Kategorie: 2.10 Android & iOS

Test/Testbericht: Syberia (Android)

Adventure-Games sind spätestens seit Monkey Island enorm beliebt und gehören zu den ältesten Videospiel-Genres überhaupt. Derzeit gibt es im Play Store einen Titel, der zwar schon einige Jahre in der Videospielwelt zu Hause ist, nun aber auf Android-Geräten eine Art Renaissance erlebt: Bereits 2002 erschien mit Syberia ein Point & Click Adventure für den PC, die PlayStation 2 und die Xbox, das sehr gemischte Kritiken erhielt und vor allem für seine detailreiche und vor über 10 Jahren hervorragende grafische Leistung gelobt wurde. Nun gibt es den Titel also auch für heimische Tablets zu kaufen und wir haben uns an Syberia gewagt. Lest nun im Folgenden, ob der Titel heute genauso gut wie früher funktioniert oder ob die Thematik schon längst nicht mehr aktuell ist.

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Automaten und keine Robobter!

Die Geschichte von Syberia spielt in dem kleinen und zunächst unscheinbar wirkenden Dorf Valadilène, das irgendwo in den Alpen zu finden ist. Dort trifft Kate Walker ein, die sich aus rein beruflichen Gründen in das verschlafene Dorf verirrt hat. Sie ist nämlich Anwältin aus New York und ist für einen Klienten dort, der die ansässige Spielzeugfabrik kaufen möchte. Es wurde bereits vorab alles mit der Besitzerin der Fabrik, Anna Vorarlberg, besprochen und eigentlich ist der Auftrag, mit dem Kate dort hingeschickt wird ganz einfach. Sie soll dafür sorgen, dass der Vertrag unterschrieben wird. Theoretisch eine sehr einfache Aufgabe, wäre da nicht ein klitzekleines Problem: Anna Vorarlberg ist mittlerweile gestorben. Die 86-jährige Frau erlag einer verschleppten Lungenentzündung, was in diesem Alter schnell tödlich ausgehen kann. Doch eigentlich sollte das den Verkauf der Fabrik nicht verzögern, denn die ehemalige Besitzerin hat weder Familie, noch einen Erben. So macht sich Kate also auf zum Notar, damit dieser den Vertrag gültig macht. Doch beim Notar angekommen, birgt die Testaments-Verlesung eine weitere Überraschung.

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Denn Anna Vorarlberg hat einen Bruder, der eigentlich schon seit über 50 Jahren tot sein sollte, der jedoch laut Testament noch immer am Leben ist – und damit als Erbe der Fabrik über den Verkauf entscheiden muss. Also begibt sich die Anwältin auf die Suche nach den Hintergründen und entdeckt dabei eine grausame Geschichte. Hans Vorarlberg, der Bruder von Anna, ist in seiner Kindheit beim Klettern in einer Höhle gestürzt und lag wochenlang im Koma. Als er wieder aufgewacht ist, wurde schnell klar, dass er eine geistige Behinderung davon getragen hat und für immer auf dem geistigen Stand eines Kindes festsitzen wird. Sein Vater, der mit dieser gesellschaftlichen Schmach nicht hätte leben können, vertuschte diesen Unfall und stellte es so dar, als ob sein Sohn bei dem Unfall gestorben wäre. Hans jedoch wurde weit weg versteckt und konnte irgendwann aus seinem Gefängnis ausbrechen. Obwohl er geistig zurück geblieben war, schickte er immer wieder hochkomplexe Blaupausen von Automaten in die Fabrik seiner Schwester, die maßgeblich zum Erfolg der Firma beigetragen haben. Denn Anna Vorarlbergs Fabrik stellte die weltweit besten Automaten her. Nun begibt sich Kate Walker also auf die Suche nach Hans, der angeblich irgendwo in Sibirien lebt und dort nach nach der Insel „Syberia“ sucht, auf der angeblich die letzten lebenden Mammuts der Welt zu finden sein sollen. Dabei trifft sie auf Oscar, der einem hochentwickelten Roboter ähnelt, jedoch darauf besteht, ein Automat zu sein. Mit ihm zusammen und einem von Hans entworfenen Zug begibt sie sich auf eine Reise rund um die Welt.

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Die Ruhe der Langeweile

Es ist irgendwie schwer Syberia einzuschätzen. Denn es macht im Prinzip genau das, was man sich von einem Point & Click Adventure erhofft: Man tippt auf dem Bildschirm herum, sammelt Gegenstände ein und nutzt diese an einer anderen Stelle, um so ein Rätsel zu vollenden. Auch Gespräche laufen auf die altbekannte Art und Weise ab. Es gibt einige Stichpunkte, die man aus einer Liste wählen kann und zu denen dann der Gesprächspartner etwas zu erzählen weiß. Viele dieser Informationen sind irrelevant, andere hingegen führen die Geschichte weiter. Die zu lösenden Rätsel sind immer logisch und auch lösbar und an und für sich einfach grundsolide. Doch genau da liegt auch das größte Problem von Syberia: Es ist grundsolide, aber darüber hinaus fehlt einfach der Reiz. Die Geschichte ist durchaus interessant, doch sie zieht sich sehr in die Länge und man muss viele verschiedene Lokalitäten besuchen, um etwas weiter zu kommen. Oftmals weiß man auch gar nicht so genau, welchen Ort man nun als nächstes aufsuchen muss, um im Spiel die nächste Eben zu erreichen. Ein Beispiel: Hat man das Rätsel um das verschlossene Tor zu den Vorarlberg-Länderein gelöst, kann man sich dort gleich vier Orte angucken: Die Villa, den Bahnhof, den Garten und die Automaten-Fabrik. Doch was genau die Aufgabe ist, das weiß man nicht. Soll man Dokumente in der Villa suchen oder am Bahnhof den Zug durchforsten? Oder lieber im Irrgarten nach versteckten Geheimnissen fahnden? Und wenn man zufällig einen Raum oder eine Abbiegung übersieht, dann kann man möglicherweise sehr lange nach den notwendigen Gegenständen suchen, von denen man natürlich immer noch nicht weiß, wie sie aussehen. In so einem Fall wäre eine Hilfsfunktion durchaus praktisch gewesen.

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Als Syberia 2002 auf den Spielemarkt gekommen ist, wurde es für sein detailverliebtes Setting und die gute Grafik gelobt. Daran hat sich bis heute eigentlich nicht viel geändert. Die vielen detailreichen Automaten sind immer noch wunderschön anzusehen und zeugen von viel Kreativität. Und auch die Grafik an sich wirkt auf dem Android-Tablet immer noch passend, auch wenn es natürlich nicht mit den Top-Spielen dieser Zeit mithalten kann. Ein zweischneidiges Schwert ist die Lokalisierung an sich, bei der vor allem die gesprochenen Dialoge auffallen. Die Stimmen sind sehr überzogen gezeichnet. Vor allem wenn Kate mit ihrer Freundin oder Mutter telefoniert, möchte man den Ton ausschalten. Dafür ist die restliche Soundkulisse jedoch makellos und für ein über zehn Jahre altes Spiel kann sich der Titel diesbezüglich nichts vorwerfen. Auch die Spielzeit ist mit vielen Stunden sehr lange. Extra für die Tablet-Version wurde sogar extra eine Auto-Save-Funktion eingebaut, damit man nicht ständig von vorne beginnen muss.

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Persönliches Fazit

Syberia ist wirklich kein schlechtes Spiel: Ein schönes Setting, eine durchaus fesselnde Story und interessante Rätsel sorgen für ein gutes Adventure-Feeling. Allerdings gibt es auch einige Punkte, die negativ auffallen. Allen voran die Sprachausgabe, die mit nervenden Stimmen leider absolut nicht überzeugen kann. Außerdem fehlt einfach das Herausragende, was den Titel zu einem absoluten Überflieger macht. Stattdessen kommt oftmals eine langweilige Episode auf, in der man nach der nächsten Aufgabe sucht. Gerade in diesen Situationen fällt die fehlende Hilfsfunktion negativ auf. Alles in allem jedoch würde ich das Adventure-Spiel jedem Adventure-Freund empfehlen, der nicht auf der Suche nach einem hohen Schwierigkeitsgrad ist. Und auf Android-Tablets spielt es sich wirklich gut. Holt euch doch zum Beispiel die PC-Version direkt bei Amazon.

Positiv:
– interessante Geschichte
– logische Rätsel
– kreative Automaten
– perfekte Tablet-Bedienung
– Grafik sieht nach über zehn Jahren immer noch gut aus
– schöne Filmsequenzen

Negativ:
– nervige Sprachausgabe
– zu viel Leerlauf
– keine Hilfsfunktion

Wenn ihr Syberia lieber auf dem PC spielen möchtet, dann holt euch den Titel doch gleich bei Amazon. Oder vergleicht die Preise hier.

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Euer Hardbloxx-Team
Test erstellt von Fefestars.Hardbloxx

Test/Testbericht: Kingdom Rush

Manchmal gibt es kleine, aber feine Spiele, die weder das Rad neu erfinden, noch besonders innovative Ideen einbauen. Stattdessen konzentrieren sich die Entwickler darauf, dass das Spiel genau das macht, was es können soll. Dabei achten sie auf die kleinsten Details und schaffen es, dass ein Titel, der eigentlich fast keine Neuerungen für die Spielewelt bereit hält, trotzdem enorm viel Spaß bringt und darüber hinaus auch noch etwaige Konkurrenten in den Schatten stellt. Eines dieser Spiele, das wir euch nun im folgenden Test etwas näher bringen wollen, ist Kingdom Rush, das für die verschiedenen Tablet-Geräte verfügbar ist. Dabei handelt es sich um ein klassisches Tower-Defense-Spiel, das es jedoch schafft, weit über die Eintönigkeit der Genre-Kollegen hinaus für viele Stunden Spielspaß zu sorgen. In unserem Test erfahrt ihr, warum das so ist.

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Einfach statt kompliziert!

Das scheint wohl das Grundmotto der Entwickler von Ironhidegames gewesen zu sein, die mit ihrem Spiel trotz der einfachen Bedienung und den wenigen Arten von Verteidigungstürmen eine enorme Spieltiefe schaffen und strategisches Geschick einfordern. Doch eins nach dem anderen. Für all jene, die sich mit dem Spielprinzip von Tower-Defense-Spielen nicht auskennen, gibt es hier eine kurze Einführung: Im einfachsten Fall gibt es einen Punkt A und einen Punkt B. An Punkt A erscheint einmal pro Runde eine Welle von Gegnern, die auf einem vorgelegten Weg nach Punkt B laufen. Eure Aufgabe als Spieler liegt darin, verschiedene Türme mit unterschiedlichen Arten von Fähigkeiten zu bauen und dadurch Schaden bei den gegnerischen Einheiten zu verursachen und sie zu töten, bevor sie Punkt B erreichen. Für jede Einheit, die Punkt B erreicht, verliert ihr eine bestimmte Anzahl von Leben. Sobald eure Lebensanzeige auf Null gesunken ist, habt ihr das Spiel verloren. Klingt recht einfach, ist es grundsätzlich auch. Die strategische Tiefe kommt daher, dass eben nicht jeder Turm gegen jeden Gegnertypen gleich stark ist. Klassischer Weise machen Kanonentürme zum Beispiel enorm viel Schaden an Gegnergruppen, sind jedoch schwächer gegen einzelne Feinde mit vielen Lebenspunkten und können fliegende Gegner überhaupt nicht angreifen. Magische Türme hingegen haben einen hohen Schaden gegen einen einzelnen Angreifer, sind jedoch bei Gegnerhorden überfordert.

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Und genau nach diesem Prinzip funktioniert auch Kingdom Rush: Es gibt vier verschiedene Arten von Türmen, die unterschiedlich stark gegen unterschiedliche Typen von Gegnern funktionieren: Bogenschützentürme haben eine hohe Reichweite und sind sehr gut bei kleinen, flinken Gegnern mit wenigen Lebenspunkten geeignet. Magietürme hingegen sind gut gegen feindliche Einheiten mit vielen Verteidigungspunkten. Außerdem gibt es noch Soldatenbarracken, die drei Soldaten den Gegnern in den Weg stellen, sowie einen Kanonenturm, der viel Flächenschaden verursacht, aber keinerlei Chance gegen fliegende Gegner hat. Jeder Turm hat außerdem noch eine weitere Ausbaustufe, die ihn spezialisiert. Ein Beispiel: Der Bogenschützenturm kann später entweder zur Musketen-Stellung ausgebaut werden und hat dann nicht nur die höchste Reichweite im Spiel, sondern kann kritische Treffer landen, die den Gegner mit einem Schuss töten können. Oder ihr baut ihn zu dem besten Bogenschützenturm aus, der dann ebenfalls eine moderate Reichweite besitzt, aber zusätzlich seine Pfeile in Gift tränkt und so über Zeit schaden verursacht und darüber hinaus die Fähigkeit besitzt, Gegner kurzzeitig festzuwurzeln. So gibt es also insgesamt acht verschiedene Türme auf der letzten Ausbaustufe. Das hört sich zunächst nicht nach sonderlich vielen Möglichkeiten an, doch reicht das tatsächlich aus, um eine hohe strategische Tiefe zu erreichen.

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Das fantastische Setting von Kingdom Rush

Ebenfalls unglaublich passend ist das Grundsetting, in dem die Geschichte von Kingdom Rush stattfindet: In einem fantastischen Königreich hat ein böser und dunkler Herrscher das Volk versklavt und führt mit Hilfe von Orcs, Wölfen und Trollen eine Schreckensherrschaft, die ihr beenden wollt und müsst. Dazu stellt ihr euch den verschiedenen Wellen von Fabelwesen, vernichtet diese mit euren Türmen und kämpft euch so nach und nach, Mission um Mission in Richtung Schloss vor, wo ihr letztendlich auf den bösen König trefft und ihn vernichten müsst. Doch nachdem ihr die eigentliche Kampagne erfolgreich erledigt habt, seid ihr noch lange nicht am Ende: Jede Mission, die ihr spielen könnt, bietet euch die Möglichkeit auf bis zu fünf Sterne, die ihr wiederum in Upgrades investieren müsst. Zunächst einmal müsst ihr eine Mission erfolgreich und ohne den Verlust von Lebenspunkten absolvieren, um drei Sterne zu erhalten. Habt ihr dies getan, werden für diese Mission zwei neue und wesentlich schwerere Optionen freigeschaltet, bei denen ihr euch gegen noch stärkere Wellen von Gegnern beweisen könnt und auf verschiedene Restriktionen blickt – zum Beispiel „Keine Magietürme erlaubt“. Außerdem schaltet ihr, wenn ihr den König besiegt habt, Bonus-Missionen frei, die eine strategische Meisterleistung von euch verlangen. Denn dort gibt es wirklich knifflige Wellen mit unglaublich zähen Monstern zu überstehen.

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Upgrades gibt es dabei in sechs verschiedenen Kategorien, wobei vier davon für eure vier Grund-Türme stehen, die ihr nach und nach verbessern könnt. So verursachen sie mehr Schaden, können öfter schießen oder der Ausbau wird preiswerter. Denn das Ausbauen eurer Türme während einer Mission kostet Gold, das ihr durch das Töten der feindlichen Gegner erlangt. Außerdem besitzt ihr zwei Fähigkeiten, die ebenfalls verbessert werden können: Die eine Fähigkeit erlaubt es euch, zwei Soldaten überall auf der aktuellen Karte zu rufen, damit diese für euch in den Kampf ziehen. Die zweite Fähigkeit ruft mächtige Meteoriten, die auf eure Feinde hinabstürzen und dort richtig viel Schaden verursachen. Die strategische Tiefe des Spiels besteht darin, dass ihr erstens eure Fähigkeiten zum richtigen Zeitpunkt einsetzen müsst, denn sie müssen sich erst wieder aufladen. Auf der anderen Seite könnt ihr eure Türme nicht einfach überall hinsetzen. Stattdessen gibt es eine begrenzte Anzahl von Baustellen, die sich für eure Türme eignen. Also müsst ihr entscheiden, welcher Turm an welcher Stelle am besten passt, um dadurch einen strategischen Vorteil zu erringen: Ist es sinnvoll, hier eine Barracke für Soldaten zu bauen, damit diese die Feinde kurzzeitig aufhalten und andere Türme länger Schaden machen? Oder sollte dort lieber eine Musketen-Stellung hin, da sie von dort aus die ganze Karte beschießen kann? Jede Entscheidung ist wichtig und nur, wenn ihr die richtige Entscheidung trefft, könnt ihr eure Gegner besiegen. Außerdem könnt ihr noch einen Helden pro Mission einsetzen, der im Level aufsteigt und mächtige Angriffe besitzt.

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Persönliches Fazit

Ich liebe Kingdom Rush, denn es ist einfach und trotzdem komplex. Die ersten Missionen fungieren als Tutorial, doch es ist nicht sonderlich kompliziert, das Grundprinzip zu verstehen. Selbst nach zehn und mehr Spielstunden hat man noch lange nicht alle Missionen erledigt oder alle taktischen Möglichkeiten ausgeschöpft. Die Helden sind ebenfalls sehr interessant und spielen sich alle sehr unterschiedlich. Der Schwierigkeitsgrad ist außerdem recht knackig. Glücklicherweise gibt es einen Ingame-Shop, bei dem ihr euch für Kristalle, die lediglich manchmal und absolut zufällig von Gegnern hinterlassen werden, besondere Boni kaufen könnt, zum Beispiel mehr Gold für den Start oder eine riesige Bombe, die allen Gegnern auf der Karte Schaden zufügt. Es macht wirklich Spaß und für den sehr geringen Preis kann ich Kingdom Rush absolut und ohne Vorbehalt empfehlen: Wer auch nur das Geringste mit Tower-Defense-Spielen anfangen kann und ein Tablet besitzt, der sollte hier zugreifen!

Wenn ihr einen Kindle Tablet besitzt, dann könnt ihr euch das Spiel sogar via Amazon holen.

Euer Hardbloxx-Team
Test erstellt von Hardbloxx.Fefestars

Test/Testbericht: Infectonator

Interessiert ihr euch für Zombies und wolltet schon längst einmal selbst erfahren, wie es ist, wenn man einen Virus freisetzt, der nicht nur die Menschen in eben jene Zombies verwandelt, sondern dessen erklärtes Ziel es ist, die gesamte Weltbevölkerung zu infizieren? Nun, mit dem Android-Spiel Infectonator ist das kein Problem, denn tatsächlich ist es eure Aufgabe mit den verschiedensten Hilfsmitteln einen Virus zu verbreiten, der nicht nur ein paar Menschen befällt, sondern sich über die gesamte Erdkugel verteilt und sogar das Geheimversteck des Weihnachtsmannes befällt. Wir haben für euch getestet, ob sich der Download des Free-to-Play-Titels lohnt und ob es sinnvoll ist, den einen oder anderen Euro zu investieren, um das eigene Spielerlebnis zu verbessern und die Entwickler zu unterstützen.

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Das Zombie-Leben ist nicht leicht!

Das Spielprinzip funktioniert sehr einfach und wird in der ersten Mission auch problemfrei erklärt: Ihr befindet euch in einem Labor, in dem an einem Virus geforscht wird, das jedoch natürlich ausbricht, wobei es eure Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass die Bevölkerung infiziert wird. Dazu tippt ihr auf eine Stelle auf dem Screen, auf der sich Personen befinden und setzt dort das Virus frei, dass daraufhin sofort die Personen im Umkreis der Freisetzung zu Zombies mutieren lässt. Die so entstandenen Zombies rennen sofort auf die nicht infizierten Menschen los und knabbern diese an, worauf sie entweder tot umfallen oder sich selbst zu Zombies verwandeln und sich der Meute anschließen. In jedem Gebiet gibt es eine gewisse Anzahl von Menschen und eure Aufgabe ist es, die komplette Bevölkerung eines Gebietes zu Zombies umzuwandeln. Das mag jetzt nicht so schwierig klingen, allerdings gibt es natürlich gewisse Hürden, die euch in den Weg gestellt werden. So haben zum Beispiel eure Zombies nur eine bestimmte Lebensdauer. Danach wird ihr Körper vom Virus zerfressen und sie fallen einfach tot um. Da sich die Menschen nicht einfach fressen lassen wollen, rennen sie natürlich weg, wodurch es passieren kann, dass all eure Zombies tot sind, bevor sie überhaupt zum Fressen kommen.

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Um trotzdem eine Chance zu haben, eure Aufgaben zu erfüllen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Am besten kauft ihr Upgrades, die eure Zombies in unterschiedlichen Bereichen verbessern. So wird zum Beispiel die Lebensdauer erhöht, wodurch eure Zombies einige Sekunden länger auf dem Gebiet umherlaufen können. Oder die Geschwindigkeit, die dafür sorgt, dass eure Einheiten nicht nur hinterher laufen, sondern tatsächlich auch ihre Opfer einholen können. Oder ihr erhöht den Angriff, die Verteidigung, die Chance, andere Menschen zu infizieren oder die Anzahl der Richtungen, in die eure Zombies das Virus weitergeben. Denn zunächst können sie nur Menschen in Zombies verwandeln, die auch direkt vor ihnen stehen. Je weiter ihr mit der Assimilation der menschlichen Bevölkerung voran kommt, desto mehr trefft ihr auch auf feindlichen Widerstand: Zunächst nur auf Polizisten und Mafiosos, die sich mit ihren Schusswaffen gegen euch wehren. Später kämpft ihr gegen die Armee und Spezialisten vom Seuchenschutzkommando, die wesentlich mehr Schaden austeilen und wesentlich schwerer zu infizieren sind. Und selbst wenn ihr euch mit diesen Einheiten erfolgreich herumschlagen könnt, gibt es immer noch Spezialgegner, wie Rambo, Mario & Luigi oder dem McDonald’s Maskottchen Ronald, die nicht nur sehr viel Schaden an euren Zombies verursachen, sondern auch selbst sehr viel einstecken können.

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Spezialeinheiten und -gegenstände für die Zombieapokalypse

Normalerweise ist es ja wichtig sich GEGEN die Zombieapokalypse vorzubereiten, doch in Infectonator steht ihr ja auf der anderen Seite und müsst euch FÜR eure Weltübernahme wappnen. Dazu habt ihr zum Beispiel Zugriff auf eigene Spezialeinheiten, die ihr nach und nach freischalten könnt. Dabei handelt es sich um besonders effektive Zombies, die in ihrem früheren Leben sehr bekannte Persönlichkeiten gewesen sind: Freddy Krueger, Jayson oder eine Hommage von Jigsaw dürften jedem Horror-Fan ein Begriff sein. Aber auch Michael Jackson ist mit von der Partie, der, wenn ihr ihn einsetzt, kurz das Spielgeschehen anhält und mit zwei weiteren Zombies zu seinem Mega-Hit „Thriller“ eine flotte Tanzchoreographie zeigt. Auch Fabelwesen, wie der Yeti oder der Grinch, sind mit dabei und helfen euch, euer Zombie-Imperium zu errichten. Dabei könnt ihr bis zu vier Spezialeinheiten in eurem Inventar mitnehmen und auf den Schlachtfeldern der Welt einsetzen, wobei jeder dieser Zombies eine bestimmte Fähigkeit mit sich bringt und entweder Bomben legt, besonders schnell und effektiv vorgeht oder einfach nur grobklotzig herum läuft und auf alles schlägt, was sich ihm in den Weg stellt.

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Sollten euch jedoch die Spezialeinheiten mal nicht ausreichen, um euer vorgegebenes Ziel zu erreichen, könnt ihr außerdem auf sogenannte Support-Items zurückgreifen, deren Ziel darin besteht, an bestimmten Stellen des Spielfeldes tödliche Effekte hervor zu rufen. Dabei könnt ihr aus acht verschiedenen Items wählen, wobei jedoch nur die ersten vier schnell freigeschaltet werden, während die letzten vier erst nach mehrmaligem Durchspielen zur Verfügung stehen. Das klingt vielleicht unfair oder nach viel Arbeit…oh, dann klingt es auch richtig – zumindest letzteres. Denn schon nach vier bis sechs Stunden hat man zum ersten mal den World-Modus abgeschlossen und die Kampagne beendet. Doch jetzt beginnt erst der richtige Spaß, denn nun werden alle Upgrades und gekauften Spezialeinheiten zurück gesetzt und in der nächsten Schwierigkeitsstufe geht es weiter – wobei hier nun wesentlich stärkere Gegner warten.

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Einmal Zombie, immer Zombie

Ein Zombie ist langsam, irrt sinnlos umher und wird nur von seiner eigenen Gier angetrieben – und genauso fühlt ihr euch in etwa in Infectonator, denn wirklich viele Steuerungsmöglichkeiten habt ihr nicht. Ihr könnt euren Virus in der Luft versprühen, bis zu vier Zombies auf dem übersichtlichen Spielfeld platzieren und – wenn ihr unbedingt wollt – noch ein paar unterstützende Items einsetzen. Das war es im Prinzip auch schon, lediglich das Sammeln des Goldes ist eure Interaktion mit dem Spiel während der Missionen. Dieses wird von Gegnern fallen gelassen und kann per Touchscreen aufgesammelt werden – und das sollte es auch, denn Gold ist das einzige und somit auch das wichtigste Element im Spiel: Ihr kauft Upgrades und Items damit und schaltet außerdem einmalig eure Spezialzombies frei, die ihr ebenfalls bis zu zwei mal upgraden könnt. Hier kommt auch die Free-2-Play-Komponente mit ins Spiel, denn wenn ihr möchtet, könnt ihr für reales Geld die Ingame-Währung kaufen und so schneller an Upgrades und andere Sachen kommen. Doch tatsächlich müsst ihr es überhaupt nicht, denn Gold fällt genug in den Missionen und solange ihr nicht den Highscore-Platz in der Online-Bestenliste erreichen wollt, fällt euch nicht auf, dass man tatsächlich Gold kaufen kann. Wenn euch jedoch das Spiel gefällt – und so viel sei verraten, es gefällt – dann steht es euch natürlich frei, den Entwicklern unter die Arme zu greifen und etwas Ingame-Währung zu kaufen.

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Persönliches Fazit

Es ist schwer zu sagen, wo genau der Reiz von Infectonator liegt, denn ihr habt nicht wirklich viele Interaktionsmöglichkeiten. Vielleicht ist es die große, aber nicht unüberschaubare Anzahl von Upgrades, mit denen ihr immer schwierigere Missionen schafft und auch die verschiedenen Bonus-Zusätze, wie bestimmte Zeitvorgaben oder die Nutzung von bestimmten Einheiten, erledigen könnt. Oder das Freischalten von neueren Zombie-Einheiten, die einfach witzig sind und durch unterschiedlichen Fähigkeiten dem Spiel eine gewisse taktische Komponente geben. Vielleicht liegt es auch einfach am Humor der Entwickler, der ständig zu sehen ist und wirklich Spaß bereitet: „Once I was a Zombie, but then I took a arrow to my knee“ wird genauso von den Zivilisten gesagt, wie „FAP FAP FAP“ oder ähnlicher Quatsch. Dazu kommt die passende 8-bit-Musik, eine gute Geräuschkulisse und die Nachrichtensprecherin, die am Ende einer Mission die Anzahl der Toten und Überlebenden preis gibt und für die man verschiedene Kostüme freischalten kann – Krankenschwester, Schuluniform und Playboy-Hase sind nur ein paar Möglichkeiten. Alles in allem handelt es sich bei Infectonator um ein Spiel für zwischendurch, die Missionen dauern selten länger als eine Minute und trotzdem kann man stundenlang davor sitzen und die Welt verseuchen. Einfach ein gutes Android-Spiel, das man absolut kostenlos nutzen kann – aber nicht muss.

Positiv:
– sehr viele Stunden Spielspaß
– guter Humor der Entwickler
– viele Upgrades
– lustige Umgebung
– passende 8-bit-Musik
– free-to-play!

Negativ:
– zu wenig Interaktionsmöglichkeiten
– manche Gegenstände erst nach mehrmaligem Durchspielen freischaltbar
– später unfairer Schwierigkeitsgrad

Ladet euch das Spiel doch kostenlos im Play-Store runter und hinterlasst uns hier doch einen Kommentar!

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Euer Hardbloxx-Team
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