Kategorie: 4.6 Smartphones

Test/Testbericht: Acer Liquid E3

Schon vor einigen Jahren kamen Mobiltelefone mit Dual-SIM-Funktion auf den Markt und auch heute, im Zeitalter der Smartphones, gibt es noch immer Modelle mit zwei SIM-Kartenslots. Für so manchen könnte diese Funktion nützlich sein, um zum Beispiel das private und betriebliche Smartphone endlich in einem zu vereinen. Das Acer Liquid E3 380 ist ein solches Dual-SIM-Smartphone und bietet auf den ersten Blick alles, was man benötigt. Ob auch das Gesamtpaket des Acer Liquid E3 stimmt, werden wir heute für euch testen.

Technische Daten:

– Mediatek MT6589 Quad Core Prozessor mit 1,2 GHz
– 2 GB DDR3 RAM
– 4,7 Zoll IPS-Disply mit 1280×720 Pixeln
– PowerVR SX544 GPU mit 200 MHz Kerntakt
– 16 GB ROM
– WLAN 802.11 b/g/n , Bluetooth 4.0
– 13 Megapixel Kamera

Gehäuse:

Acer Liquid E3 1
Acer Liquid E3 11

Das Liquid E3 zeigt sich in allen Farbvarianten mit einer schwarzen Vorderseite, welche durch rote Farbakzente an den Lautsprechern aufgelockert wird. Des weitern befinden sich auf der Vorderseite die Frontkamera mit LED-Blitz sowie die 3 Hardkeytasten. Bei der Rückseite des Smartphone kann man zwischen Schwarz und Titanium Grau wählen. Die Rückseite besteht aus einer unspektakulären Kunstoffoberfläche, in die ein großes Acer-Logo eingeprägt wurde. Der verwendete Kunststoff fühlt sich nicht so wertig an wie bei vergleichbaren anderen Geräten, doch trägt er erheblich zu dem geringen Gewicht des Acer Liquid E3 bei. Die Waage bescheinigte uns ein Gewicht von nur 137 Gramm. Sehr gut gefiel uns die Verarbeitungsqualität. An dem ganzen Gerät findet man kein ungleichmäßiges Spaltmaß oder scharfe Kanten. Außerdem kann das Gehäuse mit einer guten Stabilität sowie Verwindungssteifigkeit überzeugen. Was uns jedoch am Design des Acer Liquid E3 weniger gefiel, ist die Tatsache, dass sich die Rückseite nicht einfach öffnen lässt und somit der Tausch eines Akkus oder eine Reparatur kostspieliger wird. Dafür bietet Acer seinen Kunden eine kleines nettes Feature, welches man so bei kaum einem Hersteller findet. Auf der Rückseite des Gerätes befindet sich der Acer-Rapid-Button. Dieser sitzt unter der Kamera und kann in den Einstellungen mit verschiedenen Schnellzugriffen belegt werden. Hält man die Taste lange gedrückt, wird die Kamera aktiviert und kann über die selbe Taste ausgelöst werden. Wer ein Fan von Selfies ist, wird sich über diese Möglichkeit freuen. Wenn man die Taste nur kurz betätigt, kann man damit Browser öffnen, das Wetter abrufen, in die Einstellungen wechseln oder vieles mehr. So ziemlich jede installierte App kann damit gestartet werden. Jedoch kann in den Einstellungen immer nur eine Funktion dieser Taste zugeordnet werden.

Ausstattung:

Das charakteristischste Ausstattungsmerkmal des Acer Liquid E3 ist vermutlich seine Dual-SIM-Funktion. In den Einstellungen kann gewählt werden, von welcher von beiden SIM-Karten die Sprachanrufe, SMS/MMS oder auch die Datenverbindung ausgeführt werden. Es können auch beide Karten gleichzeitig verwendet werden und man wählt dann beim Start der Anwendung, welche SIM verwendet werden soll. Außerdem können bestimmte Kontakte mit einer SIM-Karte verknüpft werden. Diese Möglichkeit ist optimal, wenn man privates und betriebliches Smartphone in einem vereinen will. Doch auch wenn man das Smartphone nur für die Arbeit nutzt und viel im Ausland ist, kann die Dual-SIM-Funktion sinnvoll sein. So könnte man eine Karte mit günstigem Inland-Tarif nutzen und eine Karte, die speziell für Auslandsaufenthalte mit Roaming ausgelegt ist. In den Einstellungen lässt sich festlegen, welche SIM bei Roaming verwendet werden soll.

Etwas wie einen HDMI sucht man an dem Acer Liquid E3 vergeblich. Auch der Micro-USB-Anschluss besitzt keine MHL-Funktion. Zur weiteren Ausstattung des Acer Liquid E3 gehört der Mico-SD-Slot, welcher Karten bis zu einer Größe von 64 GB liest, sowie ein 3,5 mm Klinken-Anschluss. Dass der Klinken-Anschluss auf die Oberseite gelegt wurde, gefällt uns gut, so kann das Smartphone in der Hosentasche stecken, ohne dass das Kabel vom Headset geknickt wird.

Kommunikation:

Acer Liquid E3 innen
Acer Liquid E3 GPS außen

Wozu dient ein Smartphone, wenn nicht zum Kommunizieren? Um dies auf die verschiedensten Arten zu ermöglichen, empfängt das Acer Liquid E3 Quadband GSM sowie Dualband UMTS. Den aktuellen LTE-Standard unterstützt das Liquid E3 leider nicht. Somit beschränkt sich die maximale Datenrate auf HDSPA+ Geschwindigkeit ( 21,6 Mbit/s). Desweiteren verfügt das Smartphone über WLAN mit den Standards 802.11 b/g/n und Bluetooth 4.0. Der WLAN-Empfang war etwas schwächer als üblich. Selbst bei einem Abstand von 5 Metern zum Router (ohne Hindernisse) war keine volle Empfangsleistung gegeben. Der Netzempfang des Liquid E3 liegt hingegen auf einem guten Niveau.

Bei der Ortung mithilfe des integrierten A-GPS mussten wir feststellen, dass der Empfang sowohl im Innenbereich, als auch im Außenbereich zu wünschen übrig lies. Trotz Unterstützung durch das GSM-Netz fand das Acer Liquid E3 die Position im Freien erst nach 2 Minuten und 15 Sekunden. Im geschlossen Raum war eine Positionsbestimmung auch nach 5 Minuten nicht möglich.

Software:

Acer Liquid E3 Dual SIM
Acer Liquid E3 Modes

Acer spendiert dem Liquid E3 Android in der Version 4.2 mit modifizierter Oberfläche. Dabei hat sich Acer auf grafische Änderungen beschränkt. Neue oder andere Funktionen bietet die Acer-Oberfläche nicht. Positiv registrierten wir, dass Acer auf Bloatware verzichtet hat und lediglich die hauseigenen Dienste Acer Print, Acer Snapnote und Acer Cloud neben den üblichen Android-Anwendungen vorinstalliert sind. Eine interessante Funktion fanden wir mit der Schnellmoduswahl des Liquid E3. Mit dieser Anwendung kann die Funtkion und Bedienung des Smartphones spielend leicht eingeschränkt und vereinfacht werden. Dabei stehen Modi wie Senior-Modus, Klassisch-Modus, Ziffernfeld-Modus oder der Einfach-Modus für Kinder zur Verfügung.

Kamera & Multimedia:

Acer Liquid E3 13
Acer Liquid E3 7

Heutzutage muss ein Mobiltelefon mehr können, als nur anzurufen und SMS zu schreiben. Für viele ist auch die integrierte Kamera ein wichtiges Kaufkriterium. Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, verbaut Acer im Liquid E3 eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 2-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite. Wir waren überrascht, dass auch auf der Vorderseite ein LED-Blitz zu finden ist. Dieser soll vermutlich den „Selfie-Trend“ unterstützen und so auch Aufnahmen im Dunklen ermöglichen. Ebenfalls von Vorteil für die Aufnahme von Selfies ist der Acer-Rapid-Button, mit dem sich die Kamera auslösen lässt. Ob solche Gimmicks für ein Smartphone dieser Art von Nöten ist, möchten wir an dieser Stelle nicht diskutieren, das kann jeder für sich selbst entscheiden. Videoaufnahmen unterstützt die Rückkamera in Full-HD-Auflösung. Wie in den Testbildern zu erkennen ist, sind die Farben nicht so satt wie beim Samsung Galaxy S5 oder der Referenz DSLR. Wenn man jedoch den Preis des Acer Liquid E3 bedenkt, kann man mit der Aufnahmequalität absolut zufrieden sein.

Die beiden Vergleichs-Quartetts sind dabei immer folgendermaßen aufgebaut: oben links Smartphone-Rückkamera, oben rechts Smartphone-Frontkamera, unten links Vergleichs-DSLR ohne Blitz, unten rechts Vergleichs-DSLR mit Blitz (Vergleichskamera ist die Canon EOS 500D mit EF-S 15-55 mm).

Acer Liquid E3 Innen Rückkamera
Acer Liquid E3 Innen Frontkamera
Canon EOS 500D ohne Blitz innen
Canon EOS 500D mit Blitz innen
Acer Liquid E3 Außen Rückkamera
Acer Liquid E3 Außen Frontkamera
Canon EOS 500D ohne Blitz außen
Canon EOS 500D mit Blitz außen

Zubehör:

Acer Liquid E3 2
Acer Liquid E3 3

Beim mitgelieferten Zubehör beschränkt sich Acer auf die übliche Auswahl. In der Verpackung findet man neben dem Smartphone ein Ladegerät, ein USB-Kabel, ein Headset sowie eine Bedienungsanleitung. Optional lässt sich ein Flip Cover mit Touch-Fenster erwerben, durch welches man Urzeit, Datum und Benachrichtigungen ablesen kann, ohne das Cover zu öffnen – wie auch bei dem Samsung Galaxy S5 eine durchweg sinnvolle Ergänzung.

Eingabegeräte & Bedienung:

Nach dem Swype nicht mehr nur auf bestimmte Geräte beschränkt ist, sondern für jedes Android-Smartphone verfügbar ist, wurde auch das Acer Liquid E3 von Beginn an mit dieser Eingabetechnik ausgestattet. Wer diese Eingabemethode nicht mag, kann natürlich auf das altbewährte T9 mit QWERZ-Tastatur zurückgreifen. Desweiteren beherrscht das Liquid E3 alle gängigen Android-Multitouchgesten, welche zuverlässig erkannt werden. Das Vibrationsfeedback des Liquid E3 ist etwas seltsam, da man im Gegensatz zu den meisten aktuellen Smartphones den Unwuchtmotor arbeiten hört.

Display:

Für die Wiedergabe von Bildinhalten und Videos steht dem Acer Liquid E3 ein 4,7 Zoll großes Display mit IPS-Panel zur Verfügung. Das Display verfügt über eine Auflösung von 1280 x 720 Pixeln, was auf die Displaygröße eine Pixeldichte von 312,47 DPI ergibt – ein Wert der sich in dieser Preisklasse definitiv sehen lassen kann. Ein preislich vergleichbares Samsung Galaxy S4 Mini kann hier lediglich 256.15 DPI aufweisen. Die Blickwinkelstabilität ist, wie für IPS-Display üblich, sehr gut. Selbst bei sehr flachen Winkeln bleiben Farben und Kontrast konstant. Im Freien konnte man das Display dank der hohen Helligkeit gut ablesen.

Leistung:

Das Herz des Acer Liquid E3 bildet ein SoC (System on a Chip) aus dem Hause Mediathek. Dieser hört auf den Namen MT6589, taktet mit bis zu 1,2 GHz und basiert auf der Cortex-A7-Architektur. Damit ordnet sich die Quad Core CPU in der Einsteigerklasse ein und liegt in etwa auf Niveau des Samsung Exynos 4412, welcher im Samsung Galaxy S3 verbaut wurde. Als GPU-Einheit werkelt ein PowerVR SGX544 auf dem SoC. Dieser taktet nur mit 200 MHz, statt wie üblich mit 385 MHz. Desweiteren stehen einem mit dem Acer Liquid E3 2GB RAM zu Verfügung. Mit diesem Gesamtpaket bietet das Smartphone genügend Leistung, um flüssig durch die Benutzeroberfläche zu navigieren. Auch wenn mehrere Fenster und Anwendungen geöffnet sind, bleibt das System ruckelfrei. Um zu sehen, was das Liquid E3 exakt leistet, musste es ebenfalls auf die Teststrecke und unsere üblichen Benchmarks absolvieren.

Androbench Acer Liquid E3
Smartbench 2013 Liquid E3
AnTuTu Liquid E3
Linepack Liquid E3
Geekbench Liquid E3
3D Mark Liquid E3

Spiele & Videos:

Schon in den Benchmarks kündigte sich an, dass die GPU nicht die stärkste ihrer Art ist. Unsere Testspiele „Need for Speed Most Wanted“ und „Iron Man 3“ ließen sich nur in den niedrigsten Einstellungen, ohne besondere Effekte halbwegs flüssig spielen. Bei der relativ hohen Display-Auflösung reicht die Rechenkraft der PowerVR SGX544 Einheit aus, um Spiele in schöner Grafik darzustellen. Casual Games wie „Angry Birds“ , „Fruit Ninja“ oder ähnliche laufen jedoch ohne Probleme. Full-HD-Videos werden in den gängigsten Formaten ruckelfrei wiedergegeben.

Emissionen:

Temperatur

Das  Acer Liquid E3 behält im Alltag einen kühlen Kopf und konnte mit niedrigen Idle-Temperaturen in Höhe von 34,4°C auf der Rückseite überzeugen. Wenn die Belastung über die der Alltagsnutzung hinausgeht, steigen die Temperaturen merklich an. Unter simuliertem Volllastbetrieb ermittelten wir eine maximale Temperatur von 41,0°C. Das kompakte Kunststoffgehäuse leitet die entstehende Wärme weniger gut nach außen, wie es zum Beispiel bei dem Alugehäuse des  Huawei Ascend P6 der Fall war. Jedoch sind 41°C unter Vollast ein vollkommen akzeptabler Wert. Erst bei höheren Temperaturen würde die Bedienung unangenehm werden.

Temperaturen im Idle:

Acer Liquid E3 Fronttemperatur Idle

Acer Liquid E3 Fronttemperatur Idle

Acer Liquid E3 Rücktemp Idle

Acer Liquid E3 Rücktemperatur Idle

Temperaturen unter Last:

Acer Liquid E3 Fronttemperatur Last

Acer Liquid E3 Fronttemperatur Last

Acer Liquid E3 Rücktemperatur Last

Acer Liquid E3 Rücktemperatur Last

Lautsprecher

Acer stattet das Liquid E3 mit dem Mehrkanal-System DTS aus. Dieses erlaubt einen getrennten Equalizer für Musik- und Videowiedergabe. Leider greift die DTS-Studio-Sound-Verbesserung nur bei angestecktem Headset. Bei der Wiedergabe ohne Headset muss man sich mit einem einzelnen Mono-Lautsprecher begnügen, welcher keine außerordentliche Klangqualität vorzuweisen hat. Die kleinen Lautsprecher haben Mühe, eine annehmbare Lautstärke zu erzeugen. Jedoch muss man dem Liquid E3 positiv anrechnen, dass die Lautsprecher selbst bei voller Lautstärke kaum übersteuern. Wer seine Musik oder Videos vernünftig genießen möchte, sollte, wie bei fast allen Smartphones, ein Headset anstecken.

Akkulaufzeit:

Acer greift zu unserer Überraschung bei dem Liquid E3 auf einen relativ kleinen Akku mit nur 2000 mAh zurück. Doch das Liquid E3 scheint mit dieser Akkukapazität gut zu haushalten. In der Testzeit hielt das Smartphone bei durchschnittlicher Benutzung einen Tag gut durch und hatte am Abend noch ca 20% Restkapazität. In unserem Test unter kontrollierten Bedingungen schlug sich das Acer Liquid E3 auch gut. Mit einer Akkulaufzeit von 7 Stunden und 12 Minuten im WLAN-Test braucht sich das Smartphone nicht zu verstecken. Für den WLAN-Test wird das Display auf eine Helligkeit von 50% reguliert und und über ein Script wird alle 40 Sekunden eine neue Internetseite abgerufen. Dieses Script wurde uns freundlicherweise von Notebookcheck.de zur Verfügung gestellt. Unter simulierter Vollast von GPU und CPU hielt der Akku des Liquid E3 noch 3 Stunden und 1 Minute durch. Hier machte sich die geringere Kapazität des Akkus bemerkbar.

Akkulaufzeit

Persönliches Fazit:

Mit dem Liquid E3 bietet Acer ein gutes Mittelklassegerät an. In der Preiskategorie hat uns besonders das gute 4,7 Zoll Display überrascht. Die Power des Liquid E3 liegt auf einem guten durchschnittlichem Niveau. Für Casual Games und die Wiedergabe von Full-HD-Videos reicht die Leistung vollkommen aus. Zu viel spielen sollte man mit dem Liquid E3 jedoch nicht, denn sonst könnte der etwas klein geratene 2000 mAh Akku schnell leer sein. Entscheidend für den Kauf ist sicherlich die Dual-SIM-Funktion. Diese funktioniert einwandfrei und bietet sinnvolle Einstellungen, um die Nutzung der SIM-Karten zu verwalten. Wer nach einem Dual-SIM-Phone sucht und dabei etwas den Geldbeutel schonen möchte, der ist mit dem Acer Liquid E3 gut bedient. Wer die Dual-SIM-Funktion nicht benötigt, bekommt mit einem anderen Smartphone sicher noch ein wenig mehr Leistung für den selben Preis. Alles in allem hinterlässt das Acer Liquid E3 einen soliden Eindruck und ist mit einem aktuellen Preis von 214,00€ durchaus erschwinglich

Positiv:

  • gutes Display
  • Dual-SIM-Funktion
  • vernünftige Kamera
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis

Negativ:

  • relativ kleiner Akku
  • schwache Grafikleistung
  • schwaches GPS-Modul

Hier könnt ihr die Preise vergleichen.

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Euer Hardbloxx-Team

Test/Testbericht: Samsung Galaxy S5

Der Smartphone-Markt brodelt aktuell kräftig. Gerade im Bereich der High-End-Smartphones werden viele neue Produkte veröffentlicht. Alle bekannten Größen wie Apple, Sony, LG, HTC und natürlich Samsung haben in der letzten Zeit ihre neuen Modelle vorgestellt. Bei uns geht es heut um Samsung, speziell das Samsung Galaxy S5. Samsung hat sich für das S5 neue Ziele gesetzt. Das neue Samrtphone soll noch sicherer, noch effizienter und noch interaktiver sein.  Außerdem lockt Samsung mit einem wasserdichten Gerät nach IP67 –Standard, welches trotzdem eine abnehmbare Rückseite sowie wechselbaren Akku hat. Herzfrequenzsensor, Download-Booster, ultra schneller Autofokus oder auch Fingerabdruckscanner, die Liste der interessant klingenden Features scheint nicht enden zu wollen. Ob das alles viel Wind um nichts ist oder ob Samsung ein neues Super-Smartphone gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Test

Technische Daten:

  •  Qualcomm Snapdragon 801 mit 2n45 GHz
  • 2048 MB RAM
  • Adreno 330 GPU mit 578 MHz Chiptakt
  • 5,1″ Display mit einer Auflösung von 1920×1080 Pixeln
  • WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0, Quad-GSM, UMTS, LTE
  • Android 4.4
  • 16 MP Kamera

Gehäuse:

Samsung Galaxy S5 1
Samsung Galaxy S5 8

Im Vergleich zum Galaxy S4 ist das neue S5 kein Meilenstein. Das Design hat sich nur wenig geändert und das Gerät ist ein paar Millimeter größer. Wer Samsung kennt, erwartet aber in diesem Bereich auch keine zu großen Veränderungen. Denn warum etwas ändern, was gut funktioniert. Das Galaxy S5 könnte man in Bezug auf das Gehäuse als verbessertes S4 beschreiben.

Wer sich für das Galaxy S5 entscheidet, hat die Wahl, ob er sein Gerät in Schwarz, Blau, Gold oder doch lieber Weiß möchte. Bei der weißen Variante muss man jedoch dazu sagen, dass es sich um ein Perlweiß handelt und dieses je nach Lichteinfall einen Perlmutschimmer auf der Rückseite besitzt.  Die Oberfläche der Rückseite besitzt kleine Vertiefungen und soll für bessere Griffigkeit sorgen. Die Fachpresse hatte schnell ein Wort dafür gefunden und betitelte diese Form als Golfballoberfläche. Die Meinungen gehen bei solchen Oberflächen oft auseinander. Die einen finden es optisch schrecklich, die anderen haben sich genau so etwas gewünscht. Doch das liegt im jeweiligen Auge des Betrachters. Wie bei den bisherigen Samsung-Smartphones lässt sich die Rückseite des Gerätes entfernen. Dadurch erhält man Zugang zum Akku, SIM-Slot und Micro-SD-Slot. Wir freuen uns, dass Samsung sich hier nicht an anderen Herstellern orientiert hat, welche vermehrt fest verbaute Rückseiten einsetzten. Denn so kann man im Falle eines defekten Akkus schnell selber für Ersatz sorgen, ohne das Smartphone einsenden zu müssen. Wenn man dann noch bedenkt, dass Samsung  trotz dieser entfernbaren Rückseite ein Gerät geschaffen hat, welches staub- und wasserdicht nach IP67 – Standard ist, kann man sagen: Gut gemacht Samsung! Da dieser Schutz natürlich nur bei geschlossenem Cover und geschlossenen Abdeckungen besteht, wird man ab und zu vom System gefragt, ob man auch alles richtig verschlossen hat.

Hersteller von Geräten mit Polycarbonatgehäuse haben es schon seit geraumer Zeit nicht leicht. Immer mehr Hersteller setzten auf gefräste Aluminiumgehäuse. Der Trend zu sagen: „Das Gerät ist von schlechter Qualität, denn es hat nur ein Plastikgehäuse.“, lässt zwar langsam wieder nach, doch bei vielen ist dieser Gedanke noch immer im Kopf. Man darf jedoch nicht vergessen, dass es sich dabei nicht um irgendein Plastik handelt. Samsung verbessert sein verwendetes Material immer weiter und bleibt seiner Linie treu. Das Material vom Galaxy S5 fühlt sich gut an und erinnert ein wenig an Kunstleder. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Softtouchoberfläche, sondern um kratzfestes und widerstandsfähiges Polycarbonat. Samsung hat in Sachen Stabilität sein Können unter Beweis gestellt und liefert ein verwindungssteifes, stabiles Gehäuse. Bei Druck auf die Rückseite hört man ein leichtes Knarzen, doch es gibt nichts nach.

Das Display ist durch Corning-Gorilla-Glas der dritten Generation geschützt und leistet selbst gegen scharfe Gegenstände, wie zum Beispiel ein Messer, sehr guten Widerstand. Man muss also keine Angst haben, das 5,1 Zoll große Display zu verkratzen, wenn man den Schlüssel in der Tasche hat. Desweiteren hat das Gorillaglas den Vorteil, in einem gewissen Grad flexibel zu sein, was zu einer besseren Bruchsicherheit bei Stürzen führt. Reichliche Druckeinwirkung auf der Displayseite machte sich auf dem Panel in keinster Weise bemerkbar.

Ausstattung:

Samsung Galaxy S5 7
Samsung Galaxy S5 4

Auch bei der Austattung hat Samsung nicht gespart und packt in das neue Galaxy S5 viele nützliche Features. Am Auffälligsten ist da der Herzfrequenzsensor, welcher sich auf der Rückseite unter der Kamera befindet. Mit Hilfe der vorinstallierten App S-Health kann durch auflegen des Fingers der Puls gemessen werden. Das klingt für manche zunächst etwas unwirklich, doch die optische Herzfrequenzmessung mit Hilfe einer LED oder eines Lasers  ist nicht ungewöhnlich. Die Sensoren, welche einem im Krankenhaus an den Finger gesteckt werden, arbeiten nach exakt demselben Prinzip. Da die Messergebnisse jedoch etwas vom Auflagedruck des Fingers abhängig sind, ist eine gewisse Abweichung von 4-7 ppm (Schlägen pro Minute) zu verzeichnen. Samsung weist daher auch explizit drauf hin, dass die Funktion nicht zur klinischen oder medizinischen Verwendung dient.

S - Healt Galaxy S5 3
S - Healt Galaxy S5 2

Auch ein Fingerabdrucksensor ist an Bord. Dieser liegt, wie auch beim Apple iPhone 5S, unter dem Home-Button. Es können bis zu 3 Fingerabdrücke im Gerät gespeichert werden, mit welchem das Smartphone entsperrt werden kann. Dafür muss bei der Anlegung des Profiles der Finger 8 mal gescannt werden. Dadurch wird eine sehr hohe Genauigkeit und Zuverlässigkeit erzielt. Mit dem Fingerscanner kann man nicht nur das Display entsperren, auch eine Bestätigung des Samsung-Kontos oder eine Bezahlung per Paypal ist so möglich. Ob man jedoch eine so sensible Aufgabe, wie dem Verifizieren einer Paypal Zahlung dem Fingerscanner überlassen möchte, sollte jeder für sich selbst abschätzen.

Weitere Ausstattungsfeatures sind der USB-3.0-Anschluss sowie der verbaute Infrarotsender. Mit Hilfe dieses kleinen Infrarotsender und der App „Smart Remote“, lässt sich das Samsung Galaxy S5 als Fernbedienung für alle gängigen Fernseher verwenden.

Wie bei allen aktuellen Geräten üblich, bietet auch das Samsung Galaxy S5 einen Mico-SD-Steckplatz. Dieser liest MicroSD-XC-Karten mit einer Größe von bis zu 128 GB. Damit hat man bei Bedarf eine wirklich große Menge an Speicherplatz zu Verfügung.

Kommunikation:

GPS innen Galaxy S5
GPS außen Galaxy S5

Ein Smartphone ist ein Kommunikationsgerät auf allen Ebenen. Dafür hat Samsung das S5 mit fast jeder bekannten Möglichkeit vollgepackt. Im mobilen Datennetz darf man sich über Quadband – GSM, UMTS und auch LTE freuen. Falls ihr also den entsprechenden Mobilfunk-Tarif besitzt, bekommt ihr unterwegs Downloads mit bis zu 150 Mbit/s. Falls WLAN verfügbar ist, könnt ihr Netze nach den Standards 802.11 a/b/g/n/ac nutzen. Das bedeutet, ihr könnt nicht nur das standardmäßige 2,4 GHz Band nutzen, sondern auch das 5GHz Band. Desweiteren sind weitere Verbindungsmöglichkeiten wie Bluetooth 4.0, NFC und GPS enthalten.

Samsung hält im Bereich Kommunikation noch eine weitere neue Funktion bereit. Diese nennt sich „Download Booster“ und soll für noch schneller Downloads bei großen Datenmengen sorgen. Dafür werden WLAN und Handynetz simultan genutzt. Eine nette Spielerei, wie wir finden. Doch solltet ihr bedenken, dass bei großen Datenmengen auch euer Datenvolumen schnell aufgebraucht ist. Das WLAN-Modul ist, wie von Samsung gewohnt, stark genug, um auch durch 2 Zimmerwände und 8 Metern Entfernung noch 3 von 4 Balken WLAN-Empfang zu bieten.

Die Telefonfunktion des Galaxy S5 besticht durch klare und deutliche Stimmenwiedergabe des Gegenübers. Schon im normalen Zustand ist eine hohe Wiedergabe-Lautstärke möglich, sodass man auch zwischen dem Straßenverkehr den Gesprächspartner gut versteht. Wer noch mehr Lautstärke braucht, dem bleibt immer noch die Option „extra Lautstärke“ oder „Lautsprecher“.  Bei der Wiedergabe über den hinteren Lautsprecher muss man jedoch eine etwas blecherne Stimme in Kauf nehmen.

Software:

S -Healt Galaxy S5 0
Smart Remote Galaxy S5

Ein Samsung Android-Gerät geht immer mit der eigens entwickelten TouchWiz-Oberfläche einher. Diese bietet ein sehr großen Funktionsumfang mit vielen mehr und weniger sinnvollen Erweiterungen. Das System basiert beim Galaxy S5 auf Android 4.4.2. Wie bei fast allen Samsung-Geräten findet man auch auf dem S5 eine Vielzahl von Bloatware  wie: kaufDa, Essen bestellen, HRS Hotels, cewe smartphoto usw. Dass es auch ohne standardmäßig zugemüllte Geräte geht, haben viele andere Hersteller schon bewiesen. Hier sollte Samsung, vor allem im High-End-Bereich, dringend nachziehen.

Ansonsten fügen sich, wie auch in älteren Modellen, die gängigen Funktionen Notfallassistent, Multi-Window, privater Modus usw. zu einem sinnvollem Gesamtpaket zusammen. Gesondert wollen wir jedoch den neuen Ultra-Energiesparmodus ansprechen. Bei diesem wird die Bildschirmwiedergabe auf Graustufen reduziert und die Nutzung von Anwendungen auf die wichtigsten beschränkt. Desweiteren werden WLAN und Bluetooth ausgeschalten. Die mobile Datenverbindung wird nur bei ausgeschaltetem Bildschirm aktiviert. Mit diesen Einstellungen kann man die Laufzeit bei geringer Akkuladung deutlich verlängern.

Kamera & Multimedia:

Samsung Galaxy S5 10
Samsung Galaxy S5 12

Der Trend, Smartphones als Kamera-Ersatz zu verwenden, hält weiter an. Schon mit dem Galaxy-S4-Zoom hat Samsung gezeigt, dass sie gute Kameras bieten können. Beim S5 legt Samsung im Vergleich zum S4 noch 3 Megapixel oben drauf und liefert damit eine Smartphonekamera mit 16 Megapixeln. Doch Auflösung ist noch längst nicht alles. Samsung verbaut im S5 einen sehr schnellen Autofokus, welcher bei normalen Lichtverhältnissen zuverlässig arbeitet. Eine weitere tolle Neuerung ist der selektive Fokus. Wenn man diesen Modus aktiviert hat, wähl man aus, ob Vordergrund oder Hintergrund unscharf sein sollen und fokussiert dann das gewünschte Objekt an. Das Bild wird dann intern bearbeitet und der Hintergrund mit einem Weichzeichner unscharf gemacht. Ziel dieser Technik ist es, dem Bildlook von einer Spiegelreflexkamera näher zu kommen. Dieser Modus an sich funktioniert ziemlich gut, doch der Effekt sieht zu künstlich aus. Was uns gut gefiel, war der integrierte HDR-Modus. Bei schwierigen Gegenlichtsituationen werden die sonst zu dunklen Bildbereiche deutlich aufgehellt. Dabei arbeitet die Software sehr ausgewogen und dezent. Bei schlechten Lichtverhältnissen lassen die Bilddetails sehr stark nach. Das ist im High-ISO-Bereich bei solch kleinen Bildsensoren aber auch nicht anders zu erwarten. An trüben Tagen hilft der eingebaute digitale Bildstabilisator wo er kann, doch mit einem echten optischen Bildstabilisator ist der Effekt natürlich nicht zu vergleichen.

Bei der Videoaufnahme wirbt Samsung mit UHD-Aufnhame. Eine Sinnvolle Ergänzung, wie wir finden. Denn die 4K Fernseher und Monitore werden in letzter Zeit immer erschwinglicher.  Wenn ihr in UHD aufnehmt, müsst ihr jedoch auf Spielereien wie Zeitlupe, Effekte oder Bildaufnahme während des Videos verzichten. Filmt ihr hingegen in gewohnter Full-HD-Qualität stehen euch die üblichen Effekte und Stilmittel zur Verfügung. Wie auch beim fotografieren, ist die Bildqualität bei ausreichend Licht sehr gut. Bei schlechten Lichtverhältnissen gehen auch hier schnell die Details verloren.

Die beiden Vergleichs-Quartetts sind dabei immer folgendermaßen aufgebaut: oben links Smartphone-Rückkamera, oben rechts Smartphone-Frontkamera, unten links Vergleichs-DSLR ohne Blitz, unten rechts Vergleichs-DSLR mit Blitz (Vergleichskamera ist die Canon EOS 500D mit EF-S 15-55 mm).

Rückkamera Innen Galaxy S5
Frontkamera Innen Galaxy S5
Canon EOS 500D ohne Blitz innen
Canon EOS 500D mit Blitz innen
Rückkamera Außen Galaxy S5
Frontkamera Außen Galaxy S5
Canon EOS 500D ohne Blitz außen
Canon EOS 500D mit Blitz außen

Zubehör:

Samsung Galaxy S5 17
Samsung Galaxy S5 18

Beim Zubehör ist alles wie gewohnt. In der Verpackung findet ihr, neben dem Galaxy S5 selbst, ein Ladegerät, ein USB-Kabel, ein Headset und eine Bedienungsanleitung. Wer mehr Gadgets für sein Smartphone möchte, kann sich natürlich an den optionalen Zubehörteilen bedienen. Samsung bietet hier eine große Produktpalette, die von Hardcovern über Adapterkabeln bis hin zu den Smart-Watches reicht.

Eingabegeräte & Bedienung:

Wie auch bei den Vorgängermodellen der Galaxy-S-Reihe ist der verbaute Touchscreen sehr präzise und schnell. Verzögerungen oder eine geringere Empfindlichkeit an den Rändern konnten wir nicht feststellen. Der Touchscreen unterstützt Multitoucheingaben mit bis zu 10 Fingern.  Die altbekannte Gestensteuerung mit 2 oder mehr Fingern zum Zoomen, Drehen oder Verschieben funktioniert tadellos. Desweiteren sind die samsungüblichen Steuerungen, wie Wischen über das Display für einen Screenshot oder Auflegen der Handfläche auf das Display zur Stummschaltung, ebenfalls vorhanden. Manche Hersteller bieten in den Einstellungen einen sogenannten Glove-Modus an, mit dem man das Gerät im Winter auch mit Handschuhen bedienen kann.  Samsung hat solch eine Funktion auch im Angebot. Sie versteckt sich jedoch hinter der Bezeichnung „Touch-Empfindlichkeit hoch“  in den Einstellungen zur Anzeige.

Dank des 5,1 “ großen Displays hat man beim Tippen auf der Tastatur auch genügend Platz. Fehleingaben durch zu enge Tasten können so gut vermieden werden. Außerdem lässt sich die Tastatur vielfältig anpassen. Wem das Tippen nicht gefällt, kann sich immer noch der Spracheingabe und der Handschrifterkennung bedienen, doch dafür benötigt es etwas Zeit und gute Nerven.

Als kleines nützliches Feature entpuppte sich „Air View„.  Einmal aktiviert, erhält man Informationen zu Bildern und anderen Elementen, wenn man den Finger ein paar Millimeter über dem Display schweben lässt. Bei Bildern erhält man ein vergrößertes Vorschaubild und Kontakten werden detailliertere Informationen angezeigt.

Display:

Samsung Galaxy S5 15
Samsung Galaxy S5 16

Charakteristisch für die Samsung-Displays sind die strahlenden, bunten Farben und der gute Kontrast. Erreicht wird dies durch das verwendete Super-AMOLED-Display. Eine weitere positive Eigenschaft dieser Displays sind die ausgesprochen guten Schwarzwerte. Das Samsung Galaxy S5 kann mit seinem, in Full-HD auflösenden, Display voll überzeugen. Im direkten Vergleich konnten wir feststellen, dass das Display vom S5 sichtbar heller ist als das vom S4. Benötigt wird diese  maximale Helligkeit aber nur im Freien bei Sonneneinstrahlung. Denn in Räumen blendet das Display auf voller Helligkeit zu stark. Die automatische Helligkeitseinstellung arbeitet zuverlässig und passt die Helligkeit gut den gegebenen Bedingungen an.

Ebenfalls bekannt sind die verschiedenen Bildschirmmodi auf den Samsung-Galaxy-Geräten. Zur Auswahl stehen die Modi Kino, Dynamisch, Foto, Standard und Adapt. Im letzten Modus erkennt das Smartphone die aktuelle Anwendung und passt den Modus automatisch an. Im Vergleich mit einem farbkalibrierten Monitor erwies sich der Modus „Kino“ als am farbechtesten. Die Blickwinkelstabilität ist, wie gewohnt, auf einem sehr hohem Niveau. Selbst bei extrem flachen Winkeln unter 10°  lässt sich das Display noch gut ablesen. In Extremlagen muss man einen minimalen Kontrastverlust in Kauf nehmen.

Leistung:

Ein High-End-Smartphone benötigt nicht nur tolle Funktionen und eine gute Optik, sondern auch reichlich Leistung. Mit dem Snapdragon 801 von Qualcomm stellt Samsung diese sicher. Dieser SoC (System on a Chip) wurde im Vergleich zu Vorgängergeneration der 800er Reihe weiter optimiert. Das Resultat ist etwas mehr Leistung bei noch besserer Energieeffizienz. Der Snapdragon 801 MSM897AC besitzt vier Kerne, die jeweils mit bis zu 2,45 GHz takten. Diese vier Kerne bieten dem Galaxy S5 mehr als ausreichende Leistung,  für eine ruckelfreie Navigation durch die Touch-Wiz-Oberfläche. Flüssiges Multitasking ist ebenfalls kein Problem für den Snapdragon 801. Dank des schnellen Speichers und der guten CPU starten auch große Apps sehr schnell.

Um diese Eindrücke zu untermauern und um objektive Messergebnisse vergleichen zu können, haben wir auch das Galaxy S5 den üblichen Benchmarks unterzogen. (Da unser Smartphone-Testbereich noch sehr jung ist, können wir leider nicht auf mehr Vergleichswerte zurückgreifen. Wir möchten uns aber auch nicht auf  Werte von externen Quellen verlassen.)

Androbench Galaxy S5
Smartbench 2012 Samsung Galaxy S5
AnTuTu Galaxy S5
Linepack Galaxy S5
Geekbench Galaxy S5
3D Mark Galaxy S5

Die Benchmark-Ergebnisse im 3D-Mark-Test in den Einstellungen “Ice Storm” und “Ice Storm Extreme” konnten nicht mit aufgenommen werden, da wir jeweils das Ergebnis “Maxed Out!” bekamen, was so viel heißt, wie, der Test ist zu anspruchslos für die Hardware, um sie vernünftig bewerten zu können. Daher konnten wir das Galaxy S5 in diesem Benchmark nur in der Ultimate Version testen. Das zuvor getestete Huawei Ascend P6 hatte die Anforderungen für den Ultimatetest leider nicht erfüllt.

Spiele & Videos:

Wer auf seinem Smartphone nicht nur Casual-Games wie „Angry Birds“ spielen möchte, sondern auch hier auf grafisch anspruchsvolle 3D-Games steht, der ist mit dem Samsung Galaxy S5 bestens bedient. Die starke Adreno 330 GPU-Einheit sorgte auch bei Games wie „Need for Speed Most Wanted“ und „Iron Man 3“ für ein flüssiges Spielerlebnis bei höchsten Details. Videos werden auf dem S5 in allen gängigen Formaten ohne Ruckler abgespielt. Doch das Samsung Galaxy S5 kann über den Mini-HDMI-Anschluss auch mit einem Fernseher verbunden werden. Mit dem entsprechenden Endgerät können so sogar UHD-Videos abgespielt werden.

Emissionen:

Temperatuur

Im Temperaturtest macht Samsung klar, dass auch ohne ein Metallgehäuse niedrige Temperaturen zu erreichen sind. Im Idle konnten wir auf der Rückseite eine maximale Temperatur von 26,9°C messen. Auch auf der Displayseite lag die höchste Temperatur bei 27,7°C. Die Rückseite des Galaxy S5 bleibt im Idle also in etwa knapp über Raumtemperatur.

Fronttemp Idle Galaxy S5
Rücktemp Idle Galaxy S5

Unter Volllast stieg die maximal gemessene Temperatur der Rückseite auf 36,8°C an. Analog dazu stieg auch die maximale Temperatur auf der Displayseite auf 37,2°C an. Das heißt, unter Vollast kommt das Galaxy S5 in etwa auf Körpertemperatur. Für ein Smartphone sind das extrem gute Werte, wie wir finden, wenn man einmal die kompakte Bauweise betrachtet. Hier macht sich die Energieeffizienz des Snapdragon 801 definitiv bemerkbar.

Fronttemp Last Galaxy S5
Rücktemp Last Galaxy S5

 Lautsprecher

Obwohl der Lautsprecher auf der Rückseite des Samsung Galaxy S5 sehr winzig scheint, steckt doch genügend Potential in ihm. Die maximale Lautstärke ist mehr als ausreichend und auch die Klangqualität ist für einen Handy-Lautsprecher vollkommen zufriedenstellend. Selbst bei lauten Höhen und Tiefen konnten wir kaum Übersteuern feststellen. Natürlich hat auch der Samsung-Lautsprecher den etwas blechernen Klang, wie ihn die meisten Smartphones haben. Wer seine Musik mit besserer Klangqualität hören möchte, der sollte zum mitgelieferten Headset greifen. Die In-Ears haben für Zubehörkopfhörer eine gute Qualität und dürften für die meisten Leute mit durchschnittlichen Ansprüchen vollkommen genügen.

Akkulaufzeit:

Der Akku des Samsung Galaxy S5 ist im Verhältnis zum Vorgänger ein gutes Stück gewachsen und bietet nun eine Leistung von 10,78 Wattstunden. Bei den anliegenden 3,85 V ergibt das eine Kapazität von starken 2800 mAh, Damit schaft das S5 im Idle Modus 26 Stunden und 27 Minuten. Dieser Wert wird bei angeschaltetem Display mit minimaler Helligkeit ohne CPU-Belastung erreicht. Aussagekräftiger für den Alltag ist der ermittelte Wert im WLAN-Test. Bei diesem wird die Displayhelligkeit auf 50% reguliert und ein Skript im Browser ausgeführt. Dieses ruft alle 40 Sekunden eine neue Website ab. Dieses Skript wurde uns freundlicherweise von den Kollegen von notebookcheck.com zur Verfügung gestellt. Unter diesen Bedingungen hatte das Galaxy S5 genügend Strom für 9 Stunden und 54 Minuten. Wenn man das Smartphone stark belastet, sinkt die Akkulaufzeit deutlich. In unserem simulierten Volllastbetrieb konnte das S5 immerhin 4 Stunden und 2 Minuten vorweisen. Wir benutzten die Geräte während der Testzeit einige Tage wie unsere eigenen Smartphones. In diesem alltäglichen Gebrauch musste das Samsung Galaxy S5 im Schnitt nach 2 1/2 Tagen an das Ladegerät.

Akkulaufzeit Galaxy S5

Persönliches Fazit:

Dass Samsung gute Smartphones produziert ist nicht unbekannt. So haben sie es wieder einmal mehr geschafft, ein High-End-Smartphone auf den Markt zu bringen, was das Potential hat, sich auf den ersten Platz in der Bestenliste zu schieben. Im Vergleich zum Galaxy S4 wurde an sinnvollen Stellen nachgearbeitet und verbessert. Das staub- und wasserdichte Gehäuse bietet eine solide Grundlage für das performante Innenleben des Galaxy S5. Das Gesamtpaket von der überragenden Leistung des Snapdragon 801, über die sehr gute Kamera bis hin zu den vielen neuen praktischen Funktionen, wirkt stimmig und konnte uns überzeugen. Man merkt, dass es sich um ein „Next-Gen“-Smartphone handelt: Der Fokus liegt auch hier immer mehr auf dem anhaltenden Fitness- und Health-Trend. Ob einem ein Herzfrequenzsensor an einem Smartphone sinnvoll ist oder nicht, das soll jeder für sich selbst entscheiden. Samsung lässt sich die Leistung und Qualität auch gut bezahlen. Wer sich das Samsung Galaxy S5 zulegen möchte, der muss auch den aktuellen Kaufpreis von 555,00 € akzeptieren. Dafür bekommt man aber auch ein Smartphone, was so ziemlich alles kann und sich den Hardbloxx LeistungsTIPP Award verdient hat.

Positiv: 

  • starke Grafik- und Rechenleistung
  • wasser- und staubdichtes Gehäuse nach IP67
  • leistungsfähige Kamera
  • viele nützliche Funktionen, die sich gut ergänzen
  • hochauflösendes großes Display
  • gute Akkulaufzeit
  • USB-3.0-Anschluss

Negativ:

  • überflüssige und nervende Bloatware
  • Schwächen bei der „Random Read and Write“-Performance

Den besten Preis zum Samsung Galaxy S5 findet ihr hier.

Oder ihr kauft bei Amazon und unterstützt uns.

LeistungsTIPP Award

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Euer Hardbloxx-Team

Test/Testbericht: Huawei Ascend P6

Wer Huawei nicht kennt, der denkt bei einem Smartphone von dieser Firma vielleicht an billige China-Phones oder ähnliches. Doch damit liegt man weit daneben. Huawei hat mit billig schon lange nichts mehr am Hut, denn sie bringen immer mehr qualitativ hochwertige und konkurrenzfähige Produkte auf den Markt. Wir haben heute das Huawei Ascend P6 für euch im Test, welches auf den ersten Blick an das iPhone 5 erinnert. Ob das Smartphone mit seinem Hi-Silicon K3V2 Prozessor, 2GB RAM und einer Pixeldichte von 312 PPI mit den ganz Großen mithalten kann und vielleicht ein echtes Schnäppchen ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Technische Daten:

  • Betriebssystem: Android 4.2. Jelly Bean + Emotion UII 1.6
  • Prozessor: 1,5 GHz Quad-Core Hi-SiliconK3V2
  • Grafikeinheit: Vivante GC4000
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Display: 4,7 Zoll IPS+ Display mit 1280*720 Pixeln
  • Interner Speicher: 8 GB
  • Kamera: 8 MP Rückkamera und 5 MP Frontkamera
  • Akku: Li-Polymer mit 2000 mAh
  • Gewicht: 120g

Gehäuse

Für viele Leute sind Smartphones nicht mehr einfach nur Geräte zur Kommunikation, sondern sie sollen einen gewissen Status vermitteln. Dementsprechend legen alle Hersteller von Smartphones immer mehr Wert auf das Äußere der Geräte. Huawei hat bei dem P6 nicht geschlafen und sich für ein vollständig aus Aluminium gefertigtes Gehäuse entschieden. Damit ist das Ascend P6,  bei einer Dicke von gerade einmal 6.18 mm trotzdem ausreichend stabil. Weiterer Vorteil eines Metallgehäuses ist die verbesserte Wärmeleitfähigkeit, wodurch das Smartphone einen kühleren Kopf behalten soll. Das Gehäuse ist nicht nur im schnöden Alu-Silber-Look gehalten. Die Rückseite besteht aus schwarz eloxiertem, gebürstetem Aluminium. Uns überraschte dabei, dass diese Oberfläche unanfällig für Fingerabdrücke oder andere Flecken ist. Denn normaler weise ziehen solche Aluflächen Fingerabdrücke magisch an. Der Rand des Huawei Ascend P6 bietet in der Silberoptik ein gutes Highlight zwischen dem ganzen Schwarz. Dieser Aluminiumrahmen mit den abgerundeten Ecken weckte bei uns Erinnerungen an das iPhone 5. Knöpfe findet man am Acend P6 nur zwei: die An-/Aus-Taste und die Lautstärkewippe. Die Slots für SIM-Karte und Micro-SD-Karte sind komplett in das Gehäuse eingelassen und werden mithilfe des Verschlusses der Audio-Buchse geöffnet. Das vermittelt zwar einen hochwertigen Eindruck und funktioniert in der Praxis auch einwandfrei, doch ist uns an dieser Kombination trotzdem ein Problem aufgefallen. Dieser Schutzstecker der 3,5mm-Klinken-Buchse lässt sich aus dieser leicht entfernen und ist nicht extra am Smartphone gesichert, wodurch er schnell verloren geht. So dauerte es auch nicht lang, bis wir unter dem Schreibtisch knieten und auf allen vieren diesen winzigen Metallverschluss suchten. Theoretisch ist es auch möglich, die Slots für Micro-SD und SIM mit einer Büroklammer zu öffnen, doch mit dem dafür vorgesehenen „Werkzeug“ geht es deutlich besser. Wer beim Huaswei Ascend P6 den Akku tauschen möchte, wird schlechte Karten haben, denn die Rückseite lässt sich nicht öffnen. Somit muss das Gerät im Falle eines defekten Akkus etc. beim Hersteller eingeschickt werden.

Huawei Ascend P6 10
Huawei Ascend P6 5

Ausstattung

Bei der Ausstattung des Ascend P6 führt Huawei den Ansatz „schlicht, aber edel“ fort. Betrachtet man die Anschlüsse des Ascend P6, stößt man lediglich auf den Micro-USB-Anschluss, welcher zum Laden des Akkus und zum Datenaustausch dient sowie die 3,5mm Kopfhörerbuchse. Sonstige Anschlüsse wie Mini-HDMI und Co. sucht man am P6 vergebens. Auf der rechten Seite des Smartphones befinden sich unter den Tasten die Slots für SIM-Karte und Micro-SD-Karte. Das Ascend P6 nimmt dabei nur Micro-SIM-Karten auf und unterstützt Micro-SD-Karten bis zu einer Größe von 32 GB. Das Ascend P6 lässt sich über einen Micro-USB-Anschluss laden und für den Datenaustausch mit dem PC verbinden. Der USB-Anschluss ist, im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones, oben am Gerät angebracht. Unserer Meinung nach ist das jedoch eine gute Lösung. Denn so kann man das Smartphone auch während des Ladens halten, ohne sich die Finger brechen zu müssen. Durch die wenigen Tasten und die ins Gehäuse eingelassenen Slots ergibt sich ein aufgeräumtes und geordnetes Bild.

Kommunikation

Auch wenn das Telefonieren bei den Smartphones immer mehr in den Hintergrund rückt, kommunizieren wir via Smartphone auf unzähligen Wegen. Das Huawei Ascend P6 bietet dafür alle gängigen Funkverbindungen, wie beispielsweise WLAN 802.11 b/g/n, 3G Modul, Bluetooth 3.0, DLNA und natürlich auch GPS. Die Verbindung über WLAN und Mobilfunknetz funktionierte zu unserer vollen Zufriedenheit. Es traten keine Verbindungsprobleme oder Abbrüche auf. Die Empfangsleistung des Ascend P6 war auf einem sehr gutem Niveau. Weniger begeistert waren wir vom GPS und dem digitalem Kompass. Wer sich erhofft, damit jede Schnitzeljagd zu gewinnen, wird wohl leer ausgehen. Die Positionsangabe des GPS ist zwar nicht die genauste, doch sie würde für eine Navigation für Fußgänger noch ausreichen. Wesentlich problematischer ist da der digitale Kompass. Dieser funktioniert sehr schlecht bis gar nicht. Wenn man sich in der Stadt befindet und sich an Kreuzungen mithilfe der Straßennamen orientieren kann, mag das noch gehen, doch im freien Gelände ist eine Navigation ziemlich aussichtslos. Im normalen Anwendungsfall dürfte man sein Ziel in der Stadt via GPS und Karte also schon finden, doch der fehlerhafte Kompass lässt sich nicht schön reden. Dazu kann man sagen, dass viele günstige Smartphones aus China mit Navigationsproblemen zu kämpfen haben.

Software:

Huawei spendiert dem Ascend P6 Android 4.2 Jelly Bean und fügt diesem die Emotion UI 1.6 Oberffäche hinzu. Nach dem Anschalten des Gerätes taucht das Huawei-Logo auf und wenige Sekunden später ist das Gerät komplett hochgefahren. Wenn man das erste mal einen Blick auf die Homescreens wirft, bietet sich einem auch hier ein aufgeräumtes Bild. Die Standardanwendungen wie Browser, Kamera, Galerie, etc. sind an den gewohnten Stellen. Auf dem Homescreen sind standardmäßig zwei Ordner angelegt. Der Verwaltungsordner enthält Anwendungen wie Datensicherung, Systemupdate, Energieverwaltung oder auch den Berechtigungsmanager. Als zweites spendiert Huawei dem P6 einen Werkzeugordner, in dem sich nützliche Tools wie Taschenlampe, Taschenrechner, FM-Radio und der Wetterdienst finden. Des weiteren ist uns positiv aufgefallen, dass sich auf dem Gerät keinerlei weiteren Werbe-/Branding-Apps befinden. Denn nichts ist nerviger, als wenn das neue Smartphone mit mehreren hundert Megabyte Werbe-Apps belegt ist, die man nicht ohne weiteres deinstallieren kann.

Kameras & Multimedia:

Das Huawei Ascend P6 besitzt, wie die meisten gängigen Smartphones, zwei Kameramodule. Das Modul auf der Rückseite bietet dabei eine Auflösung von 8 Megapixeln und die Frontkamera 5 Megapixel. Der 8 MP Bildsensor leistete in unserem Test erstaunlich gute Arbeit. Durch das Fotografieren bei Tageslicht kann man schöne Momente in einem Schnappschuss festhalten. Auch im Innenbereich schlug sich die Kamera gut und erzielte akzeptable Ergebnisse.

Sowohl bei Indoor- als auch bei Outdoor-Aufnahme fällt auf, dass das Huawei Ascend P6 auch mit harten Kontrasten und Gegenlicht gut klar kommt. Bei den Innenaufnahmen mit der Frontkamera sieht man deutliches Bildrauschen und Detailverlust in den Tiefen. Desweiteren ist uns an der Rückkamera aufgefallen, das sie einen leichten Gelbstich hat.

Die beiden Vergleichs-Quartetts sind dabei immer folgendermaßen aufgebaut: oben links Smartphone-Rückkamera, oben rechts Smartphone-Frontkamera, unten links Vergleichs-DSLR ohne Blitz, unten rechts Vergleichs-DSLR mit Blitz (Vergleichskamera ist die Canon EOS 500D mit EF-S 15-55 mm).

 

Canon EOS 500D ohne Blitz innen
Canon EOS 500D mit Blitz innen

Canon EOS 500D ohne Blitz außen
Canon EOS 500D mit Blitz außen

Zubehör

Das Zubehör fällt beim Huwaei Ascend P6 sehr rudimentär aus. Die Verpackung ist, passend zum Smartphone, edel aufgemacht und vermittelt einen wertigen Eindruck. Im inneren findet man eine Bedienungsanleitung, ein Paar Kopfhörer, ein USB-Kabel, ein Netzteil und ein Cover. Das Zubehör ist durchweg gut verarbeitet und die Kopfhörer bieten einen vernünftigen Klang.

Huawei Ascend P6 14
Huawei Ascend P6 13

 

Zum Ascend P6 muss man sich  keine extra Schutzhülle kaufen, denn Huawei legt eine dem Lieferumfang bei. Diese ist schlicht gehalten, gut verarbeitet und passt sehr gut. Weitere Features wie USB-OTG-Kabel oder ähnliches muss man sich jedoch selbst hinzukaufen. Die Bedienungsanleitung beziehungsweise den Quick Start Guide findet ihr auch auf der Internetseite von Huawei.

Eingabe & Bedienung

Das Touchscreen-Display des Ascend P6 wird zwar nicht als Multi-Touchdisplay beworben. Doch es unterstützt die volle 10-Finger-Eingabe. In der Praxis wird diese sicherlich nicht zur Anwendung kommen, denn selbst im Test war die eine oder andere Verrenkung nötig, um alle 10 Finger auf das Display zu bekommen. Über die gesamte Dauer des Tests konnten wir keine Probleme bei der Eingabe feststellen. Die Eingaben werden schnell und präzise umgesetzt. Das Huawei Ascend P6 bietet außerdem zwei Features, welche die Eingabe noch einfacher gestalten. Wenn man im Browser einen Button oder Link anklickt, taucht via Pop-Up ein Fenster auf, in dem der angeklickte Bereich vergrößert dargestellt wird. Somit kann man die richtige Schaltfläche präziser auswählen. Mit dieser tollen Funktion gehören falsch angeklickte Links der Vergangenheit an. Richtig von den Socken gehauen, hat uns jedoch das zweite Feature, der sogenannte Glove-Modus (Handschuh-Modus). Wenn dieser in den Einstellungen aktiviert wird, lässt sich das Ascend P6 ohne Probleme mit jedem x-beliebigen Handschuh bedienen. Selbst bei dickeren Handschuhen mit etwas mehr Isolierung funktioniert dieser Modus sehr gut, sobald man minimal mehr aufdrückt. Eine ähnliche Funktion bieten zwar auch Geräte wie das Samsung Galaxy S4 oder das HTC One, doch wenn man den günstigen Preis des Huawei Ascend P6 bedenkt, hat uns diese Möglichkeit an dem Gerät wirklich positiv überrascht.

Display

Mit dem 4,7 Zoll Display positioniert sich das P6 im Mittelfeld, was die Größe angeht. Das Display besitzt eine Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 312 ppi. Damit liegt dieses Display sehr nahe am Retina Display des iPhone 5, welches 326 ppi besitzt. Das Display arbeitet mit der HD IPS+ Technologie. Wie man es von IPS-Displays gewohnt ist, bietet auch das Display das Ascend P6 eine sehr hohe Blickwinkelstabilität. Auf den ersten Blick fiel uns die neutrale Farbwiedergabe auf. Dieser erste Eindruck bestätigte sich beim Vergleich mit einem farbkalibrierten Monitor.  Die gute Display-Helligkeit des Acend P6 bietet den Vorteil, dass man an sonnigen Tagen auch im Freien etwas auf dem Display erkennt.

Huawei Ascend P6 7
Huawei Ascend P6 4

Abgedeckt wird das sehr gute Display durch das Gorilla-Glas der Firma Corning. Bei einem Ionenaustauschprozess wird die atomare Struktur des Glases verändert. Dadurch wird das Glas deutlich bruchsicherer und kratzfester. Laut Herstellerangaben ist das Gorilla-Glas acht mal widerstandsfähiger gegen Punktlasten und zwei bis drei mal kratzfester als herkömmliches Display-Glas.

Leistung

Was die Beurteilung der Leistung angeht, testen wir unsere Mobilgeräte mit den gängigen Benchmarkt-Tools Anndrobench, Smartbench, AnTuTu 4.0, Linepack for Android, GeeKBench und zu guter letzt 3D Mark. Da uns aus eigenem Hause noch Vergleichswerte für Smartphones fehlen, verzichten wir auf einen wagemutigen Vergleich auf Grund externer Benchmarks. Im Vergleich zu unseren privaten Modellen müssen wir jedoch sagen, dass es dem Ascend P6 etwas an Leistung fehlt. Für ein Smartphone, welches Mitte 2013 auf den Markt gekommen ist, ist auch die Vivante GV4000 Grafikeinheit des SoC (System on a Chip) deutlich zu schwach.  Trotz des 4 Kern Hi-Silicon K3V2 Prozessors mit 1,5 GHz schafft es das P6 nur knapp, sich gegen ältere Modelle wie das Samsung Galaxy S2 zu behaupten.

Androbench Huawei P6
Smartbench Huawei P6
Antutu Huawei P6
Linepack Huawei P6
Geekbench Huawei P6
3D Mark Huawei P6

Spiele & Videos

In Sachen Spiele und Videos kann das Huawei Ascend P6 durch schnelle Ladezeiten und und präzise Eingaben punkten. Die Darstellung der Inhalte erfolgt überwiegend flüssig. Bei großer Effektzahl und hohem Detailgrad kam es jedoch unter Need for Speed: Most Wanted zu Rucklern. Das P6 orientiert sich aber auch mehr in Richtung edles Business-Phone als in Richtung Gaming-Konsole. Casual-Games wie zum Beispiel Angry Birds und Co. lassen sich aber problemlos auf dem Ascend P6 spielen.

Emissionen

Temperatur

Im Idle-Modus (Browsen bei 50% Helligkeit) erzeugt das Ascend P6 Werte, die angenehm niedrig sind. Da dürfte keiner feuchte Hände bekommen. Die wärmste Zone auf der Rückseite liegt mit 33,0°C knapp unter der Temperatur der Handflächen.

Huawei Ascend P6 Fronttemp Idle
Huawei Ascend P6 Rücktemp Idle

Trotz des Aluminiumgehäuses wird das Ascend P6 unter Last unerwartet warm. Auch wenn durch das Metallgehäuse eine bessere Wärmeleitfähigkeit gewährleistet wird, dürfte die geringe Bauweise dazu führen, dass unter Last Temperaturen von 35,6 °C auf der Rückseite erreicht werden. Diese sind noch nicht so hoch, dass es beim Anfassen unangenehm wird, doch in der Hand ist diese Wärme deutlich zu spüren.

Huawei Ascend P6 Fronttemp Last
Huawei Ascend P6 Rücktemp Last

Lautsprecher

An der unteren Kante des Gehäuse des Ascend P6 ist nur ein Lautsprecher verbaut. Dieser ist ist gut hinter dem Alugitter geschützt. Überraschender Weise konnten wir diesem kleinen Lautsprecher einen relativ guten Klang entlocken. Natürlich ist jede kleinere Box besser und Bässe übersteuern und scheppern wie bei jedem anderen Smartphone, doch im Vergleich zu so manch anderem Model ist die Klangqualität durchaus in Ordnung. Wenn man ein Headset an den 3,5mm Klingen-Ausgang steckt, sieht die Welt schon anders aus. Die Musikwiedergabe via Musikplayer ist als gut einzustufen. Desweiteren kann man den Equalizer nach seinen Vorlieben anpassen. Beim Test mit dem Headset fiel uns verspätet noch ein ausschlaggebender Punkt auf. Die Position der Audio-Buchse ist denkbar ungünstig gewählt, denn bei angestecktem Headset ist es für Linkshänder nahezu unmöglich, das Smartphone zu bedienen.

 Akkulaufzeit

 Trotz der extrem dünnen Bauweise spendiert Huawei dem Ascend P6 einen 2000 mAh Akku, welcher für ausreichend Saft sorgen soll. Bei alltäglicher Nutzung hielt der Akku des Ascend P6 in unserem Test locker einen Tag durch, am Abend standen 15%-20% Restladung auf der Uhr. Wenn man in den Optionen den Stromsparmodus aktiviert, bekommt man noch ein paar Prozent mehr heraus.  Im Idle-Modus (50%Helligkeit, Display dauerhaft an) hielt das Smartphone 8 Stunden und 50 Minuten durch, bevor die Lichter ausgingen. Im simulierten Vollastbetrieb von CPU- und GPU-Einheit war der Akku hingegen schon nach 2 Stunden und 40 Minuten leer.

Akkulaufzeit Huawei Ascend P6

Persönliches Fazit

Mit dem Ascend P6 hat sich Huawei auf heißes Terrain gewagt und nimmt Apples iPhone ins Visier. Vom Design und der Verarbeitung muss sich das P6 auf keinen Fall vor dem deutlich teureren iPhone 5 verstecken. Das Aluminiumgehäuse ist sauber verarbeitet und bietet dank der gebürsteten, schwarz eloxierten Rückseite eine edle Optik. Im Inneren werkelt der hauseigene Hi-Silicon Prozessor, welcher leider etwas zu schwach für ein angehendes High-End-Smartphone ist. Auch bei der Zuverlässigkeit in puncto Navigation muss man ein paar Abstriche machen. Alles in allem liefert Huawei jedoch ein Smartphone, welches ein top Design aufweist, ein gutes Display besitzt, einen vernünftigen Akku bietet und darüber hinaus auch noch richtig günstig ist. Damit hat sich das Huawei Ascend P6 unseren Preis-/Leistungstipp verdient. Wer also die kleinen Kritikpunkte und etwas weniger Leistung  in Kauf nehmen möchte, der bekommt das Ascend P6 bei Amazon für aktuell 249,00€.

Positiv:

  • top Design
  • sehr gute Verarbeitung
  • farbechtes Display mit hoher Pixeldichte von 312 ppi
  • Glove-Modus

Negativ:

  • etwas schwache Hardware
  • fehlerhafte Positionsangabe durch digitalen Kompass
  • Position des Kopfhöreranschlusses

Den besten Preis zum Huawei Ascend P6 findet ihr hier.

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PreisLeistungsTIPP

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Euer Hardbloxx-Team