Kategorie: 2.6.3 Strategie & Simulation

Need For Speed [PS4] im Test

Manche Spielereihen gehören einfach zum (fast) jährlichen Aufgebot der Branche dazu und so haben wir auch dieses Jahr wieder ein Titel aus der Reihe Need For Speed erwartet – und wurden nicht enttäuscht. Also letztendlich wurden wir schon enttäuscht, doch dazu später mehr. Mit Need For Speed erscheint dieses Jahr ein Ableger, der zumindest im Vorfeld sehr gehyped wurde, denn eine wunderbare Grafik, schnelle Drift-Szenen und eine große Anzahl an modifizierbaren Autoteilen sollten der Serie neuen Schwung verleihen und wieder einmal alle Autofans vor dem Bildschirm vereinen. Leider hat das nicht geklappt und so sei bereits hier verraten: Wir hatten uns wesentlich mehr von dem Spiel erhofft. Weiteres erfahrt ihr nun in unserem Test.

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Test/Testbericht: Driveclub

Es kommt nur noch selten vor, dass große Titel nur für eine einzige Plattform entwickelt werden, denn normalerweise versuchen Hersteller und Publisher eine möglichst große Anzahl der Spieler zu erreichen. Eine Ausnahme bietet also in diesem Fall der Exklusivtitel DriveClub, der lediglich für Sonys PlayStation 4 entwickelt wurde und sogar in zwei verschiedenen Bundles enthalten ist. Die Aufgabe des Rennspiels ist ganz klar, die PS4 zu bewerben und für weitere Verkäufe der Konsole zu sorgen. Wir haben uns den Titel mal etwas genauer angesehen und verraten euch in unserem Test, ob das Spiel tatsächlich für diese Aufgabe geeignet ist oder ob man lieber auf andere Bundles warten sollte.

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Das Rennen deines Lebens

Wohl die wenigsten Rennspiele besitzen eine Story. Stattdessen versucht man mit Hilfe eines Karriere-Modus etwas Tiefgang in das Gameplay zu bringen und so auch über längere Zeit einen Wiederspielfaktor zu kreieren. DriveClub hingegen verzichtet vollkommen auf die Möglichkeit einer Karriere, es gibt keine Story und von eurem Fahrer seht ihr maximal die Hände am Lenkrad oder mal eine kurze Seitenansicht. In diesem Feld präsentiert sich das Spiel ganz klar als Arcade-Racing-Game, das auf solch einen Firlefanz verzichten kann und sich vollkommen auf das Wichtige konzentriert: Das Fahren von Rennen. Dazu habt ihr gleich zu Beginn drei Auswahlmöglichkeiten und könnt zwischen der Tour, verschiedenen Einzelrennen und dem Mehrspielermodus wählen. Beginnen wir mit der Tour, denn die wird euch zumindest am Anfang am meisten beschäftigen. In diesem Spielmodus sind verschiedene Rennen aufgereiht, die ihr mehr oder weniger frei wählen könnt. Die Tour-Teile sind in die verschiedenen Schwierigkeitsgrade aufgeteilt und am Ende eines Parts steht immer eine kleine Meisterschaft, die aus zwei oder drei Rennen besteht und bei der ihr eine gewisse Anzahl an Aufgaben erledigen müsst, um die nächste Schwierigkeitsstufe freizuschalten.

Die Aufgaben sind dabei recht repetitiv, machen aber trotzdem Spaß und sorgen für einigen Ansporn. Jedes Rennen hat zwischen zwei und drei Aufgaben, die sich zwischen „Erreiche einen Platz in der Top 3“, „Gewinne die Meisterschaft“, „Erreiche eine Mindestgeschwindigkeit von X“, „Erreiche Zeit Y“ oder „Hole mindestens Z Drift-Punkte“ und ähnlichem abwechseln. Manche Aufgaben sind dabei recht einfach und die erledigt ihr mehr oder weniger nebenbei, andere bedürfen mehr Aufmerksamkeit. Manchmal habt ihr zudem das Gefühl, dass mit eurem ausgewähltem Modell eine gewisse Zeit gar nichts erreicht werden kann und ihr warten müsst, bis ihr weitere Modelle freigeschaltet habt, die bessere Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit haben. Neben diesen beiden Eigenschaften unterscheiden sich die vielen verschiedenen Automobile zudem im Driftpotential und dem Handling. Die Rennwagen sind in verschiedenen Klassen eingeteilt, die ihr nach und nach freischaltet, indem ihr in eurem Spielerlevel aufsteigt. Das ist derzeit bei Level 40 zu Ende, aber wird eventuell in der Zukunft mit neuen DLCs angehoben. Punkte für euren Level bekommt ihr durch einfaches Fahren, indem ihr hohe Platzierungen erhaltet, Gegner überholt, Teilabschnitte auf einer Strecke fehlerfrei absolviert oder die Aufgaben abschließt.

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Eine Insel mit zwei Bergen

Es gibt prinzipiell drei verschiedene Arten von Rennstrecken: Bei einigen müsst ihr möglichst schnell von A nach B fahren, andere benutzen richtige Rennstrecken und die dritte Kategorie führt euch auf ihren Rundkursen durch Dörfer und über Landstraßen. Manchmal müsst ihr diese verschiedenen Strecken alleine auf Zeit schaffen, manchmal müsst ihr mit der KI um den ersten Platz kämpfen und manchmal in der Drift-Challange möglichst viele Punkte sammeln. Was auch immer eure Aufgaben sind, über die grafische Leistung kann man sich niemals beschweren: In den Bergetappen gibt es wunderbare Berge und Täler zu sehen, die Rennstrecken sehen absolut authentisch aus und sobald ihr das erste Mal von der Sonne geblendet werdet, die über einer Hügelkuppe auftaucht, wisst ihr, warum man immer eine Sonnenbrille dabei haben sollte – die jedoch leider nicht im Spiel integriert wurde. Insgesamt könnt ihr derzeit so fünf verschiedene Länder erkunden und euch in Kanada, Chile, Indien, Norwegen und Schottland austoben. Während auf der Tour die Rennstrecken fix sind, könnt ihr im Einzelrennen nicht nur zwischen Zeit-, Drift- und Gegnerrennen wählen, sondern auch frei das Land und die jeweilige Rennstrecke bestimmen. Es sei euch geraten, ruhig einfach mal die Zeit zu ignorieren und einfach langsam durch die Gegend zu cruisen, denn dann könnt ihr tatsächlich einen echt schönen Blick auf die Gegend erhaschen.

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Das Rangeln mit der Künstlichen Intelligenz

Wenn ihr Singleplayer-Modus spielt, seid ihr darauf angewiesen, gegen die KI zu fahren. In der Tour ist das so eine Sache, denn bis zu den späteren Schwierigkeitsgraden könnt ihr eigentlich so viel falsch machen, wie ihr wollt und gewinnt am Ende trotzdem. So hat man das Gefühl, dass die KI gesteuerten Gegner kurz vor der Ziellinie auf euch warten, damit ihr gerade noch so eine gute Position erfahren könnt. Im späteren Spielverlauf ändert sich dieses Verhalten jedoch schlagartig und dann habt ihr das Gefühl, dass die Gegner nur im Sinn haben, euch von der Straße zu drängen. Da ihr das natürlich auch selber ausprobiert, ist das okay – bis zu dem Zeitpunkt, an dem ihr kurz vor dem Ziel bei einer Geschwindigkeit von 350 km/h und mehr einen kleinen Schubs am Heck spürt, euch überschlagt und auf einmal als Letzter abschließt, obwohl ihr doch eben noch Erster gewesen seid. Dass der Gegner, der euch gerammt hat, ebenfalls die Kontrolle über sein Auto verloren hat, scheint ihn nicht zu stören. Das nervt gewaltig und sorgt für ordentlich Frust. Man muss jedoch sagen, dass der Schwierigkeitsgrad fair gewählt wurde und niemals in unmöglichen Aufgaben ausufert. Stattdessen wünscht man sich, dass man den Schwierigkeitsgrad frei wählen kann, um auch in den ersten Rennen mehr gefordert zu werden.

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Gemeinsam einsam

Nach gut sechs bis acht Stunden habt ihr alle Aufgaben in der Tour gemeistert und wollt euch unbedingt im Multiplayer versuchen. Vielleicht habt ihr sogar einen Club gefunden, dem ihr beigetreten seid und mit dem ihr weitere Modelle freischalten und euch einfach mit Fremden anfreunden könnt. Dann betretet ihr also die Mehrspieler-Lobby, begebt euch zu eurem ersten Mehrspieler-Game, das ungefähr alle 30 Sekunden startet…und seid extrem frustriert, weil ihr ständig aus der Lobby geworfen werdet. Wenn ihr es denn überhaupt bis dahin schafft, denn viele Spieler können sich überhaupt nicht zu den Servern verbinden. Zwar arbeiten die Entwickler fieberhaft an der Verbesserung ihrer Server, doch derzeit ist es der absolute Horror. Rund 15 Minuten braucht man, bis man ein Spiel gefunden hat, das auch wirklich startet, um dann letztendlich nur drei bis fünf Minuten zu fahren. Das Fahren gegen Freunde und Unbekannt selbst macht durchaus Spaß, auch wenn es eher an das weltbekannte Demolition Derby erinnert und nicht an ein richtiges Rennspiel. Doch das Problem mit den Servern ist absolut frustrierend und derzeit der größte Kritikpunkt, denn sobald man mit der Tour durch ist, hat man eigentlich nichts mehr zu tun – außer eben Multiplayer zu spielen. Wenn hier nicht möglichst schnell nachgebessert wird, verliert DriveClub sehr viele Spieler und noch mehr werden vom Kauf – zu recht – abgeschreckt.

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Die Versprechungen der Entwickler

Tatsächlich macht DriveClub jedoch sehr viel richtig: Es gibt sehr viele verschiedene Modelle, die nicht nur unterschiedlich aussehen, sondern sich tatsächlich auch komplett unterschiedlich fahren und zudem authentische Motorengeräusche von sich geben. Neben dem Sound und der Optik wird außerdem die Rumble-Funktion des Controllers clever eingesetzt, um zusätzliche Atmosphäre zu schaffen und das Spielgefühl zu perfektionieren. Wer möchte, kann in der Garage die Muster und Farben seiner Modelle anpassen und verändern und sich zudem ein wenig im Clubsystem umsehen, das später weitere Herausforderungen bereithalten soll. Sowieso haben die Entwickler richtig viel vor, das Hoffnung und Lust macht: Derzeit gibt es schon einen Tag- und Nachtwechsel, bei dem ihr euch auf einmal in der Dunkelheit wiederfindet, nachdem ihr noch vor dem Sonnenuntergang gestartet seid. Umgekehrt dürft ihr jedoch auch einen Sonnenaufgang bei einem Nachtrennen erleben. Ähnliches haben die Jungs und Mädels von den Evolution Studios auch mit dem Wetter vor, denn so soll Schneefall und Regen einsetzen, der dann sogar die Straßenverhältnisse ändern wird. Zudem kommen per DLC weitere Auto-Pakete und sobald die Server laufen, kann man sogar selbst Herausforderungen erstellen. Hier liegt jedoch die Betonung derzeit noch auf dem „sobald“. Schön wäre außerdem noch, wenn man einfach mit ein paar Freunden zusammen spielen kann, ohne dass man direkt ein Multiplayer-Spiel mit 12 Plätzen joinen muss.

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Persönliches Fazit

Am besten beschreibt man DriveClub als eine Mischung aus Arcade-Racer und realistischem Rennspiel, das vor allem durch Atmosphäre punkten kann. Die Fahrphysik der Wagen ist überzeugend, die vielen Modelle fahren sich sehr unterschiedlich und es macht einfach Spaß, ganz egal, ob man mit einem aufgemotzten Golf oder einem Hyper-Car fährt. Das größte Problem ist ganz klar der nicht wirklich funktionierende Mehrspielermodus, was extrem frustrierend ist. Möchte man weiter meckern, dann kann man zudem über zu wenige Strecken und den Schwierigkeitsgrad sowie die KI allgemein reden. Sollten jedoch irgendwann die Server problemlos laufen, kann ich DriveClub jedem Fan von Rennspielen wärmstens empfehlen, denn es macht richtig Spaß, sieht super aus und unterhält hervorragend. Bis dahin sollte man sich jedoch im Klaren sein, dass nach circa sechs bis acht Stunden nicht mehr viel zu tun ist und man wartet, dass die Entwickler endlich nachrüsten und neue Herausforderungen, mehr Autos und Strecken bereit stellen.

Positiv:
+ viele unterschiedliche Modelle
+ Wechsel von Tag und Nacht
+ clevere Nutzung der Vibrationsfunktion
+ ansprechende Grafik
+ passende Sounds
+ überzeugende Fahrphysik
+ Clubsystem
Negativ:
– Fahrverhalten der KI
– Schwierigkeitsgrad
– Serverprobleme!
– nur wenige Strecken

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Euer Hardbloxx-Team
Test erstellt von Hardbloxx.Fefestars