Kategorie: 2.7.2 Rollenspiele

Test/Testbericht: Demon Gaze

Viele Entwickler versuchen heutzutage besonders innovativ und besonders kreativ zu sein: Immer neue und verrückte Gameplayelemente, möglichst spannende und abgedrehte Storyelemente, unglaublich realistische Animationen und Videos sowie eine Vermischung von den verschiedensten Genres – was leider nicht immer gut geht. Diese Experimentierfreudigkeit ist zwar nicht immer von Erfolg gekrönt, doch sehr wichtig für die Videospielwelt, denn sie brechen Konventionen auf und erlauben immer neue und vor allem bessere Spiele. Allerdings wünscht man sich immer wieder mal eines der alten, klassischen Spiele zurück. Titel, bei denen nicht großartig experimentiert wird, sondern bereits funktionierende Genres in ein frisches Setting gesetzt werden. Genau so ein Spiel ist Demon Gaze, das sich im klassischen Gewand eines japanischen Role Play Games (jRPG) gibt und dabei trotzdem modern rüberkommt – und das Ganze auf der PlayStation Vita!

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Die alte Geschichte der Dämonenjäger

Wenn ich von „klassischem Gewand“ schreibe, dann mein ich dabei, dass es sich um ein Spiel handelt, das so oder ähnlich schon einmal – oder sogar öfters – dagewesen ist. So ist selbst die Geschichte in Demon Gaze nicht wirklich innovativ, doch trotzdem interessant und spannend: Eines Tages wacht der Protagonist Oz in einem Gasthaus auf und hat keinerlei Erinnerung. Dafür wird ihm erzählt, dass er sich in großer Gefahr befindet und über besondere Kräfte besitzt, denn er ist ein Demon Gazer, ein Mensch mit der Gabe, Dämonen zu bekämpfen und diese einzuschließen – und sogar für seine eigene Zwecke einzuspannen. Zunächst werdet ihr jedoch in einer Art Verlies erwachen und dort einer Stimme folgen, die euch den sicheren Tod verspricht – bis dann jedoch eine Frau vor euch auftaucht und mit in den Gasthof nimmt. Sie stellt sich euch nur kurz vor und erklärt euch dann die Regeln, denn sie selbst war einmal ein Demon Gazer, wurde jedoch ihrer Kräfte bei einem Kampf mit einem Dämonen beraubt. Außerdem trefft ihr als nächstes auf Fran, der jungen, geizigen und etwas freizügigen Inhaberin des Hauses, die euch sofort klar macht, dass ihr von nun an Schulden bei ihr habt. Zunächst schickt sie euch in den Keller, wo ihr euren ersten Dämonen trefft, besiegt und versiegelt. Ab da an steht euch Comet zur Seite, ein Dämon mit Heilkräften, der aber auch ordentlich austeilen kann. Um Dämonen später im Kampf einsetzen zu können, werden jedoch Dämonenpunkte gebraucht, die ihr ansammelt, indem ihr ganz einfach Kämpfe bestreitet.

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Doch die Sache mit Dämonen ist die: Wenn ihr sie einmal versiegelt und euch unterjocht habt, kämpfen sie zwar für euch und sind lieb, nett und hilfsbereit, doch sobald ihr keine Dämonenpunkte mehr habt, um sie zu kontrollieren, werden sie aggressive und unberechenbar – praktisch gesprochen heißt das, dass sie in einem Kampf in den Berserker-Mode gehen und jeden angreifen, Freund wie Feind. Also solltet ihr immer darauf achten, dass ihr genug Punkte übrig habt – oder einfach mal keinen Dämon für ein paar Kämpfe beschwören. Eure ersten Aufgaben sind dabei direkt von Fran vorgegeben: Ihr müsst eure Schuld abbezahlen und dazu zwei weitere Dämonen versiegeln, die ihr außerhalb des Gasthofes in verschiedenen Gebieten findet. Um sie aus ihrem Versteck zu locken, müsst ihr die Dämonenzirkel freischalten. Dabei handelt es sich um magische Zirkel, die in den Gebieten mehr oder weniger versteckt sind und mit Edelsteinen funktionieren: Ihr könnt bis zu drei Edelsteine einsetzen und dann je nach Edelstein bestimmte Waffen, Rüstungen oder seltene Gegenstände bekommen, nachdem ihr die so beschworenen Kreaturen besiegt habt. Setzt ihr also ein Schwertedelstein, ein Hutedelstein und ein Bogenedelstein ein, bekommt ihr am Ende des Kampfes ein Schwert, einen Hut und einen Bogen. Doch die Qualität der Gegenstände ist dabei zufällig und abhängig von eurem derzeitigen Level sowie dem Gebiet, in dem ihr den Zirkel aktiviert. Nachdem ihr einen Zirkel freigeschaltet habt, könnt ihr dort speichern oder eure Dämonen ändern. Denn ihr könnt immer nur zwei aktive Dämonen besitzen, während ihr innerhalb des Spieles zehn verschiedene Dämonen finden könnt.

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Man ist nur so stark wie das schwächste Glied

Zunächst einmal solltet ihr jedoch eine Party akquirieren, denn alleine habt ihr keinerlei Chance gegen die Dämonen. Dazu müsst ihr jedoch zunächst einmal neue Räume im Gasthaus anmieten. Der erste zusätzliche Raum ist kostenlos, jeder weitere wird jedoch teuer. So könnt ihr bis zu vier weitere Partymitglieder „einkaufen“, was eure erste Priorität sein sollte, um möglichst schnell alle Partymitglieder auf dasselbe Level zu bekommen, da sie sonst zu schnell das Zeitliche segnen. Die Auswahl beziehungsweise Kreation eurer Partymitglieder ist dabei vollkommen euch überlassen und wenn ihr etwas Erfahrung im rundenbasierten RPG-Bereich habt, dann wisst ihr ungefähr, was ihr für eine solide Gruppe braucht. Zunächst müsst ihr das Aussehen eures neuen Kämpfers festlegen, wobei ihr aus 45 verschiedenen Modellen wählen könnt. Danach wählt ihr eure Rasse, wobei ihr auf die klassichen Gruppen Menschen, Elfen und Zwerge zurückgreift, aber auch Ney und Migmy sind zu wählen. Der Unterschied liegt dabei in den Anfangswerten. Migmy haben von Natur aus einen hohe Affinität zu heilenden Zaubersprüchen, haben aber verhältnismäßig wenige Lebenspunkte, während Zwerge vor allem mit Lebens- und Angriffspunkten überzeugen können, es als Magier jedoch schwer haben. Danach wählt ihr eure Klasse, bei der es Kämpfer gibt, die jede Waffe tragen und viel Schaden austeilen können. Oder Paladine, die auf Lebenspunkte setzen und Schaden auf sich lenken beziehungsweise absorbieren. Oder Samurai, die eine Mischung aus Kämpfer und Paladine sind. Ranger sind Fernkämpfer, die mit Bogen agieren und Assassinen sind eine Mischung aus vielen verschiedenen Stilen. Und natürlich gibt es auch Zauberer und Heiler. Danach noch schnell die Ingame-Stimme ausgewählt und einen Namen bestimmt und schon ist euer neuestes Mitglied fertig.

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Kämpfen mit Kopf und Seele

Das Kampfsystem von Demon Gaze ist sehr simpel und für einen rundenbasierten Dungeoncrawler sehr typisch. In den verschiedenen Gebieten könnt ihr entweder zufällig auf Monster treffen oder in Kämpfe laufen, die angezeigt werden und denen man nicht ausweichen kann, wenn man weiter kommen möchte. In den Kämpfen selbst wählt ihr vor jeder Runde eure Aktion aus: Ein normaler Angriff, Verteidigung, das Nutzen von Items, den Einsatz von Dämonen oder spezielle Skills, die Mana kosten oder einfach so eingesetzt werden und einen anderen Nachteil haben – ihr nehmt zum Beispiel Schaden oder euer ausgeteilter Schaden wird zwar auf alle Gegner verteilt, aber reduziert. So habt ihr einige taktische Entscheidungen zu treffen, aber im Normalfall werdet ihr immer eure stärksten Angriffe benutzen. Durch einen Druck auf die Dreieckstaste könnt ihr sogar einfach die Einstellungen von letzter Runde übernehmen und müsst euch nicht durch die fünf verschiedenen Charaktere klicken, nur um genau das Gleiche wie letzte Runde zu machen. Das ist wahrscheinlich auch einer der Parts, die vielen Leuten nicht gefallen wird, denn um die interessanten Kämpfe zu bestehen, muss man viel Erfahrungspunkte grinden – und immer wieder die gleichen langweiligen Monster besiegen. Das ist nun einmal Part von den „klassischen“ jRPGs und wer darauf steht, der wird definitiv auf seine Kosten kommen. Doch nicht jeder wird sich an die Monotonie gewöhnen können. Fähigkeiten erhaltet ihr einfach per Level-Up. Außerdem könnt ihr mit jedem neuen Level ein Attributspunkt verteilen. Ein weiteres cooles Feature: Ihr könnt die Karte aufrufen und euch automatisch dahin laufen lassen, wenn ihr diesen Teil der Karte schon freigeschaltet habt. Dadurch müsst ihr nicht ständig selbst über die halbe Map laufen, sondern könnt dies computergesteuert erledigen lassen.

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Das Gasthaus und seine Bewohner

Während ihr in den verschiedenen Gebieten die Quests löst und Dämonen jagt, ist das Gasthaus jedoch der Ort, an dem die Geschichte vorangetrieben wird und fast alles passiert, was nicht mit Dämonen und Kämpfen zu tun hat. Sobald ihr dahin zurückkommt, müsst ihr zunächst die Miete zahlen, die abhängig von eurem Level ist. Doch keine Angst, dabei handelt es sich nicht um viel Geld. Wenn ihr Geldnöte habt, könnt ihr einfach ein paar Monster besiegen oder auf den bereits freigeschalteten Dämonenzirkeln Edelsteine einsetzen, um so an Equipment zu kommen, das ihr wiederum im Gasthaus verkaufen könnt. Ein Mangel an Geld oder Edelsteinen hat man eigentlich nie, außer wenn man gerade besonders teure Items eingekauft hat. Außer Fran, der Inhaberin, gibt es noch viele andere Charaktere innerhalb des Gasthauses, die schnell zu einer Art Familie für euch werden: Da gibt es Pinay, eine Nyan und damit eine Art Katzenfrau, die auf katzenhafte Art in Fran verliebt ist und als Putzhilfe arbeitet. Oder Lorna, die einst ebenfalls Demon Gazer war und euch alles beibringt – und sich sogar für euch opfert. Oder Cassel, der den Waffen- und Rüstungsshop führt und zunächst etwas zu geschäftsbewusst wirkt, aber eigentlich ein netter Typ ist.

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Der Item-Shop hingegen wird von Lezerem geführt, einem Elf, der ebenfalls etwas komisch wirkt, aber euch im Fall der Fälle mit Rat und Tat zur Seite steht. Bei ihm könnt ihr verschiedene Heiltränke kaufen, die entweder eure Gesundheit auffrischen oder euch von Vergiftungen oder ähnlichem heilen. All diese Leute wohnen im zweiten Stock, während eure Zimmer im ersten Stock sind. Im Erdgeschoss hat man dann die Wahl ins Bad zu gehen, in dem man sein Aussehen anpassen und verändern kann, die Halle zu betreten, in denen man neue Sidequests findet, oder man begibt sich in den Keller, wo man auf Prometh trifft. Das junge Mädchen ist sehr – nun nennen wir es mal „eigen“. Denn sie wirkt immer depressiv, kümmert sich um nichts und ist sehr düster in ihrer Ausdrucksweise. Doch hat sie auch nützliche Funktionen im Gepäck. „Gepäck“ ist das richtige Stichwort, denn wenn ihr unterwegs seid, könnt ihr lediglich bis zu 100 Items mit herumschleppen. Das mag sich nach viel anhören, doch sobald ihr ein wenig XP-farmen geht, habt ihr schnell die magische 100 erreicht und müsst entweder zurück zum Gasthof, unbrauchbare Items wegwerfen oder die alten liegen lassen. Hier wäre eine höhere Grenze sehr schön gewesen, denn man sammelt einfach viel Schrott ein, dessen einzige Aufgabe es ist, beim Shop verkauft zu werden. Die andere Funktion, die Prometh im Demon Gaze einnimmt, ist die Äthermüle. Dort könnt ihr Waffen und Rüstungen entweder zerstören und ihren Äther bekommen oder mit bereits gewonnenem Äther eure guten Items noch ein wenig verbessern.

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Persönliches Fazit

Jeder, der einfach zum Fazit herunter gescrollt hat und eine kurze Zusammenfassung erwartet, der sollte eigentlich nur eins wissen: Demon Gaze ist ein absolut klassisches jRPG. Die Story ist interessant und mit dem typischen japanischen Humor gewürzt (sexuelle Anspielungen, sehr geizige Menschen, verrückte Katzenmädchen und vieles mehr), die Kämpfe sind schwer und manchmal etwas unfair, die Levels sind zwar kreativ, aber trotzdem irgendwie gleich. Die verschiedenen Klassen überschneiden sich etwas und man muss viele Erfahrungspunkte sammeln („grinden“), um am Ende den finalen Endgegner zu erledigen. Doch genau das alles macht für Fans des Genres den Reiz aus. Nicht die eintönigen Zwischenkämpfe sind das Ziel, sondern die mega starken und teilweise unfairen Bossfights. Und die liebevoll kreierten Charaktere mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften sowie die schöne Animegrafik, die in den einzelnen Level-Umgebungen jedoch etwas grobschlächtig daher kommt. Demon Gaze erfindet das Rad ganz klar nicht neu, doch es ist erfrischend altmodisch und wer an rundenbasierten jRPGs Spaß findet, der wird auch hier vollkommen zufrieden sein. Ein gutes Spiel, mit einigen Schwächen, aber vielen Stärken!

Positiv:
+ fünf verschiedene Rassen
+ sieben verschiedene Klassen
+ sehr lange Spielzeit
+ schöne Story
+ farbenfrohe Anime-Szenen
+ viele verschiedene Gegner
+ spannende Bosskämpfe

Negativ:
– matschige Umgebungskonturen
– unfaire Bosskämpfe nicht für jeden geeignet
– viel „Grinden“ von Erfahrungspunkten

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Euer Hardbloxx-Team
Test erstellt von Hardbloxx.Fefestars

Test / Testbericht: Final Fantasy X HD Remaster [PS Vita]

Ich kann mich noch sehr gut an mein erstes Rollenspiel auf der Playstation 1 erinnern – Final Fantasy 7. Ich war so gebannt von diesem Spiel, dem Helden, der Story und dem Gameplay, dass ich unbedingt mehr wollte. Die Teile 8 und 9 folgten. Zwischenzeitlich vertrieb ich mir die Zeit mit Spielen wie Grandia, The Legend of Dragoon und zahlreichen anderen guten RPGs auf der damaligen PS One. Dann war es soweit und Sony brachte die Playstation 2 auf den Markt. Damit verbunden folgte einige Zeit später eines meiner Lieblingsteile der Final-Fantasy-Ära. Und dann verlor Square Enix sich in „Innovationen“ und enttäuschte immer mehr alt eingesessene Fans der alten Final Fantasy Teilen mit Nummer 12 und natürlich der 13er Saga. Doch schließlich durften FF-Fans der alten Schule aufatmen, denn Square Enix brachte die alten Teile per Emulation auf unsere PS3 und die PS Vita. Trotzdem mussten alle Fans auf den 10. Teil warten, denn dieser sollte etwas Besonderes werden. Neue Grafik, neue Musik und kleinere Komfortfunktionen versprach man den Fans. Wir durften Final Fantasy X HD Remaster testen und sagen euch, wie sich der Titel im Jahr 2014 spielt.

Lachen und weinen – das ist deine Geschichte!

Ihr seid nicht Cloud, Squall oder Zidane, sondern der stürmische Tidus, ein 17-jähriger Blitzballspieler aus dem alten Zanarkand. Das Spiel startet mit einem großen Trubel, denn ihr seid auf dem Weg zu einem wichtigen Blitzballturnier und wollt das Spiel gewinnen. Voller Energie und Tatendrang wühlt ihr euch durch eure Fans und gelangt kurzer Hand ins Stadion. Nun folgt eine Videosequenz, die ihr euch anschauen müsst, denn diese Videosequenz verändert euer Leben. Das Blitzball-Turnier ist im vollen Gange, als plötzlich Schreie und Explosionen ertönen und Gebäude einstürzen – Zanarkand wird angegriffen. Ihr schwimmt nach oben und wollt zu eurem finalen Schuss ausholen, als Tidus das Elend erkennt, SIN ist eingetroffen und zerstört die Stadt. Sin ist die Verkörperung der Sünde der Menschen und entsteht durch ihren Hochmut und die Arroganz. Er zerstört Städte, tötet Menschen und entzweit Familien. Während ihr versucht, die Stadt zu verlassen, geratet ihr in eine ausweglose Situation und Sin verschlingt euch! Kurze Zeit später erwacht ihr inmitten von Ruinen, einsam und frierend sucht ihr einen Weg in die Zivilisation, den ihr nach etwa 45 Minuten findet. Nach den einleitenden Szenen, in denen ihr die Steuerung und einige Kampfaktionen lernt, erreicht ihr den Besaid, wo ihr eure zukünftigen Begleiter kennenlernt und erfahrt, dass ihr in Spira seid. Ihr erfahrt von den „Media“ (engl. Summoner), die sich aufmachen, um Sin zu besiegen und die Stille Zeit einzuleiten. Eines dieser Media ist das Mädchen Yuna, die ihr zukünftig als Leibgarde begleitet – eure Geschichte beginnt! Eine Geschichte voller Zorn, Trauer und Spaß.

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Typisch Final Fantasy der alten Schule

Wer Final Fantasy kennt, wird sich im Setting und dem Menü schnell zurechtfinden. Im Vergleich zum Vorgänger wurde hier auch nichts verändert. Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab, ihr könnt währenddessen eure Teamkollegen auswechseln, Zauber wirken oder mit physischen Attacken angreifen. Gelevelt wird nicht, wie von RPGs gewohnt, in einem Levelsystem von 1-100, sondern auf einem Sphärobrett. Nach jedem Kampf erhaltet ihr Erfahrungspunkte und somit Sphäro-Punkte, die ihr auf eurem Brett in Stärke, Magie, HP und so weiter „umwandeln“ könnt. Im Vergleich zu Final Fantasy 13 gibt es auch noch verschiedene Orte und richtige Händler, bei denen ihr eure Gegenstände und Ausrüstung kaufen könnt. Etwas störend sind auf der PS Vita Version die gelegentlichen Frame-Drops. Während einiger Spielsequenzen (nicht Videoszenen) brechen die Frameraten gerne etwas ein und das Spiel fängt an zu ruckeln.

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Eine Prise Salz, mehr nicht

Square Enix hat den 10. Teil der Serie nicht, wie alle anderen, als Emulation im Store zur Verfügung gestellt, da sie noch einige Änderungen unterbringen wollten. Wir können hier nur von der PS Vita Version reden, da wir die PS3-Version nicht getestet haben. Zum einen wurde die Grafik im Vergleich zur Playstation-2-Version etwas aufgehübscht und mit verbesserten Lichteffekten versehen, was vor allem die Rendersequenzen betrifft. Auf der Playstation Vita sehen die Videos gewohnt gut aus, auch wenn der Unterschied nicht so enorm ist, wie sich manch einer wünschen würde. Weiterhin wurden die Sounds neu gemischt und laut Square „verbessert“. Uns haben die neuen Versionen nicht 100%ig überzeugt, da sie sich manchmal etwas fremd anhören, das wird aber nur Spielern auffallen, die auch die Soundtracks gehört haben oder das Spiel mehrere Male spielten. Eine nette Neuerung sind die Shortcuts, die Square auf der Vita-Version hinzugefügt hat. So könnt ihr auf der Karte mit dem Finger vom linken Bildschirm nach rechts wischen und es öffnet sich ein Zusatzmenü „Schnellheilung“. Hier könnt ihr nun wählen, ob ihr die ganze Gruppe schnell mit Magie wie Vita oder Vitra oder mit Items heilen möchtet. Etwas Ähnliches unterstützt euch im Kampf mit Yuna, wenn ihr Bestia ruft. Bei einer Beschwörung könnt ihr mit der gleichen Fingerbewegung das Menü für die Länge der Beschwörungssequenz aufrufen. Entweder möchtet ihr eure Bestia schnell herbeirufen oder euch dauernd die Sequenz anschauen. Spätestens nach einigen Beschwörungen werdet ihr diese Option aber auf „kurze Beschwörung“ stellen. Als kleines Goodie enthält die Final Fantasy X HD Version zusätzlich den Zusatzinhalt „Final Fantasy Eternal Calm“, ein ca. 15 minütiges Zusatzvideo, das damals für die PS2 nicht in Deutschland erschienen ist.

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Viel drumherum

Final Fantasy X bietet, wenn ihr alles ausprobieren wollt, mehr als 100-150 Stunden Spielspaß, das ist euch gewiss. Das Spiel ist mit dem Abschluss der Geschichte nicht fertig, denn es gibt zahlreiche abgelegene Orte, die ihr entdecken könnt. So habt ihr die Möglichkeit, alle versteckten und geheimen Bestia zu suchen, damit diese euch im Kampf unterstützen. Weiterhin könnt ihr jede Figur mit ultimativen Waffen und der besten Ausrüstung ausstatten, die euren maximalen Schaden von 9999 auf 99999 und eure HP von 9999 auf 99999 erhöhen. Wer nun denkt, dass das utopisch ist und die Kämpfe dann keinen Spaß machen, der irrt sich. Denn dann fängt der schwierige Teil des Spiels erst an. Jede eurer Bestia, die ihr besitzen könnt, erscheint ab einem gewissen Zeitpunkt als böse, schwarze Version und trachtet nach eurem Leben. Diese Bestia haben oftmals viele Millionen HP und können fiesen Schaden austeilen. Doch wer denkt, dass das alles ist, der wird sich auf den schwersten Kampf noch vorbereiten müssen. Neben diesen schwarzen Bestias könnt ihr für eine Monsterfarm sämtliche Monster auf der Welt fangen und erhaltet dafür Items. Habt ihr gewisse Voraussetzungen erfüllt, könnt ihr gegen einen unglaublich starken, nie da gewesenen Gegner kämpfen, der so manch einen Profi zum Schwitzen bringen wird. Gefällt euch das Kämpfen nicht so sehr, könnt ihr euch bei einer Runde Blitzball entspannen, das eine Mischung aus Handball, Fußball und Basketball ist und unter Wasser stattfindet. Dabei könnt ihr wie im eigentlichen Spiel eure Spieler aufleveln, mit Fähigkeiten ausstatten und verbessern. Erst wenn ihr ein erfolgreicher Blitzball-Spieler seid, stehen euch alle Welten von Spira offen.

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Persönliches Fazit:

An Final Fantasy X HD Remaster für die Vita hat sich im Vergleich zum Spiel auf der Playstation 2 nicht viel getan. Die Render- und Spielsequenzen wurden etwas aufgehübscht, die Musik neu „gesampled“ und es gibt kleinere Neuerungen im Gameplay. Am Ende bleibt ein Final Fantasy X, das Fans der Serie liebten und gerne spielten. Auch ich gehöre zu diesen Fans, die vom ersten Teil bis zum 10. alle Teile verschlungen haben. Leider schlug Square danach einen Weg ein, mit dem viele alte Fans vergrault wurden. Doch mit dem Aufleben des 10. Teils keimt in jedem FF-Liebhaber ein wenig Hoffnung auf, ob es nicht eventuell doch noch einmal eine Rückkehr zu den Wurzeln geben wird. Aber erst einmal habt ihr mit dem 10. Teil ein Rollenspiel vor euch, dass euch genauso fesseln wird, wie vor vielen Jahren. Allen Neulingen sei gesagt, spielt es und verschafft euch einen Eindruck von den Teilen vor 12 und 13! Das gehört zur FF-Geschichte und muss erlebt werden. Spieler, die die 13er Saga förmlich verschlungen haben und mit diesem Teil anfingen, könnten ihre Probleme mit dem Final Fantasy X haben, da das Spiel etwas langsamer abläuft und auch etwas anders aufgebaut ist. Auch die Bestia spielen eine wesentlich größere Rolle und können so manch einen schwierigen Kampf für euch entscheiden.

Ich für meinen Teil freue mich über dieses Remake, auch wenn der Hype darum etwas zu groß war, da die Neuerungen sehr gering sind. Auch der Preis von rund 40€ muss gut überlegt sein, da ihr letztendlich trotzdem nur eine Neuauflage des Spiels selbst erhaltet. Wer noch eine Playstation 2 zu Hause hat, muss nicht unbedingt zugreifen. Für alle Fans mit einer PS3 oder gar einer PS Vita ist Final Fantasy X HD Remaster ein Pflichtkauf und sollte in keiner Sammlung fehlen. Final Fantasy X HD Remaster erhaltet ihr aktuell in Kombination mit X-2 für 39,99€ bei Amazon. Aber genug der vielen Worte, ich muss los – Spira retten!

Positiv:

– bekanntes FF-X-Gefühl
– nützliche Shortcuts
– Neuauflage eines Klassikers
– weiterhin sehr gutes Kampfsystem
– extrem hoher Umfang mit mehr als 100 Stunden Spielspaß
– verbesserte Grafik im Vergleich zur PS2
– Final Fantasy X und X-2 enthalten

Negativ:

– hoher Preis für eine Neuauflage
– gelegentliche Framedrops

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Alle Screenshots sind original von der Playstation Vita aufgenommen. Keines der Bilder wurde nachbearbeitet.