                              • - Gold schnell wertlos
                                                              • - Inventar zu klein
                                                              • - Keine Speichermöglichkeiten zwischendurch

                                                              Wenn ihr wissen möchtet, wie Hardbloxx Spiele bewertet, findet ihr unser Bewertungssystem hier.

                                                              Ihr findet Pixel Heroes: Byte & Magic bei Steam.

                                                              Euer Hardbloxx-Team

                                                              Test/ Testbericht: Blackguards 2

                                                              Daedalic öffnet erneut die Tore nach Aventurien, der Welt des Schwarzen Auges. Der Vorgänger gilt als harte Nuss, selbst für Taktik-Fans und nicht zuletzt sorgte vor allem das hohe Zufallselement stellenweise für großen Frust. Der Versuch, das hochkomplexe und umfangreiche Pen-and-Paper-System von DSA in einem PC-Spiel zu verpacken ist nicht überall geglückt. Hier will Daedalic deutlich an den Stellschrauben gedreht haben. Ob das gelungen ist? Lest es in unserem Testbericht.

                                                              So werden Schurken geschmiedet

                                                              Anders als im Vorgänger könnt ihr diesmal nicht selbst einen Charakter erstellen, sondern bekommt eine Figur vorgegeben. Die hat es allerdings in sich!

                                                              Als die Herrscherin Cassia sich eines Tages unversehens nicht in ihrem weichen Bett, sondern einem modrigen Verließ wiederfindet, wird sie nur von einem einzigen Gedanken beherrscht – warum? Warum ließ ihr Gemahl Marwan sie in dieses Labyrinth voller Spinnen und Dunkelheit werfen? Und vor allem: Wie kann sie von hier entkommen, bevor das Spinnengift sie dahinrafft oder sie ihren Verstand kostet?

                                                              Unermüdlich streift Cassia durch die alten Gewölbe, auf der Suche nach einem Ausgang. Eines Tages stolpert sie über das Buch „Der gute Herrscher“, ihre fortan einzige Beschäftigung. Vier Jahre später haben Spinnengift, Buch und Isolationshaft ihre Spuren an ihr zurückgelassen und als Cassia schließlich aus dem Labyrinth entkommen kann, will sie nur noch Rache. Rache und die Herrschaft über das ganze Land. Doch ohne Armee kann sie den Haifischthron nicht zurückerobern und so macht sie sich auf die Suche nach den verbliebenen Bezwingern der Neun Horden.

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Bekannte Gesichter

                                                              Alsbald gesellen sich zu der leicht verrückten Cassia noch drei bekannte Charaktere aus dem Vorgänger. Zwerg Naurim, der inzwischen faul in Gold badet, Magier Zurbaran, den Cassia für einen lausigen Heller auf dem Sklavenmarkt kauft, sowie Waldmensch Takate, der in seinem Stamm ein gottähnliches Dasein führt, das ihn allerdings tödlich langweilt, machen die Heldengruppe schließlich komplett. Der Feldzug gegen Thronräuber Marwan kann beginnen.

                                                              Auch Blackguards 2 ist ein waschechtes Taktik-Rollenspiel. Zu Beginn vermittelt ein Tutorial schrittweise die notwendigen Kniffe, allerdings kann das für Neueinsteiger ziemlich erschlagend sein. Über einen Charakterbogen können die jeweiligen Fertigkeiten mit im Kampf verdienten AP freigeschaltet und gesteigert werden. Anders als beim Vorgänger können die Punkte nun allerdings nicht mehr in die Grundwerte des Charakters wie Stärke, Gewandtheit, Charisma und co. investiert werden. Stattdessen gibt es zusätzlich zu „Waffentalente“, „Talente“, „Zauber“ und „Sonderfertigkeiten“ noch die Registerkarte „Spezialmanöver“. Unter den Waffentalenten kann die Fertigkeitenstufe für die einzelnen Waffen wie Dolch, Zweihandwaffe, Schwert, Bogen oder Armbrust eingestellt werden. Dabei können die Punkte auch nach Offensive und Defensive gewichtet werden. Unter den Talenten finden sich Eigenschaften wie Körperbeherrschung oder Sinnenschärfe, was passive Fähigkeiten steigert, sodass der Charakter beispielsweise weniger leicht umgeworfen werden kann oder Fallen innerhalb eines gewissen Radius entdecken kann. Spezialmanöver bezeichnet besondere Angriffe wie einen Wuchtschlag oder den Fernschuss, während unter Sonderfertigkeiten Talente aufgelistet sind, die Grundwerte beeinflussen wie Ausdauer, Initiative oder Lebensenergie. Mit der neu hinzugekommenen Ausdauer können Spezialattacken ausgeführt werden.

                                                              Während Takate, Naurim und Zurbaran in ihrer Laufbahn schon festgelegt sind, können die Spieler Cassia so ausbauen, wie sie ihnen am besten gefällt. Taffe Kriegerin, gewiefte Schurkin oder beeindruckende Zauberin – alle Möglichkeiten stehen offen. Einmal vergeben können Punkte nicht mehr zurückgenommen werden. Wer sich verskillt, hat also Pech gehabt.

                                                              Im späteren Spielverlauf bekommt ihr diverse Einheiten und besondere Charaktere dazu, die ihr entsprechend ausrüsten könnt.

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Flexible Kampagne

                                                              Der Verlauf der Geschichte ist an sich zwar ähnlich geradlinig wie im Vorgänger, allerdings stehen euch bei der Planung des Feldzuges mehr Möglichkeiten offen, wie ihr die Sache angehen wollt. Von Stützpunkt zu Stützpunkt könnt ihr euch in einer relativen freien Bahn vorarbeiten. Dabei ist es sinnvoll, sich vorher genau umzuhören, um wertvolle Tipps für die nächste Schlacht zu sammeln. So kann euch euer Spitzel Ritz beispielsweise über einen unscheinbaren Hintereingang zu einer gut bewachten Festung informieren oder eine Geisel verrät euch, welche Gegnertypen im kommenden Gefecht auf euch lauern. Eroberte Stützpunkte bringen neue Ausrüstung oder andere Boni für Cassias Stumme Legion.

                                                              Immer wieder stehen Cassia auch verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die den Verlauf des Spiels beeinflussen können. So könnt ihr beispielsweise eine Geisel nach der Befragung freilassen oder sie umbringen. Einige Freigelassene können sich dankbar zeigen. Andere stehen euch anschließend vielleicht wieder in einer Schlacht gegenüber.

                                                              Die Schlachten selbst finden in großen Arealen statt, die in Hexfelder unterteilt sind. Unterschiedliche Terrainhöhen, zerstörbare Kisten und interagierbare Dinge wie Kronleuchter oder Trittschalter verleihen dem Level taktische Tiefe. Pro Zug können die Charaktere sich eine gewisse Anzahl Felder weit bewegen und eine Aktion ausführen. Alternativ können sie auch größere Strecken zurücklegen, verzichten dafür dann aber auf eine Aktion. Figuren können hinter Kisten in Deckung gehen, morsche Balken zerschlagen und damit Teile der Decke zum Einsturz bringen oder Öllachen entzünden. Es gilt also, stets die Umgebung im Auge zu behalten.

                                                              Die Spielfelder sind sehr unterschiedlich und selbst im gleichen Setting hat man nie das Gefühl, die gleiche Karte vor sich zu haben. Durch Fallen und gut platzierte Kisten oder Fässer muss stets aufs Neue eine Taktik zurechtgelegt werden. Die KI legt ein eher wechselhaftes Verhalten an den Tag. Nutzt sie manchmal geschickt Fallen oder benutzbare Umgebung, so wechselt sie ein anderes Mal plötzlich das aktuelle Ziel und gewährt einem so auf einmal Vorteile. Allerdings hat es nach wie vor keinen Einfluss, ob der Gegner mit dem Rücken oder dem Gesicht zu euren Figuren steht – beim betreffenden Zug dreht er sich automatisch um.

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Abwechslungsreiche Missionen

                                                              Zu Beginn laufen die Kämpfe recht geradlinig ab und sind reiner, berechenbarer Schlagabtausch, der sehr zäh werden kann, insbesondere wenn ihr einer Übermacht gegenübersteht. Erst später mit den Spezialattacken wie Niederwerfen oder Parade bekommt der Rundenablauf mehr Tiefe und lässt sich besser gestalten.

                                                              Häufig besteht das Primärziel einer Mission nicht darin, alle Feinde vom Feld zu fegen, sondern Gefangene zu befreien oder Türen für nachrückende Truppen zu öffnen. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Zufallselement deutlich verringert worden, was die Kämpfe deutlich planbarer macht. Außerdem können auf Wunsch Sichtkegel, Trefferchance und Reichweite von Fernangriffen eingeblendet werden, was das Kampfgeschehen übersichtlicher gestaltet. Dennoch müssen Partien teilweise mehrfach gespielt werden, da sich erst in der Runde offenbart, dass trotz Information die falschen Truppen mitgenommen wurden oder Ähnliches. Auch gespeichert werden kann nicht innerhalb der Kämpfe, was gerade bei längeren Episoden etwas ermüdend ist. Innerhalb der Kämpfe können zusätzliche Ziele aufkommen oder es gilt, im Lauf der Partie Schatztruhen einzusammeln. Beides bringt nach Abschluss der Mission zusätzliches Gold oder Ausrüstungsgegenstände ein.

                                                              Die Gegnertypen sind abwechslungsreich: Von Bogenschützen zu Goblins, Magiern oder übergroßen Kreaturen ist die Bandbreite recht groß und verlangt beim Taktieren einiges ab.  Hinzu kommen ab und zu auch fordernde Bosskämpfe.

                                                              Neben der Hauptstory bieten sich auch immer wieder Gelegenheiten für kleine Streifzüge außerhalb der Kampagne, in denen Beute eingesackt und weitere Erfahrungspunkte gesammelt werden können. Wer Wert auf passende Rüstungssets legt, wird hier fündig. Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es hier auch keine Gewichtsbegrenzung mehr im Inventar, sodass massig Platz für Loot ist. Die Hauptstory sollte Spieler vom Umfang her etwa 20 Stunden lang beschäftigen. Wer alles erkundet und jede Nebenmission mitnimmt, kann noch einmal bis zu zehn Stunden mehr aufschlagen.

                                                              Abseits von den Schlachtfeldern können auch das Lager und diverse Städte aufgesucht werden. Hier finden sich Händler, Lehrmeister und manch aufschlussreiche Gelegenheit für einen Dialog. Über eine übersichtliche Karte könnt ihr die Stützpunkte einzeln ansteuern und überlegen, welche Route ihr als nächstes einschlagt. Das große Ziel des Feldzuges ist natürlich die Hauptstadt des Emirats, in der Cassias nicht ganz so liebevoller Gatte wartet.

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Atmosphärisches Brettspiel

                                                              Optisch ist Blackguards 2 natürlich keine Wucht. Der Schwerpunkt liegt hier auf den Spielfeldern und ihrer Umsetzung. Auch wenn die Charaktere grafisch etwas plump wirken, so sind beispielsweise die Lichteffekte doch sehr hübsch umgesetzt. Abgesehen von den Schlachtfeldern gibt es allerdings nicht viel zu entdecken. Die besuchbaren Städte bestehen aus einer, eventuell zwei Standbildchen mit wenig Bewegung. Bei den Dialogen bewegen sich die Charaktere nur geringfügig, während ihr Text ein unbewegliches Charakterportrait ziert. Die Sprecher sind allerdings ziemlich hochkarätig und insbesondere der durchgeknallten Cassia hört man einfach gerne zu. Die Dialoge selbst sind für einen Genre-Mix, der „Rollenspiel“ im Namen trägt, zwar relativ flach, erfüllen aber ihren Zweck und vermitteln gut die düstere Stimmung der Geschichte.

                                                              Die Nebenfiguren bleiben verhältnismäßig farblos und zusätzlich zu ihnen könnt ihr noch eine ganze Horde an austauschbaren Söldnern in die Schlacht werfen. Ihr Verlust wirkt sich in den Runden nicht negativ aus. Entsprechend können sie ruhig als Kanonenfutter verwendet werden. Vor jeder Runde könnt ihr die Einheiten auswählen, die ihr mit in den Kampf nehmen möchtet, seien es Bogenschützen, Speerträger, Schwertkämpfer Hexen oder Assassinen.

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Blackguards 2

                                                              Persönliches Fazit

                                                              Mit dem Einstieg in Blackguards 2 habe ich mich etwas schwer getan. Viele Textboxen und der umfangreiche Charakterbogen waren zu Beginn mehr Hindernis als Hilfe, doch nach ein, zwei Kämpfen hat man den Bogen meist raus, auch wenn man den Vorgänger nicht gespielt hat. Auch in die Geschichte kommt man gut rein, nicht zuletzt auch wegen der gut gewählten Sprecher, die einen guten Job machen, auch wenn die Nebenfiguren nicht gerade durch Facettenreichtum glänzen. Besonders gut gefallen hat mir allerdings die Hauptfigur. Cassia mag vielleicht kein strahlender Paladin sein, doch gerade ihre verrückte, teils grausame, teils intrigante Art macht einfach unheimlich Spaß und ist weit überzeugender als manch weißer Ritter in goldener Rüstung.

                                                              Blackguards 2

                                                              81.5
                                                              81.5

                                                              Gameplay

                                                              80 / 100

                                                              textlastiger Einstieg, ansonsten aber recht übersichtlich

                                                                Story

                                                                87 / 100

                                                                glaubwürdige Protagonistin, gutes Erzähltempo

                                                                  Grafik

                                                                  75 / 100

                                                                  abwechslungsreiche Spielfelder, ansonsten eher Papp-Kulissen

                                                                    Sound

                                                                    80 / 100

                                                                    stimmige Musik, sehr gut vertonte Dialoge

                                                                      Umfang

                                                                      85 / 100

                                                                      Hauptkampagne mit 20 Stunden Umfang plus Nebenmissionen

                                                                        Spielspaß

                                                                        82 / 100

                                                                        gerade genügend Freiraum, eine wunderbar wahnsinnige Heldin und sinnvolles Gameplay

                                                                          Positiv

                                                                          • - guter Umfang für den Preis
                                                                          • - tolle Protagonistin
                                                                          • - weniger Zufall, dafür mehr Kontrolle

                                                                          Negativ

                                                                          • - für Einsteiger etwas überfordernd
                                                                          • - wenig Animation

                                                                          Wenn ihr wissen möchtet, wie Hardbloxx Spiele bewertet, findet ihr unser Bewertungssystem hier.
                                                                          Euer Hardbloxx-Team

                                                                          Test/Testbericht: Dragon Age Inquisition

                                                                          Bioware ist heutzutage vor allem durch ihre zwei großen Spielereihen bekannt: Mass Effect und Dragon Age. Beide Franchises teilen sich das Konzept, Rollenspiele mit taktischen Kämpfen zu kombinieren und eine Entscheidungsfreiheit zu geben, die schier unendlich scheint. Ihr neuster großer Titel Dragon Age Inquisition verfolgt weiterhin dieses Konzept. Es soll die besten Features von Dragon Age Origins und Dragon Age 2 kombinieren, um ein langes Spielvergnügen zu bieten. Ob der dritte Teil der Dragon-Age-Reihe genau das hält, was im Voraus versprochen wurde, erfahrt ihr in unserem Testbericht der PC-Version von Dragon Age Inquisition.

                                                                          DragonAgeInquisition-1
                                                                          DragonAgeInquisition-2

                                                                          Willkommen in Thedas

                                                                          Startet ihr das Spiel, lächelt euch zuerst einmal die umfangreiche Charaktererstellung entgegen. Nachdem ihr euch zwischen der Rasse der Menschen, Elfen, Zwergen und Qunari für euren Hauptcharakter entschieden und eine der drei Klassen Magier, Krieger oder Schurke mit jeweiligem Waffenset, sowie natürlich das Geschlecht gewählt habt, könnt ihr das Gesicht des Helden nach euren Wünschen anpassen. Zwar lässt sich auch wirklich nur das Gesicht ändern, jedoch bietet euch der Editor eine riesige Palette an Anpassungsmöglichkeiten, die euch die perfekte Figur erstellen lassen. Die Welt von Dragon Age Inquisition umschließt diesmal den Süden Thedas, und damit sowohl das bereits bekannte Ferelden sowie das im Südwesten gelegene Orlais. Durch die Geschehnisse in Dragon Age 2 ist der Krieg zwischen den Magiern und den Templern in ganz Thedas entfacht. Zudem wird die Welt auch noch von einem riesigen Riss im Himmel geplagt, der Dämonen in die Welt strömen lässt. Und genau bei diesem Riss wird euer Held durch Cassandra Pentaghast und ihre Verbündeten gefunden. Sie entdecken bei euch eine Kraft, die anscheinend mit der Kraft des Risses zusammenhängt und schöpfen den Verdacht, dass ihr den Riss geöffnet oder etwas damit zu tun habt. Der Magier Solas entdeckt jedoch, dass ihr eure Kraft dazu nutzen könnt, die überall in der Welt geöffneten Risse wieder zu verschließen. Gebunden an diese Kraft, baut Cassandra mit Hilfe ihrer Verbündeten eine Allianz, um euren Helden herum auf, die bald zu einer Inquisition ernannt wird.

                                                                          DragonAgeInquisition-3
                                                                          DragonAgeInquisition-4

                                                                          Taktische Finesse oder Blitzgewitter?

                                                                          Die weitläufigen Gegenden in Dragon Age Inquisition erkundet ihr in einer Gruppe von vier Helden. Ihr könnt also aus eurer anwachsenden Anzahl an möglichen Begleitern jeweils drei mitnehmen, die ihr in Lagern oder bei Kartenwechsel jederzeit beliebig austauschen könnt. Insgesamt acht Fähigkeiten könnt ihr maximal mitnehmen, die ihr vorher in den vier zu Beginn zur Verfügung stehenden Talentbäumen, die sich je nach Klasse unterscheiden, freischalten könnt. Beim Magier habt ihr zum Beispiel die Wahl zwischen den Elementen Winter, Sturm, Inferno und Geist, der Krieger kann wahlweise mit einem Zweihänder oder einer Einhandwaffe und Schild kämpfen, und der Schurke wechselt zwischen Bogenkampf und zwei Dolchen. Je nach Klasse habt ihr die Ressource Mana oder Energie. Zusätzlich erhaltet ihr später noch eine weitere Ressource, die durch Kombinationen eurer Teammitglieder und Angriffen aufgebaut wird und mit der ihr eure Kräfte durch das Mal benutzen oder spezielle, sehr starke Klassenfähigkeiten verwenden könnt. Im Kampf könnt ihr jederzeit die Kontrolle über jeden eurer Begleiter übernehmen oder ihnen im taktischen Modus ohne Zeitdruck Befehle geben. Ihr könnt den Kampf ebenfalls pausieren, um euch einen Überblick über die Situation zu schaffen oder den einen oder anderen Heiltrank zu verwenden. Das Spiel kann in vier Schwierigkeitsgraden gestartet werden, die nicht während des Spiels geändert werden können. In den Schwierigkeitsgraden „Leicht“ und „Normal“ werdet ihr allerdings überwiegend auf das relativ actiongeladene Kampfsystem zurückgreifen können, indem ihr mit einem Tastendruck einen normalen Waffenangriff startet oder über die Aktionstasten die Fähigkeiten benutzt. Dennoch muss man später im Spiel relativ häufig das Spiel kurz anhalten, um einen Trank zu verwenden, da die Gegner eure Helden sonst mit einem Angriff umhauen. Zusätzlich zu den Schwierigkeitsgraden kann man im Optionsmenü außerdem noch Friendly Fire aktivieren, sodass Flächenangriffe der eigenen Gruppenmitglieder euch selbst oder euren Begleitern Schaden zufügen.

                                                                          DragonAgeInquisition-5
                                                                          DragonAgeInquisition-6

                                                                          Ausrüsten und Umrüsten

                                                                          Während ihr in den Gebieten Thedas eure Aufgaben erledigt, kommt ihr immer wieder an sammelbaren Pflanzen und Erzen vorbei. Auch Gegner lassen unter anderem Stoffe und Felle fallen. Mit diesen Materialien könnt ihr in eurer Festung Waffen und Rüstungen bauen, für die ihr vorher die passende Anleitung gefunden habt. Anleitungen können, ebenso wie die Materialien, bei Gegnern oder in der Welt gefunden werden. Je nach benutztem Fell, Stoff oder Erz erhalten die Waffen und Ausrüstungen dann verschiedene Werte, die eure Charaktere oder eure Begleiter stärken. So erhöht sich zum Beispiel der Schaden der Waffenangriffe, Gegner werden manchmal betäubt oder ihr teilt mit eurem Schwert Frostschaden aus. Bereits vorhandene Waffen und Ausrüstungen können mit erstellten Waffengriffen, Arm- und Beinschienen oder Runen verbessert werden. Die gefundenen Pflanzen können in Heiltränke oder Wurfgefäße investiert werden, wodurch diese auch verbessert werden. Abgesehen von der Ausrüstung könnt ihr eure Begleiter auch andersweitig anpassen. Talentpunkte lassen sich frei in den jeweiligen Talentbäumen verteilen, Tränke lassen sich in den Trankslots ausrüsten und ihr könnt den Begleitern Taktiken geben, die unter anderem festlegen, wann ein Trank benutzt, wann welche Fähigkeit gewirkt, oder wann welcher Gegner gefokust wird. Im Verlauf des Spieles erhalten eure Verbündeten dann noch ihren Spezialisierungsbaum, in dem ihr ebenfalls Punkte investieren könnt.

                                                                          DragonAgeInquisition-7
                                                                          DragonAgeInquisition-8

                                                                          Gesellige Nachbarn

                                                                          Wie auch schon in den Vorgängern benutzt Dragon Age Inquistion ein Ringmenü als Dialogsystem, in dem ihr aus verschiedenen Emotionen, Aussagen oder Meinungen die zu eurem Charakter passende Auswahl in Gesprächen wählen könnt. Je nach Gesprächspartner beeinflusst die Wortwahl dabei die Meinung des Partners über euch und kann zum Beispiel dazu führen, dass ihr mit ein wenig Geduld eine Liebesbeziehung mit einem Menschen, Zwerg, Elf oder Qunari eingehen könnt. Dabei ist das Geschlecht weitestgehend egal, allerdings kommen nur bestimmte Personen für eine Beziehung in Frage. Entscheidungen können auch Aufgaben oder sogar ganze Questreihen beeinflussen. So habt ihr einmal zu entscheiden, euch mit den Magiern oder den Templern zu verbünden und diese Entscheidung kann dann auch nicht mehr zurückgenommen werden. Je nach dem, mit welcher Gruppe ihr ein Bündnis eingegangen seit, greift euch kurz darauf die jeweilige andere Gruppe an. Einen direkten Einfluss auf das Ende haben die Entscheidungen jedoch nicht. Sie verändern nur den Weg, den ihr euch durch das Spiel bahnt.

                                                                          DragonAgeInquisition-9
                                                                          DragonAgeInquisition-10

                                                                          So viel zu tun

                                                                          Wer ein Freund von Sammelaufgaben, versteckten Gegenständen und Nebenmissionen ist, für den ist Dragon Age Inquisition wohl ein Paradies. Neben der sehr ausführlichen und langwierigen Hauptstory könnt ihr euch mit den Nebenmissionen, bei denen ihr unter anderem magische Splitter einsammeln, Bücher oder Briefe suchen oder Pflanzen und Erze farmen müsst, eine sehr lange Zeit beschäftigen. So findet ihr in fast jedem Gebiet Scherben, die ihr benutzen könnt, um in einem speziellen Gebiet Türen zu öffnen und Belohnungen zu ergattern. Außerdem bekommt ihr Inquisitionserfahrung für viele Missionen. Habt ihr genug davon gesammelt, steigt eure Inquisition in der Stufe auf, und ihr erhaltet einen Inquisitionspunkt. Diesen könnt ihr auf dem Kartentisch verwenden, um zum Beispiel eure begrenzte Taschengröße zu verbessern, spezielle Fundstellen auf der Karte sichtbar zu machen oder Trankplätze freizuschalten. Im Spielverlauf bekommt ihr außerdem noch eine Quest, in der ihr euch zwischen drei für eure Klasse wählbaren Spezialisierungen entscheiden könnt. Danach könnt ihr als Magier zum Beispiel die Kräfte des ritterlichen Verzauberers nutzen, um ein magisches Schwert zu schwingen und euch dabei in Magieschilde einhüllen. Aber auch Abseits von den Kämpfen habt ihr im dritten Teil der Dragon-Age-Reihe einiges zu tun. So könnt ihr eure Basis nach euren Wünschen anpassen, euch Ausrüstungen und Waffen schmieden und verbessern, selber einen Kräutergarten anpflanzen oder ein Rennen mit eurem Reittier bestreiten. Neue Gebiete schaltet ihr durch einen Kartentisch in eurer Festung frei. Dort könnt ihr mithilfe eurer Inquisitionsmacht, die ihr durch Missionen und geschlossene Risse ansammelt, euren Begleitern Missionen erteilen. Nach einer bestimmten Zeit kommen diese dann wieder und bringen euch Gold und Gegenstände mit oder entdecken ein neues begehbares Gebiet. Die Gebiete selbst könnt ihr jederzeit durch das Schnellreisesystem wechseln, eine freie Welt gibt es jedoch immer noch nicht.

                                                                          DragonAgeInquisition-11
                                                                          DragonAgeInquisition-12

                                                                          Gemeinsam stark

                                                                          Als erster Teil der Dragon-Age-Reihe bietet Inquisition auch einen Multiplayermodus. Mit drei weiteren Spielern kämpft ihr euch dort durch Horden von NPC-Gegnern und sammelt Gold und Gegenstände ein, um euren vorgefertigten, gewählten Charakter nach euren Wünschen anzupassen oder neue Charaktere freizuschalten. In diesem Modus sind die Talentbäume ein wenig an das Multiplayerspiel angepasst worden. Außerdem könnt ihr nur vier der acht Fähigkeitsslots benutzen. Auch der taktische Anteil des Spieles geht hier verloren, da ihr keine taktische Ansicht benutzen oder kurz pausieren könnt. Mit Gold könnt ihr euch auch Truhen kaufen, die ebenfalls neue Ausrüstungsteile oder Tränke beinhalten. Wer jedoch nicht ganz so geduldig ist, kann sich auch im Ingameshop für Echtgeld die dazugehörige Premiumwährung kaufen, um sich Truhen zu holen. Nicht benötigte Gegenstände können eingeschmolzen werden, um Materialien für neue Rüstungen und Waffen zu erhalten, die ihr an euren Charakter anlegen könnt, um ihn zu verstärken. Leider kann man sein eigenes Mikrofon in der Lobby und im Spiel nicht muten, und muss die anderen Teamkollegen manuell stummschalten. Deswegen kommt es häufig vor, dass jemand einem erstmal gehörig ins Ohr atmet oder Musik ertönt, ehe ihr den Ton eurer Gruppenmitglieder abschalten könnt. Auch ist das ganze Multiplayerspiel etwas ruckelig. Mehr als einmal kam es vor, dass die Bewegung des Charakters nicht wirklich flüssig wiedergegeben wurde, während die anderen Mitspieler ohne Probleme dargestellt wurden.

                                                                          DragonAgeInquisition-13
                                                                          DragonAgeInquisition-14

                                                                          Die Technik

                                                                          Der Soundtrack von Dragon Age Inquisition ist, wie schon bei den Vorgängern, sehr stimmig. Das Spiel ist voll vertont und die Synchronsprecher sind sehr gut ausgewählt worden. Die Grafik ist ebenfalls stimmig, frisst jedoch auf höheren Einstellungen sehr viel Leistung. Oft wird das Spielgeschehen durch leichtes Stottern oder kurzes Einfrieren unterbrochen, was jedoch im Großen und Ganzen nicht sonderlich negativ auffällt. Leider stürzte das Spiel jedes Mal ab, wenn man aus dem Spiel zurück auf das Hauptmenü wechselte. Die Zwischensequenzen laufen nur mit 30 FPS. Dies lässt sich jedoch mit einem kleinen Trick in der Verknüpfung des Spieles auf 60 FPS erhöhen. Solltet ihr jedoch den Multiplayermodus spielen wollen, solltet ihr diese Verknüpfung dann nicht benutzen, da es sonst zu starken Latenzproblemen und Darstellungsfehlern kommt. Auch die Steuerung für Tastatur und Maus ist sehr gut umgesetzt, einzig die Steuerung des Taktikmodus ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, soll jedoch mit einem Patch angepasst werden. An der Steuerung mit einem Gamecontroller ist nichts zu bemängeln. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, wie auch schon bei dem Vorgänger Dragon Age 2, die Spielstände der anderen Teile der Reihe zu importieren, um die Geschichte nach den gewählten Entscheidungen anzupassen. Wer die vorherigen Teile nicht gespielt hat, hat die Möglichkeit, über Biowares Internetseite eine eigene Spielwelt zu gestalten und diese in Inquisition einzubinden.

                                                                          DragonAgeInquisition-15
                                                                          DragonAgeInquisition-16

                                                                          Persönliches Fazit

                                                                          Als eingefleischter Rollenspielfan und Fan von Dragon Age ist Dragon Age Inquisition für mich ein Highlight des Jahres gewesen – und ich wurde nicht enttäuscht. Etliche Spielstunden lang lässt das Spiel einem nach dem Starten nicht mehr aus dem Bann. Die unglaublich weitreichenden Möglichkeiten zur Gestaltung des Charakters, des Spielgeschehens und der Verbindung zu den Begleitern ist einfach klasse aus den Vorgängern übernommen und verbessert worden. Auch bietet Inquisition noch mehr Möglichkeiten, sich abseits von der Hauptstory zu beschäftigen. Es erwarten einen viele Spielstunden, bevor man auch nur ansatzweise ein Teil des Spieles beendet hat. Die kleinen Grafikruckler und Abstürze sind zwar nervig, allerdings bei der Qualität des Spieles zu ertragen. Leider sind die Ladezeiten teilweise wirklich immens lange. Einzig der Multiplayermodus hinterlässt nicht wirklich einen guten Eindruck, da er schon nach zwei Spielrunden sehr eintönig wirkt. Auch die Reduzierung auf ein sehr vereinfachtes Kampfsystem tut der Sache nicht wirklich gut. Nichtsdestotrotz punktet Dragon Age dafür mit dem umfangreichen Singleplayer.

                                                                          Dragon Age Inquisition - PC

                                                                          ab 42,99€
                                                                          Dragon Age Inquisition - PC
                                                                          88.2
                                                                          88.166666666667

                                                                          Gameplay

                                                                          85 / 100

                                                                          Kampfsystem übernimmt die besten Teile aus beiden Vorgängern, kaum Bugs zu finden, alleinig der Multiplayer etwas langweilig

                                                                            Story

                                                                            90 / 100

                                                                            Ausführlich ausgearbeitete und anschauliche Story, in der der Spieler selbst Entscheidungen treffen kann.

                                                                              Grafik

                                                                              82 / 100

                                                                              Sehr stimmige, zur Atmosphäre passende und moderne Grafik, leider einige Ruckler und Stotterer

                                                                                Sound

                                                                                89 / 100

                                                                                Vollvertont, gute Synchronstimmen, sehr stimmiger Soundtrack und Effekte

                                                                                  Umfang

                                                                                  93 / 100

                                                                                  In Thedas ist immer etwas zu tun. Ob die sehr lange Hauptstory, oder die breite Auwahl an Nebenmissionen, versteckten Aufgaben und Sammelquests

                                                                                    Spielspaß

                                                                                    90 / 100

                                                                                    Rundum spaßige Kämpfe mit passenden Fähigkeiten, Dialoge und Quests bieten langanhaltenden Spielspaß, und es wird einem nicht so schnell langweilig.

                                                                                      Positiv

                                                                                      • - Umfangreiche Hauptstory
                                                                                      • - Massig Nebenmissionen
                                                                                      • - Sehr schöne Grafik
                                                                                      • - Taktisches, einfach zu erlernendes Kampfsystem

                                                                                      Negativ

                                                                                      • - Sehr lange Ladezeiten
                                                                                      • - Langweiliger Multiplayermodus
                                                                                      • - Teilweise Abstürze und Ruckler

                                                                                      Ihr könnt hier die Preise vergleichen. Wenn ihr wissen wollt, wie Hardbloxx.de Spiele bewertet, dann seht euch diese Seite an.

                                                                                      Euer Hardbloxx-Team
                                                                                      Testbericht erstellt von Hardbloxx.Darren

                                                                                      Test/Testbericht: World of Warcraft – Warlords of Draenor

                                                                                      Bereits seit zehn Jahren gibt es das Massively Multiplayer Online Role Playing Game World of Warcraft und in dieser Zeit hat es sich nicht nur zum beliebtesten Spiel seines Genres gemausert, sondern auch viele Standards für MMORPGs gesetzt. Mit Warlords of Draenor erscheint nun das bereits fünfte Add-On des Spiels, das mal wieder eine neue Geschichte mitsichbringt, das Max-Level anhebt und darüber hinaus viele weitere Inhalte freischaltet. Wir haben uns für euch die Nächte um die Ohren geschlagen und das Add-On von vorne bis hinten getestet. Wie es abgeschnitten hat, verraten wir euch in unserem Test.

                                                                                      Warlords-of-Draenor (17)
                                                                                      Warlords-of-Draenor (16)

                                                                                      Die Schwierigkeiten des Testens

                                                                                      Normalerweise erwähnen wir Probleme mit Servern in unseren Tests in einem Nebensatz und lassen uns nicht länger darüber aus – geschweige denn widmen dem einen ganzen Absatz. Aber mit dem Release von Warlords of Draenor gab es so große Probleme, die noch bis heute anhalten, dass man definitiv darüber reden muss. Das beginnt mit der Warteschlange, in die man kommt, wenn man sich in höher frequentierte Server einloggen möchte und die von einigen Minuten bis zu einer halben Stunde und darüber hinaus andauern kann. Konnte man dann endlich mal die Spielwelt betreten, die man ausgesucht hat, so dauert es zunächst ein paar Minuten, bevor die Umgebung selbst geladen wurde und jedes Mal, wenn man zum Beispiel die eigene Garnison betritt, erfolgt diese Ladezeit erneut. Dazu kommen immer wieder Server-Abstürze, die jedoch mittlerweile gefixt worden sind. Außerdem muss man immer damit rechnen, dass man mal kurz vom Server gekickt wird. Ach ja, und als wäre das nicht schlimm genug, so gibt es auch NPCs, die für Quests und ähnliches wichtig sind und einfach nicht im Spiel auftauchen wollen – bis heute gibt es zum Beispiel keinen Rüstmeister in unserer Garnison, obwohl wir dort Items abgeben müssen. Blizzard arbeitet seit dem Release fieberhaft an den Problemen und das merkt man auch, denn täglich kommen neue Hotfixes heraus, die einige Fehler beheben. Trotzdem hätten wir für einen gelungen Start doch wesentlich mehr erwartet, vor allem, nachdem die Beta bereits lange und ausgiebig lief.

                                                                                      Warlords-of-Draenor (21)
                                                                                      Warlords-of-Draenor (22)

                                                                                      Die verwirrende Welt der Kriegskunst

                                                                                      Die Story von Warlords of Draenor beginnt direkt nach den Ereignissen des vorherigen Add-Ons: In Mist of Pandaria kämpften Horde und Allianz Seite an Seite, um Garrosh Höllschrei als Kriegshäuptling zu entthronen und für seine Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen. Dies gelang auch und so wurde der Orc gefangen genommen und sollte vor Gericht gestellt werden. Allerdings konnte er fliehen und nutzte einen Zeitmanipulator, um in eine neue Welt zu gelangen, die als „Draenor“ bekannt ist. Eine Parallelwelt zur bekannten Scherbenwelt, auf der eine neue Zeitlinie entsteht, steht nun im Mittelpunkt. Denn Garrosh Höllenschrei hindert sein Volk dort daran, von der Brennenden Legion verdorben zu werden. Stattdessen übernimmt er dort selbst die Macht und gründet die Eiserne Horde. Das alles passiert ungefähr 35 Jahre vor der bereits bekannten Zeitebene. Nun versucht der Kriegsfürst zusammen mit anderen Häuptlingen, die er auf dem neuen Planeten zu einer Armee vereinigen konnte, nach Azeroth zu kommen und dort mit seiner neuen Armee den Planeten zu übernehmen. Natürlich könnt ihr das nicht zulassen und so werdet ihr ebenfalls nach Draenor geschickt, um dort erste Schritte gegen den Kriegsfürsten anzuleiten und in vielen Schlachten gegen die Eiserne Horde anzukämpfen.

                                                                                      Wie schon immer üblich für World of Warcraft gibt es also auch in Warlords of Draenor eine große Haupthandlung, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel zieht und vor allem in den Hauptquests sowie den Instanzen und später in den Raids eine Rolle spielt. Doch darüber hinaus findet ihr an jeder Ecke eine unzählige Anzahl an Nebenaufgaben, könnt eure Garnison ausbauen, seltene und besonders starke Monster jagen und besondere Items gewinnen, gegen andere Spieler vorgehen und noch viel, viel mehr erleben. Folgt ihr der Hauptstory, so kämpft ihr zunächst gegen die feindlichen Kriegsfürsten und dürft außerdem bei Schlachten mitkämpfen, bei denen sich das Schicksal von gleich mehreren Welten entscheiden wird. Wenn ihr möchtet, könnt ihr aber auch zunächst die neue Welt erkunden, denn wie für World of Warcraft typisch könnt ihr auch in Warlords of Draenor in der Theorie direkt zu Fuß oder per Reittier alle Gebiete erkunden – lediglich das Level der Monster bestimmt, ob ihr euch überall entlang wagen solltet oder lieber noch ein wenig abwartet. Fliegen ist übrigens nicht mehr möglich, was auch ganz sinnvoll ist, da sonst alles etwas zu einfach wäre. Neben der Hauptstadt Ashra gibt es so noch sieben weitere Gebiete zu erkunden, die euch locker mit 40 und mehr Stunden allein mit Quests beschäftigen werden. Außerdem gibt es wieder einzelne Questreihen, die von der Hauptstory abgehoben sind, euch jedoch trotzdem über mehrere Aufgaben hinweg beschäftigen und euch am Ende oftmals mit einem besonderen Item belohnen.

                                                                                      Warlords-of-Draenor (26)
                                                                                      Warlords-of-Draenor (33)

                                                                                      Eure eigene Garnison aufbauen

                                                                                      Zum ersten Mal seitdem es World of Warcraft gibt, wurde nun Housing implementiert – und zwar in Form der Garnison. Dabei handelt es sich um ein befestigtes Lager, das ihr während der Hauptstory aufbaut und das eure Basis auf dem Planeten Draenor ist. Dort könnt ihr eure Anhänger finden, bei denen es sich sozusagen um eure eigene kleine Armee handelt, Gebäude bauen und verbessern und außerdem eine Mine, einen Kräutergarten und einen Angel-See freischalten. In der Mine könnt ihr zum Beispiel täglich die neuen Erze abbauen, ohne dass ihr den Beruf des Bergbauers beherrschen müsst. Im Kräutergarten hingegen werden – wer hätte das vermuten können – die Kräuter der Expansion angebaut und auch die könnt ihr täglich abernten und entweder für Alchemie und Inschriftenkunde verwenden oder im Auktionshaus verkaufen. In eurer Garnison könnt ihr zudem viele verschiedene Gebäude bauen: Das beginnt mit Gebäuden für euren Beruf, in denen ihr erstens die neuen Rezepte beim Händler kaufen könnt und zweitens Arbeitsaufträge verteilt. Das bedeutet, dass ihr dort zum Beispiel die neuen Erze abgebt und so alle vier Stunden aus fünf Echteisenerz ein Echtstahlbarren wird. Natürlich könnt ihr die Erze auch selbst schmieden, aber das kostet erstens mehr an Materialien und zweitens könnt ihr jeden Tag nur einmalig vier Barren herstellen. Somit seid ihr also auf eure Berufsgebäude angewiesen und solltet diese auch fleißig besuchen. Natürlich können auch noch andere Gebäude gebaut werden: In drei Kategorien (groß, mittel und klein) könnt ihr je nach persönlicher Vorliebe nur eine gewisse Anzahl der verfügbaren Gebäude bauen. Das Gasthaus versorgt euch täglich mit Quests für die neuen Instanzen, der Stall erhöht euer Reittempo und das Geisterhaus bietet euch Portale an, mit denen ihr schnell von A nach B reisen könnt. Jedes Gebäude kann darüber hinaus zweimal upgegradet werden und bietet mit jedem Upgrade bessere Angebote.

                                                                                      Außerdem kommen hier wieder die Anhänger ins Spiel, denn jedem Gebäude könnt ihr ab Level zwei einen Anhänger zuordnen, der zum Beispiel die Produktion eurer Minen erhöht oder dafür sorgt, dass eure Berufs-Gebäude schneller arbeiten. Eure Anhänger beginnen dabei mit einem Level von 90 bis 100 und können durch Missionen Erfahrungspunkte sammeln und bis zum Maximal-Level 100 aufsteigen. Doch dann ist noch lange nicht das Ende der Missionen erreicht, denn die Level 100 Missionen bieten – sollten sie erfolgreich abgeschlossen werden – Items für euren Charakter, Verbesserungen und andere lohnenswerte Dinge. Auf den Missionen selbst kämpfen die Anhänger automatisch gegen Gegner und je nach den geforderten Fähigkeiten, besteht eine 0 bis 100 prozentige Chance zu gewinnen. Jeder Anhänger hat spezielle Fähigkeiten, die sich natürlich voneinander unterscheiden, sodass kein Anhänger wie der andere ist. Jede Mission und jeder Ausbau von Gebäuden kostet eine bestimmte Anzahl von Garnisonsressourcen, die ihr entweder durch Missionen bekommt, durch ein Sägewerk erstellen könnt, bei seltenen Monstern findet, durch Missionen als Belohnung erhaltet oder auf einige andere Weisen generieren könnt. Bis ihr jedoch genug gesammelt habt, um wirklich alles freizuschalten, vergehen einige hundert Stunden.

                                                                                      Warlords-of-Draenor (5)
                                                                                      Warlords-of-Draenor (13)

                                                                                      Lass es uns noch einmal tun

                                                                                      In den letzten Jahren ist der Andrang bei World of Warcraft stark zurückgegangen, was vor allem daran lag, dass das letzte Add-On Mist of Pandaria eher negativ von der Community aufgenommen wurde. Das liegt insbesondere an der Tatsache, dass WoW immer mehr in Richtung „Casual“ abgedriftet ist und die wenigsten Spieler noch eine Herausforderung im Content sahen – selbst der Endgame-Content machte nur noch den wenigsten Spielern Spaß. Diese Kritik scheint bei Blizzard nicht auf taube Ohren gestoßen zu sein, denn es wurde einerseits kräftig an der Schwierigkeitsgrad-Schraube gedreht, andererseits wollte man auch eher casual-orientierten Spielern den Spaß nicht verderben. Diese Grätsche ist wirklich gut gelungen, denn während ihr euren Charakter auflevelt und die Quests absolviert, habt ihr nur selten wirkliche Probleme bei den Kämpfen. Auch die vier Instanzen, die ihr bis Level 100 besuchen könnt, machen zwar Spaß, sind jedoch nicht wirklich herausfordernd und Fehler werden nicht sofort zu eurem Verhängnis. Habt ihr allerdings das Max-Level erreicht, ändert sich das schlagartig, denn die Instanzen sind wirklich knackig geworden. Das liegt auf der einen Seite natürlich daran, dass euer Gear noch relativ schlecht ist und somit Fehler sofort bestraft werden. Auf der anderen Seite wurden allerdings auch die Kämpfe gegen die Bosse und selbst gegen Trash-Mobs so konzipiert, dass ihr in den seltensten Fällen mit Tank-und-Spank durchkommt. Stattdessen müsst ihr – ähnlich wie damals in Cataklysm – in den fünf normalen Dungeons bereits mit Verhexen und Ähnlichem arbeiten und die Bossfights sind durchaus anspruchsvoll. Habt ihr genug Gear zusammen, um dann in die heroischen Dungeons zu kommen, wird es noch ein wenig schwieriger. Das macht wirklich Spaß und ist wesentlich anspruchsvoller als in der letzten Expansion. Über die Raids können wir noch nichts sagen, da diese erst im Laufe der nächsten Woche freigeschaltet werden.

                                                                                      Warlords-of-Draenor (10)
                                                                                      Warlords-of-Draenor (8)

                                                                                      Kleinigkeiten

                                                                                      Bis auf Worgen und Goblins hat jedes Volk komplett neue Charaktermodelle bekommen, die wirklich schick aussehen. Außerdem wurden einige Service-Funktionen dem Spiel hinzugefügt, die vielleicht nicht jedem gefallen werden: Lootet ihr zum Beispiel in einer Instanz ein Monster nicht, so wird nach dem Beenden der Instanz jedes Item und auch Gold per Post an euch geschickt. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um ein graues, weißes, grünes, blaues oder lila Item handelt, euer Posteingang wird schon bald überquellen. Das mag nicht jedem gefallen, aber das ist Geschmackssache. Am besten wäre es wohl, wenn Blizzard die Option anbietet, diese Funktion vorab zu filtern, sodass nur ausgewählte Items einer bestimmten Seltenheit zugeschickt werden. Da es sich bei der Welt von Warlords of Draenor um eine Parallelwelt zur Scherbenwelt handelt, sind die Gebiete sehr ähnlich zu den bereits bekannten Umgebungen, die man aus den alten Teilen kennt – und doch sind sie ein wenig anders. Überall entdeckt man Kleinigkeiten, die vor allem den alten Spielern auffallen werden und die einfach zeigen, wie viel Mühe sich Blizzard mit dem neuen Add-On gemacht haben. Besonders schön ist auch, dass ihr euren ersten Charakter direkt auf Level 90 boosten könnt – wenn ihr das letzte Add-On ausgesetzt habt oder auf einen eher ruhigen Server neu anfangen möchtet, solltet ihr diese einmalige Funktion nutzen. Auch Berufe hochskillen ist nun einfacher, denn ihr könnt direkt von Beginn an einige Rezepte der Expansion herstellen und damit schnell eure Skillpunkte erhöhen und müsst nicht erst komplett von vorne beginnen.

                                                                                      Warlords-of-Draenor (3)
                                                                                      Warlords-of-Draenor (7)

                                                                                      Persönliches Fazit

                                                                                      Es ist kein Geheimnis, dass World of Warcraft mit dem letzten Add-On viele Spieler verloren hat, das zeigen alleine die letzten Account-Zahlen des Spiels. Mit Warlords of Draenor erscheint nun eine Expansion, das aus den alten Fehlern gelernt hat und wirklich viel richtig macht: Das Questen macht Spaß und ist abwechslungsreich, überall gibt es Kleinigkeiten zu entdecken. Die Garnison ist eine super Idee, auch wenn sie natürlich einfach nur gut geklaut ist – Spaß macht es trotzdem. Die Instanzen sind wieder ordentlich schwer, ohne unfair zu werden und bis ihr wirklich alles gesehen, hochgelevelt und perfektioniert habt, vergehen mal wieder einige hundert Stunden. Schade ist aber, dass der Start so extrem schlecht gelaufen ist und auch heute noch Server-Probleme bestehen. Ich zweifel nicht daran, dass Blizzard all die kleinen Fehler irgendwann in den Griff bekommt, doch hat man im Moment zu oft das Gefühl, dass man noch die Beta spielt und nicht das Endprodukt in den Händen hält – zu viele Bugs und Server-Fehler trüben das Spielgefühl. Wenn man davon jedoch absieht, macht Warlords of Draenor richtig viel Spaß und ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Daumen hoch, Blizzard!

                                                                                      World of Warcraft: Warlords of Draenor

                                                                                      Ab 37,98€
                                                                                      World of Warcraft: Warlords of Draenor
                                                                                      83.7
                                                                                      83.666666666667

                                                                                      Gameplay

                                                                                      72 / 100

                                                                                      Viele Bugs und Server-Abstürze trüben das ansonsten gute Bild.

                                                                                        Story

                                                                                        88 / 100

                                                                                        Interessant und spannend, jedoch etwas langatmig geraten.

                                                                                          Grafik

                                                                                          81 / 100

                                                                                          Nicht ganz auf dem neusten Stand, aber immer noch schön. Außerdem viele neue Modelle für die Völker.

                                                                                            Sound

                                                                                            82 / 100

                                                                                            Echt schöne Melodien und eine ebenso gute Soundkulisse, nur die Ausrufe der NPCs stören schnell.

                                                                                              Umfang

                                                                                              86 / 100

                                                                                              Leider keine neue Klasse/Rasse, dafür viele Quests, die Garnison, viele Instanzen und auch abseits der Spur gibt es viel zu entdecken.

                                                                                                Spielspaß

                                                                                                93 / 100

                                                                                                Anspruchsvolle Instanzen, lustige Quest-Stränge und Housing machen das Add-On zu einem der besten seit langem.

                                                                                                  Positiv

                                                                                                  • - Garnison!
                                                                                                  • - viele Instanzen
                                                                                                  • - sieben neue Gebiete
                                                                                                  • - anspruchsvoller Schwierigkeitsgrad
                                                                                                  • - durchdachte Service-Funktionen

                                                                                                  Negativ

                                                                                                  • - Bugs und Serverprobleme
                                                                                                  • - keine neue Klasse/Rasse
                                                                                                  • - noch keine Raids

                                                                                                  Ihr könnt hier die Preise vergleichen. Wenn ihr wissen wollt, wie Hardbloxx.de Spiele bewertet, dann seht euch diese Seite an.

                                                                                                  Euer Hardbloxx-Team

                                                                                                  Test/Testbericht: Shadows: Heretic Kingdoms

                                                                                                  Es gibt nicht viele PC-Spiele, die in das Genre der Hack’n’Slay-RPG-Games gehören: Vor allem die Diablo-Reihe fällt in diese Sparte, aber auch Torchlight und Path of Exile. Nun erscheint schon bald mit Shadows: Heretic Kingdoms ein Titel, der ebenfalls in diesem Gebiet Fuß fassen möchte und mit einer interessanten Story sowie ungewöhnlichen Spielelementen punkten will. Wir haben uns den Titel vorab angeschaut und sagen euch in unserem Test, was ihr erwarten könnt.

                                                                                                  Shadows-Heretic-Kingdoms (3)
                                                                                                  Shadows-Heretic-Kingdoms (8)

                                                                                                  Ich beschwöre dich, oh Dämon!

                                                                                                  Die Geschichte beginnt mit einem unbekannten Mann in einer Kutte, der irgendwo tief unter der Erde einen Dämonen beschwört: Der Verschlinger, wie er von dem unbekannten Mann genannt wird, hat eine Aufgabe zu erfüllen und muss dazu eine menschliche Hülle annehmen. Noch während der besagte Dämon sich wundert, wer ihn da eigentlich ruft und wieso genau er auf den mickrigen Menschen hören sollte, weist dieser auf drei Leichen: Ein kleiner, breiter Mann, der zu Lebzeiten einen Hammer geschwungen hat, um damit seine Feinde zu erledigen. Ein niemals daneben schießender Bogenschütze sowie eine einst mächtige Magier-Dame stehen ebenfalls zur Auswahl. Je nachdem, für welche Person ihr euch dann entscheidet, bekommt ihr eine andere Nebenstory für euren ersten Charakter zu hören. Entscheidet ihr euch zum Beispiel für den Mann mit dem Hammer, dann verfolgt ihr zusätzlich zur Haupthandlung noch euren Mord, der von eurem eigenen Sohn in Auftrag gegeben wurde. Die eigentliche Handlung dreht sich jedoch zunächst um die Stadt Thole und den Ereignissen, die der gespielten Geschichte vorausgingen.

                                                                                                  Einst herrschte nämlich über die Heretic Kingdoms ein Theokrat,der unter dem Namen Taryn Arkor bekannt war. Obwohl er sich als religiöser Herrscher präsentierte, war er nichts anderes, als ein Tyrann, der mit einer eisernen Hand regierte und sich alles nahm, was er mochte. Doch eine kleine Rebellengruppe aus Magiern konnte den Widerstand organisieren und agierte unter dem Namen Order of the Veil gegen den Tyrann – bis dieser schließlich zu Fall gebracht werden konnte. Doch die neu gewonnene Freiheit hielt nicht lange an, denn nun übernahm die Order of the Veil die Macht – und regierte selbst mit einer eisernen Hand. So auch in Thole, wo unsere Geschichte beginnt. In Thole, wo der unbekannte Mann einen Dämon beschwört. Euer großes Ziel ist es, einen Riss in der Welt zu verschließen, denn ein einstiges Mitglied des Geheimbundes zerstörte ein mächtiges Artefakt und sorgte somit für das kommende Ende der Welt. Nun müsst ihr als Verschlinger die Menschheit genauso retten, wie euch selbst und nutzt dazu viele unterschiedliche Charaktere, die ihr im Laufe der Zeit aufsammeln könnt. Einige davon sind eure Feinde, deren Körper ihr nach ihrem Besiegen einfach eurer Sammlung an Puppen hinzufügt.

                                                                                                  Shadows-Heretic-Kingdoms (20)
                                                                                                  Shadows-Heretic-Kingdoms (15)

                                                                                                  Innovation und Ideenreichtum

                                                                                                  Während die Story recht typisch für das Genre ist, erkennt man beim Gameplay, dass sich die Entwickler wirklich viele Gedanken gemacht haben und nicht einfach einen Diablo-Klon auf den Markt bringen wollten. So könnt ihr zum Beispiel bis zu 15 Charaktere innerhalb der über 100 Stunden Spielzeit aufsammeln und nutzen: Es können vier sogenannte Puppen pro Level eingesetzt werden. Eine Puppe ist ein lebloser Körper, der vom Verschlinger übernommen wird und dann in der menschlichen Welt eingesetzt werden kann. Außerdem könnt ihr nahtlos in die „Traumwelt“ wechseln und dort den Dämon direkt steuern. Als „Traumwelt“ wird von den Menschen die Welt der Dämonen bezeichnet und dort herrschen mitunter andere Regeln als in der menschlichen Version: Dort existieren Brücken, die in der normalen Welt bereits eingefallen sind. Normale Gegner sind dort ebenfalls nicht zu finden, dafür jedoch Dämonen, die sich euch in den Weg stellen. So könnt ihr zum Beispiel Abgründe überwinden, die in der realen Welt nicht passierbar sind und euch vor Gegnern verstecken, wenn eure Lebensenergie kurz vor dem Versiegen ist. Zudem könnt ihr jederzeit per Tastendruck zwischen euren Puppen wechseln und somit zum Beispiel als Magier oder Fernkämpfer langsame Gegner erledigen, während euer Nahkämpfer eher in Situationen eingesetzt wird, die für eure anderen Charaktere tödlich enden würden.

                                                                                                  Heilung findet ihr nicht wie in anderen Spielen durch Heiltränke. Jeder besiegte Gegner hinterlässt seine Seele, die ihr aufsammeln könnt. Durch Tastendruck werden dann verschlungene Seelen ganz einfach in Lebensenergie umgewandelt. Sollte mal eine eurer Puppen das Zeitliche segnen, so ist das ebenfalls kein Problem, denn immer wieder findet ihr sogenannte Cenotophen. Dort könnt ihr den Verschlinger und all eure Puppen auf volle HP heilen, getötete Puppen wiederbeleben und außerdem von einem Cenotoph zum anderen reisen. Allerdings könnt ihr nur Cenotophen bereisen, die ihr schon einmal gefunden habt. Solltet ihr so ein Tor finden, könnt ihr dort in euerer Dämonengestalt zum Beispiel zurück in die Stadt reisen und dort euren Loot verkaufen. Items findet ihr natürlich genretypisch durch Drops bei den Gegnern. Doch hier ist sehr auffällig, dass das lange nicht so viel wie in anderen Spielen ist. Das hat den Vorteil, dass euer Inventar fast nie zugemüllt wird. Etwas verwirrend sind jedoch Items, deren Sinn und Zweck euch erst später im Spielverlauf klar wird. Dennoch halten sich die Item-Mengen wirklich stark in Grenzen, sodass ihr euch nicht wie in anderen Spielen durch hunderte von nutzlosen Waffen und Rüstungsteilen belästigt fühlt. Stattdessen freut ihr euch, sobald eine neue Waffe oder ein Rüstungsteil droppt und hofft, dass einer eurer Charaktere dies tragen kann.

                                                                                                  Shadows-Heretic-Kingdoms (2)
                                                                                                  Shadows-Heretic-Kingdoms (14)

                                                                                                  Kämpfen und Siegen

                                                                                                  Natürlich machen die Kämpfe selbst auch einen sehr wichtigen Teil des Spielspaßes aus. Auf Gegner trefft ihr eigentlich überall, sogar in der ansonsten sicheren Stadt, solltet ihr dort als Dämon herumlaufen. Jeder eurer Charaktere hat dabei Zugriff auf ein ganz eigenes Skillset, die sich jedoch alle mehr oder wenig gleich spielen: Einige Bereichs-Angriffe, verschiedene aktive und passive Fähigkeiten und die Möglichkeit, diese im recht übersichtlichen Skill-Tree freizuschalten beziehungsweise zu verbessern. Praktisch ist, dass Erfahrungspunkte für jeden Charakter gesammelt werden und man nicht die Puppen und den Verschlinger einzeln aufleveln muss. Etwas nervend ist jedoch die Tatsache, dass es recht lange dauert, bevor ihr tatsächlich vier verschiedene Skills einsetzen könnt. Auch sind die passiven Skills zwar nett, doch es ist immer besser, zunächst die aktiven Fähigkeiten zu verbessern. Positiv ist, dass sich die einzelnen Charaktere sehr unterschiedlich spielen: Der Nahkämpfer muss natürlich in die Gegner rennen und dort seine Angriffe nutzen, während ein anderer Charakter mit Fallen und Bogen arbeitet. So legt ihr Fallen, schießt auf die Gegner und lockt diese dann in den sicheren Tod. Der Magier hingegen nutzt eben sehr starke Zauber, um die Gegner zu erledigen und euer Dämon selbst kann zwischen Fern- und Nah-Angriffswaffen wechseln.

                                                                                                  Die Monster-Typen, auf die ihr so trefft, kann man in drei Kategorien unterscheiden: Es gibt ganz normale Trash-Mobs, die mit ein paar wenigen Schlägen besiegt sind, verschiedene Zwischengegner, die etwas mehr Taktik und Schaden brauchen sowie Bossgegner. Letztere sind quasi die Königsdisziplin und sind durchaus anspruchsvoll, da ihr nicht einfach die Angriffe einstecken könnt – zumindest nicht sehr lange. Stattdessen müsst ihr ausweichen, den richtigen Zeitpunkt zum Gegenangriff finden und somit die Lebenspunkte des Bosses auf Null dezimieren. Ein weiterer Unterschied zu anderen Genrevertretern ist die Anzahl der Gegner, auf die ihr so trefft. Nur selten sind die Monster-Gruppen größer als drei bis fünf Feinde. Dafür halten sie auch mehr aus als in anderen Spielen, sodass ihr selten einfach stupide auf die Gegner rennen könnt, um sie dann mit euren Skills fertig zu machen. Zudem findet ihr immer wieder kleine Rätsel, die jedoch meistens darauf basieren, dass die richtigen Hebel umgelegt werden oder ihr clever zwischen Dämonen- und Menschenwelt wechselt.

                                                                                                  Shadows-Heretic-Kingdoms (16)
                                                                                                  Shadows-Heretic-Kingdoms (9)

                                                                                                  Der Fluch der Käfer

                                                                                                  Wie bereits erwähnt, haben wir uns Shadows: Heretic Kingdoms vor dem Release auf Steam angeguckt und mussten dort eben mit den Bugs arbeiten, die so eine Vorab-Version mit sich bringt. Obwohl wir natürlich hoffen, dass diese Fehler mit dem endgültigen Release verschwinden, wollen wir euch die nervigsten Bugs trotzdem nicht vorenthalten: So kommt es immer wieder mal zu Abstürzen während des Spielens, was besonders nervig ist, wenn ihr längere Zeit nicht gespeichert habt. Ebenso nervig ist es, wenn auf einmal eure AoE-Angriffe keinen Schaden mehr machen. In so einem Fall hilft nur das Restarten des Spiels. Außerdem kann man im Menü einstellen, dass Items ständig auf dem Bildschirm angezeigt werden, was jedoch nur teilweise funktioniert. Denn erstens werden nicht nur Gegenstände so angezeigt, sondern eben zusätzlich auch jede Kiste, jede Vase und jede Truhe, die ihr zerschlagen könnt – wodurch der Bildschirm etwas zu überfüllt wirkt. Solltet ihr jedoch trotzdem damit klarkommen, dann gibt es immer wieder mal einzelne Items, die nicht korrekt angezeigt werden. Verlasst ihr euch also darauf, kann es schnell passieren, dass ihr mal eine Waffe überseht oder Gold liegen lasst. Einen Sidequest konnten wir sogar überhaupt nicht lösen, da bei der Abgabe beim Questgeber das Spiel auch nach mehreren Versuchen komplett abgestürzt ist. Das sind alles nur kleine Fehler, die sich jedoch durchaus summieren und das gute Spielgefühl trüben.

                                                                                                  Shadows-Heretic-Kingdoms (17)
                                                                                                  Shadows-Heretic-Kingdoms (12)

                                                                                                  Persönliches Fazit

                                                                                                  Eine Low-Budget-Version von Diablo 3 habe ich erwartet, bevor ich die ersten Schritte in Shadows: Heretic Kingdoms unternommen habe. Stattdessen bekommt man ein eigenes Gameplay, das vor allem dank des sofortigen Wechselns der Charaktere enormen Spaß macht. Zudem gefällt, dass man nicht ständig gegen eine unübersichtliche Anzahl von Monsterhorden kämpfen muss, die zudem noch eine unübersichtliche Anzahl an Gegenständen fallen lässt, die man eh nicht benutzen würde. Die Hauptgeschichte ist spannend, aber genretypisch. Dafür kann man eine große Anzahl an optionalen Sidequests finden, die alles ein wenig auflockern. 15 spielbare Charaktere und 100 Spielstunden sorgen zudem für langen Spaß. Die grafische Leistung ist auch vollkommen okay, obwohl man natürlich merkt, dass es sich nicht um ein AAA-Titel handelt. Einzig und allein die vielen kleinen Bugs sorgen dafür, dass man vielleicht mit dem Kauf noch bis zum endgültigen Release warten sollte – oder zumindest auf ein Update, das all die Fehler behebt. Möchtet ihr jedoch ein Spiel, das eben kein 08/15-Klon von D3 ist, dann könnt ihr getrost zugreifen und Shadows: Heretic Kingdoms genießen.

                                                                                                  Positiv:
                                                                                                  + über 100 Stunden Spielzeit
                                                                                                  + viele Gegnertypen
                                                                                                  + intuitive Steuerung
                                                                                                  + übersichtlicher Skilltree
                                                                                                  + 15 spielbare Charaktere
                                                                                                  + gute Story-Line
                                                                                                  Negativ:
                                                                                                  – einige Bugs
                                                                                                  – nervende Abstürze
                                                                                                  – Sinn von Items nicht immer erklärt

                                                                                                  Wenn euch Shadows: Heretic Kingdoms zusagt, dann könnt ihr es bei Amazon vorbestellen. Ihr könnt hier die Preise vergleichen.

                                                                                                  Euer Hardbloxx-Team
                                                                                                  Preview erstellt von Hardbloxx.Fefestars

                                                                                                  Test/Testbericht: Wasteland 2

                                                                                                  Als 1988 Wasteland auf den Markt kam, konnte noch niemand ahnen, welche großen Dinge folgen sollten. Damals war es vollkommenes Neuland, ein Rollenspiel in ein postapokalyptisches Setting zu setzen und somit gilt Wasteland als Begründer dieses Sub-Genres. Die Entwickler von Interplay Studios konnten damals wohl noch nicht wissen, dass ihre Idee so große Wellen schlagen wird. Nun erscheint – über 25 Jahre nach dem Release dieses Titels mit Wasteland 2 der direkte Nachfolger, der via Kickstarter finanziert wurde. Wir haben uns das Spiel angeschaut und sagen euch, ob sich die lange Wartezeit gelohnt hat und ob ihr euch den Titel unbedingt holen müsst – oder lieber noch ein paar Jahrzehnte auf Wasteland 3 wartet.

                                                                                                  Wasteland-2 (1)
                                                                                                  Wasteland-2 (4)

                                                                                                  Long Story short

                                                                                                  Nachdem das Entwicklerstudio sich von Electronic Arts als Publisher losgesagt hatten, durften sie „Wasteland“ nicht mehr als Markennamen benutzen, wollten sich jedoch weiter in das Sub-Genre wagen. So entwickelten sie einen weiteren Titel in einem postapokalyptischen Setting und nannten diesen kurzerhand „Fallout“ – eine Videospielreihe, die bis heute zu den beliebtesten Rollenspielen gehört. Wasteland 2 setzt jedoch nicht dort an, wo die letzten Fallout-Teile aufgehört haben, sondern möchte sich an den früheren Spielen orientieren. Es wirkt auch eher wie ein Titel aus den 90er Jahren. Das beginnt bereits mit der Story, die einfach typisch für das Genre ist: Ihr seid die neusten Rekruten der Rangers, einer Organisation, die sich in einem postapokalyptischen Nordamerika als eine Art Polizei des neuen Wilden Westens aufspielt und für Recht und Ordnung sorgen möchte. Eure erste Aufgabe ist auch recht einfach, denn ihr sollt dort weitermachen, wo euer einstiger Mit-Ranger gescheitert ist. Dazu müsst ihr lediglich das Sender-System wieder auf Vordermann bringen, die Tagebuchseiten eures verstorbenen Kameraden finden und nebenbei ein paar Outlander erschießen. Klingt ganz einfach, ist es auch. Die Probleme beginnen jedoch direkt im Anschluss, denn über euer Funkgerät bekommt ihr gleich zwei Hilferufe, auf die ihr reagieren müsst: Entweder ihr begebt euch zu einer Siedlung, die bisher die Ranger mit Wasser versorgt hat oder ihr konzentriert euch auf ein wissenschaftliches Farmgelände, das die Ranger mit Essen versorgt.

                                                                                                  Welchen Hilferuf ihr auch als erstes folgen werdet, ihr könnt die anderen nicht retten – lediglich hinter ihnen aufräumen und sie rächen, was ja nicht wirklich befriedigend ist. Eure Hauptaufgabe ist jedoch weiterhin, das Satellitennetz wieder online zu bringen. Dazu musstet ihr den beiden Hilferufen folgen, konntet jedoch nur eine Anlage retten, während die andere zerstört wird. Allerdings braucht ihr zwei Anlagen und folgt nun einem Gerücht: Möglicherweise gibt es irgendwo im Osten noch eine weitere Anlage, die ihr reparieren könntet. Dazu müsst ihr jedoch durch ein ehemaliges Gefängnis, das nun von einer euch nicht besonders wohlgesonnen Fraktion geführt wird. So beginnt also eure weite Reise durch das Ödland, auf der ihr immer wieder auf feindliche Fraktionen, hilfesuchende Menschen und wilde Tiere stoßen werdet. Wem ihr helfen wollt, welche Aufgaben ihr neben der Hauptstory löst und wie genau ihr dabei vorgeht, bleibt weitestgehend euch überlassen. Die Geschichte an sich erfindet das Rad nicht neu und ist auch nicht wirklich packend oder emotional, dafür unterhält sie durchaus und passt eben in das postapokalyptische Leben, das eure Charaktere nun führen müssen.

                                                                                                  Wasteland-2 (20)
                                                                                                  Wasteland-2 (17)

                                                                                                  Welches Jahr ist es eigentlich?

                                                                                                  Diese Frage werdet ihr euch ganz bestimmt immer wieder stellen, denn obwohl Wasteland 2 in einer nicht näher definierten Zukunft spielt, hat man oftmals das Gefühl, dass das Spiel schon vor 20 Jahren hätte auf den Markt kommen können. Das beginnt mit der Grafik, die mit anderen Vertretern des Strategie-RPG-Genres nicht mithalten kann.Viele Flächen sehen aus wie ein Einheitsmatsch aus Farben, das UI wirkt sehr lieblos und es will einfach keine richtige Atmosphäre aufkommen – was sehr schade ist, denn die Fallout-Reihe lebt ja von genau dieser Atmosphäre. Den Vergleich mit Fallout muss sich Wasteland 2 einfach gefallen lassen, denn die Spiele gehören nicht nur zum gleichen Genre, sondern sind eben auch aus der gleichen Ideenschmiede. So erinnert Wasteland 2 sowohl grafisch, als auch spielerisch sehr stark an Fallout 1 und 2, obwohl natürlich die Grafik mittlerweile etwas angepasst wurde. Doch um das Optimum aus der Wasteland 2 Grafik herauszuholen, muss man tatsächlich jeden zusätzlichen Filter ausschalten und auf Sachen wie Anti-Aliasing und Ähnliches verzichten. Selbst dann sieht der Titel aus wie ein Low-Budget-Remake der alten Fallout-Spiele. Ebenfalls etwas ärgerlich ist, dass ihr zwar in der Lage seid, die Kamera jederzeit um 360 Grad zu drehen, doch mit Fog-of-War und den sich stark überlappenden Texturen überseht ihr ganz gerne mal eine Falle.

                                                                                                  Wie gesagt, gibt es auch große Parallelen in den spielerischen Aspekten. Das beginnt mit der Charakter-Erstellung zum Beginn des Spiels, denn ihr habt eine große Auswahl an möglichen Skills und Attributen. Ist es euer erster Durchgang von Wasteland 2, dann habt ihr mit Sicherheit keine Idee, was ihr sinnvollerweise für eure Charaktere – von denen ihr vier Stück in eure Startpartie einladen könnt – wählen sollt. Allein bei euren offensiven Fähigkeiten könnt ihr zwischen Sniper-Waffen, Shotguns, Pistolen, Jagdgewehren, Energiewaffen, Klingenwaffen, stumpfen Waffen und Faustkampf wählen. Dazu kommt noch eine ganze Reihe von Fähigkeiten, die euch außerhalb des Kampfes helfen, wie zum Beispiel Computerwissenschaft, Schlösser knacken, Tresore öffnen und Fallen entschärfen. Welche Fähigkeiten ihr jedoch später im Spiel tatsächlich brauchen werdet und welche eher zweitrangig sind, wisst ihr zu Beginn – und um ehrlich zu sein, auch nach einigen Stunden Spielzeit – nicht wirklich. Ein Tipp: Wählt auf jeden Fall einen Charakter, der Erste Hilfe beherrscht, denn es gibt nur sehr wenige Möglichkeiten, euch in Wasteland 2 zu heilen. Dafür müsst ihr nämlich entweder Items benutzen, die nur ein Charakter mit Erste Hilfe verwenden kann, ein Level-Up erreichen, einen der rar gesäten Doktoren finden oder auf der Weltkarte umherlaufen. Letzteres hat den Nachteil, dass ihr immer wieder auf zufällige Gegner trefft, die euch Schaden zufügen. Sollte mal ein Charakter keine Lebenspunkte haben, besteht oftmals noch die Möglichkeit, ihn mit der Fähigkeit „Chirurg“ wieder zum Leben zu erwecken.

                                                                                                  Wasteland-2 (16)
                                                                                                  Wasteland-2 (22)

                                                                                                  Für das Überleben kämpfen

                                                                                                  Das Kampfsystem erinnert ebenfalls sehr stark an Wasteland 1 und die ersten Fallout-Spiele. Sobald der Kampf beginnt, erscheint ein Raster-Feld mit Vierecken, auf dem ihr euch neben euren Gegner bewegt. Pro Runde habt ihr – abhängig von euren Attributen – eine bestimmte Anzahl an Aktionspunkte (AP), die ihr für verschiedene Aktionen ausgeben könnt. Je nach benutzter Waffe, könnt ihr nur einmal oder eben mehrmals angreifen, müsst jedoch bei Pistolen und Gewehren nach einigen Schüssen nachladen. Als zusätzliche taktische Komponente habt ihr Trefferchancen, die davon abhängig sind, welches Skilllevel ihr in euer Waffe erreicht habt, welche Trefferchance eure Waffe allgemein hat und wie die Attribute eurer Gegner dazu stehen. Auch hier solltet ihr euch bei der Charakterentwicklung überlegen, welcher Charakter mit welcher Waffe in den Kampf ziehen soll. Denn Munition ist knapp und es ist nicht sinnvoll, wenn viele Charaktere mit der gleichen Waffengattung kämpfen sollen. Schrotflinten und Handfeuerwaffen sind eher für mittlere Distanz geeignet, Jagdgewehre funktionieren nur von weiter weg. Sollte ein Charakter eher mit Keule und Schlagring in den Kampf ziehen, so ist es sinnvoll, ihm einige Lebenspunkte mehr zu gönnen, als dies zum Beispiel bei eurem Scharfschützen von Nöten ist. In den Schlachten selbst habt ihr nicht allzu viele taktische Möglichkeiten: Ab und zu gibt es etwas Deckung in Form einer Häuserecke oder einer halbhohen Mauer. Darüber hinaus könnt ihr euch für höhere Chancen zum Ausweichen und Treffen hinknien, seid jedoch bei der Bewegung auf dem Schlachtfeld behindert. Zwar habt ihr schon zu Beginn der Spieles die Möglichkeit, einen Kopfschuss auszuwählen, doch sind die Trefferchancen so marginal, dass diese Option erst später im Spiel überhaupt relevant wird. Sollte mal ein Kampf zu schwer werden, habt ihr die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad herunterzustellen, wodurch sich die Zahlen stark zu euren Gunsten verändern und ihr mehr Schaden austeilt, weniger einsteckt und öfter trefft.

                                                                                                  Wasteland-2 (9)
                                                                                                  Wasteland-2 (26)

                                                                                                  Persönliches Fazit

                                                                                                  Ich war ehrlich ein wenig aufgeregt, als es hieß, dass Wasteland 2 entwickelt wird. Fast drei Millionen US-Dollar haben die Jungs und Mädels von inXile bei Kickstarter sammeln können. Großes wurde erwartet. Bekommen haben wir ein Spiel, das keinesfalls schlecht ist und mit 50 Stunden für das erste Durchspielen eine ordentliche Spielzeit liefert. Außerdem habt ihr oftmals verschiedene Lösungsansätze und könnt einem NPC drohen, ihm schmeicheln oder ihr seid einfach schlauer als sie – so oder so kommt ihr an eure Information. Oftmals könnt ihr euch auch entscheiden, eine Tür einfach einzutreten und sie nicht per Dietrich zu knacken. Diese kleinen Freiheiten sind zwar ganz cool, doch täuschen sie nicht darüber hinweg, dass Wasteland 2 so oder ähnlich bereits vor 20 Jahren auf den Markt hätte kommen können. Dann wäre es mit Fallout 1 und 2 in guter Gesellschaft gewesen und wäre heute bestimmt genauso gehypt, wie diese Titel. Für die heutige Zeit ist es kein schlechtes Spiel, aber trotzdem fehlt das gewisse Etwas. Wasteland 2 ist nun einfach nur noch Durchschnitt, was sehr schade ist, denn man hätte wesentlich mehr machen können. Trotzdem macht es Spaß, sodass Rollenspielfans durchaus zugreifen sollten – und sei es nur aus dem Grund, dass sie die Nostalgie von früheren Spielen noch einmal erleben wollen.

                                                                                                  Positiv:
                                                                                                  + über 50 Stunden Spielzeit
                                                                                                  + viele Skills
                                                                                                  + unterschiedliche Gegnertypen
                                                                                                  + Boss-Fights machen Spaß
                                                                                                  + guter Humor in den Dialogen
                                                                                                  + viele Waffen
                                                                                                  Negativ:
                                                                                                  – veralterte Grafik
                                                                                                  – zu wenig taktische Tiefe
                                                                                                  – zu wenig Möglichkeiten zum Heilen
                                                                                                  – mitunter frustrierendes Kampfsystem

                                                                                                  Wenn ihr möchtet, dann holt euch doch Wasteland 2 bei Amazon und unterstützt uns damit. Preise könnt ihr hier vergleichen.

                                                                                                  Euer Hardbloxx-Team
                                                                                                  Test erstellt von Hardbloxx.Fefestars

                                                                                                  Test/Testbericht: Legend of Grimrock 2

                                                                                                  Es gibt immer wieder Beispiele von Nischenspielen, die trotz ihrer Indie-Herkunft zu einer großen Bekanntheit kommen und sich durch eine Mischung aus Fleiß, Ideenreichtum, Umsetzung des Gameplays und authentischer Entwickler einen Platz in unseren Gamer-Herzen verdient haben. Mit Legend of Grimrock ist ein Rollenspiel erschienen, auf das diese Beschreibung zutrifft und das sich neben sehr positiven Kritiken auch so gut verkaufen konnte, dass die Entwickler sofort mit der Arbeit am Nachfolger begonnen hatten. Dieser ist nun erschienen und soll an dem Erfolg des ersten Teils anknüpfen – oder diesen sogar übertreffen. Ob er das Potential dazu hat oder ob man lieber auf einen Nachfolger hätte verzichten sollen, verraten wir euch in unserem Test.

                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (1)
                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (6)

                                                                                                  Durchbrechen von Konventionen

                                                                                                  Die Frage „Braucht ein gutes Rollenspiel eine tiefe Story?“ beantworten wohl die meisten Fans mit einem klaren „Ja!“ und liegen damit, zumindest meiner bescheidenden Meinung nach, auch richtig. Ich will in eine oder mehrere Rollen schlüpfen, als Magier und Krieger Monster verprügeln und natürlich den Oberbösewicht zur Strecke bringen, Drachen besiegen, um die Prinzessin zu retten und meine Familie rächen. Als Rollenspiel-Fan möchte man einen Antrieb haben, wissen, warum man sein Leben riskiert und sich in Abenteuer stürzt – und sei es nur aus dem Grund, dass man ein großer Kämpfer werden möchte. All das gab es jedoch im ersten Teil von Legend of Grimrock nicht. Man spielte vier Gefangene im legendären Gefängnis, die sich durch einen Turm in die Freiheit kämpfen mussten. Ab und an gab es zwar ein paar Hinweise auf eine mögliche Hintergrund-Story, doch wirklich tief ging der Titel niemals darauf ein. Genauso ist es auch bei Legend of Grimrock 2: Erneut schlüpft man in die Rolle von vier Gefangenen und wer seine Partie vom ersten Teil noch gesichert hat, kann diese sogar importieren. Diesmal befindet ihr euch auf einem Schiff, das als Gefangenentransporter über das Meer segelt und durch magische Einwirkung Schiffsbruch erleidet. So wacht ihr am Strand einer unbekannten Insel auf, befreit euch aus eurem Käfig und begebt euch auf die Suche nach Antworten – zumindest nach ein paar wenigen.

                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (5)
                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (4)

                                                                                                  Schon bald trefft ihr das erste Mal auf einen merkwürdigen Magier in einer unheimlichen Kutte, der jedoch nur einen Blick auf euch wirft und eine Nachricht hinterlässt, die genug Motivation liefern sollte: Ihr seid auf einer Insel gelandet, die vom Meister derselbigen als Todesfalle konzipiert wurde. Dort testet er eure Fähigkeiten und hat Fallen, Monster und Rätsel aufgestellt, die als Ziel nur euren Tod haben. Wesentlich mehr Geschichte hat Legend of Grimrock nicht, obwohl ihr ab und zu ein paar Hinweise findet, die etwas mehr Licht in das tiefe Dunkel bringen. Trotzdem bleibt die Story recht flach und auf Dialoge wird, wie auch im ersten Teil, komplett verzichtet. Allgemein trefft ihr nicht auf NPCs, sondern nur auf Monster oder magische Figuren, mit denen ihr euch jedoch nicht unterhalten könnt. Die einen wollen nämlich euren Tod, die anderen geben euch lediglich kryptische Hinweise, die ihr interpretieren und lösen müsst. Eine große Neuerung ist, dass ihr euch sehr oft auf der Oberfläche bewegt und die Insel erkundet – aber keine Angst, natürlich findet ihr immer wieder Eingänge zu Dungeons, die denen sehr ähnlich sind, die es bereits im ersten Teil zu erkunden gab.

                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (16)
                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (22)

                                                                                                  Logisches Denken vorausgesetzt

                                                                                                  Mit „sehr ähnlich“ meine ich allerdings nur die Grafik, die sich im Vergleich zum Vorgänger nicht verändert hat sowie den Grundaufbau der Gewölbe. Natürlich gibt es eine große Menge neuer Rätsel, die wirklich einiges von euch abfordern: Manche davon setzen einfach nur logisches Denken voraus und verlangen von euch zum Beispiel die richtige Anordnung von schwebenden Steinen. Andere verlangen das Durchschauen von Bewegungsrhythmen. Bei anderen wiederum müsst ihr zunächst Hinweise finden und richtig interpretieren. Ab und zu wird das Prinzip eines früheren Rätsels wieder genutzt, dabei ist jedoch keine Aufgabe wie die andere. Das macht richtig viel Spaß und bringt den Spieler nicht selten zum Verzweifeln. Denn es ist nicht immer einfach, die Aufgaben richtig zu verstehen und Hinweise sinnvoll zu interpretieren. Doch sobald man die Lösung gefunden hat, denkt man: „Natürlich, macht Sinn!“ und fragt sich, warum man nicht gleich darauf gekommen ist. Ein wenig nervend ist jedoch, dass man manche Rätsel erst später im Verlauf des Spieles lösen kann, indem man neue Hinweise dazu sammelt. So weiß man manchmal nicht, ob man gerade nur die Lösung nicht findet oder ob man noch gar nicht in der Lage sein kann, dieses Rätsel sinnvoll zu absolvieren. In so einem Fall bleibt euch eben nichts anderes übrig, als euch auf der Karte einen Vermerk zu machen, dass ihr dort gerade nicht weiterkommt – und euch eben nach anderen Rätseln, Gebieten und Monstern umzusehen.

                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (7)
                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (20)

                                                                                                  Der Kampf ums Überleben

                                                                                                  Neben dem Erkunden der Dungeons und der Insel sowie dem Lösen der unterschiedlichen Rätsel ist ein weiterer Grundpfeiler von Legend of Grimrock 2 das Kämpfen mit euren Charakteren. Ihr trefft auf unterschiedliche Gegner, die verschiedene Stärken und Schwächen haben. Allerdings ist hier die Auswahl an feindlichen Angreifern sehr überschaubar – wie auch im ersten Teil – und so trifft man insgesamt auf 42 verschiedene Gegner. Das fällt jedoch nicht negativ auf, vor allem, da die Kämpfe im Laufe des Spiels immer anspruchsvoller werden. Eure Gruppe selbst ist erneut in zwei Reihen aufgeteilt, weshalb es sinnvoll ist, eure Kämpfer mit schwerer Rüstung vorne und eure Magier beziehungsweise Bogenschützen hinten aufzustellen. Trotzdem könnt ihr in den Echtzeitkämpfen nur selten stehen bleiben und die Angriffe eurer Gegner einstecken. Stattdessen bewegt ihr euch, teilt Schläge aus und nutzt Zauber, rennt kurz weg und wartet, bis die Cooldowns abgelaufen sind, um euch dann sofort wieder in den Kampf zu stürzen. Somit spielen sich auch die Kämpfe fast genauso wie im ersten Teil, doch gibt es auch hier eine Neuerung: Eure Kämpfer können mit höherem Skilllevel zum Beispiel zwei Waffen auf einmal tragen oder sind dazu in der Lage, eine Zweihandwaffe mit nur einer Hand zu schwingen. Außerdem besitzen viele Waffen zusätzliche Spezialattacken, die Energie verbrauchen und ordentlich Schaden austeilen. Somit ist es nicht immer sinnvoll, die stärkste Waffe auszurüsten, sondern mit den vorhanden Spezialangriffen taktisch vorzugehen und zum Beispiel einen Gegner einzuschläfern, während ihr mit einem zweiten kämpft.

                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (24)
                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (26)

                                                                                                  Zauber, Waffen und Rezepte für die Alchemie findet ihr nach und nach in den Dungeons, Kisten oder Geheimverstecken. Um diese jedoch nutzen zu können, müsst ihr das entsprechende Level im entsprechenden Skill haben – oder eben auf ein Level-Up warten. Dabei könnt ihr zu Beginn des Spieles aus sieben verschiedenen Klassen und fünf verschiedenen Rassen wählen, die alle gewisse Vor- und Nachteile mit sich bringen, aber letztendlich ist das nur ein Bonus auf den Start. Grundsätzlich kann nämlich auch euer Ritter die magischen Fähigkeiten erlernen und euer Zauberer später im Spiel schwere Rüstungen tragen und Äxte schwingen. Es bleibt also vollkommen euch überlassen, wohin ihr eure vier Charaktere entwickeln möchtet. Die Fähigkeiten selbst sind recht übersichtlich verteilt: Ein paar Zauberelemente, schwere und leichte Waffen, das Tragen von Rüstungen ohne Abzüge auf Ausweichen, ein paar Fernkampf-Waffen und zusätzliche passive Skills, wie Ausweichen, mehr Lebens- und Energiepunkte und Ähnliches. Das ist sehr überschaubar, passt jedoch perfekt in das Gesamtkonzept und fällt nicht negativ auf.

                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (25)
                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (21)

                                                                                                  Früher war alles besser – oder?

                                                                                                  Die Entwickler haben bereits beim ersten Teil darauf hingewiesen, dass sie sich beim Entwickeln die alten Dungeon-Crawler der 80er und 90er Jahre als Vorbild genommen haben. Auch bei Legend of Grimrock 2 fällt dies auf: Das Kampfsystem ist nicht wirklich für Anfänger gedacht und richtet sich an eine Klientel, das sich auf das System einstellen möchte. Auch die Rätsel sind alles andere als einfach. Wer zudem auf die ganzen Service-Funktionen verzichtet und vollkommen auf Nostalgie setzt, steht einem wirklich unangenehmen System gegenüber, das alles abverlangt. Das beste Beispiel ist die automatisierte Karte, die ihr ausschalten könnt – denn bei den RPGs von früher musstet ihr eben die Karte auch selbst zeichnen oder einfach auf sie verzichten. Somit wird Legend of Grimrock 2 zu einem Titel, der sich sehr stark an den alten Spielen des Genres orientiert, jedoch nicht komplett auf Service-Funktionen verzichtet, denn damit würde man heutzutage wohl einfach zu viele potentielle Käufer verschrecken. Die Möglichkeit, diese jedoch ausstellen zu können, ist wirklich eine hervorragende Idee und wird wohl eher das ältere Publikum ansprechen. Alle anderen ignorieren diese Möglichkeiten. Natürlich gibt es jedoch auch ein paar negative Punkte: Es nervt zum Beispiel stark, dass die Charaktere für jede Aktion Nahrungspunkte verlieren und sollte man keine Nahrung im Inventar haben, heilen sich hungernde Charaktere nicht mehr beim Rasten. Dieses Feature hätte man durchaus weglassen können, da es auch schon im ersten Teil nicht sonderlich positiv aufgenommen wurde und zudem nicht zum Spielgeschehen beiträgt.

                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (28)
                                                                                                  Legend-of-Grimrock-2 (13)

                                                                                                  Persönliches Fazit

                                                                                                  Es gibt einige überschaubare, aber immer sinnvolle Neuerungen in Legend of Grimrock 2. Es macht Spaß über die Insel zu laufen, von dort in die kleinen und großen Dungeons vorzudringen und immer mehr an Gebiet freizulegen. Auch im zweiten Teil schaffen die Entwickler die Grätsche zwischen alter Tradition und neuer Technik, ohne jedoch einen Titel zu liefern, der zu überladen wirkt. Es werden rund 20 Stunden Spielzeit angegeben, doch je nach dem, wie oft man über die Insel läuft und wie viele Geheimgänge man suchen möchte, kann diese Zeit noch um ein paar Stunden erweitert werden. Das Indie-RPG ist auf jeden Fall ein würdiger Nachfolger des Vorgängers und macht richtig viel Spaß, weshalb wir Legend of Grimrock 2 jedem empfehlen, der auch nur im Entferntesten etwas mit dem Genre der Echtzeit-Dungeon-Crawler anfangen kann. Wir sind jetzt schon gespannt, was das nächste Projekt von den Jungs und Mädels von Almost Human wird.

                                                                                                  Positiv:
                                                                                                  + sieben Klassen, fünf Rassen
                                                                                                  + gute Grafik
                                                                                                  + sehr viele knifflige Rätsel
                                                                                                  + interessante Monster
                                                                                                  + spannende Kämpfe
                                                                                                  + über 20 Stunden Spielzeit
                                                                                                  Negativ:
                                                                                                  – etwas flache Geschichte
                                                                                                  – „Verhungern“ der Charaktere
                                                                                                  – mitunter zu kryptische Hinweise

                                                                                                  Wenn ihr möchtet, dann holt euch doch Legend of Grimrock 2 bei Steam.

                                                                                                  Euer Hardbloxx-Team
                                                                                                  Test erstellt von Hardbloxx.Fefestars

                                                                                                  Test / Testbericht: Bravada

                                                                                                  Wer würde nicht alles für seinen eigenen großen Traum tun? Manche wollen das große Geld, manch einer möchte prominent werden, ein anderer hätte gern den Rest seines Lebens Ruhe vor der heutigen Welt. Es gibt aber auch Leute, die sich ganz einfache, simple Wünsche erfüllen wollen. Habt ihr schon einmal einen Zwerg ohne Bart gesehen? Eben, ein Zwerg ohne Bart ist eben kein richtiger Zwerg. Was die jungen Zwerge so alles dafür unternehmen, einen Bart zu bekommen und was das an Gefahren bietet, das zeigen wir euch in unserem Test zu Bravada.

                                                                                                  Eine (un-)erwartete Reise

                                                                                                  Schon lange wünscht sich der junge, namenlose Protagonist, endlich einen Bart zu bekommen. Er steht seit geraumer Zeit im Schatten seiner Zwergen-Kollegen, deren aller Gesichter ein solcher Bart schmückt. Immer wird er wie ein kleiner Junge behandelt und bekommt ständig Aufgaben, die auch ein kleines Kind erledigen könnte. Mit einem Traum ändert sich allerdings endlich etwas im Leben des angehenden Zwergen-Mannes. Angetrieben von diesem Traum, in dem er tapfer, mit ein klein wenig Hilfe, einen riesigen Drachen erlegt, will sich der Protagonist nun aufmachen, sich endlich die ehrenvolle Gesichtsbehaarung zu verdienen.
                                                                                                  Mit einem klaren Ziel vor Augen, macht sich der Protagonist dann eines Tages mithilfe anderer Zwerge auf, durchstreift diverse Höhlen, Wälder, Wüsten und Täler voller Kreaturen, die sich ihm und damit seinem Traum, in den Weg stellen. Doch dieser lässt sich nicht so einfach von seiner Belohnung abhalten. Unter anderem hilft ihm dabei auch sein kleiner Freund, die Fledermaus.

                                                                                                  bravada (5)
                                                                                                  bravada (6)

                                                                                                  Fast wie Schach

                                                                                                  Möchte man das Gameplay in Bravada so simpel wie möglich beschreiben, so würde ein Action-Strategiespiel mit Rollenspiel-Elementen wohl am besten passen. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Zuerst setzen wir in jedem Kapitel einzeln den Schwierigkeitsgrad fest. Danach beginnen wir in jedem der Kapitel quasi auf einem Schachbrett, auf welchem wir uns vertikal Richtung Levelende vorwärts bewegt. Dabei können wir wählen, ob wir uns mit W, A, S und D gerade nach vorn oder mit Q und E diagonal nach vorn-rechts oder vorn-links bewegen möchten. Auch rückwärts können wir uns mit C und Z bewegen, jedoch meist nur 1-2 Schritte. Hier schlägt das Super-Mario-Prinzip an. Sind wir an gewissen Stellen vorbei gelaufen, so können wir unter Umständen nicht mehr zurück. Unterwegs erwarten uns aber auch etliche Kreaturen. Diese bewegen sich parallel mit uns fort. Machen wir einen Schritt, so tun die Feinde dies auch – quasi eine Art dynamisches Heroes of Might & Magic. Diese Gegner müssen wir in der Regel aus dem Weg räumen und hier kommen die Rollenspiel-Elemente, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Spiel.
                                                                                                  Bekämpfen wir unsere Feinde, so werden Schadenswerte durch eure Attribute, wie Angriffstärke, Gesundheit und Verteidigung berechnet. Natürlich können wir rollenspieltypisch auch Stufen aufsteigen, auf denen ihr jeweils unsere Zwerge verstärken könnt. Dies, gepaart mit der Möglichkeit, eurem Hauptcharakter verschiedene Gegenstände anzulegen, bietet diverse Möglichkeiten zur Individualisierung.

                                                                                                  bravada (13)
                                                                                                  bravada (15)

                                                                                                  Ein-Mann-Armeen kommen ja normalerweise gegen Horden an Kreaturen nicht weit und genau deshalb bestreitet unser Zwerg in Bravada sein Abenteuer auch nicht allein. In jedem Kapitel stehen uns diverse Kollegen zur Seite, die unterschiedliche Rollen einnehmen können. So entwickeln wir den einen Kumpel zum Heiler, der regelmäßig aus der Deckung heraus, unsere Kämpfer kuriert. Während wir den anderen zum Frontmann entwickeln, der die Feinde zu Kleinholz haut. Hier sollte aber angemerkt werden, dass alle Kumpane, die wir unterwegs einsammeln, ihre grobe Entwicklung schon festgelegt haben. Einen Frontkämpfer kann man beispielsweise nicht mehr zum Heiler entwickeln. Jedoch lassen sich die Rollen weiter spezifizieren. So kann man einen Frontkämpfer zum Beispiel zum Berserker machen, damit er viel Schaden austeilt. Möchte man aber einen abwehrstarken Tank in der Front haben, so steht einem auch dieser Pfad zu Verfügung. Stirbt übrigens einer der Kollegen, so hat das schwerwiegende Folgen. Wiederbelebung gibt es in Bravada nämlich keine. Sind eure Hilfsmänner tot, so bleiben diese tot.
                                                                                                  Nebenbei helfen uns noch viele, unterschiedliche Gegenstände, die meist entweder unsere Gruppe stärken oder Feinde aus dem Weg räumen. Beispielsweise kann man mit einer Zeituhr den letzten Zug rückgängig machen, mit einem Trank einen angeschlagenen Kämpfer heilen oder mit einem Schleim eine feindliche Einheit für einen Zug betäuben.
                                                                                                  Diese Gegenstände stehen uns teilweise direkt zur Verfügung, viele warten aber auch in den einzelnen Level darauf, von euch eingesammelt zu werden.

                                                                                                  bravada (24)
                                                                                                  bravada (44)

                                                                                                  Bunte Kreaturen und halbstumme Lebewesen

                                                                                                  Die Grafik in Bravada ist durchweg adäquat. In den Wäldern ranken Bäume in die Bewegungsfläche, in den Bergen fällt Schnee und ein Vulkan spuckt Lava. Jedes der einzelnen Kapitel hat seinen ganz eigenen, individuellen Charme, es gibt an vielen Ecken kleine Details zu bestaunen und die Zwerge sind toll designt. Lediglich die Animationen der Figuren sehen ein wenig trist aus, daran hätte man vielleicht noch ein wenig arbeiten können. Positiv anzumerken ist hier aber auch, dass sich durch das Ausrüsten verschiedener Gegenstände das Aussehen unseres Helden verändert. Ziehen wir eine Schleimmütze auf, packen eine Lanze oder ein Schwert in die Hand, so ist ist im Spiel sichtbar. Hier hat Entwickler Interbellum sehr gute Arbeit geleistet. So einige erfolgreiche Rollenspiel-Titel bieten dieses Feature nicht. An der Grafikschraube lässt sich jedoch auch in diesem Spiel nicht drehen. Es stehen uns, wie im von uns getesteten Shiny The Firefly nur 3 Grafikoptionen zur Verfügung, nichts weiter.
                                                                                                  Der Sound in Bravada ist sehr gut gewählt. Egal, ob im Wald, in den Bergen oder im Orktal, immer begleitet uns ein stimmiger Soundtrack. Nebenbei zwitschern dann im Wald noch die Vögel, im Schnee der Berge hört man seine Fußstapfen und in der Höhle hallt es ein wenig. Allerdings ist auch hier nicht durchweg alles positiv. Einen Sprecher für die verschiedenen Figuren des Spiels hätten wir uns schon gewünscht. So sprechen die verschiedenen Figuren, selbst in den Zwischensequenzen, indem sie ein kleines Gegrummel von sich geben. Ein Glück gibt es da den Untertitel.

                                                                                                  bravada (6)
                                                                                                  bravada (48)

                                                                                                  Persönliches Fazit

                                                                                                  Was hat dieser Zwerg nur für ein Problem… Ich muss mir jeden dritten Tag meinen Bart abrasieren, bevor er zu lang wird. Und der Kerl riskiert sein Leben für die nervige Gesichtsbehaarung. Naja, die Story ist immerhin super erzählt, da kann ich nichts gegen sagen. Allerdings war das Ende doch ein wenig „eigen“.
                                                                                                  Das Durchspielen von Bravada hat mir im Allgemein sehr gefallen. Vor allem die vielen, kleinen Details in den Kapiteln haben mich begeistert. Auch das Schachbrett-Prinzip hat Interbellum außerordentlich gut umgesetzt. Die eigenen Bewegungsmöglichkeiten und die der Gegner waren sehr gut ausbalanciert und es gab kaum richtig unfaire Stellen im Spiel. Im Endeffekt eine perfekte Mischung zwischen herausforderndem und simplem Gameplay.
                                                                                                  Persönliche Wermutstropfen gab es im gesamten Spiel nur zwei für mich. Zum einen wäre da die kurze Spielzeit. Nach 4 Stunden habe ich das Abenteuer abgeschlossen und den erhofften Bart erhalten. Für einen Indie-Titel aber durchaus okay.
                                                                                                  Zum anderen geht es um die spärliche Vertonung. Es war mir einfach suspekt, dass die einzelnen Figuren in den Sequenzen ausschließlich komisches Gegrummel von sich gaben. Zumindest hat Interbellum uns einen Untertitel drunter gepackt.
                                                                                                  Alles in allem hat mir Bravada trotzdem vier unterhaltsame Stunden bereitet und ich würde es jedem empfehlen, der zwischendurch gerne lustige Adventures spielt.

                                                                                                  Positiv:
                                                                                                  + lustige Story
                                                                                                  + gut durchdachtes Schachbrett-System
                                                                                                  + verschiedene Schwierigkeitsgrade,…
                                                                                                  + …die hohen Wiederspielwert bieten
                                                                                                  Negativ:
                                                                                                  – spärliche Vertonung
                                                                                                  – kurze Spielzeit von knapp 4 Stunden
                                                                                                  – nur auf englisch, russisch und ukrainisch spielbar

                                                                                                  Wollt ihr euch auch einmal euren eigenen Bart erkämpfen? Dann könnt ihr euch Bravada hier auf Steam kaufen.

                                                                                                  Euer Hardbloxx-Team
                                                                                                  Testbericht von Hardbloxx.MrChrischan

                                                                                                  Test / Testbericht: Risen 3 Titan Lords

                                                                                                  Da denkt man sich nichts Böses und schon ist man tot. Ähnliche Probleme hat der namenlose Held in seinem neuesten Abenteuer, das den abenteuerlichen Titel Risen 3: Titan Lords trägt.
                                                                                                  Ob die großspurige Ankündigung der Macher, wieder zu den Wurzeln zurückzukehren, hier ihre Bestätigung findet, klären wir in unserem Testbericht. Vorab sei gesagt: Risen 3 erfüllt in vielen Punkten die Erwartungen, in manchen aber auch nicht.

                                                                                                  Tote leben länger

                                                                                                  Das Leben als Pirat ist einfach: Das Leben genießen und ab und zu mal einen Schatz bergen. So schwer kann das schon nicht sein. Das zumindest denkt sich wohl unser Held, als er zusammen mit der hübschen Piratentocher Patty (bekannt aus Risen 2) den ominösen Schatz der Piratenküste heben will. Doch schon vor Ort ereignen sich merkwürdige Dinge. Wir träumen von merkwürdigen Geisterschiffen und allerlei merkwürdigem Zeug.
                                                                                                  Auf der Insel dann der Schock: Statt des erhofften Goldes erwarten uns nur geisterhafte Höllenhunde und ein merkwürdiges Kristallportal, aus dem zu allem Überfluss auch noch ein Schattenlord tritt und uns kurzerhand unserer Seele beraubt. Doch der Tot scheint noch nicht das Ende. Kurz nachdem wir an der malerischen Küste begraben wurden, werden wir auch schon wieder auferweckt – von einem hilfsbereiten Voodoopriester. Freundlich erklärt er uns, dass wir zwar wieder leben, aber all unser Wissen (oh Wunder) und unsere Seele verloren haben. Wenn wir nicht binnen kurzer Zeit ein ruheloser Sklave der Unterwelt werden wollen, haben wir also gefälligst etwas dagegen zu unternehmen.

                                                                                                  Risen 3 (16)
                                                                                                  Risen 3 (17)

                                                                                                  Soweit ergibt sich nach kurzer Spielzeit, das mehr oder weniger als Intro und Tutorial dient, unsere Ausgangssituation. An der Seite des Priesters Bones und seinem kleinen Kahn befahren wir nun verschiedene Inseln auf der Suche nach unserer Seele.

                                                                                                  Nebenbei ergeben sich allerdings noch allerlei Probleme: Was hat es mit dem Geisterkapitän auf sich, der mit seiner Crew das Wasser unsicher macht? Wieso wird die Welt von diesem Kristallportal und den damit einhergehenden untoten Schattenwesen bedroht? Fragen über Fragen, die nach einer Antwort verlangen. Und selbstverständlich können wir als Einziger diesem Treiben Einhalt gebieten.

                                                                                                  Besonders Spieler des Vorgängers werden dabei vieles wiedererkennen, denn die Handlungen spielen auf teilweise bereits bekannten Inseln mit teilweise bereits bekannten Figuren. Doch natürlich lässt sich der Kampf nicht alleine gewinnen.

                                                                                                  Kommt Zeit, kommt Zeug

                                                                                                  Risen 3 ist ein Rollenspiel der alten Schule, genau das, was es sein wollte. Das bedeutet konkret: Jede Menge Aufträge, jede Menge Kloppereien und jede Menge Plunder. Einen Großteil der Spielzeit verbringen wir also damit, durch die Gegend von A nach B zu laufen und dabei am Wegesrand verstreutes Zeug einzusammeln. Pflanzen, Fundsachen und vieles mehr – wer weiß, ob wir das nicht noch irgendwann gebrauchen können.

                                                                                                  Gelegentlich kommen wir dabei mit der einheimischen Tierwelt in Konflikt. Und Risen wäre nicht Risen, wenn es dann nicht volles Pfund auf’s Maul geben würde.
                                                                                                  Merklich anders funktioniert das Kampfsystem dabei nicht. In der Regel parieren wir die Angriffe unserer Gegner (egal ob Mensch oder Monster) und warten auf den richtigen Moment. Dann schlagen wir solange auf den Gegner ein, wobei wir die Angriffe aufladen können, um mehr Schaden zu machen oder durch die Verteidigung zu kommen. Mehrere Angriffe hintereinander können wir zu Angriffsketten verbinden – sofern wir nicht dabei unterbrochen werden.
                                                                                                  Mit Hilfe unserer Begleiter gehen Kämpfe relativ gut von der Hand. Mit einer gesunden Mischung aus Parieren, Seitwärtsrollen und Angriffen können wir den meisten Gegnern souverän die Stirn bieten. Allerdings nicht immer.

                                                                                                  Risen 3 (11)
                                                                                                  Risen 3 (45)

                                                                                                  In Ausnahmefällen reihen die agilen Gegner ihre Angriffe in Gruppen derart geschickt aneinander, dass uns keinerlei Möglichkeit bleibt, darauf zu reagieren. Gerade wenn wir dann zu einer rettenden Rolle ansetzen wollen, kommt ein neuer Schlag und die Aktion wird zurückgesetzt. Häufiges Speichern ist hier also Pflicht. Glücklicherweise kommen solche Situationen nicht sehr häufig vor. Öfters dagegen passieren KI-Aussätzer. Allerdings ist nicht ganz klar, ob hier tatsächlich der Computer überfordert ist oder die Helfer und Gegner eher der Meinung sind, der Tag sei viel zu schön zum Kämpfen. In jedem Fall stehen unsere „Helfer“ gelegentlich teilnahmslos in der Gegend herum, während die Gegner brav der Reihe nach warten, bis ihr Kumpane erledigt worden ist.

                                                                                                  Doch wozu die Mühe? Zum Beispiel, um damit einer der zahlreichen Aufgaben zu erfüllen, die in Hülle und Fülle am Wegesrand lauern. Man kennt das. Da unterhält man sich freundlich mit einer Dorfbewohnerin der Hafenstadt über das Wetter, als ihr plötzlich aus heiterem Himmel klar wird, dass sie gerne einen Heiltrank aus den Überresten verstorbener Dorfbewohner brauen möchte. Glücklicherweise haben die Schattenhunde (Kristallportale – ihr erinnert euch) den örtlichen Friedhof bereits geplündert. Der Auftrag ist klar: Hin, Hunde vermöbeln, Knochen sammeln, zurück. Die meisten solcher Quests sind dabei Rollenspiel-Alltag und umfassen die bekannten Sammel- und Tötungsaufträge. Doch selbst bei solch tristen Aufgabenstellungen kommt uns die Jagd nach dem nächsten glücklichen Bewohner nie langweilig vor. Hier zeigen die Leute von Piranha Bytes wieder Talent und verpacken ihre Dialoge derart liebevoll und amüsant, dass man sich gerne auch noch so banale Geschichten anhört.
                                                                                                  Sehr praktisch und hilfreich ist dabei generell das Logbuch. Hier werden alle Aufträge schön übersichtlich nach Insel, Person und Dringlichkeit geordnet. Mit einem simplen Klick können wir uns sogar Ziele, Hilfen und Auftragsgeber auf der Karte markieren lassen und können uns sogar die langwierigen Gespräche sparen… wenn wir das wollen. Aber wer will das schon?

                                                                                                  Risen 3 (4)
                                                                                                  Risen 3 (6)

                                                                                                  Hin und wieder ergibt sich auch die Möglichkeit, eine Aufgabe auf verschiedene Art und Weise zu lösen. Händler Flinn möchte beispielsweise ein Erbstück zurück haben, das von seinem fiesen Bruder unrechtmäßig in Besitz genommen wurde. Bei einem Gespräch mit besagtem Bruder stellt er uns vor die Wahl: Wir können entweder das Schwertstück einfordern oder ihm helfen, das entsprechende Gegenstück zu besorgen. Je nach Entscheidung ergeben sich daraus wieder weitere Möglichkeiten. Gespräche können wir auch durch den Einsatz unserer Talente in die eine oder andere Richtung lenken. Durch unsere „Silberzunge“ können wir unser Gegenüber bereden, bis er uns in unserer Sache hilft. Was, wie, Talente? Ja Moment…

                                                                                                  Den ganzen Stress nehmen wir natürlich nicht ganz uneigennützig auf uns. Zur Belohnung winken uns Ruhm (manchmal auch Rum) und Gold, dass uns die Auftragsgeber mal mehr oder weniger gerne überlassen.
                                                                                                  Der Ruhm, den wir auch aus dem Kampf mit Kreaturen und Menschen gewinnen, dient hier als Erfahrungspunkteersatz. Wie üblich können wir damit unsere Fähigkeiten verbessern, allerdings etwas anders als gewohnt. Statt mit genug Erfahrungspunkten ein Level aufzusteigen und eine Anzahl Punkte zu bekommen, „kaufen“ wir hier die Aufwärtungen. Der Preis pro Stufe steigt dabei logischerweise von Mal zu Mal.

                                                                                                  Investieren können wir in 8 Attribute, die jeweils eine gewisse Anzahl an Fähigkeiten beinhalten.
                                                                                                  „Nahkampf“ steigert also gleichzeitig den Schaden all unserer Nahkampfwaffen (Stich- und Hiebwaffen sowie Schwertern, während „Einfluss“ unsere „Silberzunge“ (Leute freundlich belabern) und „Einschüchtern“ (nicht so freundlich belabern) verbessert. Auf diese Weise können wir uns ganz nach unseren Vorlieben den Charakter spezialisieren. Lieber ein einfacher, aber kräftiger Haudrauf-Kämpfer oder ein gelehrter Alleskönner? Kein Problem, sofern genug Ruhm vorhanden ist.

                                                                                                  Risen 3 (1)
                                                                                                  Risen 3 (47)

                                                                                                  Doch nicht nur so können wir die gewünschten Fähigkeiten verbessern. Schließlich lässt sich vieles auch antrainieren. Natürlich auch in Risen 3. Ganz günstig ist das allerdings nicht, immerhin wollen die Trainer bezahlt werden. Durch das Erlernen solcher zusätzlichen Fähigkeiten steigert sich hauptsächlich der Zugewinn an Attributspunkten beim Einkaufen neuer Attribute, andererseits können so auch gänzlich neue Fähigkeiten wie Taschendiebstahl oder Alchemie erlernt werden.

                                                                                                  Apropos Alchemie: Natürlich sind auch wieder einige Berufe mit von der Partie, die den Kämpferalltag erleichtern. So finden auch endlich die am Wegesrand zusammengesuchten Pflanzen und Gewächse eine nützliche Verwendung. Und hilfreich im Kampf oder bei zwischenmenschlichen Problemen sind sie allemal.
                                                                                                  Ebenso hilfreich sind unsere Gefährten (wenn sie denn was tun). Bones, unser Erwecker von den Toten, steht uns dabei von Anfang an zur Seite. Im Laufe des Spiels und bei gründlichen Gesprächen mit Bewohner gesellen sich weitere Abenteurer zu unserer Crew, die wir auch fortan als Begleiter mit auf unsere Ausflüge mitnehmen können. Die verschiedenen Begleiter haben unterschiedliche Talente, z.B. kann Bones super heilen.

                                                                                                  So laufen wir „questend“ und metzelnd durch die malerischen Landschaften, auf der Suche nach Lösungen für die immer neu auftretenden Probleme. Laufen? Wieder ein gutes Stichwort.
                                                                                                  Das ist nämlich fast die einzige, wenigstens aber die gebräuchlichste Art der Fortbewegung. Pferde, Kutschen oder andere Fortbewegungsmittel gibt es nicht. Auf weite Strecken hilft da nur das Portalsystem, mit dem wir zu jedem beliebigen anderen Portal, auch auf andere Inseln, kommen können. Diese wollen allerdings erst gefunden und aktiviert werden. Als letztes bleibt da nur unser Kahn, um von Insel zu Insel zu kommen. Wenigstens gibt es hier keine Schattenwesen.

                                                                                                  Risen 3 (38)
                                                                                                  Risen 3 (5)

                                                                                                  Und was wäre Risen, wenn es uns nicht für unseren Entdeckertrieb belohnen würde? Die hübsche Landschaft sieht nämlich nicht nur gut aus, sie hat auch allerlei zu bieten. Dabei lohnt es sich, auch mal abseits der Wege zu schauen oder Ecken zu erreichen, die augenscheinlich nicht auf unseren Besuch warten. Und wenn nur ein einfacher Pilz am Ende unserer waghalsigen Klettertour auf uns wartet: Wir waren hier und die Entwickler danken uns dafür.

                                                                                                  Wirklich sinnvolle Sachen gibt es aber auch. „Sammlerstücke“ sind mal mehr oder weniger offensichtlich in der Spielwelt verteilt, meistens finden wir bei genauen Recherchen auch irgendwo einen Hinweis darauf. Diese Gegenstände bekommen einen extra Platz in unserem Inventar und bringen permanente Boni auf Fähigkeiten. Da lohnt sich das Suchen.

                                                                                                  Schön ist das Leben

                                                                                                  Hand aufs Herz: Risen und generell alles aus dem Haus war noch nie bekannt für übermäßig aufwändige Grafik-Gerüste. Da bleibt Risen 3 der Serie treu. Jedoch waren die bisherigen Teile für malerische, handgebaute und liebevoll bestückte Landschaften und Orte bekannt. Und auch hier bleibt sich Risen 3 treu. Mögen die Texturen nicht die schönsten und die Effekte nicht die beeindruckendsten sein. Auch die Modelle der Charaktere und Gegenstände sind nicht unbedingt auf der Höhe. Bei genauem Hinsehen fallen zudem bewegungsarme Gesichter und Gesten auf, die sich schnell wiederholen. Auch die Charaktermodelle mancher Figuren wiederholen sich schnell. Dazu kommen flackernde und durchsichtige Objekte und gelegentliche Probleme mit unsichtbaren Hindernissen.
                                                                                                  Das klingt auf dem Papier aber schlimmer als es ist. Stattdessen macht es unglaublichen Spaß über die handgebauten Inseln zu schlendern, die Urwälder und alten Tempelanlagen zu erkunden oder am Strand den Sonnenuntergang zu genießen.

                                                                                                  Risen 3 (54)
                                                                                                  Risen 3 (19)

                                                                                                  Gleiches gilt auch für die akustische Untermalung. Normale Effekte und Geräusche gehen in Ordnung und passen zum Geschehen auf dem Bildschirm. Gleiches gilt für den guten Soundtrack, der uns stets in den richtigen Momenten passend unterstützt. Lob an dieser Stelle gibt es für die Vertonung. Sie machen (fast) jeden Dialog zu einem Genuss und nicht selten saßen wir schmunzelnd vor dem Geschehen angesichts der derben Sprüche und Reaktionen.

                                                                                                  Wo Risen 3 so viel von den Vorgängern erbt, hat es leider auch einige Probleme übernommen, allem voran die schwächelnde KI. Wie erwähnt bemühen sich Freund wie Feind gelegentlich nicht in das Geschehen einzugreifen, mal zum Vor-, mal zum Nachteil. Auch bei der Wegfindung gibt es hier und da Probleme, gerne bei der Erkundung schwieriger Ecken. Hier empfiehlt es sich, den Begleiter warten zu lassen und später wieder einzusammeln.

                                                                                                  Persönliches Fazit

                                                                                                  Okay, ich bin ehrlich: Auf Risen 3 habe ich mich wahnsinnig gefreut. Besonders die Ankündigung über die „alten Wurzeln“ und „weg vom Piratensetting“ haben meine Erwartungen zusätzlich gesteigert. Und was ist es?
                                                                                                  Nun, Piraten gibt es immer noch, ebenso wie Ureinwohner und verschiedene Inseln, die nur mit Boten erreichbar sind. So viel dazu.
                                                                                                  Allerdings fühlt sich Risen 3 auch genau so an, wie ich es erwartet habe. Mag das Setting nicht das Beste sein und die Geschichte mit dem Geisterzeug etwas unpassend, Risen ist und bleibt ein Garant für liebevolle Rollenspiele mit abwechslungsreichen Aufgaben, derben Sprüchen und einer Welt, die landschaftlich und inhaltlich alles bietet, was man erwartet. Da juckt es mich auch herzlich wenig, dass das Grafikgerüst nicht das teuerste ist und gelegentlich einige Fehler oder Aussätzer auftreten.
                                                                                                  Wenn mich ein Spiel meinen eigenen Charakter entwickeln lässt, den ich nach und nach meinen Wünschen anpassen und zu einem gefährlichen Krieger machen kann, den die Leute respektieren oder fürchten, werde ich glücklich. Ja, mit Risen 3 bin ich glücklich.
                                                                                                  Also, Piranha Bytes, gut gemacht, weiter so! Nur bitte keine Piraten mehr…

                                                                                                  Positiv:
                                                                                                  + Liebevolle, handgebaute Spielwelt
                                                                                                  + Abwechslungsreiche Aufgaben mit unterschiedlichen Lösungswegen
                                                                                                  + uneingeschränkte Charakterentwicklung
                                                                                                  + frei begehbare Spielwelt
                                                                                                  Negativ:
                                                                                                  – KI- Aussätzer
                                                                                                  – immernoch recht eintöniges Kampfsystem

                                                                                                  Du bist interessiert und möchtest am liebsten direkt loslegen? Dann kannst du dir Risen 3: Titan Lords gleich bei Amazon bestellen. Alternativ kannst du auch auf geizhals.de die Preise vergleichen.

                                                                                                  Testbericht von Hardbloxx.Demes
                                                                                                  Euer Hardbloxx-Team

                                                                                                  Preview: The Red Solstice (Beta)

                                                                                                  Wer die Science-Fiction-Filme der 80er und 90er Jahre kennt, weiß, dass die meisten eines gemein haben: Sie zeigen muskelbepackte Soldaten auf dem Mars oder anderen Planeten, die gegen Außerirdische kämpfen. In einem ähnlichen Setting ist auch The Red Solstice angelegt, doch glücklicherweise verzichtet man auf die stupiden Oneliner der früheren Filme. Stattdessen bekommt man eine Mischung aus RTS, Tower-Defense und RPG, die richtig Spaß macht, derzeit jedoch noch einige Macken mit sich bringt. Ihr wollt mehr wissen? Dann lest doch unsere Preview!

                                                                                                  The Red Solstice (12)
                                                                                                  The Red Solstice (16)

                                                                                                  Die Menschheit ist in Gefahr

                                                                                                  Die Story des Spiels ist schnell erzählt: In ferner Zukunft leben die Menschen auf dem Mars in kleinen und großen Kolonien. Allerdings tobte erst vor kurzem der „Red Solstice“, einer der größten Stürme aller Zeiten, der beträchtliche Schäden in den Kolonien hinterlassen hat. Nun wird ein Team aus acht Marines losgeschickt und soll überprüfen, was in den Kolonien passiert ist – und trifft dabei auf den schlimmsten Alptraum der Menschheit. Denn wie es scheint, gibt es einen Virus, der nur darauf wartet, alle Menschen auszulöschen. Nun ist es eure Aufgabe, den Herkunftsort zu lokalisieren, Forschungsergebnisse zu sammeln und jede Person zu retten, die euch begegnet. Ach ja, nebenbei schlagt ihr euch natürlich noch mit kleinen und großen Außerirdischen herum, die euch auf die Pelle rücken wollen. Dazu nutzt ihr dann Pistolen, Gewehre, Landminen, Granatenwerfer und alles andere, was euch so in die Hände fällt

                                                                                                  The Red Solstice (4)
                                                                                                  The Red Solstice (23)

                                                                                                  Gemeinsam stark

                                                                                                  Nachdem ihr ein wenig im Prequel die grundlegenden Steuerungsmöglichkeiten zu nutzen gelernt habt, könnt ihr euch bewegen (per Klick der rechten Maustaste), wisst, wie ihr schießt (per Klick der linken Maustaste) und könnt außerdem eure Fähigkeiten einsetzen (durch das Drücken der Tasten 1 bis 4). Zudem gibt es den frei ein- und ausschaltbaren Auto-Aim, bei dem euer Charakter schießt, sobald ein feindliches Wesen in Reichweite ist. Dies ist jedoch sehr ungenau und überhaupt nicht munitionssparend. Bei der von uns getesteten Version war noch kein Singleplayer vorhanden, was jedoch nicht weiter schlimm war, denn The Red Solstice ist ganz klar auf den Multiplayer ausgelegt. Dort können dann bis zu acht Spieler an den Missionen teilnehmen und müssen sich strategisch ergänzen. Das Ganze beginnt bereits beim Wählen des Schwierigkeitsgrads, der in vier Stufen (Rekrut, Soldat, Veteran und Aetriden) aufgeteilt ist. Während der Rekrut für Anfänger gedacht ist, ist man als „Soldat“ bereits sehr stark gefordert und sieht sich einem knackigen Spiel gegenüber. Doch bevor ich jetzt weiter auf den wirklich spaßigen Multiplayer eingehe, sollte ich vielleicht erklären, wie genau man eigentlich spielt.

                                                                                                  Ihr bewegt euch auf einer Karte per Vogelperspektive mit euren Mitspielern umher und müsst dabei die Missionsziele erfüllen. Dabei hat das Spielprinzip, wie bereits erwähnt, Tower-Defense-ähnliche Strukturen, denn erstens sind auf der Karte überall Wachtürme verteilt, die von euch aktiviert werden können und zweitens erscheinen die Gegner in Wellen: Während die ersten drei bis vier Wellen noch recht einfach sind und ihr die Zeit nutzen solltet, um Munition, Medi-Kits und andere Items zu finden, sind in den späteren Wellen große, fiese und sehr starke Aliens auf dem Weg zu euch. Begebt ihr euch in ein Gebäude, könnt ihr dort die Schränke ausräumen, Stromgeneratoren anwerfen und für Licht sorgen sowie gefallene Soldaten finden und ausplündern. Die taktische Tiefe des Spiels kommt auf der einen Seite durch den richtigen Einsatz von Landminen, Granatwerfern und ähnlichem, aber auch die Munitionsknappheit sorgt dafür, dass ihr euch ständig mit euren Mitspielern absprechen müsst. Und natürlich gibt es noch das Klassensystem, das alles ein wenig komplexer macht.

                                                                                                  The Red Solstice (122)
                                                                                                  The Red Solstice (121)

                                                                                                  Spiele mit Klasse

                                                                                                  Es gibt acht verschiedene Klassen, die ihr wählen könnt, wobei ihr erst nach und nach alle Klassen freischaltet und vorerst mit den einfacheren Grundklassen spielt. So habt ihr zunächst Zugriff auf den Assault, bei dem es sich um einen einfachen Kämpfer handelt, der durchschnittlich viel Schaden austeilt, weder besonders langsam noch besonders agil ist und dessen Fähigkeiten sich nicht besonders hervortun. Ach ja, jede Klasse unterscheidet sich nicht nur in Bewaffnung und Beweglichkeit, sondern auch in den vier Fähigkeiten, die ihr relativ frei auswählen könnt: Der Assault kann zum Beispiel sich selbst heilen, kritischen Schaden austeilen oder mit dem Granatwerfer hantieren. Spielt ihr jedoch mit dem Medic, könnt ihr euch und alle Soldaten im Umkreis heilen, Vergiftungen kurieren oder eine Medic-Station setzen, die langsam alle Lebenspunkte der sich im Umkreis befindlichen Mitspieler auffrischt. Der Heavy Support erhöht dafür die Munitionskapazität aller Spieler, ist wesentlich treffsicherer und kann sehr hohen Schaden austeilen. Grundsätzlich könnt ihr so vier Fähigkeiten, auch „Components“ genannt, aus elf verfügbaren Fähigkeiten auswählen. Mit jedem Kill erhaltet ihr Erfahrungspunkte und bei Level-Up könnt ihr, ganz wie in einem RPG, eure Fähigkeiten skillen und verbessern. Zusätzlich könnt ihr noch bis zu drei Power-Ups wählen, die euch zusätzlichen Schaden geben, dafür jedoch eure Beweglichkeit reduzieren. Oder sie erhöhen eure Beweglichkeit, verringern aber eure Schussfrequenz.

                                                                                                  The Red Solstice (19)
                                                                                                  The Red Solstice (28)

                                                                                                  Items und Verbesserungen

                                                                                                  Das Finden von Items und das richtige Einsetzen eben dieser macht einen sehr wichtigen Punkt in The Red Solstice aus. Wie bereits erwähnt, findet ihr so zum Beispiel Landminen und ähnliches, die euch Area-of-Effect-Schaden (AoE-Schaden) ermöglichen und gleich mehrere Gegner auf einmal treffen können. Aber ihr findet auch ganz einfache Barrikaden, mit denen ihr euch bei Verteidigungstürmen verschanzen könnt. Oder ihr findet Power-Zellen zum Upgraden von Verteidigungstürmen. Und natürlich müsst ihr auch Munition finden, denn diese geht euch sehr schnell aus und ohne Munition seid ihr wirklich aufgeschmissen. Genau deshalb ist es auch enorm wichtig, ständig eure Umgebung im Auge zu behalten und diese bei Bedarf mit einzubeziehen. Dafür könnt ihr unter anderem Leuchtgeschosse finden, die kurzzeitig die dunkle Umgebung taghell erstrahlen lassen. So bekommt ihr eine gute Übersicht, wo zum Beispiel explosive Fässer stehen, die ihr auf die Monster werfen könnt. Zudem könnt ihr auch Schutzwesten finden, die euch eben mehr Schutz bieten, sowie Verbesserungen für bestimmte Klassenwaffen.

                                                                                                  The Red Solstice (68)
                                                                                                  The Red Solstice (98)

                                                                                                  Taktischer Multiplayer

                                                                                                  Doch kommen wir wieder zurück zum Herzstück des Spieles. Obwohl es einige RPG-Elemente gibt und auch etwas Tower-Defense-Feeling vorhanden ist, handelt es sich doch eindeutig um ein Action-Spiel mit taktischen Elementen. Die Taktik selbst beginnt bereits bei der Auswahl eurer Klasse, denn ohne Medic sollte man niemals als Gruppe starten. Aber auch sonst ist es wichtig, dass ihr unterschiedliche Klassen vertreten habt – wie in einem Rollenspiel sollte jemand eher den Schaden einstecken und weiter vorne stehen, während andere von hinten den großen Schaden austeilen. Dazu sollte man sich absprechen, ob man neben der Hauptmission auch die Nebenmissionen erledigen möchte und die zusätzlichen Erfahrungspunkte mitnehmen will. So ist es nicht nur wichtig, dass man seine eigene Rolle versteht und spielt, sondern auch weiß, was die Mitspieler vorhaben. Außerdem sollte man grundsätzlich in der Gruppe bleiben und nicht alleine losziehen – sonst heißt es schnell Game Over. Denn einmal gestorben, kann man nur wiederbelebt werden, wenn nach langer Zeit ein Verstärkungsraumschiff kommt und alle Gestorbenen wiederbelebt.

                                                                                                  Sterben jedoch alle Spieler, so ist die Mission vorbei. Dann gibt es zwar immer noch Erfahrungspunkte, doch natürlich weniger als bei erfolgreichem Ende. Mit den so gewonnen Erfahrungspunkten könnt ihr übrigens im Rank-System aufsteigen und weitere Boni freischalten: Weitere Fähigkeiten, Spezialisierungen, Power-Ups und zusätzliche Klassen sind so nach und nach für euch verfügbar.

                                                                                                  The Red Solstice (6)
                                                                                                  The Red Solstice (100)

                                                                                                  Persönliches Fazit

                                                                                                  Wir konnten bisher nur die Beta-Version anspielen, die noch einige offenkundige Macken besaß. Trotzdem können wir sagen: The Red Solstice macht süchtig. Wenn ihr erst einmal hinter das Spielprinzip gekommen seid, möchtet ihr unbedingt weitere Klassen freischalten und mit euren Freunden zusammen die Karten erkunden, Missionen überleben und viele Monster erledigen. Dabei überrascht der hohe Schwierigkeitsgrad in positiver Hinsicht. Er sorgt dafür, dass man wirklich nur im Team weiterkommen kann. Derzeit befindet sich der Titel noch in der Early-Access-Phase und es werden regelmäßig neue Updates veröffentlicht. Wir können jedem nur empfehlen, sich das Spiel genauer anzuschauen und bei Interesse ruhig jetzt schon zuzuschlagen. Denn Spaß macht es auf jeden Fall!

                                                                                                  Positiv:
                                                                                                  + bis zu 8 Spieler im Multiplayer
                                                                                                  + acht verschiedene Klassen
                                                                                                  + 11 Fähigkeiten pro Klasse
                                                                                                  + viele Items
                                                                                                  + knackiger Schwierigkeitsgrad
                                                                                                  + intuitive Steuerung
                                                                                                  + Survival-Modus und Missions-Modus
                                                                                                  Negativ:
                                                                                                  – (noch) kein Singleplayer
                                                                                                  – bisher zu wenige Missionen
                                                                                                  – Munitionsknappheit kann schnell nerven

                                                                                                  Bisher könnt ihr The Red Solstice nur bei Steam via Early Access spielen.

                                                                                                  Euer Hardbloxx-Team